HÖLLE

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Marypoppins
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Beitrag von Marypoppins »

Lieber Antipas,

antipas hat geschrieben:
Für die antike Vorstellung der Himmel sollte man m.E. auf das Judentum zurückgreifen. Aber da bin ich im Moment auch überfragt. Das wäre sicher interessant, dem einmal nachzugehen.
Die jüdische Vorstellung kann ich wahrscheinlich nachschlagen.
Kann sie Dir auch schreiben wenn Du Dich dafür interessierst.

Nur ob ich sie verstehe, bzw. ob die OK die Vorstellung teilt ist zweifelhaft.


Eine gute Nacht wünscht
Mary
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

Warum denkst Du, das das zwingend notwendig so sein muß?
Als Gott? Ja, als Gott muss es zwingend so sein. Es wäre ja wohl noch schöner, wenn Gott in irgendwelchen menschlichen Vorstellungswelten "gefangen" wäre ...
Bei mir war irgendwie der Eindruck entstanden, das auch Jesus beispielsweise an ein nahes Ende der Zeit geglaubt hat, eine Endzeiterwartung, die die ersten Christen doch mit ihm geteilt haben.
Das ist immer das Typische, was so angeführt wird, gerade von der "liberalen Theologie". Wie heißt es bei Petrus? Für den Herrn sind tausend Jahre wie ein Tag. Für einen, der jeden Augenblick gegenwärtig hat, als Gott, ist es durchaus nahe.
Als Mensch hat Er selbst gesagt, dass die Stunde nur der Vater weiß, aber als Gott hat Er auch am Vater teil.
Wenn mein Mann mir beispielsweise erklären wollte, daß ich meinen Sohn opfern sollte, weil Gott es so will, würde ich ihm sagen, daß so eine Forderung niemals von Gott kommen kann.
Das habe ich auch schon einmal von einer Freihkirchlerin gehört (bei der Barbara Karlich-Show :wink:). Die Auslegung finde ich aber nicht in Ordnung und wäre auch absurd. Ich sehe nicht unbedingt etwas Grausames an dieser Opferhandlung, sondern eher das Tröstende.

Ah ja, zwischen dem Polytheismus und dem Gott der Schrift stehen Meilen. Der Herr hat das Opfer auch nicht zugelassen, aber Er mutet einem jeden Opfer zu - immer. Es ergeht zwar nicht an jeden ein so direkter Ruf, wie an Abraham, aber die Bereitschaft wird bei jedem geprüft, irgendwie.
Noch was bzgl. Halbheiten und "Kuschelgott":
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.
(Mt 10,37)
Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern und dazu noch sein eigenes Leben hasst, der ist meiner nicht würdig.
(Lk 14,26)

Es nützt nicht, was sich die Menschen bei uns hier selbst zu Recht reimen; weil sie wollen, wird es eben nicht besser ... Ich persönlich finde da einiges hart, aber ich versuche auch das zu machen bzw. anzunehmen bzw. zu befolgen, was ich hart finde. Ich versuche möglichst bedingungslos (denn wer kann an den Allmächtigen Forderungen stellen?) Ihm zu folgen; ansonsten könnte ich auch Katholik bleiben, das wäre wesentlich einfacher für mich, aber es geht nicht, das wäre nicht richtig, damit würde ich Ihn verachten ...
In gewisser Weise gebe ich der Einstellung auch die Schuld an der Ungläubigkeit der westlichen Gesellschaft: Keiner möchte mehr sein Kreuz tragen, jeder möchte es so einfach wie möglich haben. Vom "guten Opa im Himmel" kann man das haben, was man braucht, wenn man es braucht, aber ansonsten soll Er uns in Ruhe lassen und kann uns gern' haben. So läuft es aber nicht.
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

