OJB - Orthodoxer Jugendbund Deutschlands

Die deutschsprachige Orthodoxie stellt sich vor
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Patros
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Registriert: 28.01.2007, 19:43
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Beitrag von Patros »

Hallo Herr Thon,

der Versuch eines Jugenddachverbandes ist wirklich zu würdigen. Wie schon erwähnt, fehlt jedoch der Mittelbau in Richtung Ortsgemeinde.

Dabei ist zu fragen, wie sieht die Zusammenarbeit innerhalb der orthodoxen Gemeinden in einer Stadt aus ? In Frankfurt ist der satus quo leider beschämend. Es soll etwas in Bewegung kommen. Hoffentlich.
Lieber Herr Thon, für mich ist der orthodoxe Glaube ein dynamischer, basierend auf Liebe und Freiheit. Meinen Sie wirklich, dass Sie mit dem Thama Sexualität die Jugend locken können ? Ist es nicht eher ein Thema für ein theologisches Seminar ? Was wäre das Nächste Thema, die Fastenregeln ?
Weg von den Themen, die mit Geboten und Normen zu tun haben.
Müßte nicht im Vordegrund die Begegnung stehen ?

Ich schätze den Metrpoliten Augustinos sehr, weil ich mir sicher bin, dass er bei seinem Amtsantritt eine Vision hatte, die er meines Erachtens auch erreicht hat.
Welche sind die Visionen des Jugendbundes, welche des neuen Vorstandes Archimandrit Emanuel Sfiatkos ?
Wer kein Ziel hat, kann auch keines erreichen.

Lassen Sie uns in Frankfurt wieder ein Treffen organisieren, aber nicht mit dem Thema "Beziehungen vor der Ehe", sondern ein Jugendfestival mit Musik und Tanz. Lassen Sie uns dafür Werbung machen, und zwar nicht eine Woche vorher.
Nikolaj Thon
Beiträge: 38
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Beitrag von Nikolaj Thon »

Lieber Patros,

danke für die Anmerkungen und Kritik. Allerdings: Ich bin nicht derjenige, der die Themen der Jugendtreffen auswählt oder gar bestimmt; das macht der OJB richtigerweise selbst. Insofern kann ich auch nicht beurteilen, ob diese Themenauswahl glücklich war / ist, denn vom Jugendalter bin ich nun schon weit entfernt. Ich hoffe aber, dass die Leitung des OJB da das richtige Gefühl heutiger Jugendlicher trifft.
Was die Frage der Visionen angeht, so haben Sie völlig recht: Ich denke jedoch, die Idee, einen orthodoxen Jugendbund für alle jungen Orthodoxen in Deutschland, gleich welcher Herkunft, anzubieten, ist eine gute und richtige Vision.
Da liegt m.E. nicht das Problem, sondern irgendwie scheint es mit der Realisierung bislang nicht so voranzugehen wie erhofft.
Die Idee eines Festes scheint mir gut zu sein: Jedenfalls wenn ich mich an den ersten Jugendtag in Düsseldorf vor etlichen Jahren erinnere: Er war ein solches frohes Fest!
Und warum nicht mal wieder in Frankfurt?
Aber wie gesagt: Das liegt ganz in der Entscheidung des OJB selbst. Die KOKiD hat ihn zwar (mit) gegründet, aber er arbeitet selbstständig.
In der Liebe Christi
Ipod. Nikolaj
danadoina_3
Beiträge: 159
Registriert: 06.02.2007, 19:32

Beitrag von danadoina_3 »

könnte es sein daß das was diese jugendliche verbinden soll, "das erleben" der orthodoxe lehre sich nicht "organisieren " läßt?

was die orthodoxen bindet ist die kirche und das ist die einzige "organisationsform" die funktioniert ;

ich meine so wie "die amerikanische Demokratie" im Iran zum beispiel sich schwer implementieren läßt weil eben es nicht zum inneren seelischen struktur paßt, genauso wenig lassen sich bestimmte organisationsformen der orthodoxen struktur aneignen :oops: ; solche organisationen scheinen mir wie gegossen bei den katoliken, und noch perfekter bei den protestanten; warum ? ich denke es ist eine andere innere welt da; mehr zum diesseits orientiert...; ( das protestantismus versucht zum beispiel die lebensbedingungen des einzelnen auf der erde zu verbessern, die orthodoxie versucht eher dem einzelnen nahezubringen an erster stelle den weg diese bedingungen, ob gut oder schlecht, dem erretung dienlich zu machen.)
darum scheint die orthodoxie oft aus der sicht der "welt" passiv zu sein, was aber eine oberflächliche orthodoxieverständnis zeigt

das orthodoxe glaubensleben für den einzelnen, findet eher im verborgenen des herzens statt;

die väter zeigen so einen weg gar nicht auf, oder gab es irgendwelche väter die anders außer "unter der dach der kirche" sich organisiert
haben ?
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theofan
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Registriert: 19.02.2009, 11:54

Beitrag von theofan »

Guten Tag Daniela,

vielleicht liegt es wirklich an der richtigen Zielstellung - das "Erleben der Lehre" holt wahrscheinlich nur ganz Wenige hinter dem Bildschirm hervor. Ein Interesse, Gleichgesinnte kennenzulernen, müsste es aber auch bei Orthodoxen geben. Auch bei den katholischen und evangelischen Jugendtreffen geht es wohl weniger um Katechese als ums "Wir-Gefühl". Gerade die dünne orthodoxe Besiedelung des Westens zwingt eigentlich dazu, sich auch überregional zu treffen.

