Das Sakrament der Ehe

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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talitaNeu
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Das Sakrament der Ehe

Beitrag von talitaNeu »

HAllo ihr Lieben,

schwierig für mich zu begreifen ist das Sakrament der Ehe, das Eins-Sein. Ich sehe das mehr mit Schahm vor Gott als ein Sakrament aus eigenen Auffassen her.

Deswegen wollte ich das hier zu Diskussion stellen und eure Meinung dazu hören.

Viele Grüße Aleksandra
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Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
talitaNeu
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Vortrag von Pater Ambrosius

Beitrag von talitaNeu »

Zu dem Thema, hier auch der Vortrag von Pater Ambrosius aus dem Jahre 2004. Pater Ambrosius ist bereits zum Herrn eingegangen und ich wünsche ihm Seelen-Frieden und Freude in der Nähe Gottes.

http://www.prokopij.de/Ambrosius/index_de.htm

Viele Grüße Aleksandra
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

Wenn man den Link öffnet, oben rechts auf "Vortrag Ehe" gehen.
:wink:
Ehre sei Dir oh Herr

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr »

Hallo Ihr Lieben,

das muss ich mir etwas später durchlesen, ist ja recht umfangreich.
Herzlichen Dank für den Tip!

Auf einer leider nicht mehr bestehenden Homepage habe ich eine gute Erklärung gefunden.

"Das Sakrament der Ehe heiligt die aus freiem Entschluß zustande gekommene Verbindung der Eheleute. Die Ehe soll ein Abbild der Vereinigung Christi mit seiner Kirche sein. Der Segen durch den Priester vermittelt die göttliche Gnade zur Erfüllung dieses Zieles. Zum Vollzug dieses Sakramentes ist die beiderseitige und freie Zustimmung der sich Bindenden unbedingt erforderlich. Die Ehe wird grundsätzlich als unauflöslich erkannt. Eine Trennung kann nur in sehr schwerwiegenden Fällen ausgesprochen werden. Hierüber hat in jedem Einzelfall ein von der Hierarchie eingesetztes Gericht zu entscheiden. Aus Nachgiebigkeit kann die Kirche eine zweite, evtl. sogar eine dritte Eheschließung segnen. Die Kirche erkennt in der Ehe ein großes Sakrament; daher wird das Bild des Hochzeitsmahles des himmlischen Bräutigams oft in der Hymnographie ( in den liturgischen Gesängen verwendet.[13] Zwei Riten bilden zusammen das Geheimnis des Ehesakramentes: - Die Verlobung und die Krönung. Durch die Krönung wird die Segnung der ehelichen Gemeinschaft dargestellt."

biblische Begründung:

Gen.2, 22-24
22 Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, ein Weib, {dasselbe Wort wie Männin in V.23; so auch V.24 und später} und er brachte sie zu dem Menschen.
23 Und der Mensch sprach: Diese ist einmal Gebein von meinen Gebeinen und Fleisch von meinem Fleische; diese soll Männin heißen, denn vom Manne ist diese genommen.
24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden ein Fleisch sein.

Mt.19, 4-6
4 Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, daß der, welcher sie schuf, sie von Anfang an <als> Mann und Frau schuf
5 und sprach: »Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und es werden die zwei ein Fleisch sein«, -
6 so daß sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun Gott zusammengefügt hat, soll <der> Mensch nicht scheiden.

Eph.5, 23-33
23 Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, er als der Heiland des Leibes
24 Wie aber die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen den Männern in allem.
25 Ihr Männer, liebt eure Frauen! wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat,
26 um sie zu heiligen, <sie> reinigend durch das Wasserbad im Wort,
27 damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei.
28 So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst.
29 Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehaßt, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde.
30 Denn wir sind Glieder seines Leibes.
31 »Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.«
32 Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.
33 Jedenfalls auch ihr - jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber, daß sie Ehrfurcht vor dem Mann habe!

So gesehen, gehen viele Menschen (auch ich damals) viel zu leichtfertig damit um, man ist ja quasi schon mit der Vereinigung oder wie es biblisch formuliert wird, wenn man sich erkannt hat, so füreinander verpflichtet, als wäre es schon eine Ehe. Freilich fehlt noch der Segen dazu...

L.G. René
peter
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Beitrag von peter »

Ihr Lieben !

