Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Die deutschsprachige Orthodoxie stellt sich vor
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Igor
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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Igor » 25.09.2015, 18:38

Einladung

Aus Anlass der Herbstvollversammlung der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD), die vom 27. bis 29. November 2016 in Köln zusammentreten wird, findet am

Freitag, dem 27. November 2015 um 17 Uhr
ein orthodoxer Vespergottesdienst


im Chor des Hohen Doms zu Köln statt mit anschließender Verehrung der Gebeine der Magier und der Martyrer, die im so genannten "Dreikönigenschrein" ruhen.
Es ist dies das erste Mal in der Geschichte, dass - dank des freundlichen Entgegenkommens des Domkapitels wie des Erzbischofs von Köln, S.Em., des H.H. Rainer Maria Kardinal Woelki - in der weltberühmten römisch-katholischen Kathedrale der Domstadt ein orthodoxer Gottesdienst gefeiert werden kann, zudem am Hochaltar des Domes, der am 27. September 1322 geweiht wurde - genau an jener historischen Stelle steht, wo mit Sicherheit bereits seit den ersten Jahrhunderten sich die Christen Kölns zum Gottesdienst versammelt haben.
Die Predigt bei der Vesper hält S. Exz. der hochwürdigste Bischof Sergije von Frankfurt und ganz Deutschland (Serbische Orthodoxe Kirche).
Es wäre ein beeindruckendes Zeichen unserer Präsenz in diesem Lande, wenn zahlreiche Gläubige daran teilnehmen würden!
Daher sind alle orthodoxen Gemeinden an Rhein und Ruhr wie darüber hinaus eingeladen, an diesem Gottesdienst teilzunehmen.

Kommt in großer Zahl!



ORTHODOXE BISCHOFSKONFERENZ IN DEUTSCHLAND

Generalsekretariat: Splintstr. 6a, 44139 Dortmund

Tel. 0231 - 189 97 95 . Fax 0231-189 97 96

http://www.obkd.de

E-Mail: generalsekretariat@obkd.de

Zur Information:


Die Magier (griech. Μάγοι), Weise aus dem Morgenland (oder in Deutschland, besonders im Rheinland, auch „Heilige Drei Könige“ genannt) sind die im Matthäus-Evangeliums (Mt 2) erwähnten „Sterndeuter“, die durch den Stern zum neugeborenen Herrn Jesus Christus nach Bethlehem geführt wurden. Die in der Westkirche verbreiteten Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden erstmals im 6. Jahrhundert erwähnt. In der orthodoxen Kirche wird ihrer am Fest der Christgeburt am 25. Dezember / 7. Januar in etlichen Hymnen gedacht. Nach der Überlieferung hat die hl. Helena, die Mutter des apostelgleichen Kaisers Konstantin, auf einer Pilgerfahrt in Palästina um das Jahr 326 die Gebeine der Magier gefunden und mit sich genommen. Bischof Eustorgius von Mailand († um 350) habe dann einige Jahre später die Reliquien als Geschenk des Kaisers erhalten und persönlich nach seinem Bischofssitz Mailand überführt. Nach der Eroberung Mailands durch den römisch-deutschen Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1162 erhielt der kaiserliche Kanzler und Kölner Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine 1164 als Geschenk vom Kaiser. Am 23. Juli 1164 gelangten die Reliquien nach Köln, wo sie bis heute im Kölner Dom verehrt werden, und zwar im so genannten „Dreikönigenschrein“, der etwa zwischen 1190 und 1225 durch den Goldschmied Nikolaus von Verdun gefertigt wurde; er gilt als das größte und künstlerisch anspruchsvollste Reliquiar, das aus dem deutschen Mittelalter erhalten ist.
Im Schrein ruhen auch noch Gebeine dreier weiterer Heiliger, und zwar Martyrer aus der diokletianischen Verfolgung. Der erste von ihnen ist der Priester Gregor von Spoleto in Umbrien. Der alten Überlieferung (Ende des fünften oder zu Beginn des sechsten Jahrhunderts) nach ist er für seinen Glauben gefoltert und enthauptet worden, wohl im Jahr 304. Schon seit dem 10. Jahrhundert, zur Zeit des hl. Erzbischofs Bruno (925-965) befinden sich die Gebeine des Heiligen im Kölner Dom und sind somit vermutlich die ältesten erhaltenen Körperreliquien in der Kathedrale.
Die beiden anderen Martyrer im Schrein sind der hl. Nabor, ein römischer Soldat in Afrika, und sein Kamerad Felix von Afrika. Sie wurden um 304 – ebenfalls unter Kaiser Diokletian - zusammen mit in Lodi bei Mailand enthauptet. 1164 kamen einige Reliquien der Beiden zusammen mit den Gebeinen der Magier nach Köln. Die hll. Nabor und Felix gelten als Schutzpatrone gegen Kinderkrankheiten und werden bei Ohrenleiden angerufen.
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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Igor » 07.12.2015, 21:17

OBKD ernennt Beauftragten für Flüchtlinge und Migration

Köln - Bei ihrer Herbstvollversammlung, die in diesem Jahr vom 27. bis 29. November in Köln stattfand, hat die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) sich intensiv mit den Problemen und Perspektiven beschäftigt, die sich durch den derzeitigen Flüchtlingsstrom nach Deutschland allgemein und insbesondere für die orthodoxen Gemeinden hierzulande ergeben. Insbesondere stand die Lage der christlich - orthodoxen Flüchtlinge und neuen Migranten, v or allem aus dem Irak und aus Syrien, dabei im Vordergrund. Hierzu hatte die OBKD schon kürzlich in einem eigenen Wort unter dem Titel "Vom Willkommen zur Integration" Stellung genommen.

