Die Anzahl der Ökumenischen Konzilien

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Schorse
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Die Anzahl der Ökumenischen Konzilien

Beitrag von Schorse »

Die Beiträge wurde aus "Kurze Fragen - kurze Antworten!" abgespaltet.
Der Strang wurde nicht von Schorse eröffnet.
Nassos - Mod [8.11.2010]


Nemanja hat geschrieben:Warum wurde das 8. ökumenische Konzil ,welches in Konstantinopel stattfand und noch vor dem Schisma war, von der orthodoxen Kirche nicht anerkannt?
Servus,

Ich bin noch ganz neu hier und bin noch dabei mich durch so viel wie möglich durchzulesen, aber zu der Frage ob 8 ök. Konzile oder etwa doch nicht (auch wenn die Frage anscheinend schon etwas zurück liegt), würde ich gerne etwas beitragen.

Soweit mir bekannt, kennt die Orthodoxe Kirche "nur" 7 ök. Konzile.
Das 8te und 9te, was ich anderswo lesen konnte, sind nicht als ök. anerkannt.
Gründe dafür sind einerseits (vor dem Schisma), dass ein ök. Konzil erst von dem Folgenden als solches anerkannt wurde, und andererseits (nach dem Schisma) die Orthodoxe Kirche im Bewusstsein und Schmerz über das Schisma ihre Konzile nicht mehr als ök. bezeichnet (zu der Synode im 14. Jhd.), was auch an der bereits seit mehreren Jahrzehnten geplanten großen hl. panorthodoxen Synode deutlich wird, welche sehr bewusst nicht ök. genannt wird.

Ich entschuldige mich falls ich hier für Durcheinander sorgen sollte und freue mich schon aufs foren,

Schorse
Εγω και φιλος, και μελος, και κεφαλη, και αδελφος, και αδελφη, και μητηρ, παντα εγω΄ μονον οικειως εχε προς με. Εγω πενης δια σε, και αλητης δια σε, επι σταυρου δια σε, επι ταφου δια σε, ανω υπερ σου εντυγχανω τω πατρι, κατω επι σου πρεσβευτης παραγεγονα παρα του πατρος. Παντα μοι συ, και αδελφος, και συγκληρονομος, και φιλος, και μελος.

Τι πλεον θελεις;

(Joh. Chrys. Hom. 86 Mt Ev. 24,16-31)
Nassos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Nassos »

Hallo Schorse und herzlich Willkommen im Forum.

Schön, Dich hier zu haben!

Vor einiger Zeit stellte sich die Frage nach dem 8. Konzil und ich hatte im Kreuzgang damals geschrieben:

1. Ökumenisches Konzil: 325 A.D.
Nikäa. Konstantin der Große. 318 Bischöfe. Arianische Häresie. Osterdatum. Credo.

2. Ökumenisches Konzil: 381 A.D.
Konstantinopel. Theodosius der Große. 150 Bischöfe. Vorsitz: Gregorius der Theologe, Bischof von Kon/opel. Erneute Verurteilung des Arius, Verurteilung des Makedonius, des Pneumatomachen.

3. Ökumenisches Konzil: 431 A.D.
Ephesus. Theodosius II. 200 Bischöfe. Verurteilung Nestorius'. Die Alleheilige kann Gottesgebärerin genannt werden.

4. Ökumenisches Konzil: 451 A.D.
Chalkedon. 630 Bischöfe. Markianus. Verurteilung des Monophysitismus.

5. Ökumenisches Konzil: 553 A.D.
165 Bischöfe. Justinian. Verurteilung des Origenes, Nestorius.

6. Ökumenisches Konzil 680 A.D.
Kon/opel. Konstantin Pogonatos. 150-289 Väter. Verurteilung des Monothelitismus.

Penthektes Konzil 691
Kon/opel. Justinian II. Trullo. Kein unabhängiges Konzil, sondern ein das fünfte und sechste abschließende und bestätigende.

7. Ökumenisches Konzil 787 A.D.
Nikaia. Konstantin. 367 Väter. Verurteilung der Ikonomachie.

8. Ökumenisches Konzil: 879-880 A.D.
Kon/opel. Basilius. Vorsitz: Papst Johannes VIII und Photius von Kon/opel. Bestätigung des 7ÖK, Verurteilung des Filioque, das sich damals anfing im Westen auszuweiten. Verurteilung der Häretikersynoden Karls des Großen von Frankfurt (794) und Aachen (809).