Ja, das Thema der Liebe und der Ehe ist für uns "gekrönte" Orthodoxe wahrlich zentral. In meinem Leben haben die diesbezüglichen Fragen immer wieder alles über den Haufen geworfen, von der Unzucht, dem Lustwahn,der "Scham" bis hin zur sakramentalen Weihe der Ehe, dem Geheimnis der Einheit in der Vereinigung, den lieben Kinderlein. Heute, am Tag der Einführung der Allreinen in den Tempel, steht mir meine früher gelebte "Unreinheit" wie auch der Versuch "reiner" Liebe in zweiter Ehe (die erste war rein bürgerlich) vor Augen. Früher polemisierte ich oft begehrlich gegen die Sexualfeindlichkeit, heute erschließe ich mir relativ spät die Möglichkeiten des"engelgleichen" Lebens. Viele Fragen sind nicht restlos beantwortet: Hat der Schöpfer uns als Mann und Frau erschaffen, damit wir lustfrei leben oder kinderlos bleiben ? Ist die mönchische Orientierung die bessere ? Ist die außer- bzw. voreheliche Beziehung vom Prinzip her böse und sündig ? Welches Verhältnis können orthodoxe Eheleute zur klösterlichen Lebensweise herstellen ? Ist menschliche Liebe ein Gegensatz zur Gottesliebe ? Ist die Liebe zum Nächsten höherrangig
als eheliche Liebe ? Sind diese meine Fragen nicht völlig falsch gestellt ?

Dank Euch Peter
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)
talitaNeu
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Hi Peter

Beitrag von talitaNeu »

also es ist definitiv kein Gegensatz zur Gottesliebe, sondern es ist ein Geschenk von Gott so zu sagen, das man liebt.

Jedoch kann ich selber nicht eine komplete Antwort dazugeben, wie gesagt das Eins-Sein verstehe ich nicht ...

Gruß Aleksandra
Mein Zuhause

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ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
Ehre sei Dir oh Herr

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr »

Lieber Freund und Bruder Peter,

nun, es gibt wohl kaum ein Thema, wo sich so weit ausholen liesse wie die Liebe.
Du hast es ja schon angesprochen, Liebe zum Herrn, zum Ehepartner, zum Kind, zum Nächsten, ja - zum Tiere - das ja auch ein kleines Seelchen hat...

Wer von uns will sich anmaßen und einen Stufenplan über die Wertigkeit erstellen, wo doch schon unser Herr gesagt hat, ... du sollst deinen Herrn lieben, von ganzer Seele, mit ganzem Herzen und ganzem Gemüt und Deinen Nächsten wie Dich selbst.... (auch Krankenbesuche sind ein solches Werk)
Auch Deine geliebte Gattin ist Deine Nächste und wenn ich die Familie als Kleine Kirche (Orthodoxes Glaubensbuch) bezeichne, dass sich aus den Geboten der Elternliebe auch die Liebe zu den Kindern ergibt ...
Ebenso das Verhältnis zu den Ämtern (Rm 13,1-7; 1 Petr 2,13-17), Regierung Volk - Volk Regierung (gegenseitiges Achten) usw... usf...

Was die mönchische Orientierung betrifft... nun, die freiwillige Keuschheit wird ja in der Schrift hervorgehoben, die Zölibatsüflicht hingegen nicht einmal erwähnt bzw gut geheißen. Ein interessantes Schriftwort findet sich dazu im 1. Timotheusbrief. Mir wurde zwar erklärt, dass dieser dazu nicht herangezogen werden kann, ich finde aber, dass die Worte darin sehr eindeitig sind. Vielleicht kann ja Vater Peter dazu in einem Extrabeitrag einiges sagen!?? Bitte :oops:

Um zu der mönchischen Orientierung zurückzukommen, in den Heiligeviten gibt es ja Beispiele, wo sich Mann und Frau geeinigt haben, ihr Leben dem Herrn zu widmen und dann getrennt in Klöster gegangen sind und sich manchmal auch wieder getroffen haben...
Wenn der Wunsch von Beiden so stark ist und man sich in der Liebe des Herrn so entscheidet ist das auch gut. Es heißt zwar, was der Herr zusammengefügt hat soll der Mensch nicht trennen, aber es geschicht ja nicht um des Menschen sondern um des Herrn Willen.

