Bibel und Alltag

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
Forumsregeln
Forumsregeln Impressum
Benutzeravatar
Igor
Hypodiakon
Beiträge: 2032
Registriert: 15.01.2010, 21:02
Religionszugehörigkeit: (russisch-)orthodox
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Kontaktdaten:

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Igor » 01.09.2012, 16:55

Grüß Gott!

Morgen ist der 13. Sonntag nach Pfingsten, die Lesung dazu ist Mt 21,33-42 und handelt „Von den bösen Weingärtnern“. Hier wieder eine Predigt des Metropoliten Antonij von Sourozh:

:arrow: Von den bösen Weingärtnern
Die heutige Evangeliumslesung spricht davon, dass der Herr eine ganze Welt erschaffen hat: wunderbar und vollkommen, und diese in Seiner Voraussicht durch seine Stärke befestigt hat. Alles hat Er in ihr so bereitet, dass diese Welt ein Ort für das Gottesreich sein kann, d.h. für das Reich der gegenseitigen Liebe, für das Reiches der Freude. Wir Menschen wissen nur zu gut, was wir aus dieser Welt gemacht haben: einen Ort, wo es furchtbar ist zu leben, wo Blut fliesst, wo unmenschliche und grausame Dinge passieren und dies nicht nur im großen und weiten Sinne, sondern auch innerhalb der Familien, der Gemeinden und unter Freunden.
In Christo
Igor
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

Christ7777777
Beiträge: 230
Registriert: 02.11.2011, 19:47
Religionszugehörigkeit: griechisch-orthodox

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Christ7777777 » 01.09.2012, 21:26

Ja...Geldgier, Habgier ist übel. Stimmt schon. Die Zeiten werden sich aber ändern wo die Mensch gut werden. ALLE!! Ihr werdet schon sehen.


Grüße
Michael :)
Die Liebe macht dich närrisch. Im Guten Sinne jetzt. ;)
Dum Didl dei Dum dum dum.

Benutzeravatar
Igor
Hypodiakon
Beiträge: 2032
Registriert: 15.01.2010, 21:02
Religionszugehörigkeit: (russisch-)orthodox
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Kontaktdaten:

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Igor » 09.09.2012, 07:54

Grüß Gott!

Heute ist der 14. Sonntag nach Pfingsten, die Lesung dazu ist Mt 22,1-14 und handelt „Von der Berufung“. Hier wieder eine Predigt des Metropoliten Antonij von Sourozh:

:arrow: Von der Berufung
Es kommt auch vor, dass wir manchmal quasi den Saum Christi berühren und zutiefst berührt sind, von dem, was wir erleben. In diesem Moment sind wir meist bereit, alles zu tun. Doch der Heiland weiß, dass wir in Wirklichkeit nicht zu allem bereit sind, auch wenn es uns in unserer Begeisterung so erscheint. Denn wenn die emotionale Erregung vorrübergeht, kehren wir oft erkaltet in unseren Alltag zurück. Aber auch der Herr Selbst schickt uns in unseren Alltag zurück, in unsere Familien und zu dem, was wir gewöhnlich tun und was für uns auch früher ohne Ihn von Wichtigkeit war. Doch Er tut dies, damit wir dorthinein unser Wissen darum tragen, dass wir dem Lebendigen Gott begegnet sind.
In Christo
Igor
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

Benutzeravatar
Igor
Hypodiakon
Beiträge: 2032
Registriert: 15.01.2010, 21:02
Religionszugehörigkeit: (russisch-)orthodox
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Kontaktdaten:

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Igor » 16.09.2012, 07:12

Grüß Gott!

Heute ist der 15. Sonntag nach Pfingsten, die Lesung dazu ist Mt 22,35-46 und handelt „Vom Gespräch mit dem Schriftgelehrten“. Hier wieder eine Predigt des Metropoliten Antonij von Sourozh:

:arrow: Vom Gespräch mit dem Schriftgelehrten
Sieh von dir ab und schau auf die Gesichter der Menschen! Versuche dich hineinzuversetzen in die Lebensumstände der anderen und deren Nöte! Lass dich erfüllen von der Freude der anderen! Schau und sieh! – und reiße dich von dir selbst los! Denn dann wirst du es lernen, andere so zu sehen, wie sie sind, ihre Nöte und ihren Durst zu erkennen, ihre Freude, aber auch ihre Armseligkeit. Dann wirst du es lernen, zu geben: zunächst ein wenig, doch dann immer mehr. Je mehr du es lernst zu sehen, umso mehr wirst du geben können und lieben lernen, wie du dich selber liebst – im gleichen Maß.“
In Christo
Igor
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

Benutzeravatar
Igor
Hypodiakon
Beiträge: 2032
Registriert: 15.01.2010, 21:02
Religionszugehörigkeit: (russisch-)orthodox
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Kontaktdaten:

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Igor » 22.09.2012, 21:34

Grüß Gott!

