F - wie Fasten

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Loukia
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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Loukia » 27.12.2009, 23:22

Nein, wenn jemand erfährt ich faste. Der Freund einer Freundin fand es total dumm und schlimm, das ich bei Mc's nur einen Salat gegessen habe, während meine Kollegin Verständnis hatte, da sie selbst Kirchgängerin ist (RKK).
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Nassos
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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Nassos » 28.12.2009, 01:12

Ach so, jetzt habe ich verstanden, danke!

Und wie wurde dies argumentiert von dem Freund der Freundin?

Eventuell wäre es interessant, wenn die Forer hier mal ihre eigenen Erfahrunge hinschreiben würden. Nicht nur so wie Loukias, sondern vielleicht auch, wenn es den eigenen Familienmitgliedern stinkt, weil sie auch eingeschränkt werden oder sich einfach wundern, weil "das auch? Echt?" nicht gegessen wird.

Gruß,
Nassos

Loukia
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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Loukia » 28.12.2009, 17:30

Naja, also da gab es keine Argumentation. Er fands einfach nur dumm, als Atheist, der die gesamte Thematik des Glaubens für Schwachsinn hält.

Meine eigene Familie hat sich Mittlerweile sehr darauf eingestellt, das ich anders esse während der Fastenzeiten.
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Ehemaliger

Re: F - wie Fasten

Beitrag von Ehemaliger » 30.12.2009, 10:40

Hallo ihr 'Auch-Exoten', die ihr fastet.

Mit meiner Familie habe ich Glück. Die sind nicht orthodox aber Evelyn, meine Frau, ist Ex-Katholikin und hat sich unseren Fastenregeln angepasst. Sogar dahingehend, nicht mehr 'neue, tolle' Möglichkeiten zu finden, das Fasten geschmacklich überlebbar zu machen sondern wir sind, stillschweigend', übereingekommen schlicht zu essen.
Ein Sohn, heftig 'anti', meint auf nichts versichten zu können und für ihn steht, wenn er uns besucht, das volle Programm zur Verfügung, ausser währen des Osterfastens. Er knirscht dann Zähne und besorgt sich demonstrativ 'Fleischliches'. Der andere Sohn macht mit uns mit wenn er da ist.

Wir haben nie grossartig darüber diskutiert denn 'mit so einem wie mir' ist eben nicht zu diskutieren und 'jedem Tierchen sein Pläsierchen'. Ähnliches gilt für das Tischgebet.

An meinem Arbeitsplatz erkläre ich mindestens 2 mal per Quartal, dass ich faste und deswegen von dem Stück mitgebrachten Kuchens nichts esse. Das ist mir wichtig, damit die/der, die es mitgebracht haben das nicht als Ablehnung ihrer Gabe/Person verstehen. Das geht nun schon 8 Jahre so und langsam weiss 'man' es, der tickt eben anders. Auch mein Kreuzzeichen vor dem Essen regt niemanden mehr auf. Anfangs bekam ich verstohlene, verwunderte Blicke, danach 'harmlose' Fragen und auch: Und was-passiert-wenn-du-jetzt-Wurst-isst-Fragen. Ich habe standhaft behauptet, dass mir dann der Himmel auf den Kopf fiele. (Witzigerweise werde ich jetzt manchmal von Anderen darauf aufmerksam gemacht, dass 'darin' etwas sei was ich wohl nicht 'dürfe', oder auch der 'Test': Na beisst er rein???)

Ich finde es wichtig, dass das Gift aus der Sache heraus kommt. Weder sollte unser Fasten Demonstrationscharakter haben noch schamhaft versteckt werden. Einem Muslim gesteht man den Ramadan zu, einem Hindu seinen Vegetarismus und ich erbitte Freiheit, das kirchliche Fasten, ohne mich verstecken zu müssen, leben zu dürfen. Erst wenn es als persönlicher Affront ankommt wird es schwierig. Ich versuche dann den Schweden zu erzählen, ich würde mich auf das Leben im Paradies (der Löwe frisst Grass & CO) vorzubereiten. Dann bekomme ich Paragraf 150 und der Ärger geht.

Es sind, und das sei auch erzählt, viele Gespräche über Sinnhaftigkeit von 'äusserem Vollzug' einer inneren Haltung herausgekommen, wiewohl das nicht mein Anliegen war. Besonders die Frage: "Darfst" du das auch nicht? ist ein immer wiederkehrender Aufhängepunkt. Natürllich finden solche Gespräche nicht immer religiöse Bahnen; manchmal ist es für meine Gesprächspartner wohl auch recht amüsant, einen solche Kolibri getroffen zu haben.

