Heute möchte ich Sie wieder aufrufen, für unseren Verein Christlich-Orthodoxes Medienzentrum e. V. zu spenden.
Seit meinem Spendenaufruf vor einem Jahr hat sich vieles getan. Einige Gläubige haben auf den Aufruf reagiert und Daueraufträge für regelmäßige Spenden eingerichtet. Das ermöglichte es uns zum ersten Mal seit der Gründung, drei Helfer auf Minijobbasis zu beschäftigen. Dadurch kann der Verein endlich aktiv ausgewählte Projekte verfolgen.
Damit wir unsere Arbeit nicht nur weiter fortsetzen, sondern auch ausweiten können, möchte ich heute wieder um Ihre Spende bitten. Wie ich in meinem kürzlichen Interview zur Entwicklung der Orthodoxie in Deutschland gesagt habe, liegt die Verantwortung für die Kirche und die Mission auf uns allen, und zwar hier vor Ort. Nur durch die Beteiligung jedes einzelnen Gläubigen können wir dem Herrn und der Kirche dienen und eine Basis für uns und zukünftige Generationen schaffen.
Zum Thema nur einige wenige Anmerkungen - zunächst zur Frage der Rechtswirksamkeit kanonischer Entscheidungen: Es steht außer Zweifel, daß die Exkommunikationsbulle gegen Patriarch Michael Keroularios durch Papst Leo IX. veranlaßt wurde. Wenngleich auch die römische Delegation erst drei Monate nach dem Tod des Papstes dieses sein Schreiben übergab - man befand sich, wie schon gesagt wurde, in der Zeit der Sedisvakanz - konnte dieses Dokument doch zweifellos den Anspruch absoluter Gültigkeit erheben; so wird beispielsweise darin zum Ausdruck gebracht, daß "unser Herr, der allerfrömmste Papst über Michael und alle, die ihm folgen" den Kirchenbann aussprach.
Nektarios von Ägina schreibt in seiner Historischen Studie über die Gründe des Schisma, daß der Nachfolger Leos, Papst Viktor II., die Exkommunikationsbulle "nicht nur nicht mißbilligte, nicht verwarf und die unangemessene Exkommunikation seitens der Legaten nicht für ungültig erklärte, sondern sie billigte und bestätigte". Es scheint somit mehr als evident zu sein, daß es sich dabei eben nicht um einen päpstlichen "Ausrutscher" emotioneller Natur handelte, sondern diese Maßnahme als planvoll und wohldurchdacht zu bezeichnen ist - die Annahme, daß die römischen Gesandten vielleicht auch ein "Versöhnungsschreiben" in der Tasche gehabt haben könnten, ist damit mehr als unwahrscheinlich !
@Walter
Wenn sich 900 Jahre später trotzdem die direkten Nachfolger der betroffenen Patriarchen, also Papst Paul VI. und der Ökumenische Patriarch Athenagoras, persönlich versöhnt und vergeben haben, dann bestätigt das nur, dass heute zumindest der Kirchenbann wirklich aus der Welt ist
Diese Feststellung scheint mir sehr interessant - vor allem im Zusammenhang mit Ihrer zuvor getätigten Aussage:
Im Streit mit Patriarch Michael Kerullarios exkommunizierte Kardinal Humbert von Silva Candida im Namen von Papst Leo IX. (der allerdings zu dem Zeitpunkt schon tot war, weswegen schon der Vorgang kanonisch nicht gültig war) nur den Patriarchen selbst, bezeichnetet aber zugleich den byzantinischen Kaiser und dessen Volk als rechtgläubig.
Patriarch Michael Kerullarios von Konstantinopel exkommunizierte im Gegenzug auch nur den Kardinal Humbert selbst, nicht den Papst oder das römische Volk.
Der Vorgang wurde erst Jahrhunderte später zum Auslöser für das Schisma erklärt, weil man eben nachträglich einen solchen brauchte
Aus der Verbindung der Vorgänge von 1054 und 1965 geht höchstens hervor, daß die gegenseitigen Exkommunikationen ad personam aufgehoben wurden ! Von einer Tilgung des Kirchenbannes kann indessen überhaupt nicht die Rede sein - dies würde nichts Anderes bedeuten, als daß Rom wieder in der Fülle der orthodoxen Kirchengemeinschaft stünde, was jedoch nicht der Fall ist.