9. Ökumenisches Konzil: 1341 A.D.
Dogmatisiert die ungeschaffene Wesen und ungeschaffenen Energien Gottes, so wie den Hesychasmus. Verurteilung des Häretikers Varlaam und seines platonischen Mystizismus.

Die neun ökumensischen Konzilien wurden als römisches Recht veröffentlicht (Kaiser- und Kirchenrecht), unterschrieben vom Kaiser, nachdem die Protokolle von den fünf Patriarchen, Metropoliten und Bischöfen unterschrieben worden waren.
Die Konzile wurden vom Kaiser einberufen in Zusammenarbeit mit den Fünf Patriarchaten a) Presbyterin Rom b) Konstantinopel und Neues Rom c) Alexandria d) Antiochia und ab 451 e) Jerusalem.
Ausnahme bildet das 9.ÖK, dessen Protokolle nur von vier römischen Patriarchen vorunterschrieben und der Kaiser bestätigte. Es fehlt noch eine Unterschrift, die Roms, das mittlerweile gewalttätig von den Franken, Langobarden und Germanen mit Hilfe der Normannen erobert worden war. Das begann 983 und wurde 1009-1046 vollendet. Nach 1045 waren die Päpste - bis auf Benedikt X - keine Römer mehr sondern Mitglieder der frankolateinischen Aristokratie, die das römische Volk unterjocht hatte.

Die vier verbleibenden Patriarchate führten die Traditionen der Konzile fort. Doch nach 1453 (wie passend...) sind die Konzile Teil des Kirchenrechts, nicht mehr des Kaiserrechts. Es gab kein römisches Imperium und keinen römischen Kaiser mehr.

zum Konzil von 869: 858 wird der Patriarach Ignatius von Kaiser Vardas abgesetzt und Photios als Patriarch eingesetzt, mit der wahnsinnigen Zeit von sechs Tagen durch alle Ämter durch.
Die Gegnerschaft zwischen Photios und den Studiten brachte die Anhänger Ignatius' dazu, Rom (Papst Nikolaus I) um Unterstützung zu bitten. Dieser lehnte Fotios als Patriarchen ab, auch wenn seine Abgesandten in Konstantinopel die Zustimmung gegeben hatten. 863 anathematisiert er Photios, der genauso darauf antwortet. Letzterer berief sich auf den Einsatz des Filioque in die lateinsche Version des Credo.
Kaiser Vardas wird 866 ermordet, Basilius - Gründer der Makedonerdynastie - folgt ihm 867 auf den Thron. Photios wird als Patriarch entthront. Nicht so sehr wegen des Filioquestreites, sondern weil sich Basilius die Unterstützung der Westkaisers und des Papstes erhofft.
Ignatius wird wieder als Patriarch eingesetzt. Seine Beziehungen zu Photios scheinen sich über die Zeit zu bessern, denn letzterer wird um 876 aus dem Exil zurückgerufen und mit der Erziehung der Kaiserkinder beauftragt. 877 stirbt Ignatius und Photios kehrt auf den Thron zurück.
Diesesmal wird er von Rom formal anerkannt. Auf dem Konzil von 879 nehmen auch Legaten des Papstes Johannes des VIII teil. Die dogmatischen Unterschiede wurden nicht aufgenommen.
Das Konzil von 869 wurde nur von 102 Vätern begleitet und von Papst Hadrian II bestätigt. Das Konzil verurteilte Photios und um dieser Entscheidung Gewicht zu verleihen wurden die Protokolle während der Heiligen Kommunion auf dem Altar unterschrieben. Diese Tat wurde als blasphemisch betrachtet und viele der Väter bereuten dies und ersuchten die Zerstörung der Protokolle.

So wird dieses Konzil von der Kirche nicht anerkannt, was 879 bestätigt wird. Rom bleibt natürlich bei der Gültigkeit.

(Quellen: Orthodoxe dogmatische Erforschung, Wikipedia)

Gruß,
Nassos
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Schorse
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Schorse »

Servus Nassos und natürlich auch alle Anderen.

Vielen Dank für deine sehr schnelle Reaktion auf meinen kleinen Beitrag und deinen Willkommensgruß.
Ich hatte ja schon die Möglichkeit deinen Beitrag bei "Kreuzgang" zu lesen und es war mit ein Grund, dass ich auch was geschrieben habe.
Eine Frage die ich aber noch hätte wir sind uns schon einig, dass die Orthodoxie nur 7 ök. Konzile kennt?