In den Ländern, wo Orthodoxie Staatsreligion ist oder wenigstens dominierende Konfession, geht es doch auch.

Gottes Segen
Hans-Peter
danadoina_3
Beiträge: 159
Registriert: 06.02.2007, 19:32

Beitrag von danadoina_3 »

TheoFan hat geschrieben:Guten Tag Daniela,

In den Ländern, wo Orthodoxie Staatsreligion ist oder wenigstens dominierende Konfession, geht es doch auch.

guten abend, theofan

Es gibt in Rumänien, die organisation der orthodoxen studenten, ich denke da geht es in erster reihe um veranstaltungen zu organisieren z.b. vorträge von bekannten geistigen väter, oder pilgerreisen etc. Ich weiß nicht wieviel hat das mit der "wir -gefühl " zu tun..


"Ein Interesse, Gleichgesinnte kennenzulernen, müsste es aber auch bei Orthodoxen geben."

-ich vermute mal die kennt man schon aus der eigene gemeinde und das reicht warscheinlich...
bogoslov05
Beiträge: 20
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Religionszugehörigkeit: serbisch-orthodox

Re: OJB - Orthodoxer Jugendbund Deutschlands

Beitrag von bogoslov05 »

Erst einmal, die Idee des OJB ist eine perfekte Idee nicht nur für die Orthodoxie in Deutschland, sonder vor allem für die Jugend. In einem religiösen neutralen Staat wie die BRD, in der wir unsere neue Heimat gefunden haben und dank ihr wir auch hier unseren Glauben leben können, dürfen wir das Bekannte Böckenförder-Diktum nicht vergessen:
„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt, mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren versuchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat.“

– Ernst-Wolfgang Böckenförde: Staat, Gesellschaft, Freiheit. 1976, S. 60.
Die Kirche muss das nachholen was der Staat nicht erreicht, und da ist der OJB für die Jugend wichtig. Trotztem stellt sich hier die berechtigte Frage, wieso dieses Vorhaben nicht richtig "funktioniert"? Hier stehen richtig gute Thesen für dieses Problem, aber dennoch vergessen wir eine Sache über die Religion unter Jugendlichen im 21. Jahrhundert - KIRCHE IST LANGWEILIG! Dies ist leider ein Problem welches wir heute finden. Es gibt so viele Statistiken und Aufsätze wie die Jugend heute doch nach dem Sinn des Lebens sucht, die Kirche unter Jugendlichen populär wird (http://de.bogoslov.ru/search/_de/http:/ ... 96821.html), aber dennoch (dies schreib ich eher aus eigener Erfahrung, als aus recherchen) kommen doch an Gottesdiensten und vor allem sonntagmorgens an den Liturgien nur die ältere Generation. Wo ist die Jugend? Ich glaub jeder von euch weiß wo sie ist - in den Discos, an der Kippe, auf der Theke oder an ähnlichen Orten. Meiner Meinung liegt hier das Problem, da uns die Kirche nicht "schmackhaft" gemacht wird, und dass ist nicht ein orthodoxes Problem.

Das OJB ist, ich wiederhole, eine fantastische Idee und ein Durbruch, jedoch ist sie einfach "zu hoch angesetzt", da man zwar ein Dach errichtet hat, jedoch die haltenden Säulen fehlen. Wir müssen erst einmal in die Kirche gehen. Das ist der erste, wichtigste und schwierigste Punkt, denn man erfüllen muss. Wieso das ist, und wie man das verbessern kann, bedarf eine neue Analyse, und es gibt schon einige Ansätze, die jedoch auch nicht allzu viel Früchte tragen. Als Mitglied der serbisch-orthodoxen Gemeinde kann ich den Bespiel mit unserer Folklorentanzgruppe erwähnen, wo wirklich viele Jugendliche kommen, und dass sogar im Gemeindesaal und dort sich kennenlernen, aber die Kirche wird trotzdem selten von ihnen besucht. Das Problem mit dem orthodoxen Religionsunterricht, dass wir zwar vom Staat die Möglichkeit bekommen haben, jedoch man keine Klasse zusammensetzten kann, zeigt die fehlende Mitarbeit für dieses Thema. Bei wem der Fehler steht, möchte ich hier aber nicht anfechten. Dennoch meine ich hier schon einen kleinen Einblick in die Problematik gezeigt zu haben.

