Eucharistie

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
Forumsregeln
Forumsregeln Impressum
Benutzeravatar
Sebastian
Beiträge: 956
Registriert: 16.12.2008, 13:46
Religionszugehörigkeit: Orthodox (MP)

Beitrag von Sebastian » 06.10.2006, 20:09

Legion hat geschrieben:
Du schreibst, ich solle mich gefälligst der Orthopraxie befleissigen. Milo, ich kann das nicht, indem ich mir einen fromm klingenden Namen einfallen lasse (sowas wie "Ehre sei Dir oh Herr") und eine gar heilige Ikone als Avatar benutze. Ich kann es nicht. Ich breche jeden Tag jedes einzelne Gebot. Ich kann nicht einmal hier in diesem Forum so tun, als täte ich das nicht. Die Legion - das bin ich. Ich wäre ein geschmücktes Grab voller Unrat, würde ich das hinter schwulstigen Namen und bunten Bildern verbergen wollen.

Ich kann diese Forumregeln nicht einhalten. Das kann ich nicht mit meinem Rest Gewissen vereinbaren, deswegen werde ich wohl wieder ausscheiden. Bitte verzeiht die unvermittelte Einmischung! Nehmt das bitte auch nicht als Vorwurf oder einen Versuch, betroffen zu machen. Es ist in Ordnung. Danke für den Hinweis; die Regeln hätte ich sonst glatt überlesen.
Lieber Legion!

Zu den schwülstigen Bilder nur soviel. Ich für meinen Teil bekenne, was ich glaube. Habe kein Problem es nach aussen zu zeigen. Sicher hast du recht in der Auffassung, dass wir alle keine Engel sind, doch gerade mit unseren schwülstigen Avataren und Nicks wollen wir ausdrücken, dass wir unwürdig, sündig und fehlerhaft sind und wir uns aus dieser Einsicht herraus an jemand Höheren wenden, nämlich GOTT den HERRN!

Also, ein schönes Wochenende dir!

Sebastian

@ Milo: Ich schlage vor in Zukunft User via PN anzusprechen, wenn dir/uns (allen) etwas "komisch" vorkommt. Damit würden solche Paralleldiskussionen nicht entstehen...
Zuletzt geändert von alexandros am 06.10.2006, 22:42, insgesamt 1-mal geändert.

Legion

Beitrag von Legion » 06.10.2006, 20:30

Sebastian hat geschrieben:... gerade mit unseren schwülstigen Avataren und Nicks wollen wir ausdrücken, dass wir unwürdig, sündig und fehlerhaft sind und wir uns aus dieser Einsicht herraus an jemand Höheren wenden, nämlich GOTT den HERRN!
Da braucht es doch noch einen Absatz Nachhilfe.

"Avatar" ist ein ursprünglich aus dem Hinduismus stammendes Wort und bedeutet in etwa "Inkarnation", "Manifestation" (einer Gottheit). Für ein Forum benutzt man das Wort in einer ähnlichen Bedeutung: es ist die Manifestation des Nutzers im virtuellen Raum. Der Avatar ist die virtuelle Personifizierung des Nutzers. Mit einem Avatar drückt man niemanden anderes als nur sich selbst aus. Und, teurer Sebastian, ich kann es nicht wagen, meine Person mit der ikonographischen Abbildung der Hl. Dreifaltigkeit, unseres Herrn Jesus Christus oder eines beliebigen Heiligen darzustellen. Ich bekenne auch, was ich glaube. Allerdings kann ich mich selbst nur meiner Schwachheit rühmen. Ich kann nicht einmal "Ehre sei Dir oh Herr" sagen, ohne dass ich fürchten müsste, damit zu lügen.

An sich ist es schade, dass ihr euch an solchen Äußerlichkeiten aufhaltet. Immerhin hatte ich ja inhaltlich etwas zu vermelden. Aber vielleicht wiederhole ich ja nur, was euch längst bekannt ist. Ich habe dazu nicht im Forum recherchiert.