Ich hoffe, meine Gedanken gehen jetzt nicht fehl, wenn doch, dann bite ich um Verbesserung :oops:

"Ist die außer- bzw. voreheliche Beziehung vom Prinzip her böse und sündig ?"
Ich als Laie würde fast sagen, ja bzw. weder - noch.
Die Trennung z.B. von der Freundin (vorehelich) aber schon, man war ja sozusagen ein Fleisch.
...und er wird Mutter und Vater verlassen und sie werden ein Fleisch sein...
Eine außereheliche Beziehung würde ich schon als sündhaft bezeichnen. Man ist ja eine Verbindung eingegangen (ein Fleisch).

Wenn Du allerdings eine rein geistige Beziehung meinst, dann könnte man dies natürlich wieder anders herum drehen...

für heute soll das reichen :)

Dein grübelnder René
Ehre sei Dir oh Herr

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr »

Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Hallo Ihr Lieben,

das muss ich mir etwas später durchlesen, ist ja recht umfangreich.
Herzlichen Dank für den Tip!

Auf einer leider nicht mehr bestehenden Homepage habe ich eine gute Erklärung gefunden.

"Das Sakrament der Ehe heiligt die aus freiem Entschluß zustande gekommene Verbindung der Eheleute. Die Ehe soll ein Abbild der Vereinigung Christi mit seiner Kirche sein. Der Segen durch den Priester vermittelt die göttliche Gnade zur Erfüllung dieses Zieles. Zum Vollzug dieses Sakramentes ist die beiderseitige und freie Zustimmung der sich Bindenden unbedingt erforderlich. Die Ehe wird grundsätzlich als unauflöslich erkannt. Eine Trennung kann nur in sehr schwerwiegenden Fällen ausgesprochen werden. Hierüber hat in jedem Einzelfall ein von der Hierarchie eingesetztes Gericht zu entscheiden. Aus Nachgiebigkeit kann die Kirche eine zweite, evtl. sogar eine dritte Eheschließung segnen. Die Kirche erkennt in der Ehe ein großes Sakrament; daher wird das Bild des Hochzeitsmahles des himmlischen Bräutigams oft in der Hymnographie ( in den liturgischen Gesängen verwendet.[13] Zwei Riten bilden zusammen das Geheimnis des Ehesakramentes: - Die Verlobung und die Krönung. Durch die Krönung wird die Segnung der ehelichen Gemeinschaft dargestellt."

biblische Begründung:

Gen.2, 22-24
22 Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, ein Weib, {dasselbe Wort wie Männin in V.23; so auch V.24 und später} und er brachte sie zu dem Menschen.
23 Und der Mensch sprach: Diese ist einmal Gebein von meinen Gebeinen und Fleisch von meinem Fleische; diese soll Männin heißen, denn vom Manne ist diese genommen.
24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden ein Fleisch sein.

Mt.19, 4-6
4 Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, daß der, welcher sie schuf, sie von Anfang an <als> Mann und Frau schuf
5 und sprach: »Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und es werden die zwei ein Fleisch sein«, -
6 so daß sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun Gott zusammengefügt hat, soll <der> Mensch nicht scheiden.

Eph.5, 23-33
23 Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, er als der Heiland des Leibes
24 Wie aber die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen den Männern in allem.
25 Ihr Männer, liebt eure Frauen! wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat,
26 um sie zu heiligen, <sie> reinigend durch das Wasserbad im Wort,
27 damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei.
28 So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst.
29 Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehaßt, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde.
30 Denn wir sind Glieder seines Leibes.
31 »Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.«
32 Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.
33 Jedenfalls auch ihr - jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber, daß sie Ehrfurcht vor dem Mann habe!

So gesehen, gehen viele Menschen (auch ich damals) viel zu leichtfertig damit um, man ist ja quasi schon mit der Vereinigung oder wie es biblisch formuliert wird, wenn man sich erkannt hat, so füreinander verpflichtet, als wäre es schon eine Ehe. Freilich fehlt noch der Segen dazu...

