Orthodoxe Ikonen des Westens

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christodoulos
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Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon christodoulos » 29.07.2011, 19:16

Die Hl. Ikone der Gottesmutter "Maria Advocata":

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Das Marienbildnis Maria Advocata, früher auch Madonna di San Sisto genannt, ist eine antike Ikone von Maria, der Mutter Jesu. Sie befindet sich im Dominikanerinnenkloster Santa Maria del Rosario auf dem Monte Mario in Rom und gilt als eine der ältesten erhaltenen Marienikonen und als die älteste Roms.

Die Ikone wurde noch in antiker enkaustischer Technik auf Holz gemalt. Vermutlich entstand sie im oder vor dem 6. Jahrhundert in Syrien oder Palästina. Gemäß einer alten Überlieferung soll ein Pilger die Ikone schon vor der ersten ikonoklastischen Periode aus Jerusalem oder Konstantinopel nach Rom gebracht haben. Der erste Ort der Verehrung der Ikone in Rom war das „Monasterium Tempuli" in Trastevere. Um das Jahr 1100, als sie bereits als älteste Marienikone Roms galt, wurde sie zu einem Lukasbild erklärt, sei also vom Evangelisten Lukas selbst gemalt worden. Der heilige Ordensgründer Dominikus übertrug die Ikone 1221 eigenhändig und barfuß in das von ihm gegründete römische Frauenkloster San Sisto bei den Caracalla-Thermen. Nach zweimaligem Umzug des Klosters wird die Maria Advocata seit 1931 auf dem Monte Mario behütet. Da die Dominikanerinnen klausuriert leben, geriet die Marienikone weitgehend in Vergessenheit. Der Journalist Paul Badde hatte sie im Jahr 2007 "wieder entdeckt" und darüber publiziert[1]. Papst Benedikt XVI. hat das Kloster am 24. Juni 2010 aufgesucht und vor der „Advocata" gebetet, wie auch schon sein Vorgänger Johannes Paul II. am 16. November 1986. [2] [3]

Das Holz des Malgrundes ist stark zerfressen, das Bildnis auf Goldgrund, insbesondere das Gesicht, der Goldnimbus und eine Hand jedoch noch gut sichtbar. In späterer Zeit wurden die fürbittenden Hände mit Goldblechen bekleidet und ein Goldkreuz an der Schulter hinzugefügt. Diese Goldbleche wurden bei der Restaurierung von 1960 wieder entfernt, sind heute aber noch als unmittelbare Applikation vor der Ikone zu sehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Advocata

christodoulos
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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon christodoulos » 29.07.2011, 20:01

Die Ikone der Gottesmutter in der Kirche "Santa Francesca Romana":

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Die Ikone der Gottesmutter "Salus Popoli Romanum":

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Das Römische Brevier stellt fest: „Nach dem Konzil von Ephesus (431), von dem die Mutter Jesu zur Mutter Gottes ausgerufen wurde, errichtete Papst Sixtus III in Rom auf dem Esquilin Hügel eine Basilika, die der heiligen Mutter Gottes geweiht war. Sie wurde später St. Maria Maggiore genannt und ist die älteste Marienkirche im Westen. Der römische Pontifikale gibt einen ergänzenden Bericht: „Die liberianische Basilika, die heute St. Maria Maggiore genannt wird, wurde unter Papst Liberius (352-366) gebaut und durch Sixtus III restauriert und erweitert... Papst Liberius wählte ein verehrtes Bild aus, das in der päpstlichen Kapelle hing. Es wurde angeblich durch Hl. Helena nach Rom gebracht.“

Salus Populi Romani ist eines der sogenannten „Lukasbilder.“

Die Ikone der Gottesmutter "Madonna della Salute" Rom:

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Ende 6.Jh

Die Ikone der Gottesmutter "Aracoeli":

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Die Ikone der Gottesmutter " Madonna della Salute" Venedig:

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Diese soll aus Konstantinopel stammen.

holzi
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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon holzi » 29.07.2011, 21:33

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Bild der Gottesmutter von der Immerwährenden Hilfe. Patronin des Ordens der Redemptoristen. Das Original wurde im 15. Jhd. von einem italienischen Kaufmann vermutlich in Kreta gestohlen. Später gab er es reumütig an die Kirche in Rom zurück. http://de.wikipedia.org/wiki/Gnadenbild ... nden_Hilfe
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon christodoulos » 29.07.2011, 21:57

Die Ikone der Gottesmutter "Nikopeia" - der Siegbringerin:


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Diese Ikone befindet sich im Markusdom in Venedig. Sie stammt ursprünglich aus Konstantinopel.

christodoulos
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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon christodoulos » 29.07.2011, 22:47