Morgen ist der 16. Sonntag nach Pfingsten, die Lesung dazu ist Mt Mt.25, 14-30 und handelt vom „Gleichnis von den anvertrauten Talenten“. In den Kirchen, die nach julianischem Kalender feiern, ist morgen auch der Sonntag vor Kreuzerhöhung. Hier wieder eine Predigt des Metropoliten Antonij von Sourozh:

:arrow: Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten
Das Gericht besteht nicht darin, dass der Herr wiederkommt und es schrecklich sein wird, sondern darin, dass Er kommt und es uns dann so unendlich leid und weh tun wird, dass wir wir unser ganzes Leben verlebt haben, ohne richtig Mensch geworden zu sein: aus Feigheit, Schläfrigkeit, egoistischer Fahrlässigkeit oder einfach aus vergesslicher Sorglosigkeit. Das Gericht besteht darin, dass wir das Leben verlebt haben, ohne gemerkt zu haben, dass es eine Tiefe hat und eine Weite und dass das Leben in seiner Fülle aus den Tiefen Gottes strömt und uns in diese Tiefen mitreisst.
In Christo
Igor

PS Für mich eine Schlüsselstelle in der Schrift. :wink:
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

Nassos
Beiträge: 4444
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Nassos » 21.10.2012, 13:52

Heute war die Stelle mit dem Besessenen, in dem die Legion hauste.
Eine “starke“ Stelle in der Schrift. Lk 8, 26-39.

Ich würde um Links mit Exegese zu dieser Stelle bitten. Wieso in die Schweine (die dort wohl illegal gehütet wurden), wieviele Schweine und wieviele Legionäre? Wieso stürzten die in den See?

Der Sinn ist heute in der Predigt erklärt worden, die “Entstehung“ der Dämonen, über die Macht der Beichte und der Kommunion sowie der Teilnahme an der Liturgie.
Ich würde sehr gerne mehr hierzu lesen/hören.

Danke!

Christ7777777
Beiträge: 230
Registriert: 02.11.2011, 19:47
Religionszugehörigkeit: griechisch-orthodox

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Christ7777777 » 21.10.2012, 15:49

also müssen Tiere auch wohl eine seele haben, wie sonst hätten dämonen dann in sie reinfahren können.... :D :D :D "reinfahren"...dämlich...
Die Liebe macht dich närrisch. Im Guten Sinne jetzt. ;)
Dum Didl dei Dum dum dum.

Ehemaliger
Beiträge: 218
Registriert: 21.07.2011, 22:35

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Ehemaliger » 21.10.2012, 16:01

Lieber Nassos,

ich fürchte ich kann dir da nicht helfen.
Ein paar Daten nur: Warum sollte es illegal sein, Schweine zu hüten? Das Gebiet, in dem Jesus sich befand war das von Gerasenes und das war in der Mehrzahl von Heiden bewohnt, genauer von Menschen, die die jüdischen Speiseordnungen nicht beachten mussten.

Eine römische Legion bestand aus 6 000 Soldaten. Wenn ein Dämon je römischem Soldat, dann auch 6 000 Schweine. Ich bin mir nicht sicher ob 'Legion' hier nicht einfach: "Jede Menge bedeuten soll.

Ich meine, das Hauptgewicht der Episode liegt auf der Tatsache, dass der Herr eben auch der Herr der Dämonen ist. Sie erkennen in Ihm ihren endzeitlichen Richter. Und egal wie sehr ein Mensch von Dämonen zugerichtet sein kann (nackt, herumstromernd, alle Bande an Händen und Füssen (kann sehr wohl auch auf die sozialen/religiösen gesehen werden) einfach zerreissend. Soooo stark, dass mehrere Männer ihn nicht bändigen können. Also aus dem hatten die Dämonen ein richtiges Scheusal gemacht vor dem alle sich fürchteten. Und auch ein solchen 'hoffnungslosen Fall' sieht der Herr, begegnet ihm, heilt ihn und befreit. Der Glaube der Menschen der damaligen Zeit an das Treiben der Dämonen war präsenter und weiter verbreitet als heute. Und das macht den Herrn eben zu solch einem 'Retter und Messias'.

Das, was du beschreibst, die 'Entstehung' der Dämonen, das kann ich nicht aus dem Text erkennen, die Deutung auf Beichte und Kommunion müsste man wohl im Zusammenhang hören. Mir drängt sich das nicht auf.

Liebe Sonntagsgrüsse
Benedikt.

