Warum "Vater"?

Wie sollen Wörter ins Deutsche übersetzt und orthodoxe Realien ausgedrückt werden?
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Bruder Marcello
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Warum "Vater"?

Beitrag von Bruder Marcello » 10.12.2011, 15:51

Diesen Strang aus dem Strang Orthodoxe Gemeinde in Münster sucht Ort für Gottesdienste abgetrennt.
Bruder Marcello hat diesen Stang nicht eröffnet.
Nassos, Mod.

Alexej hat geschrieben: Diakon Alexej

und noch ein P.S. - redet man in unserer Kirche einen Diakon nicht mit "Vater" bzw. mit "Hochehrwürden" an?

Hallo Bruder Alexej,

sorry ist nur eine Frage, kein Angriff.
Ist es für Dich wichtig so angesprochen zu werden?
Ist es für Dich wichtig NICHT gering eingeschätz zu werden?
Sollten wir uns nicht klein und gering sehen, als uns zu erhöhen?

Zur Anrede "VATER", finde ich so steht es auch in der Heiligen Schrift:


Mt 23,9 Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.

1Kor 8,6 so haben doch wir nur einen Gott, den Vater. Von ihm stammt alles und wir leben auf ihn hin. Und einer ist der Herr: Jesus Christus. Durch ihn ist alles, und wir sind durch ihn.

Liebe Grüsse und Gottes Segen,
möge die Liebe und der Frieden des Herrn mit uns sein. AMEN
Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und MACHT und Stärke
unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen

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Igor
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Re: Orthodoxe Gemeinde in Münster sucht Ort für Gottesdienst

Beitrag von Igor » 10.12.2011, 16:50

Lieber Bruder Marcello!

Mt 23, 9 sollte man nicht aus dem Zusammenhang reißen und von Mt 23,1-8 losgelöst betrachten. Es bedeutet nicht, das Wort „Vater“ de facto aus dem Sprachgebrauch zu streichen.

Gegenbeweise dafür finden wir offensichtlich beim Apostel Paulus und in der Apostelgeschichte:

Phlm 1,9: „Ich, Paulus, ein alter Mann, der jetzt für Christus Jesus im Kerker liegt, ich bitte dich für mein Kind Onesimus, dem ich im Gefängnis zum Vater geworden bin.“

1 Kor 4,14-16: „Nicht um euch bloßzustellen, schreibe ich das, sondern um euch als meine geliebten Kinder zu ermahnen. Hättet ihr nämlich auch ungezählte Erzieher in Christus, so doch nicht viele Väter. Denn in Christus Jesus bin ich durch das Evangelium euer Vater geworden. Darum ermahne ich euch: Haltet euch an mein Vorbild!“

1 Thess 2,11: „Ihr wisst auch, dass wir, wie ein Vater seine Kinder, jeden Einzelnen von euch ermahnt, ermutigt und beschworen haben zu leben, wie es Gottes würdig ist, der euch zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit beruft“

Apg 22,1: „Brüder und Väter! Hört, was ich euch zu meiner Verteidigung zu sagen habe.“

Apg 7,2: „Stephanus antwortete: Brüder und Väter, hört mich an!“

Doch zurück zur Anrede. Einen Kleriker mit „Hey …“ anzureden ist, vorsichtig formuliert, sehr salopp.
Üblich sind in der Kirche beim Diakon „Vater Diakon …“ oder im schriftlichen auch „Ehrwürdiger Vater Diakon!“ oder „Hochwürdiger Vater Diakon!“

Quelle bzw. mehr dazu (in russ.): Игумен Аристарх Лоханов: Что надо знать о православном церковном этикете (Hegumen Aristarch (Lochanov): Was man über die orthodoxe Etikette wissen sollte), Moskau 1999

In Christo
Igor

PS Zum Schluss noch ein kleiner Tipp:

Die Hervorhebung des Textes durch eine andere Farbe als schwarz (z.B. blau) wird üblicherweise hier nur von den Moderatoren verwendet, wenn diese in die Diskussion in dieser Funktion eingreifen. Das ist kein Gesetz, sondern hat sich einfach so aus praktischen Gründen eingebürgert. Ansonsten geschieht das eher selten, es sein denn, es möchte jmd. etwas besonders hervorheben.
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

Christ7777777
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Re: Orthodoxe Gemeinde in Münster sucht Ort für Gottesdienst

Beitrag von Christ7777777 » 10.12.2011, 18:00

Bruder Marcello hat geschrieben:
Alexej hat geschrieben: Diakon Alexej

und noch ein P.S. - redet man in unserer Kirche einen Diakon nicht mit "Vater" bzw. mit "Hochehrwürden" an?