Lieber Vater Peter,
vielen Dank für die Klarstellungen.
Das ist das eine Thema. Ein anderes Vaticanum 1.
Ich habe gerade eine Verlinkung gesucht, um die Beschlüsse nochmals nachzulesen, kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?
Ich suche natürlich die Stellen von wir erneut verbannt wurden.
L.G. Rene
bevor wir nun das Thema wechseln, noch einmal abschließend ein Kommentar zu deiner Bemerkung:
Rene hat geschrieben:Hallo,
ich denke, wir haben innerhalb der OK genug zu besprechen, da gibts genügend Punkte die zu klären sind. Zudem ist es eine Augenwischerei von Annäherung zu reden und den einst verhängten Bann immer noch nicht zurückzunehmen.
Er ist von denen zurückgenommen worden.
Ganz unabhängig von der Frage der kanonischen Gültigkeit der besagten Bannbulle und deren Tragweite (also ob nun nur der Patriarch oder alle Orthodoxen davon betroffen waren), zu der wir ja gesehen haben, dass die Historiker verschieden Standpunkte vertreten, muss man jedoch eindeutig feststellen:
Die römisch-katholische Kirche hat sich durch Papst Paul VI. offiziell für den Vorgang von 1054 entschuldigt (siehe Konrads Link, den ich nachfolgend noch einmal ausschnittsweise zitiere).
Das 2. vatikanische Konzil hat zudem den Bann von römischer Seite aus für ungültig erklärt und sieht die orthodoxen Kirchen als katholische (Schwester-)Kirchen an, auch wenn die die Gemeinschaft mit Rom (wir würden sagen die "Union") ablehnen.
Hie also noch einmal im einzelnen:
Die [url=http://www.kokid.de/kirchl%20leben/mart-031.htm]KOKiD[/url] hat geschrieben:Bei einer Entmythologisierung der Ereignisse von 1054 ist davon auszugehen, daß weder der Kardinal die orthodoxe Kirche mit dem Bann belegt hat noch die Konstantinopler Synode den Papst oder die römische Kirche. Insofern kann nicht von einem Schisma die Rede sein, erst durch die fortschreitende Entfremdung und Feindseligkeit der Kirchen erhielt das Datum 1054 nachträglich ? wie so oft bei der Nachwirkung historischer Fakten ? eine symbolträchtige Sinndeutung der im Leben de facto getrennten Kirchen. Nicht in ekklesiologisch-kirchenrechtlicher Sicht lag die negative Dynamik der gegenseitigen Exkommunikationen, sondern in deren psychologischen Auswirkungen im weiteren Verhältnis zwischen den beiden Kirchen.
Daher gehört zu den ersten Schritten systematischer Bemühungen zur Entwicklung brüderlicher Beziehungen zwischen beiden Kirchen der Versöhnungsakt vom 7. Dezember 1965.
Aufgrund einer objektiven historischen Analyse der Ereignisse von 1054 und in der Gewißheit, dem gemeinsamen Wunsch nach Gerechtigkeit und dem einmütigen Gefühl der Liebe ihrer Gläubigen Ausdruck zu verleihen, und eingedenk des Versöhnungsgebots des Herrn (Mt 5,23f.) ?erklären Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras I. mit seiner Synode übereinstimmend:
daß sie die beleidigenden Worte, die grundlosen Beschuldigungen und die verwerflichen Handlungen mißbilligen, die von beiden Seiten die traurigen Ereignisse jener Epoche gekennzeichnet oder begleitet haben;
daß sie ebenso die darauf erfolgten Bannsprüche, deren Erinnerung bis heute bei der Annäherung in der Liebe als Hindernis wirkt, mißbilligen, aus dem Gedächtnis und aus der Mitte der Kirche entfernen und der Vergessenheit überliefern;
daß sie endlich ihr Bedauern äußern über die traurigen Ereignisse, sowohl die vorausgegangenen als auch die nachfolgenden, die unter dem Einfluß verschiedener Faktoren, darunter auch dem wechselseitigen Mangel an Verständnis und Vertrauen, schließlich zum vollständigen Bruch der kirchlichen Gemeinschaft geführt haben? (Tomos Agapis, Rom ? Istanbul 1971, Nr. 127).
