Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

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H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 30.05.2017, 21:11

holzi hat geschrieben:
H. Bauer hat geschrieben:[...]
- Nord von walachische Gebieten lebten die Slawen von Donau bis Don. Wo genau am Donau? Beim Regensburg? Beim Wien? Oder beim Bratislava?

Fast bis Regensburg. In der Oberpfalz zeugen Ortsnamen wie Teublitz, Schirmitz, Trausnitz etc. von der Besiedelung durch slawische Völker. Diese waren aber bereits im Mittelalter sprachlich und kulturell weitgehend deutsch bzw. bairisch assimiliert. Durch die Errichtung des Erzbistums Prag im Jahr 973 durch den Hl. Bischof Wolfgang aus dem ehemals Regensburger Missionsgebiet wurde die Abgrenzung zwischen böhmisch-slawischen und bairisch-germanischen Gebieten verfestigt. Kirchlich gehörten die böhmischen Gebiete aber schon lange vorher zum lateinischen Ritus.


Danke für deine kompetente Antwort. Dass wusste ich nicht.

Die Slawen waren bis Regensburg!

Dort also haben sich die Stämme der Walachen bzw. Raeter (Sud) mit befreundete Stämme der Slawen.

Wie nördlich sind die Raeter gewesen, dass wusste ich nicht aber habe vor kurze von Römer auf Mosel oder mösiche Reater oder Walachen gelesen.

Moselromanische Sprache

"Als moselromanische Sprache bezeichnet man einen romanischen Sprachraum am Ende des Römischen Reiches, den die Provinz Belgica I (das gesamte Gebiet um Mosel und Saar) gebildet hat. Dieser wurde von keltischen Stämmen bewohnt. Zur gleichen Zeit hatten sich hier viele Laeten (germanische Söldner in römischen Dienst) angesiedelt. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches wanderten die Franken in dieses Gebiet. Trotz dieser Sprachüberlagerung überlebten einige romanische Sprachinseln bis ins 11. Jahrhundert."

https://de.wikipedia.org/wiki/Moselromanische_Sprache

Sicherlich jetzt wird interpretiert dass die Römer den Volk Vulgar-Latein gelernt hat, aber die Römer konnten in fast 1000 Jahren die Völkern in Italien nicht die Vulgar-Latein beibringen oder Latein. Und die Römer hatten nie eine Sprachliche -eingliederung von Völkern in Ihren Sprache vorgesehen. Die hatten keine Schule und die Soldaten waren nur in Ihre Garnisonen und wurden nur mit 50 Jahren frei.

Christian
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 31.05.2017, 08:53

holzi hat geschrieben: "Durch die Errichtung des Erzbistums Prag im Jahr 973 durch den Hl. Bischof Wolfgang aus dem ehemals Regensburger Missionsgebiet wurde die Abgrenzung zwischen böhmisch-slawischen und bairisch-germanischen Gebieten verfestigt. Kirchlich gehörten die böhmischen Gebiete aber schon lange vorher zum lateinischen Ritus."