L.G. René
Hallo, Ihr Lieben,

Ich möchte mich verbessern.
Die Seite existiert doch noch :oops: :oops: :oops:
Nachzuschlagen unter http://home.arcor.de/dvbajin/Die%20Saeule.htm#DieEhe

L.G. René
Walter
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Beitrag von Walter »

Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Hallo, Ihr Lieben,

Ich möchte mich verbessern.
Die Seite existiert doch noch :oops: :oops: :oops:
Nachzuschlagen unter http://home.arcor.de/dvbajin/Die%20Saeule.htm#DieEhe

L.G. René
Das ist die Homepage von Pater Theodor hier im Forum. Du findest sie auch unter http://www.orthodoxinfo.de.vu/. Ob er die ursprüngliche Domain orthodoxinfo.de (also ohne .vu) nun aus Kostengründen oder aus einem anderen Grund aufgegeben hat, kannst Du ihn ja selbst fragen.

Noch als Info: Wir hatten über diese Seite ja hier schon einmal ausführlich diskutiert. :wink:
γενηθήτω το θέλημά σου·
Ehre sei Dir oh Herr

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr »

Walter hat geschrieben: Das ist die Homepage von Pater Theodor hier im Forum. Du findest sie auch unter http://www.orthodoxinfo.de.vu/. Ob er die ursprüngliche Domain orthodoxinfo.de (also ohne .vu) nun aus Kostengründen oder aus einem anderen Grund aufgegeben hat, kannst Du ihn ja selbst fragen.

Noch als Info: Wir hatten über diese Seite ja hier schon einmal ausführlich diskutiert. :wink:
Hallo Walter,

das ist mir bekannt, allerdings halte ich die in der Verlinkung angegebenen Formulierungen wie "Extremisten" für gelinde gesagt unangebracht.
Wenn wir uns alle (ich als erster) mehr in Demut und Nächstenliebe üben würden, wären wir auf dem Wege zur Einheit wohl wesentlich weiter.

L.G. René
Walter
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Beitrag von Walter »

Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:allerdings halte ich die in der Verlinkung angegebenen Formulierungen wie "Extremisten" für gelinde gesagt unangebracht.
Lieber René, das Wort habe ich so pauschal auch nicht benutzt, sondern es ging dort in dem Thread um den Absolutheitsanspruch einzelner Kirchen auf Gesamtkirche, und dort nehmen die genannten Kirche schon eine Extremposition ein (das andere Extrem wäre die bedingungslose Anerkennung jeglicher kirchlichen Gruppierungen als Teil der Kirche quasi als Sofort-Ökumene), was sich sogar z.B. in der teilweisen Nichtanerkennung sogar orthodoxen Taufen (außerhalb der eigenen Kirche) zeigte.

Der Thread ist nun auch schon eine Weile alt. Heute bin ich Pater Theodor dankbar, dass er hier im Forum darüber Rede und Antwort steht und persönlich von Praktiken wie den oben genannten Wiedertaufen Abstand nimmt. Allerdings gab sicher solche Taufen, wenn auch nicht in seiner Gemeinde, wie er schreibt.

Das nur als Antwort auf Deinen Beitrag oben. Hier im Thread ist das sicher off topic und wir sollten das woanders weiterdiskutieren. Die anderen bitte ich also um Entschuldigung für diese kurze Einlage.

LG
Walter
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talitaNeu
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Thread

Beitrag von talitaNeu »

Walter hat geschrieben:Hier im Thread ist das sicher off topic und wir sollten das woanders weiterdiskutieren.
Danke Walter :-)
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Jesus ist auferstanden ! :-)

Beitrag von talitaNeu »

Hallo liebe Freunde,

ich habe mir wiedermal Gedanken über dieses Thema gemacht und wollte fragen, ob man das Eins-Sein vor Gott auch so verstehen kann, dass man in der Einheit im Gebet und Flehen vor Gott stehen? Denn wann ist man näher Gott als Mensch, als dies der Fall im Gebet ist.

Abhängig natürlich davon, wo der Mann oder die Frau derzeit steht in der Einstellung zu einem Thema oder im Frieden bzw Unfrieden, kann ein Gebet bzw. das was man sagt irgendwo wahscheinlich auch entzweien, der Herr kann es aber im Gebet heilen nach meiner Meinung.

Was denkt ihr dazu oder habt ihr einen anderen Gedanken vielleicht in Bezug auf das "Eins-Sein" vor Gott... vielleicht können ja die verheirateten Mitglieder ein paar Tipps rüberreihen ??? :-)

Liebe Grüße Aleksandra in der Freude auf Christi-Himmelfahrt :-)
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Hallo Peter, wie gehts dir?