Diese Erklärung, die an Stelle eines Symbols der Trennung ein Zeichen der Versöhnung setzte, signalisiert eine Wende in den Beziehungen zwischen Rom und Konstantinopel, die vor vierzig Jahren eingeleitet wurde, als Patriarch Athenagoras und Papst Paul VI. am Abend des 5. Januar 1964 in Jerusalem den Friedenskuß austauschten.
Wie wir gesehen haben, differieren die Betrachtungen der Historiker über die Bedeutung und Tragweite der Ereignisse von 1054. Ungeachtet dessen gibt es natürlich die emotionale Komponente, die auch berücksichtigt werden muss. Die Einigung kann natürlich auch nur gelingen, wenn sie nicht nur von den Hierarchen, sondern auch vom Kirchenvolk getragen wird. Allein schon bei der Wiedervereinigung der ROKA mit dem Moskauer Patriarchat haben wir sehen können, wie schwierig das ist.
Die römische Kirche hat über den symbolischen Akt der Versöhnung von Patriarch Athenagoras und Papst Paul VI. hinaus aber durch das 2. Vatikanum das Schisma gegen die Orthodoxe Kirche auch kanonisch als beendet erklärt und die eucharistische Gemeinschaft von ihrer Seite wieder zugelassen (alle Orthodoxen sind zur römischen Kommunion eingeladen).
Dass nun die Orthodoxe Kirche weiter auf die eucharistische Trennung besteht bis auch eine wirkliche Einheit im Glauben (wie immer die genau aussehen mag) wieder hergestellt ist, hat natürlich auch seinen guten Grund und darf auf keinen Fall als Akt der Feindschaft missverstanden werden. Trotzdem sollten wir Orthodoxe uns bewusst sein, dass die römische Kirche vor 40 Jahren den Bann gegen die Orthodoxe Kirche aufgehoben hat und uns seit dem als "Schwesterkirche(n)" bezeichnet.
Die dogmatischen Differenzen, die sich durch das Jahrtausend der Trennung weiter verstärkt haben und in den unseligen Beschlüssen des sog. ersten vatikanischen Konzils wohl ihren Höhepunkt erreichten, sind allein schon schwerwiegend genug, weshalb wir uns mit darüber hinausgehender Polemik wirklich zurückhalten sollten.
Patriarch Athenagoras hätte natürlich nicht die Befugnis gehabt, quasi stellvertretend für ein Konzil (analog zum 2. Vaticanum), die Aufhebung der Eucharistiegemeinschaft zurückzunehmen und hat das natürlich nicht getan. Trotzdem war diese symbolische Annäherung ein wichtiger erster Schritt, der jetzt z.B. durch die regelmäßigen Treffen der orthodox-katholischen Dialogkommission auf höchstmöglicher Ebene fortgesetzt werden soll. Darin involviert sind neben der römischen wirklich auch alle autokephalen orthodoxen Kirchen.
Daraus, ebenso natürlich aus der von Konrad hier eingebrachten Reaktion von Bischof Hilarion ist für mich ganz klar erkennbar, dass die römisch-katholische von den orthodoxen Kirchen heute durchaus wieder als "Kirche" angesehen wird, auch wenn es noch erhebliche dogmatische Differenzen gibt.
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich allen.
Schöne Grüße
Walter
Auch wenn ich in einigen Punkten mit Walter nicht übereinstimme*, stimme ich mit ihm überein, dass Polemik unsererseits, die über eine Standortdefinierung hinausgeht, im Dialog mit der RKK kontraproduktiv ist. Von orthodoxer Seite sieht man sehr wohl die Bemühungen seitens Rom.
*Hier wäre so ein Punkt.
Walter hat geschrieben:Daraus, ebenso natürlich aus der von Konrad hier eingebrachten Reaktion von Bischof Hilarion ist für mich ganz klar erkennbar, dass die römisch-katholische von den orthodoxen Kirchen heute durchaus wieder als "Kirche" angesehen wird, auch wenn es noch erhebliche dogmatische Differenzen gibt.