St. Ephraem der Syrer schrieb:
Einst wollte Gott die Welten schaffen und ins Dasein rufen. Aus Barmherzigkeit verbarg er sein Feuer. auf daß die Welten davon nicht verbrannt würden. In seiner Güte verhüllte er sein Feuer und in seiner Gnade seine Lohe; denn hätte er sein Feuer nicht verdeckt, so hätten die Geschöpfe nicht bestehen können. In jener Zeit aber, wenn er Himmel und Erde zu richten kommt, läßt er im Zorne sein Feuer ausbrechen, und die Welten können davor nicht bestehen. Die Oberen kosten den Tod und die Unteren den Tod des Todes. Wenn die Guten und Gerechten alle nicht durch die Barmherzigkeit vor dem Feuer des Richters, das Himmel und Erde in Flammen setzt, bewahrt würden, so würden auch sie mit den Sündern von dem Feuer jenes Richters verzehrt werden. Ja, würde sich nicht die Gnade vor die Reihen der Himmlischen hinstellen, so würden sogar sie mit den Bösen durch die Gewalt jenes Brandes vernichtet werden. Wenn also kaum die Gerechten wegen der Furcht vor jenem Gerichte am Leben bleiben, wohin werden dann erst die Gottlosen und Sünder gestürzt werden? Die feurigen Geisterheere flehen nicht für sie, weil sie selbst zitternd und bebend dastehen; denn sie schauen den entflammten Grimm des Richters und verstummen wie Tote. Auch die Heiligen legen keine Fürbitte ein; denn der Rauch seines Zornes steigt empor, und sie erschaudern vor Furcht, mit den Sündern zu verbrennen. Wenn sich der König in seinem Grimm erhebt, um über seinen Hasser Gericht zu halten, so straft sein Grimm mit den Bösen sogar seine Freunde, falls sie für jene eintreten wollten.
Trotzdem (oder gerade deswegen) konnte St. Ephraem wie folgt, weiter schreiben:
Gott von Gott, wahrer Gott vom wahren Gott! Wir bekennen, daß du gut bist; deine Güte stehe uns bei! Laß uns doch nicht mit dem Satan in die Hölle und in die Pein eingehen! Wir kennen dich als den Barmherzigen, verbirg uns unter den Flügeln deiner Barmherzigkeit! Wir bekennen dich als das Licht und uns als Knechte unter deiner Hand. Laß nicht zu, daß der Böse uns dir entreiße und wir uns gegen deine Herrschaft frech empören! Als den Gerechten kennen wir dich; sei uns, Herr, Gerechtigkeit! Als den Erlöser kennen wir dich; erlöse und errette uns vom Bösen! Als den Heiligen preisen wir dich; möchten wir doch durch dein Fleisch und dein Blut geheiligt werden! Von den Erlösten, die dein Fleisch aßen und dein kostbares Blut tranken, ertöne dir Preis, und über uns komme deine Erbarmung, o Gütiger, der du dich der Sünder erbarmst!
(Reden über die Gottesfurcht und den Jüngsten Tag)
Marypoppins
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Beitrag von Marypoppins »

Lieber IoannesProselytos
IoannesProselytos hat geschrieben:
Als Gott? Ja, als Gott muss es zwingend so sein. Es wäre ja wohl noch schöner, wenn Gott in irgendwelchen menschlichen Vorstellungswelten "gefangen" wäre ...
Du schreibst, daß es zwingend notwendig ist, weil er Gott ist.
aber das macht beim Nachdenken auch Probleme, denn wie hätte er als Gott sterben können?

