Philippusfasten/Weihnachten

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Nassos
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Nassos » 26.11.2012, 20:05

Noch morgen und dann geht es auch für die Geschwister nach dem alten Kalender los.

Ich wünsche Euch ein gutes Fasten, viel Kraft hierfür!

Nassos

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Priester Alexej
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Priester Alexej » 30.11.2012, 23:58

Motiviert durch dieses Gespräch - der erste Adventskranz in meiner Familie. Dazu Plätzchen für den Weihnachtsbazar im Kindergarten :)
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Kranz.jpg
Kranz.jpg (468.61 KiB) 5343 mal betrachtet
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Mary
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Mary » 01.12.2012, 22:06

Diakon Alexej hat geschrieben:Motiviert durch dieses Gespräch - der erste Adventskranz in meiner Familie. Dazu Plätzchen für den Weihnachtsbazar im Kindergarten :)


Euer Kranz ist wunderschön.... danke, dass Du das Bild mit uns teilst

Mary, gerade den "westlichen" Kranz für die familiy fertig gebunden habend... :)
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.

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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Lazzaro » 02.12.2012, 17:31

Diakon Alexej hat geschrieben:
Motiviert durch dieses Gespräch - der erste Adventskranz in meiner Familie. Dazu Plätzchen für den Weihnachtsbazar im Kindergarten :)


Joa mei, welch freudige Entwicklung!
das freut mich zu lesen und zu sehen.
Mir gefällt er auch!
Lazzaro
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54

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ella
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Re: Mein Video des Tages...

Beitragvon ella » 19.12.2012, 18:14

Diakon Alexej hat geschrieben:Oder auch etwas weiter zählen:

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt,
erst eins, dann zwei,
dann drei, dann vier,
dann fünf, dann sechs,
dann steht das Christkind vor der Tür,
und wenn die siebte Kerze brennt,
dann hast du Weihnachten verpennt.

:lol:



:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: hahahhahahhahahhahahhaa einfach genial

Nassos
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Nassos » 16.12.2013, 00:41

Bild

- Was hälst du denn da?

- Äh, die Bibel…

- Willst dich denn zu dieser Zeit nicht mit dem Schmücken des Baumes beschäftigen?

- Ach, das hat noch etwas Zeit. Ich nutze diese Zeit, um ein bißchen rumzublättern.

- Suchst du denn nach etwas Bestimmten?

- Öh, nicht direkt.

- Sondern?

- Ach, weißt Du, mein Heiliger Joseph, jedes mal wenn ich an deine Darstellung auf der Christgeburtsikone denke, stehst du immer da mit einem stummen Gesichtsausdruck. Ich konnte mir dich nie sprechend vorstellen. Still neben der Krippe, still auf der Flucht nach Ägypten, still auch in deinen Träumen. Selbst die Allheilige, ein Wesen, das absolut mit dem Willen Gottes vereint ist, findet den Mut einen Dialog mit dem Erzengel zu beginnen, ja fast schon seine Botschaft anzuzweifeln, auch wenn sie dann zu Gehorsam mit ganzer Seele gelangt. Und du, du siehst dreimal den Gesandten Gottes in deinem Schlaf, drei mal hörst du komplett absurde Sachen und nicht mal ein Widerspruch, nicht mal eine Frage. So habe ich nun auch die Möglichkeit gefunden mal nach irgendwelchen Worten von dir zu suchen, von denen die Evangelisten annahmen, sie seien der Unsterblichkeit würdig.

- Du wirst kein einziges finden

- Äh, … kein einziges?

- Kein einziges!

- Ja, aber, Moment mal; so viele Jahre neben einem Gott, der vom Säugling zum Mann heranwächst, neben einer Frau, die Stütze, Mutter und Trost von Generationen und Generationen ist, und nichts was eines Wortes aus deinem Mund würdig war? Was ist denn deine Rolle in dieser Geschichte? Was ist dein Beitrag? Was fühlst du, wenn die Frau, die du liebst, schwanger ist, obwohl du sie nicht angerührt hast? Wie akzeptierst du das Absurde? Inwieweit konnten zwei Menschen die deinen werden, eine Frau und ein Sohn, die mit ganzer Seele dem Plan eines anderes Vaters gegeben sind? Was denkst du über dein Leben, während du mit einer schwangeren Frau durch die dreckigen Gassen Bethlehems wandelst? Was fühlst du, als Jesus seine Äuglein in jener sternenklaren Nacht öffnet? Wie bändigst du deine Seele, wenn ein schutzloser Säugling, der vom Hauch der Tiere gewärmt wird, jene Stelle des triumphierenden Messias deiner kindlichen Erziehung einnimmt? Hast du die Engel gehört? Hast du den Magi geglaubt? Welche Erklärungen gabst du den Hirten? Warum befindest du dich auf den Ikonen stets außerhalb der Höhle? Und vor allem - diese Frage stelle ich mir schon seit Jahren - was flüsterte dir jene dunkle Gestalt mit der Kappe zu, dort, im unteren Teil der Ikone?

