Gärten in der Orthodoxie

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Hetairos
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Gärten in der Orthodoxie

Beitragvon Hetairos » 10.07.2014, 20:39

Ich habe seit einigen Jahren einen Garten, der auch immer mehr Gestalt annimmt. Doch richtig zum Schluss gekommen bin ich noch nicht.
Schon seit Jahren habe ich immer wieder mal etwas über Klostergärten gelesen, um mir Anregungen zu holen - was aber nie umzusetzen war für einen Familiengarten. Ich kann mich auch noch an sehr alte Nachbarn in der Kindheit erinnern, die durchaus ein bäuerliches, christlich-spirituelles Bewusstsein zu ihrer Umgebung hatten - in der Landwirtschaft bis in die Forstarbeit hinein. Doch das ist verschwunden und ich wohne auch nicht meh in dieser katholisch geprägten Gegend.
Daher nun meine Frage: Wie sieht das in traditionell orthodoxen Ländern aus und vor allem: Kennt jemand Literatur zu orthodoxen Gärten aus Klöstern etc. (deutsch, englisch evtl. auch noch griechisch)?
Schließlich gilt der heilige Berg Athos als Garten der Gottesgebärerin und viele Klöster stellen bis heute ihre Nahrungsmittel selbst her.

Ich bin neugierig.
Grüße,

Hetairos
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Thuja
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Re: Gärten in der Orthodoxie

Beitragvon Thuja » 11.07.2014, 08:06

Hallo Hetairos,

also nach Möglichkeit haben meines Wissens alle orthodoxen Klöster sowohl Nutz- als auch Ziergärten, die liebevoll gepflegt werden... das gilt sowohl für das russisch-orthodoxe Männerkloster in München-Pasing, als auch für das russisch-orthodoxe Frauenkloster in Buchendorf bei Gauting... ich habe kürzlich von einem der beiden orthodoxen Frauenklöster in Kiew gehört, dass dort ein extrem prachtvoller Rosengarten existiert. Dass auch im russischen Kloster Valaam für diese Breitengrade besondere und nicht erwartete Blumen gedeihen (früher noch viel mehr), habe ich auch schon gelesen...
Aber irgendwelche "Gartenbücher" zu orthodoxen Klostergärten kenne ich leider weder auf Deutsch, Englisch noch Russisch... Griechisch kann ich nicht, da kann ich das nicht beurteilen. In russischen Büchern über russische Klöster sind mit viel Glück ein paar Fotos zu finden von den rand-geschmückten Wegen oder so zu/vor den Kirchen, aber "direkte Gartenfotos" sind mir da auch nie aufgefallen, es geht immer hauptsächlich um die Gebäude (die ja auch viel mehr Wiederherstellungs-Arbeit erst mal erfordern).
Auf Deutsch gibt es natürlich Bücher zu den (üblicherweise) katholischen Klostergärten, siehe hier: http://www.buchhandel.de/default.aspx?s ... erg%E4rten
Das kannst Du aber als "Anhaltspunkt" sicher "übertragen".

Liebe Grüße
Thuja
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Re: Gärten in der Orthodoxie

Beitragvon Hetairos » 22.07.2014, 20:17

Danke übrigens, Thuja, für die rasche Antwort - wenn auch meinerseits etwas verspätet.
Die westlichen Bücher habe ich ja bereits überflogen. Nun ja, vielleicht werde ich anderswie noch fündig.

Gruß,
Hetairos
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songul
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Re: Gärten in der Orthodoxie

Beitragvon songul » 23.07.2014, 13:58

Hetairos hat geschrieben:Danke übrigens, Thuja, für die rasche Antwort - wenn auch meinerseits etwas verspätet.
Die westlichen Bücher habe ich ja bereits überflogen. Nun ja, vielleicht werde ich anderswie noch fündig.