IoannesProselytos hat geschrieben: Das ist immer das Typische, was so angeführt wird, gerade von der "liberalen Theologie". Wie heißt es bei Petrus? Für den Herrn sind tausend Jahre wie ein Tag. Für einen, der jeden Augenblick gegenwärtig hat, als Gott, ist es durchaus nahe.
Als Mensch hat Er selbst gesagt, dass die Stunde nur der Vater weiß, aber als Gott hat Er auch am Vater teil.
Ok, dann muß ihm auch klar gewesen sein, daß seine Freunde und Nachfolger das nicht auch so verstehen konnten, da sie ja mit einem anderen "Zeitgefühl" ausgestattet waren, und ihn da gründlich mißverstehen mußten.
Wenn mein Mann mir beispielsweise erklären wollte, daß ich meinen Sohn opfern sollte, weil Gott es so will, würde ich ihm sagen, daß so eine Forderung niemals von Gott kommen kann.
IoannesProselytos hat geschrieben: Das habe ich auch schon einmal von einer Freihkirchlerin gehört (bei der Barbara Karlich-Show :wink:). Die Auslegung finde ich aber nicht in Ordnung und wäre auch absurd. Ich sehe nicht unbedingt etwas Grausames an dieser Opferhandlung, sondern eher das Tröstende.
Auf diese Problematik stößt man ganz leicht, ohne Freikirchler zu sein,
oder diverse mir nicht bekannte Shows zu sehen.
(nichts gegen Freikirchler, habe einfach keine Ahnung von ihnen, oder
Meinung über sie)
Man muß nur z. b. Kinder haben und denken, daß man das nie und nimmer bringen könnte.
Es gibt mehrere Stellen in der Bibel, mit denen manche Frauen sich eben schwer tun.
Ich gebe Dir recht, daß die Geschichte auch etwas tröstendes haben kann.
Nur dann sehe ich sie komplett anders.
IoannesProselytos hat geschrieben: Der Herr hat das Opfer auch nicht zugelassen, aber Er mutet einem jeden Opfer zu - immer. Es ergeht zwar nicht an jeden ein so direkter Ruf, wie an Abraham, aber die Bereitschaft wird bei jedem geprüft, irgendwie.
Noch was bzgl. Halbheiten und "Kuschelgott":
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.
(Mt 10,37)
Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern und dazu noch sein eigenes Leben hasst, der ist meiner nicht würdig.
(Lk 14,26)

Es nützt nicht, was sich die Menschen bei uns hier selbst zu Recht reimen; weil sie wollen, wird es eben nicht besser ... Ich persönlich finde da einiges hart, aber ich versuche auch das zu machen bzw. anzunehmen bzw. zu befolgen, was ich hart finde. Ich versuche möglichst bedingungslos (denn wer kann an den Allmächtigen Forderungen stellen?) Ihm zu folgen; ansonsten könnte ich auch Katholik bleiben, das wäre wesentlich einfacher für mich, aber es geht nicht, das wäre nicht richtig, damit würde ich Ihn verachten ...
Ich denke mal, daß die Katholiken die letzen Absätze mit Dir im Chor sprechen könnten.
Ihr habt da alle recht. ...
Nur das ich nicht mitsprechen kann, weil da eine persönliche Größe zugehört, die ich nicht habe.

Das mit dem "Kuschelgott" stimmt schon.

Es gibt noch eine andere Stelle
" Wo Dein Schatz ist wird auch Dein Herz sein."
Meine Schätze sind nicht im Himmel , sie sind durchaus auf der Erde, und die, die vielleicht im Himmel sind, waren es einmal.
Ich weiß, das ist nicht christlich, aber wenn ich etwas Anderes schreiben würde, wäre es in Bezug auf meine Person einfach "Ettikettenschwindel".

Gottes Segen für diesen Tag
Mary
Marypoppins
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Beitrag von Marypoppins »

Lieber IoannesProselytos,

existieren schon andere Beiträge zu oder von St. Ephraem dem Syrer
im Forum?
Vielleicht übersehe ich sie ja die ganze Zeit .

Besten Dank für die Zitate.