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- Mir scheint du hast es ein bißchen zu eilig. Weißt du, diese Fragen benötigen Ruhe. Ich kenen diese Fragestellungen. Jede einzelne quälte mich, jede einzelne habe ich beantwortet. Jede benötigte eine Antwort, bevor ich zur nächsten übergehen konnte. Wenn du tatsächlich Land sehen willst, musst du diesen gesamten Weg der Fragen gehen. Willst du ihn mit mir zusammen gehen?

- Ja, ich folge dir. Zunächst, weil das Leben mir beigebracht hat, dass die Sanften und nicht Gesprächigen Menschen Schätze bergen. Und zweitens, weil ich dich lieben, ohne erklären zu können warum.

- Beide Gründe gefallen mir. Auch wenn ich glaube, dass es noch einen dritten gibt.

- Meinst du?

- Ich bin mir sicher.

- Und welcher könnte es sein?

- Deine Intuition. Diese sagt dir, dass du in diesen Antworten Teile deines Selbst entdecken wirst. Versteckte Teile, vielleicht auch traurig, die nach Rechtfertigung verlangen. Lass uns der Reihe nach vorgehen:
Ich wollte schon immer eine Familie gründen. Schon damals, als junger Mann, als ich mir mein Leben vorstellte, konnte ich es kaum erwarten mit jenen zusammen zu leben, um die ich mich sorgen würde. Ich war nichts besonderes, habe mich auch nie so gefühlt. Das Leben damals bot nicht viele Möglichkeiten großer Rufe. Vor allem für die Menschen meiner Kaste war die Sicherheit eines kleinen Tagelohns und die Wertschätzung der Freunde und Verwandten ausreichend. Was die großen Sachen des Lebens angeht, auch da ist es einfach: Dort oben, Jahwe, verbittert von Seinem Volk, wegen dessen Instabilität und Undankbarkeit. Verbittert, aber auch entschieden, Prüfungen und Eroberer zu senden, bis dass die Herzen und die Augen sich wieder Ihm zuwenden. Und hier unten, auf der Erde, ein Volk, dass die Besatzung erduldet und auf den Messias wartet, der die Erlösung bringen wird. Wer wird es sein? Wie wird er sein? Wie werden wir ihn erkennen? Wie werden wir ihn von den ganzen Verrückten und Betrügern unterscheiden? Niemand hatte darauf eine Antwort. Und jeder hatte die geheime Erwartung, dass ein Sohn seiner Generation Israel wieder verherrlichen wird.

- Warst du auch einer von ihnen?

- Es gab keinen Israeliten, egal wie minderwertig, wie unwichtig, der nicht in einer geheimen Ecke seiner Seele eine kleine Öllampe entzündet hatte. Und auch wenn der Verstand schrie, dass die Zeiten solche Hoffnungen nicht zuließen, machte diese Lampe die Bürde der Erniedrigungen etwas leichter und die Leiden der Armut und der Unterdrückung erträglicher, da die Zukunft, wenn auch so verschleiert, wenn auch so weit weg, eine Rechtfertigung versprach… eine Rehabilitation. Aber da gibt es noch etwas.

- Was denn?

- Eine geheime Fragestellung, ein geheimer Kummer wie ein Holzwurm, das in der Seele jedes Jungen bohrte: was, wenn ich der Messias bin? Und wenn Gott von mir erwartet, die Erlösung für mein Volk zu bringen? Denk mal nach. Ich streite ja nicht ab, dass das auch manchmal durch meinen Kopf ging. Und ich bin mir sicher, dass - und wenn auch nur ein einziges mal - dieser Gedanke durch den Kopf jedes Israeliten gegangen ist. Manchen gaben diesem Gedanken in ihrer Seele Raum. Deshalb waren die Zeiten auch voll von Anwärtern Propheten und Führer, die von Zeit zu Zeit das Volk erhoben. Was mich angeht, wie ich dir sagte, habe diese Idee nie Wurzeln in mir schlagen lassen. Ich wusste nie ein Messias zu sein, ich wusste aber, dass ich es nicht bin. Sehr schnell gewöhnte ich mich an die Vorstellung eines ruhigen Lebens, und schickte mich an dieses aufzubauen. Und nur eins erhielt ich mir aus meiner Jugend: Den Verdacht, dass Gott nicht so vorhersagbar ist.

- Vorhersagbar?

- Ja. Es gab schon mal Momente, in denen ich dachte, meine Landsleute seien sich wohl etwas zu sicher darüber, was Gott denkt und wie Er handelt.

- Ja, aber hier gab es eine saubere Übereinkunft, ein Testament. Haltet die Gebote, ich werde bei euch sein. Haltet ihr sie nicht, vergesst mich.

- Ja, natürlich, da sagt auch niemand was dagegen. Aber in dieser Angelegenheit beschäftigte mich stets eine Sache: zwei Menschen kommen überein im Namen eines gemeinsamen Interesses, korrekt?

- Korrekt.

- Aber welches Interesse hat Gott für sich in diesem Fall? Auf welcher Grundlage verhandelt der allmächtige Schöpfer mit einem Seiner Völker? “Sei stolz darauf, Jude zu sein” sagte man mir. Und wenn ich nach dem Grund fragte, so antworteten sie “weil Gott Israel ausgewählt hat, um Sich ihm zu offenbaren”. Und dort stoppte immer das Gespräch. Aber mein Verstand fragte still vor sich hin: “Was sind die Kriterien für Gott? Warum hat er uns ausgewählt und nicht andere? Welcher Sterbliche hat das Recht sich zu rühmen, dass er die unergründlichen Tiefen Seiner Vorhaben kennt? Und noch weit mehr, wer hat das Recht sich zu rühmen, Teil eines ausgewählten Volkes zu sein, wenn dieses Volk seine Apostasie soch einfach vergessen konnte, so einfach wie es sich auf seine Vorrechtsstellung beruft?