Mir ist diese katholische Position als ehemaliger Katholik sehr lange bekannt. Und ich bin unter anderem orthodox geworden, weil sie nicht stimmt (und das nicht nur in diesem Falle). Der Kampf um den slawischen Ritus in Böhmen war ein permanenter. Eingeführt wurde der slawische Ritus durch die Taufe des Böhmenfürsten Bořivoj I. und seiner Gemahlin Ludmilla durch Method von Saloniki um 880 (nach anderen Angaben um 875). Nach dem Tod von Method wurden die Vertreter der slawischen Liturgie von römisch-katolischer Seite aus eingesperrt, in die Sklaverei verkauft oder getötet, sofern ihnen nicht die Flucht gelang. Die 863 gegründete Großmährische Akademie mit damals rund 200 Studenten wurde dadurch ausgelöscht. Eine größere Zahl von Studenten floh unter mehreren Lehrern in das westslawische Wislanenreich und gründete die orthodoxe Akademie Krakau, welche weiterhin Priester im slawischen Ritus ausbildete (eine kleinere Zahl an Lehrern, insbesondere von Begleitern des Method, floh [wieder zurück] in den südslawischen Raum und gründete 886 in Bulgarien die Akademie von Pliska, 893 nach Preslaw verlegt - die Bulgaren kauften auch schriftkundige orthodoxe Westslawen auf den Sklavenmärkten auf, bevor diese in die islamischen Länder verschifft wurden). In der Folge etablierte sich nicht nur bei den Südslawen, sondern auch bei den Westslawen kirchlich ein slawischer Ritus, der je nach politischer Befindlichkeit durch die herrschenden Fürsten, Herzöge und Könige gefördert oder bekämpft wurde (das Großmährische Reich ging bereits um 907 durch die Ungarnstürme unter). 973 erlaubte aber Papst Johannes XIII. die Gründung des Bistums Prag nur unter der ausdrücklichen Bedingung, dass es ein lateinisches sein soll. Nur durch Administration von oben wurde der lateinische Ritus in der Folge in Böhmen installiert. Noch 1080 beantragte König Vratislav II. von Böhmen in Rom die Verwendung der slawischen Liturgie, was durch Papst Gregor VII. in einem Brief verweigerte wurde. Nach dem Tod von Vratislav II. fand unter seinem Nachfolger Břetislavs II. erneut eine Vertreibung der slawischen Mönche mit orthodoxem Ritus statt:

"1096 musste die Mönchsgemeinschaft in Sázava auf Geheiß Fürst Břetislavs II. das Kloster endgültig aufgeben. Ab dem 3. Januar 1097 übernahmen lateinische Mönche aus Břevnov die Abtei. Laut dem Chronisten Cosmas von Prag fand Abt Diedhard „außer slawischen Büchern keine anderen“ vor – sie seien sämtlich vernichtet oder verstreut worden. Die Gemeinschaft der slawischen Mönche löste sich auf. Einige der Vertriebenen sollen nach langem Umherirren im Land nach Sázava zurückgekehrt sein und sich dem lateinischen Abt unterstellt haben. Da sie sich aber für das neue Kloster nicht eigneten, begingen sie schließlich Selbstmord." https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_S%C3%A1zava

Nach der orthodoxen Überlieferung wurden diese Mönche genauso getötet (sofern ihnen nicht die Flucht gelang) wie zweihundert Jahre zuvor die Orthodoxen nach dem Tod von Method. Die Selbstmordbehauptung von einer ganzen Reihe slawischer Mönche ist lediglich eine römisch-katholische Schutzbehauptung und unglaubwürdig.

An den Peripherien hielt sich die slawische Liturgie die ganze Zeit. Unter Karl IV. erfolgte um 1350 selbst in Prag eine Wiederbelebung. Der Kampf um eine slawische, volksnahe Liturgie war ein Mitauslöser für die Hussitenkriege 1419 bis 1436 sowie für den 30jährigen Krieg 1618 bis 1648, in dessen Folge die Vertreter eines slawischen Ritus von den Lateinern erneut verfolgt, getötet und vertrieben wurden.

LG Christian

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MariaM
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon MariaM » 31.05.2017, 12:04

Hallo Christian,
danke! Das wollte ich auch schreiben, aber du hast das schon viel besser gemacht, als ich das könnte!

Ich habe einiges darüber gelesen, wie der slawische Ritus und die Auffassung vom Christentum, wie sie uf die Heiligen Kyrill und Method aus Thessaloniki zurückgibng, zwar von "oben" unterdrückt wurde, aber quasi im Untergrunde immer weiter lebte und Elemente davon in bestimmten historischen Augenblicken wieder zu Tage traten.
Das ist sehr interessant!

