Präexistenz

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Nassos
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Re: Präexistenz

Beitrag von Nassos »

Alexej hat geschrieben:Und jede Seele existiert nach der Geburt für sich, genauso wie es einen Körper nicht gegeben hat, dieser aber nach der Geburt vollständig selbstständig und unabhängig wird.
Du meinst Körper und Seele eines Menschen existieren getrennt und unabhängig voneinander oder habe ich da was mißverstanden?
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Priester Alexej
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Re: Präexistenz

Beitrag von Priester Alexej »

Das ist eine andere Frage. Sicher gibt es eine Verbindung zwischen Körper und Seele, aber diese kann nach dem Ableben auch getrennt werden. Dann existiert die Seele ja ohne Körper, zumindest eine Zeit lang. Was die Kirchenväter da genauer sagen, weiß ich aber nicht.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.
Loukia
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Re: Präexistenz

Beitrag von Loukia »

Ich freue mich ja das Mirjanin mir die Antworten verschafft hat, die ich auf den Beitrag viewtopic.php?f=44&t=2059 erhalten wollte.
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Nassos
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Re: Präexistenz

Beitrag von Nassos »

Da hast Du absolut Recht, liebe Loukia! :oops:
Nassos
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Re: Präexistenz

Beitrag von Nassos »

Es gibt auf jeden Fall einen Zusammenhang und Relevanz zwischen der Seele und den Körper. Aber welches ist dieser Zusammenhang und in welchem Grade existiert er?

Der Mensch besteht aus einem Körper und einer Seele. Jedes Element (ich hoffe, ich darf das so sagen) für sich allein bildet nicht den Menschen. Der Hl Justin,Philosoph und Märtyrer, sagt, dass die Seele an sich kein Mensch ist, sie aber "die Seele des Menschen" genannt wird. Genau so wird der Körper allein nicht Mensch genannt, aber "Körper des Menschen".

Die Seele wird mit dem Körper zusammen erschaffen. Selbst das Embryo wird im Moment der Empfängnis beseelt. Mit der Empfängnis wird auch die Seele erschaffen und ab da agiert die Seele wie auch das Fleisch agiert. So wie der Körper wächst, offenbart auch die Seele ihre Aktivitäten.
Es gibt eine klare Unterscheidung zwischen Seele und Körper. Aber es ist unmöglich, die Seele und den Körper als voneinander unabhängig zu bezeichnen. Dies Verhältnis ist starr.

Die antiken Philosophen glaubte, dass sich die Seele an einem bestimmten Platz des Körpers aufhielt, dass der Körper das Gefängnis der Seele sei und dass ihre Errettung ihre Befreiung vom Körper ist. Die Heiligen Väter lehren, dass die Seele überall im Körper gegenwärtigist. Der Hl. Gregorios Palamas sagt, dass die Seele überall im Körper ist, nicht an einer Stelle, nicht eingeschränkt, aber als Vervollkommnung und einhüllend und diesen belebend nach dem Abbild Gottes.

Der selbe Heilige, sehr wohl wissend, dass es Menschen gibt, die die Seele im Gehirn ansiedeln wir auf einer Hochburg (=Akropolis, griechische Ansicht) und andere diese im Inneren des Herzens (jüdische Ansicht), sagt, dass das Herz des Menschen das hegemoniale Organ ist, der Thron der Gnade. Dort befindet sich der Verstand und die logismoi der Seele. Der Heilige gibt an, dass wir diese Lehre direkt von Christus erhielten, der der Schöpfer des Menschen ist. Er erinnert an die Worte Jesu: "Was zum Munde eingeht, das verunreinigt den Menschen nicht; sondern was zum Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen" (Mt 15, 11), so wie auch die Worte des Herrn "Denn aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsch Zeugnis, Lästerung." (Mt 15, 19).

