Weihnachtsbotschaft S. E. Erzbischof Mark

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Thuja
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Weihnachtsbotschaft S. E. Erzbischof Mark

Beitragvon Thuja » 10.01.2019, 12:55

Weihnachtsbotschaft S.E. Erzbischof Mark an die Gläubigen der Deutschen Diözese

Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn,
geboren von einer Frau... (Gal 4,4)


Wir feiern die Geburt des Einziggezeugten Gottessohnes. In welchem Sinne aber ist hier die Rede von der Zeit-Erfüllung? Nicht von Jahreszeiten, sondern von der Zeit als solcher spricht der Apostel. Die Fülle der Zeit ist deren Vollendung.

Kann die Zeit ein Ende haben, ein schlussendliches Ziel? Ja, es gibt dieses Ziel. Es besteht in der Heiligung, darin, dass der Mensch sich von Gott erfüllen lässt, und schließlich – von Ihm erfüllt – zu einem ewigen Wesen wird, vollkommen verwandelt.

Ganz am Anfang wurde die Zeit entweiht. Im Abfall von Gott durch die Sünde der Ureltern, Adam und Eva, wurde die Zeit ihres Sinnes beraubt – jener Heiligkeit, mit der die Zeit ausgestattet war. Durch die Urmutter Eva zog die Sünde in den Menschen ein, in seine Seele und zugleich in seinen Leib, sein Fleisch.

Und nun, da durch die Vorsehung Gottes dieser sündigen Zeit ein Ende gesetzt wird, gebiert die Neue Eva – die Allerheiligste Mutter Gottes – den Gottmenschen im Fleisch.
Der Gottessohn wird geboren, um uns von der Sklaverei der Sünde und des Teufels zu befreien, uns zu Gotteskindern zu machen, damit wir die Sohnschaft empfingen (Gal 4,5).

Christus wird geboren, um dem Menschen die Möglichkeit der Teilnahme an Gottes Heilsplan zu eröffnen – und zwar nicht nur geistlich, sondern auch körperlich. Der Mensch ist berufen, zu einem Teil des Leibes Christi zu werden, welcher die Kirche ist. Denn Christus ist das „Haupt des Leibes der Kirche“ (Kol 1,18), die Kirche „ist Sein Leib, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“ (Eph 1,23). Die Kirche ist vollkommen erfüllt mit der Gnade Christi. Über diese Kraft, die die Heiligung und Errettung der Menschen vollzieht, verfügt nur die Dreiheilige Gottheit, und die Gnadenkraft wird den Menschen ebenso dreiheitlich geschenkt: vom Vater durch den Sohn im Heiligen Geist.

Wir feiern die Geburt des Einziggezeugten Gottessohnes. In welchem Sinne aber ist hier die Rede von der Zeit-Erfüllung? Nicht von Jahreszeiten, sondern von der Zeit als solcher spricht der Apostel. Die Fülle der Zeit ist deren Vollendung.
Kann die Zeit ein Ende haben, ein schlussendliches Ziel? Ja, es gibt dieses Ziel. Es besteht in der Heiligung, darin, dass der Mensch sich von Gott erfüllen lässt, und schließlich – von Ihm erfüllt – zu einem ewigen Wesen wird, vollkommen verwandelt.

Ganz am Anfang wurde die Zeit entweiht. Im Abfall von Gott durch die Sünde der Ureltern, Adam und Eva, wurde die Zeit ihres Sinnes beraubt – jener Heiligkeit, mit der die Zeit ausgestattet war. Durch die Urmutter Eva zog die Sünde in den Menschen ein, in seine Seele und zugleich in seinen Leib, sein Fleisch.

Und nun, da durch die Vorsehung Gottes dieser sündigen Zeit ein Ende gesetzt wird, gebiert die Neue Eva – die Allerheiligste Mutter Gottes – den Gottmenschen im Fleisch.
Der Gottessohn wird geboren, um uns von der Sklaverei der Sünde und des Teufels zu befreien, uns zu Gotteskindern zu machen, damit wir die Sohnschaft empfingen (Gal 4,5).

Christus wird geboren, um dem Menschen die Möglichkeit der Teilnahme an Gottes Heilsplan zu eröffnen – und zwar nicht nur geistlich, sondern auch körperlich. Der Mensch ist berufen, zu einem Teil des Leibes Christi zu werden, welcher die Kirche ist. Denn Christus ist das „Haupt des Leibes der Kirche“ (Kol 1,18), die Kirche „ist Sein Leib, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt“ (Eph 1,23). Die Kirche ist vollkommen erfüllt mit der Gnade Christi. Über diese Kraft, die die Heiligung und Errettung der Menschen vollzieht, verfügt nur die Dreiheilige Gottheit, und die Gnadenkraft wird den Menschen ebenso dreiheitlich geschenkt: vom Vater durch den Sohn im Heiligen Geist.

