F - wie Fasten

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Nassos
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F - wie Fasten

Beitragvon Nassos » 02.09.2009, 11:25

Liebe Mitforer,

ich gehöre zu den Leuten, die mit den Fastenregeln nicht bestens vertraut sind.

Ich weiß jetzt nicht, ob wir schon einen entsprechenden Thread haben, ich erlaubte mir diesen mal aufzumachen.

Da ich bisher das Mittwochs- und Freitagsfasten nicht praktiziert habe :shock: , würde ich gerne wissen, was hierbei zu beachten ist.

Ich erinnere mich an ein Schreiben "Epistoli des Herrn Jesus Christus". Ist schon lange her. Aber ich glaube mich daran erinnern zu können, dass sich dieses Fasten auf Fleisch und Fisch bezieht (nur).

Könnt Ihr mir da helfen? Gibt es Ausnahmen?

Danke!

Gruß,
Nassos
Zuletzt geändert von Nassos am 29.11.2009, 23:05, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: F wie Fasten

Beitragvon Elias » 02.09.2009, 13:32

Da ich bisher das Mittwochs- und Freitagsfasten nicht praktiziert habe :shock: , würde ich gerne wissen, was hierbei zu beachten ist.
Bruder, hast du denn trotzdem schon einmal die Kommunion bekommen? Ohne Fasten geht es nicht....

Ok, wir sollten uns von allen Spesen enthalten, die von einem Tier kommen: Fleisch (Allen Speißen wo Fleischsubstante enthalten sein könnte, Milch, (Allen Speßen wo Milch enthalten sein könnte) u.s.w. Wir (In der serbischen Kirche) müssen uns auch am Mittwoch und Freitag vom Öl und Fisch fern halten. Fasten bedeutet aber nicht nur das wir auf gewisse Speißen verzichten sollen sondern auch auf Sex u.s.w

Aller Anfang ist schwer lieber Bruder aber es ist wichtig damit anzufangen :up:

Ilija

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Beitragvon Anastasis+ » 02.09.2009, 14:52

Lieber Brüder!

Es gibt Grundregeln wie den Verzicht von Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Wein und Öl an bestimmten Tagen, die im Kirchenjahr vorgesehen sind. Manchmal ist der Verzicht all dieser Speisen untersagt, manchmal nur eines Teils davon. Der geistige Vater kann aber auch je nach Mensch und Situation andere Vorgaben machen.

Am besten besprichst du dies mit deinem geistigen Vater oder Priester, lieber Nassos. Er wird dir sicherlich gerne und weise weiterhelfen und dir entsprechende Ratschläge geben!

En Christo
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meine Zuflucht der Sohn,
mein Schutz der Heilige Geist.
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Beitragvon Nassos » 02.09.2009, 18:36

Hallo Leute,

danke zunächst für die Antworten. OK, also alles was vom Tier kommt.

Aber Öl?

Gruß,
Nassos

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Beitragvon Nassos » 02.09.2009, 18:38

Bruder, hast du denn trotzdem schon einmal die Kommunion bekommen? Ohne Fasten geht es nicht....
Nein. Entweder ich mache es richtig oder gar nicht.

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Beitragvon Elias » 03.09.2009, 14:54

Bruder, hast du denn trotzdem schon einmal die Kommunion bekommen? Ohne Fasten geht es nicht....
Nein. Entweder ich mache es richtig oder gar nicht.
Bruder, entschuldige diese blöde Frage von mir. Die geht mich ja auch nichts an. Bei uns in der serbischen Kirche ist das so, das wir am Mittwoch und Freitag auch auf Fisch und Öl verzichten müssen. Warum genau (Öl), keine Ahnung!? Mein Priester hat es so gesagt, wie ich Fasten soll und das Fasten sollte auch besser nur mit dem Priester besprochen werden.