Hier soll betont sein, dass die Seele gemäß der Lehre der Heiligen Väter das Herz als Organ verwenden und den Körper steuern kan. Sie geht eine Einheit mit dem Körper ein, er ist ihr nichts fremdes.
Die Seele agiert und steuert den gesamten Körper und alle Teile des Körpers. Es ist die Lehre der Orthdoxen Kirche, dass Gott persönlich die Welt steuert, ohne geschaffene Mittel, sondern durch seine ungeschaffene Energie. So wie nun Gott in der Natur agiert, agiert die Seele nach der selben Art und steuert den Körper. So wie es Werk Gottes ist die Welt zu regieren, regiert die Seele den Körper.

Der Hl. Gregorios Palamas, der sich sehr mit dem Thema des Verhältnisses zwischen Seele und Körper beschäftigte, sagt, dass mit der Seele genau das geschieht, was mit Gott geschieht. Die Seele beinhaltet vorsorglich alle Möglichkeiten und Kräfte des Körpers. Selbst wenn einzelne Teile des Körpers beschädigt sind, wenn die Augen schwach werden und die Ohren taub, hat die Seele nicht weniger vorsorgliche Kräfte des Körpers. Die Seele ist nicht die vorsorglichen Kräfte selber, sondern sie besitzt diese. Trotz der Existenz der Kräfte in ihr, ist sie doch eine und einfache und nicht zusammengesetzt.

Es ist bezeichnend, dass der Heilige hier das, was mit der Seele in Bezug auf den Körper geschieht mit dem verbindet, was mit Gott in Bezug auf die Schöpfung geschieht. Gott leitet die Welt mit seinen vorsorglichen Kräften. Er besaß diese bevor die Welt überhaupt erschaffen war. Er ist immer noch allmächtig und seine Einheitlichkeit und Einfachheit lassen sich nicht aufgrund dieser Kräfte, die in Ihm sind, verdrängen. Das zeigt eindeutig, dass die Seele nach dem Abbild Gottes ist.

Der Hl. Gregor von Nyssa lehrt, dass die Seele nicht vom Körper gehalten wird, sondern dass diese den Körper hält. Sie befindet sich nicht im Körper wie in einem Gefäß oder einem Sack, sondern der Körper in ihr. Sie nimmt Platz ein im ganzen Körper.

Die Seele befindet sich also im ganzen Körper, es gibt keinen Teil des menschlichen Körpers, in dem nicht die Seele ist. Das Herz ist die erste logistische Einheit der Seele, dort befindet sich das Zentrum der Seele, nicht wie in einem Gefäß, aber wie in einem Organ, das den ganzen Körper leitet und dass die Seele, die man sehr wohl vom Körper unterscheidet, doch mit ihm aufs engste verbunden ist.

Das Verhältnis der Seele zum Körper ist auch wichtig, wenn man sich dann mit dem Fall und der Krankheit der Seele beschäftigen will.
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Re: Präexistenz

Beitrag von Andromachi »

Mirjanin hat geschrieben: je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich doch verwirrt über gewisse Dinge.
Ja, also ich habe beschlossen, Fragen, die mich verwirren oder an meinem Glauben rütteln, ganz zu vergessen. Wenn es eine wichtige Frage war, kommt die Antwort von allein über eine Homilie, über ein Buch, über ein Ereignis. Denn erstens bin ich keine Theologin und zweitens kann ich nicht alles verstehen, was Gott bestimmt hat.
Ich weiss aber:
"... was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist" (1 Joh 3,2).
denn:
"Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht" (1 Kor 13,12)
Nemanja
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Re: Präexistenz

Beitrag von Nemanja »

"Gebt acht, dass euch niemand mit seiner Philosophie und falschen Lehre verführt, die sich nur auf menschliche Überlieferungen stützen und sich auf die Elementarmächte der Welt, nicht auf Christus berufen" (Kol2,8)

:)
HL. Velimirovic :

