Rene hat geschrieben:Hallo,
anderenorts wurde nackt getauft, wo ist das Probem wenn es ein wenig durchsichtig wird. Wie werden wir vor dem Herrn stehen?...
wichtig ist doch das dreimalige Untertauchen Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Guten Morgen Rene,
Du hast schon recht und Gott weiß allemal wie wir aussehn.
Rafailias Einwand kann ich aber auch gut verstehn... der Mensch ist halt unterschiedlich wenn er sich geniert.
Gestern Nacht erst hab ich erst eine Heiligengeschichte gelesen, in der die Verstorbene auch eine Meinung hatte, was sie beispielsweise beim jüngsten Gericht sehen lassen wollte und was nicht.
Vielleicht macht es Euch ja Freude die Geschichte zu lesen.
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Aus dem Leben des heiligen Andreas
Einmal war in Konstantinopel bei einem gewissen angesehenen Mann die Tochter gestorben,
die ihr Leben in jungfräulicher Reinheit verbracht hatte. Sie hatte sterbend angeordnet,
sie außerhalb der Stadt auf dem Friedhof für die Armen, der sich im Garten ihres Vaters befand, zubegraben.
Als sie [ihr Leben] vollendet hatte, brachte man sie an jenen Ort, wo sie gemäß dem christlicher Brauch bestattet wurde.
Zu jener Zeit gab es in Konstantinopel einen Grabgräber (Totengräber), der, indem er die Gräber aufriß, von den Toten die Kleider wegnahm.
Er beobachtete am Wege stehend, wo das Mädchen begraben werden würde. Nachdem er den Ort ihrer Ruhestätte gesehen hatte, beschloß er, bei Anbruch der Nacht das Grab aufzugraben und die Kleider von der Toten zu nehmen.
Es begab sich, daß auch der heilige Andreas bei der Ausübung seiner gewohnten Askesewerke eines Narren in Christus an
jenen Ort kam. Wie er diesen Grabgräber nur sah, erkannte er im Geiste sein schlechtes Vorhaben. In dem Wunsch, den Dieb vom geplanten Tun abzubringen und voraussehend, welche Strafe ihm folgen würde, sah der heilige Andreas ihn mit strengem Blick an sagte wie in starkem Zorn: ?So spricht der Geist,der diejenigen richtet, die die Kleider der im Grab liegenden raubt: Du wirst die Sonne nicht mehr sehen und du wirst weder den Tag noch das Angesicht der Menschen sehen. Die Türen deines Hauses werden dir verschlossen sein und werden sich niemals mehr öffnen. Finster wird der Tag für dich werden und wird nie mehr hell werden.?
Obwohl er hörte, verstand der Grabgräber nicht, wovon der Heilige sprach und ging weg ohne seinen Worten Beachtung zu schenken. Der Heilige aber blickte ein zweites Mal auf und und sagte:
Du gehst Weg? ? Stiehl nicht! Wenn du dieses aber tust, dann ? ich bezeuge es im Namen Jesu ? wirst du nie mehr die Sonne sehen.?
Der Grabgräber begriff, daß der Heilige zu ihm sprach, und verwunderte sich, wie er sein Vorhaben erfahren hatte und sagte sich zum Heiligen umwendend:
?Du bist ja von Dämonen besessen und sprichst durch dämonische Einflüsterung von Geheimem und Unbekanntem!
Ich aber werde absichtlich dorthin gehen, um zu sehen, ob deine Worte in Erfüllung gehen.!Danach entfernte sich der Heilige das Narrentum weitertreibend.
Bei Anbruch des Abends eine günstige Zeit wählend, wälzte der Dieb den Stein vom Grab, stieg in´s Grab und nahm als Erstes die Oberkleider des Entschlafenen und alleVerzierungen, die nämlich sehr kostbar waren. Nachdem er sie genommen hatte,
beabsichtigte er sich zu entfernen, aber irgendeine innere Stimme flüsterte ihm ein:?Nimm auch das Hemd mit: Es ist doch ein Gutes.? Nachdem er das Hemd von dem Mädchen weggenommen hatte, wollte der Grabgräber aus dem Grab steigen.
Die tote Jungfrau aber erhob durch göttlichen Befehl ihre rechte Hand und schlug den Grabgräber ins Gesicht und dieser erblindete sogleich. Da erschrak der Unglückliche und zitterte, so daß vor Angst seine Kinnladen, Zähne, Knie und alle Knochen zu beben
begannen.
Die gestorbene Jungfrau aber öffnete ihren Mund und sagte:?Du unglücklicher und verworfener Mensch! Du fürchtetest nicht Gott, dachtest nicht daran,daß auch du ein Mensch bist! Du hättest vor der jungfräulichen Nacktheit Scheu haben sollen; Du hättest mit dem schon von dir Genommenen zufrieden sein sollen, als du mir noch das Hemd an meinem entblößten Leibe gelassen hattest. ? Du aber hast dich meiner nicht erbarmt und verfuhrst grausam mit mir, da du vorhattest, mich lächerlich zu machen vor allen heiligen Jungfrauenam Tag der zweiten Ankunft des Herrn. Aber jetzt werde ich so mit dir verfahren, daß du niemals mehr stehlen wirst, auf daß dir kund sei, daß Gott Jesus Christus lebt, und daß es nach dem Tode Gericht, Vergeltung und Bestrafung gibt.?
Diese Worte aussprechend stand das Mädchen auf , nahm ihr Hemd, bekleidete sich damit und legte sich nachdem sie alle Kleider und Zierrat angelegt hatte und sagte:
?Du, Herr, hast mich allein und in Hoffnung wohnen lassen.? (Psal 4,9 Der Text ist hier mit einer Änderung entsprechend dem Hebräischen wiedergegeben. Das heißt: Du, Herr, Allein gibst mir Sicherheit und Ruhe.)
Mit diesen Worten entschlief sie wieder in Frieden. ..."
Soviel zu Hemden und wie ehemals eine verstorbene Jungfrau am jüngsten Tage gesehen , oder nicht gesehen werden wollte.
Gefunden habe ich die Geschichte, nachdem in einem anderen Thread die "Narren in Christo" erwähnt wurden, auf folgendem Link:
http://www.orthodoxe-kirche.de/Literatu ... /db59.html
und wer mag kann da weiterlesen.
Liebe Grüße
Mary