Hallo Bruder Alexej,

sorry ist nur eine Frage, kein Angriff.
Ist es für Dich wichtig so angesprochen zu werden?
Ist es für Dich wichtig NICHT gering eingeschätz zu werden?
Sollten wir uns nicht klein und gering sehen, als uns zu erhöhen?

Zur Anrede "VATER", finde ich so steht es auch in der Heiligen Schrift:


Mt 23,9 Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.

1Kor 8,6 so haben doch wir nur einen Gott, den Vater. Von ihm stammt alles und wir leben auf ihn hin. Und einer ist der Herr: Jesus Christus. Durch ihn ist alles, und wir sind durch ihn.

Liebe Grüsse und Gottes Segen,
möge die Liebe und der Frieden des Herrn mit uns sein. AMEN
Hallo Marcello :)

Nur eine kleine Frage:

Wie kommst du darauf dass Alex sich erhöht sieht? Deine Fragen schließen ja darauf dass du so denkst als wäre Alexej ein Pharisäer...sry wenn es nicht so ist.
Die Liebe macht dich närrisch. Im Guten Sinne jetzt. ;)
Dum Didl dei Dum dum dum.

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Bruder Marcello
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Re: Orthodoxe Gemeinde in Münster sucht Ort für Gottesdienst

Beitrag von Bruder Marcello » 10.12.2011, 19:28

Hallo ihr lieben,

sorry IGOR ich mag die Farbe BLAU, wenn ich darf würde ich gerne damit weiter schreiben, ohne mich hervorzuheben oder jemanden was wegzunehmen
als Moderator!?

Ich verstehe was Du meinst, wenn wir uns über das Irdische unterhalten, dürfen wir auch das Wort "VATER" nutzen,
wie mein Papa auch mein irdischer Vater ist und mir ein VORBILD sein sollte.
Aber wenn wir uns über das Überidische unterhalten, eben das Himmlische dann gibt es nur einen VATER zu nennen, dass sagt Mat 23,1-9
und wenn wir weiter lesen sollen wir uns nicht erhöhen sondern erniedrigen, es steht genau das wir alle Brüder sind und es nur einen
Meister und Lehrer gibt und das ist JESUS CHRISTUS, so gibt es auch nur einen VATER der im HIMMEL.

Die Zitate die Du aufgeführt hast sollten wir auch als ganzes lesen, wie 1 Kor. 14-16, vorher beschreibt sich Paulus als der ABSCHAUM der WELT
geworden zu sein, er ermahnt uns uns selber nicht als so wichtig zu sehen und uns nicht selbst zu rühmen, das gilt für uns als VORBILD (VATER im irdischen sinne)!
Der Rest der Zitate ist auch im irdischen Sinne gemeint wie " Brüder und Väter hört mich an"!

Lieber Christ7777777,
nein ich sehe ihn nicht so, er selbst hat darauf mit seinem Hinweis mich zu dieser Frage schliessen lassen, wenn es ihm nicht WICHTIG wäre,
hätte er selbst es nicht erwähnt, sondern ein anderer!

Die Liebe und der Frieden des Herrn sei mit uns allen. AMEN
Gruss Bruder Marcello
Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und MACHT und Stärke
unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen

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Re: Orthodoxe Gemeinde in Münster sucht Ort für Gottesdienst

Beitrag von Christ7777777 » 10.12.2011, 20:48

Hallo Bruder,

verurteile mich, aber ich nenne meinen leiblichen Papa auch Vater. :roll:
Die Liebe macht dich närrisch. Im Guten Sinne jetzt. ;)
Dum Didl dei Dum dum dum.

Nikolaj
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Re: Warum "Vater"?

Beitrag von Nikolaj » 10.12.2011, 21:09

Wenn du demütig wärst, lieber Bruder Marcello, dann würdest du dich Diener nennen und würdest nicht darauf kommen unseren Vater Diakon als Vater anzusprechen. Bevor du über Kleriker herziehst, Fang mit dir selbst an!
Du hast katholisch in deinem Profil angegeben, aber schreibst wie ein Protestant.

Entschuldige wenn ich dich damit verletzt habe.

Nassos
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Re: Warum "Vater"?

