Genauso denke ich auch! Ich bin froh dass ich rumänin bin und liebe auch mein land, dass bedeutet nicht das ich andere geringschätze. Patriotismus muß nichts schlechtes sein. Das ist in Deutschland aber anders, verständlich vieleicht auch auf grund der vergangenheit. Ich habe aber viele jahre gebraucht bis ich das verstanden habe. Ich verstehe genau was der serbische priester gesagt hat. Es wurde in Rumänien z.B. über die generationen eine art landliebe weitergegeben die aber nicht die anderen völker herabsetzt. In Deutschland können sich die menschen nicht vorstellen.Mein Priester aus meiner Serbischen Gemeinde Vater Sasa hat mir gesagt das er sein Land Liebt und das auch er National denkt aber er stellt sein Land nicht über andere oder hält es für etwas besseres...denn erst der sich selber richtig liebt kann auch andere richtig Lieben..
Patriotismus und Glaube - Gratwanderung?
-
danadoina_3
- Beiträge: 159
- Registriert: 06.02.2007, 19:32
-
Rene
Wenn in Deutschlan jemand seine Vaterlandsliebe bekundet, muss er damit rechnen, in die rechte Ekche gedrängt zu werden. Das liegt wohl an unserer Vergangenheit...
Bei Russen oder Ukrainern habe ich den Nationanstolz auch erlebt. Ist doch auch o.k. Warum soll man nicht stolz sein, ein Russe zu sein z.B..
L.G. Rene
Ich stimme mit Ilia 2 aus Bremen überein. Wir sollten zurück zu Glaubensfragen kommen. Doch gestattet mir im Rahmen der hier sattgefundenen "Disskusion" einen -hoffentlich- guten Ansatz zu finden der weitergeht und gerade unsere Glaubenswelt erfasst, die sich für uns Weltchristen nunmal von der profanen Welt nicht immer trennen lässt.
Vielleicht machen wir hieraus auch ein neues Thema, besser gesagt trennen es aus dem Vorstellungsbereich.
Wenn in Deutschlan jemand seine Vaterlandsliebe bekundet, muss er damit rechnen, in die rechte Ekche gedrängt zu werden. Das liegt wohl an unserer Vergangenheit...
Das kenne ich auch sehr gut. Auch ich verspüre eine gewisse "Vaterlandsliebe" . Ich bin hier aufgewachsen, fühle mich vielen Menschen verbunden, mag die Vielfalt (naja auch nicht immer alles
Nun ist es aber auch so, dass der sogenannte "Nationalstolz" , das was René und ich als o.k. bezeichnen, von extremen politischen Gruppen (meist radikal rechts) ausgenutzt wird. Wir wohnen in einem Stadtviertel in dem des öfteren Post von der NPD bei uns ins Haus flattert... Das neue Nationalgefühl , Das Vaterland wird unterwandert! Aufwachen!, 7 Millionen Ausländer, sind 7 Millionen zu viel und ähnliches ist dort zu lesen. Die Panikmache ist für uns ersichtlich, lächerlich und einfach nur abwertend ... doch verschimmen immer wieder für einige - ich nenne sie die - gesunden Grenzen des Nationalbewusstseins.
Der faschistische, rechte Rand begibt sich zum Menschenfischen, und der Kommunismus (in all seinen Ausartungen) ist noch lange nicht tot. Beide Ideologien stehen feindschaftlich der Kirche und dem Glauben gegenüber. Verwunderlich? Nein, denn beide Ideologien dulden keine "Konkurrenz" (den Glauben) neben sich, keinen Ansicht (für uns eher Aussicht), welche dem Arbeitervolk eine "Hoffnung auf Herrlichkeit" vermittelt, die weitergeht und mehr ist als deren leere Versprechungen.
Nationalstolz und Glaube
1. Können diese zwei Wörter -vertretbar- in einen Kontext gebracht werden?
2.Sollte man seinen Nationalstolz vor der Kirchentür ablegen, da er im Leib Christi, der Gemeinschaft mit und in Christo sowieso überflüssig ist? Ist er überflüssig?
[ Zu Frage 2. Überflüssig, da ich mir versuche die Worte des Apostels vorzuhalten : Gal 3, ... 23Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. 24So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. 25Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. 26Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. 27Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. 28Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. 29Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.
3. Sollte es nicht überflüssig sein, eurer Meinung nach, welche Rolle sollte Nationalempfinden dann innerhalb der Gemeinschaft Christi spielen?
4. Ist Nationalempfinden, "Stolz" (welchen ich als teilweise sehr stark bei manchen Brüdern und Schwestern wahrnehme) der innerorthodoxen Verständigung zuträglich, kontraproduktiv, oder "genau richtig".
Auf eure Meinungen gespannt!