Nun ernannten die Bischöfe der Orthodoxen Kirche in Deutschland eine n eigenen Beauftragten für Flüchtlinge und Migration, und zwar in der Person des Pfarrers der Kölner Kirchengemeinde des hl. Dimitrios (Antiochenisch - Orthodoxe Metropolie von Deutschland), Erzpriester Dr. Elias Esber.

Der 1952 in Syrien Geborene hat die Universität Damaskus absolviert und arbeitet seit Jahrzehnten als Zahnarzt in Mönchengladbach. Schon seit 1980 steht er der Kölner Kirchengemeinde vor, die sich damals vor allem aus Gastarbeitern arabischer Herkunft bildete, die aus dem äußersten Osten der Türkei stammten und in Deutschland eine neue Heimat fanden. Erzpriester Elias betreut aber seit der Ankunft der Flüchtlinge in diesem Jahr eine weitere im Entstehen begriffene Kirchengemeinde in Essen und hält auch regelmäßig Gottesdienste in Düsseldorf. In seiner neuen Aufgabe soll er vor allem den arabischsprachigen orthodoxen Christen unter den Flüchtlingen und ihren Anliegen durch intensiven Kontakt zu deutschen offiziellen amtlichen Stellen und NGOs eine Stimme geben.

Eine erste Gelegenheit dazu ergab sich schon bei der Arbeitssitzung der OBKD jetzt in Köln, die übrigens auch in seiner Gemeinde stattfand, da Staatssekretär Thorsten Klute vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW (MAIS) die Vollversammlung der OBKD besuchte.

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Weihnachtsbotschaft d. orthodoxen Bischöfe Deutschlands 2015

Beitragvon Igor » 23.12.2015, 20:43

Liebe orthodoxe Christen in Deutschland!

In den Tagen vor Weihnachten bereiten wir Christen uns mit Fasten und Beten auf die Geburt unseres Erlösers, des Gottessohnes Jesus Christus, vor. Davon berichtet uns die Weihnachtsgeschichte; sie erzählt uns auch von der Flucht der heiligen Familie nach Ägypten. Der Grund für die Flucht von Josef, Maria und dem Christuskind war König Herodes, welcher das Kind umbringen wollte (Mt 2, 13 - 23).
Dies er innert uns an die aktuelle Situation, in der wir uns momentan in Deutschland und darüber hinaus befinden. Sie wiederholt sich tagtäglich, wenn wir hören, dass Familien mit ihren Kindern aus Syrien und anderen Ländern flüchten. Der Tenor bleibt der gleiche - nur dass sie nicht vor König Herodes, sondern vor Krieg und Gewalt flüchten. Unsere Brüder und Schwestern riskieren ihr Leben, um ihre Kinder vor dem Tod zu schützen, und suchen ihren Frieden in einem anderen Land.

Der Krieg in Syrien ist nicht in Zahlen oder Worten auszudrücken. Es sind Geschichten voller Leid, Elend und Tränen. Die 300.000 Toten, die er bis heute gefordert hat, sind für uns mehr als eine Zahl. Dahinter verbergen sich unzählige Schicksale, von Müttern, die ihre Söhne verloren haben, Frauen, die ihre Männer verloren haben und von tausenden hilflosen Kindern, die ohne Eltern auf sich alleine gestellt sind. Hinzu kommen zahllose Schwerverletzte, die den Krieg überlebt haben, jedoch nicht mehr in der Lag e sind, ohne Hilfe ihr alltägliches Leben zu meistern.

300.000 Menschen mussten während des Krieges in Syrien ihr Leben lassen: Das wäre so, als ob man die Einwohner einer Großstadt komplett von der Bildfläche auslöscht. Darüber hinaus sind schätzungsweise 4 - 6 Millionen Menschen auf der Flucht. Diejenigen, die z. B. in Syrien geblieben sind, erleben eine humanitäre Katastrophe mit apokalyptische m Ausmaß, wenn nicht sogar die größte humanitäre Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg. Diese Schicksale betreff en natürlich auch unsere christlichen Brüder und Schwestern.

Wir müssen uns also auf die Grundwerte unseres Glaubens besinnen: Das Weihnachtsfest ist das Fest der Liebe. Gott ist Mensch geworden, weil er uns geliebt hat - und nun ist es unsere Aufgabe, diese Liebe an unsere Brüder und Schwestern weiterzugeben. Die Antwort für die Frage, wie wir das machen können, erscheint schwierig und einfach zugleich, wenn wir auf das hören, was Jesus Christus sagt (Mt 25,35 - 40). Die Flüchtlinge, die uns tagtäglich begegnen, sind die Prüfung unserer Nächstenliebe, die Prüfung unseres christlichen Glaubens. Wenn wir die Worte des Evangeliums ernst nehmen, dann müssen wir unsere Herzen und unsere Häuser ohne Bedenken öffnen.