@Walter: Meinst Du das mit "Whim" wegen des Namens?

talitaNeu
Beiträge: 220
Registriert: 12.09.2006, 12:19
Wohnort: Hamburg / Reutlingen

Sünder sind wir alle

Beitrag von talitaNeu » 06.10.2006, 21:02

Hallo,

also Lego, ich bemerke eine theologisch wissenschaftliche Herangehensweise an Gott, und eine demütige Haltung in dem Bekenntnis ein Sünder zu sein. Das sind wir alle... ich leider auch :-( . Das Wichtigste ist, dass wir das aber an uns nicht mögen und der Sünde auch nicht erlauben uns von dem Vater trennt.
Es geht also darum, mit dem Nick denke ich auch zu zeigen, wohin man will und nicht auf den Schmutz der Mann ist ( oder Frau... wie bereits erwähnt ich auch) zu verweisen. Es ist immer wieder eine große Anstrengung und Überwindung nötig nach einer Sünde vor den Vater zu tretten im Gebet. Gott weiß es aber auch, dass wir schwach sind und dass es schwer ist. Jesus hat unsere Sünden weggenommen, wir dürfen nicht bis zur Verzeiflung unter ihnen leiden. Alles was wir heute tun müßen ist. uns zu Jesus zu bekennen und uns Mühe zu geben die Sünde zu meiden (was natürlich nicht eins zu eins umgesetzt werden kann).
Ich denke weshalb sich unser Admin etwas gewundert hat ist, weil du den Namen von einen Dämon nimmst (ich verstehe das, wenn du es wegen der Sünde gemacht hast). Wenn du aber diesen Teil von dir nicht magst ist als Nick einfach dein Ziel und dein Wunsch dich zu bessern so auch wie dich der Vater sieht und ein anderer Nick wäre besser gewesen.

Was die Begrüßung angeht: es gibt denke ich zu Ostern 40 Tage in der eine bestimmte Begrüßung notwendig ist: Jesus ist auferstanden - Wahrlich, Er ist auferstanden. Es wäre schön, so fern du dies auch als Wahrheit erkannt hast, dies auch zu der Zeit auch zu tun. Am sonsten denke ich ist das wichtigste ein warmer Umgangston miteinander im Forum. Ich will nicht altklug oder übertrieben klingen aber da fällt mir der Satz ein: An der Liebe unter einander sollen sie euch erkennen.
Es ist klar, dass jeder von uns an einem verschiedenem Punkt auf dem Glaubensweg ist. Ich weiß nicht wo du gerade stehst und ich wünsche dir Gottes Beistand und Führung, wo auch immer du bist (bis vor 3 Jahren kam mir der her Gott nur ein mal jährlich im Sinn, heute ist das ganz anders).
Was ich damit sagen will ist, ich würde mich freuen, wenn du uns hier im Forum als Freunde und gegenseitige Hilfe auf dem Weg zum klaren Ziel, der Gottes-Nähe, sehen könntest und uns auch zu verstehen versuchst.

Herzliche Grüße sende ich dir und wünsche dir Gottes Segen. Würde mich auch freuen, wenn du meine Worte annehmen könntest und bleiben würdest im Forum.

Lieben Gruß Aleksandra
Zuletzt geändert von zoki am 06.10.2006, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
Mein Zuhause

Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.

Benutzeravatar
Sebastian
Beiträge: 956
Registriert: 16.12.2008, 13:46
Religionszugehörigkeit: Orthodox (MP)

Beitrag von Sebastian » 06.10.2006, 21:08

Danke Schatz!
Volle Unterstützung

Schlage vor nun zum ursprünglichen Thema wieder zurück zu kommen.

Danke.

Sebastian

protopeter
Priester
Beiträge: 698
Registriert: 24.07.2006, 21:21
Wohnort: Salzburg

Beitrag von protopeter » 06.10.2006, 23:31

Liebe Brüder und Schwestern !

Um nochmals die Frage bezüglich der ekklesiologischen Anschauung von Metropolit Ioannis (Zizioulas) aufzuwerfen: In seinen Schriften betont er, daß das Wesen der Kirche seit den ältesten Zeiten in der eucharistischen Synaxis am Augenscheinlichsten zum Ausdruck kommt; sämtliche Weiheämter nehmen ihren Ursprung in der liturgischen Versammlung, der Glaube der Kirche wird in dem gottmenschlichen liturgischen Mysterion überdeutlich zum Ausdruck gebracht.

Von diesen Voraussetzungen ausgehend verweist er dann auf die absolut notwendige Verbindung zwischen kirchlicher Existenz und eucharistischem Heilsgeheimnis - dies war und ist ein untrennbarer Bestandteil orthodoxer Ekklesiologie und eine Grundvoraussetzung des geistlichen Lebens, das die Synergie zwischen Gott und Mensch zum absoluten Mittelpunkt hat.