Gruß,
Hetairos

Vielleicht kann ich dir helfen....
Prinzipiell: diese spezielle Klostergartenkultur mit Arangements und geometrischen Formen gibt es so nicht in den orthodoxen Ländern.
Das hat sich auch bei uns erst im Barock entwickelt oder auch schon in der Renaissance.
In Südeuropa gibt es auch maurische Einflüsse.
Was aber allen gemeinsam ist, ist der Anbau von Feldfrüchten und Kräutern.
Die heutigen orthodoxen Klöster sind heute durchweg mit Blumenkästen und -anpflanzungen verziehrt, wobei die Frauenklöster meist mehr davon haben.
Männer sind da eher nüchtern.
Auf dem Athos haben alle Klöster Gärten in denen angebaut wird, vor allem zum selber Essen aber auch für den Verkauf (Tees, Kräuter, Früchteprodukte, Honig, etc.)
Blumen werden gerne mehr angepflanzt um damit auch die Kirchen zu schmücken.
Eine besonders kunstvolle Bebauung oder Anordnung wüsste ich jetzt nicht.
So kunstvoll man mit den Kirchen ist, so nüchtern und einfach ist man mit der Landwirtschaft.

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Re: Gärten in der Orthodoxie

Beitragvon Hetairos » 23.07.2014, 21:12

Na Songul,
das geht aber schon in die richtige Richtung. Vielen Dank.
Ich persönlich finde Nutzgärten ohnehin schöner, da sie lebendiger bleiben und geometrische Formen, wie im Barock, ersticken - das ist mein persönliches Empfinden - nur die Natürlichkeit.
Gerade aber die Herstellung von Bienenwachskerzen muss doch in den Klöstern eine reiche Imkerkultur hinterlassen und so auch fruchtbar für Obstbäume allerlei Wildblumen etc. sein und sie notwendig machen. Dazu das geistige Leben in Gegenwart der Schöpfung... :roll: ... was schreibe ich :?:
Mir scheint, dass das ein kleines Projekt werden kann :book: .

Grüße,

Hetairos :nerd:
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Re: Gärten in der Orthodoxie

Beitragvon songul » 23.07.2014, 23:26

Hetairos hat geschrieben:Na Songul,
das geht aber schon in die richtige Richtung. Vielen Dank.
Ich persönlich finde Nutzgärten ohnehin schöner, da sie lebendiger bleiben und geometrische Formen, wie im Barock, ersticken - das ist mein persönliches Empfinden - nur die Natürlichkeit.
Gerade aber die Herstellung von Bienenwachskerzen muss doch in den Klöstern eine reiche Imkerkultur hinterlassen und so auch fruchtbar für Obstbäume allerlei Wildblumen etc. sein und sie notwendig machen. Dazu das geistige Leben in Gegenwart der Schöpfung... :roll: ... was schreibe ich :?:
Mir scheint, dass das ein kleines Projekt werden kann :book: .

Grüße,

Hetairos :nerd:


Ich persönlich bin für eine Permakultur...aber das ist eine Sache für sich.
Es gibt aber auch Klöster die sich für solche Anbaumethoden interessieren...
Die Kerzenproduktion ist meist ein Verschnitt von Altmaterial, Paraffinwachs und Honigwachs und wird meist eingekauft.
Das Imkerhandwerk ist nicht die Basis für die Kerzenproduktion und leider ist bei vielen Klöstern die in grösserem Stil
Kerzen oder Räucherwerk herstellen auch schon viel Chemie im Spiel.
Nur weil die in Klöstern sitzen heisst nicht automatisch dass die auch besonders Umweltbewußt sind....
Ich weiss aber von einem Kloster in Griechenland wo die Nonnen sich dem Biolandbau verschrieben haben und wo auch die
meisten der Frauen aber eben auch aus dem Westen kommen....
Du wirst dich also schon auf deine eigenen Kenntnisse von Landbau und -wirtschaft berufen müssen...
Und was hindert dich auch von der reichen westlichen Anbaukultur des westlichen Klöster Anregungen zu nehmen...z.B. von der Hl Hildegard von Bingen etc...?

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Re: Gärten in der Orthodoxie

Beitragvon Hetairos » 30.07.2014, 20:38

songul hat geschrieben:Und was hindert dich auch von der reichen westlichen Anbaukultur des westlichen Klöster Anregungen zu nehmen...z.B. von der Hl Hildegard von Bingen etc...?

Nix! :jester:
Ich wollte nur Anregung und das Thema ist interessant.

Schöne Grüße
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Lazzaro
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Re: Gärten in der Orthodoxie

Beitragvon Lazzaro » 07.08.2014, 09:35

Der Garten ist auch eine Metapher für das Paradies.
Ich habe hier ein paar Bibelverse zum Thema garten gefunden:
http://www.garten-literatur.de/Leselaub ... arten.html
Lazarus
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54


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