An Weihnachten geht es nicht um Dekoration oder u m Konsum. Wir alle gemeinsam müssen unsere Augen öffnen und uns auf den Ursprung unseres Glaubens konzentrieren. Unsere christlichen Brüder und Schwestern kommen hierher, weil sie ihre Hoffnung in unsere Nächstenliebe gesetzt haben. Und diese Erwartungen müssen wir erfüllen.
Wir bitten alle darum, aktiv materiell und immateriell zu helfen, damit wir, liebe Brüder und Schwestern, das Fest der Liebe gemeinsam im Sinne unseres Glaubens feiern können.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Euch

† Metropolit Augoustinos von Deutschland, Exarch von Zentraleuropa
Vorsitzender
und die übrigen Mitglieder der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland

Weihnachten 2015
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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Igor » 10.03.2016, 07:27

Fastenbrief der Orthodoxen Bischofskonferenz 2016
von
Erzpriester Elias Esber

"Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit " (Matthäus 9, 13).

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

"Wenn wir leiblich fast, ihr Brüder,
dann wollen wir uns auch im Geist danach richten.
So lasst uns denn lösen jede Fessel der Ungerechtigkeit,
zerreißen die Schlingen schändlicher Verräterei
und jede ungerechte Urkunde vernichten!
Den Hungernden aber lasst Brot uns geben,
obdachlose Arme lasst uns in unsre Häuser führen,
auf dass wir von Christus, unserm Gott,
das große Erbarmungen." (idiomelon Vesper 1,Fastenwoche )

Dies singen wir bei der Vesper zum Donnerstag der 1.Fastenwoche und machen uns auf den Weg
durch die Fastenzeit. Die große Fastenzeit ist der Weg zu Reinigung der Seele und des Leibes.
Es reicht nicht alleine auf bestimmte Speisen und Getränke zu verzichten, unser Fasten fordert viel mehr. Wir muüssen zuerst unsere Seelen zu dem paradiesischem Zustand zurückbringen, in dem wir mit Gott und in ihm gelebt haben. Das heißt Umkehren, Buße tun und die Sünde ablehnen.

Das Fasten ist Pflicht für jeden Christen, aber das Fasten ist nicht das Ziel sondern ist der Weg.
Der Weg zur Begegnung des Herrn.
Der Verzicht auf Essen alleine bringt uns nicht näher zu Gott, sondern das Erbarmen, die Liebe zuanderen Menschen und die ganze Schöpfung.
Gerade in dieser schwierigen Zeit, welche wir momentan hier in Deutschland erleben, in der viele Flüchtlinge zu uns kommen, sind wir Christen gefragt lebendiges Zeugnis abzulegen und unseren Glauben als Vorbild zu repräsentieren.
Wörter, Opfer und Rituale reichen nicht, es geht um Menschen, um Fremde, die alles verloren haben und vor unserer Haustüre warten um Erbarmung und Hilfe zu erfahren. Sie sind die kleinen Brüder und Schwestern des Herren. Am Ende werden vor Gott eine Antwort geben müssen, wie wir ihnen begegnet sind.
Trotz aller Sorgen und Probleme müssen wir unserem Glauben weiter treu bleiben. Gerade in der Fastenzeit müssen wir nicht wie der Farisäer sein, sondern wie der Samariter.
Unsere Gesellschaft braucht sehr viele Samariter.
"Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit " (Matthäus 9, 13). So sagte der Herr.
Barmherzigkeit für Flüchtlinge, Obdachlose, Hungernde und Opfer von Gewalt und Krieg.
Wir leben zum Glück in einem reichen Land und können etwas abgeben oder wenigstens teilen.
Auch das ist Fasten. In der Zeit der Christenverfolgung schrieb einer der festgenommen Christen an den Stadthalter:
"Was haben wir schlimmes getan? Wir verzichten auf unser Essen um anderen zu helfen."
Das soll uns ein Vorbild für unser Fasten sein. Verzicht und Barmherzigkeit.
Fasten hat auch mit Hungern etwas zu tun. Als Jesus in der Wüste fastete (Matthäus 4,2,) bekam er nach 40 Tagen Hunger. Erst dann wurde er vom Geist erfüllt und siegte über den Teufel.
Auch wir muüssen etwas Hungern um der Leib zu schwächen und die Begierden zu erlöschön.
Wir muüssen unseren Egoismus besiegen und dann, und nur dann rücken die Anderen in unsere Mitte und wir können Gott in ihnen begegnen.

Liebe Schwestern und Brüder,
Die große Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit etwas Gutes zu tun.
Lasst uns an die vielen Christen in Syrienund dem Irak denken, für sie beten und versuchen Ihnen materiell und immateriell zu helfen.
Ostern ist das Fest des Sieges über den Tod. Lasst uns dieses mit Freude und Hoffnung feiern undzusammenstehen und rufen "Christus ist auferstanden."
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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Igor » 03.11.2016, 21:57

Herbstsitzung der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland in Berlin

Die diesjährige Herbstsitzung der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) findet vom 4. bis 6. November in Berlin statt. An ihr nehmen alle Diözesanbischöfe teil, die den verschiedenen orthodoxen Bistümern vorstehen, welche Gemeinden in Deutschland haben. Ebenso sind die Auxiliar- (Vikar-) Bischöfe Mitglieder der Bischofskonferenz.

