Reformen in der OK

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Nassos
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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Nassos » 19.07.2011, 10:15

Florianklaus hat geschrieben:Lieber Anastasis, möchtest Du damit ausdrücken, daß man sich als Christ nur um seine eigene Vervollkommnung bemühen und sich um Dinge wie Liturgiesprache, zeitgemäße Katechese, überlappende Jurisdiktionen u.s.w. nicht kümmern sollte?
Was heißt hier "nur"?
Er hat doch gesagt, dass er bei sich "anfängt". Als eine Grundvoraussetzung.

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Florianklaus
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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Florianklaus » 19.07.2011, 10:23

Nassos hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:Lieber Anastasis, möchtest Du damit ausdrücken, daß man sich als Christ nur um seine eigene Vervollkommnung bemühen und sich um Dinge wie Liturgiesprache, zeitgemäße Katechese, überlappende Jurisdiktionen u.s.w. nicht kümmern sollte?
Was heißt hier "nur"?
Er hat doch gesagt, dass er bei sich "anfängt". Als eine Grundvoraussetzung.

Er hat doch geschrieben, er bräuchte all seine Kraft für die Reform seiner selbst und über andere Reformen zu diskutieren sei müßig. Deswegen habe ich nachgefragt. Sorry, falls ich jemandem zu nahe getreten sein sollte. Das "nur" war im Sinne von "ausschließlich" gemeint.
Zuletzt geändert von Florianklaus am 19.07.2011, 11:38, insgesamt 1-mal geändert.

Nassos
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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Nassos » 19.07.2011, 10:57

Damit wollte er hervorheben, dass ihn seine Sündhaftigkeit schier erschlägt. Nicht, dass der Rest keine Rolle spielt.

Sorry, falls ich DIR zu nahegetreten bin. :oops:

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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Anastasis+ » 19.07.2011, 11:24

Lieber Florianklaus,

ich denke Bruder Nassos hat dir deine Frage an mich schon beantwortet - danke dir, lieber Nassos.
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Re: Reformen in der OK

Beitrag von camy_d » 19.07.2011, 12:40

arthur hat geschrieben:
camy_d hat geschrieben:Lieber Arthur,

ich hoffe, dass ich gut deine Frage verstehen habe. :mrgreen: Die Erneuerungen müssen von Synode bestätigt. Aber Orthodoxie hat wenige Erneuerungen und haltet apostolischen Tradition.

Camy
Ja,ich verstehe aber diese Meinung vertreten nicht alle und deshalb wollte ich mir Meinungen von hier anhören.
Außerdem haben auch Laien einen hohen Stellenwert in der Orthodoxen Kirche :D
Es gibt vielleicht Menschen, die anders meinen, aber so ist Orthodoxie, wie habe ich gesagt. Wer meint anders ist weg von OK. :mrgreen:

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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Florianklaus » 19.07.2011, 12:48

Lazzaro hat geschrieben:NA DANN MACHE ICH MAL DEN MUND AUF:

Ich persönlich hätte dann ganz gerne noch etwas breitere Königstüren

In Christo
Lazzaro

Warum hättest Du gerne breitere Königstüren? Wie breit dürfen diese denn höchstens sein und wo ist das geregelt?

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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Lazzaro » 19.07.2011, 16:17

Das ist glücklicherweise nirgends geregelt. Doch eines ist schon geregelt: Der Vorhang ist obligatorisch. Wenn die Tür so klein ist erinnert mich der Priester am Altar an die Figuren im Wetterhäuschen. :lol:
Es macht außerdem noch den Eindruck als ob man den Altar, das heißt den Thron Gottes wegsperren müßte ... Um ihn zu verhüllen ist der Vorhang da, wenn der Vorhang wegt ist sollte man auch sehen können, was dahinter ist. Das ist auch praktischer für die Gläubigen, die nicht im Mittelgang stehen.

... aber das ist alles nur eine frage des persönlichen Geschmackes:
Nicht daß jemand auf dumme Gedanken kommt: ICH WILL DIE IKONOSTASE KEINESWEGS ABREISSEN !!!!!

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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Joseph » 19.07.2011, 18:10

Anastasis+ hat geschrieben:Danke, endlich wurde das wichtigste und dringendste Thema für die Orthodoxe Kirche angesprochen - die notwendigen Reformen.
Anastasis,

Bevor ich beginne, eine Feststellung. Die Kirche ist der Leib Christi, sie kann nicht "Reformiert" werden denn eine "Reformation" kann nur von aussen gebracht werden. Einen kranken Körper reformiert man nicht, man heilt ihn. Die Kirche kann daher nur geheilt werden. Das geschieht von innen, wie Du schon beschreibst durch uns selbst, und "von aussen" durch Gott. Der Arzt reformiert den Kranken nicht er heilt ihn. Gott reformiert seine Kirche nicht, er heilt sie....

In der Kirche muß man unterscheiden zwischen Tradition und tradition....
Tradition, ist die Lehre die wir von Christus durch die Apostel erhalten haben. Sie ist komplet, perfekt und braucht keinerlei "Reform" oder Heilung.
tradition, ist der tägliche Gebrauch, die liebgewonnenen Riten und Handlungen. Sie können sehr wohl daraufhin untersucht werden ob sie noch im Einklang mit der Tradition sind. Wenn nicht, dann kann man sie ändern.