P.S. Weil das Datum 1453 aufgetaucht ist, bei uns gilt 1054 als "Trennungsdatum", und das Kanones der Konzilien in dem röm. Kath. CIC nicht immer auftauchen kennt man auch von älteren Synoden (siehe Kanon 28 der 4. ök. Synode).

Sorry nochmals, dass ich evtl. ein bisschen abschweife und etwas hartnäckig nachfrage,

Schorse
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Nassos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Nassos »

Der Hl. Gregor Palamas wird "Vater des neunten ökumenischen Konzils" genannt.

Auf oodegr (griechisch) wird da noch in Klammern "kaiserliche- autokratorike" angeführt. Kommt jetzt wahrscheinlich an, wie man "ökumenisch" gebraucht...
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Schorse
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Schorse »

Servus,

Ich wünsche Allen einen gesegneten Sonntag und eine erfolgreiche Woche.

Entschuldigt, dass ich mich anscheinend nicht deutlich genug ausgedrückt hatte.
Vielen Dank Nassos für den Link, den ich mit sehr viel Interesse durchgelesen habe, doch auch hier sieht man an den Fußnoten, dass nur die ersten 7. offiziell von der Orthodoxie als ök. bezeichnet werden. Die 8. und 9. werden in einigen Schriften ök. genannt, oder aber Vater Georgios Metallinos wird zitiert, der soweit ich seine Aussagen zu diesem Thema kenne, lediglich die benötigten Kriterien zur Anerkennung der ökumenizität einer Synode benennt und in beiden Fällen feststellt (8. und 9. Synode), jedoch nicht die Anerkennung.
Aus dogmatischer Sicht mag die Bedeutung dieser Synoden einer ök. Synode gleichgestellt sein, doch aus kirchenrechtlicher Sicht (zumindest offiziell) gibt es "nur" 7, was natürlich auch an der Zählung in verschiedenen Kanonsammlungen deutlich wird.
siehe hierzu auch: Pedalion in der Auflage von 2003 oder
ΚΩΔΙΚΑΣ ΙΕΡΩΝ ΚΑΝΟΝΩΝ ΚΑΙ ΕΚΚΛΗΣΙΑΣΤΙΚΗΣ ΝΟΜΟΘΕΣΙΑΣ ΤΗΣ ΕΚΚΛΗΣΙΑΣ ΤΗΣ ΕΛΛΑΔΟΣ, P. I. Akanthopoulos, Vanias, Thessaloniki 2006.

P.S. Tut mir leid, dass ich den kleinen Zusatz "kurz" im Titel nicht einhalten konnte, würde mich aber gerne auch noch zu weiteren Sachen die ich auch auf der verlinkten Seite gelesen mit euch kurzschließen und hoffe auf angeregte Diskussionen.

Schorse
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Nassos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Nassos »

Hallo Schorse,

nein, ich muss um Entschuldigung bitten. Ich bin kein Verfechter von neun Synoden, ich habe das auf oodegr nur wiedergegeben. Zur Zeit lese ich einen Beitrag von Metallinos über den Hl. Gregor Palamas. Dort geht er auf die Konzilien ein, ich glaube, dort erklärt er auch was zum 8. und 9. Konzil.

Wenn ich durch bin, werde ich nochmal darauf zurückkommen, ich bitte noch um etwas Zeit.

Ich werde die Fragen auch hier wegspalten und einen eigenen Strang erstellen (oder vielleicht gibt es schon was entsprechendes, ich habe noch nicht geschaut).

Vielen Dank für Deine Beiträge und bitte, Dich nicht zurückzuhalten!!!

Lieben Gruß,
Nassos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Nemanja »

Zu den Konzilien hätte ich auch eine Frage.


Also das ist mir auch noch nicht ganz klar. Frage : Ein 8. ökumenisches Konzil welches stattfand wurde nicht anerkannt, oder noch besser gesagt, es wurde paar Jährchen später von dem EIGENTLICHEN 8. ökumenischen Konzil aberkannt, und das wurde auch von allen Patriarchen so unterschrieben und auch hingenommen, ich glaube da liege ich doch richtig ? - auch vom römischen Patriarchen.


Naja, nach dem Schisma kamen die Römer und beriefen sich doch wieder auf das erste 8. ökumenische Konzil , (welches jedoch damals aberkannt wurde und für ungültig erklärt), und akzeptierten das Neuere nicht , mit einer Begründung, dass angeblich irgend ein Raub von den Orthodoxen auf der Heimseefahrt der Römer damals, stattfand.
Für mich bleibt es trotzdem ungeklärt wieso sie dann so lange Jahre das neue Konzil trotzdem akzeptierten und erst nach dem Schisma, meinten es gelte nicht, nun gut.