Brüder, lasst euch nicht von der Philosophie versklaven, denn sie spricht Mutmaßungen aus und verleugnet das ewige Leben und die Auferstehung der Toten. Wir kommen nicht zur Wahrheit durch menschliche Mutmaßungen, sondern durch Gottes Offenbarung. Das, was wir über die Wahrheit wissen, haben wir von der Wahrheit Selbst erfahren. Sie wurde im Herrn Jesus Christus offenbart und uns durch gläubige und treue Zeugen der Wahrheit vermittelt, durch die Apostel und die Heiligen. Wenn wir durch unsere Sünde dieses Zeugnis verachten und menschliche Vermutungen und Meinungen akzeptieren, fallen wir in die dunkle und bittere Sklaverei der Natur, des Leibes, des Todes und der Sünde.
Brüder,lasst euch nicht durch die leeren Mythen der Menschen täuschen. Sie stammen von Menschen und entsprechen dem menschlichen Verstehen. Sie geben vor, es gäbe keine andere Welt oder, sollte sie existieren, so wüssten wir nichts darüber. Doch siehe, wir wissen voller Zuversicht, dass die andere Welt existiert. Und wir wissen dies nicht nur durch Mutmaßungen oder Täuschungen, sondern vom Herrn Jesus Christus Selbst, Der Sich Seinen Jüngern auf dem Berg Thabor mit Mose und Elias offenbarte, die schon seit langem aus dem Leben geschieden waren, und Der viele Seiner Jünger nach Seinem Tod erschienen war. Und wir wissen es auch duch Seine Apostel, durch die Heiligen und viele andere, denen Gott die Wahrheit über die ganze Welt aufgrund ihrer Reinheit und Heiligkeit offenbart hat. Wenn wir wegen unseren Sünden diese heiligen und vertrauenswürdigen Zeugen nicht glauben, dann müssen wir jenen unheiligen und falschen Männern glauben und werden zu Sklaven der Finsternis, der Sünde un des Todes.
Meine Brüder, möge uns keine weltliche Lehre verführen, denn sie untersucht Tiere, Pflanzen und Steine und stellt dann fest, dass sie Gott unter diesen Dingen nicht gefunden hat. Hochmütig leugnet sie Dessen Dasein. Doch überlegt :" Wir wissen, dass der Schöpfer kein geschaffenes Ding unter anderen gechaffenen Dingen sein kann. sondern über allen Dingen und getrennt von allen Dingen ist. Und unser Wissen kommt durch unsere Erkennen im Geist und Gewissen wie auch durch das Zeugnis der Apostel und anderer heiliger und hellsichtiger Menschen.
Lasst uns den Herrn verherrlichen, Der von den Toten erstanden ist, den Herrn Jesus.O Auferstandener Herr, Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

HL. Nikolaj Velimirovic : "Wir kommen nicht zur Wahrheit durch menschliche Mutmaßungen, sondern durch Gottes Offenbarung"

Alles was uns nicht offenbart worden ist, überdas können Menschen nur Mutmaßungen erstellen, sie entsprechen aber der menschlichen Logik und dem menschlichen Verstehen, und führen somit leicht in die Irre. Unser Logos ist unsere Logik. :)

sel. Klemens von Alexandria:" Philosophen sind wie Kinder, bis sie in Christus die Mannesreife erreichen..., denn die Wahrheit ist niemals allein im logischen Denken erhalten"
Nassos
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Re: Präexistenz

Beitrag von Nassos »

Zwar lehnen Philosophen (einen) Gott nicht unbedingt ab, aber Er kann tatsächlich nur durch Offenbarung erfahren werden, aber nicht erdacht.
Oft waren sie auf einem nicht ganz so falschen Weg (kindliches Verhalten), doch die Offenbarung erlaubt, die Reife zu erreichen.

Philosophie und Theologie sind uns nicht das selbe oder das gleiche. Während die Philosophie die Logik einsetzt um Gott zu erfassen, verwendet der Christ die Logik nur, um die Welt zu erfassen. Sein Verstand (nous) ist es, der Gott erfährt und mit der Logik setzt er die Erfahrung eines gereinigten Herzens in Theologie um. Somit ist Theologie nicht eine theoretische "Disziplin", sondern eine praktische.

Die Präexistenz ist ja nur ein kleiner Teil dieses Denkens.

Vielen Dank für diese Zitate, Nemanja!