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Beitragvon Mops » 03.09.2009, 15:28

Bruder, hast du denn trotzdem schon einmal die Kommunion bekommen? Ohne Fasten geht es nicht....
Nein. Entweder ich mache es richtig oder gar nicht.
nun, alles ist wie ein Organismus, alles wächst, so auch die Praxis...
aber da sind unsere Väter berufen uns zu leiten...

Nassos
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Beitragvon Nassos » 17.11.2009, 23:33

Zum Weihnachtsfasten:

1. Die zweitlängste Fastenzeit nach dem Osterfasten ist das Fasten zu Weihnachten. Sie währt auch 40 Tage, ist aber nicht so streng wie das Osterfasten. Sie fängt am 15. November an und endet am 24. Dezember.

2. Die Feier zur Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus bildet zweitgrößte Despotische Feier des christlichen Feierkaleders. Bis zur Hälfte des 4. Jahrhunderts feierte die Kirche des Ostens die Geburt und Taufe Christus' zusammen unter dem Namen Epiphanie am ein und dem selben Tag, den 6. Januar. Weihnachten als gesondertes Fest, das am 25. Dezember gefeiert wird, wurde im Osten vom Westen zum Ende des 4. Jahrhunderts übernommen.

Der Heilige Ioannis Chrysostomos, der als erster von dem Fest der Weihnacht spricht, nennt es "Metropole aller Feste".

Mit der Teilung und Festlegung der drei Feste, der Geburt am 25. Dezember, der Beschneidung am 1. Januar und der Taufe am 6. Januar bildete sich auch das sog. Dodekahemeron ("Zwölftäger"), also die Festperiode vom 25. Dezember bis zum 6. Januar.

3. Die große Bedeutung, die Weihnachten mit der Zeit im Bewusstsein der Kirche erlangte, und die Ehrfurcht der Glaubenden und insbesondere der Mönche, bildeten die Grundlage zur Festlegung der Fastenszeit vor Weihnachten. Dies wurde sicher auch von der Großen Fastenzeit vor Ostern beeinflusst.

Genau wie das Fest, so erschien das Fasten als Vorbereitung zur Geburt des Erlösers zuerst im Westen, wo es als Tessarakoste ("Vierzigtäger") des Hl. Martinos genannt wurde, weil es mit dem Namenstag dieses Heiligen der westlichen Kirche anfing. Das gleiche wiederholte sich auch bei uns, wo viele das Weihnachtsfasten als "des Hl.Philipps" bezeichnen, anscheinend weil es am Tag nach dem Gedenktag des Apostels anfängt.

Die ersten historischen Bezeugungen, die wir zum Weihnachtsfasten haben, reichen für den Westen bis ins 5. und für den Osten bis ins 6. Jahrhundet zurück. Von den östlichen Autoren werden Anastasios Sinaitis, der Patriarch Konstantinopels Nikiphoros Homologet, der Hl. Theodoros Stouditis und auch der Patriarch Antiochiens, Theodoros Valsamon, genannt.

4. Am Anfang, wie es scheint, war die Fastenzeit kurz. Theodoros Valsamon, der um das 12. Jahrhunder schreibt - und sich wohl auf die Ausführung in seiner Zeit bezieht - spricht von "siebentägig". Aber unter dem Einfluss des Fastens der Großen Tessarakoste (Ostern) wurde sie auch auf 40 Tage erweitert, ohne jedoch die Strenge zu erlangen.

Wie haben wir zu fasten?
Über die gesamte Dauer der 40 Tage essen wir kein Fleisch, Milchprodukte und Eier. Jedoch ist der Verzehr von Fisch an allen Tagen - außer mittwochs und freitags - vom 15. November bis zum 17. Dezember erlaubt. Fisch essen wir auch am Tag des Tempelgangs der Gottesgebärerin (Εισόδια, 21. November), an welchem Tag dieses Fest auch immer stattfindet.
Vom 18. Dezember bis zum 24. Dezember, Vortag des Festes, ist nur Wein und Öl erlaubt - außer natürlich mittwochs und freitags. Ebenfalls ohne Öl fasten wir am ersten Tag der Fastenzeit, am 15. November, genau wie am Vortag des Weihnachtstages, außer diese fallen auf einen Samstag oder Sonntag.