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Bild der Gottesmutter von der Immerwährenden Hilfe. Patronin des Ordens der Redemptoristen. Das Original wurde im 15. Jhd. von einem italienischen Kaufmann vermutlich in Kreta gestohlen. Später gab er es reumütig an die Kirche in Rom zurück. http://de.wikipedia.org/wiki/Gnadenbild ... nden_Hilfe
Es heißt, diese Darstellung der Gottesmutter geht auf einen Traum zurück, den Christus als Kind hatte. Er sah wie die Engel seine Leidenswerkzeuge hielten: Speer mit Schwam, das Kreuz....dadurch verängstigt (angezeigt durch die losgelöste Sandale) versuchte die Gottesmutter ihn zu trösten. Christus umfasst mit seinen beiden Händen die Hand der Gottesmutter. Er klammert sich regelrecht an Sie. Doch selbst hier erweist sich die Gottesmutter als Wegweiserin. Denn wenn man ihre Hand betrachtet sieht man, dass sie die Hände Christi nicht umfasst, sondern vielmehr weist sie auf Christus hin. Sie wendet auch ihren Blick nicht Christus zu, sondern schaut gerade aus - in die Zukunft schauend, auf die Passion Christi und was ihr Kind erleiden wird. Darum der nachdenkende, traurige Blick.

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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon Lazzaro » 29.07.2011, 23:37

Hier der orthodoxe Beitrag zur Christianisierung Niederschlesiens:

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Die Gottesmutter - Ikone von Grüssau, Gedenktag am 18. Dezember

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Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54

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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon Igor » 30.07.2011, 20:44

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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon Priester Alexej » 01.08.2011, 07:53

Hier gibt es eine größere Sammlung Ikonen. Alexander, du kannst gerne eine Kategorie für westliche Ikonen machen..
http://orthpedia.de/index.php/Kategorie:Ikonen
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon christodoulos » 18.08.2011, 20:15

Die Ikone von Manopello - eine Ikone nicht von Menschenhand geschaffen:

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Der Schleier von Manoppello, auch als Volto Santo von Manoppello bekannt, ist eine Ikone auf einem hauchdünnen Tuch, die in dem kleinen italienischen Städtchen Manoppello in den Abruzzen als Reliquie verehrt wird. In den letzten Jahren wurde das Tuch aufgrund der Rätselhaftigkeit seiner Herkunft, seines Materials und des darauf befindlichen Gesichtes bekannt.

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Das Volto Santo (ital. „Heiliges Antlitz“) ist ein 17,5 cm breiter und 24 cm hoher Schleier, der in Manoppello seit 1638 in der Kapuzinerkirche Santuario del Volto Santo auf dem Tarignihügel außerhalb der Stadt aufbewahrt wird. Das Tuch wird seit den 1960er Jahren in einem doppelseitig verglasten Reliquar über dem Altar ausgestellt, nachdem es zuvor in einer dunklen Seitenkapelle stand, in der es für den Betrachter kaum erkennbar war. Es wurde seit Jahrhunderten nicht mehr aus dem Rahmen genommen und konnte bislang nur mit Hilfe von Mikroskopen und ultraviolettem Licht untersucht werden.

Bei dem Trägermaterial handelt es sich dem Augenschein nach um ein hauchzartes Tuch aus Byssus, auch Muschelseide genannt, ein Stoff, der aus den äußerst feinen und widerstandsfähigen Ankerfäden der im Mittelmeer lebenden edlen Steckmuschel gewonnen wird. Der Stoff war in der Antike und im Mittelalter einer der kostbarsten überhaupt. Das Handwerk der Byssusherstellung ist heute fast ausgestorben, weshalb es schwer ist, die Möglichkeiten seiner Verarbeitung zu beurteilen. Muschelseide gilt als nicht bemalbar und nur leicht färbbar, dennoch konnten bei mikroskopischen Untersuchungen in den Jahren 2003 und 2007 durch Giulio Fanti, Professor für nicht-invasive Messtechnik in Padua, Farbpigmente auf beiden Seiten des Tuches nachgewiesen werden. Nach dem Vergleich mit gegenwärtig hergestellten Byssusgeweben hat es allerdings den Anschein, als hätten die dunkleren Partien des Tuches die Naturfarbe bewahrt, während die helleren Partien des Gesichts gebleicht wären.[1]

Die beiden oberen dreieckigen Zwickel bestehen aus einem anderen Material, wahrscheinlich Seide, und wurden offensichtlich später angefügt. Das Gesicht ist von beiden Seiten des Tuches, das so fein ist, dass man eine daruntergelegte Zeitung lesen könnte, gleichermaßen, wenn auch spiegelverkehrt wie auf einem Dia, zu sehen. Giuglio Fanti stellte bei seinen Untersuchungen allerdings kleine anatomische Abweichungen auf Vorder- und Rückseite des Tuches fest. Im Gegenlicht wird das Tuch beinahe so transparent wie klares Glas.