Liebe Grüsse
Benedikt

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Nassos » 30.12.2009, 19:53

hallo Bruder Benedikt,

willkommen in Fastenhausen....

Vielen Dank über Deinen Beitrag! ich freue mich absolut wahnsinnig, wieder von Dir zu lesen!!!!!!! Super, danke!

Ganz lieben Gruß nach Sverige,
Grek

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Nassos » 01.01.2010, 21:27

Im Geschäft habe ich das nicht an die große Glocke gehängt. Ich bin sowieso kein Kantinengänger. Der eine Kollege, der das weiß, der kennt mich sowieso (er ist Atheist, wir sprechen aber oft über Glauben).
In meinen griechischen Kreisen habe ich bisher eher Überraschung vorgetroffen. Es scheint sich das zu bewahrheiten, was oft behauptet wird: bei uns gehört das Fasten zu Ostern. Ich bin mir sicher, viele wissen gar nicht, dass es ein 40-tägiges Weihnachtsfasten gibt (ich wusste das bis vor kurzem selber nicht).

Tja und an Weihachten, als ich wieder das erste mal Fleisch aß... nun, der Körper merkte, dass sich da was tut und tat auch was - in recht hoher Frequenz :censored: Habt ihr die Erfahrung einer erhöhten Notdurft, die einem nicht allzuviel Zeit lässt, auch gemacht?

Gruß,
Nassos

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Jeremias » 01.01.2010, 22:59

Lieber Nassos,
das ist normal... :D Insbesondere beim Genuss leckerer Milch merkt man das. Oder dem übermässigen Zuspruch von Süssigkeiten... 8)

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Nassos » 02.01.2010, 02:11

wie du siehst, mein Lieber, habe ich noch nicht viel Erfahrung damit sammeln können... Ich bin sehr gespannt - jetzt abgesehen Re-Integrationsverhalten - wie sich das Fasten "entwickeln" wird über den Lauf der Jahre.
Wo ich mir aber immer noch nicht sicher bin, ist, wie ich mich verhalte, wenn ich auf das Fasten angesprochen werde oder mir etwas angeboten wird, das das Fasten nicht vorsieht.

Die konträren Punkte wären: fastengerecht bleiben, nicht den Eindruck des Leidenden zu geben, aber auch nicht den Eindruck eines Stolzen zu geben bzw. Stolz zu spüren.

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Loukia » 02.01.2010, 15:58

Nassos hat geschrieben: Tja und an Weihachten, als ich wieder das erste mal Fleisch aß... nun, der Körper merkte, dass sich da was tut und tat auch was - in recht hoher Frequenz :censored: Habt ihr die Erfahrung einer erhöhten Notdurft, die einem nicht allzuviel Zeit lässt, auch gemacht?

Gruß,
Nassos
Naja, ich bekomme da doch schon Magenschmerzen, wenn es vorbei ist und ich "normal" weiteresse...
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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Nassos » 24.01.2010, 21:04

Triodion - Vorbereitung auf das Große Osterfasten

Heute - am Sonntag des Pharisäers und des Zöllners, beginnt das sogenannte Triodion. Es handelt sich hierbei um eine Phase von drei Wochen, die vorbereitenden Charakter auf das Große Osterfasten haben.

Die erste Woche, die auch prosfonisimos genannt wird, ist "frei", das heisst, dass alles erlaubt ist und zwar an allen Tagen, auch am Mittwoch und am Freitag.

In der zweiten Woche ist auch alles erlaubt, außer am Mittwoch und am Freitag, an denen wir strenges Fasten einhalten, genau wie während des Osterfastens. Der Sonntag, mit dem diese Woche endet, heißt bei uns Apokreo (apo - weg, kreo - Fleisch), weil wir uns nun für eine längere Zeit vom Fleisch verabschieden.

Die dritte Woche, vom Hl. Theodor dem Studiten "pronistimon" - Vorfasten, genannt, bereitet uns nun endgültig auf das Osterfasten vor. In dieser Woche essen wir kein Fleisch mehr, jedoch an allen Tagen (auch Mittwoch und Freitag) Milch- und Käseprodukte sowie Fisch und Eier.

Zum Osterfasten folgt ein eigener Beitrag mit etwas historischer Hintergrundinfo.