Lieben Gruß,
Nassos
Stefan
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Re: Präexistenz

Beitrag von Stefan »

Alexej hat geschrieben:Gott hat die Seele geschaffen, und zwar die von Adam. Deshalb beinhaltet sein Name ja auch die gesamte Menschheit. Alle übrigen Seelen wurde aus dieser Geboren. Sogar bei der Geburt von Eva wird nicht mehr das Verb für das göttliche kreative Schaffen <bara> verwendet. Eine Evolution gibt es aber nicht, die Seele von Adam wird geschaffen, und ist genauso vollwertig, wie unsere Seelen. Auch gibt es keine Determination, jeder hat die Möglichkeit, selbst Entscheidungen zu treffen. Und jede Seele existiert nach der Geburt für sich, genauso wie es einen Körper nicht gegeben hat, dieser aber nach der Geburt vollständig selbstständig und unabhängig wird.
Lieber Vater Alexej,

Dein Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber als ich ihn heute gelesen habe, kam eine andere, ähnlich gelagerte Frage wieder in mir auf, zum Thema Evolution und Sündenfall. Der Schöpfungsbericht stellt ja keinen "technischen" Ablaufbericht dar - so weit auch verständlich. Nehmen wir mal an, die Evolutionstheorie träfe im Kern zu, dann beinhaltet sie auch den Tod (sonst würden z.B. Dinosaurier etc. ja noch heute rumlaufen, zumindest jedoch zur Zeit Adams). Nun ist laut Heiliger Schrift der Tod aber Folge der Sünde, der Sünde Lohn. Ist das nur auf den Menschen (so wie er sich heute darstellt, den homo sapiens) bezogen und die Tierwelt unterlag bereits vorher der Sterblichkeit? Oder kann es den Tod vor dem Sündenfall nicht gegeben haben? Daraus ergäbe sich dann noch eine weitere Frage: Sind Adam und Eva als zwei einzelne Menschen zu verstehen im wortwörtlichen, tatsächlichen Sinne oder stehen sie symbolisch für den Anfang der Menschheit? Wenn man die Jahre der Geschlechtsregister addiert, kommt man ja nur auf etwa 7000 Jahre - das widerspräche ja der heutigen Evolutionstheorie.

Ich hoffe die Fragen sind nicht irgendwie zu naiv, sie brennen mir halt unter den Nägeln.

Herzliche Grüße

Stefan
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Priester Alexej
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Re: Präexistenz

Beitrag von Priester Alexej »

Lieber Stefan,

die Fragen werden von vielen vielen Theologen besprochen, also sind sie keines Wegs naiv. Was ist schon naiv bzw. nicht naiv?`

Zu dem Thema erscheint bald ein Buch: http://edition-hagia-sophia.de/de/Erzpr ... fungstage-
Und Artikel von Bogoslov.ru: http://de.bogoslov.ru/analytics/topics/56118/index.html

Vorab muss ich sagen, dass ich kein Experte auf dem Gebiet bin. Habe mir grade ein paar Artikel durchgesehen. Das Problem des Todes vor Adam wird viel disskutiert, im Zentrum steht die von dir erwähnte Frage, ob es den Tod von Lebewesen vor dem Sündenfall gab. Nun, ich habe weder dafür, noch dagegen ein erschöpfendes biblisches oder dogmatisches Argument gefunden. Deshalb, wenn wir auf Benedikts erstes Argument zurückgreifen, können wir es nicht mit Sicherheit wissen. Aber es ist möglich. Nicht mal der Mensch war unsterblich erschaffen, sondern bekam die Möglichkeit der Unsterblichkeit durch Vergöttlichung. Kann ein Tier vergöttlicht werden?