- Und auf welche Antworten bist du gekommen?

- Schon wieder die Antworten, ne? Ich sehe, dass du es nicht sonderlich zu würdigen weißt, dass ich so weit gekommen bin, all dies zu fragen. Und doch, ich lobe Gott, dass er diese Fragen in mich gepflanzt hat. Diese, und nicht die Antworten waren Sein Segen. Vieles um mich herum war unverständlich. Aber über eines war ich mir sicher: dass Gott auf für den menschlichen Verstand unfassbare Weise denkt und handelt. Stets fühlte ich Hiob als Freund und stets erinnerte ich mich damals daran, wie seine Freunde alles daran legen, dass die Qualen eine gerechte Strafe waren, für etwas, was er getan hatte. “Nein”, sagte er ihnen, “ich habe in nichts unrecht getan. Seht wo ich bin und befreit euch von der Sicherheit eures Wissens, dass Gott angeblich in der Gesetzlichkeit eures Verstandes schwimmt.” Ich bin nun also auch zu dieser Antwort gekommen.

- Na, sieht du!

- Ja, aber was ist die Anwort?

- Was ist sie denn?

- Ich wurde überzeugt, dass Gott eine offene Frage ist. Jede Antwort ist eine Einschränkung, ein Gefängnis, und Gott geht nicht ins Gefängnis. Ich lernte zu leben, bereit den unerklärlichen Rat Gottes zu treffen. Diese… Antwort stützte mich, als alles was ich als gegeben gesehen hatte und alle Sicherheiten in sich zusammenbrachen. Ohne sie wäre ich entweder durchgedreht oder ich wäre Seinen Plänen im Weg gestanden.

- Die Möglichkeit durchzudrehen kann ich nachvollziehen. Wie aber kann ein unbedeutender junger Israelit dem Plan Gottes im Weg stehen.

- Du hast recht. Ich war unbedeutend. Vor Seiner Kraft sind wir alle unbedeutend. Aber Seine Liebe macht uns bedeutend. Diese Liebe, das aus Seinem Geschöpf Seinen Mitarbeiter macht. Weil - und auch als mich das Unerklärliche auf Pfaden führte, die den menschlichen Verstand nicht zugänglich sind - Seine Art mir zeigte, dass Er darauf verzichtet von Seiner Allmacht Gebrauch zu machen. Er zwingt nicht, er verpflichtet nicht. Er lädt den Menschen ein, in das Spiel seiner eigenen Errettung mitzumachen und wartet auf seine Erwiderung.

- Aber kann das alles erklärt werden?

- Du hast recht. Was kann schon das arme menschliche Hirn erklären. Und trotzdem, die Überwindung dieser Armut, dieser Misere verlangte Gott vom Menschen. Vielleicht ist das auch das einzige, was er verlangt hat.

- Du sprichst vom Glauben.

- Ja, aber Glauben an was?

- Der Glaube, dass es Gott gibt

- Aber das ist der erste Schritt, vielleicht sogar der einfachste Schritt.

- Also, dann?

- Ich spreche von jenem Glauben, der wie ein Sturm kommt, um die Art und Weise, wie unser Verstand funktioniert, zu ändern. Der Glaube, dass Gott kein eifersüchtiger Herrscher ist, den uns der große Widersacher weismachen wollte, sondern der Glaube, dass Gott alles machen würde… ALLES… um den Menschen wieder mit Ihm zusammen zu sehen. Also nicht nur Glaube an die Existenz Gottes, aber Glaube an die Liebe Gottes, und auch Glaube an den Glauben Gottes, dass der Mensch jedes Opfer wert ist, um sich wieder bei Ihm einzufinden. Oh, ich befürchte sehr, dass uns Gott mehr wertschätzt, als wir uns selber.

- Das alles dachtest du, bevor die Ereignisse anfingen sich zu entwickeln?

- Nein, natürlich nicht. Was ich im Sinn hatte, habe ich dir gesagt. Das einzige, von dem ich überzeugt war, war , dass alles möglich ist. Und soweit es mir möglich war, hielt ich mein Herz in Bereitschaft zu fühlen und zu empfangen. Es scheint, Gott hat befunden, dass mein Herz so weit ist.

- Und was ist mit deinem Verstand?

- Machst du Witze? Was sollte mein Verstand schon als erstes erfassen? Wie weit meinst du ist die Logik von der Auflösung des Verstandes entfernt? Ich werde es dir sagen: so weit wie das Bekenntnis, dass ein Mensch ein irdisches Geschöpf wie du und wie ich ist, von der Akzeptanz, dass genaus dieses Wesen weiter als das gesamte Universum ist.

- Hast du es akzeptiert?

