Die Bibel

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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songul
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Re: Die Bibel

Beitragvon songul » 14.10.2013, 17:36

Guten morgen,
bin auch aus Zeitmangel mit der "dicken" Bibel nicht so richtig voran gekommen.
Aus dem Grunde habe ich mir gedacht erst mal eine "Zusammenfassung" durchzulesen.
Habe diese Bibel in 3 Wochen (nur Abends) durchgelesen.

Katholische Haus- und Schulbibel von Paul Bergmann, Nachdruck aus 1928
http://www.sarto.de/product_info.php?in ... bibel.html

kann diese Bibel sehr empfehlen, man ist einfach schneller durch und auch einfach zu verstehen.
vielleicht kann ja mal einer der Orthodoxen diese Bibel durchlesen und prüfen ob die auch für orthodoxe Christen geeignet ist.

:wink:
Nichts für ungut, aber ich hatte dich schon einmal gebeten nicht ständig Werbung für katholische Publikationen hier zu machen. Wir sind orthodox und haben inzwischen auch adäquates von orthodoxer Seite.
Wir haben ähnliches hier und noch mehr.....vielleicht auch mal interessantes für dich....

ElvisVrinic
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Re: Die Bibel

Beitragvon ElvisVrinic » 17.10.2013, 17:09

Guten morgen,
bin auch aus Zeitmangel mit der "dicken" Bibel nicht so richtig voran gekommen.
Aus dem Grunde habe ich mir gedacht erst mal eine "Zusammenfassung" durchzulesen.
Habe diese Bibel in 3 Wochen (nur Abends) durchgelesen.

Katholische Haus- und Schulbibel von Paul Bergmann, Nachdruck aus 1928
http://www.sarto.de/product_info.php?in ... bibel.html

kann diese Bibel sehr empfehlen, man ist einfach schneller durch und auch einfach zu verstehen.
vielleicht kann ja mal einer der Orthodoxen diese Bibel durchlesen und prüfen ob die auch für orthodoxe Christen geeignet ist.

:wink:
Nichts für ungut, aber ich hatte dich schon einmal gebeten nicht ständig Werbung für katholische Publikationen hier zu machen. Wir sind orthodox und haben inzwischen auch adäquates von orthodoxer Seite.
Wir haben ähnliches hier und noch mehr.....vielleicht auch mal interessantes für dich....
Leider muss man aber auch bemängeln, dass wir bis jetzt noch keine komplette orthodoxe Bibel auf Deutsch haben. Das einzige wirkliche komplette Werk, welches auch Orthodox ist, ist auf englisch.

Ich frage mich indes auch warum nur die Septuaingita übersetzt wurde (und das auch noch mit katholischen Theologen)
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

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Nikolaj
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Re: Die Bibel

Beitragvon Nikolaj » 18.10.2013, 08:17

Wenn Theologen katholisch sind, heißt es nicht dass sie dumm sind. Auch ist ein orthodoxer Theologe nicht gleich der bessere...

Es ist das allgemeine Problem beim Übersetzen, will man wortgetreu übersetzen oder verständlich ins Deutsche übertragen. Es ist sehr schwierig eine Bibelübersetzung zu machen, auch weil wir nicht sehr viele orthodoxe Theologen haben, die sich nur diesem Werk widmen können. Die meisten unserer guten Theologen sind Priester und haben oft eine Menge anderer Aufgaben.

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Re: Die Bibel

Beitragvon ElvisVrinic » 18.10.2013, 20:53

Wenn Theologen katholisch sind, heißt es nicht dass sie dumm sind. Auch ist ein orthodoxer Theologe nicht gleich der bessere...

Es ist das allgemeine Problem beim Übersetzen, will man wortgetreu übersetzen oder verständlich ins Deutsche übertragen. Es ist sehr schwierig eine Bibelübersetzung zu machen, auch weil wir nicht sehr viele orthodoxe Theologen haben, die sich nur diesem Werk widmen können. Die meisten unserer guten Theologen sind Priester und haben oft eine Menge anderer Aufgaben.
tja und das nächste "problem" ist die Wortwahl in der Deutschen ausgabe der Septuaingita - wenn ich da vergleichsweise die orthodox study bible lese ist das sogar verständlicher :wink:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

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Hetairos
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Re: Gibt es orthodoxe Bibelausgaben auf Deutsch?

Beitragvon Hetairos » 10.05.2014, 21:54

Hallo an alle, die hier bereits schrieben oder noch etwas hinzufügen können.

Acht Jahren nach Diskussionsende wollte ich erfahren, ob sich mitlerweile etwas in Sachen Bibel getan hat. Kurze Zusammenfassung:
- Die Septuginta ist erschienen - nicht ganz ohne Kritik hier im Forum und auch eine preisliche Anschaffung - dennoch auf Dauer das Beste!?
- Die Allioli,Hamp/Stenzel/Kürzinger soll recht gut sein - gibt es Unterschiede zur Hamp/Stenzel/Kürzinger?
- nicht zu empfehlen sei die Elberfelder - obwohl nah am Urtext.
Wenn Du jetzt auf eine einsame Insel verbannt werden würdest, und nur ein einziges Buch mitnehmen dürftest, wäre das vielleicht ein Argument gegen die Elberfelder Übersetzung.
- klingt nach einem gutenb Argument
- die Herder-Bibel/Jerusalemer Bibel sei empfehlenswert, nicht aber die
- Neue Jerusalemer Bibel, deren Übersetzung mit der Einheitsübersetzung Ähnlichkeiten habe, die auch Probleme mit sich bringt!?
-
Von den alten Luther-Bibeln sind noch am ehesten die Ausgabe von 1912 mit Apokryphen zu empfehlen, die es beim Verlag der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms in Groß Oesingen zu kaufen gibt.
- wie weit unterscheidet sie sich von den anderen Luther-Bibelm mit Apokryphen?

Noch eine Frage: basieren, bis auf die Septuaginta und zu Teilen die Luther-Bibel, alle oben genannten auf der Vulgata?

Und nun für einen Nicht-Theologen, wie mir: Welche Bibel sollte man denn nun für den Fall der einsamen Insel haben? Für den Rucksack auf Reisen, die Tasche im Zug, wenn die eigene Bibliothek räumliche Grenzen aufweist und man kein Theologe ist, der drei Bibeln oder mehr zum Vergleich benötigt? Nah an den Originaltexten, mit Apokryphen und ohne Färbung durch Neusprech? - sprich den alltäglichen Gebrauch im Glauben?

Vielen Dank im Voraus und herzliche Grüße.

Hetairos
Aν πεθάνεις, πριν πεθάνεις, δεν θα πεθάνεις, όταν πεθάνεις!

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Re: Gibt es orthodoxe Bibelausgaben auf Deutsch?

Beitragvon Nikolaj » 12.05.2014, 10:56

Hallo Hetairos, Christus ist auferstanden!
Ich denke, dass es mehrere Arten des Lesens der Bibel gibt. Solange du einen Einblick in die allgemeinen Geschehen der biblischen Geschichte bekommen willst, kannst du alles nehmen, was in gutem Deutsch gehalten wird (meine Empfehlung ist doch die Einheitsübersetzung). Wenn du theologische Studien durchführst musst du näher an den Urtext, aber ohne Griechisch, Hebräisch und Lateinkenntnisse bleibt einem nur die Möglichkeit mit mehreren Übersetzungen zu arbeiten.

Ich lese derzeit in der Elberfelder, da ich diese als kostenloses ebook habe. Jedoch im Vergleich mit der russischen Synodalübersetzung (die aber auch Ihre Schwachstellen hat).

Meiner Meinung nach gibt es keine ideale Übersetzung, daher ist es auch sinnvoll eine gute Auslegung der Kirchenväter dazu zu haben. Schade dass es auf Deutsch nicht viele orthodoxe Ausgaben gibt.

Gruß
Nikolaj

Matwej
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Re: Gibt es orthodoxe Bibelausgaben auf Deutsch?

Beitragvon Matwej » 12.05.2014, 14:26

Ein interessantes Detail aus der Einheitsübersetzung:
Jesaja 53 - 53,12 ---- das vierte Lied vom Gottesknecht (eine messianische Prophetie)
da steht in der Einheitsübersetzung doch tatsächlich: 53,9 "Bei den Ruchlosen gab man ihm sein Grab, bei den
Verbrechern seine Ruhestätte" hier wurde eindeutig eine Messianische Prophetie entstellt
da müsste es heißen "man hat Ihm ein Grab bei den Ruchlosen vorgesehen, aber Er wurde beim
Reichen begraben " Wer im Neuen Testament nachliest wird schnell feststellen das hier, an so einer
wichtigen Stelle ein Fehler ist. (nicht umsonst habe ich schon mehrmals von Theologen die Bezeichnung "Einheizübersetzung gehört)

Die russische Synodalübersetzung hat auch eine Vielzahl von Fehlern (sie wurde auf Basis des Masoretischen Textes und nicht
der Septuaginta erstellt, warum auch immer...) Wer Russisch oder eine andere slavische Sprache kann, aber kein Griechisch
dem ist die Kirchenslavische Übersetzung zu empfehlen. Wenn man sich damit auseinandersetzt gibt es auch keine besonderen
Verständnisprobleme. Warum ist diese Übersetzung so wertvoll? Die Kirchenslawische Bibel ist nach dem "kalka- Prinzip"( ähnlich
einer Interlinearübersetzung) d.h. möglichst genaue Wiedergabe des griechischen Textes ,von bedeutenden z.T. auch Heiligen Menschen angefertigt worden
und ist durch einen jahrhundertelangen gottesdienstlichen Gebrauch immer wieder verbessert worden. Und letztenendes sollte für uns
orthodoxe Christen der Text den wir "beten" und den wir im Gottesdienst hören der wichtigste sein.

Und das wichtigste dabei: eben auf Grundlage dieses Textes (d.h. des griechischen) haben die meisten Kircheväter ihre geistdurchwirkten Kommentare angefertigt.

Und das große Problem mit einer Bibelübersetzung ins Deutsche ist doch auch dass eine Übersetzung immer
auch das Element einer Interpretation in sich trägt, wem kann man solch eine Interpretation anvertrauen ?
Menschen anderer Konfessionen die so weit in ihrer Wissenschaft stehen dass Gott kaum noch eine Rolle in ihrem Leben darstellt ?
Leider sind Theologen hierzulande allzu sehr vom gottlosen, ökumenistischen und toleranten Zeitgeist geprägt.

Leo2
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Re: Gibt es orthodoxe Bibelausgaben auf Deutsch?

Beitragvon Leo2 » 28.11.2014, 21:45

Guten Abend,
ich weiß nicht ob es eine orthdoxe Bibel auf deutsch gibt.
Allerdings glaube ich das die alte dt. katholische Allioli Bibel (1830) immer noch viel besser ist, als die eingekürzten protestantischen Bibeln.
beim fe-Medien Verlag ist sie gerade im Angebot:
http://www.fe-medien.de/epages/fe-medie ... ucts/00180
:wink:

Quinni
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Re: Gibt es orthodoxe Bibelausgaben auf Deutsch?

Beitragvon Quinni » 29.11.2014, 16:31

Ich habe die original Alliolibibel, noch in altdeutscher Schrift. Diese hier ist bereits mehrfach geändert worden, von Augustin Arndt, schau mal hier http://www.sarto.de/product_info.php?in ... --dt-.html, da steht es im Text zum Buch. Und die Version, die du verlinkt hast, wurde nochmal geändert. Der Preis auf dieser Seite ist allerdings unschlagbar, ich habe die bisher für 50-80 Euro gesehen.

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Von orthodoxen Kirchen empfohlene Bibel?

Beitragvon aled1911 » 17.05.2015, 11:55

Liebe Brüder und Schwestern,

In mir kam in letzter Zeit der Wunsch auf sich stärker mit der Bibel zu beschäftigen (natürlich auf Grundlage der orth. Kirchenväter und der kirchlichen Überlieferung).
Das Problem fängt allerdings schon bei der Auswahl der richtigen Bibelübersetzung an. Gibt es eine Empfehlung die auf dem breiten Konsens der orth. Kirche in Deutschland basiert?
Das Wirr-Warr an verschiedenen Übersetzungen ins Deutsche ist kaum zu überblicken.
Zudem besteht ja noch das Problem der richtigen Grundtextwahl [Nestle/Aland (welcher wohlgemerkt dutzende Stellen entstellt und wegzensiert) / Textus Receptus (dem byz. Text ähnlich) / Mehrheitstext]. Die griechisch orth. Kirche empfiehlt ja den Mehrheitstext. Eine Übersetzung ins Deutsche auf Basis desselbigen scheint es leider bis heute nicht zu geben :? .
Unter den TR-Bibeln ist die Auswahl auch eher dürftig.
Zusätzlich wollte ich fragen, ob es orth. Kommentare und Auslegungen der Kirchenväter in deutscher Sprache zu kaufen gibt (ähnlich den Studienbibeln aus dem evangelikalen Bereich)? Falls ja, könntet ihr mir hier ein paar Links dazu reinsetzen?

Über konstruktive Antworten eurerseits würde ich mich freuen und hoffe ihr könnt mir helfen.
Gruß Aled

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Thuja
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Re: Von orthodoxen Kirchen empfohlene Bibel?

Beitragvon Thuja » 17.05.2015, 13:37

Hallo Aled,

Du sprichst ein meiner Meinung nach ebenso brennendes Thema an...
Leider gibt's bislang keine dt. orthodoxe Bibel und wir "wurschteln" alle so mit den div. Möglichkeiten und Apokryphen 'rum...
Wenn Du Englisch kannst, ist zu empfehlen:
http://www.amazon.com/The-Orthodox-Stud ... 0718003594

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!

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Re: Die Bibel

Beitragvon aled1911 » 17.05.2015, 19:26

Ich sehe gerade der Thread wurde in diesen Strang integriert.
Habe ihn nun durchgelesen und viel Interessantes entdeckt, auch wenn meines Erachtens vieles noch nicht angesprochen wurde.
Das "wurschteln" wie Thuja es beschreibt, passt denke ich ganz gut :lol: , da selbst die Septuaginta Deutsch keine richtige Lösung für das alte Testament darstellt.

Die OSB stellt leider für mich auch keine Lösung dar. Ich hatte zwar Englisch als Leistungskurs, dennoch bin ich mit Fremdsprachen nie so richtig warm geworden :D .
Bei meinen Recherchen bin ich auch über diese gestolpert und habe insbesondere von orthodoxer Seite Kritik an dieser Ausgabe vernommen, da im NT textkritische Einflüsse Einzug gehalten haben.
Die Schlachter die hier auch erwähnt wurde, ist meiner Meinung nach der beste Kompromiss. Oder kennt jemand ein Totschlagargument gegen die Schlachter? Habe sehr viele Übersetzungen parallel gelesen/verglichen und wie ich finde ist sie eine sehr gelungene Übersetzung, zudem folgt sie ausnahmslos dem Textus Receptus.

Gruß

Kai
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Re: Die Bibel

Beitragvon Kai » 17.05.2015, 22:11

Hallo,
ich verstehe den Wunsch nach einer orthodoxen Übersetzung gut. Dahinter steckt ja der Wunsch, eine "richtige" Übersetzung haben zu wollen, die einem den Urtext in der eigenen Sprache so nahe bringt, wie es nur irgendwie möglich ist.
Ich bezweifle aber, dass es eine Übersetzung gibt (und jemals geben wird) die das schaffen kann - zumal es ja noch nicht einmal DEN Urtext gibt, von dem das ausgehen könnte. Allein vom technischen Standpunkt ist jede Übersetzung eine Übertragung, da es nur in den wenigsten Fällen eine direkte Entsprechung in Quell- und Zielsprache gibt. Mir fallen im Moment drei Punkte ein, um das Dilemma zu lösen:
1.) Finde eine "Lieblingsübersetzung". Eine, um dessen Stärken und Schwächen man weiß und in der man deshalb (und trotzdem) gerne (und viel) lesen mag.
2.) Finde dich damit ab, für ein tiefer gehendes Studium immer mehrere Übersetzungen/Bücher/Quellen befragen zu müssen. Es gibt auch in anderen Fächern (selbst in den "harten" Ingenieurs- oder Naturwissenschaften) nicht DAS Standardwerk, alles ist tendenziös und das muss man wissen und beurteilen können.
3.) Bitte um Verständnis und Vertraue. Gottes Wort spricht nicht aus sich selbst sondern mit dem Heiligen Geist. (Man verzeihe mir hier die Präposition; "durch" oder "aus" ist ebenfalls nicht falsch, aber bleibt eben auch: tendenziös)
1. Kor 13,12: "Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich's stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin." (LUT12)

aled1911
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Re: Die Bibel

Beitragvon aled1911 » 18.05.2015, 08:36

Hallo Kai,

Du hast insofern Recht, dass jede Übersetzung auch ein Stück weit interpretative Elemente besitzt. Da der Urtext nicht mehr aufzufinden ist, müssen wir uns notgedrungen mit den Handschriften "begnügen". Aber man muss sich dennoch die Frage stellen, welcher diesem nun am nächsten kommt. Und da denke ich, ist aus orthodoxer Sicht nur eine Antwort die Richtige. Und zwar, dass die Kirche diesen am besten überliefert hat, und nicht irgendein Institut in Münster. Sicherlich gibt es auch innerhalb der byz. Handschriften Abweichungen, aber diese sind in sehr viel geringerem Maß zu finden und betreffen nicht ganze Abschnitte.

Ansonsten denke ich, dass deine Ratschläge schon in eine richtige Richtung gehen.
Gruß

Kai
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Re: Die Bibel

Beitragvon Kai » 18.05.2015, 09:56

Hallo aled,
ganz klar muss man sich bei jeder Übersetzung die Frage stellen, wie nahe sie dem Urtext kommt (bei manchen Übertragungen darf man sicher auch fragen, ob sie mit diesem überhaupt etwas zu tun hat). Es mag vielleicht sogar sein, dass die byzantinischen Handschriften am nächsten an den Urtext herankommen, da kenne ich mich nicht aus und kann es nicht bewerten. Aber: Gewonnnen hat man dadurch nichts, denn dann ergibt sich ja wieder die Frage nach der generellen Übersetzbarkeit und man macht aus einem theologischen Problem ein technisches - ein Fehler der protestantischen Kirchen, übrigens. Es wäre aber sicher spannend mal nachzuforschen, was Kyrill, Method und die anderen Übersetzer dazu gesagt haben. Vielleicht kennt sich hier im Forum jemand damit aus?
Grüße
Kai


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