Jetzt bleibt aber für mich die Frage: Wieso aber kennt die Orthodoxe Kirche nur 7. ökumenische Konzile ? Es wurde doch von allen das 8 . ökumenische Konzil unterschrieben(bestätigt) und anerkannt - oder irre ich mich ? Ich bitte um Antwort.


Und was mich noch mehr verwundert: was ist jetzt mit dem 9. ÖK. Waren damalls alle Patriarchen der Kirche dabei ? War das nicht auch ein ökumenisches Konzil ? Wenn alle dabei waren und es auch anerkannt ist, wieso zählen wir es nicht dazu ? Wir sind doch nicht etwa noch von den Römern abhängig ?, oder etwa doch ?



Vielleicht kann mir das einer erklären, und wäre eingetliche das nächste sogenannte Panorthodoxe Konzil, ein richtig anerkanntes Ökumenisches ?


Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten!
Nassos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Nassos »

Das Panorthodoxe Konzil ist kein ökumenisches, sonst würde es sich so nennen. Die anderen: Geduld.
Nassos
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Re: Die Anzahl der Ökumenischen Konzilien

Beitrag von Nassos »

Der Text des Metallinos ist recht interessant und ... konsequent.

Bezogen auf das Panorthoxe Konzil sagt er:
Metallinos hat geschrieben:Die Synoden des 14. Jahrhunderts formulieren die Theologie bzgl. der Göttlichen Gnade. Die Orthodoxe Tradition erkennt diese Synoden als 9. Ökumenische Synode an und panorthodox wird das von bekannten Theologen akzeptiert. Denn diese Synode, wie auch die 8. von 879, unterscheiden radikal die orthodoxe Kirche in ihrer väterlichen Fortsetzung vom Christentum des Westens. ... Palamas ist der Vater des 9. Ökumenischen Konzils...
...wenn die Panorthodoxe Synode, die den Charakter einer Ökumenischen Synode haben wird, zusammenkommt und die 8. und 9. Synode nicht zwischen den anderen als Ökumenisch anerkennt...
Zwar geht es Metallinos hierbei nicht direkt um die Ökumenität von Synoden, aber aus oben herausgenommenen Zitaten wird verständlich, dass man das 8. und 9. Konzil zwar als ökumenisch betrachtet, sie es aber formell nicht sind, da sie nicht von darauffolgenden Synoden als solche anerkannt wurden.
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Schorse
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Re: Die Anzahl der Ökumenischen Konzilien

Beitrag von Schorse »

Nassos hat geschrieben:Der Text des Metallinos ist recht interessant und ... konsequent.

Bezogen auf das Panorthoxe Konzil sagt er:
Metallinos hat geschrieben:Die Synoden des 14. Jahrhunderts formulieren die Theologie bzgl. der Göttlichen Gnade. Die Orthodoxe Tradition erkennt diese Synoden als 9. Ökumenische Synode an und panorthodox wird das von bekannten Theologen akzeptiert. Denn diese Synode, wie auch die 8. von 879, unterscheiden radikal die orthodoxe Kirche in ihrer väterlichen Fortsetzung vom Christentum des Westens. ... Palamas ist der Vater des 9. Ökumenischen Konzils...
...wenn die Panorthodoxe Synode, die den Charakter einer Ökumenischen Synode haben wird, zusammenkommt und die 8. und 9. Synode nicht zwischen den anderen als Ökumenisch anerkennt...
Zwar geht es Metallinos hierbei nicht direkt um die Ökumenität von Synoden, aber aus oben herausgenommenen Zitaten wird verständlich, dass man das 8. und 9. Konzil zwar als ökumenisch betrachtet, sie es aber formell nicht sind, da sie nicht von darauffolgenden Synoden als solche anerkannt wurden.
Vielen Dank Nassos,

Ich denke, dass wir hier wunderbar übereinkommen (auch wenn das irgendwie die Diskussion bremst) und um ehrlich zu sein hätte ich auch nichts anderes von Vater Georgios erwartet :lol:
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von ElvisVrinic »

Nassos hat geschrieben:Hallo Schorse und herzlich Willkommen im Forum.

Schön, Dich hier zu haben!

Vor einiger Zeit stellte sich die Frage nach dem 8. Konzil und ich hatte im Kreuzgang damals geschrieben:

1. Ökumenisches Konzil: 325 A.D.
Nikäa. Konstantin der Große. 318 Bischöfe. Arianische Häresie. Osterdatum. Credo.