- Anfangs nicht. Vor mir hatte ich eine schwangere Maria. Mein Herz verleugnete es, aber meine Augen bestätigten es. Versetze dich in mich rein: Herz und Verstand auf der Waage. Wohin wird sie sich neigen? Da ist es, wo ich sage, Gott konnte oder wollte mir nicht helfen. Ich spürte aber, dass er von mir eine Entscheidung erwartete, bevor Er selber aktiv wurde. Und im entscheidenden Moment wurde das Herz schwerer. Gott sei Dank, neigte sich das Herz. Glaub nicht daran, dass mich die Träume überzeugten. Tausende Wege hat der Verstand, nicht nur Träume, sondern auch Wunder zu ignorieren. Mein Herz aber sah anders. So kam zuerst meine Entscheidung meinem Herzen zu folgen und dann erst schickte Gott Seinen Engel. Und der Verstand fragt und auch das Herz fragt. Die Engel aber antworten nur auf die Fragen des Herzens.

- Und was fragte dein Herz?

- “Herr”, fragte es, “was verlangst Du von mir? Vater, jenseits der Kraft meines armseligen Verstanden und von jeder Notwendigkeit, schickst du einen einziggeborenen Sohn, um den Menschen zu retten. Du würdigst eines Deiner Geschöpfe, den Unendlichen und Unfassbaren in ihrem Leib aufzunehmen. Wie passe ich in deine Pläne. Worür brauchst mich schon? Du willst mich nur für eine soziale Absicherung Deiner Pläne? Ist Deine Allweisheit denn auf solch demütige Kompromisse angewiesen? Was verlangst Du von mir? Was verlangst Du von mir?”

- Und? Hast du eine Antwort bekommen?

- Nö. Aber ab dem Moment, wo ich anfing zu fragen, begann dieser düstere Typ mit der Kappe vor mir aufzutauchen. Seine Anwesenheit ließ mir das Herz stocken. Ich empfand ihn als Fremden, wie jene Fremde, von denen sobald du sie siehst, du weißt, dass sie da sind, um dir das Leben schwer zu machen. Fremd… aber mit vertrauter Stimme. Vertraut seit damals, unter dem Baum in Eden. “Was denkst du denn, wer du bist?” flüsterte er. “Ein trauriges Spielzeug in den absurden Plänen Gottes, das bist du. Beanspruche zumindest deine Ruhe und deine Würde. Ich habs euch schon damals gesagt: Er fürchtet euch und es macht ihm Spaß euch zu quälen. Jedes seiner “Geschenke” bedeutet Ärger, jedes seiner Gebote eine Verantwortung. Eine Last ist sie für dich, und eine Last bist du für sie. Ein schlechter Scherz ist das Leben, das Er euch gab. Lass es einfach vorbeiziehen, und bringts beide hinter euch. “

- Warum hast du ihm nicht den Schnabel verboten?

- Weil… weil seine Worte schienen, als ob er sie aus den tiefsten Verliesen meiner Existenz geklaut hatte und es darauf ansetzte sie mir zu Gehör zu bringen. Er sprach logisch. Konkret. Wie war da an Widerspruch zu denken? Mit welchen Argumenten? Wie kannst du das abtöten, was dir deine Sinne vermitteln? Wie kannst du die Tür dem Absurden öffnen?

- Was hast du denn gemacht?

- Etwas… etwas störte mich. Ich erkannte es langsam. Je mehr ich ihn sah und je mehr ich ihm zuhörte, desto mehr begriff ich Adams Fehler. Und ich meine nicht so sehr die verbotene Frucht. Ich spreche von einem anderen Fehler: aus welchem Grund unsere Vorväter aufhörten, mit dem Herzen zu denken. Und erst dann fand Verleumdung und Rebellion Platz in ihren Seelen. Sobald ich das realisierte, fühlte ich in mir ein tiefes, sehr tiefes Bedürfnis: diese Worte um mich herum schwirren lassen, ohne dass sie auch nur eine Ecke in meinem Verstand als Zuflucht fanden. Sie sollten keinen Diskussionspartner in mir finden, sie sollten nicht ankommen, nicht Wurzeln schlagen. Das entschied ich mich zu tun, aus Angst den bitteren Weg Adams zu nehmen, dem die Versuchung seine Beziehung zu Gott, zu seinem Mitmenschen und zum ganzen Universum zerstört hat. Er fühlte sich von Gott gehasst und dachte, Er würde ihn von sich weisen. Er fühlte sich von der Erde gehasst, die mit ihm mit einer Frucht das Paradies verwehrt hatte. Aber vor allem fühlte er sich von der Frau verraten, der er seinen Fehltritt ankreidete, aber auch von ihr gehasst, und er ihr seine Schuld auflud. Als zweiter Adam sagte ich mir, ich wollte diesen Fehler nicht wiederholen.

- Du ein zweiter Adam? Ähm…

- Oh, ich will dich nicht schockieren. Ich weiß, dass mein kleiner Jesus für dich der zweite Adam ist. Er zerbrach die Pforten des Hades. Er öffnete wieder die Pforten Edens. Aber, wenn ich es recht überlege, scheint mir, dass mir dieser Titel ein klein,klein wenig auch zusteht. Bitte eile nicht zu urteilen. Um Gottes Willen! Was bin ich vor Seiner Größe? Was trug ich zur Errettung des Menschen bei, und was Er! Und doch… Ich fühlte, dass Er einen kleinen Teil Seines Planes in meine Hände gelegt hatte.