Sorry, aber der eine Leib Christi kann nicht durch zwei Theologien definiert werden. Hier wird so getan als spielen dogmatische Unterschiede keine Rolle, sind es nicht - wie Theo Hans Peter so schön sagte - Glaubenswahrheiten (hier wie dort) um die es geht?
Wie stellt man sich das vor?
In einem Teil des Leibes hat der Papst von Rom Universaljurisdiktionelle Befugnis in dem anderen nicht?
In einem Teil des Leibes ist der Papst unfehlbar im anderen nicht?
In einem Teil des Leibes heisst es der Hl. Geist auch vom Sohn aus in dem anderen wird dies scharf negiert?
etc...
Zuletzt geändert von alexandros am 16.07.2007, 19:48, insgesamt 1-mal geändert.
wenn ich alles richtig verstanden habe, dann hat das 2.Vaticanum wohl den Bann von 1054 aufgehoben (es sei aber dennoch darauf hingewiesen, dass der Patriarch nicht alleine gemeint war:"unser Herr, der allerfrömmste Papst über Michael und alle, die ihm folgen"-dieser bannte dann die Legaten (nicht den Papst-es ging also um mehrere Pesonen.), jedoch NICHT den Bann des 1. Vaticanums! Dort ging es ja um die Dogmen.
"Wer sich aber - was Gott verhüte - unterstehen sollte, dieser Unserer Definition zu widersprechen: der sei mit dem Anathema belegt."
Dieses Anathema haben sie nicht aufgehoben. Auch nicht das von der unbefleckten Emfängnis!
Zudem, bei allem Wohlwollen, hat Br. Peter schon zu recht darauf hingewiesen, was jetzt so formuliert wurde, oder wie siehst Du den "Defectus"? Schönfärberei ist da keine passende Antwort.
Peter schrieb
Man müßte sich von einem Schock erholen, falls Hoffnungen auf diesen 16. Bededictus gesetzt worden wären, der noch im Spätherbst letzten Jahren unseren türkisch-orthodoxen Patriarchen in die Arme schloß. Gottseidank brauchen wir seinetwegen nicht zu leiden, weil wir solche Hoffnungen weder gehabt noch genährt haben. Abermals bewahrheitet sich, was der auf andere Weise petrinisch beeinflußte Oberprokuror K.P. Pobedonoszew im späten 19. Jahrhundert etwa so geäußert hat: Die Päpste kommen und gehen, aber das Papsttum bleibt. Diese "Stellvertreter Christi" und Inhaber des "Stuhles Petri" werden nimmermehr begreifen, daß der in jeder Eucharistie präsente Jesus Christus, unser Herr und Gott, keiner Stellvertretung bedarf, und daß die "Koryphäe" Petrus A p o s t e l war, also gesandt in alle Welt, und nicht speziell nach Rom, wo übrigens Paulus schon vorher und gleichzeitig wirkte. Linus war der erste Bischof von Rom, den Petrus eingesetzt hat, wie viele andere Bischöfe an anderen Orten desgleichen. Das Apostelamt ist ja grundverschieden von jenem lokal bzw. regional verantwortlicher Bischöfe. Gerade gestern und heute, wo wir die Apostel Christi feiern,
wurden diese Unterschiede wieder deutlich. Aber die Römisch-Klerikalen
halten eisern - wie jetzt wieder - an dieser L ü g e, dem universalistischen
Petrusamt Roms mit "den Bischöfen in Gemeinschaft", fest, weil sonst der "Stuhl" wackeln würde. Und erfrechen sich, den orthodoxen "Teil-, Orts-,
Schwesterkirchen", die jede für sich die ganze "Fülle der Gnade und
Wahrheit" in wahrhaft apostolischer und katholischer Weise bewahren, einen defectus zuzuschreiben. Der Defectus liegt bei Benedictus ! Die Machtansprüche sind ungebrochen, Benedictus schmückt sich lediglich mit dem Ornat und Schleier der Orthodoxie, um die Nachfolge jenes unseligen Gregor XIII. anzutreten, und die Eine Heilige weiter aufzuspalten, durch falsche Versöhnung.
An den Überhebungen Roms hat sich nichts geändert!
Natürlich verurteilt man die Sünde und nicht den Sünder, hat sich also dem gläubigen r.Katholiken gegenüber auch vernünftig zu benehmen.
