Gen 1:26 - Bild, Abbild, Gleichnis Gottes im Menschen

Wie sollen Wörter ins Deutsche übersetzt und orthodoxe Realien ausgedrückt werden?
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Priester Alexej
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Gen 1:26 - Bild, Abbild, Gleichnis Gottes im Menschen

Beitrag von Priester Alexej » 15.09.2009, 19:18

Hallo ihr lieben, hier mal das knapp ausgedrückte Problemchen:

In Gen 1:26 wird das, wonach der Mensch geformt wird, durch zwei verschiedene Nomen ausgedrückt - <bezalmenu> und <bidmutenu>. Diese Konstruktion ist noch in der Vulgata „ad imaginem et similitudinem nostrum“ sowie in der unrevidierten Elberfelder-Übersetzung zu findet „in unserem Bilde, nach unserem Gleichnis“, jedoch in keiner späteren deutschen Übersetzung des Textes. So heißt es in der Einheitsübersetzung „Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich.“ Jedoch haben die meisten Heiligen Väter, die diese Bibelstelle ausgelegt haben, einen Unterschied zwischen den beiden Wörtern gesehen. So urteilt z.B. der Hl. Basilius der Große: In Vers 26 möchte Gott den Menschen nach seinem Bild und seinem Gleichnis erschaffen, tut es nach Vers 27 jedoch nur nach seinem Bild. So ist das Bild Gottes im Menschen das, was der Mensch erhalten hat, das Gleichnis Gottes ist jedoch das, was er während seines Lebens bekommen kann.

Was denkt ihr? Bild und Gleichnis? Bild und Abbild?
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

Milo
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Re: Gen 1:26 - Bild, Abbild, Gleichnis Gottes im Menschen

Beitrag von Milo » 15.09.2009, 21:44

Grüß Gott!

Also meiner bescheidenen und unbedeutenden Meinung nach, meine ich Folgendes:

1. ...Menschen schaffen/machen nach unserem Bild oder Gestalt oder Antlitz...
2. ...uns änlich, ebenbildlich

3. Du hast Recht Alexej, mit dem letzten Satz, bzw. dem Zitat von Hl. Vasilios...das erstere beschreibt des menschen Wesen, die Daseinsform (Bild). Das zweitere die Potenz seines Lebens im freien Willen, also das Wie (Wir ähnlich)...oder nicht ähnlich?

4. Mit dem Begriff Gleichnis kann ich pers. hier nichts anfangen...es klingt fremd in deutscher Übersetzung. Zumal dieser im NT vorrangig verwendet wird in allegorischer Weise, wie Parabeln (zB. Gleichnis über zehn Jungfrauen).

Nur mit eindeutigen übersetzten Begriffen an dieser biblischen Stelle kann der gefallene Mensch verstehen wie er zu Fall kam, was die tats. Konsequenzen sind, wie er wieder zu der ursprüngliche Bestimmung zurück gelangt. Der Mensch hat einen Anfang, er ist nicht ewig, aber er hat auch die Möglichkeit in die Ewigkeit zu gelangen...sofern er dies will. Begriffe wie Abbild, Gleichnis...lassen einen Rückschluss auf diesen Sinn nur erschwert zu.

In Christus grüßt,

br.milo

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Alexandra
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Re: Gen 1:26 - Bild, Abbild, Gleichnis Gottes im Menschen

Beitrag von Alexandra » 16.09.2009, 21:12

Den Ausdruck "Gleichnis Gottes" findet man schon, es gibt ja sogar Bücher, wo es verwendet wird, z.B.: "Jesus, das Gleichnis Gottes" von Eduard Schweizer. Ich denke, dass für den Text. der sich auf dieses biblische Zitat bezieht, wäre ja besser, "Gleichnis" zu benutzen, anstatt es umzuformulieren...

LG
Alexandra

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Priester Alexej
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Re: Gen 1:26 - Bild, Abbild, Gleichnis Gottes im Menschen

Beitrag von Priester Alexej » 30.09.2009, 12:24

http://bogoslov.ru/de/text/469701.html

Das dürfte eine gute Quelle sein :)
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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