Wen liebt der Gott mehr?

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Julija
Beiträge: 13
Registriert: 04.04.2006, 17:50
Wohnort: Stuttgart

Wen liebt der Gott mehr?

Beitrag von Julija »

Liebe Brüder und Schwester!
Ich weiß es nicht, ob Sie darüber irgendwelche Gedanke gemacht haben... Für mich ist das aber schon längst eine Hauptfrage.
Die Menschen haben zusammen mit dem Körper und die Seele auch die Vernunft vom Gott bekommen. Manche versuchen diese drei Komponenten gleichzeitig zu fördern. Die anderen Leute konzentrieren sich aber nur an das geistliche Leben und bewusst oder unbewusst geringschätzen die Bildung (die Entwicklung der Vernunft). Hier spreche ich nur über die Leute, die glauben.
Für mich ist es klar, dass es hier, wie überall im Leben, eine bestimmte Hierarchie gibt. Und dass das geistliche Leben eine ausnähmlich wichtige Komponente ist, die höhste Komponente, wenn man so sagen darf. Was ist aber mit den anderen Komponenten? Wen liebt der Gott mehr? Den Mensch, der in einer Harmonie mit der Natur und mit dem Gott lebt, und keine Zeit ausgibt um sich zu bilden. Oder den Mensch, der nicht nur geistlich lebt, sondern auch das Wissen liebt und sich bildet. Es ist natürlich klar, dass der Mensch, der sich bildet, mehr verschiedene Versuchungen hat und öfter zweifelt. Welcher Weg ist dann richtig?

Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachten! Hristos se rodi! S Rozdestvom Hristovym!

Julija
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theofan
Beiträge: 153
Registriert: 19.02.2009, 11:54

Beitrag von theofan »

Liebe Julija,


was hälst du denn von dieser Antwort:
1 Kor 12,4 - 11
Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.
Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.
Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.
Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.
Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln,
dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern - immer in dem einen Geist - die Gabe, Krankheiten zu heilen,
einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten.
Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.
A. Kurajev hat gegen die These polemisiert, dass der Verstand und sein Gebrauch eine Gefahr sei, vom rechten Weg abzukommen ('um ot lukavago'), indem er darauf hinwies, dass es nicht weniger gefährlich sei, sich auf sein Gefühl zu verlassen.

Ich vermute, dass es gottgewollt ist, die Talente zu gebrauchen, die Er mir gegeben hat, und ich versuche, dabei nie zu vergessen, dass das alles Gnadengaben sind. Der Teufel ist in jedem Falle älter und klüger als wir, und ohne die ständig unsichtbar schützende Hand Unseres Herrn wären wir alle sofort verloren. Wir sind alle in Seiner Liebe, da gibt es bestimmt kein Mehr oder Weniger.

Z Bogom
Hans-Peter
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