Zu deiner zweiten Frage kann ich eine Vermutung aufstellen, möchte aber die Bibelkenner bitten, mich zu korrigieren. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es in der Bibel keine angaben über das Alter der Welt, es werden nur bestimmte Zeitabschnitte benannt:
Genesis 5:3-12 nd Adam lebte 130 Jahre und zeugte einen Sohn ihm ähnlich, nach seinem Bild, und gab ihm den Namen Set. 4 Und die Tage Adams, nachdem er Set gezeugt hatte, betrugen 800 Jahre, und er zeugte Söhne und Töchter. 5 Und alle Tage Adams, die er lebte, betrugen 930 Jahre, dann starb er. - 6 Und Set lebte 105 Jahre und zeugte Enosch. 7 Und Set lebte, nachdem er Enosch gezeugt hatte, 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 8 Und alle Tage Sets betrugen 912 Jahre, dann starb er. - 9 Und Enosch lebte 90 Jahre und zeugte Kenan. 10 Und Enosch lebte, nachdem er Kenan gezeugt hatte, 815 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. 11 Und alle Tage von Enosch betrugen 905 Jahre, dann starb er. - 12 Und Kenan lebte 70 Jahre und zeugte Mahalalel. usw.
Somit können wir ausrechnen, wann Adam geboren wurde, und nicht wann die Welt erschaffen wurde. Was denkt ihr darüber?
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Stephanie
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Re: Präexistenz

Beitrag von Stephanie »

Da wir dieses Thema (Sündenfall, Schöpfung, Wesen Gottes) auch in meiner Katechese hatten, erlaube ich mir das beizusteuern, was ich dort gelernt habe:

- Gott ist außerhalb der Zeit, denn außerhalb/vor der Schöpfung gibt es weder Zeit noch Raum. (d.h. auch Anfang und Ende etc. gibt es erst mit der Schöpfung)
- Gottes Segen (s.Genesis) = die Möglichkeit zur Nachkommenschaft für Mensch und Tier, Segen = Leben
- Der Mensch ist aus der Schöpfung genommen (er ist Materie - im Gegensatz zu Gott), ausgedrückt in Genesis "vom Boden", ebenso wie die gesamte Schöpfung Materie ist. Der Mensch ist AUS dieser Schöpfung gneommen, d.h. er ist Teil von ihr. Als der Mensch fiel, fiel mit ihm die Schöpfung und der Tod kam in die Welt. Also, auch für das Tier. Außerdem erhielt der Mensch nach dem Fall Felle um seine Blöße zu bedecken...d.h. dafür starben Tiere.
- über die Seele des Tieres wissen wir nichts, dazu wurde uns nichts offenbart. (Aber es ist definitv Sünde Tiere zu quälen)
Stefan
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Re: Präexistenz

Beitrag von Stefan »

Lieber Vater Alexej,

die zweite Frage bezog sich nicht auf das Alter der Welt, sondern auf das Alter der Menschheit. Laut Heiliger Schrift sind es von Adam und Eva an gerechnet etwa 7000 Jahre (ich habe es nicht nachgerechnet), moderne Forschung geht bei den Ursprüngen des homo sapiens von mehr als einer halben Million Jahren aus. Wie bringt man das in Einklang?

Über der Frage nach der Dauer der Schöpfungstage bin ich gar nicht so sehr vertieft, weil ich schon annehme, dass man aus dem Text heraus die Tage nicht als irdische Tage auffassen kann. Wie kann das gemeint sein, wenn doch die Sonne, die für Tag und Nacht verantwortlich ist, am vierten "Tag" erschaffen wurde? Somit können wir aus der Schrift weder das Alter der Schöpfung noch deren genauer Dauer bestimmen.

Vielen Dank für den Buchtipp, das werde ich mir zulegen.
Stephanie hat geschrieben:Der Mensch ist AUS dieser Schöpfung gneommen, d.h. er ist Teil von ihr. Als der Mensch fiel, fiel mit ihm die Schöpfung und der Tod kam in die Welt. Also, auch für das Tier.
Hallo Stephanie,

wenn ich das richtig verstehe, widerspräche das dann eindeutig heutiger Evolutionslehre.
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Priester Alexej
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Re: Präexistenz

Beitrag von Priester Alexej »

Hier noch ein Text zum Thema: http://de.bogoslov.ru/text/570139.html

Das interessante ist, dass die monderne Forschung zwar eine Entwicklung des Affen nachweisen kann, das bindeglied zwischen Affe und Homo Sapiens jedoch fehlt. Etwas muss angemerkt werden - wenn wir orthodoxe Christen von der "Evolutionstheorie" sprechen, sprechen wir nicht von Darwins Theorie!! Dieser Begriff ist eingentlich aus der Disskussion über die dauer der Schöpfungstage entstanden. Theologen, die der Meinung waren, Gott habe die Welt in 6*24 Stunden erschaffen, haben die andere Partei "Evolutionisten" genannt. Und die Theologen, die davon ausgehen, dass mit dem Wort <jom> eine Epoche gemeint ist, nannten die Anderen "Kreationisten". Die orthodoxen "Evolutionisten" sind aber keines falls Darwinisten.