Daraus folgt nun aber auch, daß eine organische Trennung von liturgischem Tun und Teilhabe an den Lebensschaffenden Mysterien Unseres Herrn (im Sinne einer römisch-katholisch gedachten, "verselbständigten" eucharistischen Frömmigkeit) nicht annehmbar sein kann; auch Metropolit Ioannis redet in seinen Veröffentlichungen (bei allen seinen Überlegungen) einer solchen Auffassung keinesfalls das Wort.

Mit besten Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter

Milo
Beiträge: 966
Registriert: 19.06.2009, 23:00
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Milo » 07.10.2006, 09:39

v.Peter , segnen Sie.

Mich würde es sehr wundern wenn der hochgeschätzte orth. Theologe und metr. Ioannis , szs. die "Töpfrl verwechseln würde"!?
Seine Darstellungen zum Thema orth. Ekklisiologie sind heute ein begehrtes Mittel den heranwachsenden Theologen die originelle Dimension der Kirche, der Einheit in Gott (durch Kommunion und Bischof) aufzuzeigen.
Aber auch zum Thema Hagiologie...um hier den kleinen Exkurs zur Haltung unseres Mitbruders "legion" (Taufnamen kenne ich nicht), zu schlagen.

Wann ist der Mensch würdig, heilig?
Für sich alleine, nie!

Aber in der Gemeinschaft Gottes, in die er von Ihm selbst gerufen wurde, ist er allein schon dadurch deshalb würdig und heilig. Bitte nicht verwechseln mit Heiligen in Himmeln.

Welche Haltung sollten wir dann haben bzgl. den Hl. Gaben (aber auch so im Leben)?

:arrow: Ehrführchtig vor Ihm sein, aber auch mit Glaube in Liebe an das Ewige Leben herantreten (wie es ähnlich der Priester in der Liturgie ausruft)

Aber alles was ich so hier sage, bedarf eigentlich weniger der menschlichen Erklärungsversuche (ratio), als der persönlichen Erfahrung...

"Kostet und sehet..."

Wie sehen Sie es v. Peter?

Gedenken Sie meiner,

sündiger milo

protopeter
Priester
Beiträge: 698
Registriert: 24.07.2006, 21:21
Wohnort: Salzburg

Beitrag von protopeter » 07.10.2006, 11:12

Lieber Br. Milo !

Wir sprachen ja im Rahmen einer Diskussion schon einmal über die Frage der Würde des Einzelnen beim Empfang der Eucharistie - doch ist hier naturgemäß eine jegliche Spekulation von vorneherein überflüssig; dem Menschen kann niemals ein substantieller Würdeanspruch oder gar ein "Anrecht" auf die Gemeinschaft mit Gott verliehen werden.

Innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft wenden sich die Perspektiven allerdings um - hier verwirklicht sich die gottmenschliche Synergie, wird ein jeder zur lebendigen Teilhabe am eucharistischen Mahl gerufen, erwächst daraus auch eine unmittelbare Verpflichtung zur Zeugenschaft. Dafür nun ist auch die Stärkung durch (wie es unter anderem es in der heiligväterlichen Überlieferung genannt wird) das "Brot des Himmels" von unbedingter Notwendigkeit; der Heilige Makarios von Korinth sagt in diesem Zusammenhang: "Wir, die wir gewürdigt wurden, die geistliche Wiedergeburt durch die Heilige Taufe empfangen zu haben, sollen an dieser geistlichen Speise unaufhörlich mit brennender Liebe und zerknirschtem Herzen teilhaben, um ein geistliches Leben zu führen und vom geistlichen Gift des Teufels nicht berührt zu werden ".

Diese Worte verweisen ohne jeglichen Zweifel auf die ethische Verpflichtung der Gläubigen, durch die Teilnahme am eucharistischen Mahl eine Wesensgrundlage der eigenen geistlichen Existenz zu schaffen; wie anders sollte eine Verwirklichung der Erlösungsmysterien im Leben des Christen sonst möglich sein ?

Mit besten Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter

Benutzeravatar
Sebastian
Beiträge: 956
Registriert: 16.12.2008, 13:46
Religionszugehörigkeit: Orthodox (MP)

Beitrag von Sebastian » 08.10.2006, 21:23

protopeter hat geschrieben:Lieber Br. Milo !

Wir sprachen ja im Rahmen einer Diskussion schon einmal über die Frage der Würde des Einzelnen beim Empfang der Eucharistie - doch ist hier naturgemäß eine jegliche Spekulation von vorneherein überflüssig; dem Menschen kann niemals ein substantieller Würdeanspruch oder gar ein "Anrecht" auf die Gemeinschaft mit Gott verliehen werden.

Innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft wenden sich die Perspektiven allerdings um - hier verwirklicht sich die gottmenschliche Synergie, wird ein jeder zur lebendigen Teilhabe am eucharistischen Mahl gerufen, erwächst daraus auch eine unmittelbare Verpflichtung zur Zeugenschaft. Dafür nun ist auch die Stärkung durch (wie es unter anderem es in der heiligväterlichen Überlieferung genannt wird) das "Brot des Himmels" von unbedingter Notwendigkeit; der Heilige Makarios von Korinth sagt in diesem Zusammenhang: "Wir, die wir gewürdigt wurden, die geistliche Wiedergeburt durch die Heilige Taufe empfangen zu haben, sollen an dieser geistlichen Speise unaufhörlich mit brennender Liebe und zerknirschtem Herzen teilhaben, um ein geistliches Leben zu führen und vom geistlichen Gift des Teufels nicht berührt zu werden ".

Diese Worte verweisen ohne jeglichen Zweifel auf die ethische Verpflichtung der Gläubigen, durch die Teilnahme am eucharistischen Mahl eine Wesensgrundlage der eigenen geistlichen Existenz zu schaffen; wie anders sollte eine Verwirklichung der Erlösungsmysterien im Leben des Christen sonst möglich sein ?

Mit besten Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
Lieber Vater Peter!
Segne!

demnach könnten wir auch sagen: Alles was wir bekommen, was wir empfangen dürfen, geschieht alleine durch die Gnade Gottes, die keinen Anspruch begründet.

Das hieße im Umkehrschluss müssten wir doch froh und fröhlich sein und Gott für seine unendliche Gnade stets danken!

Aleksandra (die einie Weile "Offline" sein wird) erzählte mir vorhin etwas Seltsames am Telefon. Sie war heute mit einer Freundin zur göttlichen Liturgie und ihre Freundin durfte Kommunizieren. Danach wollte sie aber nicht mehr mit Aleksandra reden. Sie sagte ihr nur knapp, sie wolle "den HErrn nicht ausspucken". Aleksandra fand das schon etwas befremdlich, denn schließlich -und das ist auch meine Auffassung- soll man sich doch freuen, dass man so innige Gemeinschaft mit dem Heiland halten durfte, oder? Dazu zählt für mich auch, dass man diese Freude anderen mitteilt und in gewisser Weise "ansteckt" bzw andere an der Freude teilhaben lässt.

Ich weiss nicht, wie ich die Frage stellen soll :? Ich sag es mal so: hat diese Freundin etwas übertrieben? Nur um das klar zu stellen, ich respektiere ein solches Verhalten. Ich meine nur wir sind doch nunmal Menschen, die sich mitteilen wollen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der Herr zürnt, oder es eine Art Gnadenverlust ist, wenn aus Freude (aufgrund des Genusses seines Leibes und Blutes) ein Krümel aus dem Mund -ausversehen- beim Sprechen "fliegt".

Wie siehst Du, wie seht Ihr das?

protopeter
Priester
Beiträge: 698
Registriert: 24.07.2006, 21:21
Wohnort: Salzburg

Beitrag von protopeter » 08.10.2006, 22:57

Lieber Sebastian,

die Gnade des Allerbarmenden Gottes sei mit Dir !

Ich würde zunächst einmal sagen, daß wir als Christen in erster Linie Diener der Freude und Wahrheit sind - der Wahrheit, die in der Erlösungstat des Gottmenschen Jesus Christus uns allen offenbart ist. Von da her ist Dein Zugang zu diesem geschilderten Fall vollkommen in Übereinstimmng mit der orthodoxen Lebenshaltung, die es sich zur Hauptaufgabe machen sollte, den Menschen diese Freude weiterzuvermitteln.

Der Begriff der "heiligen Furcht" oder Gottesfurcht, die ja auch im Teilnehmen an den Allheiligen Mysterien der Eucharistie ("Mit Gottesfurcht, Glauben und Liebe tretet herzu !") zum Ausdruck kommt, wandelt sich in manchen Fällen zu einem ängstlichen Verhalten, es entsteht die (oftmals völlig unbegründete) Sorge, bei alltäglichen Handlungen in schwere, nahezu unverzeihliche Fehler oder Sünden zu verfalllen; der Betreffende setzt sich hier einem übermäßigen psychischen Druck, der unter Umständen sogar prägend auf seine Lebensgestaltung wirken kann, aus.