Am 4. November beginnt das Treffen der Bischöfe mit einem Empfang durch den Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland in seiner Berliner Residenz, dem Schloss Bellevue. Bundespräsident Joachim Gauck wird mit den Mitgliedern der OBKD die aktuelle Situation der Orthodoxen Kirche in Deutschland erörtern.

Am Nachmittag findet in der rumänischen orthodoxen Kirche der hll. Erzengel Michael und Gabriel (Heerstr, 63 / Ortelsburger Allee 1, 14055 Berlin-Charlottenburg) eine Begegnung der Bischöfe mit dem orthodoxen Klerus von Berlin statt.

In diesem Rahmen wird auch das neue deutschsprachige Schulbuch für den orthodoxen Religionsunterricht an Grundschulen in Deutschland „Mit Christus unterwegs“ präsentiert.

Im Anschluss an die Präsentation besteht gegen 17.30 Uhr die Gelegenheit zu einem Pressegespräch.

Am 5. November findet die Arbeitssitzung der Bischöfe und der festen Mitarbeiter der Bischofskonferenz in der bulgarischen orthodoxen Kirche des hl. Zaren Boris statt, die den aktuellen Fragen des Lebens der orthodoxen Bistümer und Gemeinden in Deutschland gewidmet ist. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Probleme, die sich in den letzten Jahren durch die derzeitige Migrantensituation ergeben haben, so die Lage der christlichen Flüchtlinge aus dem Vorderen Orient und ihrer geistlichen Betreuung. Weitere Themen sind die Entwicklung der zwischenchristlichen Beziehungen und der religiösen Bildung in Deutschland.

Die dreitägige Tagung der Bischofskonferenz endet am Sonntag, dem 6. November, mit der gemeinsamen Feier der Göttlichen Liturgie in der russischen orthodoxen Kirche des hl. Fürsten Vladimir (Allee der Kosmonauten 184 -188, 12685 Berlin) im Ostberliner Stadtteil Marzahn-Hellersdorf. Dieser Gottesdienst wir d in einer Vielzahl von Sprachen gefeiert: Griechisch, Arabisch, Kirchenslawisch, Rumänisch, Georgisch und Deutsch.

Zu diesem Gottesdienst sind Pressevertreter herzlich willkommen!

Quelle: http://www.obkd.de/Presseinformationen/ ... in2016.pdf
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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Igor » 18.11.2016, 16:38

OBKD beim Bundespräsidenten

Berlin - Die Herbst-Sitzung 2016 der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland fand in diesem Jahr vom 4. bis 6. November 2016 in Berlin statt. Sie begann am Freitag, dem 4. November, nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken in der griechischen Gemeinde „Himmelfahrt des Herrn“ in Berlin-Steglitz mit einem besonderen Ereignis, nämlich einer Begegnung mit dem Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Joachim Gauck, an dessen Amtssitz Schloss Bellevue.

Dabei konnte die OBKD das deutsche Staatsoberhaupt über die derzeitige Situation der Orthodoxen Kirche in diesem Land informieren. Ihr Vorsitzender, Metropolit Augoustinos (Labardakis) von Deutschland, erläuterte dem Präsidenten, dass die Orthodoxie eine in Glauben und Liturgie geeinte Kirche ist, auch wenn sie administrativ in verschiedenen Bistümern unterschiedlicher nationaler Zugehörigkeit existiert, die aber seit 2010 in der gemeinsamen Bischofskonferenz eng zusammenarbeiten und mit einer Stimme sprechen. Der Generalsekretär der OBKD, Bischöfl. Rat Ipodiakon Nikolaj Thon, informierte sodann Bundespräsident Gauck und seinen Stab über den Weg zur Bischofskonferenz und deren heutige Arbeitsweise und –felder. Erzpriester Radu Constantin Miron (Köln), der Beauftragte der OBKD für die innerchristliche Zusammenarbeit, erklärte dem Staatsoberhaupt die engen Beziehungen der Orthodoxie in Deutschland zu den anderen christlichen Kirchen und Denominationen und Erzpriester Dr. Elias Esber (Köln), der Beauftragte für Flüchtlinge und Migration, stellte die schwierige Situation der christlichen, insbesondere der orthodoxen Flüchtlinge aus dem Vorderen Orient angesichts des islamischen Terrors und des Bürgerkrieges in ihrer Heimat, aber auch in den Unterkünften in Deutschland dar. Der Bundespräsident zeigte sein Interesse an der wichtigen Rolle der Orthodoxen Kirche in Deutschland durch eine Reihe spezifischer Nachfragen, auch zur Bedeutung des Konzils von Kreta.

Der Nachmittag war einem Treffen mit dem orthodoxen Klerus von Berlin in der rumänischen Gemeinde „Hll. Erzengel Michael und Gabriel““ in Berlin-Charlottenburg gewidmet, bei dem die Geistlichen die Situation ihrer Gemeinden und ihre Sorgen und Anliegen den Bischöfen erläuterten.
In diesem Rahmen fand auch die Präsentation zweier wichtiger Neuerscheinungen statt, nämlich zuerst des Schulbuches „Mit Christus unterwegs“, des ersten jemals in deutscher Sprache publizierten Lehrwerkes für den schulischen orthodoxen Religionsunterricht. Diese Vorstellung übernahmen eine Vertreterin des Verlages Kösel / Cornelsen, Christiane Wille-Molitor (München), und die Herausgeberin des Buches, Kerstion Keller (Bochum). Sodann präsentierten Prof. Dr. Thöle (Halle) und Msgr. Wilm Sanders (Hamburg) den ebenfalls soeben publizierten Sammelband „Orthodoxie in Deutschland“ (Aschendorff-Verlag, Münster), in dem 19 Autoren in 20 Beiträgen eine Situationsanalyse verschiedenster Aspekte des Lebens der Orthodoxen Kirche hierzulande im Jahr 2016 versuchen.