Der Schleier zeigt das Gesicht eines Mannes mit langen Haaren, Bart, geöffneten Augen und leicht geöffnetem Mund; seine Zähne sind nur von einer Seite erkennbar. Auf dem Gesicht sind rötliche Flecken sichtbar, die von einigen als Wunden durch Folterungen oder Geißelung interpretiert werden. Erstaunlich ist, dass die unregelmäßigen Proportionen des Gesichtes und die Lage der Wunden mit denen des Antlitzes auf dem Turiner Grabtuch übereinstimmen. Alle bisher möglichen Messungen lassen auf die Abbildung ein- und derselben Person schließen, wobei bemerkenswert ist, dass sowohl das Material der Tücher als auch die Art der Bildnisse völlig gegensätzlich sind. Das Gesicht auf dem Schleier lässt ikonografisch eine gewisse Nähe zur toskanischen Vor- und Frührenaissance erkennen, ist jedoch derart untypisch, dass eine Zuordnung zu einer kunstgeschichtlichen Epoche oder Schule nicht möglich ist. Die künstlerische Qualität der Darstellung scheint mäßig. Das wenig vorteilhaft wirkende Gesicht erscheint auf Reproduktionen flach, Mund und Augen wirken gezeichnet und Nase und Mund befinden sich nicht in einer Linie.

Bemerkenswert ist, dass der Schleier von Manoppello wie das Grabtuch von Turin einzigartig zu sein scheint; die Kunstgeschichte kennt kein gleichartiges Bildnis. Es wirkt auf den ersten Blick gemalt, erscheint jedoch bei wechselndem Lichteinfall plastisch und lebendig. Die Farben changieren zwischen verschiedenen Gold-, Bronze-, Braun- und Rottönen ähnlich wie die Farben auf einem Schmetterlingsflügel. Lässt sich das Bildnis auf dem Turiner Grabtuch als fotografisches Negativ eigentlich erst richtig erkennen, entzieht sich die Wirkung des Schleiers der fotografischen Reproduktion: Das je nach Bewegung und Blickwinkel sich ständig wandelnde Bildnis auf dem Schleier lässt sich nur in der unmittelbaren Anschauung erfahren, insbesondere bei den zweimal jährlich stattfindenden Prozessionen durch den Ort.

Der in einem ZDF-Bericht am Karfreitag 2007 geäußerten Vermutung, der Schleier sei aufgrund dreizehn vermeintlich festgestellter Farbpigmente vielleicht doch nur gemalt, stehen die Untersuchungsergebnisse von Pietro Baraldi vom 30. April 2007 entgegen. Seine vor Ort erfolgten Messungen mit dem sogenannten Raman-Spektroskop ergaben keine Abweichung des durch das Byssustuch geschickten Laserstrahls und damit keinen Anhaltspunkt auf organische (Farb-)Substanzen im Schleier.

Hypothesen zur Herkunft des Tuches [Bearbeiten]Der Schleier als Tuch aus dem Grab Christi [Bearbeiten]Von einigen Theologen und Forschern wird vermutet, dass es sich eher um ein Abbild als einen Abdruck des Gesichtes Jesu Christi handele, und dass es zusammen mit dem Turiner Grabtuch und weiteren Tüchern aus dem Grab Jesu in Jerusalem stamme. Der Forschungsstand zum Schleier von Manoppello ist allerdings weitaus geringer entwickelt als der zum Turiner Grabtuch.

Der Schleier wäre dann mit einem der Tücher identisch, am ehesten mit dem genannten Schweißtuch, die in der Darstellung der Auffindung des leeren Grabes nach dem Johannesevangelium erwähnt sind:

„Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. (Joh 20,3-7 EU).“

Dabei stellt sich die Frage, welche Seite des Schleiertuches die Abdruckseite und welche die reale Gesichtsseite Christi darstellt. Basierend auf der Erkenntnis, dass der Lanzenstich rechts und die markante Nasenverletzung auf der anderen, folglich linken Seite, erfolgte, ergibt sich, dass die Rückseite (von der Treppe aus) das wahre Abbild wiedergibt: Die Wunde auf der linken Nasenseite wird von der aufliegenden Muschelseidentuchseite spiegelbildlich abgebildet, somit auf der rechten Gesichtshälfte. Diese Seite erkennt man beim Betreten der Kirche. Die andere Seite gibt, einem Dia vergleichbar, die Nasenwunde - zutreffend - auf der linken Gesichtsseite wieder; das ist unter Berücksichtigung der Position im Glasschrein in Manoppello die von der Treppe aus sichtbare Rückseite des Byssus-Tuches.[2]

Die Schwierigkeit dieser Deutung besteht allerdings darin, dass der Schleier nicht den Abdruck eines Gesichts wiedergibt. Wäre er etwa dem Leichnam Jesu auf das Gesicht gelegt worden und hätten sich die Züge des Toten darin abgezeichnet, müsste das Bild verzerrt sein, was aber nicht der Fall ist.