Gottes Segen und einen schönen Tag

Mary
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

Ok, dann muß ihm auch klar gewesen sein, daß seine Freunde und Nachfolger das nicht auch so verstehen konnten, da sie ja mit einem anderen "Zeitgefühl" ausgestattet waren, und ihn da gründlich mißverstehen mußten.
Wer sagt denn außerdem überhaupt, dass es durchgehend von allem missverstanden wurde? Von einigen sicherlich einige Zeit, aber bald ist man d'raufgekommen, wie es zu verstehen ist - und dass die Menschen das bald merken werden, das hat Er sicher gewusst ...
Außerdem, auf was stützte sich diese Annahme wirklich? Auf die Aussage, dass "das Reich der Himmel nahe ist"? Na fern war es durch Christus ja eben nicht - wenn man das zeitlich verstehen will, kommt sicher etwas nicht ganz korrektes raus.
[...] aber das macht beim Nachdenken auch Probleme, denn wie hätte er als Gott sterben können?
Als Mensch konnte er ohnehin sterben und "Gott ist alles möglich" (insofern es nicht absurd ist). Außerdem ist das ja eben die Sache bzgl. "Gott ist Mensch geworden", unter anderem heißt das eben das, wie wir sahen, dass Er eben sterben kann - das heißt aber nicht, dass Er, nur weil Er Mensch wurde, ein Idiot geworden ist und auch nicht, dass Er jetzt auf einmal in menschl. Vorstellungswelten verhaftet ist - Er hat noch immer am Vater teil, wie zu allen Zeiten.
Man muß nur z. b. Kinder haben und denken, daß man das nie und nimmer bringen könnte.
Na ja, du hast auch noch nicht diesen Grad der Heiligkeit erreicht, das ist also kein Wunder.
Ich natürlich auch nicht, das haben eher wenige, aber es gibt noch etwas Härteres, als das, nämlich entweder a) wenn du selbst erfahren würdest, ewig verdammt zu sein oder b) wenn das deinen Kindern passiert; das ist noch wesentlich härter. Wer es da noch fertig bringt, Gott zu lieben, der ist ein echter Heiliger - wie ich finde. Das ist eigentlich auch mein Ziel ...
Es gibt noch eine andere Stelle
" Wo Dein Schatz ist wird auch Dein Herz sein."
Mhm, da hast' wohl auch ein richtiges Zitat gefunden. Wenn das so ist, wie es dann in deinem Beitrag zu lesen ist, dann nützt es ohnehin nichts, noch mehr dazu zu sagen.
Ich möchte nur - sozusagen fürs Protokoll - festgehalten haben, dass das eben so nicht stimmt. In einem anderen Forum hat einmal jemand dazu geschrieben (sinngemäß wiedergegeben): Wenn vor deinem Haus eine Autobahn verläuft, kannst du dich auch dagegen verweigern und sie nicht wahrhaben wollen, aber spätestens, wenn du dann auf die "schöne Wiese" draußen gehen möchtest, um Blumen zu pflücken, wirst du dich aus erster Hand über die Existenz von Himmel und Hölle überzeugen können ...
Marypoppins
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Beitrag von Marypoppins »

Lieber IoannesProselytos!
IoannesProselytos hat geschrieben: Wer sagt denn außerdem überhaupt, dass es durchgehend von allem missverstanden wurde? Von einigen sicherlich einige Zeit, aber bald ist man d'raufgekommen, wie es zu verstehen ist - und dass die Menschen das bald merken werden, das hat Er sicher gewusst ...
Außerdem, auf was stützte sich diese Annahme wirklich? Auf die Aussage, dass "das Reich der Himmel nahe ist"? Na fern war es durch Christus ja eben nicht - wenn man das zeitlich verstehen will, kommt sicher etwas nicht ganz korrektes raus.
"Nach jüdischer Vorstellung bricht die Endzeit mit dem Kommen des Messias an und kann nur durch das Handeln der Menschen in Richtung Frieden und Gerechtigkeit herbeigerufen werden."
Da Jesus für seine Jünger und Nachfolger der Messias war, finde ich es schon erklärlich, daß sie in einer Endzeitvorstellung lebten.
[...] aber das macht beim Nachdenken auch Probleme, denn wie hätte er als Gott sterben können?
IoannesProselytos hat geschrieben: Als Mensch konnte er ohnehin sterben und "Gott ist alles möglich" (insofern es nicht absurd ist). Außerdem ist das ja eben die Sache bzgl. "Gott ist Mensch geworden", unter anderem heißt das eben das, wie wir sahen, dass Er eben sterben kann - das heißt aber nicht, dass Er, nur weil Er Mensch wurde, ein Idiot geworden ist und auch nicht, dass Er jetzt auf einmal in menschl. Vorstellungswelten verhaftet ist - Er hat noch immer am Vater teil, wie zu allen Zeiten..
Jetzt hast Du mich wirklich verwirrt!
Habe immer gedacht, daß -Gott sein - und - unsterblich sein - sich notwendigerweise bedingen.