2. Ökumenisches Konzil: 381 A.D.
Konstantinopel. Theodosius der Große. 150 Bischöfe. Vorsitz: Gregorius der Theologe, Bischof von Kon/opel. Erneute Verurteilung des Arius, Verurteilung des Makedonius, des Pneumatomachen.

3. Ökumenisches Konzil: 431 A.D.
Ephesus. Theodosius II. 200 Bischöfe. Verurteilung Nestorius'. Die Alleheilige kann Gottesgebärerin genannt werden.

4. Ökumenisches Konzil: 451 A.D.
Chalkedon. 630 Bischöfe. Markianus. Verurteilung des Monophysitismus.

5. Ökumenisches Konzil: 553 A.D.
165 Bischöfe. Justinian. Verurteilung des Origenes, Nestorius.

6. Ökumenisches Konzil 680 A.D.
Kon/opel. Konstantin Pogonatos. 150-289 Väter. Verurteilung des Monothelitismus.

Penthektes Konzil 691
Kon/opel. Justinian II. Trullo. Kein unabhängiges Konzil, sondern ein das fünfte und sechste abschließende und bestätigende.

7. Ökumenisches Konzil 787 A.D.
Nikaia. Konstantin. 367 Väter. Verurteilung der Ikonomachie.

8. Ökumenisches Konzil: 879-880 A.D.
Kon/opel. Basilius. Vorsitz: Papst Johannes VIII und Photius von Kon/opel. Bestätigung des 7ÖK, Verurteilung des Filioque, das sich damals anfing im Westen auszuweiten. Verurteilung der Häretikersynoden Karls des Großen von Frankfurt (794) und Aachen (809).

9. Ökumenisches Konzil: 1341 A.D.
Dogmatisiert die ungeschaffene Wesen und ungeschaffenen Energien Gottes, so wie den Hesychasmus. Verurteilung des Häretikers Varlaam und seines platonischen Mystizismus.

Die neun ökumensischen Konzilien wurden als römisches Recht veröffentlicht (Kaiser- und Kirchenrecht), unterschrieben vom Kaiser, nachdem die Protokolle von den fünf Patriarchen, Metropoliten und Bischöfen unterschrieben worden waren.
Die Konzile wurden vom Kaiser einberufen in Zusammenarbeit mit den Fünf Patriarchaten a) Presbyterin Rom b) Konstantinopel und Neues Rom c) Alexandria d) Antiochia und ab 451 e) Jerusalem.
Ausnahme bildet das 9.ÖK, dessen Protokolle nur von vier römischen Patriarchen vorunterschrieben und der Kaiser bestätigte. Es fehlt noch eine Unterschrift, die Roms, das mittlerweile gewalttätig von den Franken, Langobarden und Germanen mit Hilfe der Normannen erobert worden war. Das begann 983 und wurde 1009-1046 vollendet. Nach 1045 waren die Päpste - bis auf Benedikt X - keine Römer mehr sondern Mitglieder der frankolateinischen Aristokratie, die das römische Volk unterjocht hatte.

Die vier verbleibenden Patriarchate führten die Traditionen der Konzile fort. Doch nach 1453 (wie passend...) sind die Konzile Teil des Kirchenrechts, nicht mehr des Kaiserrechts. Es gab kein römisches Imperium und keinen römischen Kaiser mehr.

zum Konzil von 869: 858 wird der Patriarach Ignatius von Kaiser Vardas abgesetzt und Photios als Patriarch eingesetzt, mit der wahnsinnigen Zeit von sechs Tagen durch alle Ämter durch.
Die Gegnerschaft zwischen Photios und den Studiten brachte die Anhänger Ignatius' dazu, Rom (Papst Nikolaus I) um Unterstützung zu bitten. Dieser lehnte Fotios als Patriarchen ab, auch wenn seine Abgesandten in Konstantinopel die Zustimmung gegeben hatten. 863 anathematisiert er Photios, der genauso darauf antwortet. Letzterer berief sich auf den Einsatz des Filioque in die lateinsche Version des Credo.
Kaiser Vardas wird 866 ermordet, Basilius - Gründer der Makedonerdynastie - folgt ihm 867 auf den Thron. Photios wird als Patriarch entthront. Nicht so sehr wegen des Filioquestreites, sondern weil sich Basilius die Unterstützung der Westkaisers und des Papstes erhofft.
Ignatius wird wieder als Patriarch eingesetzt. Seine Beziehungen zu Photios scheinen sich über die Zeit zu bessern, denn letzterer wird um 876 aus dem Exil zurückgerufen und mit der Erziehung der Kaiserkinder beauftragt. 877 stirbt Ignatius und Photios kehrt auf den Thron zurück.
Diesesmal wird er von Rom formal anerkannt. Auf dem Konzil von 879 nehmen auch Legaten des Papstes Johannes des VIII teil. Die dogmatischen Unterschiede wurden nicht aufgenommen.
Das Konzil von 869 wurde nur von 102 Vätern begleitet und von Papst Hadrian II bestätigt. Das Konzil verurteilte Photios und um dieser Entscheidung Gewicht zu verleihen wurden die Protokolle während der Heiligen Kommunion auf dem Altar unterschrieben. Diese Tat wurde als blasphemisch betrachtet und viele der Väter bereuten dies und ersuchten die Zerstörung der Protokolle.