Nach dem Vespergottesdienst in der neu erbauten rumänischen Kirche, dem Bischof Sofian (Pătrunjel) von Kronstadt (Braşov) mit den Ortspfarrern vorstand, ging der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen zu Ende, an dem als Ehrengast auch der römisch-katholische Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, teilnahm.

Samstag, der 5. November 2016, war der Arbeitssitzung gewidmet, die in der bulgarischen Kirche „Hl. Zar Boris“ in Berlin-Neukölln stattfand und an der diesmal – mit einer Ausnahme – alle Diözesanbischöfe teilnahmen. Nach dem Eröffnungs-Gebet, dem der Pfarrer der Gemeinde, Erzpriester Ljubomir Leontinov, vorstand, da Metropolit Antoni von West- und Mitteleuropa durch dringende Amtsgeschäfte in Bulgarien an seiner Teilnahme verhindert war, begannen die Beratungen, die u.a. Berichten über das Großen Konzil auf Kreta und aus den diversen Kommissionen der OBKD gewidmet waren. Während der vorgesehene Text zu Ehe und Familie der Theologischen Kommission noch in weiterer Bearbeitung ist, konnte Erzbischof Mark (Arndt) als Vorsitzender der Übersetzungskommission von einem zügigen Fortschreiten der Arbeiten an gemeinsamen deutschen Texten der wichtigsten orthodoxen Gottesdiensten berichten, die zu einem erheblichen Teil schon fertig gestellt und auf der Webseite der Bischofskonferenz (http://www.obkd.de) auch veröffentlicht sind.

Die Bischofsversammlung beschloss sodann die Gründung einer Kommission für Frauen, in der Vertreterinnen aus den verschiedenen Bistümern vertreten sein sollen. Die Vorarbeiten der Organisation wurden Frau Kerstin Keller übertragen.

Weitere Themen der Beratungen waren die innerchristlichen Zusammenarbeit, vor allem im Hinblick auf eine orthodoxe Beteiligung am Reformationsgedenken im kommenden Jahr 2017 und am Evangelischen Kirchentag Berlin, und ausführliche Berichte zum Religionsunterricht in verschiedenen Bundesländern, wobei erfreulicherweise in Nordrhein-Westfalen jetzt neue Lehrpläne für die Sekundarstufe I und II vorliegen und die vollständige Neubearbeitung des Planes für die Primarstufe kurz vor dem Abschluss steht. Für das Land Niedersachsen nahmen die Bischöfe eine Neubesetzung der Koordinatorenstelle vor: Für Erzpriester Milan Pejić übernimmt das Amt jetzt Diakon Milutin Marić (beide: Serbische Orthodoxe Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland).

Des weiteren beschloss die Bischofskonferenz – nach dem großen Erfolg der Wallfahrten nach Trier 2013 und zum Kölner Dom 2015 für 2017 die Organisation einer erneuten gesamtorthodoxen Wallfahrt im Sommer 2017, und zwar zu den Reliquien des hl. Apollinarius von Ravenna, die sich in Düsseldorf und Remagen befinden.

Die Herbst-Vollversammlung der OBKD endete am Sonntag, dem 6. November mit der gemeinsamen Feier der Bischöflichen Göttlichen Liturgie in der erst vor kurzem errichteten russischen Kirche „Hl. Fürst Vladimir“, einer Holzkirche im Osten der deutschen Hauptstadt, nämlich im zu Zeiten der DDR als „sozialistische atheistische Mustersiedlung“ geplanten Berlin-Marzahn, mit anschließenden Mittagessen der Bischöfe und Mitarbeiter der OBKD als Gäste der Gemeinde und einem lebhaften Gespräch mit den Gemeindemitgliedern.

Die nächste, die Frühjahrsvollversammlung der OBKD 2017 soll zum Sonntag der Orthodoxie in München stattfinden und auch eine Begegnung mit der österreichischen Orthodoxen Bischofskonferenz und einen „Tag des orthodoxen Buches“, eine Präsentation neuer in deutscher Sprache bzw. in Deutschland publizierter orthodoxer Literatur einschließen.

Quelle: http://www.obkd.de/Presseinformationen/ ... 202016.pdf
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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Igor » 12.03.2017, 21:28

Fastenbrief der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland 2017

„Sie zogen aus und predigten, man solle Buße tun“ (Mk 6,12)

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Große Fastenzeit ist gekommen – einer der wichtigsten Abschnitte im Kirchenjahr. Im Laufe einiger Wochen hat die Kirche uns auf diesen Moment vorbereitet, indem sie in Gebeten und Hymnen an die Notwendigkeit der geistlichen Reinigung, der Selbstdisziplin, der Geduld und der Standhaftigkeit bei der Überwindung der Versuchungen erinnerte. Heue, da wir am eigentlichen Beginn der heiligen Vierzig Tage stehen, bitten wir den allbarmherzigen und alles verzeihenden Gott, uns die Pforten der Buße zu eröffnen, die ja das Hauptziel der Großen Fastenzeit ist und letztendlich unseres ganzen Lebens.