Als Kind habe ich das Mittels der BARBARA - Legende gelernt.
Die Heilige soll sich geweigert haben den Kaiser als Gott anzuerkennen, da er sterblich war. Und ein Gott eben unsterblich ist.
Das galt ihr als schlagender Beweis.

Haben sich die Kirchenväter mit diesem Thema befasst? Ich würde gerne diese Sache für mich gründlicher abklären.
IoannesProselytos hat geschrieben: wenn du selbst erfahren würdest, ewig verdammt zu sein oder b) wenn das deinen Kindern passiert; das ist noch wesentlich härter. Wer es da noch fertig bringt, Gott zu lieben, der ist ein echter Heiliger - wie ich finde. Das ist eigentlich auch mein Ziel ....
Hm... wie kann man ewig verdammt und heilig sein? Ich dachte immer, daß heilig sein bedeutet zu Gott zu gehören.

Einen gesegneten Abend
Mary
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

Da Jesus für seine Jünger und Nachfolger der Messias war, finde ich es schon erklärlich, daß sie in einer Endzeitvorstellung lebten.
Tja, die ersten paar Jahre, aber nicht Jahrhunderte. Die Apostel - bzw. allgemein die ersten Christen - konnten schon Dinge verkehrt verstehen, das ist klar, nur im Endeffekt wurden ihre noch nicht korrekten Vorstellungen, vom Hl. Geist zurechtgerückt.
Habe immer gedacht, daß -Gott sein - und - unsterblich sein - sich notwendigerweise bedingen.
Deswegen hätte Er auch nicht sterben können, wäre Er nicht Menschen geworden, aber als Gott leiden, ist ja auch dieselbe Sache: Genau dafür wurde Er Mensch, um für unsere Erlösung, zu leiden, zu sterben und wiederauferstehen zu können. Das bedingt aber nicht, dass Er als Mensch Unsinn verzapft, über Dinge, die Er als Gott sehr wohl weiß.
Hm... wie kann man ewig verdammt und heilig sein? Ich dachte immer, daß heilig sein bedeutet zu Gott zu gehören.
Das hast du jetzt überhaupt nicht verstanden, wie es scheint.

Ein wirklicher Heiliger, liebt Gott so sehr, dass er Ihn auch noch liebt, selbst wenn Er erfahren würde, dass er verdammt wäre. Er bindet seine Liebe nicht an irgendwelchen Lohn, so nach Heidenart do ut des, sondern liebt bedingungslos und ohne Rückhalte; so sehr sollte ein Heiliger auf Gott vertrauen, wie eben der große Patriarch Abraham, der für Gott auch das für ihn Wichtigste gegeben hätte!
Marypoppins
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Beitrag von Marypoppins »

Lieber IoannesProselytos!

Habe immer gedacht, daß -Gott sein - und - unsterblich sein - sich notwendigerweise bedingen.
IoannesProselytos hat geschrieben: Deswegen hätte Er auch nicht sterben können, wäre Er nicht Menschen geworden, aber als Gott leiden, ist ja auch dieselbe Sache: Genau dafür wurde Er Mensch, um für unsere Erlösung, zu leiden, zu sterben und wiederauferstehen zu können. Das bedingt aber nicht, dass Er als Mensch Unsinn verzapft, über Dinge, die Er als Gott sehr wohl weiß.
Und was ist mit dem göttlichen Anteil während des Sterbevorgangs
passiert?

Bitte nicht böse sein, aber ich finde es immer noch schwierig....

Hm... wie kann man ewig verdammt und heilig sein? Ich dachte immer, daß heilig sein bedeutet zu Gott zu gehören.
IoannesProselytos hat geschrieben: Das hast du jetzt überhaupt nicht verstanden, wie es scheint.

Ein wirklicher Heiliger, liebt Gott so sehr, dass er Ihn auch noch liebt, selbst wenn Er erfahren würde, dass er verdammt wäre. Er bindet seine Liebe nicht an irgendwelchen Lohn, so nach Heidenart do ut des, sondern liebt bedingungslos und ohne Rückhalte; so sehr sollte ein Heiliger auf Gott vertrauen, wie eben der große Patriarch Abraham, der für Gott auch das für ihn Wichtigste gegeben hätte!
Stimmt! Hatte Dich da ganz und gar nicht verstanden.