Eine sehr beklagenswerte "Konsequenz" dieser Grundhaltung ist die bewußte Vermeidung des Eucharistieempfangs (sozusagen "nur im Ausnahmefall" !) aufgrund eines eigentlich von Grund auf falschen Verständnisses, das mit der schon mehrmals angesprochenen Frage der "Würde" in Beziehung gesetzt wird. Gerade im Bewußtsein, daß der Christ eine ganz spezifische Würde - nämlich jene der Gotteskindschaft - trägt, stehen wir vor dem Herrn als Unmündige, die Seiner Gnade und Barmherzigkeit und vor allem Seiner väterlichen Zuwendung bedürfen.

In dieser Perspektive erübrigen sich alle menschlich-begrenzten Kalkulationen um Würde, Verdienst oder Anspruch; hier ist einzig und allein auf das Vertrauen in die Liebe und Güte Gottes hinzuweisen - Er macht uns zu Tischgenossen an Seinem Herrenmahl, wendet sich uns zu; denn - wie der Heilige Johannes Chrysostomos in seiner Osterpredigt sagt - "der Herr ist großzügig: Er nimmt den Ersten wie auch den Letzten auf".

Brüderliche Grüße sendet
Erzpr. Peter

talitaNeu
Beiträge: 220
Registriert: 12.09.2006, 12:19
Wohnort: Hamburg / Reutlingen

Spucke und Jesus Für sich einvernehmen

Beitrag von talitaNeu » 09.10.2006, 20:12

Hallo,
meine Freundin meinte neben dem Grund Spucken auch, dass sie das geniesen möchte Jesus aufgenommen zu haben bei der Eucharestie und es für sich einfach gerne verinnerlichen und behalten möchte. Des Weiteren würde sie deswegen die Distanz zu anderen Menschen :-( nach der Eucharestie wahren. Auch lehnt sie es ab die Menschen nach der Eucharestie zu küßen um sie herum.

Jesus ist Liebe und möchte geteilt werden- siehe auch Missions-Auftrag- , nach meinem Verständniss. Wenn man Gott liebt, ist man erst recht fähig die Menschen zu leiben. Gott verlangt das ja auch von uns im Zweiten Gebot gleich.
Vorallem das "nicht Küßen" kann durchaus als Ablehnung und Verletzung der Gefühle von den Bekannten verstanden und wahrtgenommen werden. So weit ich weißm, gehört dieses "nicht Küßen bei einer Begrüßung" nach der Kommunion schon zur orthodoxen Praxis bei einigen Gläubigern.

Was denkt ihr davon?
Herzliche Grüße Aleksandra
Zuletzt geändert von zoki am 11.10.2006, 23:26, insgesamt 1-mal geändert.
Mein Zuhause

Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.

holzi
Beiträge: 1304
Registriert: 17.12.2008, 08:29
Religionszugehörigkeit: röm. katholisch
Wohnort: Regensburg

Re: Spucke und Jesus Für sich einvernehmen

Beitrag von holzi » 09.10.2006, 20:27

talitaNeu hat geschrieben:Meine Freundin meinte neben dem Grund Spucken auch, dass sie das geniesen möchte Jesus aufgenommen zu haben bei der Eucharestie und es für sich einfach gerne verinnerlichen und behalten möchte des Weiteren, deswegen die Distanz zu anderen Menschen :-(. Auch lehnt sie es ab die Menschen nach der Eucharestie zu küßen um sie herum.
Grüß Dich, liebe TalitaNeu,

darf ich fragen, in welchem Zeitraum deine Freundin das macht? Unmittelbar nach der Kommunion bin auch ich für niemanden ansprechbar, aber nach dem Schluss des Gottesdienstes sehr wohl wieder. Ich war mal zu Gast in einem Gottesdienst der serbischen und der rumänischen Gemeinde in Regensburg, da war das vor und nach der Liturgie jeweils ein "wüstes Geknutsche" - einfach schön, wenn die Gläubigen sich vor der Liturgie begrüßen und sich hinterher verabschieden.

Liebe Grüße
Konrad

talitaNeu
Beiträge: 220
Registriert: 12.09.2006, 12:19
Wohnort: Hamburg / Reutlingen

Holzi

Beitrag von talitaNeu » 09.10.2006, 20:37

also die Freundin meinte dies sei kurz der Fall.
Mein Zuhause

Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.

protopeter
Priester
Beiträge: 698
Registriert: 24.07.2006, 21:21
Wohnort: Salzburg

Beitrag von protopeter » 09.10.2006, 22:21

Brüder und Schwestern im Herrn !