- Und welchen Teil?

- Das sag ich dir: ich fühle, dass genau so wie bei ihr, meiner Maria, Er die Wiedervereinigung des gefallenen Menschen mit seinem Schöpfer anvertraute, Er mir die Wiederanfreundung zwischen Mann und Frau anvertraute.

- Aber wie?

- Schon vergessen? Adam versteckte sich im Paradies. Er glaubte dem Verleumder und gravierte in sein Herz und seinen Verstand die Form eines eifersüchtigen und rachsüchtigen Gottes. Jahrhunderte lang versteckte sich der Mensch. Jahrhunderte lang weigerte er sich, den Willen Gottes als Weg der Freude und seiner Erlösung zu sehen. Adam versteckte sich, aber meine Maria ist ans Licht getreten und mit dem “mir geschehe nach Seinem Willen” übergab sie den aufrührerischen menschlichen Willen in Gottes Hände.

- Das ist alles richtig, aber was ist denn eigentlich deine Rolle?

- Weißt du, Adam versteckte sich nicht nur vor Gott. Als er verstand, dass alles den Augen Gottes offenbar ist, nahm er seinen Blick von der Frau. Er versteckte sich auch vor der anderen Hälfte seiner Existenz. Er gab ihr die Schuld an seinem Fluch, und verurteilte vor Gott das Fleisch von seinem Fleisch. Jahrhunderte lang lernte das menschliche Geschlecht sein eigenes Fleisch zu bekämpfen. Die Frau kleidete sich in die Schuld und der Mann in die Tyrannei. Und ich wurde in den Gräben dieser Schlacht geboren. Als sich der Plann Gottes vor meinen Augen entwickelte - so weit er sich vor ihnen entwickelte - dachte ich zunächst daran mich zu beschweren. “Warum, mein Gott, eine Frau”, hörte ich in mir eine Stimme, “Schlüssel und Pforte des Ausweges für den Menschen aus seiner bitteren Sackgasse?”. Bevor ich jedoch den Dialog mit diesem Ärger öffnete, hörte ich diese Stimme in mir, voller Verachtung mir zuzuflüstern: “Was kann jemand schon von einer Frau erwarten!”. Bevor ich dazu kam, auch dieser Verachtung zu antworten, befahl mir die selbe Stimme: “Übernimm!”

- Und du?

- Alles schien logisch. Alles stimmte absolut mit dem überein, was mir gelehrt worden war und mit dem, auf was ich vorbereitet war zu übernehmen. Und trotzdem, etwas in mir sagte, dass wenn ich es zuließt, dass die Gedanken in mir Platz nehmen und anschwellen, dann würde mich das in eine Sackgasse führen. Wo würde mich die Verärgerung hinführen? Wohin die Verachtung? Wohin das Beanspruchen? Alle drei Sachen zogen mich an sich heran. Und ich, in einem Moment, entschied mich, mich gegen ihren Sog zu stellen. Ich trat nicht in den Dialog ein. Ich ließt mein Herz nicht zu, sich aufzuwühlen. Ich hielt es ruhig. Und wurde still. Ich fand nichts, was meine Stille stützen konnte. Und trotzdem, ab dem Moment, wo ich mich entschied still zu sein, erfüllte mich eine unaussprechliche Süße bis in mein tiefstes Inneres.

- War die Stille deine Erlösung?

- Ich dachte auch, dass ich am Ende des Weges angekommen war. Aber ich sah sehr schnell ein, dass ich mich erst am Anfang befand. Denn fast im Anschluss gebar die Stille die Bewunderung. Die Bewunderung für Gottes verrückte, für Gottes absurde Liebe zum Menschen. Und nicht nur für seine Liebe, sondern auch für die unendlich vielen Verzweigungen, die jeder Moment einkerbt, damit diese Seine Liebe auch den Letzten erreicht.

- War es also die Bewunderung, die deine Seele befriedete?

- Nö, auch sie nicht. Bevor ich überhaupt richtig bewunderte, wurde ich erfüllt von Dankbarkeit. Dankbarkeit für vieles, sehr vieles. Hauptsächlich aber Dankbarkeit für die Erschaffung der Frau. Genau in diesem Moment fühlte ich mich wie Adam. Nicht aber wie Adam, der seine Frau wegen seines Versagens verflucht, udn auch nicht wie Adam, der verzweifelt die Pforten Edens hinter sich schließen hört, aber wie ein zweiter Adam, der den liebevollsten Blick auf seine Frau richtend, er die süßeste Stimme Gott-Vaters hört, die ihm zärtlich zuflüstert: “Mein Kind, kehr heim. Ich erschuf euch als einen Leib aus zwei halben Leibern, eine Seele aus zwei halben Seelen. Ich setzte euch in den Garten der Liebe. Die Zwietracht schickte euch weit von mir weg, eure Eintracht bringt euch zurück. Das Paradies ist euch wieder geöffnet.”

- Aber war die Eintracht denn ausreichend um euch wieder… um uns alle wieder in Paradies zu bringen?

