Richtigstellung zum Ikonenküssen von Frauen
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protopeter
- Priester
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Der von Ihnen genannte Text ist im Liturgikon enthalten, um zu untwerweisen, wie und unter welchen Umständen eine gottesdienstliche Handlung zu vollziehen ist/nicht vollzogen werden darf. Hier ist es eindeutig - es handelt sich um widernatürlichen Blutfluß, der als Verunreinigung zu erfassen ist. Demgegenüber ist die Menstruation - wie schon in verschiedener Weise von den Diskussionsteilnehmern ausgeführt - jedoch zur naturgemäß-gottgegebenen Existenz einer Frau gehörig; es handelt sich dabei weder um eine Krankheit noch um eine wie auch sonst geartete Anomalie.
Die Frage des Eucharistieempfangs kann dabei durchaus unterschiedlich geregelt sein; allerdings: Es ist zu beachten, daß einige Kirchenväter (hier ist etwa auf Basilios den Großen zu verweisen) zu diesem Thema eine etwas rigidere Auffassung als beispielsweise Johannes Chrysostomos vertraten. Alleine - in der Gesamttradition unserer Kirche verbleibt als Quintessenz aus den verschiedenen Väteransichten ein entscheidender Ermessensspielraum, der durch das oikonomia-Prinzip geleitet ist.
Brüderlich grüßt
Erzpr. Peter
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danadoina_3
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- Registriert: 06.02.2007, 19:32
möge Ihr Segen im Namen unseres HErrn über mich kommen!
Ich kann Ihnen absolut folgen.
Väter wie Athanasius der Große waren ganz klar milde positioniert zu dieser Angelegenheit; dagegen zB. Dyonisios v. Alexandrien war der Meinung: die Frau wird schon selbst einsehen das an diesen Tagen sie nicht herantreten sollte.
Selbstverständlich wird jeder Geistliche es nach Ihrerseits vorgeschlagenem Prinzip regeln wollen - jedoch geht das nur, wie immer individuell, also nicht als Regel!
Ich sehe auch nicht ein das etwas was die Natur vorgibt, wiedernatürlich sein soll! Jedoch , wie von mir erwähnt, bin ich überzeugt das ein Hereinbringen von Blut (jeglicher Art) in das Heiligtum wo wir das blutlose Opfer unserem Gott darbringen, nicht geschehen darf! Daher auch die strengen Reinigungsvorschriften im Liturgikon.
Vor allem wenn wir der Hypothese nachgehen, das im Frühchristentum auch Frauen in den Altarraum, also ins Heiligste vom Heiligen, hereingetreten sind um von der Tafel die hl. Gaben zu (ein-)nehmen - dann könnte ich die "hardliner" verstehen.
Aber wie immer, es gilt auch hier dem (vorstehenden) Hierarchen Gehorsam zu erweisen.
Es gibt nähmlich noch schlimmere Restriktionen/Auslegungen zur Kommunion!
Herzlich in Christo,
Ihr Schüler milo
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Rene
ich möchte in diesem Zusammenhang auch darauf verweisen, dass unseres Allheilige Gottesmutter selbst (ebenso unser HErr nach der Beschneidung) sich dieser 40 Tage, die das Gesetz vorschrieb, unterwarf , obwohl dieser nicht bedurfte (ebenso der HErr).
Wir feiern auch das Fest der Heiligen Begegnung (2.2./15.2.)!
Zum Thema Blut noch ein Wort.
Wir bringen in der Kirche das UNBLUTIGE Opfer dar!
Blut würde dem dann zuwiderlaufen.
Sicher ist es so, dass der liberalste Priester die Menstruation für unwichtig hält, während ein sehr strenger Priester eine Frau garnicht in die Kirche lassen würde, Möglichkeiten die dazwischen liegen gibt es ebenso.
Wenden wir uns also in solchen Fragen am Besten vertrauensvoll an unseren geistlichen Vater. Er kennt uns und auch etwaige Umstände die zu berücksichtigen sind.
herzliche Grüße
Zustimmung zur Anmerkung, bezgl des blutlosen Opfers! Allerdings frage ich mich, wie das nun auf das Volk der Gläubigen bezogen werden kann, welches sich -außerhalb des Altarraumes- auf die heilige Kommunion vorbereitet? Der natürliche Blutfluss einer Frau z.B. bezeugt doch nicht eine opfernde Haltung!?administrator hat geschrieben: Ich sehe auch nicht ein das etwas was die Natur vorgibt, wiedernatürlich sein soll! Jedoch , wie von mir erwähnt, bin ich überzeugt das ein Hereinbringen von Blut (jeglicher Art) in das Heiligtum wo wir das blutlose Opfer unserem Gott darbringen, nicht geschehen darf! Daher auch die strengen Reinigungsvorschriften im Liturgikon.
LG.
Sebastian