Nun, das gegenseitige Küssen nach dem Eucharistieempfang ist schon seit den ersten Zeiten der Kirche bezeugt; hier wird eben die zweifache Dimension des Christseins - einerseits die schon erwähnte Gotteskindschaft der Gläubigen, andererseits die Geschwisterlichkeit im gemeinsamen Glauben zum Ausdruck gebracht.

Mir fällt dazu ein, daß der in Hamburg tätig gewesene Erzpriester Ambrosius Backhaus (+2005) die Angewohnheit hatte, Predigten oder Ansprachen oftmals mit dem Gruß "Liebe Geschwister !" zu beginnen; genau diese Perspektive der Gemeinschaftlichkeit kommt eben auch durch den Austausch des Kusses, der in diesem Kontext ein überdeutliches Zeichen der Liebe und des Friedens ist, zum Tragen.

Mit herzlichen Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
Zuletzt geändert von Anonymous am 09.10.2006, 22:49, insgesamt 1-mal geändert.

talitaNeu
Beiträge: 220
Registriert: 12.09.2006, 12:19
Wohnort: Hamburg / Reutlingen

Oh Danke

Beitrag von talitaNeu » 09.10.2006, 22:48

Vielen Dank Pater Peter,

ich wünschte ich könnte dies meiner Freundin und ein paar anderen Leuten erklären und die Liebe = Jesus ... na ja ich denke das die Glaubensauffassung und ihr Leben erkennbar wird an der Auffassung von Liebe ... wenn mir Gott nur die richtigen Worte schenken würde für meine Mitmenschen.... na ja.... vielleicht wird Er das noch :-)

Lieben Gruß Aleksandra
Mein Zuhause

Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.

Benutzeravatar
Sebastian
Beiträge: 956
Registriert: 16.12.2008, 13:46
Religionszugehörigkeit: Orthodox (MP)

Beitrag von Sebastian » 17.06.2007, 14:01

Liebe Geschwister :wink: ,

heute habe ich etwas seltsames und für mich befremdliches beobachtet - ich möchte dazu eure Meinung lesen.

Als Eltern mit ihren Kindern zum Priester schritten, um die kostbaren Gaben zu empfangen, waren darunter auch Kinder, die nicht gerade -sagen wir mal - freudig das Ereigniss erwarteten. Jeder Priester kennt glaube ich diese Situation: Zappelnde, schreiende, hin und herwendende kleine Droppse. Der Priester signalisiert den Eltern dann, wenn das Kind wirklich nicht aufnahmebereit ist, das eine Kommunionserteilung nicht erfolgen wird.

So geschah es auch heute. Doch zwei Eltern(teile) haben es dann anders gehandhabt: Ein Kind bekam unter Einwirkung von Gewalt (nicht überspitzt ausgedrückt), die Kommunion verabreicht. Dabei wurden Arme und Beine fest zusammen gehalten, der Körper in eine wagerechte Position gebracht, der Kopf nach hinten gezogen und der Mund durch drücken des Kiefers zum öffnen gebracht. Es schrie sehr stark. Ein anders Kind wurde ebenfalls harrsch angepackt, am Kiefer gedrückt, festgehalten etc.

Es war kein schoener Anblick - freilich schon gar nicht für meinen Priester, dem ich es ansehen konnte. Es ist so, dass Kinder im Glaubensgehorsam erzogen werden sollen, doch sollten wir Kinder das ein und andere Mal mehr respektieren. Wir werden zu unserem Heil auch nicht vergewaltigt. Wenn das Kind an einem Sonntag die Kommunion nicht empfangen möchte, weil es Müde ist, lieber spielen möchte etc, wo ist dann das Problem? Am nächsten Sonntag mag es wieder anders aussehen. Das was wir für unseren Glauben tun, tun wir doch aus freien Stücken. Erreichen wir bei unseren Kindern das Richtige (nämlich das Herranwachsen im Glauben) allein durch Zwang? Welche Gewichtung erfährt die Praxis des "Vorlebens des Glaubens" der Eltern in Hinsicht auf Erziehung? *

Freilich bin ich kein Freund der "Unautoritären Erziehung", doch denke ich dass wir hier und da Kinder und deren Empfindungen stärker berücksichtigen sollten.

Auf eure Meinungen gespannt.

* Ich bin selbstverständlich der Meinung, dass die Eltern es nur gut meinten, doch ist auch der Ausgang immer gut?

Antworten