Μετάνοια (metanoia) – so heißt Buße in griechischer Sprache, was in wörtlicher Übersetzung eine Umkehr im Denken bedeutet, eine existentielle Veränderung des Menschen. Das ist nicht nur einfach eine Anerkennung der begangenen Sünden, sondern eine radikale Veränderung der Beziehung zum Leben, eine unumkehrbare Veränderung, welche geschieht als Ergebnis einer mühsamen geistlichen Arbeit. Genau dies will der Herr, der nach den Worten des Apostels Petrus „Geduld mit uns hat und nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass sich alle zur Buße kehren“ (2 Petr 3,9).

Auf dem Weg durch die Große Fastenzeit lauern uns verschiedene Versuchungen auf. Eine der gefährlichsten davon ist die Selbstüberhöhung, die nicht selten im Herzen eines Menschen Platz findet wegen seiner übersteigerten Aufmerksamkeit für die äußerliche, formale Seite des Fastens und einer demonstrativen äußerlichen Religiosität. Von der Gefährlichkeit eines solchen Fastens schreibt der ehrwürdige Abba Dorotheos: „Wenn jemand fastet entweder aus Ruhmsucht oder indem er von sich denkt, er verrichtet vollendet eine Tugend, so fastet dieser nicht vernünftig, und wenn er deswegen beginnt, seinem Bruder Vorwürfe zu machen, sich selbst aber irgendwie für groß zu halten, so stellt sich heraus, dass er nicht nur, wenn er einen Stein gelegt hat, dafür aber zwei weggenommen hat, sondern sich sogar in der Gefahr befindet, die ganze Mauer dadurch einzureißen, dass er seinen Nächsten richtet“ (14. Belehrung des ehrw. Abba Dorotheos „Vor der Grundlegung und von der Vollendung des seelischen Hauses der Tugenden“).

Als Folgen eines solchen übertriebenen Fastens, das mit Stolz vermischt ist, erscheinen dann leichte Erregbarkeit, Bissigkeit und der Verlust des friedlichen Geistes. Im Endeffekt kommt ein solcher Mensch nicht nur dem geistlichen Ziel des Fastens nicht näher, sondern entfernt sich weiter davon.

Einen direkten Hinweis auf den geistlichen Schaden eines solchen heuchlerischen Fastens finden wir im Evangelium selbst: „Wenn ihr aber fastet, sehet nicht düster drein, wie die Heuchler; denn sie entstellen ihre Angesichter, auf dass sie vor den Menschen glänzen mit ihrem Fasten. Wahrlich, Ich sage euch, sie haben ihren Lohn erhalten. Wenn du aber fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, auf dass du nicht vor den Menschen scheinst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten“ (Mt 6,16-18), sagt der Herr Jesus Christus.

Nur eine vernünftige Verbindung der körperlichen Enthaltsamkeit und des geistlichen Tuns, der äußerlichen und der innerlichen Erfüllung des Fastens sind fähig, unser Herz zu reinigen und uns zur Umkehr zu führen. Nur dann können wir zu einem neuen Leben „im Geiste“ (Röm 8,9) auferstehen und mit dem Psalmensänger David ausrufen: „Herr, du hast meine Seele aus der Unterwelt heraufgeführt und … mich ins Leben zurückgeführt“ (Ps 29,4).

Heute leben wir in einer nicht leichten Zeit. Jeden Tag hat die Welt mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. Und jeden Tag werden uns Rezepte dafür angeboten, was man tun müsse, um die Welt zum Besseren zu verändern. Als Christen aber sollen wir verstehen, dass eine jede Veränderung zum Besseren damit beginnt, sich selbst zu verändern. Wenn wir, ein jeder an dem Ort, an den der Herr ihn gestellt hat, anfangen, uns zu verändern, dann ändert sich auch die Welt um uns herum. Alles dies steht in unseren Kräften, wenn wir es nur verstehen und in der bis zum Ende der Fasten verbleibenden Zeit versuchen, eine aktive Umkehr anzugehen und in uns selbst solche Veränderungen schaffen, die unsere Welt reiner und besser machen und sie Christus annähern, dem Ehre sei nun und in alle Ewigkeit! Amen (2 Petr 3,18).

Quelle: http://www.rokmp.de/de/deutsch-fastenbr ... land-2017/
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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

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Frühjahrsvollversammlung der OBKD