Beitrag von Nassos » 10.12.2011, 23:49

Oh, das kann sehr wohl auch bei Orthodoxen passieren, lieber Nikolaj und ich will mich selber nicht ausnehmen, dass ich auch mal solche Gedanken hatte. Bevor wir also urteilen (wobei ja: die Fragestellung ist protestantisch), sollten wir uns doch einmal die Mühe zu machen, darzustellen, warum Alexej darauf besteht - ja sogar darauf bestehen muss - mit "Vater" angesprochen zu werden.
Eigentlich ist das eine sehr gute Frage, die erstaunlicherweise nichts mit Hochmut zu tun hat. Schauen wir uns das nochmal genauer an.

Im Neuen Testament wird vom Versprechen Gottes an Abrahem gesprochen "Deinem Samen will ich dies Land geben." (Gen. 12, 7); damit ist Christus gemeint (Gal. 3, 17-17) und die "Söhne Gottes durch den Glauben in Christum Jesum" (16 Nun ist ja die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht: "durch die Samen", als durch viele, sondern als durch einen: "durch deinen Samen", welcher ist Christus. 17 Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welches gegeben ist vierhundertdreißig Jahre hernach) und der heiligen Taufe (Gal. 3, 26-27 26 Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. (Johannes 1.12) (Römer 8.17) 27 Denn wieviel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen.). Das sind die reinen Nachkommen Abrahams (Gen. 21, 12, Römer9, 6-8). Innerhalb dieses neue Volk Gottes gibt es natürlich keine Unterschiede, alles sind gleichwertige Mitglieder, "denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu." (Gal. 3, 28, 1. Kor 12, 13, Kol. 3,11)

Aber innerhalb dieses einen Leibes gibt es eine Unterscheidung bezüglich der Diakonie, bezüglich der Funktion eines jeden im gemeinsamen Leib. Es handelt sich um einen funktionalen Unterschied gemäß der Gaben, der aber umso mehr zur Einheit des einen und einzigen Leib der Kirche stärkt!

Die Unterscheideung der Ämter, und gleichzeitig die Einheit des Leibes Christi beschreibt der Apostel Paulus:

"4 Es sind mancherlei Gaben; aber es ist ein Geist. (Römer 12.6) (Epheser 4.4-13) 5 Und es sind mancherlei Ämter; aber es ist ein HERR. (1. Korinther 12.28) 6 Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem. 7 In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum allgemeinen Nutzen." (1. Kor 12, 4-7)

Christus ist der Hirte der Schafe. Darüberhinaus ist er der einzige "Lehrer", "Rabbi". Mit dieser Bedeutung ist es niemandem erlaubt, sich "Lehrer" zu nennen (Mt. 23, 8 ), so wie darüberhinaus sich niemand "Vater" nennen kann, in dem Sinne, wie wir Gott Vater als solchen anrufen (Mt 23, 9 ).

Aber in den Gaben, die Gott selber vergibt, gibt es das Amt des "Hirten" und des "Lehrers", "Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, 12 daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Dienstes, dadurch der Leib Christi erbaut werde," (Eph 4, 11-12) und "27 Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil. (Römer 12.5) 28 Und Gott hat gesetzt in der Gemeinde aufs erste die Apostel, aufs andre die Propheten, aufs dritte die Lehrer, darnach die Wundertäter, darnach die Gaben, gesund zu machen, Helfer, Regierer, mancherlei Sprachen. (Epheser 4.11-12) 29 Sind sie alle Apostel? Sind sie alle Propheten? Sind sie alle Lehrer? Sind sie alle Wundertäter?" (1. Kor 12, 27-29)

Die Apostel selber bezeichnen sich selber als geistliche Väter jener, die die Gnade Gottes bekehren hat lassen durch ihre Predigt (1. Kor 4, 15, 2. Kor 6, 13 ...) und tragen Ehre und Unterwerfung gegenüber den geistlichen Arbeitern (1. Kor 16, 16 Phil 2, 29-30, 1. Thes 5, 12-13, Hebr. 13, 17).