So wird dieses Konzil von der Kirche nicht anerkannt, was 879 bestätigt wird. Rom bleibt natürlich bei der Gültigkeit.

(Quellen: Orthodoxe dogmatische Erforschung, Wikipedia)

Gruß,
Nassos

he sag mal nassos sind die konzile von den kathos anerkannt :wink:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

IC XC
NI KA
Nassos
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Nassos »

ElvisVrinic hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Hallo Schorse und herzlich Willkommen im Forum.

Schön, Dich hier zu haben!

Vor einiger Zeit stellte sich die Frage nach dem 8. Konzil und ich hatte im Kreuzgang damals geschrieben:

1. Ökumenisches Konzil: 325 A.D.
Nikäa. Konstantin der Große. 318 Bischöfe. Arianische Häresie. Osterdatum. Credo.

2. Ökumenisches Konzil: 381 A.D.
Konstantinopel. Theodosius der Große. 150 Bischöfe. Vorsitz: Gregorius der Theologe, Bischof von Kon/opel. Erneute Verurteilung des Arius, Verurteilung des Makedonius, des Pneumatomachen.

3. Ökumenisches Konzil: 431 A.D.
Ephesus. Theodosius II. 200 Bischöfe. Verurteilung Nestorius'. Die Alleheilige kann Gottesgebärerin genannt werden.

4. Ökumenisches Konzil: 451 A.D.
Chalkedon. 630 Bischöfe. Markianus. Verurteilung des Monophysitismus.

5. Ökumenisches Konzil: 553 A.D.
165 Bischöfe. Justinian. Verurteilung des Origenes, Nestorius.

6. Ökumenisches Konzil 680 A.D.
Kon/opel. Konstantin Pogonatos. 150-289 Väter. Verurteilung des Monothelitismus.

Penthektes Konzil 691
Kon/opel. Justinian II. Trullo. Kein unabhängiges Konzil, sondern ein das fünfte und sechste abschließende und bestätigende.

7. Ökumenisches Konzil 787 A.D.
Nikaia. Konstantin. 367 Väter. Verurteilung der Ikonomachie.

8. Ökumenisches Konzil: 879-880 A.D.
Kon/opel. Basilius. Vorsitz: Papst Johannes VIII und Photius von Kon/opel. Bestätigung des 7ÖK, Verurteilung des Filioque, das sich damals anfing im Westen auszuweiten. Verurteilung der Häretikersynoden Karls des Großen von Frankfurt (794) und Aachen (809).

9. Ökumenisches Konzil: 1341 A.D.
Dogmatisiert die ungeschaffene Wesen und ungeschaffenen Energien Gottes, so wie den Hesychasmus. Verurteilung des Häretikers Varlaam und seines platonischen Mystizismus.

Die neun ökumensischen Konzilien wurden als römisches Recht veröffentlicht (Kaiser- und Kirchenrecht), unterschrieben vom Kaiser, nachdem die Protokolle von den fünf Patriarchen, Metropoliten und Bischöfen unterschrieben worden waren.
Die Konzile wurden vom Kaiser einberufen in Zusammenarbeit mit den Fünf Patriarchaten a) Presbyterin Rom b) Konstantinopel und Neues Rom c) Alexandria d) Antiochia und ab 451 e) Jerusalem.
Ausnahme bildet das 9.ÖK, dessen Protokolle nur von vier römischen Patriarchen vorunterschrieben und der Kaiser bestätigte. Es fehlt noch eine Unterschrift, die Roms, das mittlerweile gewalttätig von den Franken, Langobarden und Germanen mit Hilfe der Normannen erobert worden war. Das begann 983 und wurde 1009-1046 vollendet. Nach 1045 waren die Päpste - bis auf Benedikt X - keine Römer mehr sondern Mitglieder der frankolateinischen Aristokratie, die das römische Volk unterjocht hatte.