München - . Vom 5. bis 7. März 2017 fand in der bayerischen Landeshauptstadt die diesjährige Frühlingsvollversammlung der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) statt, an der – mit einer Ausnahme – alle in Deutschland residieren orthodoxen Diözesanbischöfe teilnehmen konnten.
Die Zusammenkunft begann am 1. Fastensonntag, dem „Sonntag der Orthodoxie“ mit der gemeinsamen Feier der bischöflichen Göttlichen Liturgie des hl. Basileios des Großen in der Kirche der hll. Neumartyrer und Bekenner Russlands, der Kathedralkirche von Erzbischof Mark (Arndt) von Berlin und Deutschland (Russische Orthodoxe Kirche im Ausland), der auch dem Gottesdienst vorstand. Der Vorsitzende der OBKD, Metropolit Augoutinos (Labardakis) von Deutschland (Ökumenisches Patriarchat) betete im Altarraum. An die eucharistische Liturgie schloss sich der traditionelle „Ritus der Orthodoxie“ an, der nach dem endgültigen Sieg der Bilderehrung im Jahr 842 eingeführt worden ist und neben der Verkündigung des orthodoxen Glaubensbekenntnis eine Verurteilung (Anathema) der wichtigsten alten und neuen Irrlehren ebenso enthält wie ein „Ewiges Gedenken“ der Theologen und Kaiser, die den Sieg der Ikonenverehrung ermöglicht haben und der Wunsch „Auf viele Jahre“ für die heutigen Vorsteher der Kirche.
Am Abend des gleichen Tages kamen die Bischöfe und Mitarbeiter der OBKD in der griechischen Allerheiligenkirche zusammen, wo das 13. und damit schon traditionelle Chortreffen der Münchener orthodoxen Gemeinden stattfand, die die reiche Fülle der Orthodoxie in der Stadt und die verschiedenen musikalischen Traditionen hörbar machten. Auch die orientalisch-orthodoxen Christen waren durch je einen amenisch-apostolischen, koptisch-und syrisch-orthodoxen Chor vertreten. Die große und inzwischen wunderbar ausgemalten Kirche war dabei von den vielen Besuchern des Konzertes, das mit dem gemeinsamen Gesang des Muttergotteshymnus „Der kämpferischen Heerführerin (Ti ypermacho stratigo)“ in griechischer Sprache ausklang, vollständig gefüllt.
Am nächsten Tag versammelten sich die Bischöfe in der serbischen Gemeinde des hl. Jovan Vladimir in Neu-Perlach zu ihrer Arbeitssitzung. Dabei wurde auch der diesjährige Fastenbrief der OBKD verabschiedet, in dem die Bedeutung des Fastens in heutiger Zeit erläutert wird. Es sei nicht nur einfach eine Enthaltung von bestimmten Speisen, sondern „Μετάνοια (metanoia)“, also „eine Umkehr im Denken“, eine „existentielle Veränderung des Menschen, … nicht nur einfach eine Anerkennung der begangenen Sünden, sondern eine radikale Veränderung der Beziehung zum Leben, eine unumkehrbare Veränderung, welche geschieht als Ergebnis einer mühsamen geistlichen Arbeit“ (vgl. den vollen Wortlaut des Fastenbriefes S. 19 f.). Bei der Versammlung konnte der Vorsitzende der Übersetzungskommission der OBKD, Erzbischof Mark, die erste gedruckte Ausgabe der gemeinsamen und von allen Bischöfen approbierten Übersetzung der Göttlichen Liturgie des hl. Johannes Chrysostomios vorstellen, die demnächst auch verschiedenen zweisprachigen Editionen zu Grunde liegen wird. Die Bischöfe beschäftigten sich sodann mit einer Reihe von für die Orthodoxie in Deutschland aktuellen Themen, darunter der Intensivierung der Jugend- und Frauenarbeit, für die eigene Kommissionen aufgebaut werden sollen. Ein wichtiges Thema war auch bei dieser Sitzung wieder der schulische orthodoxe Religionsunterricht (ORU) zu dem der Landeskoordinator für Bayern, Archimandrit Petros Klitsch, von einer erfreulichen Ausweitung im Freistaat berichten konnte. Weitere Aspekte des ORU waren die Erarbeitung von einheitlichen Qualifikationsvoraussetzungen für Religionslehrer und die Möglichkeiten einer orthodoxen Lehreraus- und fortbildung in Deutschland. Der Beauftragte für zwischenkirchliche Zusammenarbeit, Erzpriester Radu Constantin Miron (Ökumenisches Patriarchat) aus Köln, erläuterte die geplanten Ereignisse im Gedenkjahr der Reformation und die mögliche orthodoxe Beteiligung, etwa durch eine große Vesper mit Brotbrechung (Artoklasia) während des Evangelischen Kirchentages Ende Mai in Berlin und den anschließenden Besuch des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios in Tübingen.
Ihre Besorgnis brachte die Bischofskonferenz im Hinblick auf die in letzter Zeit offensichtlich zunehmenden Aktivitäten pseudo-orthodoxer bzw. unkanonischer und schismatischer Gruppierungen zum Ausdruck, die zwar im Allgemeinen zahlenmäßig recht klein sind, aber durch bombastische Titel für Verwirrung sorgen, indem sie vorgeben, die Orthodoxie hierzulande zu vertreten. Demgegenüber betont die OBKD, dass nur die zehn ihr angehörigen Bistümer und deren Gemeinden zur kanonischen Orthodoxe Kirche gehören.
Der dritte und letzte Tag der Vollversammlung war dem Besuch der Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gewidmet. Diese kann inzwischen auf eine über 20-jährige Geschichte zurückblicken. Sie entstand durch die Entscheidung des akademischen Senats der Universität München im Juli 1994, und seit dem Wintersemester 1995/96 besteht an der Universität München die Möglichkeit des vollständigen orthodoxen Studiums; eine Möglichkeit, die bislang im gesamten westeuropäischen Raum an einer staatlichen Universität fehlte. An der Universität München ist dadurch die Theologie aller drei großen christlichen Kirchen bzw. Konfessionen vertreten. Die Professoren und Studenten informierten die Bischöfe über die verschiedenen Möglichkeiten des Studiums der orthodoxen Theologie an der Ausbildungseinrichtung und diskutierten ihre Sorgen und Erwartungen mit ihnen. Im Anschluss daran endeten die internen Beratungen der Bischöfe.
Ihre nächste Zusammenkunft, die Herbstvollversammlung, ist für Ende Oktober in Aachen vorgesehen.

