Heute möchte ich Sie wieder aufrufen, für unseren Verein Christlich-Orthodoxes Medienzentrum e. V. zu spenden.
Seit meinem Spendenaufruf vor einem Jahr hat sich vieles getan. Einige Gläubige haben auf den Aufruf reagiert und Daueraufträge für regelmäßige Spenden eingerichtet. Das ermöglichte es uns zum ersten Mal seit der Gründung, drei Helfer auf Minijobbasis zu beschäftigen. Dadurch kann der Verein endlich aktiv ausgewählte Projekte verfolgen.
Damit wir unsere Arbeit nicht nur weiter fortsetzen, sondern auch ausweiten können, möchte ich heute wieder um Ihre Spende bitten. Wie ich in meinem kürzlichen Interview zur Entwicklung der Orthodoxie in Deutschland gesagt habe, liegt die Verantwortung für die Kirche und die Mission auf uns allen, und zwar hier vor Ort. Nur durch die Beteiligung jedes einzelnen Gläubigen können wir dem Herrn und der Kirche dienen und eine Basis für uns und zukünftige Generationen schaffen.
Heute wird des Hl. Athanasius des Großen Bischof von Alexandrien gedacht.
(3-4Jhd)
Gleichzeitig wollte ich in die verehrte Runde fragen,
warum wird dieser Heilige als Vater der Orthodoxie genannt?
Ein Zitat von Ihm:
Wer da will selig werden, der muß vor allen Dingen den rechten (orthodoxen) christlichen Glauben haben. Wer denselben nicht ganz und rein hält, der wird ohne Zweifel ewiglich verloren sein.
Mögen seine Gebete uns helfen diesen rechten Glauben an unseren Gott zu bewahren!
administrator hat geschrieben:Gleichzeitig wollte ich in die verehrte Runde fragen,
warum wird dieser Heilige als Vater der Orthodoxie genannt?
Lieber Milo,
soweit mir bekannt ist, wurde ihm dieser Beiname wegen seines unermüdlichen Kampfes für den Glauben an die Dreifaltigkeit und die Göttlichkeit Jesu im Gegensatz zur damals erstarkten Häresie des Arianismus verliehen.
Das sog. Athanasium, aus dem du zitiert hast, wird in manchen protestantischen Kirchen als Symbolum (Glaubensbekenntnis) anerkannt!
Tatsächlich ist es so, daß Athanasios der Große im kirchlichen Bewußtsein gewissermaßen als "Urvater des rechtgläubigen Dogmas" betrachtet wird - nicht zuletzt, da seine Opposition gegen den Arianismus zugleich eine Grundlage der endgültig formulierten Lehre über Person und Wirken des Gottmenschen Jesus Christus darstellte. Es ist bekannt, daß die arianische Häresie als eine der zeitlich am Längsten währenden (und entsprechend tief verankerten) Irrlehren im Christentum gilt - mit dem Vorsatz, diese definitiv abzuwehren, formulierte der Kirchenvater die durch das Ökumenische Konzil von Nikaia 325 zum Dogma erhobene christologische Lehre.
So ergab es sich denn auch, daß in allen nachfolgenden konziliaren Versammlungen auf dieses Dogma notwendigerweise Rückbezug genommen wurde; die damit verbundenen Maßgaben entschieden in eindeutiger Weise zwischen Orthodoxie oder Häresie. In diesem Kontext sollte auch nicht unerwähnt bleiben, daß in Kreisen der abendländischen heterodoxen Bekenntnisse (auch als eine Folge der Aufklärung des 18. Jahrhunderts) der arianische Gedanke wieder reflektiert und so Jesus Christus eher als eine "prophetische Gestalt" mit besonderen Charismata (bis hin zur Charakteristik als "Sozialrevolutionär" !) dargestellt wurde.
Aus orthodoxer Perspektive erscheint es deshalb um so vordringlicher, der rechtgläubigen kirchlichen Lehre ungeteilte Aufmerksamkeit zuzuwenden und daraus entsprechende Konsequenzen zu ziehen. In diesem Rahmen sei an die Abhandlung von Archimandrit Justin Popovic aus dem Jahre 1925: "Vom Arianismus des Arius zum neueren europäischen Arianismus" erinnert; in der dort vorgebrachten Kritik an der obenerwähnten Entwicklung erweisen sich als zusätzliche Faktoren des Wiederauflebens dieses Gedankens auch die diversen humanistisch-anthropozentrischen Doktrinen, die zu einem Wesensbestandteil heterodoxen Denkens werden konnten.