Eine andere Frage ist natürlich, ob der Patriarch damals überhaupt das Recht hatte , für alle zu sprechen... aber dazu haben sich wohl seinerzeit viel kompetentere Leute geäußert als ich.
Ich wünsche allen noch einen gesegneten Sonntagabend.
Rene
Es sei mir nochmals gestattet, zur vorliegenden Angelegenheit Stellung zu nehmen: Wie vollends zutreffend bemerkt, hatte der Alleingang des Patriarchen Athenagoras keine weiterreichenden Folgen im Verhältnis der Orthodoxen Kirche zum römischen Katholizismus im Hinblick auf die Wiederherstellung einer vollen Kirchengemeinschaft - wie hätte dies auch nach orthodoxer Maßgabe erfolgen sollen ? Dementsprechend gab es auch keine Autorität, den Bann (anathema) gegen den römischen Stuhl und die von ihm vertretenen Irrlehren (deren Zahl im Laufe des zweiten christlichen Jahrtausends noch bedeutend zunahm) aufzuheben. Einen solchen Schritt hätte nach Lage der Dinge einzig ein Ökumenisches Konzil durchführen können.
Der schon vermehrt gebrachte Verweis auf die "Entschuldigung" Pauls VI. an die Adresse des Patriarchen Athenagoras erscheint mir in diesem Kontext wie der Griff nach dem sprichwörtlichen Strohhalm, um auf diese Weise die Legende von einer angeblichen Aufhebung des Kirchenbannes irgendwie zu rechtfertigen. Das lateinische Wort excommunicatio bedeutet nichts Anderes als Ausschluß aus der Gemeinschaft; darunter versteht man ganz konkret die Eucharistiegemeinschaft, die nach orthodoxem Verständnis das absolute Zentrum orthodoxer Kirchlichkeit ist. Wenn also im Zusammenhang mit dieser Fragestellung immer wieder darauf verwiesen wird, es gebe zwischen Orthodoxer Kirche und römischem Katholizismus keine Interkommunion, so ist das wohl ein klares Zeichen, daß das Anathema weiterhin Bestand hat ! Die "Einladung" der römischen Seite, an ihrer Eucharistie teilzunehmen, ist indessen nichts weiter als eine Spielart des von dieser Seite gegen uns immer wieder aufgebotenen altbekannten Proselytismus in neuer Gestalt.
Noch ein Wort zum Kirchenbegriff: Weder ein Patriarch Athenagoras noch ein Bischof Hilarion - so sehr ihnen mit Nachdruck die Äußerung eigener Ansichten zum Thema gestattet werden muß(te) - können für das orthodoxe ekklesiologische Bewußtsein letzten Endes maßgeblich sein. Wo bleiben dabei die deutlichen Zeugnisse der Kirchenväter und derer, die in ihrem Geiste schrieben - aus der Frühzeit die heiligen Hierarchen Ignatios von Antiochia, Cyprian von Karthago sowie Augustinus und aus der Moderne große rechtgläubige Denker wie Alexej Chomjakov oder Erzpriester Georgij Florovskij ? Quelle, Maß und absolutes Zentrum orthodoxen Kirchenverständnisses ist und bleibt der Gottmensch Jesus Christus und nicht - um ein Wort, das von den zeitgenössischen Kirchenvätern Bischof Nikolaj Velimirovic und Archimandrit Justin Popovic gebraucht wurde, zu zitieren - der Mensch von Rom !
Als Anhänger von Erzbischof Lefebvre und Traditioneller Katholik steht es mir nicht zu irgendetwas zu kritisieren was die Orthodoxie betrifft.
Zu der Erklärung aus Rom muss ich aber folgendes sagen:
Wenn hier immer noch vom Schisma gesprochen wird im Bezug auf die Orthodoxie dann kann man sich nur wundern.
Die Konzilskirche also die Römisch-Katholische Kirche ist im zweiten Vatikanischen Konzil (auch Räuberkonzil genannte da eine Revolution von innen) ganz klar vom Glauben abgefallen. Es wurde eine neue Theologie entwickelt die mit der Alten nicht mehr viel gemein hat bzw. gar nichts gemein hat!