Das selbe sehr wir durch das einzigartige Opfer, das der eine und einzige Hohepriester darbot, für immer und ewig für das Volk Gottes. Wir sehen also, dass der Herr den Jüngern versicherte, dass das Brot und der Wein, den er beim letzten Abendmahl segnete, sich Seinen Leib und Blut verwandelten. Er machte die Teilhabe des Menschen am ewigen Leben abhängig von der Kommunion Seines Leibes und Blutes. Aus diesem Grunde gab er Seien Jüngern den Auftrag, dieses errettende Mysterium weiter abzuhalten. (Lk 22, 19, 1. Kor 11, 24-25)

Die Durchführung des heiligen Mysterium bildet natürlich Andenken und Verkündigung des einzigartigen Opfers des Herrn (Lk 22, 19, 1. Kor 11, 26), aber seine ganze Bedeutung erschöpft sich nicht im Andenke, wie Herätiker behaupten. Während des Heiligen Mysteriums findet eine reale Wandlung des Brotes in den Leib und des Weines in das Blut Christi statt. Was das angeht, gab es nie einen Zweifel seitens der Apostel und in der ersten christlichen Kirche:

"16 Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? 17 Denn ein Brot ist's, so sind wir viele ein Leib, dieweil wir alle eines Brotes teilhaftig sind." (1. Kor 10, 16-17)

Deshalb bestellt der Apostel den Christen in Korinth die Apostel als "...Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse." (1. Kor 4,1)

Das alles bedeutet nicht, dass Chistus Seine einzigartige Priesterschaft an jeden weitergibt. Er selber bleibt "... ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks" (Psalm 109, 4 bzw. 110, 4).

So aber wie jeder Christ durch die heilige Taufe Mitglied des einen und einzigen Leibes des Herrn Mitglied wird, so wie er mit seiner Anteilname am Leben des Leibes der Kirche an der Heiligkeit Christi teilnimmt und somit selber geheiligt wird, genauso bildet die Priesterschaft der Menschen eine Teilhabe an der Priesterschaft Christi.

Auf diese Art und Weise, werden die Apostel und ihre Nachkommen sichtbare Ikonen der Anwesenheit Christi in der Kirche und sichern die Einheit des Leibes Christi. Es sei bemerkt, dass die Apostolische Macht keine persönliche Macht der Menschen ist, die in von Christus berufen wurden, Organe Seiner Gnade zu werden, aber liturgische Macht, die innerlich auf die Kirche bezogen ist, die selber der "ganze Christus" ist: Haupt und Glieder.

Dass sich diese Macht auf Christus und die ganze Kirche bezieht, wird in der Heiligen Schrift bezeugt "Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." (Joh 20, 21). Und wer sie hört, der hört Ihn (Mt. 10, 40).

So waren die Apostel also "Mund Christi" und sprachen das, was ihnen der Heilige Geist lehrte (1. Kor 2, 13). Es war nicht ihre Macht, sondern Christi und alles taten sie in Seinem Namen (Kol. 3, 17)

"Wir aber haben Christi Sinn" (1. Kor 2, 16)

Das Diakonat und die Priesterschaft bilden Teilhabe an der Priesterschaft Christi und die Anwesenheit bildet eine Garantie der Anwesenheit Christi und des Wirkens des Heiligen Geistes in der Kirche. Das ist das große Mysterium dieser Anwesenheit.

Wenn Alexej also auf die Anrede "Vater" besteht, dann sprechen wir nicht ihn selber als Menschen mit Vater an, sondern den Diakon der die Weihe empfangen hat. Wenn wir des Priesters Hand küssen, dann küssen wir nicht des Menschen Hand, sondern durch das Mysterium der Priesterweihe verneigen wir uns vor Gott.

Somit hat Diakon Alexej die Pflicht darauf hinzuweisen. Nicht um sich zu erhöhen, sondern dass wir durch ihn in Ehrfurcht Gott zuwenden. Es wäre demnach auch vermessen, wenn ein Priester die Hand wegziehen würde - diesem Verständnis nach. Somit kommen mitnichten in Konflikt, einen Menschen Vater zu nennen. Und vom biologischen Vater ist sehr wohl zu unterscheiden: unsere Priester sind unsere geistlichen Erzieher, wir sind ihre geistlichen Kinder; um nicht zu sagen Babies.

Wenn Hochmut ins Spiel kommt (und seien wir ehrlich: das kann sehr gut möglich sein, Priester sind auch Menschen), dann gibt es dafür die Beichte und der Geistliche muss das mit dem Herrn ausmachen.

Lieben Gruß,
Nassos

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Re: Orthodoxe Gemeinde in Münster sucht Ort für Gottesdienst

Beitrag von Bruder Marcello » 11.12.2011, 19:47

Christ7777777 hat geschrieben:Hallo Bruder,

verurteile mich, aber ich nenne meinen leiblichen Papa auch Vater. :roll:

Hallo lieber Christ77777777,

mein Bruder ich verurteile niemanden, auch Dich nicht!
In meinem Beitrag oben sagte ich selber das ich meinen Papa "Vater" nenne, im irdischen Sinne gemeint.
Denn der VATER im Himmel ist auch der VATER von meinem Papa, mein Papa ist aber auch zufrieden mit dem wenn ich ihn "PAPA" nenne,
und er besteht nicht darauf als "VATER" angesprochen zu werden.