So gehen wir nicht davon aus, dass der Mensch sich aus einer Urzelle entwickelt hat, die aus einem zufälligen Stoffwechsel entstand. Wir nehmen an, dass Gott bestimmte Familien schuf (also z.B. Hunde), die Arten sich aber in der Evolution entwickelten (also Schäferhunde usw.)

Genauso wurde auch der Mensch aus dem Staub geschaffen, vor 7520 Jahren, und er hat nichts mit den Affen zutun, die es vorher gegeben hat... Ich weiß, im vergleich dazu, was man in der Schule im Biologieunterricht beigebracht bekommt, hört sich das radikal an. Aber - es gibt eine riesiege Menge Arbeiten zu diesem Thema, von orthodoxen Wissenschaftlern, die keineswegs Fanatisch oder Engstirnig sind. Leider gibt es dazu nur wenig auf Deutsch, außer den zitierten Quellen ist mir nicht viel bekannt.
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Ehemaliger
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Re: Präexistenz

Beitrag von Ehemaliger »

[quote="Stefan]
. . .kam eine andere, ähnlich gelagerte Frage wieder in mir auf, zum Thema Evolution und Sündenfall. Der Schöpfungsbericht stellt ja keinen "technischen" Ablaufbericht dar - so weit auch verständlich. Nehmen wir mal an, die Evolutionstheorie träfe im Kern zu, dann beinhaltet sie auch den Tod (sonst würden z.B. Dinosaurier etc. ja noch heute rumlaufen, zumindest jedoch zur Zeit Adams). Nun ist laut Heiliger Schrift der Tod aber Folge der Sünde, der Sünde Lohn. Ist das nur auf den Menschen (so wie er sich heute darstellt, den homo sapiens) bezogen und die Tierwelt unterlag bereits vorher der Sterblichkeit? Oder kann es den Tod vor dem Sündenfall nicht gegeben haben? Daraus ergäbe sich dann noch eine weitere Frage: Sind Adam und Eva als zwei einzelne Menschen zu verstehen im wortwörtlichen, tatsächlichen Sinne oder stehen sie symbolisch für den Anfang der Menschheit? Wenn man die Jahre der Geschlechtsregister addiert, kommt man ja nur auf etwa 7000 Jahre - das widerspräche ja der heutigen Evolutionstheorie.[/quote]


Lieber Stefan,

Die Berichte (es sind zwei) in Genesis sind wirklich keine Berichte über einen aktuellen Verlauf der Schöpfung, also nicht darüber "wie" es geschehen ist. Tatsachen allerdings schildern sie schon. Und die Tat-sache darin ist die: Gott ist der Schöpfer des Lebens. Und das bekennen wir im Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott den Allherrscher den Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Das steht da und daran beisst auch keine Maus einen noch so kleinen Faden ab.

Der erste Bericht geht von Gen 1,1 bis 2,3 und schliesst praktisch ab mit den Worten: "
So wurden der Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet.2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte." Punkt. Hier ist Schluss.
Dann geht es ab V 4 wieder 'von vorne' los: "
4 Dies ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden. An dem Tag, als Gott, der HERR, Erde und Himmel machte 5 - noch war all das Gesträuch des Feldes nicht auf der Erde, und noch war all das Kraut des Feldes nicht gesprosst, denn Gott, der HERR, hatte es noch nicht auf die Erde regnen lassen, und noch gab es keinen Menschen, den Erdboden zu bebauen;6 ein Dunst aber stieg von der Erde auf und bewässerte die ganze Oberfläche des Erdbodens -,7 da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.8 Und Gott, der HERR, pflanzte einen Garten in Eden im Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.9 Und Gott, der HERR, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.