- Nein! Ich habe nicht den Tod besiegt. Ich weiß. Dieser, mein kleiner Jesus, hat die Pforten des Hades zertrümmert. Er kam hinab in die Unterwelt der Erde, in die Unterwelt der menschlichen Seele, dort, wo der Blick des Menschen nie die Kraft hätte hinzugelangen. Er und nur Er konnte in den Tiefen des menschlichen Herzens Sein Licht streuen. Aber, was ich trug mein Möglichstes dazu bei, um den Abgrund, den Adam zwischen dem Menschen und Gott auftat, nicht als Hindernis zwischen dem Menschen und dem Menschen stehen zu lassen. Ich tat, was ich konnte, dass Mann und Frau vereint, ein Leib, eine Seele, den Weg der Rückkehr schreiten konnten.

- War das das Ende des Weges?

- Nein. Ich hatte den ersten Schritt getan. Ich wusste aber, dass ich noch viele Schritte zu tun hatte, bis ich an der Pforte des Königreichs angelangt war. Und jeden Schritt die bleibende Gesellschaft jenen düsteren Typs mit der Kappe.

- Lies er dich nicht hin und wieder in Ruhe? Nicht einen einzigen Moment. Selbst in den Stunden der Geburt, was glaubst du, was er mir zuflüsterte?

- Hm. “Wie nimmst du es nur auf dich, ein Kind zu pflegen, das nicht dein eigenes ist?”

- Nein, denn das hatte ich akzeptiert. Mein Herz und mein Verstand hatten sich mit Seinen Plänen synchronisiert. Andere waren seine Worte.

- Ok, welche denn?

- “Wo ist deine männliche Vorherrschaft? Wo ist deine väterliche Autorität? Geh, und bring das in Ordnung, gehe und bring das in Ordnung. Beanspruche deine Rolle. Werde Protagonist. Werde ein Held. Werde ein Mann!” Das sagte er mir.

- Du bist aber nicht gegangen.

- Nein, bin ich nicht. Denn nur ein Blinder hätte nicht gesehen, dass die Rettung der Menschheit in dieser Stunde durch eine Frau ging. Mein Heldentum lag nicht darin, einen Teil des Wunders zu beanspruchen. Mein Heldentum lag darin, still zu sein. Also bin ich wieder still geblieben. Ich hielt sogar meinen Atem an, um ja nicht den göttlichen Plan zu stören, der sich vor mir entwickelte, wie ein Schmetterling seine Flügel ausbreitet. Meine Stille war mein Beitrag zur Errettung des menschlichen Geschlechts. Ich war still und verstand: ich hatte die Rolle des stillen Arbeiters. Jenes, der still den Weg vorbereitet, damit das Wunder kommt. Mein Verstand suchte hier und dort nach Antworten. Er rief Prophezeiungen auf, suchte nach Zeichen, dachte dies, dachte jenes, um das Unverständliche zu verstehen. Mein Herz aber, ruhig und sicher, hielt meinen Blick auf die Krippe gerichtet, und bat mich, die Wahrheit nicht zu erklären, sondern zu empfangen. Das war die Wahrheit. Und die Wahrheit befreite mich von den Komplexen meiner Erziehung, von den Komplexen der ganzen Geschichte. Und wenn Adam, im Schatte versteckt, sich mit Gott anlegte, weil Er ihm die Frau gab, bin ich ins Licht hervorgetreten, voll der Dankbarkeit für dieses Sein wertvolles Geschenk und zusammen die Undankbarkeit aller Menschen Gott gegenüber wegen der Schöpfung und der Mission der Frau in eine Doxologie umzuwandeln. Jahrhundertelang lernten wir, Männer und Frauen, dass jeder sich selber gehört. Wir lernten zu begehren und uns abzuwenden. Wir lernten mit der Einsamkeit und der Entbehrung unserer anderen Hälfte der Person, der Hälfte unseres Leibes, der Hälfte unserer Existenz zu leben. In einem Moment wurde mir klar: nicht nur Gott suchte an jenem Tag Adam; mit mystischer Stimme, voller Agonie und Klage rief auch die Frau nach ihm:

“Adam, wo bist du?”

Und plötzlich, im Moment meiner heiligen Stille, meiner heiligen Bewunderung, meiner heiligen Dankbarkeit, fanden wir uns, Mann und Frau, wieder im Paradies vor der Feindschaft, vor der Schuld. Denn Schuld war die Belohnung, dass ein Teil des Menschen dem anderen den Fehler vorwarf. Nun waren wir wieder versöhnt. Ich brachte mich der Frau dar und machte den Weg frei für das Einwirken Gottes in der Geschichte.

- Deine Liebe muss sehr groß sein, um das zu sagen.