Liebe Grüsse und Gottes Segen.
Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und MACHT und Stärke
unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen

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Re: Warum "Vater"?

Beitrag von Bruder Marcello » 11.12.2011, 19:59

Nikolaj hat geschrieben:Wenn du demütig wärst, lieber Bruder Marcello, dann würdest du dich Diener nennen und würdest nicht darauf kommen unseren Vater Diakon als Vater anzusprechen. Bevor du über Kleriker herziehst, Fang mit dir selbst an!
Du hast katholisch in deinem Profil angegeben, aber schreibst wie ein Protestant.

Entschuldige wenn ich dich damit verletzt habe.

Lieber Nikolaj,

mein Bruder ich bin nicht nur ein Diener sondern auch ein "SÜNDER", dass letzte in der Welt, ich bin TOT und ein NICHTS ohne meinen HERRN.
Ist das für Dich DEMUT genug?
Du kennst micht nicht und verurteilst mich, aber ich vergebe DIR jetz und auch die nächsten 77 male.
Die Welt schaut auf die Konfession, ob Kat. oder Ev. oder Orth., keiner dieser Institution kann mich RETTEN, sondern nur einer das ist unser Herr
Jesus Christus, ER ist der ERLÖSER (CHRISTUS), also ich bin CHRIST und DU?

Ich nehme wie gesagt deine Entschuldigung an, aber wenn DU weisst das Du mich damit verletzt, warum tust Du es dann?
Was würde unser Herr dazu sagen?

Die Liebe und der Frieden des Herrn sei mit uns allen. AMEN
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Re: Warum "Vater"?

Beitrag von Nassos » 11.12.2011, 20:06

Mein Lieber,

die Kirche ist aben nicht eine Institution, egal wie sehr wir auch glauben, dass wir mit unserer menschlichen Meinung recht haben. (Übrigens scheint mir das auch eine westliche Denke zu sein).
Wenn der Herr die Kirche gegründet hat und ... ach lies mal das mit den Vätern. Das hat damit auch "irgendwie" zu tun.

Gruß,
Nassos

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Re: Warum "Vater"?

Beitrag von Bruder Marcello » 11.12.2011, 21:05

Nassos hat geschrieben:.

Wenn Alexej also auf die Anrede "Vater" besteht, dann sprechen wir nicht ihn selber als Menschen mit Vater an, sondern den Diakon der die Weihe empfangen hat. Wenn wir des Priesters Hand küssen, dann küssen wir nicht des Menschen Hand, sondern durch das Mysterium der Priesterweihe verneigen wir uns vor Gott.

Somit hat Diakon Alexej die Pflicht darauf hinzuweisen. Nicht um sich zu erhöhen, sondern dass wir durch ihn in Ehrfurcht Gott zuwenden. Es wäre demnach auch vermessen, wenn ein Priester die Hand wegziehen würde - diesem Verständnis nach. Somit kommen mitnichten in Konflikt, einen Menschen Vater zu nennen. Und vom biologischen Vater ist sehr wohl zu unterscheiden: unsere Priester sind unsere geistlichen Erzieher, wir sind ihre geistlichen Kinder; um nicht zu sagen Babies.

Wenn Hochmut ins Spiel kommt (und seien wir ehrlich: das kann sehr gut möglich sein, Priester sind auch Menschen), dann gibt es dafür die Beichte und der Geistliche muss das mit dem Herrn ausmachen.

Lieben Gruß,
Nassos
Lieber Nassos,

eine Pflicht darauf hinzuweisen zur Anrede als "VATER", natürlich kann er darauf hinweisen, aber was nützt es ihm?
ist es nicht eher seine Pflicht als geweihter Priester, auf die Liebe Gottes hinzuweisen, als auf diese Anrede zubestehen?
Was sagt die Schrift dazu:
Das Beispiel Christi: Philipper 2,5-11
5Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:

6 Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,

7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;

8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,

10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu

11 und jeder Mund bekennt "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters.

Und gibt es einen HÖHEREN PRIESTER als CHRISTUS, wenn ER sich schon "ERNIEDRIGT" und nicht auf seine GOTT gleichheit bestand, warum bestehen dann
die Menschen auf so eine ANREDE(?), welchen LOHN wollen sie von GOTT erwarten, wenn sie ihren schon erhalten haben?