Darin eben besteht die Frohbotschaft des Neuen Bundes mit Gott: „Durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens“ (Eph 2,8). Die Gnade wird jedem nach dem Maß des Glaubens gegeben, der in den Werken – in der Erfüllung der Gebote offenkundig wird, deren Krone die Liebe ist. Von uns hängt es ab, ob wir stark werden in der Gnade – oder aber nachlassen. Der hl. Apostel unterweist nicht nur seinen Schüler Timotheus, sondern auch jeden von uns: „sei stark in der Gnade, die in Christo Jesu ist“ (2 Tim 2,1). Wenn du aber nicht in der Gnade wächst, so wisse: die Gnade bleibt in dir unfruchtbar, sie kann erlöschen. Dann bleibt nur Asche...

Die Gnade empfängt man durch den Herrn Jesus Christus (vgl. Röm 1,5). Die Gnade herrscht durch unseren Herrn Jesus Christus (Röm 5,21). Die Gnade gibt durch unseren Herrn Jesus Christus Frieden, „denn Er ist unser Frieden“ (Eph 2,7), wie auch die Engel verkünden: „Ehre Gott in der Höhe und auf der Erde Frieden...“ (Lk 2,14).
Dieser Friede – auch er ist ein gnadenvolles Geschenk der Heiligen Dreiheit. Er unterscheidet sich in einem solchen Maß von jedem menschlichen, irdischen Frieden, dass Christus der Heiland ihn als Seinen Frieden bezeichnet, den nur Er allein geben kann (Jo 14,27). Nach dem Zeugnis des heiligen Apostels „übersteigt“ der Friede Gottes „jeglichen Verstand“ (Phil 4,7).
Doch wo ist dieser Friede unter uns, Erdgeborenen? Er wird auf Schritt und Tritt verletzt – in unseren Tagen eigens in dem von großem Leid heimgesuchten ukrainischen Land. Gottlose Machthaber versuchen hier, orthodoxe Bischöfe und Geistliche zu verunglimpfen, sie einzuschüchtern, unterwerfen sie Haussuchungen und Verhören, unterstellen ihnen Kriminalverbrechen... was aber wird hier als Gesetzesübertretung dargestellt? Die Treue zur Kirche Christi.

Keinesfalls zum ersten Mal in der Geschichte mischen sich weltliche Obrigkeiten schamlos in Angelegenheiten der Kirche ein. Besonders bitter ist es aber, wenn solch dreistes Vorgehen die – stillschweigende oder öffentliche – Unterstützung und Rechtfertigung seitens kirchlicher Hierarchen findet. In unseren Tagen hat das Patriarchat von Konstantinopel wieder solche Hilfestellung geleistet, so wie es in Russland den gottlosen Machthabern, die damals die Kirche zu zerreissen versuchten, zur Seite stand und die von ihnen eingesetzten Schismatiker, die „Erneuerer“ unterstützte.

Was bedeutet das heute für uns?
Das bedeutet, dass das Gebet für den Frieden und die Einheit der Kirche wieder flammend brennen muss!
Gedenken wir doch dessen: Der Friede Christi kann keinesfalls in den Spaltungen und Sünden dieses Zeitalters eintreten. Dieser Friede tritt nur mit der Gnade ein, welche die Spaltungen überwindet. In ihrem Licht verblasst und schwindet jeglicher zeitgebundener Eigennutz dahin.
Der Friede Christi übersteigt die Zeit, und die Fülle der Zeit überwindet das Zeitliche. Nur dann erlangen wir den wahren Frieden, wenn im Herzen der „Gott des Friedens“(Phil 4,9) geboren wird, der Fleisch gewordene Jesus Christus.

Die Geburt unseres Herrn ist unfassbar, übersteigt jeglichen Verstand. Vollzieht sie sich in unseren zeitlichen und endlichen Herzen, dann fassen sie den unendlichen Himmel in sich. Und wider alle Unbill und jegliche Trübsal erfüllt sich unser zeitliches Dasein mit Ewigkeit.
Die Gnade Christi ist es, die uns würdigt, mit den Bethlehemer Hirten das neugeborene Gotteskind zu bewundern, mit den weisen Sterndeutern aus dem Morgenland unseren Erretter anzubeten, mit allen Engelskräften den Himmlischen König zu besingen: „Ehre Gott in der Höhe, und auf der Erde Frieden, unter den Menschen Wohlgefallen“ (Lk 2,14).

Zu Christi Geburt 2018 (2019)

+MARK
Erzbischof von Berlin und Deutschland
Господи помилуй мя!

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