Es gibt z.B. Quellen, wo beklagt wird, dass sich in den Wäldern und in Höhlen Böhmens und Mährens schwarzbekuttete Einsiedler "herumtreiben", die die slawische Liturgie und die Kyrill-Method-TRadition predigen und von den einfachen Menschen aufgesucht und als geistliche Autorität anerkannt werden...
Die Obrigkeit hat es nie geschafft, dies ganz in den Griff zu bekommen und den lateinischen Ritus allen und überall aufzuzwingen... ;-) Weil es so eine Nachfrage gab, wurde die slawische Liturgie sogar offiziell im Prager Kloster Emauzy erlaubt, das bezeichnenderweise auch "Na Slovanech" genannt wird/wurde - also soviel wie "bei den Slawen"... ;-) Man hoffte, das Ganze so zumindest ein bisschen unter Kontrolle zu haben.

Und es weist einiges darauf hin, dass im 15.Jahrhundert auch das "Reformationswerk"(100 Jahre vor Luther!!!) von Jan Hus und Hieronym von Prag daran (Kyrill und Method, die slawische Liturgie usw.) anknüpft und die ursprüngliche Tradition im orthodoxen Geist erneuert werden sollte. In dem was Hus wollte, gibt es viele Gemeinsamkeiten mit der Orthodoxie, mit dem was Kyril und Method gepredigt und getan hatten! Eine Kontaktanknüpfung der (gemässigten) Anhänger von Hus mit der byzantinischen Kirche soll nur durch die inzwischen erfolgte Eroberung durch die Türken verhindert worden sein.

Langer Rede kurzer Sinn - aus der Kyril-und Metod-Quelle samt slawischem Ritus speist sich die orthodoxe Tradition in diesen Ländern bis heute, auch wenn sie über lange Zeiträume immer wieder bekämpft und unterdrückt wurde und ein Dasein quasi in der Illegalität fristen musste. TRotzdem war das, was die beiden heiligen Brüder hierher gebracht haben, so lebendig und voller Anziehungskraft, dass es über die Jahrzehnte irgendwie erhalten blieb und weitergegeben wurde - im Prinzip bis heute (auch wenn viele die historischen ZUsammenhänge nicht mehr kennen oder verstehen).

Faszinierend , finde ich. :idea:

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 31.05.2017, 17:07

holzi hat geschrieben:
H. Bauer hat geschrieben:[...]
Durch die Errichtung des Erzbistums Prag im Jahr 973 durch den Hl. Bischof Wolfgang aus dem ehemals Regensburger Missionsgebiet wurde die Abgrenzung zwischen böhmisch-slawischen und bairisch-germanischen Gebieten verfestigt. Kirchlich gehörten die böhmischen Gebiete aber schon lange vorher zum lateinischen Ritus.


Es gab eine Antwort. Die Menschen haben auch damals schnell und auch vielleicht ohne viel nachzudenken reagiert.

In Sizilien herrschten seit 878 die damals Sarazenen genannten muslimischen Araber und Berber.

https://de.wikipedia.org/wiki/Normannis ... Cditaliens

Es wurden nach 973 die Arabern und Berberen zu Hilfe gerufen? um die Süditalien nicht zu verlieren?

In Folge:

"879, bei einem weiteren Konzil in Konstantinopel wurde Photios vollständig rehabilitiert und es kam zu einer vollständigen Versöhnung zwischen Rom (Johannes VIII.) und Konstantinopel (wieder Photios), wobei der Papst (kein Freund der Franken) in einem privaten Brief an Photios erklärte, dass das Filioque in Rom nie in Gebrauch gewesen und Ketzerei sei. Auf diesem Konzil wurde, als weiser Kompromiss, für den Westen der traditionelle römische Primat anerkannt, für den Osten aber jede päpstliche Jurisdiktion abgelehnt."

Wurde Rom erneut erobert?, und ein orthodoxes Bischof von Rom wurde eingesetzt?: Johannes VIII.

Christian
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 31.05.2017, 20:54

MariaM schrieb: "Die Obrigkeit hat es nie geschafft, dies ganz in den Griff zu bekommen und den lateinischen Ritus allen und überall aufzuzwingen..."

