Das Reich Christus ist angebrochen
Das Reich Christus ist angebrochen
ich möchte gerne einen Bereich eröffnen, wo wir das angebrochene Reich Gottes suchen im NT und erklären und beobachten an Heute.
Es heißt doch verkündet durch Jesus, dass das Reich in uns, den Gläubigen, bereits angebrochen ist. Ich habe leider nur das Zitat nicht gefunden. Wieß jemand genau die Stelle?
Ich bitte euch diesen Thread mitzugestalten für mich und für alle anderen, die die Hoffnung suchen.
Der Sinn dieses Threads ist es wieder zu Diskussionen und Gesprächen zu finden, die uns helfen im Glauben, uns aufbauen und stärken und zuversichtlich machen.
Liebe Grüße
Aleksandra
Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
danke für das neue Thema. Ich habe auch gleich was gelernt dabei:
Das Zitat, welches du suchst, steht bei Lukas (17,21) - aber so ("inwendig") nur in der Lutherübersetzung und im russischen/kirchenslawischen Text. Viele neuere Übersetzungen schreiben
"Denn siehe, das Reich Gottes (die Gottesherrschaft) ist mitten unter euch".
Schade?
Eigentlich nicht, denn es führt uns Gläubige zueinander hin: zwischen uns ist Christus zu finden, dort wo seine Herrschaft schon jetzt und hier akzeptiert und gewünscht wird!
Leider nur herrscht auch in der Gemeinde nicht immer nur Christus - oder wie ist es bei euch?
Eine gesegnete Zeit wünscht Dir
Hans-Peter
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peter
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Reich Gottes
am Samstag, zu unpassender Zeit, weil ich doch bei der Nachtwache weilen sollte, aber die ganze Woche über bis heute abend randvoll mit weltlicher Arbeit eingedeckt bin, stelle ich im Rückblick auf die Forumsdebatten fest, daß der Heilige Geist Gottes hier nicht geweht hat. Umso lieber möchte ich bei dieser Frage anschließen, weil das Reich Gottes i n u n s anbrechen muß, damit u n t e r u n s Christi Herrlichkeit sichtbar wird. Das Reich Gottes ist ein o f f e n b a r e s Geheimnis mitten unter uns, aber sicher nicht in der Weise, wie etwa eine Gesellschaftsordung "herrscht". Der seelische und der zwischenmenschliche Aspekt schließen sich nicht aus, sondern bedingen einander. Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Verstand, und mit aller Kraft. Und die Nächstenliebe ist ja das zweite, gleichwertige, unabdingbare Gebot. Wenn diese Gebote gelebt werden, beginnt die "Herrschaft" Christi anzubrechen. Das heißt natürlich noch lange nicht, daß die Gesellschaft linear verändert wird, im Sinne
des sog. Fortschritts, gleich welcher Art. Und das ein mögliches "Reich
Gottes" auf Erden mit dem himmlischen prinzipiell nicht verwechselt werden darf, weder als Aktualität noch als Vorhaben, muß erst einmal
begriffen werden. Wahrscheinlich verhält es sich so, daß wir in und unter
uns in heiliger Weise das Reich Christi anbrechen lassen müssen, um
überhaupt eines himmlischen würdig zu werden. Wie kann auch jemand,
der die Herrlichkeit Christi nicht erahnt, geschweige denn zu leben versucht, überhaupt die Teilnahme bzw. Teilhabe am "Himmlischen"
jemals angemessen für sich und andere erflehen ? Wie sollen wir
wissen, welche Freude uns erwartet, wenn diese nicht schon auf unverwechselbare Weise "angebrochen" ist. Die Frage der "basileia ton ouranon" ist der erste Predigtinhalt Christi, bis heute unverstanden !
Wer ist der König der Könige ? Sein Reich ist nicht "von" dieser Welt !
Jetzt habe ich meine Nachtwache gerettet !
In Liebe Peter
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Marypoppins
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Ich erinnere mich an ein paar Sätze aus einem Lied, daß ich mal gelernt habe.
Leider hann ich mich nicht an das ganze Lied erinnern.
Es fing an:
Denn das Reich, nachdem wir auf der Suche sind, unter uns ist es.
Es ist in Dir.
In Deiner Mutter und in deinem Vater.
In deinem Nachbarn auf gleicher Treppe.
Ich denke, es ist immer zugegen, oft unsichtbar, aber wenn es gelebt wird blitzt es auf.