Doch nehmen wir an, das Problem lege nicht im "Fehlen der Jugendlichen in der Kirche" - wieso ist die Beteiligung am OJB so minimal. Dafür möchte ich gerne Helge zitieren, der sagte:
vllt liegt die so niedrige mitgliederzahl daran, dass man sich erst genau gezielt über sowas informieren muss, bevor man auf so etwas stößt ...
denn ich bin echt viel rumgekommen im deutschen orthodoxen web :D und hab davon bis jetzt noch nichts gehört ...
Ich muss ihm recht geben, auch ich hab über die OJB erst durch intensiver recherche im Internet im letztem Jahr erfahren. Da lebe ich so lange hier in Deutschland und da werden solche Veranstaltungen angeboten und man merkt es nicht. Auch hier könnte man sich die Frage stellen, ob es die eher an der geringen PR liegt oder am Uninteresse zu diesem Theme bei der Jugend aber auch bei den Erwachsenen. Die OJB hat schon ihre PR, welche sie durch das Internet verbreitet, dennoch ist der Ansturm klein, aber erinnern wir uns an den Weltjugendtag in der römisch-katholischen Kirche. Wo liegt der Unterschied? Genau in der PR, wo der Jugend der Weltjugendtag durch den Medien diese Veranstaltung ans Herz gelegt wird. Ich verstehe, dass dies natürlich kostspielig ist, dennoch, wie kann es dazu kommen, dass viele jugendlichen noch nichts von der OJB gehört haben? Selbst in der Gruppe auf Facebook sind gerade mal 103 Mitglieder drin. Diese Idee der Facebook gruppe ist ebenfalls eine sehr efektive und preisgünste Aktion von sich hören zu lassen, aber Nachrichten werden durch hörensagen in Lauf gebracht. Es liegt an UNS hier in der Gruppe unsere Freunde dazu anzuspornen aktive zu werden. Lasst uns doch erst mal in unseren Gemeinden eine kleine gruppe von jugendlichen finden und kleine Veranstalltungen zu organisieren, danach suchen wir in den Nahbargemeinden in unserer Stadt zusammenkünfte. Danach ist der weg zum nächsten Jugendtag nur noch formsache.

Dennoch müssen wir erst mal jugendliche in die Kirche bekommen, damit auch der OJB an größeren Erfolg gewinnt, und damit die Orthodoxie, oder wie der Herr selbst sagte:
Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. (Mt. 25, 23)
Trotzdem bitte ich mich zu entschuldigen, für diese überausführliche Meinung und ebenfalls, wenn diese Meinung doch nicht dem Stand der Dinge beschreibt.
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Priester Alexej
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Re: OJB - Orthodoxer Jugendbund Deutschlands

Beitrag von Priester Alexej »

Der OJB muss gut sein, um zu funktionieren. Die PR wird nich durch die Medien kommen, dazu fehlt das Geld, und daran wird sich auch nichts ändern. Die beste PR die man bekommen kann, ist durch hören-sagen. Wir in unserer Gemeinde machen Kinder- und Jugendfreizeiten 3 mal im Jahr. Weil wir zu wenig Personal haben, nehmen wir 60 Teilnehmer, und es gibt immer eine Menge Leute, den wir absagen. Der Grund ist einfach, jeder, der in unserer Freizeit einmal gewesen ist, wird wiederkommen. Dazu erzählt er seinen Freunden über uns, die dann auch mitkommen. Und Jugendlich, die in unseren Freizeiten aufgewachsen sind, verbingen ihren wenigen Urlaubstage in den Freizeiten als Teammitglieder.

Ähnliches könnte ich über den Jugendtag der ROKA in Köln erzählen. Genau wie bei uns kommen die Teilnehmer nicht nur aus unseren Gemeinden. Es gibt anmeldungen aus weit entfernten Städten Deutschlands.

Das Programm muss wirklich gut sein, aber das wichtigste ist, dass der Mittelpunkt Gott ist. An dem Jugendtag in Köln nehmen die Jugendlichen an den Gottesdiensten und Gebeten teil, sitzen bis zu 6 Stunden am Tag an Seminaren und Vorträgen. Bei den Freizeiten meiner Gemeinde gibt es ebenfalls für alle 3 Mal am Tag gebet, einmal in der Woche Beichte und Liturgie, an der wir alle versuchen zu kommunizieren (was sehr wichtig ist), es gibt 1,5 Stunden jeden Tag Katechismusunterricht, ebenfalls tägliche Arbeit an Tugenden.

Wenn die OJB Veranstaltungen immer gut organisiert, nicht profan und nicht ökumenistisch verlaufen, wird er nach einigen Jahren an Popularität gewinnen.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.
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Igor
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Re: OJB - Orthodoxer Jugendbund Deutschlands

Beitrag von Igor »

Hallo zusammen!

Ich musste erstmal etwas suchen, um den OJB im Web zu finden:

Bild

:arrow: http://ojb.orthodoxe-parochie.eu/

Wäre sicherlich sehr schön, wenn die Verantwortlichen auch hier mitwirken würden – das würde bestimmt sowohl für den OJB als auch für das Forum von Nutzen sein.

In Christo
Igor
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)
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Igor
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Re: OJB - Orthodoxer Jugendbund Deutschlands

Beitrag von Igor »

... inzwischen ist die Webseite des OJB umgezogen und befindet sich nun hier:

http://www.orthodoxerjugendbund.com/
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