Ja, aber es wurde permanent versucht. An dieser Stelle nur ein Auszug aus einem vor über vierzig Jahren im Sozialismus erschienenem Buch:

"In einem Hof von Trocnov wurde der Hussitenführer Jan Žižka geboren, der "viel Schlachten mit starken Feinden geführt, doch niemals das Feld verlor". Die Fundamente seines Geburtshauses und die Teichdämme, die es schon zu seiner Zeit gab, sind erhalten geblieben. In der Nähe steht auch ein Žižka-Denkmal von Malejovský. Ein weiteres Denkmal des berühmten Feldherren befindet sich in Borovany, wo bald nach Žižkas Tod ein Kloster gegründet wurde. Die Mönche waren eifrig, jedoch vergeblich bemüht, unter dem Volk das Andenken an den großen Streiter in Vergessenheit geraten zu lassen." Aus: Kunst und Natur in der Tschechoslowakei. Verlag Artia, Prag 1974, Seite 85

Man ist ja üblicherweise gewöhnt, daß Klostermönche das Andenken von Personen (Stiftern, Fürsten, Königen, Heiligen etc.) wachhalten und daß sie für deren Seelenheil beten. Aber "eifrig... bemüht, unter dem Volk das Andenken... in Vergessenheit geraten zu lassen" - das ist doch etwas ganz Neues und Anderes, als man gemeinhin mit einem Kloster in Verbindung bringt. Solche klaren Worte gab es allerdings auch nur vor 30 bis 70 Jahren, als man noch nicht (kirchen)"politisch correct" vieles verschweigen oder, wo das nicht mehr ging, verwässern mußte wie heutzutage (dasselbe gilt für die polnische Geschichtsschreibung des Mittelalters, aber auch darüber hinaus, welche seit 1989 wieder ganz lateinisiert wurde).

Als das Gedenken an den 1424 gestorbenen Hussitenführer Jan Žižka im Volk nicht ausgerottet werden konnte,

"ließ der Forbeser Propst Conrad Fischer 1682 die Žižka-Eiche fällen und an ihrer Stelle eine Johannes dem Täufer geweihte Kapelle erbauen. Diese erhielt die lateinische Inschrift Hic locus olim exosus Joannis nativitate Zizkae, nunc ex asse nativitati Joannis Baptistae (Dieser um der Geburt des Johann Žižka willen verhasste Ort ist nun gänzlich der Geburt Johannes des Täufers geweiht). Später wurde in der Kapelle eine weitere Inschrift angebracht: Jan Žižka z Trocnowa slepey zlé paměti tu se naradil (Johann Žižka von Trocnow der Blinde, bösen Andenkens, wurde hier geboren)." https://de.wikipedia.org/wiki/Jan-%C5%B ... t%C3%A4tte

Bis in die neueste Zeit hat sich die Politik der römisch-katholischen Kirche nicht geändert - man betrachte nur die Nähe zur Macht (Franco etc.) in Spanien oder in Argentinien (zur Junta) und hierdurch dem kirchenimmanenten Agieren gegen das einfache Volk. LG Christian

H. Bauer
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Ankunft der „orthodoxen-christliche“ Oigulen, Magyaren

Beitragvon H. Bauer » 05.06.2017, 15:23

Es gab ein Antwort:

Die ständige Angriffe auf Region Mitte hat dazu geführt dass die Orthodoxen um starke Kämpfer ruften.

Die besten Krieger diesen Zeit waren die Oigulen, die gefürchteten Reiter die jede Aufstand in China für den Kaiser niederschlugen.

Wir wissen die Oigulen waren in 800 geteilt, ein drittel waren orthodoxen Christen gebunden an Antiochien, Rest waren Muslime oder Buddhisten.

Vermutlich haben wir die Oigulen gerufen, zur Hilfe. Wie viel haben diese gebraucht bis diese Reiter auch in Europa angekommen sind wissen wir nicht. Aber in Jahr 890 sind die Magyaren nord von Siebenburgen angekommen. ( Ungarische Politiker waren in Oigulien in China, und haben es festgestellt dass die Sprache fast gleich mit die Sprache von Oigulen ist.)