Liebe Grüße
Mary
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Marypoppins
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protopeter
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Der Begriff Nachtwache oder Vigil bezeichnet in der Orthodoxen Kirche einen aus Vesper und Matutin "kombinierten" Gottesdienst, der entweder am Samstagabend oder ansonsten am Vorabend größerer Festtage gehalten wird - im Mittelpunkt stehen Lob und Verherrlichung Gottes und Seiner Heiligen.
Liebe Grüße sendet
Erzpr. Peter
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Marypoppins
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das haben wir heute fast nur noch in den Klöstern. Natürlich nicht zusammengelegt.
Ist es bei Ihnen überall, in allen Kirchen?
Wie lange dauert dieser Gottesdienst und wann beginnt er?
Wie regeln die Familien das mit den kleinen Kindern?
Mitnehmen kann man die da wohl noch nicht, und alleine lassen auch nicht.
Jedenfalls habe ich den Eindruck, daß man bei Ihnen viel öfters in die Kirche
geht, als bei uns.
Beste Grüße
Mary
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protopeter
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Soferne es möglich ist, sollte dieser Gottesdienst in allen Kirchengemeinden abgehalten werden - allerdings ist zu sagen, daß er im Gegensatz zu Klöstern, wo er in voller Ausführlichkeit gehalten wird und durchaus zwischen 5 und 8 Stunden (in den Athosklöstern sogar 10 Stunden) dauern kann, in den "gewöhnlichen" Gemeinden in der Regel auf etwa zwei Stunden gekürzt ist. Wenn man davon ausgeht, daß eine Liturgie auch circa eineinhalb Stunden dauert (und unsere Gläubigen vom Kleinkindalter daran gewöhnt sind !), ergibt sich die Teilnahme von Kindern als nicht unüberbrückbare Schwierigkeit - wobei immer Toleranzgrenzen vorhanden sind.
Was die Häufigkeit des Gottesdienstbesuchs anbelangt, so denke ich, daß man auch bei uns keine allgemeinen Normen definieren kann; sicher ist allerdings, daß die orthodoxe Kirchlichkeit vor allem von der Teilnahme an der Liturgie gespeist und geprägt wird - insoferne erwächst daraus den Gläubigen eine geistliche Notwendigkeit, teilzuhaben.
Herzlichst,
Erzpr. Peter
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Marypoppins
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Lieber Protopeter,
was machen denn die Mütter mit den Babys, wenn diese hungrig sind?
Füttern sie sie in der Kirche, oder gehen sie mit ihnen dann raus.
Was ist denn, wenn die Kleinkinder rumdüsen und rumhopsen wollen?
Stört das die Anderen nicht?
Liebe Grüße
Mary
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protopeter
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Nun, in solchen Fällen wird man entweder mit dem Kind in eine stille Ecke oder nach draußen gehen; bei entsprechendem Kleinkinderbewegungsdrang (kommt immer auf das Ausmaß an
Ich erinnere mich aus den ersten Jahren meiner Tätigkeit beispielsweise an eine Familie, die ihre damals zweijährige Tochter immer zur Liturgie mitnahm; die Kleine setzte sich dann auf die Stufe, die den Altarraum (und Ikonostase) vom Kirchenschiff abtrennt und verfolgte von dort fasziniert das Geschehen.
Herzliche Grüße,
Erzpr. Peter
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Marypoppins
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habe noch nie einen Ihrer Gottesdienste miterlebt und stelle mir das deshalb
wahrscheinlich alles ganz verkehrt vor.
Bei uns könnten Kinder in der Kirche schlecht rumlaufen und schon gar nicht in einer Ecke gefüttert werden.
Ich kann mir schon vorstellen, daß das dann den Kindern ganz gut gefällt.
Beste Grüße
Mary
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Rene
hier ein kleiner Ausschnitt einer bulgarisch orthodoxen Liturgie
http://www.berlin.dveribg.net/video-de.htm
L.G. Rene
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Marypoppins
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Eine super Idee von Ihnen den Link mit der orthodoxen Liturgie zu posten.
Leider ist meine Soundkarte defekt, deshalb konnte ich die Gesänge und falls es solche gab, auch die Erklärungen nicht hören.
Trotzdem fand ich es äußerst beeindruckend.
Hab ich das richtig mitgekriegt...4 Priester und zwei Helfer?
Haben diese Priester, die ich da gesehen eine bestimmte Bezeichnung...
unterscheiden sie sich??
Liebe Grüße
Mary