Hier ist die Reihenfolge umgedreht. Erst der Mensch und dann der Garten. Von Tieren ist hier gar nicht die Rede. Die kommen erst im Vers 19 wo es um die Frage des Partners für Adam geht.
Und von Eva ist im ersten Bericht keine Rede.

Wir sollten sicher sein, dass auch denen, die diese Berichte aufgeschrieben haben, das aufgefallen ist. Diese "Ungereimtheiten". Und, ich sage es nur allzu gerne, mir macht das sehr viel Mut.
Denn, es wäre doch ein Leichtes gewesen, diese Berichte zu 'harmonisieren', die Ungereimtheiten irgendwie 'wegzuglätten' und einen Schöpfungsbericht in einer 'richtigen' Reihenfolge zusammenzustellen. Das aber haben die Väter nicht getan. Sondern, diese Berichte hatten für sie einen Wahrheitswert, der höher war als die 'Folgerichtigkeit'. Sonst hätten sie ihn umgeschrieben.

Was da NICHT steht ist "WIE" Er das gemacht hat. Wir lesen zwar, dass Gott Erdboden in Seine Hände nahm. Nun, Gott ist Geist, so steht es in der Schrift, wozu sollte Er denn in den Boden greifen? Und hat Gott Hände (das steht da, er formte Adam) oder einen Mund, mit dem Er dann den Lebenshauch einblies? Ist Gott in einer Gestalt durch den Garten Eden "spaziert" um Sich in der Abendfrische zu ergehen? Das "wie" ist keine Frage auf die die Schrift eine Antwort geben will, daher sollten wir das auch nicht hineinlesen. Es ist ein allzu leicht begangener Fehler, dass wir uns nicht von der Schrift formen lassen, sondern die Schrift nach unserem Denken formen (hineinlesen). Das kann nur daneben gehen.

Gehen wir mal zur Frage nach der 'Echtheit' Adams und Evas. Genau sagen kann es keiner. Aber: In unserem System der Arten ist es durchaus anzunehmen, dass es einmal ein 'Urelternpaar' gegeben hat, da eigentlich zwischen den Gattungen (denke mal an Esel und Pferd) keine fruchtbaren Nachkommen gezeugt werden. Zwischen engeren Verwandten geht das (Rose A mit Rose B), nicht aber Rose und Stiefmütterchen). Wenn wir diesem Gedankengang folgen, kann es also durchaus sein,dass es 'Adam und Eva' gab. Aber was hat das mit uns zu tun? Die Grundaussage der Schrift ist: Gott ist der Schöpfer.
Das spricht auch aus den Namen. ADAM bedeutet MENSCH; und EVA heisst LEBEN. Also: Leben und Mensch kamen zusammen und es entstand das Menschengeschlecht. Für mich gibt das einen perfekten Sinn und eine fromme Aussage.

Bezüglich der Entstehungszeit der Erde hat es schon seit dem 16 Jhdrt Versuche gegeben, das alles 'auszurechnen' und dann den Zeitpunkt zu bestimmen. Im Judentum gibt es immer noch einen Kalender, der zur Zeit das Jahr 5772 befindet ( http://www.hagalil.com/kalender/archiv/kalender.htm ) Der ist aus ähnlichen Überlegungen heraus entstanden. Wie du aber siehst, rechnen auch die Juden im 'normalen' Kalender. Wir haben keine Ahnung wie lang damals ein Jahr war, wir wissen nichts über die Monate oder ähnliches. Aus der Literatur anderer antiker Völker wissen wir, dass auch sie Menschen mit 'biblischen' Lebensaltern kennen. Das Problem ist, wir können keinen antiken Kalender mit dem anderen in Einklang bringen aus den oben genannten Gründen. Dazu wissen wir auch nicht, WAS eigentlich mit diesen Lebensaltern ausgedrückt werden sollte. Wirklich nur Zeit? oder Bedeutung (der Menschen oder Begebenheiten))? oder einfach nur ein Beschreiben, dass das lange, sehr lange her ist? Oder das Mass des Segens Gottes? Wir wissen es einfach nicht. Und wir müssen uns hüten, dort etwas hineinzulesen mit den Augen, die aus dem Jahre 2012 n.Chr. stammen.