Wir wissen nicht dass die Magyaren durch Kampf den Zugang nach Europa erreicht hat. Die haben nicht gekämpft, die wurden wie seit lange erwartende Gästen empfangen und Ihnen wurde die Wiener-Becken zugewiesen.

Waren die Magyaren(Oigulen) als orthodoxen Christen angekommen?

Sicher wissen wir nur dass in Jahr der Führer von Magyaren der Gyula Bulcsú ist nach Konstantinopel gereist und orthodox getauft.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bulcs%C3%BA

Ob er schon orthodoxe Christ war und nur jetzt die Oberheit von Patriarchat von Antiochien tauschte und die Oberheit von Patriarchat Konstantinopel angenommen hat, dass wissen wir nicht.

Aber er hat mit sich auch ein orthodoxes Bischof von Konstantinopel gebracht. Und sicher hat er viele von Magyaren konvertit.

In katholische Zeitung wurde auch die Entdeckung von erste orthodoxe Kirche gegründet von Gyula erwähnt. Es wurde entdeckt und die Zeigt die Magyaren waren orthodoxen Christen um Jahr 950.

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 06.06.2017, 19:55

Wenn die Geschichte genau lesen will..dann kann auch so gesehen werden.

In Jahr 1000 war in Heiligen Römischer Reich deutsche Nation ein griechischer Kaiser, die Mutter war orthodoxe Christin.

Eigentlich wir wissen nicht ob der Bischof von Rom auch ein orthodoxes Christ war. Die Trennung von West und Ost gab es zu diesen Zeitpunkt noch nicht.

Mich wundert die wenige Widerstand in unsere Region wenn in Jahr 1000 ein König gebracht wurde.

Ja, wir waren großteils orthodoxe Christen, auch die Rumänen von Jahr 372 und auch die Magyaren von Jahr 950.

und in Jahr 1000 der griechische Kaiser der eine bekannte orthodoxe christliche Mutter hat uns ein neuen Anführer gebracht.

Stephan I von Ungar, der war der Sohn von eine orthodoxe Frau Sarot von Siebenbürgen, fast sicher eine Rumänien, und seit Vater war Geza ein Magyare der hat sich von seine Frau überzeugt und hat die christliche Glaube angenommen (wissen es heute nicht mehr welche liturgische Sprache die Priester bei taufe hatten, aber auch die Latein sprechende Priester waren nicht zur dieser Zeitpunkt unbedingt nicht orthodox).

Warum sollen nicht glauben, der orthodoxe Kaiser hat uns ein orthodoxe König gebracht.

Deswegen haben wir Ihm auch mit wenig Widerstand angenommen und auch Ihm 38 Jahre mit treue gedient.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sarolt

https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A9za_(Ungarn)

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 07.06.2017, 21:04

Bolesław I. genannt „der Tapfere“

https://de.wikipedia.org/wiki/Boles%C5%82aw_I._(Polen)

Auch in Slawengebiete kam es unter der griechische Kaiser Otto III zu zusammenarbeite. Auch hier haben die Menschen von ein orthodoxen Kaiser ein orthodoxes König bekommen. Er wurde akzeptiert von orthodoxen Slawen.

Aber nach seinen Tod ist Roland zerfallen in mehrere Fürstentümern, weil danach die Menschen i Polland ein König von Westen nicht zufrieden waren.

Vermutlich nur nach 1300 konnte der Widerstand gebrochen werden.

Beide „orthodoxen“ Königreichen Ungar und Polen sind bis 1034-1038 gehalten. Warum?

