DER HEILIGE BLASIOS

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Ehre sei Dir oh Herr

DER HEILIGE BLASIOS

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr »

DER HL.BLASIOS

?Der hl. Blasios wurde im 3. Jh. In der Provinz Armenien geboren und war Arzt von Beruf. Er führte ein Leben, wie der gerechte Hiob: in Gottesfurcht und Rechtschaffenheit. Alle seine Mitbürger achteten ihn, weshalb er zum Bischof von Sebaste (heute Sivas) in Ostanatolien geweiht wurde. Zur Zeit der großen Verfolgung (303 ? 311) setzte er sich mutig ein für die hl. Martyrer und spornte sie an zur Standhaftigkeit. Er besuchte auch den hl. Eustratios im Gefängnis, wo er am Vorabend von dessen ruhmreichen Martyrium die göttliche Liturgie für ihn zelebrierte. Später sorgte er für die Bergung der Reliquien des Heiligen und seiner vier Gefährten. Einige Zeit danach zog sich der hl. Blasios ins nahe gelegene Gebirge zurück, auf den berg Argea, wo er sich in einer Höhle dem fortwährenden Gebet hingab. Die wilden tiere, angezogen vom Duft seiner Heiligkeit, kamen ohne furcht zu ihm wie zu einem neuen Adam und pflegten friedlich am Eingang der Höhle zu warten, bis er hinauskam und sie segnete oder ihre Gebrechen heilte.
Zur Zeit von Kaiser Licinius (um 316) kam Agrokolaos, der Gouverneur von Kappadokien, nach Sebaste, um die Christen festzunehmen und den Raubtieren vorzuwerfen. Deshalb sandte er Soldaten zum Tierfang in die Berge. Als diese in die Nähe von Blasios` Höhle kamen, fanden sie dort zu ihrem Erstaunen eine große Zahl von Löwen, Tigern, Bären, Wölfen und anderen Raubtieren einträchtig versammelt um den Heiligen. Sie meldeten es den Gouverneur, der ihnen sogleich befahl, Blasios zu verhaften. Der heilige Eremit empfing sie freundlich und folgte ihnen ohne Widerstand. Beim Anblick des Heiligen, der unaussprechliche Sanftmut und frieden ausstrahlte, bekehrten sich manche Heiden entlang des Wegs, und viele Kranke, Menschen ebenso wie Tiere, fanden Heilung. Vor Agrikolaos geführt und von diesem verhört, bekannte der hl. Blasios furchtlos den waren Glauben und verurteilte die Nichtigkeit des Götzenkults, wofür er mit Ruten blutig geschlagen und manchen anderen Qualen unterworfen wurde. Sieben Frauen, die ihre Bewunderung für den heiligen Martyrer bezeugten, wurden ebenfalls verhaftet und unter Todesdrohung zum Götzenopfer aufgefordert. Sie erklärten sich bereit dazu, verlangten aber, dass man ihnen die Götzenbilder an den See von Sebaste bringe ? jenem gleichen see, wo bald danach die 40 Martyrer ihren glorreichen Kampf gegen die Eiseskälte austragen sollten -, damit sie sie waschen könnten. Der Bitte wurde stattgegeben, worauf die Frauen die Standbilder im See versenkten. Wutentbrannt lies sie Agrikolaos grausam martern, ins Feuer werfen und schließlich enthaupten. Dann befahl er, den hl. Blasios im See zu ertränken. Doch als man ihn ans Ufer brachte, bekreuzigte er sich und schritt in Nachahmung des Herrn über das Wasser bis in die Mitte des Sees. Von dort forderte er die Heiden auf, ihm zu folgen, wenn sie sich auf ihre Götter verlassen zu können glaubten. 68 davon versuchten es und ertranken sogleich. Darauf erschien dem hl. Blasios ein lichter Engel und lud ihn ein, ans Ufer zurückzukehren, um die Siegerkrone zu empfangen. Nachdem er für all jene gebetet hatte, die in Zukunft seine Hilfe anrufen würden, wurde er enthauptet, zusammen mit zwei Kindern und einer der 7 Frauen, die sich ebenfalls zum Martyrium bereiterklärt hatten. Bis heute ist der hl. Blasios sowohl im Osten als auch im Westen einer der meistverehrten heiligen Heiler. Er wird insbesondere angerufen bei Erstickungsgefahr nach Verschlucken von Fischgräten u. dgl. Sein kostbarer Schädel wird im hl. Kloster Konstamonitou auf dem Hl. Berg Athos verehrt.?

aus dem Synaxarion

Herzliche Grüße René
Marypoppins
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Registriert: 04.06.2007, 15:00

Beitrag von Marypoppins »

Hallo ,

bei uns Ggbts da etwas, daß "Blasiussegen" heißt.