Beitrag von talitaNeu »

Peter hat geschrieben: Viele Fragen sind nicht restlos beantwortet: Hat der Schöpfer uns als Mann und Frau erschaffen, damit wir lustfrei leben oder kinderlos bleiben ? Ist die mönchische Orientierung die bessere ? Peter
Da ich gerade über dieses Thema grübelte und die Beiträge hier nochmal kurz überflog, stieß mir dein Beitrag wieder ins Auge ;-)

ICh habe kürzlich in dem "Boten" der Russischen Auslandskirche einen Auszug der Rede von der Nonne gelesen: "Schwester Amvrosija schloss sich der Meinung vieler Historiker an, die den Hauptgrund für die Entstehung des Mönchtums in der Verweltlichung des Christentums im 4. Jh. sehen. Diese ist darauf zurückzuführen, dass das Christentum zu einer "staatlichen Religion" wurde. Viele Heiden, die sich nunmehr dem Christentum zuwandten, ließen es an dem asketischen, gottgefälligen und opfernden Geist der christlichen Urgemeinden mangeln, so dass die frommen Christen, die an ihren Grundstellungen festhielten, die Städte und vor allem die Hauptstädte verliesen und in die Wüste zogen" (Der Bote 1-2/2007 Seite 16).

Aus diesem historischen Begründung für die Errichtung des Mönchtums kann man die Gott -gefälligen Maßstäbe auch für das eheliche Zusammensein entwickeln. Z.B. zu den Fastenzeiten Askese so wie auch gute Werke gemeinsam machen so könnte man sich auch in der ehelichen Gemeinschaft um die Nähe Gottes bemühen bzw. Gott suchen. Da bräuchte man nicht an der Partnerschaft zu zweifeln oder über die Liebe zu einem Menschen verzweifelt zu sein und zu denken, man würde gar Gott enttäuschen oder?

Gottes Segen
und
Liebe Grüße Aleksandra
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Eins und uneins

Beitrag von peter »

Liebe Talita-Alexandra !

Sei herzlich bedankt für Deine unverhoffte Nachfrage. Gottes Segen über Dich und Deinen Nächsten. Ja, ich würde das Sakrament der Ehe, die
kirchliche Weihe der Lebens- als Liebesgemeinschaft, abheben wollen vom
konkreten Vollzug, von den Alltagstatsachen. Die Krone wird sozusagen hin und wieder abgesetzt, weil über die Jahre statt Eins-Sein auch Uneins-Seinsich einmischt. Das mag wohl auch gemeint gewesen sein, als Jesus ebenso das engelgleiche Leben empfahl ("wer es fassen kann, der fasse es", Matthäus, 19.12)). Früher protestierte ich dagegen innerlich, weil ich das freiwillige Eunuchentum als widernatürlich, für das verordnete Zölibat nur Verachtung empfand. Heute, nachdem ich feststellen mußte, daß die so vielgerühmte "Natur" als leidenschaftlich-versuchende ihre Tücken, als alternd-verfallende, krank-heimgesuchte ihre Mucken hat, denke ich oft über die "Ruhe im Herrn" nach. Die orthodoxe Ehe wirkt ja als Treuebund in den Tod, auch in das Uneins-Sein hinein. Deshalb gehören Verzweiflung in der Liebe, Zweifel am Partner zum Standard
der Selbstprüfung. Dabei hilft gemeinsames Fasten im Rhythmus der kirchlichen Gebote, gemeinsames Gebet im Alltag über Anfechtungen
und Versuchungen hinweg. Gute Erfahrungen habe ich mit der Synchronisierung gemacht: gleichzeitige Teilnahme an der Eucharistie, gemeinsames Erforschen der Kirchengeschichte, der Heiligenleben u.v.a.m. als Basis der Erkundung des Lebensziels. Gott läßt sich wohl weder täuschen noch enttäuschen: "der Du unsere Herzen und unser
Inneres erforschst und die Geheimnisse der Menschen deutlich im
voraus weißt". Fliehen wir aslo nicht vor dem Allwissenden, versinken wir nicht in falscher Scham. Gerade im Sakrament der Ehe weiß die Kirche um das tiefste Geheimnis, das Gott schon bei der Schöpfung für uns einsame Menschen vorsah.

Liebe Grüße desgleichen
und letztmalig vor Himmelfahrt

Christos voskresje ! Peter
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)
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