Diese Kräfte wussten genau warum sie die Alte Überlieferte Messen und den alten Glauben den Garaus machten.
Im Katholischen Bereich ist es seiner Exzellenz dem Hochwürdigen Erzbischof Marcel Lefebvre und der von ihm gegründeten Priesterbruderschaft zu verdanken das der Römisch-Katholische Glaube nicht vernichtet sondern erhalten wurde.
Eine nun angeblich wieder freigegebene Alte Messe (mit Einschränkungen) hebt den Irrweg Roms dessen Häresie gegen die Kirchenväter und die Beschlüsse des 2.Vatikanums noch nicht auf. Vielmehr sehe ich als Traditioneller Katholik einen Versuch Roms die Treuen Katholiken innerhalb der Konzilskirche vorläufig ruhig zu stellen und die Garanten des Katholischen Glaubens die Priesterbruderschaft St. Pius X zu spalten oder zu schwächen.
Niemals in ihrer bisherigen Geschichte hat die Orthodoxie ihren überlieferten Ritus ihre weihen und Sakramente ja selbst Gebete abgeändert!
Es sehe als jeder selbst wer dem Schisma verfallen ist. Mit Sicherheit nicht die Orthodoxie oder die Traditionellen Katholiken.
Leider spricht die Orthodoxie nie stark oder laut genug aus was in Rom vor sich geht!
Erzbischof Lefebvre, Bischof der römisch-katholischen Kirche, apostolischer Delegat für das französisch-sprechende Afrika, Generaloberer der Väter vom Heiligen Geist, Erzbischof von Dakar war derjenige BISCHOF weltweit, den die Vorsehung dazu auserwählt hat, die Tradition der Kirche zu bewahren.
Schwerste Vorwürfe wurden ihm in den 70'ger und 80'ger Jahren gemacht, weil er sich weigerte, die Mess-Neugestaltung mitzumachen.
Aber diese seine Treue wurde zum Garant, dass ein tausendjähriger Schatz der Kirche nicht ausgestorben ist.
Wer wüsste heute noch von der lateinischen Messe, wenn ER sie nicht bewahrt hätte.
Wie könnte Papst Benedikt XVI. eine Messe wieder zur Geltung bringen, die völlig verloren gegangen wäre!
Danke Erzbischof Lefebvre!
Lesen sie hier einen Auszug aus der Predigt vom 29. Juni 1976 in Ecône. Der Erzbischof erklärt darin, warum man ihn ausschließen, suspendieren will: Weil der die Messe aller Zeiten unverändert bewahren will, als Ausdruck eines unverfälschten katholischen Glaubens!
Seit zwölf Tagen erhalten wir ununterbrochen Botschaften, empfangen wir Abgesandte aus Rom, die uns dringend auffordern, von dem Vorhaben, diese Priesterweihen durchzuführen, abzusehen. Wenn wir nun aber in aller Objektivität nach dem wirklichen Motiv suchen, das diese Personen beseelt, die von uns verlangen, diese Priesterweihen nicht durchzuführen, wenn wir das eigentliche Motiv ihres Handelns suchen, dann sehen wir:
Der wahre Grund ist die Tatsache, dass wir diese Priester weihen, damit sie die heilige Messe lesen, die immer gelesen wurde. Weil man davon überzeugt ist, dass diese Priester der heiligen Messe der Kirche, der überlieferten heiligen Messe, der heiligen Messe, die immer gegolten hat, treu bleiben werden, bedrängt man uns, diese Priester nicht zu weihen.
Als Beweis dafür kann ich anführen: Sechsmal innerhalb der letzten drei Wochen, hat man von mir verlangt, normale Beziehungen mit Rom herzustellen. Als Unterpfand sollte ich dafür den neuen Ritus akzeptieren und selbst nach ihm zelebrieren. Man ist sogar so weit gegangen, mir jemanden zu schicken, der mit mir im neuen Ritus konzelebrieren sollte. Auf diese Weise sollte ich bekunden, dass ich die neue Liturgie doch akzeptiere. Dann würde zwischen mir und Rom alles wieder in Ordnung sein. Man hat mir ein neues Messbuch in die Hand gedrückt und gesagt: ?Diese Messe müssen Sie feiern. Sie werden sie von nun an in allen Ihren Häusern lesen.? Ebenso teilte man mir mit: Sollte ich am heutigen Tag, an diesem 29. Juni, vor allen hier Versammelten, eine Messe nach dem neuen Ritus feiern, wären alle Schwierigkeiten zwischen uns und Rom beseitigt. Es ist also ganz klar und offenkundig, dass das ganze Drama zwischen Rom und Ecône das Problem der Messe zum Thema hat.