Euch allen ein gesegnetes Triodion,
Nassos

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Nassos » 16.02.2010, 00:04

Die Tessarakoste - die 40 Tage Fasten vor der Großen und Heiligen Woche

Zwischen den langen Fastenzeiten des Jahres ist das Vorosterfasten (die Große Tessarakoste) die älteste und härteste. Mit dem Fasten des Mittwochs und Freitags setzt sie den Beginn in der apostolischen Zeit.

Usprung und Kern dieses Fastens betrachten wir das Fasten vor Ostern, das zum Gedenken an die Passion Christi und zur Vorbereitung der Gläubigen auf das Osterfest sowie der Katechumenen zur Taufe eingeführt wurde.
Die Apostolischen Kanones verbinden die Einführung des Osterfastens mit den Worten des Herrn "Es wird aber die Zeit kommen, daß der Bräutigam von ihnen genommen wird; dann werden sie in jenen Tagen fasten." (Mk 2,20 - Mt 9,15 - Lk 5,35)

Die Dauer des Vorosterfastens war zu Beginn weder lang noch gleich in den Gemeinden. Es gab also Freiheit, keine Gleichförmigkeit. Unterschiede gab es auch in der Art mit der die Christen jener Zeit fasteten.

Wann genau die Tessarakoste (die Vierzigtägige) als Fastendauer auftritt, ist schwer festzulegen. Eine Anführung des 5. Kanons des 1. Ökumenischen Konzils von Nikäa führt uns zu der Annahme, dass zur Zeit des Konzils (325 n.Chr.) die Tessarakoste schon in der ganzen Kirche eingeführt war.
Andere hitorische Belege, wie die des Vaters der Kirchengeschichte Eusebius von Caesarea, weisen noch bestimmter auf die Existenz der Tessarakoste hin und verbinden ihre Einführung als Fastenzeit und geistlicher Vorbereitung auf Ostern mit der vierzigtägigen Fastenzeit des Herrn und der Propheten Moses und Elias.
Wie in der ursprünglichen Fastenzeit vor Ostern gab es nun auch in der Tessarakoste eine große Vielfalt von Ort zu Ort bis zu ihrer endgültigen Festlegung. Unterschiede gab es in der Berechung ihrer Dauer und in der Art, das Fasten einzuhalten.
Das was mit Sicherheit gesagt werden kann, ist dass die Tessarakoste ein sehr strenges Fasten war. Der 69. Kanon der Hll. Apostel droht den Klerikern mit Kathäresis und den Laien mit Aphorimus, wenn sie zu dieser Zeit nicht fasteten.
Gemäß des 50. Kanons der Lokalsynode von Laodizea (um 360 n.Chr.) herrscht zur gesamten Tessarakoste Trockenfasten (auch Verzicht auf Öl und Wein).
Bezüglich der Nahrung und Getränke, von denen die Christen sich enthalten sollten, gab es schon zu Anfang die Vorgabe, auf Nahrung vom Blut kommend (Fleisch, Fisch), auf sonstige Nahrung tierischer Herkunft (Milchprodukte und Eier) und vom Wein. Typischerweise enthielten sich die Christen von jeglicher Nahrung bis zur Neunten Stunde (3 Uhr nachmittags) und von den oben erwähnten Nahrungsmitteln während des Mahls.

Der Name Tessarakoste (Vierzigste, Vierzigtägige) entstammt mit großer Sicherheit der Tagesanzahl der Fastenzeit. Die Apostolischen Kanones geben hierzu die Durchführung des Fastens vor dem Osterfasten (= Fasten der Großen und Heiligen Woche, der Karwoche) beginnend am Montag und vollendet am Freitag (vor dem Samstag des Lazarus).
Sehr früh wurde die Tessarakoste "Große" genannt. Dies wurde ihr nicht nur gegeben, um diese Zeit von den anderen langen Fastenzeiten hervorzuheben, sondern auch um ihre Bedeutung zu extrahieren: die Strenge des Fastens und generell der Askese, der Anstrengung, die vorausgesetzt wurde und der Grund weswegen sie eingeführt wurde, also die geistliche Vorbereitung auf das höchste Fest, Ostern.
Die Große Tessarakoste beginnt am Reinen Montag (griechisch: Καθαρά Δευτέρα, kathará deftéra) und endet am Freitag vor dem Samstag des Lazarus (Lazarus' Auferstehung).

