Pilgerstätten in Griechenland

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Dennykos
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Pilgerstätten in Griechenland

Beitragvon Dennykos » 13.09.2011, 16:32

Hallo Liebe Gemeinde,

Heute möchte ich euch die Pilgerstätte des Heiligen Johannes des Russen (Agio Ioannis Rossos)vorstellen.

Das Klöster Liegt auf der Halbinsel Evia (Euböa) in dem Dorf Prokopi.

In das wunderschöne Prokopi brachten 1925 die Flüchtlinge aus Kleinasien, die aus dem gleichnamigen Ort in Kappadokien kamen, die Reliquie ihres wundertätigen Heiligen. Heute kommen die Pilger hierher, um von dem Heiligen Hilfe zu erbitten.

Ich war vor ca. vor 8 Jahren dort, und kann dieses Wunderschöne Ereignis bis heute nicht vergessen, als ich am Sarg gebetet habe, diese Energie und Kraft die von diesem Heiligen ausgegangen ist, sowas habe ich noch nie in meinen Leben gespürt.

Es war einfach nur Wunderbar!

Zurzeit Plane ich einen Besuch zum Heiligen Berg Athos (Agio Oros) weitere Beiträge folgen noch und hoffe das noch andere Forumsmitglieder Pilgerstätten in Griechenland kennen.
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christodoulos
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Re: Pilgerstätten in Griechenland

Beitragvon christodoulos » 13.09.2011, 17:55

Danke für den schönen Beitrag!

Ikone des Hl. Johannes des Russen:

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Der Hl. Johannes der Russe:

Die Geschichte des Heiligen ist bewegend. Um 1690 in der Ukraine geboren und von den Eltern zum Gebet angeleitet war Johannes in die russische Armee eingereiht, mit der Zar Peter der Große 1711 gegen das Osmanische Reich zog. Tausende russische Kriegsgefangene fielen in türkische Hand. Johannes wurde auf dem Sklavemkarkt von einem türkischen Reiteroffizier gekauft und nach Prokopion nicht weit von Cäsarea, damals ein Janitscharenstandort, gebracht. Johannes widerstand der Versuchung, der viele seiner Kriegskameraden erlagen, nämlich sich durch Übertritt zum Islam ein besseres Los zu verschaffen.

Im Pferdestall, der ihm als Schlafplatz zugewiesen war, sang er des nachts die Psalmen Davids in kirchenslavischer Sprache. In einem kleinen St. Georgskirchlein des griechischen Teils der Bewohnerschaft, das zwischen Felsen versteckt lag, empfing er sonntags die Eucharistie. Daraus gewann er seine geistliche Kraft.

Der russische Stallknecht von Prokopion soll ein eigentümliches Wunder vollbracht haben; der Aga des Ortes, plötzlich zu Reichtum gelangt, wollte in einer Pilgerfahrt nach Mekka Allah Dank sagen. Unzählige Hindernisse hatte er auf der Fahrt zu überwinden. Während seiner Abwesenheit lud die versorgte Gattin zu einem Bittmahl ein, das auf Gott eindringen sollte, er möge den Gatten unversehrt zum Ziel seiner Wallfahrt gelangen lassen. Der Heilige Johannes diente zu Tische. Unter den Gerichten, die dargeboten wurden, zählte auch Pilav - ein Lieblingsmahl des Orients". "Ach wie schön wäre es, wenn mein Gatte jetzt auch davon speisen könnte", seufzte die Frau des Aga. Dies griff der Heilige schnell auf: "Gut, gib mir einen Teller voll, den ich mit Gottes Hilfe zum Aga gelangen lasse." Unter dem Gelächter der Gäste übergab man ihm den Pilav. Alle dachten, dieser Schlaumeier wolle den Pilav doch für sich haben. Doch Johannes ging in seine Gebetsecke im Stall und bat den Allmächtigen, die köstliche Speise zu seinem Herrn im fernen Mekka gelangen zu lassen. Gott der ansah, dass diese Bitte den Sinn hatte, nciht den armen Stallknecht, sondern den Rechten Glauben zu Ruhm gelangen lassen, erhörte den schlichten Wunsch. Der Pilav entschwand vor des Johannes Augen. Der arme Beter berichtete dem Gelage der Muslime davon, das noch lauter lachte. Aber als der Aga bei seiner Rückkehr von dem überraschenden Empfang des Pilav berichtete, waren alle wie versteinert. Von dieser Stunde an sah man im Dorf, ob Muslim oder Christ, den kriegsgefangenen Russen als einen Gerechten Gottes an.
Man wollte dem Johannes ein reicheres Haus übereignen. Aber er wollte sich nicht von seiner Armut trennen. Johannes mochte etwa 40 Jahre alt geworden sein, als er am 27. Mai 1730 verstarb.

