Wie man sieht gibt es zu dem Thema gemeinsame Andachten geteilte Meinungen. Es gibt Menschen, die sich auf zwei bestimmte Kanones berufen und das Beten mit nicht Orthodoxen für nicht möglich halten. Es gibt aber auch eine andere Meinung, dass das unter bestimten Umständen möglich ist. Wenn ich einen Katholiken zu Gast habe, werde ich mit ihm zusammen ein Tischgebet halten. Und das hat weder etwas mit Ökumene zutun, noch bedeutet es, dass ich katholische Dogmen annehme. Es ist eben ein gemeinsames Gebet zu Gott.
Ich habe einen griechischen Freund einmal gefragt, wie es in Griechenland mit Häretikern gehandhabt wird. Er antwortete mir - es gibt keine einheitliche Praxis, in Griechenland tut jeder das, was er will. Leider entsteht in der Kirche dadurch eine Opposition, wobei sich besonders Mönche anmaßen, sich gegen die Hierarchie zu stellen und sogar das Volk aufhetzen. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Menschen in Griechenland nicht mehr über ihren Glauben wissen, als die Menschen in Russland oder Deutschland. Aber sie werden von solchen Vätern aufgehetzt, und die Menschen hören auf diese Mönche und Priester. Das habe ich schon oft erlebt. Bei solchen Randgruppierungen sind Worte wie Häresie und Ökumenismus an jedem zweiten Satz zu hören. Typisch ist auch eine Anti-Hierarchische Einstellungen. Wie z.B. in diesem Satz: "Die Menschen reagieren, deswegen sehen die Bischöfe das und gehen nicht zu weit." Die Bischöfe sind nicht mehr die Erleuchter der Kirche, sie sind Ökumenisten, die Ökumenismus wollen, und die Altväter und das Volk halten sie davon ab.
Aus diesem Grund ist es auch so schwehr, mit solchen Menschen zu disskutieren. Bei ihnen basiert alles nicht auf Logik und Wissen, sondern auf Gefühlen, die man vom "Altvater" vermittelt bekommt. Deshalb kann man auch soviele Argumente, wie man will aufführen, man stößt nur auf eine Barriere.
Da möchte ich den Hl. Nikodemus zitieren: "But now that they (die Katholiken) are no longer able to inflict such woes upon us, as a result of the fact that divine Providence has lent us such a guardian (der Türkische Sultan...) that he has at last beaten down the brow of those arrogant and haughty monsters, now, I say, that the fury of Papism (otherwise known as Roman Catholicism, or Popery) is of no avail against us, what need is there any longer of economy?”Nikolaj hat geschrieben:Ich denke, dass er einige Schritte tun musste um sich mit der Katholischen Kirche anzufreunden, da es damals eine Stütze gegen die Regierung der Türkei war (und auch heute ist).
Es ist überhaupt sehr interessant die Ausführungen des Heiligen über die Katholiken im Pedalion zu lesen, die geben einiges zu denken.
Lieber Nassos, lieber Igor, wenn ihr wollt, könnt ihr den Strang schließen, die Eingangsfrage wurde bereits beantwortet.
