protopeter hat geschrieben:Lieber Br. Milo !
Der Monotheletismus entfaltete sich in der Tat so wie von Ipodiakon Nikolaj beschrieben: Christus wird als dem Willen Seines Vaters vollkommen ausgeliefert und unterworfen gesehen - die Häretiker nahmen an, daß die Willensautonomie, die menschlichen Natur des Erlösers zugeschrieben wurde, dem göttlichen Heilsplan entgegenstünde. Der Hl. Maximos der Bekenner argumentierte dagegen mit der Schriftstelle, da Christus in Gethsemane Seinen Vater bittet: "Laß diesen Kelch an mir vorübergehen..aber nicht mein sondern Dein Wille geschehe !" und erwies damit, daß der menschliche Wille des Erlösers sehr wohl vorhanden war, sich jedoch dem Vollzug des Erlösungswerkes unterordnete.
Österliche Grüße sendet
Erzpr. Peter
Christus ist auferstanden!
Lieber V. Peter,
bei allem Respekt und Sympahtie, muss ich mich als Laie hier nochmals etwas sträuben.

Hoffe Sie verzeihen!
Warum?
Nun der Satz in Klammern:
Monotheletismus (nach der Christus keinen eigenen Willen gehabt, sondern von Gott-Vater vollständig gelenkt worden sei)
beschäftigt sich mit der Trinitätslehre, der inneren Ordnung des dreieinen Gottes. Und das war eben nicht explizit der Klärungsgegenstand des 6. ökum. Konzils. Liege ich hier falsch?
Bitte korregieren Sie mich.
Monotheletismus und Monoenergetismus, diese
christologischen Häresien gründen doch eindeutig auf die Naturenlehre über unseren Heiland. Zwei Naturen in einer Person! das hat ja das 4. Konzil ausgesprochen (so haben sich die monophysitischen Kirchen abgespaltet).
Nach dem Scheitern des Versuches (Aufarbeitung) mit dem 5. Konzil die Dio- und Monophysiten zu einigen, wurde seitens Kaiser Heraklius im 7.Jhd (politischer Motivation) diese monothelitische Häresie vorangetrieben.
Wenn der HErr schon zwei Naturen hat, dann aber nur einen Willen, und zwar den göttlichen!
Damit erhoffte sich der Kaiser einen Kompromiss unter den Parteien...aber die Wahrheit kennt keine

Dank den gottgelehrten Märtyrern wie Hl. Martin, Hl. Maxim, Hl. patr. v. Jerusalem Sophronius...wurde die Orthodoxie hochgehalten.
Es ist falsch zu behaupten der Wille ist Atribut der Person, und nicht der Natur.
Zwei Naturen, also zwei Willen in einer Person - in Jener alles wieder eins wird was getrennt war.
Ehre sie Dir HErr!
38Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern eden Willen dessen, der mich gesandt hat.
Die 2.Person des dreieinen Gottes hat das Rettungswerk auf sich genommen.
Was die Trinitätslehre angeht, so sind doch die 3 Personen ewig...aber die Menschwerdung geschieht in der Zeit.
Sohn ist wesensgleich dem Vater, hat aber nun als Gott-Mensch auch einen menschlichen Willen.
Nochmal also....die angesprochen Häresie ist auf Christus primär bezogen. Und das ist eben mit dem Satz in den Klammern, finde ich, nicht korrekt.
Christus hat sehr wohl Willen, aber eben zwei Willen!
Man darf nicht so einfach finde ich (vorallem theologisch) die Fragen der zwei Relationen (Trinität/Gottmensch) zusammenwerfen.
Hoffe meine Einwände einigermassen zum Ausdruck gebracht haben.
Falls ich was falsch verstanden habe, bitte ich offen mich zu korrigieren. Zu diesen Dogmen/Oros welche die Kirche konzilar ausgesprochen hat, empfinde ich eine sehr große Ehrfurcht.
Ihr nie lernender schüler milo
ps. es stellt sich aber weiterhin die Frage ob auch diese Aussage so stimmt, das nach der monothelitischen Lehre, Christus keinen freien Willen gehabt hätte!?! Auch da bin ich skeptisch...