P.S. Meine Klugheiten beziehen sich auf Auslegungen von
W Barclay, engl Neeutestamentler des 20 Jhdrt, Anglikaner, eher konservativ
NTD = Neues Testament deutsch, evangelsche recht umfassende Auslegung, und
Gospel of Luke vom Fr. Lawrence Farly, orthodoxe Reihe NT-Auslegung

Benutzeravatar
Igor
Hypodiakon
Beiträge: 2032
Registriert: 15.01.2010, 21:02
Religionszugehörigkeit: (russisch-)orthodox
Wohnort: Nordrhein-Westfalen
Kontaktdaten:

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Igor » 21.10.2012, 16:46

Ja, lieber Nassos, das ist eine Bibelstelle mit sehr vielen Aussagen.

Einige Predigten des Metropoliten Antonij von Sourozh legen diese Stelle aus – mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten, einen davon hat Benedikt in seinem Beitrag schon angeführt:
:arrow: Predigt vom 15. November 1987
Die Heilige Schrift bezeichnet den Satan als den Widersacher, weil er alles Gute bekämpft, was Gott den Menschen anbietet. Er kämpft gegen das Gute – und wiederum spreche ich mit den Worten der Heiligen Schrift – als Lügner und Mörder. Die Lüge ist der Versuch, einen Menschen in eine Welt des Unwirklichen zu locken oder hineinzustürzen, in eine Welt, in der man nicht leben kann. Die Lüge ist die Entstellung der Wahrheit mit dem Ziel, Leben unmöglich zu machen und es zum Untergang zu führen. Christus ist die Wahrheit. ...
:arrow: Predigt vom 6. November 1977
Sind nicht auch wir ebenso besessen wie jener? Sind nicht auch wir angekettet, angebunden und wie zu einer Starre verdammt durch unseren ständigen dunklen, schwarzen Gedanken und Bewegungen, die unsere Seele und unseren Körper durchziehen? Kann etwa einer von sich behaupten, dass er nie vor Wut oder Zorn gepackt wird, dass er nie gereizt und erbost reagiert, dass sein Herz, sein Verstand und sein Körper nie ergriffen werden von einer dunklen Macht, von Erbitterung und Hass?
:arrow: Eine weitere Predigt
Auf der anderen Seite sehen wir das Verhältnis des Heilandes Jesu Christi zu dem Besessenen. Vor Ihm steht die ganze Tragödie der Welt und … indem Er sie in diesem einzelnen Menschen verkörpert sieht, lässt Er alles andere hinter sich, um diesen einen Menschen zu retten. Sind auch wir dazu in der Lage? Können wir die großen Aufgaben, von denen wir träumen, einfach vergessen, um unsere gesamte Aufmerksamkeit und unser Herz vollends und schöpferisch zu konzentrieren und uns tragisch, ja sich opfernd, hinzugeben, um die Not eines Einzelnen zu lindern, dem zu helfen wir theoretisch in der Lage sind?
Benedikt hat geschrieben:Ein paar Daten nur: Warum sollte es illegal sein, Schweine zu hüten? Das Gebiet, in dem Jesus sich befand war das von Gerasenes und das war in der Mehrzahl von Heiden bewohnt, genauer von Menschen, die die jüdischen Speiseordnungen nicht beachten mussten.

In der „Orthodox Study Bible“ ist in den Erklärungen zur entsprechenden Bibelstelle (Mt8,28-34, Mk 5,1-20 bzw. Lk 8,26-39) zu finden, das auch eine Reihe von Juden dort in der Gegend lebten, welche die heidnischen Bräuche angenommen hatten und für die es damit sehr wohl eine Sünde war, diese Schweine zu halten (vergl. Dt 14,8).

Mit der Beseitigung der Schweineherde sind gem. „Orthodox Study Bible“ fünf Aussagen verbunden:
1. Obwohl die Tiere Bestandteil der Schöpfung sind, ist der Mensch von bedeutend größerem Wert.
2. Christus beseitigt die Quelle der Sünde, wie hier am Beispiel der Schweineherde gezeigt (vergl. oben).
3. Die Dämonen haben keine Macht über die Schöpfung, sie sind ein Subjekt des Willens Gottes, sie konnten nur auf Grund der Erlaubnis Gottes in die Herde fahren.
4. Die Menschen sind unter Gottes Schutz – ansonsten wären die Besessenen genauso wie die Schweine geendet.
5. Die Bedeutung des ökonomischen Verlustes war ein Zeichen für die hartherzigen Leute, welche diese Region besiedelten.

In Christo
Igor
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

Nassos
Beiträge: 4444
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Re: Bibel und Alltag

Beitrag von Nassos » 21.10.2012, 17:59

Danke Leute.

Über die Dämonen kam es heute in der Predigt auf Luzifer, die zehn Heerscharen, den Fall, das ungeschaffene Böse. und dann eben Christus als Schutz, die Beichte und die Kommunion, die dem Satan weh tun und ihn und die seinen vertreiben. Wieso soll da kein Zusammenhang sein?
Das mit dem illegal werde ich nachfragen. es ging aber nicht darum, dass das Züchten an sich illegal war, sondern wohl um diese Herde.

Gruß,
Nassos

Antworten