Aus dem griechischen Buch: Das kirchliche Fasten (warum fasten wir wann und wie).

Anmerkungen: bei dem Rätsel um den Namenstag Vater Martinos' stießen wir auf ein paar Namen, die eng mit dem Weihnachtsfest vebunden zu sein scheinen (Martinos, Sinaitis, Theodoros Stoudites.
Ob das ein Zufall ist, dass diese Zeugen der Fastenzeit ihren Namenstag um den Beginn der Fastenzeit herum haben?

Liebe Gruß und gesegnete Fastenzeit,
Nassos

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Beitragvon Loukia » 18.11.2009, 14:50

Das Rätsel... das Rätsel... das Räääätsel! (man stelle sich das mit einer Horrorstimme und viel gekeuche vor^^)


Danke, lieber Bruder Nassos... das hast du wieder übersetzt, oder?
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23

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Beitragvon Nassos » 18.11.2009, 21:29

Wie ich schon oben anführte, stammt der Text
Aus dem griechischen Buch: Das kirchliche Fasten (warum fasten wir wann und wie).
Das Rrrrrätsssssel, mein Schatzzzzzzzzzzzzzzzz

Nassos
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Re: F - wie Fasten

Beitragvon Nassos » 26.12.2009, 20:43

Außer den Fastenzeiten hat die Kirche auch Zeiträume gesetzt, in denen absolut kein Fasten angelegt ist (griechisch: απολυτές, apolytes), das heißt inklusive Mittwoch und Freitag!
Der Hauptgrund ist, weil die Kirche den feierlichen Charakter dieser Zeitspannen zum Ausdruck bringen will.

Hierzu gehört nach dem Weihnachtsfasten das Dodekaïmeron (12-Täger). Es handelt sich hierbei um die 12 Tage zwischen den zwei großen Feiertagen Weihnachten und Theophanie.

Dazwischen liegen ja viele Feiertage: Synaxis der Allheiligen Gottesgebärerin, das Gedenken an die Gottesahnen, Joseph, Jakob, und König David (Sonntag nach Weihnachten), das Gedenken an die unter Herodes hingeschlachteten Säuglinge (29.12.), sowie der Sonntag vor Theophanie und die Vorfeiertagszeit vor Theophanie (2-5.1). Dazwischen liegt noch am achten Tag die Beschneidung Christi. (1.1.).

Diese zwölf Tage erinnern uns an die Zusammengehörigkeit der zwei Herrenfeste (Weihnachten und Theophanie). Zu deren Ehren ist an diesen zwölf Tagen alles an allen Tagen zugelassen.

Ausnahme ist natürlich der 5.1. - Tag vor der Theophanie - an dem wir streng fasten zur Vorbereitung des Empfangs des Hagiasmos.

Habe dies (Gott sei Dank) rechtzeitig in dem o.g. Buch gesehen! Vielleicht wußte das hier der eine oder andere nicht :oops:

Liebe Grüße,
Nassos

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Re: F - wie Fasten

Beitragvon Loukia » 26.12.2009, 23:03

Die Beschneidung Christ... ich finde es bemerkenswert das einige Christen davon nichtmal was wissen, oder von der Theophanie...
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Re: F - wie Fasten

Beitragvon Nassos » 27.12.2009, 02:37

oder von der Theophanie...
:shock:

Loukia
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Re: F - wie Fasten

Beitragvon Loukia » 27.12.2009, 12:32

oder warum man Pfingsten feiert...


Und was das Fasten betrifft, da habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht, was Reaktionen betrifft, wenn das jemand erfährt...
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Re: F - wie Fasten

Beitragvon Nassos » 27.12.2009, 13:25

Meinst Du die Reaktion darauf, wenn jemand damit konfrontiert wird, dass seine Angewohnheiten den "Regeln" widersprechen oder von ihnen abweichen?
Werd mal konkreter.

Gruß,
Nassos


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