Nassos erwähnte schon einiges der Gnadengaben und Aufgabenstellungen aber es gibt nicht grösseres als die LIEBE!!!
Gott ist die Liebe!
1 Joh. 4,16b
Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm!

Also wer in der Liebe bleibt, ist in Gott und begegnet IHM in EHRFURCHT jeden TAG selbst, ohne einen Diakon!

Aber kommen wir nochmal zu den Gaben und Aufgaben, wir lesen:
28 So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.

29 Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Wunder zu tun?

30 Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle solches Reden auslegen?

31 Strebt aber nach den höheren Gnadengaben! Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt:

1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.

2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.

3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.

4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.

5 Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.

6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.

7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

8 Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht.

9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden;

10 wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.

11 Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.

12 Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.

13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.


Alles LIEBE und GOTTES SEGEN und FRIEDEN
Bruder Marcello
Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und MACHT und Stärke
unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen

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Re: Warum "Vater"?

Beitrag von Florianklaus » 11.12.2011, 22:41

Marcello, Du bist ein protestantischer Wichtigtuer.

An alle anderen: Don`t feed the troll!

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Re: Warum "Vater"?

Beitrag von Nassos » 12.12.2011, 00:15

Bruder Marcello hat geschrieben:eine Pflicht darauf hinzuweisen zur Anrede als "VATER", natürlich kann er darauf hinweisen, aber was nützt es ihm?
...
Und gibt es einen HÖHEREN PRIESTER als CHRISTUS, wenn ER sich schon "ERNIEDRIGT" und nicht auf seine GOTT gleichheit bestand, warum bestehen dann
die Menschen auf so eine ANREDE(?), welchen LOHN wollen sie von GOTT erwarten, wenn sie ihren schon erhalten haben?

Also wer in der Liebe bleibt, ist in Gott und begegnet IHM in EHRFURCHT jeden TAG selbst, ohne einen Diakon!
Du bist hier in einem orthodoxen Forum. Entweder Du stellst Fragen, warum etwas in der Orthodoxie so ist, oder Du gehst woanders predigen.
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Re: Warum "Vater"?

Beitrag von Priester Alexej » 13.12.2011, 12:14

Hallo Marcello,

eine kurze Antwort von mir. Ich denke, dein Posting bezog sich in erster Linie auf die anrede "Vater" als solche. Dazu hast du bereits kompetente Antworten erhalten.

Ob es mir wichtig ist, als "Vater" angesprochen zu werden? Von orthodoxen Christen - ja. Jedoch geht es mir weder um eine "nicht gering einschätzung" noch um respekt oder ähnliches. Ich kenne meine eigenen Leidenschaften und Sünden besser, als jeder andere. Somit weiß ich auch, dass es nichts gibt, woran ich stolz sein sollte. Ebenfalls kenne ich viele Laien hier im Forum und in meiner Gemeinde, die weit mehr beten und fasten, als ich.

Mein Anliegen ist nur die in der Orthodoxen Kirche übliche Umgangsform, die Tradition. Als Student am ersten Semester des Priesterseminars wurde ich in den Dienst bei einem Igumen eingeteilt, von dem ich fast schon gruselgeschichten gehört hatte. So war ich empört über diesen und darüber, wie er - den Erzählungen nach - mit den Studenten umgegangen ist. Deshalb grüßte ich ihn bei unserer ersten Begegnung mit einem einfach Guten Tag und erbat von ihm keinen Segen. Darauf sagte er mir - es ist üblich in unserer Kirche, dass man bei einem Geistlichen einen Segen erbittet. Und er hatte damit vollkommen recht, es war nicht meine Aufgabe, über seine Person zu richten. Wir haben in der Kirche festgelegte Umgangsformen, die wir wahren sollten. Wenn jemand beim Artzt mit "Andre" und nicht mit "Herr Schmidt" aufgerufen wird, würde er das ebenfalls ansprechen. Und nicht, weil er sich für den Herren der Krankenschwester hällt.

Ich wünsche allen noch eine gesegnete Weihnachtszeit!

D. Alexej
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

Nassos
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Re: Warum "Vater"?

Beitrag von Nassos » 18.12.2011, 12:02

Noch eine kurze Anmerkung, weil die Frage verschiedentlich aufkam:

es ist auch in Griechenland so, dass man den Diakon mit "Vater" anspricht. Eigentlich logisch, er ist doch auch Klerus (Diakon, Priester, Bischof).

Lieben Gruß,
Nassos

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