"Römisch-katholische" Marienerscheinungen
"Römisch-katholische" Marienerscheinungen
ich möchte Sie/Euch fragen, was die Orthodoxie über solche Marienerscheinungen wie Lourdes, Fatima und Medjugorje denkt.
Mit herzlichen Grüssen
Petrus
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IoannesProselytos
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Hmm, Lourdes und Fatima dürften wohl auch eher mit Skepsis gesehen werden, da sie sich so von den traditionellen Marienerscheinungen unterscheiden, aber wie gesagt: Ich bin dahingehend kein Experte, vlt. verhält es sich auch ganz anders ...
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protopeter
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Das Problem von orthodoxer Seite mit den Gottesmuttererscheinungen von Lourdes, Fatima und Medjugorje ist mit den angeblich dabei verkündeten Botschaften verknüpft: In Lourdes soll sich die Gottesgebärerin mit den Worten: "Ich bin die unbefleckte Empfängnis" geoffenbart haben - dies geschah 1858, vier Jahre nachdem durch Pius IX. das entsprechende, selbst in eigenen Reihen durchaus nicht unumstrittene - und in keinem Fall mit Offenbarung und Tradition im Einklang stehende - r.-k. Dogma verkündet worden war; man suchte auf diese Weise wohl eine Art "Rechtfertigung durch ein Wunder".
In Fatima und Medjugorje wurden Botschaften laut, die immer wieder auf den Aspekt der "Bekehrung" hindeuten, auf ihre Art jedoch durchaus politisch sind: So soll die Gottesgebärerin zur "Bekehrung Rußlands" aufgerufen haben; dies geschah im Sommer 1917 nach dem Sturz der Monarchie. Es ist bekannt, daß ab dieser Zeit der Vatikan mit Hilfe eigener "Missionare", die von da an bis etwa 1930 tätig waren,durchaus "Bekehrungsanstrengungen" in Rußland unternahm; späterhin drehte man es so, daß der Eindruck entstehen sollte, diese Botschaft hätte vor dem Sowjetkommunismus gewarnt.
Auch die 1942 durch Pius XII. vollzogene "Weihe Rußlands an das Herz Jesu und an Maria" ist im Kontext des Fatimageschehens zu verstehen; all das mußte in ideologischer Hinsicht vor allem als gegen den Kommunismus gerichtet und damit - zumindest indirekt - als Rückendeckung der zu dieser Zeit gegen die Sowjetunion gerichtete nazideutsche Expansion begriffen werden.
Was Medjugorje anbelangt, wurde diese Angelegenheit unter anderem zu Zeiten des Bürgerkrieges in Ex-Jugoslawien als Rechtfertigung der "kroatischen (= r.-k.) Sache" instrumentalisiert. Auch hier ist eine deutliche Politisierung zu erkennen; obgleich eine religiöse Fassade besteht, die auf viele Menschen offensichtlich Eindruck zu machen scheint, ist hier aus orthodoxer Perspektive entsprechende Distanz doch mehr als angebracht.
Es grüßt
Erzpr. Peter
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IoannesProselytos
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Bei allen Respekt, aber Papst Pius XII. war gewiss keiner, der dem Nationalsozialismus willentlich geholfen oder in die Hände gearbeitet hat.Auch die 1942 durch Pius XII. vollzogene "Weihe Rußlands an das Herz Jesu und an Maria" ist im Kontext des Fatimageschehens zu verstehen; all das mußte in ideologischer Hinsicht vor allem als gegen den Kommunismus gerichtet und damit - zumindest indirekt - als Rückendeckung der zu dieser Zeit gegen die Sowjetunion gerichtete nazideutsche Expansion begriffen werden.
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protopeter
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Dies wurde hier auch nicht behauptet - es gibt allerdings aus der Zeit stammende Interpretationen, die dies so auffaßten; von Seiten eines mit dem Themenbereich befaßten (und durchaus nicht "modernistischen") r.-k. Theologen existiert im Übrigen eine entsprechende Studie zu diesem Fragenkomplex - bezogen auf Fatima und die damit verknüpfte "politische" Botschaft.Bei allen Respekt, aber Papst Pius XII. war gewiss keiner, der dem Nationalsozialismus willentlich geholfen oder in die Hände gearbeitet hat
Gruß von Erzpr. Peter
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Wohl nicht, aber ich habe öfter gehört, dass es dem katholischen Zweck in der "Missionierung" Russland wohl dienlich wäre. Russland hätte Hitler dann wohl sicherlich dem Papst übergeben. Aber, vielleicht liege ich da falsch.
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Rene