Gebet bei Überschwemmung

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peter
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Gebet bei Überschwemmung

Beitragvon peter » 03.06.2013, 16:34

Aus aktuellem Anlass (zur Verbreitung in Gegenden wie Passau und anderen betroffenen Gebieten):

Herr, Du bist einzig gnadenreich und neigst Dich in Deiner tiefen Güten unserem Flehen zu, dem Flehen Deiner unwürdigen und sündigen Diener. Du richtest all unsere Anliegen zu unserem Nutzen aus und verbessert durch Deine allweise Vorsehung unser Dasein; auf jede Weise wünschst Du unser Heil. Der Du dem Wesen nach langmütig und erbarmungsreich bist, der Du strafst und wieder begnadigst und Strafe in Wohl für uns umwandelst, vernichte nicht das Werk Deiner Hände, sondern führe es vielmehr wieder zum ursprünglichen Guten und sorge auf jede Weise, dass Du es wieder errettest und das Gefallene vom Fall aufrichtest. Du selbst, Gebieter, Allherrscher, schaue auf uns herab und höre auf das Flehen von uns Sündern: Wenn uns auch die Vielzahl unserer Versündigungen keinen Mut verleiht, so dass wir es auf keine Weise wagen, um Verzeihung unserer Sünden zu bitten, so heben wir doch die Hände empor, weil wir Deine Menschenliebe, Barmherzigkeit und große Huld, Deine Langmut, Milde und übergroße Gnade kennen, und indem wir auf die Menge derselben und auf den Reichtum Deiner Güte hoffen, flehen wir inbrünstig zu Dir: Wir haben gesündigt, frevelhaft und unehrenhaft gehandelt, Deine Gebote vergessen, sind den Spuren unserer bösen Gedanken nachgegangen und haben unwürdig der Berufung und des Evangeliums Deines Christus gelebt. Seinem heiligen Leiden und Sterben sind wir nicht nachgefolgt, so dass wir zum Hohn des christlichen Namens und der Kirche wurden; wir sind alle insgesamt abgewichen, untauglich wurden wir; es ist keiner, der das Gute tut, Recht und Wahrheit übt, kein einziger. Dadurch haben wir Deine Barmherzigkeit und Menschenliebe verwirkt und den Gnadenschatz unseres Gottes wegen unserer Bosheit und der Tücke unserer Handlungen verriegelt. Du bist gütig, doch wir haben schwer gefrevelt. Du bist langmütig, doch wir sind unbußfertig geblieben. Wir kennen ja Deine Huld, wenn wir auch unverständig sind: jetzt bekennen wir, weil wir wegen unserer Versündigungen ein wenig gepeinigt wurden. Wir glauben, dass Du furchtbar bist, und wer vermag Dir zu widerstehen? Es erbeben vor Dir die Berge, und wer vermag sich der Macht Deines Armes zu widersetzen? Wenn Du den Himmel schließt - wer wird ihn öffnen? Und wenn Du Deine Abgründe öffnest, wer wird sie schließen? Dir fällt es leicht, arm und reich zu machen, zu beleben und zu töten, zu schlagen und zu heilen: doch wir haben uns jeder Strafe würdig gemacht. Wir haben gesündigt, und Du zürnst uns mit Recht. Aber lass ab, o Herr, vom Zorn, verzeih uns, Herr, und habe Mitleid, und verlass uns nicht gänzlich wegen unserer Freveltaten, denn Deine Gnade ist unaussprechlich und Deine Menschenliebe unüberwindlich, der Reichtum Deiner Güte unerschöpflich und unversiegbar. Darauf hoffend, beten wir und demütigen uns, indem wir die Knie unserer Herzen beugen: Sänftige Deinen gerechten Zorn, gib den Hungernden Nahrung, den Dürftigen Kleidung, den Waisen ein Obdach, den Leidenden Gesundheit, den Schwachen Kraft; alle Krankheit, Seuche, Not und Trübsal vertreibe von Deinem Volk. Alle aber befreie vom Unheil, erhalte sie unversehrt von dem gewesenen Leid und bewahre sie durch Deine allmächtige Hand stets unverletzt vor diesem furchtbaren Ingrimm und vernichtenden Ungestüm. Wenn wir uns Übertretungen zuwenden, so führe uns alle von einem bösen Gewissen weg zur Reue, und verleihe uns, Dir in jeder guten Tat wohlgefällig zu sein, durch die Gebete der Allerreinsten Gottesmutter und Immerjungfrau Maria, durch die Fürbitten der Heiligen und unserer Schutzengel. Denn Du bist die Quelle der Gnade, die unergründliche Tiefe der Güte, und Dich rühmen wir mit Deinem anfanglosen Vater und Deinem allheiligen, guten und lebenschaffenden Geist, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

aus: Orthodoxes Gebetbuch; Kloster des Heiligen Hiob von Pocaev, München 2010, S. 243ff.
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)

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Lazzaro
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Re: Gebet bei Überschwemmung

Beitragvon Lazzaro » 09.06.2013, 21:13

Zu ergänzen hätte ich noch den Psalm 68:

Salvum me fac, Deus:
quóniam intravérunt aquæ usque ad ánimam meam. /
Infíxus sum in limo profúndi:
et non est substántia. /
Veni in altitúdinem maris:
et tempéstas demérsit me. /
...


Lazarus

* Rette mich Herr,
denn es sind gekommen die Wasser bis an meine Seele. /
In tiefen Schlamm bin ich versunken
es ist kein Grund. /
Ich kam in die höhe des Meeres
und das Gewitter senkte sich über mich. /
...
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54


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