Quelle: http://www.rokmp.de/de/deutsch-fruhjahr ... -der-obkd/
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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Stephanie » 14.03.2017, 14:54

Lieber Igor,

vielen Dank für deinen Bericht und die vielfältigen Infos. Weißt du, wo ich diesen Fastenbrief (online) finden kann?

Liebe Grüße
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Stephanie

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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Thuja » 14.03.2017, 16:27

Liebe Stephanie,

einfach 'Raufscrollen - oder
wie Igor geschrieben hat, guckst Du hier:
http://www.rokmp.de/de/deutsch-fastenbr ... land-2017/

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!

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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Stephanie » 14.03.2017, 16:42

:oops: sorry! Sehr peinlich! Hab ich nicht gesehen. Vielen Dank!

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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Igor » 14.03.2017, 19:25

Habe nun auch beim zweiten Artikel der Vollständigheit halber die Quelle angegeben...
http://www.rokmp.de/de/deutsch-fruhjahr ... -der-obkd/
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Re: Neues von der Orthodoxen Bischofskonferenz Deutschlands

Beitragvon Igor » 16.03.2017, 22:14

Einheitsübersetzung der Göttlichen Liturgie erschienen

München – Die von der offiziellen Übersetzungskommission der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) unter Leitung von Erzbischof Mark (Arndt) von Berlin und Deutschland (Russische Orthodoxe Kirche im Ausland) erarbeitete und von der Bischofskonferenz offiziell als gemeinsamer Text für alle orthodoxen Gemeinden und Gottesdienststätten, die Gottesdienste in deutscher Sprache feiern, schon am 9. März 2013 approbierte Übersetzung der „Göttlichen Liturgie unseres heiligen Vaters Johannes Chrysostomos“, der orthodoxen Eucharistiefeier, liegt jetzt auch in einer zweifarbigen gedruckten Ausgabe vor, erstellt vom Kloster des hl. Hiob von Počaev in München (ISBN 978-3-933217-68-2), wo es auch zum Preis von € 7,50 bezogen werden kann. Im Vorwort wird der Zweck der Publikation so erläutert: „Längst ist die Orthodoxie in Deutschland angekommen und zahlenmäßig die drittgrößte Kirchenfamilie geworden. … Schule, Ausbildung, Berufsleben, Mischehen und schließlich die Geburt der jungen Generation lassen das Deutsche immer mehr zur Schul- und Bildungssprache oder sogar zur Primärsprache werden. … Es ist zwar weder angestrebt noch zu erwarten, dass auf absehbare Zeit die liturgische Sprache der verschiedenen orthodoxen Nationen in Deutschland verdrängt oder ersetzt wird, aber zum Verständnis, zur Katechese, zum privaten Mitlesen sowie zu panorthodoxen Zelebrationen wird eine einheitliche deutsche Übersetzung der Göttlichen Liturgie immer wichtiger“. Diese wird nun hier von der aus Mitgliedern der Übersetzungskommission, die fast allen der in Deutschland beheimateten orthodoxen Bistümer angehören, vorgelegt. Es sei so „nicht nur ein Gremium von kompetenten Mitarbeitern entstanden, sondern eine authentische kirchliche Versammlung, die eine synodale Gestalt hat und ein Ort ist, in dem der Heilige Geist wirkt, ohne dass sich ein Einzelner darin hervortut oder besondere Kompetenz oder Autorität beansprucht“. Die Übersetzungskommission sei bemüht gewesen, „den Text der Göttlichen Liturgie möglichst genau und damit unverfälscht wiederzugeben“. Sie erläutert im Vorwort eingehend ihre Übersetzungsmethodik und Vorgehensweise, zumal sie sich auch teilweise für neue Ausdrucksweise entschieden hat, denn „nicht immer hat sich das, was dem Ohr gewohnt ist, als richtig erwiesen, zumal ein Großteil der bisherigen deutschen Sprachprägungen keineswegs orthodox und oft auch philologisch nicht haltbar ist“. So werden auch neue Übersetzung des Glaubensbekenntnisses und des „Vater unser“ geboten, die sich on den gängigen evangelischen und römisch-katholischen Versionen unterscheiden. Der Problematik sind sich die Übersetzer durchaus bewusst, betonen aber, es dürften „nicht die konfessionellen Hintergründe und Einflüsse außer Acht gelassen werden, um bei der Einwurzelung orthodoxen Glaubens und Betens nichts zu verfälschen oder zu verwässern“. Sie bitten daher „um Verständnis für diese verantwortliche Arbeit, um Geduld bei der Gewöhnung an das Ungewohnte und um eine Adaption der Begriffe und Termini, damit sich allmählich eine deutsche orthodoxe liturgische Sprache herausbilden kann, die von allen gepflegt, gebetet und verstanden wird“.
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