Am Sonntag nach Lichtmess wird ein Segen gespendet (gegen Halskrankheiten).
Die Gläubigen treten vor den Altar. Der Priester stelt sich vor jeden einzelnen hin und segnet ihn.
Dabei trägt er zwei Kerzen die sich X-förmig überkreuzen in der Hand- die hält er dem Gläubigen vor Gesicht und Hals und spricht:
"Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist."

Habt Ihr eine Ahnung warum diese Kerzen sich X-förmig überkreuzen?

Habt Ihr auch einen solchen Blasiussegen?

Liebe Grüße
Mary
protopeter
Priester
Beiträge: 698
Registriert: 24.07.2006, 21:21
Wohnort: Salzburg

Beitrag von protopeter »

Liebe Mary !

Es gibt in der orthodoxen Tradition abendländischer Prägung (die allerdings heute nur vereinzelt existent ist) eine solche Segnung; in der byzantinischen Orthodoxie ist dieser "spezielle" Segen allerdings unbekannt. Die Art und Weise des von Ihnen beschriebenen Haltens der Kerzen ist 1. wiederum die Form des Kreuzes und 2. der griechische Buchstabe Chi (X), der den Lautwert "ch" für Christus hat.

In der Liebe Unseres Herrn grüßt
Erzpr. Peter
Marypoppins
Beiträge: 151
Registriert: 04.06.2007, 15:00

Beitrag von Marypoppins »

Lieber Protopeter,

Danke für die Antwort:

Gibt es bei Ihnen überhaupt Segnungen gegen bestimmte Krankheiten?

Kennen Sie in ihrer Kirche auch Sakramente?

Wir haben 7 Sakramente:
Taufe, Firmung. Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Weihe und Ehe.

Gibt es da grundlegende Unterschiede zwischen unseren Kirchen?

Herzliche Grüße
Mary
IoannesProselytos
Beiträge: 196
Registriert: 09.01.2007, 21:11
Wohnort: S?den ?sterreichs

Beitrag von IoannesProselytos »

Natürlich kennt man in der Orthodoxie auch die Sakramente: An sich sind es diesselben Sieben! Unterschiede bestehen dahingehend, dass Taufe, Kommunion und Firmung auf einmal gespendet werden z. B. ...
Marypoppins
Beiträge: 151
Registriert: 04.06.2007, 15:00

Beitrag von Marypoppins »

Besten Dank!

Lieber IoannesProselytos,

Derzeit ist es bei unserem Klerus im Gespräch unseren Ritus was Taufe Kommunion und Firmung betrifft, dem Euren anzupassen.
Die aktiven Gläubigen sind diebezüglich sehr gespalten.

Einerseits würde man die ökumenische Annäherung an Ihre Kirche begrüßen.
Es käme natürlich auch dem derzeitigen Dilemma unseres Priestermangels und der finanziellen Misere entgegen.

Daegen spricht die derzeitige religiöse Praxis.
Das sieht bei uns so etwa aus:
Taufe ok!
Aber das dort gegebene Versprechen von Eltern und Paten, das Kind im Glauben zu erziehen und zu unterstützen ist bei ca. 70% ein reines Lippenbekenntnisund scheitert gleich zu Beginn an Interesselosigkeit
oder Unkenntnis.

Trotzdem sind die Taufen beliebt und sei es als eine Art Brauchtumspflege oder als emotionales persönliches Fest. Manche geben auch nur dem Wunsch der Großeltern nach.

Die meisten Kinder, die mit etwa 9 Jahren zur Kommunion angemeldet werden, sind bezüglich irgendwelchen religiösen Wissens oder religiöser
Kenntnisse Völlig "unbelastet"
Hier kann die Kirche sich aber nochmal aus gegebenem Anlass mit den Familien, speziel aber mit den Kindern auseinandersetzen.

Sie kann zur religiösen Praxis anleiten, und Wissen vermitteln.
Manchmal gelingt es auch Familien wieder in die Kirche zurückzuholen.

Die Firmung kommt dann so mit 15, 16 Jahren oder auch später.
Da geht es darum die Jugendlichen von dem "Kinderglauben" in den "Erwachsenenglauben" zu entlassen.

Da stellt man immer wieder fest, daß die Kids meistens auf dem Stand
stehengeblieben sind, den sie Ende des Kommunionunterrichts erreicht hatten. Hier ist dann meist für Jahre die letzte Möglichkeit die Leute religiös zu erreichen.

Nun stellen sich die Gläubigen mit Recht die Frage: was wird, wenn diese Möglichkeiten wegfallen.

Man müßte da umorganisieren aber wie...

Wie regelt Ihr das denn?

Wie fördert Ihr den Glauben Eurer Kinder und Glaubensbrüder und Schwestern?

Diese zwei vorhergenannten Altersstufen sind gut geeignet etwas zu vermitteln.

Habt Ihr etwas Besonderes für dieses Alter vorgesehen?

Liebe Grüße
Mary
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