Drei Jahre darauf im November erstaunten die orthodoxen Gläubigen über eine Lichterscheinung, die über dem Grab des Russen aufleuchtete. Aus dem Grabe gehoben, sahen sie seinen Leichnam unverwest - ein Zeichen seiner Heiligkeit. Sie betteten ihn in einen Holzschrein der St. Georgskirche. 1868 wurde übrigens diese Kirche dem Johannes geweiht.

Als 1832 der Sohn des ägyptischen Khediven, der berühmte Ibrahim Pascha heranrückte und einen Aufstand gegen Sultan Mahmud II. provozierte, ließ der Sultan eine Armee von 80 000 Mann unter Oglu Osman Pascha in Prokopion aufmarschieren. Es kam zur Schlacht. Die Christen des Ortes versteckten sich aus Angst in Höhlen. Bei der Plünderung erbrachen die Soldaten auch den Sarg des Johannes, erschraken aber vor einem Lichtstrahl. Jetzt häuften sich die Wunder am Schrein des Heiligen.

Es wird erzählt, dass die orthodoxen Bewohner von Prokopion sich eine großräumige neue Kirche, dem Hl. Basilius geweiht, erbauen und dem Hl. Johannes dort einen Ehrenplatz schaffen wollten. Doch die Reliquie sei auf unerklärliche Weise stets wieder in das kleine, zwischen den Felsen versteckte Kirchlein zurückgekehrt.

Neben der Basiliuskirche war die Schule errichtet. Nun hatte eine der Frauen 1862 einen Traum, in dem sie den Hl. Johannes sah, wie er aus dem Sarg stieg und auf seinen Händen das Schuldach trug. Kaum hatte die Frau den Nachbarn ihren Traum erzählt, als sich ein ungeheures Krachen vernehmen ließ. Mit Entsezten sahen die Gläubigen, dass das Schuldach eingestürzt war. Sie fingen an zu jammern, weil sich ihre Kinder gerade zu dieser Stunde in der Schule befanden. Verzweifelt liefen sie hin. O Wunder! Keinem der zwanzig Kinder war ein Leid geschehen. Sie erzählten, dass sie ein Beben verspürt und bei dieser Vorwarnung unter den Tischen Zuflucht gesucht hätten.

Der Leichnam des Heiligen Johannes ist heute schwarz. Die Priester berichten, aus Mißgunst hätten die Türken den Heiligen verbrennen wollen. Eine ganze Nacht brannte das Feuer, schwärzte zwar die Gebeine, aber verbrannte sie nicht. Einen wunderbaren Jüngling sahen die Türken aus den Flammen aufsteigen.

Jeweils nach zwei Jahrzehnten wird der Leichnam des Hl. Johannes mit neuen Kleidern umhüllt. Als dies zuletzt geschah, und die Gläubigen die Füße des Heiligen küssten, verbreitete sich ein wunderbarer Duft und man spürte süßen Geschmack im Munde. Noch zwei Wochen lang war die Kirche von Wohlgeruch erfüllt.

Die Heilungswunder am unverwesten Leichnam des Heiligen Johannes haben den ganzen Ort in Griechenland berühmt gemacht.

Vor vier Jahren hatte eine verkrümmte Frau aus Zypern darum gebeten, sie auf der Wallfahrt nach Prokopion mitzunehmen. Die Ärzte hatten ihre Heilung für unmöglich erklärt. Hier betete sie, angetan mit einem Käppchen und einem Gürtel, der dem was der Heilige an sich trug, nachgestaltet war. Im Begriff die Kirche zu verlassen, spürte die Frau, dass eine Hand sie am Nacken fasste und hochzog. Den Krückstock, auf den gestüzt sie gekommen war, sieht man jetzt beim Reliquienschrein als Votivgabe.