Deutung als Schweißtuch der Veronika [Bearbeiten]
Hans Memling: Hl. Veronika, um 1470Der römische Kunsthistoriker Heinrich Pfeiffer ist nach zwanzigjähriger Forschung zum Schleier von Manoppello überzeugt, dass es sich bei dem Tuch um das eigentliche Sudarium bzw. das Schweißtuch der Veronika handelt, der einst wichtigsten und meistverehrten Reliquie der Christenheit. Offiziell befindet sich das seit dem Jahr 708 in Rom bezeugte Tuch in der als mächtigem Tresor angelegten Kapelle innerhalb des Veronikapfeilers im Petersdom, der über dem Grundstein der Kirche errichtet wurde. Auf diesem fast schwarz gewordenen Tuch ist allerdings nichts mehr zu erkennen. Pfeiffer kommt aufgrund ikonografischer Untersuchungen zu dem Schluss, dass das Schweißtuch der Veronika seit dem Abriss der alten Petersbasilika 1508 oder dem Sacco di Roma 1527 verschwunden und durch ein anderes Tuch ersetzt worden sei. Vom Vatikan wurde diese bereits früher laut gewordene Vermutung allerdings nie bestätigt.

Nach der örtlichen Überlieferung wurde das Volto Santo bereits 1506 von einem Unbekannten nach Manoppello gebracht, wirklich bezeugt ist es dort jedoch erst seit dem Jahr 1638, als es den Kapuzinern übergeben wurde.

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Turiner Grabtuch und die Ikone von Manopello übereinander! Erstaunlicherweise stimmen sie überein - obwohl doch so verschieden.

christodoulos
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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon christodoulos » 18.08.2011, 20:27

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Die hochverehrte Ikone "Sancta Sanctorum" - eine nicht von Menschenhand geschaffene Ikone des Erlösers
im Lateran in Rom.

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Die Bedeutung der Kapelle wird durch eine Inschrift auf dem Altar hervorgehoben. Hier ist in goldenen Lettern zu lesen: NON EST IN TOTO SANCTIOR ORBE LOCUS – Kein Ort ist heiliger als dieser auf dem ganzen Erdkreis. Über dem nach der Renovierung einzig zurückgebliebenen Altar findet sich ein beinahe lebensgroßes Bild Christi, das evtl. bereits um die Mitte des 5. Jahrhunderts entstanden ist: Es zeigt Christus auf einem Thron sitzend. Das ursprüngliche Bild wurde über die Jahrhunderte durch verschiedene Päpste mit Tüchern bedeckt, auf die zum Teil auch Kopien des Bildes gemalt wurden. Innozenz III. ließ es mit einer großen Silberplatte bedecken, sodass nur noch das Gesicht zu sehen war. Auch die Silberplatte selbst wurde durch die Jahrhunderte hindurch mit zahlreichen Ergänzungen, u. a. durch Pilger, bedacht. Das Bild selbst galt seit seinem Auftauchen in der Vita Stephans II. im Liber Pontificalis als nicht von Menschenhand (acheiropoieton) angefertigt: Der Evangelist Lukas habe es zwar begonnen, da er sich aber außerstande sah, es zu vollenden, hätten Engel es koloriert, so der Kleriker Maniacutius im 12. Jahrhundert. Es wurde urkundlich nachweisbar bereits von Papst Stefan II. 756 durch Rom getragen, um eine Invasion der Langobarden abzuwehren. Auch in späteren Jahrhunderten zogen die Päpste in einer Prozession an Mariä Himmelfahrt (15. August) mit der Ikone vom Lateran über das Forum Romanum nach S. Maria Maggiore

Nassos
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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon Nassos » 18.08.2011, 21:43

Hochinteressant, danke Christodoulos!

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Thuja
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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon Thuja » 12.06.2012, 19:02

Allerdings, danke für diese Infos!!!!!!!

Liebe Grüße
Thuja (die wieder 'was dazugelernt hat)
Господи помилуй мя!

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Stephanie
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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon Stephanie » 05.07.2012, 21:48

Wer sich für orthodoxe Ikonen von westlichen - speziell "deutschen" - Heiligen interessiert:

http://www.ikonenmaler-stoljarov.de/philosophie.html


http://www.ikonenmaler-stoljarov.de/galerie_zwei.html

Nassos
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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon Nassos » 05.07.2012, 22:41

Wunderschön, danke!!!

Bei der Gelegenheit, weil heute ihr Gedenktag war (nach NK):

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Thuja
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Re: Orthodoxe Ikonen des Westens

Beitragvon Thuja » 05.07.2012, 23:10

Diese Ikone ist sehr schön, lieber Nassos!

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!


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