Die vier verbleibenden Patriarchate führten die Traditionen der Konzile fort. Doch nach 1453 (wie passend...) sind die Konzile Teil des Kirchenrechts, nicht mehr des Kaiserrechts. Es gab kein römisches Imperium und keinen römischen Kaiser mehr.

zum Konzil von 869: 858 wird der Patriarach Ignatius von Kaiser Vardas abgesetzt und Photios als Patriarch eingesetzt, mit der wahnsinnigen Zeit von sechs Tagen durch alle Ämter durch.
Die Gegnerschaft zwischen Photios und den Studiten brachte die Anhänger Ignatius' dazu, Rom (Papst Nikolaus I) um Unterstützung zu bitten. Dieser lehnte Fotios als Patriarchen ab, auch wenn seine Abgesandten in Konstantinopel die Zustimmung gegeben hatten. 863 anathematisiert er Photios, der genauso darauf antwortet. Letzterer berief sich auf den Einsatz des Filioque in die lateinsche Version des Credo.
Kaiser Vardas wird 866 ermordet, Basilius - Gründer der Makedonerdynastie - folgt ihm 867 auf den Thron. Photios wird als Patriarch entthront. Nicht so sehr wegen des Filioquestreites, sondern weil sich Basilius die Unterstützung der Westkaisers und des Papstes erhofft.
Ignatius wird wieder als Patriarch eingesetzt. Seine Beziehungen zu Photios scheinen sich über die Zeit zu bessern, denn letzterer wird um 876 aus dem Exil zurückgerufen und mit der Erziehung der Kaiserkinder beauftragt. 877 stirbt Ignatius und Photios kehrt auf den Thron zurück.
Diesesmal wird er von Rom formal anerkannt. Auf dem Konzil von 879 nehmen auch Legaten des Papstes Johannes des VIII teil. Die dogmatischen Unterschiede wurden nicht aufgenommen.
Das Konzil von 869 wurde nur von 102 Vätern begleitet und von Papst Hadrian II bestätigt. Das Konzil verurteilte Photios und um dieser Entscheidung Gewicht zu verleihen wurden die Protokolle während der Heiligen Kommunion auf dem Altar unterschrieben. Diese Tat wurde als blasphemisch betrachtet und viele der Väter bereuten dies und ersuchten die Zerstörung der Protokolle.

So wird dieses Konzil von der Kirche nicht anerkannt, was 879 bestätigt wird. Rom bleibt natürlich bei der Gültigkeit.

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Nassos

he sag mal nassos sind die konzile von den kathos anerkannt :wink:
Das sage ich Dir, wenn Du aufhörst, seitenweise zu rezitieren, um dann 1 Satz darunter zu schreiben. :mrgreen:
ElvisVrinic
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Re: Die Anzahl der Ökumenischen Konzilien

Beitrag von ElvisVrinic »

Nassos dan saaaags. :mrgreen:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

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Nassos
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Re: Die Anzahl der Ökumenischen Konzilien

Beitrag von Nassos »

ich wollte eigentlich Holzi sprechen lassen...

Aber zunächst zur Eingangsfrage: es sind tatsächlich 9 ökumenische Konzilien. Die Siebenzahl ist diejenige die beiden Kirchen gemeinsam ist.

Hier seien mal die gegenseitig nicht anerkannte Konzile nach dem 7. Ökumenischen Konzil genannt:

794 n.Chr. :arrow: Frankfurt :arrow: akzeptiert das 7. Ökumenische Konzil (Bilderstreit) nicht. Aus orthdoxer Sicht häretisch.
809 n. Chr. :arrow: Aachen :arrow: Das Filioque wird als notwendig für das Seelenheil erklärt. Aus orthodoxer Sicht häretisch.
869-870 :arrow: Konstantinopel :arrow: von den Lateinern erst ab dem 11. Jahrhundert als ökumenisches Konzil anerkannt, von der Orthodoxie häretisch.
879-880 :arrow: Konstantinopel :arrow: von den Griechen als das 8. ökumenische Konzil bezeichnet. Aus lateinischer Sicht nicht anerkannt.
1123 :arrow: Rom :arrow: 1. Laterankonzil, von den Lateinern als 9. ökumenische Konzil bezeichnet. Aus orthodoxer Sicht häretisch
1139 :arrow: Rom :arrow: 2. Laterankonil, von den Lateinern das 10. ökumenische Konzil bezeichnet. Aus orthodoxer Sicht häretisch.
1179, 1215, 1245, 1274 :arrow: Rom, Rom, Lyon, Lyon :arrow: von den Lateirnen als jeweils 11. - 14. ökumenisches Konzil bezeichnet (Investiturstreit). Aus orthodoxer Sicht häretisch.
1311-1312 :arrow: Wien :arrow: Von den Lateinern als 15. ökumenisches Konzil bezeichnet. Aus orthodoxer Sicht häretisch
1341/1349/1351 :arrow: Konstantinopel :arrow: von den Griechen als 9. ökumenisches Konzil bezeichnet. Aus lateinischer Sicht nicht anerkannt.
1414-1418 :arrow: Konstanz :arrow: von den Lateinern als 16. ökumenisches Konzil bezeichnet.
1431-1437 :arrow: Basel :arrow: Lokalsynode
1437-1439 :arrow: Ferrara :arrow: Gegensynode zur Synode von Basel. Aus orthodoxer Sicht häretisch.
1439-1442, 1442-1445 :arrow: Florenz, Rom :arrow: Versuch der Kircheneinheit. Von den Lateinern als 17. ökumenisches Konzil anerkannt.
1484 :arrow: Konstantinopel :arrow: Panorthodoxes Konzil, verurteilt das Konzil zu Florenz
1512-1517 :arrow: Rom :arrow: 5. Laterankonzil, von den Lateinern als 18. ökumenisches Konzil bezeichnet. Aus orthodoxer Sicht häretisch.
1545-1563 :arrow: Trident :arrow: von den Lateinern als 19. ökumenisches Konzil bezeichnet. Aus orthodoxer Sichet häretisch.
1583 :arrow: Jerusalem :arrow: Panorthodoxe Synode.
1672 :arrow: Jerusalem :arrow: Panorthodoxe Synode.
1869-1870 :arrow: Vatikan :arrow: 1. Vatikanisches Konzil, von den Lateinern als 20. ökumenisches Konzil bezeichnet. Aus orthodoxer Sicht häretisch.
1959-1965 :arrow: Vatikan :arrow: 2. Vatikanisches Konzil, von den Lateinern als 21. ökumenisches Konzil bezeichnet. Aus orthodoxer Sicht häretisch.

Es gibt drei Gründe, warum die auf die sieben ökumenischen folgenden Konzile die Sichtweise "ökumenisch" auch in der Orthodoxie verloren:

1.) Unter den Osmanen war der Druck orthodoxer liturgischer Bücher verboten. Die einzige Möglichkeit solches Material zu drucken, war diese dem Westen dazu zu übergeben, und Venedig war der bevorzugte Ort hierfür. Die Lateiner zensierten jedoch die Handschriften bevor diese gedruckt wurden. Es wurden Sachen bereinigt, die nicht gefielen, so wie das 8. und 9. ökumenische Konzil, sowie Informationen über den Hl. Markos Eugenikos (Teilnehmer des Konzils zu Florenz) und den Hl. Gregor Palamas (Hesychasmus). In der Canonessammlung des Hl. Nikodemus des Hagioriten wurden so viele Änderungen mit lateinischen Kommentaren durchgeführt, dass der Heilige in Tränen ausbrach, als er die gedruckten Bücher erhielt. Er korrigierte später die papistischen Zusätze.

2.) Unter dem Zaren Peter, des Großen, übernahmen die Jesuiten das Ausbildungssystem in Russland und zensierten, was der westlichen Sichtweise zuwiderlief.

3.) Unter den Orthodoxen gibt es viele, die in der Hoffnung auf eine zukünftige Aussöhnung mit dem Vatikan davon absehen die zwei letzten ökumensichen Konzilien als solche zu bezeichnen - obwohl sie genau das anerkennen, was dort beschlossen wurde.

Quelle: http://www.oodegr.com/oode/dogma/synodoi/oles1.htm

Gruß,
Nassos

P.S.: Die Tabelle beinhaltet auch die Teilnehmer, die Themen etc.
ElvisVrinic
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Re: Die Anzahl der Ökumenischen Konzilien

Beitrag von ElvisVrinic »

sehr verwirrend nassos. :?

wie konnten wir dann unsere tradition bewahren, wenn die lateiner in venedig die schrift fälschten und in russlande unter peter (ich denke es war auch jener, der eine Bartsteuer einführen wollte) die jesuiten die "macht" hatten. :wink:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

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