- Wie sehr ich liebte, bzw wie sehr mich Gottes Gnade befähigte zu lieben, verstand ich erst als ich den neugeborenen Jesus in meinen Händen hielt. Was immer ich vorher auch gefühlt hatte, wurde in diesem Moment übertroffen. Für die meisten wurde gerade noch ein demütiges und unbeachtetes Kindchen geboren, ein unbedeutendes Kind unter Millionen unbedeutender Kinder, die jeden Tag geboren werden. Für Engelscharen und wenigen Unwichtigen (fünf, sechs Hirten und drei seltsame und demütige Gelehrte - so was gibts wohl auch) wurde der Retter des Menschengeschlechts geboren. Für Maria und mich aber war es noch mehr: soeben wurde unser Weg des Opfers erleuchtet. Zwei Menschen, zwei opfervolle Steigungen trafen an einem gemeinsamen Punkt zusammen. Und dieser Punkt ist Christus. Wir waren zusammen, wir haben zusammen gekämpft, in einer sonderbaren Beziehung in den Augen der Menschen. Eine Beziehung in zweifacher Hinsicht ein Kreuz. Erstens, in ihrer Jungfernschaft. Und dann, schwer von dem Kreuz eines Werks, das unsere kleinen Leben übertraf. Sie mit der ganzen Last der menschlichen Rebellion auf ihren Schultern. Und ich mit einem ganzen Krieg auf meinen. Den Krieg zwischen dem Adam und der Eva der Geschichte. Wir starteten ekstatisch, Ihm vertrauend, dass er uns auserwählt hatte, aber… wie oft haben wir uns nicht gefragt… tangieren die Kreise unserer Leben? Überschneiden sie sich? Oder bewegen sie sich auf parallelen Pfaden? Wie soll solch eine Beziehung fruchten? Welche Kraft kann sie vollkommen machen?

- Und? Hast du eine Antwort erhalten? Bist du zur Ruhe gekommen?

- In jener hell erleuchteten Nacht, regnete der Himmel Antworten. Unsere Beziehung, unsere jungfräuliche Beziehung, fruchetete und unsere zwei Wege trafen sich. Das Wort Gottes brachte uns, durch die Lippen des Erzengels, näher, aber das fleischgewordene Wort vereinte uns. Zwei Wege, zwei Opfer, ein Stelle der Begegnung: die bescheidene Krippe. In jener Nacht der Wunder, deckte der kleine Jesus unsere Lebenskreise für immer. Von Mann und Frau, von Frau und Mann, die Anwesenheit Gottes in unserem Leben machte aus uns einen Mann für eine Frau, eine Frau für einen Mann, Menschen, also ganze Menschen, unversehrt vor Gott, vor den Menschen, vor der ganzen Schöpfung. Aus Wesen eines fehlerhaften Ausschnitts, aus vestümmelten und elenden Wesen, die durch den Raub und der Benutzung von Sachen und Körpern versuchen, ihre eingebildete Unabhängigkeit zu umzäunen und ihre abgeschnittenen Glieder zu ersetzen, wurden wir in eine andere Welt getauft, in einen anderen Seinszustand, wo der eine für den anderen lebt, und statt absorbiert zu werden, leuchtet. Allrein und erneuert, wie am ersten Tag der Schöpfung, schenkten wir uns, bis der eine für den anderen lebte, bis ein “ich” und “du” nicht mehr unterscheidbar war. Jeder des anderen Diakon, Freund, und beide Diakone und Freunde Christi. Und Er… Frucht der Vereinigung von Bescheidenheit und der Stille, und gleichzeitig Wurzel davon. Er… der große Diakon und Freund des einen Menschen… Empfänger des Darbietung des menschlichen Willens… Darbietung Er selber. Selbstlose Darbietung, frei, frei, frei. Befreit von Gegenleistungen, Ausgleichszahlungen und menschlicher Gerechtigkeit.
Und deshalb sage ich in aller Demut, aber ohne Furcht, dass Jesus auch meine Frucht ist. Nicht Frucht meines männlichen Willens. Nicht mal da ich ihn erzog und beschützte. Er ist auch meine Frucht, weil mit den Lippen Marias ich auch - und die ganze Menschheit - wie eine Braut Gottes sagten “es sei”. Alle Menschen der Vergangenheit und der Zukunft, die ganze Kirche der Vergangenheit und der Zukunft sprechen mit dem Mund Marias und sind still mit mir. Und wenn dreißig Jahre später die Pforten des Hades zertrümmert wurden, so wurden jene Nacht die versiegelten Pforten Edens weit aufgemacht. In jener Nacht wurde der Weg der Rückkehr gezogen. Ein Weg des Gehorsams, der Stille und der unendlichen, unendlichen Liebe.

- Wie kann die Welt solch einen Weg aushalten? Wie soll sie kehrtmachen auf dem Weg, den sie geht? Die Liebe wird sie zertrümmern. Wie soll diese ihre strapazierte Existenz nicht aufgelöst werden, wenn sie mit dem Maß der Heiligkeit gemessen wird? Woran soll sie sich festhalten?

- An ihrem Herzen. Ich verstehe was du mich fragst. Und du bist nicht der erste. Der finstere Typ mit der Kappe war schneller als du. Ich antworte dir, was ich auch ihm geantwortet habe: an ihrem Herzen. Maria und ich sind ein Fenster zum Letzten (Eschaton). Dann, wenn die Menschen - frei vom Zwang der Natur, frei vom Zwang der Besatzung, frei vom Zwang der Macht - vom Mißbrauch von Körpern und Sachen zu demütigen und dankbaren Nutzen der Gaben Gottes übergegangen sind, bereit auch in alle Ewigkeit den Weg der Darbietung und des Opfers des stummen Lammes zu gehen. Maria und ich sind ein Fenster in die tiefsten Tiefen deines Herzens, in die tiefsten Tiefen der Welt, die die Freiheit der Jungfräuligkeit und das Mitleid der Mutterschaft herbeisehnt.

