Kommunion-Vorbereitung - nichtmal etwas Wasser trinken?

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MariaM
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Kommunion-Vorbereitung - nichtmal etwas Wasser trinken?

Beitragvon MariaM » 19.12.2015, 21:51

Guten Abend Vater, bitte segnen Sie.

Ich möchte folgendes fragen, es betrifft die Vorbereitung auf die Kommunion. Ich weiss, dass man sich mit Fasten, Gebet usw. vorbereitet und vorher zur Beichte geht. Was mir aber nicht so klar ist/war, ist - darf man nichtmal etwas Wasser am Morgen trinken? Z.B. wenn man ein trockenes Gefühl im Hals hat oder weiss, dass man leicht Blasenbeschwerden bekommt, wenn man zu wenig trinkt? Es ist ja doch recht lange, wenn man sagen wir um 6 aufsteht, die Kinder für die Schule fertigmacht usw. und dann z.B. um 9 zur Liturgie geht, wobei die Kommunion ja dann nochmal später in deren Verlauf ist...

UNd wenn man es wirklich absolut nicht darf - wie schlimm ist es, wenn man es aus Unwissen ein paarmal gemacht hat? Und warum ist dies so streng geregelt? Was genau soll passieren, wenn man vor der Kommunion etwas Wasser zu sich genommen hat? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass dann das Mysterium nicht "funktioniert"... (?)

Danke im Voraus! Gruss, Maria

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Priester Alexej
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Re: Kommunion-Vorbereitung - nichtmal etwas Wasser trinken?

Beitragvon Priester Alexej » 23.12.2015, 16:31

Liebe Maria, Gott segne dich!

Das Eucharistie-Fasten vor der Kommunion dient als Vorbereitung zu dieser, es soll uns einstimmen, dass wir Christus bewusst empfangen. Dazu dienen auch das Lesen der Kommuniongebete. Die Praxis kennen wir aus dem Alten Testament, als Moses auf den Berg Sinai ging, haben alle Juden vor dieser Gottesbegegnung gefastet. In der russischen Tradition beichtet man vor jeder Kommunion, um sich vor dem Empfang der Heiligen Gaben so gut wie möglich zu reinigen.

Vor der Kommunion sollte man 6 Stunden lang nichts essen oder trinken, wobei man in der Regel nach Mitternacht bishin zur Kommunion nichts mehr zu sich nimmt. Für die meisten Menschen ist das kein Problem, selbst Kinder ab 7 Jahren gehen am Sonntag in die Liturgie, ohne etwas gegessen oder getrunken zu haben. Ist man es nicht gewohnt, braucht man eine Zeit lang, wonach es zu einer Selbstverständlichkeit wird.

Dennoch - das Fasten ist für den Menschen, und nicht der Mensch für das Fasten. Deshalb gilt - wenn du gesundheitliche Probleme hast, dann bitte deinen Priester um einen Segen, um Wasser morgens zu trinken. Es gibt viele Menschen, die morgens z.B. Medikamente einehmen müssen. Bei bestimmten Krankheiten, z.B. starker Diabetis, oder auch bei mancher Schwangerschaft, müssen die Leute sogar eine kleinigkeit Essen, um nicht umzufallen, z.B. ein Stück Brot. Aber diese Ausnahmen sollte in jedem einzelnen Fall mit dem Beichtvater abgesprochen werden.

IC
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.


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