Darstellung von Gott Vater

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protopeter
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Beitrag von protopeter » 28.11.2007, 13:48

Liebe Rafailia !

Zwar wurde schon an anderer Stelle darüber diskutiert, doch wiederhole ich es nochmals in diesem Kontext - die Darstellung der Gastfreundschaft Abrahams (so der genaue Ikonentitel) ist die einzig kanonische Darstellung der Allheiligen Dreieinigkeit.

Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter

rafailia_3
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Beitrag von rafailia_3 » 28.11.2007, 13:58

Evlogite,

vielen Dank fuer ihre Bestaetigung.

In Christus
Rafailia

nik
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Beitrag von nik » 28.11.2007, 14:05

Hallo,

Es gibt sogar Ikonen der Gastfreundschaft Abrahams, die als "Hl. Dreifaltigkeit" beschriftet sind.

Das ist die wundertätige Ikone der Gottesmutter von Suprasl (Polen). Gott Vater ist auch hier als Greis abgebildet.
http://www.23hq.com/orthfrank/photo/2635754/view-large

Und hier noch ein ähnliches Kreuz. Man sieht auch einen sechseckigen Stern. Das ist also Gott Vater als Greis.
http://www.23hq.com/orthfrank/photo/2635753/view-large

Besonders an der Ikone sieht man, dass es Gott auch solche Ikonen annimmt, auf denen er als Greis abgebildet ist.
Gr??e
Nik

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Sebastian
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Beitrag von Sebastian » 28.11.2007, 14:22

Das ist die wundertätige Ikone der Gottesmutter von Suprasl (Polen). Gott Vater ist auch hier als Greis abgebildet.
Lieber Nik,

ich bin im Besitz einer Kopie dieser Ikone. Der römisch katholische Einfluff dieser polnischen Ikone ist, wenn man mir gestattet zu sagen, mehr als evident. Das lässt sich, denke ich unschwer erkennen.

Bild

Gruß Sebastian

Ieromonach
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Beitrag von Ieromonach » 28.11.2007, 21:49

Lieber Sebastian,
das Bild welches du als poln. Ikone bezeichnest ist aber keine Ikone. Bei einer Ikone muß neben der dargestllten Person der Titel stehen, z.
b. bei der allerheiligsten Jungfrau die Abkürzung von Gottesgebärerin und beim Herrn IC XC und ums Haupte der Titel o on. Leider weiß ich nicht wie man die griech. Buchstaben hier in den Computer bringt. Was du zeigst ist ein typisches röm. kath. Gemälde und keine Ikone auch wenn unten steht was es darstellen soll. Sollte ich was falsches geschrieben habe erwarte ich eine Korrektur deinerseits. Könnte ja sein.

fehlbarer V. Gottesgeschenk (auf griech. P. Theodoros)
Um Gott zu lieben muß man sich von sich selbst lossagen, und die Liebe Gottes läßt sich nur als Liebe des Herzens zu Gott wahrnehmen.

prorokini
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Beitrag von prorokini » 28.11.2007, 21:58

Hier ist ein Bild von der Ikone, wie sie in der Kirche steht:
http://www.orthodox.bialystok.pl/obraz2.htm
Auch hier ist sie nicht beschriftet, aber sie steht in einer orthodoxen Kirche und versteht sich als Kopie der Gottesmutter von Smolensk.

nik
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Beitrag von nik » 29.11.2007, 12:50

Lieber Vr Theodoros!

Es ist natürlich klar, dass dieses Bild nicht eine Ikone im traditionellen Sinn ist und sehr stark katholisch beeinflusst wurde. Ebenso das Bild, dass Prorokini gepostet hat.

Zum Patrozinium sind vor einiger Zeit der Klostervorsteher aus dem orthodoxen Kloster in Suprasl (Ostpolen), ein Diakon und ein Mönch hier bei uns gewesen und diese haben auch Fotografien mitgebracht haben.

Es ist eine wundertätige Ikone und ist von Gott gesegnet. Man kann diese zwar nicht als eine traditionelle Ikone bezeichnen, aber die Menschen finden trotzdem Heilung und Segen, wenn Sie nach Suprasl pilgern.
Gr??e
Nik

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Beitrag von Ieromonach » 29.11.2007, 13:33

Lieber Nik,
natürlich weht der Hl. Geist wo Er will. Wie Du selbst sagst verstößt dieses Bild gegen die Überlieferung der Ikonenschreibkunst. Eine Ikone ist ein geschriebenes Dogma und kein orthodoxer Christ darf dieses verändern.
Alle Kompromisse (wegen der Herkunft usw.) in Fragen der heiligen Tradition sind "Grauschleier" und haben mit Orthodoxie nichts zu tun. Auch wenn Bischöfe, Priester u. a. dagegen verstoßen so ist es dann unser
Aller Pflicht auf dieses hinzuweisen. + P. Theodoros
Um Gott zu lieben muß man sich von sich selbst lossagen, und die Liebe Gottes läßt sich nur als Liebe des Herzens zu Gott wahrnehmen.

nik
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Beitrag von nik » 29.11.2007, 15:18

Lieber Vr Theodoros!

Da kann ich Ihnen nur zustimmen.
Gr??e
Nik

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Beitrag von IoannesProselytos » 29.11.2007, 16:06

nik hat geschrieben:Hallo,

Es gibt sogar Ikonen der Gastfreundschaft Abrahams, die als "Hl. Dreifaltigkeit" beschriftet sind.

[...]
So eine Philoxenia (nach der von Andrej Rubljow) besitze ich selbst: Hagia Trias steht - sie ist eine echte Ikone.

Ist die Beschriftung denn falsch? Das glaub' ich jetzt ja wohl kaum ... oder?

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Beitrag von protopeter » 29.11.2007, 18:14

Lieber Ioannes !
IoannesProselytos hat geschrieben:
nik hat geschrieben:Hallo,

Es gibt sogar Ikonen der Gastfreundschaft Abrahams, die als "Hl. Dreifaltigkeit" beschriftet sind.

[...]
So eine Philoxenia (nach der von Andrej Rubljow) besitze ich selbst: Hagia Trias steht - sie ist eine echte Ikone.

Ist die Beschriftung denn falsch? Das glaub' ich jetzt ja wohl kaum ... oder?
Die von Dir genannte Beschriftung entspricht ebenfalls den kanonischen Vorgaben und ist damit als der Überlieferung entsprechend anzusehen.

Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter

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Beitrag von IoannesProselytos » 29.11.2007, 19:40

Gott sei dank, Vater, da bin ich ja beruhigt! Das hätte mich ansonsten doch sehr gewundert ...

Nassos
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Beitrag von Nassos » 30.11.2007, 19:10

Guten Abend,

ich bin selber im Besitz einer kleinen Ikone, die die Agia Trias darstellt.
Gott als alter Mann, mit einem dreieckigem Heiligenschein, Spitze nach oben. Die rechte Hand ist zum Segen erhoben.
Neben ihm sitzt Christus (kreisrunder Heiligeschein), in der linken Hand ein Buch haltend, in der rechten das Kreuz.
Auf Vaters und Sohnes Heiligenschein ist jeweil "O ON" dargestellt.
Über beiden der Hl. Geist als Taube.

Was soll ich jetzt damit machen? Ich bin wirklich verunsichert.

Dann noch etwas. Im "Sakrileg" von Dan Brown wird erklärt, dass unter Kaiser Konstantin, als das Christentum anerkannt und zur Staatsreligion wurde, Konstantin für die bis dahin Heiden (an die olympischen Götter Glaubenden) den Wechsel zum Christentum vereinfachen wollte, indem er praktisch das Gesicht des Göttervaters Zeus als Darstellung Gottes übernahm.
Darf dies als rein fiktiv angenommen werden?

(Achtung: ich möchte hierbei keine Diskussion über Brown und sein Buch starten!).

Ein gesegnetes Wochenende,
Nassos

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Beitrag von nik » 30.11.2007, 19:33

Hallo Nassos,

das mit dem Gesicht von Zeus halte ich für ein Gerücht.

Die Ikone der "neutestamentlichen" Dreifaltigkeit ist sehr verbreitet. Die Ikone ist in den Kirchen nicht ausdrücklich erlaubt, aber auch nicht ausdrücklich verboten. Diese Abbildungen werden geduldet. Ich würde die Ikone auf jeden Fall behalten und auch vor der Ikone beten. Der Heilige Geist kann auch hier wirken, wie Vr Theodoros so schön ausgedrückt hat, der Heilige Geist weht wo ER will.
Gr??e
Nik

Nassos
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Beitrag von Nassos » 30.11.2007, 19:51

Hallo Nik,

vielen Dank!
Leider weiß ich nicht ob die Ikone geweiht ist... :oops:
Aber dem läßt sich wohl abhelfen.

Frage: zur Weihe verbleibt die Ikone 40 Tage in der Kirche. Gibt es im Deutschen hierfür einen speziellen Ausdruck? Im Griechischen wäre dies der "Sarantismos".

Gruß,
Nassos

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