Danke für die viele Mühe. Das ist sehr freundlich von Dir.

Mary
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

Dominus tecum

Bei Abraham und dererlei Dingen, sehe ich sehr stark, wie viel der Wille, Gott zu gehorchen, die Entscheidung dazu, wert ist. Dass wir dererlei Dinge nicht durchzuführen vermögen, weiß Er - schon gar nicht alleine, von uns selbst aus.

Bzgl. Christus ist:

Wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich, aber so, dass Gottheit und Menschheit unvermischt und unverwandelt nebeneinander bestehen und durch die Person des Logos eine Seins- und Aktionseinheit bilden. Christus ist dabei kein halbgöttliches, halbmenschliches Zwischenwesen, sondern die eine Person des Logos, die Hypostase in der göttlichen Trinität, die zu ihrer wesensgleichen göttlichen Natur hinzu, die menschliche angenommen hat, um dadurch unser Heil zu realisieren.

In weiterer Folge bin ich mir nicht so sicher. St. Paulus meint, die Verweslichkeit sterbe und die Unverweslichkeit werde auferweckt. In gewisser Weise war es da wohl ähnlich bei Christus, wobei, Er ist als Subjekt gestorben - es ist nur die Frage, was gestorben ist. Die gesamte Hypostase oder die menschlich-materielle Natur?

Vielleicht hilft Folgendes von St. Leo dem Großen, da du nach den Vätern fragtest:
(cap. 3) Die Eigentümlichkeit beider Naturen blieb also unversehrt und vereinigte sich in einer Person; und so wurde die Niedrigkeit von der Hoheit, die Schwäche von der Kraft, die Sterblichkeit von der Ewigkeit angenommen; und um die Schuld unserer Lage zu tilgen, einte sich die unverletzliche Natur mit der leidensfähigen Natur, damit, wie es unserer Heilung dienlich war, ein und derselbe ?Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus [1 Tim 2,5], aufgrund des einen sterben und aufgrund des anderen nicht sterben könne. Der wahre Gott wurde also in der unversehrten und vollkommenen Natur eines wahren Menschen geboren, ganz in dem Seinigen und ganz in dem Unsrigen; - das Unsrige aber nennen wir das, was der Schöpfer von Anfang an in uns grundgelegt hat und was er auf sich genommen hat, um es wiederherzustellen; denn von dem, was der Verführer einführte und der verführte Mensch zuließ, davon fand sich im Erlöser keine Spur ... Er nahm Knechtsgestalt an ohne den Schmutz der Sünde und erhöhte das Menschliche, ohne das Göttliche zu mindern, weil jene Entäußerung, in der sich der Unsichtbare sichtbar darbot ..., eine Herabneigung des Erbarmens, nicht ein Fehlen von Macht war. [...] (cap. 4) der leidensunfähige Gott war sich nicht zu schade, leidensfähiger Mensch zu sein, und der Unsterbliche, den Gesetzen des Todes zu unterliegen.
(ep. ad Flavian)
Zuletzt geändert von Gast am 17.11.2007, 19:31, insgesamt 1-mal geändert.
Marypoppins
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Beitrag von Marypoppins »

....und mit Deinem Geiste..

Lieber IoannesProselytos!

Wenn Du Deine Erklärung in der Bibel nachvollziehen wolltest - auf welche Schriftstellen würdest Du zurückgreifen?