Wie haben wir heutzutage in der Tessarakoste zu fasten? Wie gesagt, war das Fasten schon zu Beginn sehr streng. Mit entsprechender Anstrengung haben wir Orthodoxe diese auch heutzutage einzuhalten.
Mit besonderer Strenge fasten wir in der ersten Woche. Viele - und nicht nur Mönche - halten das sog. Triimeron (Dreitägige) ein. Sie enthalten sich in den ersten drei Tagen von jeglicher Nahrung und empfangen die Hl. Kommunion in der ersten Liturgie der vorgeheiligten Gaben.
Öl und Wein wird nur an Samstagen und Sonntagen eingenommen.
Ungefähr in dieser Art wird auch an den anderen Tagen der Fastenzeit gefastet. Wenn wir es genau machen wollen, enthalten wir uns an allen Wochentagen vom Öl, nicht nur am Mittwoch und am Freitag.
Natürlich ist aus Gründen der Schwäche (Krankheit) und mit Anweisung des geistlichen Vaters davon abzusehen.

Ausnahmen in dieser Periode sind:
- der Gedenktag der Hll. Viezig Märtyrer, an denen Öl und Wein gestattet sind
- der Gedenktag Mariä Verkündigung, an dem Fisch gestattet ist

Was den Verzehr von Fisch am Palmsonntag angeht, so gehen die Meinungen auseinander. Manche monastischen Typika, das Triodion und der Hl. Theodor Studit empfehlen den Verzehr von Fisch - einerseits als Ende der Tessarakoste (sie endet am Abend des Freitags vor dem Samstag des Lazarus) und andererseits um den Triumph Christi über den Tod (durch Lazarus' Auferstehung) zu ehren. Somit wird der Palmsonntag als Herrentag (Despotischer Feiertag) betrachtet.
Im Gegenzug betrachtet der Hl. Nikodemus der Agiorit die Umschreibung des Triodions als neuere Hinzufügung -welche den Fischverzehr gestattet - und lehnt diesen ab.
Was ist zu tun? Aus Gründen der generellen Gewohnheit gilt der Verzehr von Fisch. Wenn altehrwürdige monastische Typika und ein Hl. Theodor Studit dem Verzehr für Mönche zustimmen, dann ist es verständlich ihn für Laien ebenso zu gestatten.

In ca. vierzig Tagen: Das Osterfasten der Großen und Heiligen Woche.

Gruß,
Nassos

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von songul » 18.02.2010, 09:08

Ich habe gerade im griechischen Sender "Etv.gr"(ein kirchlicher Sender) in der dort üblichen Kochsendung, die ich mir öfters anschaue, das Backen eines Kuchens miterlebt, in dem auch Eier verwendet werden.
Das hat mir in Erinnerung gebracht, dass ich es auch oft erlebt habe, dass wenn die Liturgie zu Ende war, den Leuten in der Fastenzeit jeweils Fasten- oder Nichtfastenspeisen angeboten wurden.
Wie ist es nun in der griechischen Kirche: ist das Fasten genau wie in den anderen Kirchen, also auch keine Eier, und wenn ja - warum werden dann sowohl im kirchlichen Fernsehen als auch vor zumindest der Kirche in der ich das erlebt habe, solche Nichtfastenspeisen geduldet?
Besteht nicht die Gefahr, dass wenn die Praxis dem Gutdünken der Leute überlassen wird, (eigentlich sollten doch die Fastenregeln kirchlicherseits eingehalten werden, des guten Beispiels wegen) dass dann genau jene Entwicklung einsetzt, die wir in der röm. Kirche sehen können, wo die Leute sich kaum noch um die Gebote der Kirche schehren und eben auch viele Prister/Bischöfe mit solchem Beispiel voran gehen?

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von ElvisVrinic » 18.02.2010, 11:58

liebe Brüder und Schwestern im glauben,

zum thema fasten:

ich muss ehrlich sagen das das einhalten von den Essensgeboten mehr oder weniger zweitrangig ist. Mann sollte sich vor allem wer jetzt fastet an die Regeln halten Mo-Fr strenges Fasten (kein Fisch, Öl oder Alkohol) sa-so normales fasten (genuss von Alkohol und Öl sind erlaubt) ausnahmen sind wiederum diverse Feiertage. Diese regeln können aber varieren, von person zu person, dazu muss man mit seinen Priester geredet haben.

Das primäre jetzt und gerade in der Zeit bevor die heilige eucharistie gefeiert wird, wäre das Geistliche leben anzuregen und dazu gehört meiner Auffassung auf auch das enthalten von diversen speisen. Man sollte aber, so viel ich weiss mehr Beten öfter zur Liturgie gehen und auf jedenfall (der wer möchte) Beichten.