Ein anderes Wunder ereignete sich an Pfingsten 1983. Ein Mann aus einem nachbarlichen Dorfe, der schon fünf Jahre lang an der Parkinson'schen Krankheit litt, spürte beim Gebet im Johannesheiligtum wie das Zittern aufhörte. Man hörte ihn gellend durch die Kirche schreien: "Ich bin gesund - ich bind gesund." Bis heute hat sich bei ihm kein Krankheitsphänomen mehr gezeigt.

Am Festtag des Heiligen strömen bis zu 15.000 Menschen herzu.

In der Vesper singt man:

Freue Dich im Herrn, Stadt Prokopion!
Jauchze und tanze, die Du im Glauben glänzest,
weil Du Johannes, Russlands Sproß, wie einen Schatz an Deinem Herzen trägst.

Empfange seine Wunder, schaue die Heilungen
und stehe aus Dank dem Heiland zur Seite!
Menschenfreundlicher Herr - Herrlichkeit Dir!


Im Orthros:

Dein Leben erleuchtete, O Heiliger alles
wie die Sonne, die in die ganze Welt strahlt.
Mit deinen Gebeten errette nun,
die in Glauben und Sehnsucht Dich preisen!



Bild

Kondakion:

Heute erfüllt Deiner leuchtenden Kämpfe Heiliges Gedächtnis die Seelen,
die Frommen zum Jubel stimmend, O Johannes
die Dich im Glauben ehren.


Aus dem Kanon zum Heiligen:

Zu Johannes lasst uns Gläubige jetzt eilen,
die wir in Nöten und Ängsten stecken!
Lasst uns niederfallen, in Frömmigkeit aus der Tiefe der Seele rufen:

Heiliger hilf uns, offenbare Dich uns, die wir Dir zugewandt sind,
und befeie uns von der Not die uns jetzt bedrängt!

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Dennykos
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Re: Pilgerstätten in Griechenland

Beitragvon Dennykos » 13.09.2011, 22:15

Vielen Dank für diese Wunderbaren Informationen !
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Re: Pilgerstätten in Griechenland

Beitragvon Andromachi » 15.09.2011, 19:12

Das Video wurde in Prokopi in der Türkei von einem Laien gedreht und zeigt das Haus des Aga und unten im Keller den Stall und das steinerne Bett, auf dem der Heilige lag.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=

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Re: Pilgerstätten in Griechenland

Beitragvon Andromachi » 15.09.2011, 19:16

Tut mir leid, man kann das Video in der oben genannten Adresse nicht sehen, aber es ist im folgenden Blog im Beitrag des 21.Juni 2010 zu sehen.
http://apantaortodoxias.blogspot.com/20 ... _6698.html

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Re: Pilgerstätten in Griechenland

Beitragvon Dennykos » 16.09.2011, 10:15

Vielen Dank dafür !
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Marian
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Re: Pilgerstätten in Griechenland

Beitragvon Marian » 02.06.2019, 16:14

Christus ist auferstanden!
Nun ist dieser Strang etwas alt geworden, doch auch brandaktuell. Von meiner Seite kann ich nun die Insel Korfu empfehlen.
Der Heilige Spyridon liegt hier und zieht Gläubige in großen Scharen an. Wer zu Hause schon fastet, Samstags ankommt, bekommt am Sonntag (Liturgie startet 9.00 , Morgenamt 8.00) die Heiligen Gaben in Gegenwart des Heiligen Spyridon .
Da fühlt man sich sofort nicht mehr als Tourist sondern zu Hause.
Schon in der kleinen Inselhauptstadt gibt es gleich mehrere Anlaufstellen für den Pilger. Über die Insel verteilte kleine Klöster laden stark zum Besuch ein.
Vorsicht rate ich aber allen die gern in der Welt
"umherschweifen"!
Das Risiko zur "Immerwiederkehr" hierher ist extrem hoch.
Christus ist auferstanden!
(Sollte da jemand sein , den das interessiert, einfach fragen. Die deutschen Orthodoxen sind selten. Leider ist alles kaum im germanischen sehr fein in griechisch und russisch beschrieben.)
Marian


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