Beste Grüße
Mary
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

Gleich vorweg: Ich habe jetzt nicht den Geist (und wie mir scheint, ist es für einen orth. Christen auch nicht angemessen, so viel Sophisterei zu betreiben), die gesamten christologischen Positionen der Konzilien und der Väter mit diversen Schriftstellen zu untermauern, aber ein paar stelle ich einmal rein.
Et Verbum caro factum est et habitavit in nobis; et vidimus gloriam eius, gloriam quasi Unigeniti a Patre, plenum gratiae et veritatis.
(Joh 1,14)
Non credis quia ego in Patre, et Pater in me est? Verba, quae ego loquor vobis, a meipso non loquor; Pater autem in me manens facit opera sua. Credite mihi quia ego in Patre, et Pater in me est; alioquin propter opera ipsa credite.
(Joh 14,10f)

Unus enim Deus, unus et mediator Dei et hominum, homo Christus Iesus qui dedit redemptionem semetipsum pro omnibus, testimonium temporibus suis [...]
(1 Tim 2,5)
Hoc sentite in vobis, quod et in Christo Iesu:
qui cum in forma Dei esset,
non rapinam arbitratus est esse se aequalem Deo,
sed semetipsum exinanivit formam servi accipiens,
in similitudinem hominum factus;
et habitu inventus ut homo,
humiliavit semetipsum factus oboediens usque ad mortem,
mortem autem crucis.
Propter quod et Deus illum exaltavit
et donavit illi nomen,
quod est super omne nomen,
ut in nomine Iesu omne genu flectatur
caelestium et terrestrium et infernorum,
et omnis lingua confiteatur
? Dominus Iesus Christus! ?,
in gloriam Dei Patris.
(Phil 2,5)

etc. etc.

Ah ja, und wo wir gerade dabei sind: Wir weichen da grob vom Thema ab.
Milo
Beiträge: 966
Registriert: 19.06.2009, 23:00
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Milo »

IoannesProselytos hat geschrieben:(und wie mir scheint, ist es für einen orth. Christen auch nicht angemessen, so viel Sophisterei zu betreiben)
Ah ja, und wo wir gerade dabei sind: Wir weichen da grob vom Thema ab.
Wie gut das Du es sagst, lieber Ioan...
:)

Grüße!

Milo
Walter
Beiträge: 443
Registriert: 01.06.2006, 18:53

Beitrag von Walter »

IoannesProselytos hat geschrieben:
Et Verbum caro factum est et habitavit in nobis; et vidimus gloriam eius, gloriam quasi Unigeniti a Patre, plenum gratiae et veritatis.
...
Warum Latein? Wie wär's mit Schwedisch: ;)
Och Ordet blev människa och levde bland oss här på jorden. Vi såg hans härlighet, den härlighet som den enda Sonen har fått av sin Far i himlen. Och genom Sonen har vi lärt känna Fadern och hans kärlek och förlåtelse.
(Joh 1,14)
Tror du inte att jag är i min Far och att min Far är i mig? När jag talar till er, så är det inte mina egna tankar. Nej, min Far är i mig och handlar genom mig. Tro på mig när jag säger att jag är i min Far och att min Far är i mig, eller tro åtminstone på grund av de under ni har sett mig göra.
(Joh 14,10f)

För det finns bara en Gud, och det finns bara en som är medlare mellan Gud och människor, och det är människan Jesus Kristus. Han tog människornas straff genom att ge sitt liv, och köpte oss alla fria från vårt slaveri under synden. Detta är det budskap som Gud gav till världen när den tid hade kommit som han bestämt.
(1Tim 2,5f)
Ha samma inställning som Jesus Kristus hade. Han var till sin natur Gud, men ansåg inte sin jämlikhet med Gud något att strida för. Nej, han avstod från sin makt och härlighet och kom till jorden för att tjäna oss som en människa. Han levde som en av oss. Han gjorde sig ödmjuk och lydde Gud. Han var villig att dö ‑ ja, att dö på korset. Därför har Gud upphöjt honom till att bli härskare över hela universum. Ja, han har gjort honom till Gud igen, för att alla ska tillbe honom, både i himlen och på jorden och under jorden. Alla ska öppet bekänna att Jesus Kristus är Herren1, så att Gud, vår Far, blir ärad.
(Phil 2,5ff)
γενηθήτω το θέλημά σου·
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

Weil es eine der drei Hl. Sprachen ist und ich sie doch mag - soll ich es auf Griechisch reinschreiben? Die Stellen stehen eh dabei, damit man sie nachschlagen kann ...
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