In meinen Händen halte ich deine Figur, mein Heiliger Joseph. Nichts besonderes, was ich da habe. Eine kleine und grob hergestellte Plastikpuppe, die ich da halte. Sie wird für zwei drei Wochen ihren Platz an der Krippe unter dem Plastikbaum einnehmen. Irgendwann mal regten mich die Tannenbaumatrappen auf. Jetzt habe ich sie gern, weil ich mich in ihnen spiegele. Wir sind alle falsch und plastisch, vielleicht auch ein wenig grob gemacht, bis wir das Mysterium und die Süße Jenes umarmen, die deine Landsleute deinen Sohn nannten. Mich dürstet nach deinem Genie in Stille zu verharren, dein Genie zuzuhören und zu gehorchen. Deine Kraft gegen jede weltliche Logik zu handeln. Ich suche den Weg der Demut, der zur Kost der Wunder Gottes führt und zum Zusammenkommen mit meiner anderen Hälfte, der besseren und jungfräulicheren Hälfte. Ich höre wie der finstere Typ die Funken der Macht und der Habgier für immer entzündet. Ich höre ihn, wie er dich zum Zentrum der Ikone schieben will. Und du gehst nicht hin. Jahrhunderte nun verbleibst du dort am Rand, zwei Zentimeter vom Rahmen entfernt. Dort, am einzigen Platz, den die Demütigen beanspruchen, die einzig wahren Klugen dieser Welt.
Und auch wenn nicht große Tempel mit deinem Namen erbaut wurden, udn auch wenn die Leidenden in diesem Leben als erste und größte Anlaufstelle deine allreine und süße Begleiterin haben, wollte ich dich heute in das Zentrum der Papierkrippe stellen. Weder Christus noch die Allheilge würden mir das übelnehmen, da bin ich mir sicher. Aber ich weiß, dass du das nicht willst. Ich werde mich deinem Willen nicht entgegenstellen. Ich lasse dich dort, wo du es vorziehst für uns zu widerstehen. Im Schatten. Neben dem Typen mit der Kappe. Ein Wall zur Logik unserer Zeiten. Und du, so bitte ich, besprenge mich mit der Frische und der Größe deiner demütigen Gabe, so wie du all jene mit Mut zu besprengen weißt, die den Flutlichtern dieses traurigen Theaters des Lebens absagten und sich dem Dienst der Krippen der Verachteten widmeten.


Quelle: o nekros

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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Nassos » 22.12.2013, 22:21

Über das Weihnachtsfasten, das Vorfest und die Magoi, von Schwester Vassa.

Am besten noch einen Kaffee holen und genießen.
Deutsche Untertitel sind dabei.






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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Elias » 23.12.2013, 06:26

Super und Danke Athanasios für das reinstellen :) Wo sind aber die deutschen Untertitel?

LG

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songul
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon songul » 23.12.2013, 09:49

Ilija hat geschrieben:Super und Danke Athanasios für das reinstellen :) Wo sind aber die deutschen Untertitel?

LG

Ilias

Film anklicken - auf "cc" klicken - Sprache aussuchen (German) - klicken - do san's af Deitsch!

Nassos
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Nassos » 01.01.2014, 23:54

Hallo, klappt es mit den deutschen Untertiteln?

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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Quinni » 02.01.2014, 00:01

Ja, einige sind etwas seltsam übersetzt, Schreibfehler und es sind noch nicht alle übersetzt, aber es ist eine große Hilfe. Ich schaue mir oft erst die Folge mit englischen Untertiteln an, dann die mit den deutschen, dann fällt einem schon mal ein Unterschied auf. Aber ich verstehe es wesentlich besser durch die Übersetzung. Danke für den Tip

Nassos
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Nassos » 02.01.2014, 00:51

Ein schöner Film zu Weihnachten.


Nassos
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Nassos » 02.01.2014, 00:55

Hm, ich sehe gerade, dass der Film verkürzt ist. Er wurde um das gekürzt, was die "dunkle Seite" der Weihnachtsgeschichte ausmacht: die Ermordung der Säuglinge durch Herodes.
Daher hier der Film auf englisch:


Quinni
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Quinni » 02.01.2014, 11:51

Nassos, ich habe mal geschaut, es gibt die deutsche Fassung, zwar in 7 Teile unterteilt, aber für die, die kein englisch können sicher hilfreich:
http://www.youtube.com/watch?v=BoKES_o6zUY Teil 1
http://www.youtube.com/watch?v=yg41j3425-8 Teil 2
http://www.youtube.com/watch?v=vfiR2dfGB0w Teil 3
http://www.youtube.com/watch?v=pxCvtgnRGyY Teil 4
http://www.youtube.com/watch?v=TshA2rT1gFc Teil 5
http://www.youtube.com/watch?v=d0-CHPPwkP8 Teil 6
http://www.youtube.com/watch?v=AqfXJu4ukFs Teil 7

Nassos
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Re: Philippusfasten/Weihnachten

Beitragvon Nassos » 02.01.2014, 13:20

Ah, vielen Dank. Zwar hatte ich die deutsche Version schon zwei Beiträge weiter oben eingestellt, aber Deine ist die ungekürzte!


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