Haben wir nun Unrecht, wenn wir darauf beharren, den Ritus beizubehalten, der immer gültig war? Wir haben gebetet, wir haben andere Personen zu Rate gezogen, wir haben nachgedacht und uns intensiv mit dem Problem beschäftigt. Wir mussten darüber Gewissheit erhalten, ob wirklich wir selbst im Irrtum sind, oder ob wir etwa wirklich keinen hinreichenden Grund haben, uns dem neuen Ritus nicht zu unterwerfen. Gerade der Nachdruck, mit dem die römischen Abgesandten von uns die Änderung des Ritus verlangt haben, hat uns zu denken gegeben. Dies hat uns in unserer Überzeugung bestärkt, dass dieser neue Meßritus einen neuen Glauben ausdrückt. Ein Glaube, der nicht unser Glaube ist. Ein Glaube, der nicht der katholische Glaube ist. Diese neue Messe ist ein Symbol, ist der Ausdruck, ist das Bild eines neuen Glaubens, eines modernistischen Glaubens.
Wenn die heilige Kirche im Verlauf so vieler Jahrhunderte diesen kostbaren Schatz bewahren wollte, den sie uns mit dem Ritus der heiligen Messe gegeben hat, kanonisiert vom hl. Papst Pius V., dann hat dies seinen guten Grund. In dieser heiligen Messe ist unser ganzer Glaube enthalten, der gesamte katholische Glaube:
- Der Glaube an die allerheiligste Dreifaltigkeit.
- Der Glaube an die Gottheit Unseres Herrn Jesus Christus.
- Der Glaube an die Erlösung durch Unseren Herrn Jesus Christus.
- Der Glaube an das Blut Unseres Herrn Jesus Christus, das vergossen wurde, um uns von unseren Sünden loszukaufen.
- Der Glaube an die übernatürliche Gnade, die uns durch das heilige Messopfer, das Kreuz und durch alle Sakramente vermittelt werden.
Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, daß es - zumindest in den Kreisen um Erzbischof Lefebvre, wenn nicht von ihm selbst - ursprünglich auch die Überlegung gab, Anschluß an die Orthodoxe Kirche zu suchen; doch wurden diese Pläne zu einem späteren Zeitpunkt wieder fallengelassen.
Nach 1986 etablierten sich sogenannte "traditionalistische" Gemeinden auch in Rußland, doch kamen deren Anhänger - offenbar aufgrund diverser Konflikte mit Econe - bald zum Schluß, "man interessiere sich dort mehr für Gebräuche als für die Heilige Tradition". In der Folge wandte man sich der Orthodoxie zu: Im Jahre 1998 wurde in Moskau eine erste Kirchengemeinde gegründet, die den orthodoxen Glauben bekennt (wenngleich die jurisdiktionelle Zugehörigkeit auch nicht in allen Punkten geklärt ist); die gottesdienstlichen Formen dieser Gemeinde entsprechen den im Konzil von Trient festgelegten Regeln.
zu dieser Thematik, die ja an sich nicht neu ist, gibt es einen kurzen - wie ich meine - recht interessanten Briefverkehr zwischen Erzbischof Damaskinos Papandreou und Josef Kardinal Ratzinger aus dem Jahr 2000: http://www.domus-ecclesiae.de/magisteri ... ndreu.html
Um den Briefwechsel zwischen Erzbischof Damaskinos Papandreou und Joseph Kardinal Ratzinger zu verstehen, ist es m.E. erforderlich, zuvor
die "Prognosen für die Zukunft des Ökumenismus" (1976) von damals noch Prof. Joseph Ratzinger zu lesen, auf die sich Erzbischof Damaskinos in seinem Brief bezieht. Dessen Ansicht zur Ökumene (1986) ist auch recht interessant; beide Dokumente kann man beim St. Andreas-Boten herunterladen: