Orthodoxe Mariologie

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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Milo
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Beitragvon Milo » 14.11.2006, 11:34

Hallo Aleksandra.

Folgendes kann ich nur sagen:

Unter Codex Slav. 8 versteht man :
Misal kneza Novaka(Hrvatska), 1368., Nacionalna knji?nica u Beču, Codex slav. 8, 272 lista pergamene, glagolica

Ich glaube nicht das du das meintest. Falls ich richtig verstehe denkst du bei der Kaiserin Helena an die Mutter des Hl. Kaisers Konstantin, nach dem die Stadt Konstantinopel benannt wurde. In dem Fall ist die Kaiserin Helena tatsächlich eine Heilige.

Chronologisch kann also der Kodex(Buch) Slav. 8 nicht an sie gerichtet (gewidmet) sein, da sie 1000 Jahre vorher lebte.

Aber vielleicht gibt es ja noch einen anderen Kodex?!

Nun die Frage steht aber immer noch im Raum:

Warum ist die Hl. Jungfrau Maria eine Immerjungfrau?
Danach beschäftigen wir uns erst mit Ihrer Himmelfahrt!
:wink:

Euch beide grüßend,

Milo

ps. ich leg mal noch ein paar "protestantische Stolpersteine in den Antwortsweg":

Mt 1.18 Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist.

25Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.

Mt 13.55 Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria, und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas? 56Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns?

talitaNeu
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Buch

Beitragvon talitaNeu » 14.11.2006, 12:46

Nein das Buch meine ich nicht. Ist auch nicht in Glagolica geschrieben. Ich hoffe mehr morgen sagen zu können, werde nochmal in Hamburg den Artikel durchsuchen, den ich gelesen habe.

Die Verwirrung kommt daher, dass Jesus alle Menchen, die gemeinsam im Glauben waren Brüder und Schwestern ernnant hat. Jedoch tatsächliche Verwandte ist seine Gebärerin nur gewesen.

Ich muß dazu noch sagen angesichts dessen, dass Jesus von Gott kommt und Gott ist, und das Buch des Lebens kannte und alle Menschen, die Ihm Gott der Vater gegeben hat wußte und erkannte.Aus diesem Grund ist Brüder und Schwestern die richtige Bezeichnung - duch den Glauben -
Liebe Grüße Aleksandra
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ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.

Milo
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Beitragvon Milo » 15.11.2006, 12:33

Danke Aleksandra für deine Antwort.

Was meinen aber die Anderen?
8)

Gruß

Milo

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Ups ich schon wieder (Das Buch an die KAiserin Jelena)

Beitragvon talitaNeu » 15.11.2006, 20:11

Hallo Milo,
sorry ich schon wieder :roll: :lol:

Dafür fasse ich mich aber kurz: Teofilakt von Ohrid schrieb die Deutungen und das Buch wurde für die Kaiserin Jelena übersetzt von dem alten Joanikije , da sie großes Interesse dafür bekundete.

Das Buch heißt: Zipisi starca Joanikija, übersetzt in die morderne Sprache. Also muß man sich gar nicht mit der Entzifferung der "Altslawischen Sprache noch bemühen. Gruß Aleksandra
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Sebastian
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Beitragvon Sebastian » 19.11.2006, 19:01

Mariä Himmelfahrt

Um etwas wieder zum eigentlichen Thema zu kommen, würde ich von euch gerne etwas über die Himmelfahrt der Gottesgebärerin erfahren. Was mich interessiert: Gibt es in der RKK eine abweichende Auffassung zu der orthodoxen Auffassung Marias Himmelfahrt?

Gruß

Milo
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Beitragvon Milo » 19.11.2006, 21:57

Mariä Himmelfahrt

Um etwas wieder zum eigentlichen Thema zu kommen, würde ich von euch gerne etwas über die Himmelfahrt der Gottesgebärerin erfahren. Was mich interessiert: Gibt es in der RKK eine abweichende Auffassung zu der orthodoxen Auffassung Marias Himmelfahrt?

Gruß
Halo Sebastian,

ja!

Ich würde gern noch die Frage der Geschwister erörtern, bevor wir diesen Schritt machen, was meinst du....


Gruß
Milo

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Sebastian
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Beitragvon Sebastian » 19.11.2006, 22:09

Hi,

ja hast recht - ist irgendwie noch nicht recht abgeschlossen, hab es mir auch noch mal eben durchgelesen.

Gruß
Sebastian

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theofan
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Beitragvon theofan » 20.11.2006, 21:24


ps. ich leg mal noch ein paar "protestantische Stolpersteine in den Antwortsweg":

Mt 1.18 Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist.

25Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.

Mt 13.55 Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria, und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas? 56Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns?

Hier steht die Auflösung :wink: :

Chrysostomus - Kommentar zum Evangelium des hl. Matthäus, Fünfte Homilie



Allen Neukalendariern eine gesegnete Fastenwoche! Allen anderen: Bloß eine gesegnete Woche!

Milo
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Beitragvon Milo » 20.11.2006, 22:50

Guten Abend Theofan!

Danke, das ist's was ich gesucht habe!

Der Hl. Überlieferung nach, welche die OK wahrt, war Sie Immerjungfrau und ist es geblieben. Denn Sie hat Ihn als Erstgeborenen auch einzigst geboren...die anderen Kinder stammen aus Josephs Erstehe.

Freue Dich oh Du undurchgängige Pforte des HErrn...singt der Hymnograph im Oktoich. Damit deutet er auf die Immerjungfräulichkeit der Allerheiligsten Gottesgebärerin hin.

Die genannten Schwestern im Matthäusevangelium sind Schwestern aus Verwandschaft (Cousinen). Warum Jakob Bruder des HErrn genannt wird?
Das liegt am verhältniss zu ihm...sowohl Jakob liebte Jesus sehr wie einen leiblichen Bruder, obwohl sie es nicht wahren...und umgekehrt, HErr Jesus hate ihn auch besonders lieb...
1.Kor 15.7 Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln

Ich hoffe das euch nach dem kleinen philologisch-exegetischem Exkurs des Hl. Johannes Chrysostomos, die protestantischen Argumente nicht mehr irritieren können.

Allen immer einen Schutz der Hl. Immerjungfrau Maria wünschend,

unwürdiger knecht milo

Milo
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Abschlussfrage

Beitragvon Milo » 21.11.2006, 12:52

Liebe Brüder und Schwestern,

wir nähern uns dem Ende unserer Fragereihe zur orthodoxen Mariologie.


Als letztes nun die Frage nach "Maria Himmelfahrt".



Br. Sebastian hat schon die Frage gestellt, ob es den Unterschied diesbezüglich mit der r-k Kirche gäbe? Ich sagte ganz klar: ja.

Vor allem die Dogmatisierung "Marias Himmelfaht" (aner-) kennt die OK nicht. Warum?

Auch sei rechtzeitig betont das im üblichen orthodoxen Terminus der Feiertag nicht "Marias Himmelfahrt" heißt, sondern Fest der "Entschlafung" (Uspenije, Dormition) Allerheiligsten Gottesgebärerin.

Worin sind noch Unterschiede vorhanden?

Allzeit euch alles Gute vom HErrn wünschend,
br.milo

holzi
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Re: Abschlussfrage

Beitragvon holzi » 22.11.2006, 09:54

Guten Morgen allerseits,
Auch sei rechtzeitig betont das im üblichen orthodoxen Terminus der Feiertag nicht "Marias Himmelfahrt" heißt, sondern Fest der "Entschlafung" (Uspenije, Dormition) Allerheiligsten Gottesgebärerin.
Wobei man beachten sollte, dass "Mariä Himmelfahrt" der volkstümliche Namen des Festes "Aufnahme der allerseligsten Jungfrau Maria in den Himmel". Das volkstümliche "Himmelfahrt" suggeriert den unkundigen Betrachtern eine eigenständige Auffahrt in den Himmel. Es ist also besser die "kanonische" Bezeichnung "Aufnahme in den Himmel" zu wählen.

Ich sehe aber als Kern des Festes einen Konsens auch in der orthodoxen Kirche, die glaubt, dass Maria nach ihrem Tod in den Himmel aufgenommen wurde. (Über die Notwendigkeit einer Dogmatisierung lässt sich natürlich vortrefflich streiten!) Eine alte Darstellung davon (14. Jhd) in unserer Pfarrkirche in Regensburg-Sallern:

Bild

Ein Vergleich mit den Ikonen zeigt sehr deutliche Ähnlichkeiten, nur das "Seelchen" in den Händen Jesu ist auf dem Foto nicht gut sichtbar.

Gottes Segen für Euren Tag
Konrad

Walter
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Beitragvon Walter » 22.11.2006, 15:18

Ich freue mich im Übrigen auch über theologische Präzision - dort wo sie hingehört; aber "dem Volke aufs Maul zu schauen" sollte man Luther nicht alleine überlassen. In deutschen Landen sagt man von alters her Mutter Gottes, wir werden es wohl nicht ändern.
Der Hl. Überlieferung nach, welche die OK wahrt, war Sie Immerjungfrau und ist es geblieben.Ich hoffe das euch nach dem kleinen philologisch-exegetischem Exkurs des Hl. Johannes Chrysostomos, die protestantischen Argumente nicht mehr irritieren können.
Nur am Rande möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen, dass Luther selbst zeit Lebens die Immerjungfrauschaft Mariens lehrte, so wie es durch das Konzil von Ephesos 431 festgehalten wurde.

Zweifel daran äußerten erst und vor allem seine eidgenössischen Konkurrenten. Ein lutherischer Pfarrer sagte mir einmal in diesem Zusammenhang, dass für ihn Calvin aber auch gar kein Christ gewesen sei.
γενηθήτω το θέλημά σου·

Milo
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Beitragvon Milo » 24.11.2006, 08:48

Lieber Konrad,

vollkommen richtig was Du sagst bzgl. des Festes...

Die OK kennt auch die Aufnahme in den Himmel, auch die leibliche.

Für die heilige Kirche selbst, haben das Geschehen schon sehr früh aufgeschrieben: Dionisios Areopagit (1Jhd), Meliton von Sard (2Jhd.), Epiphanius von Zypern (4Jhd), usw.Die apostolische Tradition (Hl. Überlieferung) hat sehr früh schon detailiert die Entschlafung der Immerjungfrau Maria gewusst.

So heißt es das...

alle Apostel (ausser Einer) sich plötzlich in dem Moment um Sie versammelt fanden. Damit sie Zeugen sind des Geschehens...Sie segnete alle einzeln...und dann tat sich der Himmel auf und der König der Herrlichkeit selbst, Christus, begleitet von Erzengeln und Engeln kam um Ihre Seele in den Himmel aufzunehmen...sie schlief dabei leiblich im Frieden ein (daher die Bez. Entschlafung).

Bild

Danach fand das Begräbnis Ihres Leibes statt...nach damaligem jüdischen Brauch...begleitet feierlich von Aposteln wurde Ihr Leib in das Steingrab gelegt und verschlossen. Apostel wachten und lobpreisten drei Tage lang vor Ihrem Grabe...als dann nach drei Tagen (nach göttlicher Ikonomie, wie in Jh 20.24) der Ap. Thomas verspätet ankam fiel er in Trauer da er Sie nicht verehren durfte ein letztes Mal. Darufhin aus Mitleid öffneten die anderen Apostel das Grab damit er sie noch mal sieht....und nun lagen nur Ihre Gewänder dar, Ihr Leib ist aber auferstanden!


Dies war nie das strittige Thema inerhalb der heiligen Kirche, daher war ein Oros, Dogma nicht von nöten um die Wahrheit von "Unwahrheit" abzugränzen. Sinn und Funktion eines Dogmas!
Abgesehen davon, die r-k Kirche kann nicht für die OK als der eine heilige Leib Christie gesehen werden, daher die ist das r-k Dogma (was auch rel. unpräzise ist) über das Fest "Maria Himmelfahrt" für sie als OK irelvant.

Erst bei der Wiederherstellung des römischen Patriarchats als OK, könnte diese Dogma evtl. verifiziert werden.

Lk1.46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; 48denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder. 49Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. 51Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer ausgehen. 54Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, 55wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.

Ehre sie Dir oh HErr, Ehre sie Dir!

nichtsnutziger knecht milo

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Beitragvon Sebastian » 18.12.2006, 19:17

Lieber Milo und alle anderen!

Ich weiss nicht, ob es in voherigen Beiträgen kurz zur Sprache kam, wenn dann kann Milo meinen Beitrag gerne wieder löschen (habe leider zZ. nicht die Zeit alles nochmals durchzulesen, doch bevor ich es dann zum dritten Male vergesse frage ich lieber schnell ;) ).

Wir haben ein wenig die Unterschiede der Mariologie in der OK und RKK erörtert. Was mich nun aber interessiert ist die Frage, ob ausser der Frage der Gottmenschheit Christi, weitere Unterschiede der Mariologie gibt und zwar in Bezug auf die Monophysiten!?

Vielen Dank für eure Antworten
Stephanus

Walter
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Beitragvon Walter » 18.12.2006, 20:22

Erst bei der Wiederherstellung des römischen Patriarchats als OK, könnte diese Dogma evtl. verifiziert werden.
Wenn, wie es sich die römisch-katholische Kirche derzeit vorstellt, diese Wiederherstellung durch eine Union etwa nach dem Konzilsbeschluss von Florenz und Ferrara vonstatten geht, wäre das zu befürchten. :cry:
Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die Unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.
Diese Dogma (das einzige, das übrigens ein Papst unfehlbar verkündete) ist für die römische Kirche die zwangsläufige Folgerung aus dem Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariens, in welchem ausgesagt wurde, dass Gott die Vorerlösung des Menschen Maria im Hinblick auf ihre Berufung zur göttlichen Mutterschaft bereits bei deren Empfängnis vollzog.

Daher ist von Entschlafen (=sterben) hier keine Rede. Da Maria laut diesem Dogma von jedem Makel der Erbsünde unversehrt geboren wurde, musste sie keinen irdischen Tod leiden, sondern legte sich am Ende ihres Aufenthalt auf der Erde schlafen, um drauf "quicklebendig" in den Himmel gehoben zu werden:

Bild

Ich hoffe aber, dass sich die Orthodoxe Kirche hier nicht über den Tisch ziehen läßt. :roll:
γενηθήτω το θέλημά σου·


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