Wenn ich das nun gesagt habe muß ich auch sofort ein Caveat anmelden, Änderungen nur um des Novelty-Effektes wegen, Änderungen um dem Zeitgeist nachzulaufen sind frivol und bringen Zerstörung und Durcheinander mit sich. Wo immer man wünscht Hand anzulegen, sollte man nie vergessen nach der Regel "lex orandi, lex cedendi" vorzugehen. Das heißt Änderungen genauestens auf ihre Notwendigkeit und eventuelle spätere Einflußname auf den Glaubensinhalt und Praxis zu überprüfen.

Kleine Mädchen (sorry Ilija) im Altar sind, für sich allein genommen, nichts schlimmes. Aber man sollte diese Novität daraufhin untersuchen inwieweit sie als Mittel zum Zweck einer ganz anderen, von aussen eingebrachten Traditionszerstörenden, Agenda eingeführt wird. Diese Erwägungen sind insbesondere heutzutage wichtig, da wir täglich mit ansehen können wie diese "Kleinigkeiten" sich in kurzer Zeit als eine ätzende Säure in anderen "Kirchen in deren Mark gefressen und einige in die Apostasie geführt hat.

Gruß
Joseph
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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Joseph » 19.07.2011, 18:22

Florianklaus hat geschrieben:Warum hättest Du gerne breitere Königstüren? Wie breit dürfen diese denn höchstens sein und wo ist das geregelt?
Florian, das ist nirgends geregelt und wird bestimmt durch die größe der Kirche, die liturgische Notwendigkeit (wieviele Priester und Diakone zelebrieren, Dorfkirche vs. Kathedrale) und die Ästetik und Architektur der Ikonostasis.
Unsere Royal Gates sind 5'-0" weit, die unserer Kathedrale 3'-0" und die einer befreundeten Antiochian Dorf-Kirche 8'-0"... wobei ich 8'-0" (2,40m) unschön finde...und 3'-0" (90cm) unpraktisch. Das ist der Unterschied zwischen einem Scheunentor und einem, wie Lazarro sagt, Wetterhäuschen.... zumal die Kathedrale bis unter die Decke "zugemauert" ist und die Dorfkirche eine vollkommen offene durchsichtige (Gitterstäbe mit Ikonen dran) Ikonostasis hat.

Gruß
Joseph
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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Anastasis+ » 19.07.2011, 18:36

Liebe Joseph,

ich weiß nicht, ob du mich verstanden hast, welche Art von Reformen ich für notwendig erachte... :|

Ja, ich mag das Wort Reform auch nicht, den Leib Christi reformieren - klingt irgendwie nach Gotteslästerung.

En Christo
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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Nassos » 19.07.2011, 21:08

Anastasis+ hat geschrieben:Liebe Joseph,

ich weiß nicht, ob du mich verstanden hast, welche Art von Reformen ich für notwendig erachte... :|

Ja, ich mag das Wort Reform auch nicht, den Leib Christi reformieren - klingt irgendwie nach Gotteslästerung.

En Christo
Nein, hat er nicht.

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Joseph
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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Joseph » 20.07.2011, 02:16

Nassos hat geschrieben:
Anastasis+ hat geschrieben:Liebe Joseph,

ich weiß nicht, ob du mich verstanden hast, welche Art von Reformen ich für notwendig erachte... :|

Ja, ich mag das Wort Reform auch nicht, den Leib Christi reformieren - klingt irgendwie nach Gotteslästerung.

En Christo
Nein, hat er nicht.
Doch hat er schon und auch geantwortet. Ich verware mich gegen den Begriff REFORM. Ein Körper und eine Seele werden nicht "Reformiert," denn das besagt einen Eingriff von außen. Ich kann nur etwas reformieren (i.e. neu arrangieren, Teile austauschen, umgruppieren) dessen Teil ich nicht bin. Der Körper und die Seele werden geheilt, von innen heraus...

Seid vorsichtig mit der Übernahme von westlich-theologischen begriffen, sie beinhalten meisten etwas anderes als das was der Orthoxe Glaube ist. Wer den Leib Christi "reformieren" will weiß nicht wovon er spricht und weiß nicht wie falsch das Bild ist welches er malt....

Gruß
Joseph
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Re: Reformen in der OK

Beitrag von Priester Alexej » 20.07.2011, 06:34

Duden hat geschrieben:re|for|mie|ren <sw. V.; hat> [lat. reformare= umgestalten, umbilden, neu gestalten, aus: re-= wieder, zurück u. formare = ordnen, einrichten, gestalten]: 1. durch Reformen verändern, verbessern: die Verwaltung, das Schulwesen, die Gesetzgebung r.; die reformierte Kirche. 2. (Chemie) Schwerbenzin mit niedriger Oktanzahl in klopffestes Reformat umwandeln.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Reformen in der OK

Beitrag von arthur » 20.07.2011, 10:13

Lazzaro hat geschrieben:Ich will noch hinzufügen:
Die meisten Vorschläge, die ich gemacht habe, habe ich auch schon erlebt. Man sollte das Abstellen von liturgischen Mißbräuchen ruhig weiter verbreiten!
Lazarus
Was verstehst du unter liturgischen Missbräuchen ?

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Re: Reformen in der OK

Beitrag von arthur » 20.07.2011, 10:14

holzi hat geschrieben:
arthur hat geschrieben:Bist du für den Lateinischen Gottesdienst ?
Inzwischen schon. Leider gibt es den noch so wenig, daß ich nur alle Paar Wochen mal da hin komme. Ich hab in meiner Pfarrei noch Verpflichtung als Mesner (Küster/Sakristan). Aber mein Pfarrer hält nicht viel vom alten Ritus. Leider.
wer ersteht das?

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