Man muss bedenken das wir uns auf die heiligen Gaben vorbereiten und daher so sauber wie möglich sein müssen.

Wenn man jetzt sich über Essen streitet, hat das fasten keinen sinn.
Wer auch den anderen der nicht fastet verurteilt oder seine gedanken dazu macht (habe ich auch gemacht) der hat den sinn auch nicht erkannt.
Der sinn ist doch eigentlich das man so dem HERR in einer gewissen weise näher kommt. Daher fassten unsere Brüder und schwestern in den klöstern strenger als wir.

Also wen jemand fastet der sollte sich nicht so sehr auf das Essen konzentrieren (das wäre ja wohl eine Diät oder :lol: ). Mann sollte mehr Reue und Buße zeigen. Sich wenn es möglich ist mehr den HERR zuwenden. Weil sonst, glaube ich, die Heilige kommunion umsonst oder unwürdig wir empfangen würden.

Aber das bestimmt letztlich jemand anders.

der HERR schütze euch
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von Anastasis+ » 18.02.2010, 12:01

songul hat geschrieben:Ich habe gerade im griechischen Sender "Etv.gr"(ein kirchlicher Sender) in der dort üblichen Kochsendung, die ich mir öfters anschaue, das Backen eines Kuchens miterlebt, in dem auch Eier verwendet werden.
Das hat mir in Erinnerung gebracht, dass ich es auch oft erlebt habe, dass wenn die Liturgie zu Ende war, den Leuten in der Fastenzeit jeweils Fasten- oder Nichtfastenspeisen angeboten wurden.
Wie ist es nun in der griechischen Kirche: ist das Fasten genau wie in den anderen Kirchen, also auch keine Eier, und wenn ja - warum werden dann sowohl im kirchlichen Fernsehen als auch vor zumindest der Kirche in der ich das erlebt habe, solche Nichtfastenspeisen geduldet?
Besteht nicht die Gefahr, dass wenn die Praxis dem Gutdünken der Leute überlassen wird, (eigentlich sollten doch die Fastenregeln kirchlicherseits eingehalten werden, des guten Beispiels wegen) dass dann genau jene Entwicklung einsetzt, die wir in der röm. Kirche sehen können, wo die Leute sich kaum noch um die Gebote der Kirche schehren und eben auch viele Prister/Bischöfe mit solchem Beispiel voran gehen?

LG Songul
Liebe Songul,

Eier sind natürlich keine Fastenspeise bei uns...

Sollte in der Kochsendung eine Fastenspeise gekocht werden?
Vielleicht war es nur eine Aufzeichnung und das Gericht gar nicht für die Fastenzeit gedacht?
Bleibt die Frage, ob es sinnvoll ist solche Sendungen während der Fastenzeit zu senden?

Warum dir Nicht-Fastenspeisen in der Kirche angeboten wurden, weiß ich nicht - hast du dort wen gefragt?
Zuletzt geändert von Anastasis+ am 18.02.2010, 21:25, insgesamt 1-mal geändert.
Meine Hoffnung ist der Vater,
meine Zuflucht der Sohn,
mein Schutz der Heilige Geist.
Heilige Dreiheit, Ehre sei dir.

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Re: F - wie Fasten

Beitrag von ElvisVrinic » 18.02.2010, 13:26

Anastasis+ hat geschrieben:Warum dir Nicht-Fastenspeisen in der Kirche angeboten wurden, weiß ich nicht - hast du dort wen gefragt?

Liebe Brüder und Schwestern,

nun ja ich persönlich glaube, dass natürlich auch die gläubigen die nicht fasten etwas zu essen bekommen müssen, Essen ist gut, ganz egal ob Fleisch, Fisch, Brot oder ähnl. man sollte sich von Blut, Götzenopferfleisch und erstickten (aas) fernhalten zu unserer Gesundheit. Ausserdem wird es einfach zu eng gesehen.
Alles Essen ist gut, wenn es der HERR geheiligt hat, dass heisst das wir jetzt nicht wei die alt-Juden oder moslems akribisch genau an das halten müssen, denn es wurde aufgehoben z. B. (du fastest nicht, du bist kein Christ) :shock: .

Mann kann ja nicht den leuten die nicht fasten, das Essen verweigern oder sie dazu zwingen nicht zu essen. Es muss aus persönlichen gründen kommen.
Man fastet ja nur um dadurch sich mehr auf den Geist zu konzentrieren. :angle:

der HERR schütze euch
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

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