Die Saurier sind so plötzlich ausgestorben, dass die Evolution nichts damit zu tun hat. Man vermutet eine Katastrophe, am ehesten ein sehr grosser Meteoreneinschlag mit nachfolgenden Klimaveränderungen.

Ob Tiere eine Seele haben, ja das kann dir keiner sagen. Die Schrift benennt sie immer nur als Beispiel für Unvernunft (was den Esel des Bileam sicherlich ärgert). Ich habe 3 Katzen gehabt und, das bezeuge ich gerne, jede hatte ihre eigene 'Persönlichkeit'. Also nicht nur Wut, Angst, Hunger, Schmuseneigung. Nein, jede hat es auf 'ihre Art gemacht'. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Tiere eine Seele haben . . eben eine Tierseele, keine Menschenseele. Und immerhin sitzen sie mit uns im einem Boot. Paulus schreibt ja, dass die ganze Schöpfung sich nach Erlösung 'sehnt' und wir Menschen diejenigen sind, die sie der Schöpfung bringen soll.

Den Tod haben sie auch mit uns gemeinsam, denn die Folgen der Sünde traf die gesamte Schöpfung, also auch Tiere und Pflanzen. Die Frage nach der Sterblichkeit der Tiere vor einem 'Sündenfall' halte ich für unbeantwortbar, da sie keine Lösung aus den uns gegebenen Berichten finden kann. Früchte allerdings und Saat war bereits im Garten Eden als Essen für den Menschen vorgesehen. Also, bereits eine Form von 'Tod' ,oder?
Ich würde das nicht so sehen wollen. Denn sündigen kann nur der Mensch, nicht Tier und nicht Pflanze. Also kann der Tod nur für den Menschen diese Bedeutung haben. Und daraus ergibt sich dann schon die Frage: "Was ist denn eigentlich der Tod?"

Ich will das nicht verkomplizieren. Mein Anliegen war aufzuzeigen, dass der biblische Schöpfungsbericht nicht als pseudo- oder gar 'richtiger' naturwissenschaftlich gemeinter Bericht aufgefasst werden kann. Das so misszuverstehen überlassen wir gerne den Kreationisten aus der fundamentalistischen Ecke.In der Heiligen schrift teht, dass unser Herr und Gott der Schöpfer von allem ist. Und so stimmt es ganz und gar. Weniger ist es nicht und nicht mehr. Und diese Wahrheit bezeugt die Bibel, keine andere.

Liebe Grüsse
Benedikt
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Mary
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Re: Präexistenz

Beitrag von Mary »

Alexej hat geschrieben: Das interessante ist, dass die monderne Forschung zwar eine Entwicklung des Affen nachweisen kann, das bindeglied zwischen Affe und Homo Sapiens jedoch fehlt.
Eine direkte Entwicklungslinie von den Affen zu den Menschen wird ja von den Vertretern der Evolutionstheorie auch nicht behauptet. Es wird angenommen, dass Menschen und Affen sich aus einer gemeinsamen Vorform entwickelt haben.
Alexej hat geschrieben:Genauso wurde auch der Mensch aus dem Staub geschaffen, vor 7520 Jahren
Diese Datierung würde dann die Echtheit von Funden von Homo sapiens, die zwischen 40'000 und 100'000 Jahre alt sind, doch in Frage stellen? (Es tut mir Leid, aber da lehnt sich mein naturwissenschaftlich gebildeter Geist schwer auf.)

Ich weiss, dass GOTT die Ursache aller Geschöpfe ist. Dass Er die Schöpfung gewollt und ins Leben gebracht hat und am Leben erhält. Ich weiss, dass Er die Schöpfung GUT gefunden hat und dass Er für die Schöpfung ein herrliches Ziel vorgesehen hat, die Vereinigung mit Gott.
Auf welche Weise es Ihm gefallen hat, zu erschaffen, ist für meinen Glauben unwichtig.
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.
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