-
danadoina_3
- Beiträge: 159
- Registriert: 06.02.2007, 19:32
wahr ist aber auch dass ich mich zum beispiel näher einen orthodox gläubigen russen oder georgier oder was auch immer fühle als einen ungläubigen rumänen
-
Rene
Genau, liebe danadoina, so sehe ich das auch. Für mich ist es wichtiger einem orthodoxen Bruder (oder Schwester) zu begegnen als einem Landsmann. Sind wir schließlich orthodox getauft und nicht griechisch, serbisch, rümanisch, russisch... oder...danadoina hat geschrieben: wahr ist aber auch dass ich mich zum beispiel näher einen orthodox gläubigen russen oder georgier oder was auch immer fühle als einen ungläubigen rumänen
Die Gemeinsamkeiten liegen auf der Hand.
herzlichst Rene
schaut man auf die Einmischung der katholoschen Kirchen in den Wahlkämpfen in Polen sieht man eine Vermischung einer Kirche in die weltliche Ordnung. Das Reich Gottes ist aber nicht von dieser Welt.
Selbstkritisch sehe ich auch auf den Balkan, wo die katholischen Priester aber auch orthodoxe Priester dem Nationalismus Zuspruch gewährten und dadurch auch schlechtes bewirkten während des Krieges. So habe ich persönlich einen Bekannten, der durch unsere Hirten, den Priestern im Glauben sehr erschüttert wurde und zählt sich heute zu Atheisten leider.
Daher meine Frage, wieviel können wir dem Nationalismus erlauben sich einzuschleichen in die priesterlichen Gewänder und damit evtl. viele Menschen zu Fall zu bringen.
Ich hoffe sehr, dass wir einsehen, wie verhasst die Kriegsbefürworter und -förderer bzw. wie sehr die Friedensstifter "seelig sind in den Augen des Herrn" wie in der Bergprädigt dargelegt.
Es ist nicht mein Anliegen jemandem zu nahe zu treten, sondern ich habe den Wunsch zusammen mit euch sich den Worten Gottes und Seinem Willen zu nähern, nicht unser eigenen Vorstellungen, Wünschen und Vater- bzw. Mutterlandsliebe. Was übrigens genau ein weiterer Konflikt ist, wurzelnd in der Nationalität und Souverenität, will sich die Mazedonische Kirche - meine Mutterseite von der serbischen Orthoxen Kirche - meiner Vaterseite - trennen.
Liebe Grüße Aleksandra
Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
-
protopeter
- Priester
- Beiträge: 698
- Registriert: 24.07.2006, 21:21
- Wohnort: Salzburg
Vorneweg sei eine wesentliche Anmerkung gestattet: Der als Phyletismos bezeichnete religiös verbrämte Nationalismus wurde bereits 1872 durch eine panorthodoxe Synode als Häresie verurteilt. Daraus folgt unzweideutig, daß für die Orthodoxe Kirche die (leider allzu oft auftretende und auch von "außen" an uns herangetragene) "nationalreligiöse" Konzeption keine wie auch immer geartete Bedeutung haben kann. Es sei in diesem Kontext nochmals auf zwei Stellen der Heiligen Schrift - Mt 28,19 und Gal 3,28 - verwiesen; sie geben klar Zeugnis von der Universalität des Glaubens an die Erlösung in Christus.
Das orthodoxe Volk - das ist die Gesamtheit der im gottmenschlichen Organismus der Kirche Versammelten, ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft. Es ist durchaus nicht unrichtig festzustellen, daß der orthodoxe Glaube ganzen Völkerschaften zur Einwurzelung eines neuen Bewußtseins verhalf, ihre Kultur im Lichte Christi verklärte - alleine, daraus kann und darf im kirchlichen Bewußtsein niemals eine Form des Nationalbewußtseins im politischen Sinne abgeleitet werden.
Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
ich bin mir nicht ganz sicher, ob es gelingen kann, sein Vaterland "richtig" zu lieben, ohne dabei auch politisch zu werden.
Als der Hl. Sergius von Radonesh den Großfürsten gegen die Tataren gesegnet hat, war das sehr politisch (Krieg ist die Fortsetzung der Politik ...).
Vielleicht müsste man sich vorab über das klar werden, was man eigentlich liebt. Für mich als Eingeborenen hat sich da parallel zu meiner Christianisierung ein erheblicher Wandel vollzogen. Die weltlichen "deutschen Werte" hinterfrage ich zunehmend, dafür berührt es mich nun, in der Kirche zu stehen, wo meine Oma für mich gebetet hat, beispielsweise. Oder die Sagen meiner Heimat, die voll sind von Marienerscheinungen, Engeln und starkem, einfachem Glauben.
Offensichtlich sind da also Verbindungen zu meinen Vorfahren, von denen ich früher nichts wusste - und vermutlich gibt da noch viel mehr, was noch auf Entdeckung wartet..
Auf dieser Basis kann ich dann auch "politische" Vaterlandsliebe entwickeln und ein Interesse an einem starken und freien Deutschland, an einem Bewahren auch nationaler Identität. Ich stelle im Übrigen verwundert fest, dass sich meine politischen Präferenzen dabei im letzten Jahrzehnt sukzessive von "links" nach "rechts" verschoben haben. Vielleicht sitzen "rechts" mehr "Bewahrer", als "links". Radikal bin ich dabei aber nicht geworden
Gruß
Hans-Peter
-
1389.
es ist ein Trug wenn man meint es gäbe serbisch-orthodox, griechisch-orthodox, russisch-orthodox...usw.
Nein! Das ist falsch. Es gibt wenn schon christlich-orthodox, da es auch die Orthodoxe im Islam, im Judentum usw. gibt.
Wir sind einfach nur orthodox von christlicher Glaubenskonfession her.
Von der Kirchenzugehörigkeit aber, sprechen wir von der Serbischen orthodoxen Kirche, Griechischen orthodoxen Kirche, usw.
Dies drückt nur die Organisationsstruktur /Jurisdiktion aus...nicht eine nationalgeprägte christliche Konfession!
Diese Atribute darf man nicht verwechseln.
Es gibt entweder orthodoxe oder heterodoxe Christen.
Nationalität ist hierbei kein Garant für die entsprechende Zugehörigkeit.
Hoffe nicht falsch verstanden zu werden...
Herzlich
br. milo
Lieber Gavrilo,gavrilo hat geschrieben:ich bin eh der gleichen auffassung,... doch es gibt sehr viele die nur "srbovanje" usw. propagieren,.. oder auch sehr viele bei denen der nationalestolz größer ist als der glaube "mont-orthodoxe" und "ukrainisch-orthodoxe"
ich glaube Du wolltest diese Antwort hier hinein schreiben, hast es aber im falschen Thema getan.
Ich hoffe Du hast Verständnis das ich es hierher kopiert habe, und dort gelöscht.
Gruß,
Milo
-
protopeter
- Priester
- Beiträge: 698
- Registriert: 24.07.2006, 21:21
- Wohnort: Salzburg
Die Frage der sogenannten Diaspora wird im Hinblick auf die Lage der Orthodoxen Kirche außerhalb autokephaler oder autonomer Kirchenstrukturen genau so gerne wie auch falsch zur Anwendung gebracht. Die uns immer wieder vorgeworfenen "Partikularismen" haben in dieser Sichtweise ihren Ursprung; im günstigsten Fall läßt man von heterodoxer Seite zur Beschreibung der orthodoxen Einheit in der Vielfalt (denn alleine diese Tatsache hat Geltung !) das "landeskirchliche" Prinzip gelten.
Noch bedauerlicher ist es allerdings, wenn diese Trennungstendenzen inerhalb der orthodoxen Ökumene entscheidendes Gewicht erhalten - gerade auch in der Identifikation von Nation und Glaube. Als ein Resultat solchen Denkens könnte dann unter bestimmten Umständen die (natürlich grundfalsche) Schlußfolgerung gezogen werden, daß eben Menschen, deren Hintergrund nicht traditionell-orthodox geprägt ist, jedoch den Weg in unsere Kirche fanden, gleichermaßen als "Gläubige zweiter Klasse" qualifiziert würden - gerade weil ihnen eine bestimmte national-kulturelle Komponente fehlen würde.
Für das Bestehen und die gedeihliche Weiterentfaltung orthodoxen Lebens ist es von zentraler Bedeutung, das Prädikat der katholiké ekklesia oder der sobornost´ immer wieder zu betonen. Ein solcher Zugang ermöglicht es, die wahre Fülle, Authentizität und universelle Geltung der Kirche Christi jenseits aller menschengemachten Begrenzungen wahrzunehmen und in entsprechender Weise für die Rechtgläubigkeit ein allumfassendes Zeugnis abzulegen.
Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
-
IoannesProselytos
- Beiträge: 196
- Registriert: 09.01.2007, 21:11
- Wohnort: S?den ?sterreichs
Dass das so nicht stimmt, dafür gibt es hier im Forum ja auch einige sehr gute Beispiele.Als ein Resultat solchen Denkens könnte dann unter bestimmten Umständen die (natürlich grundfalsche) Schlußfolgerung gezogen werden, daß eben Menschen, deren Hintergrund nicht traditionell-orthodox geprägt ist, jedoch den Weg in unsere Kirche fanden, gleichermaßen als "Gläubige zweiter Klasse" qualifiziert würden - gerade weil ihnen eine bestimmte national-kulturelle Komponente fehlen würde.