H. Bauer
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Jahr 872

Beitragvon H. Bauer » 08.06.2017, 20:39

Method von Saloniki

Bairische Haft 870-873
Gedenktafel an die Gefangensetzung Methods, Alte Kapelle, Regensburg

Bald darauf wurde Method im Auftrag von Erzbischof Aldwin gefangen genommen. Er wurde nach Regensburg gebracht, misshandelt und inhaftiert (auf der Insel Reichenau oder in Ellwangen?).[6]

Aus der Klosterhaft schrieb Method 870–872 viele Briefe an den Papst sowie nach Großmähren. Erst nachdem Großmähren 872 das Ostfrankenreich geschlagen hatte, wagte Rom, Method zu helfen: 872 und 873 schrieb der Papst ergebnislos Briefe an Ludwig den Deutschen, Karlmann sowie an die Bischöfe, die Method 870 hatten misshandeln lassen (Erzbischof Adalwin, Bischof Ermenrich von Passau usw.), und verlangte die sofortige Freilassung Methods. Nachdem dann auch der großmährische Herrscher Svatopluk, der eher zu den Unterstützern der bairischen Priester gehört hatte, plötzlich sein Interesse an Methods Schicksal zeigte, beschloss der Papst zu handeln. Er beauftragte Paul, den Bischof von Ancona, mit entsprechenden Verhandlungen mit Ludwig dem Deutschen. Die Verhandlungen endeten im Mai 873 mit dem folgenden Ergebnis:

Pannonien (bis auf Sirmium und dem Gebiet zwischen Balaton und Gran) wurde aus Methods Zuständigkeit herausgenommen und den bairischen Bischöfen überlassen.
Die Verwendung des Altkirchenslawischen in der Liturgie (bis auf das Vorlesen aus der Bibel) wurde verboten.
Method wurde freigelassen, konnte nach Großmähren zurückkehren, und es wurden ihm keine Einmischungen in seine Arbeit mindestens bis Ende 877 zugesichert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Method_von_Saloniki

Johannes VIII. (* vor 852 in Rom; † 16. Dezember 882 in Rom) war Papst von 872 bis 882.

Er unterstützte den Slawen-Apostel Methodios und ließ 880 in seinem Schreiben Industriae tuae die slawische Sprache in der Liturgie zu: „Der die drei Hauptsprachen Hebräisch, Griechisch und Latein schuf, hat auch alle anderen Sprachen geschaffen zu seinem Lob und Ruhm.“[1]

Johannes VIII. ist der erste von acht mittelalterlichen Päpsten, deren Leben bekanntermaßen durch einen gewaltsamen Tod endete.

https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_VIII._(Papst)

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 10.06.2017, 11:58

Christian hat geschrieben:holzi hat geschrieben: "Durch die Errichtung des Erzbistums Prag im Jahr 973 durch den Hl. Bischof Wolfgang aus dem ehemals Regensburger Missionsgebiet wurde die Abgrenzung zwischen böhmisch-slawischen und bairisch-germanischen Gebieten verfestigt. Kirchlich gehörten die böhmischen Gebiete aber schon lange vorher zum lateinischen Ritus."

Mir ist diese katholische Position als ehemaliger Katholik sehr lange bekannt. Und ich bin unter anderem orthodox geworden, weil sie nicht stimmt (und das nicht nur in diesem Falle). Der Kampf um den slawischen Ritus in Böhmen war ein permanenter. Eingeführt wurde der slawische Ritus durch die Taufe des Böhmenfürsten Bořivoj I. und seiner Gemahlin Ludmilla durch Method von Saloniki um 880 (nach anderen Angaben um 875). Nach dem Tod von Method wurden die Vertreter der slawischen Liturgie von römisch-katolischer Seite aus eingesperrt, in die Sklaverei verkauft oder getötet, sofern ihnen nicht die Flucht gelang. Die 863 gegründete Großmährische Akademie mit damals rund 200 Studenten wurde dadurch ausgelöscht. Eine größere Zahl von Studenten floh unter mehreren Lehrern in das westslawische Wislanenreich und gründete die orthodoxe Akademie Krakau, welche weiterhin Priester im slawischen Ritus ausbildete (eine kleinere Zahl an Lehrern, insbesondere von Begleitern des Method, floh [wieder zurück] in den südslawischen Raum und gründete 886 in Bulgarien die Akademie von Pliska, 893 nach Preslaw verlegt - die Bulgaren kauften auch schriftkundige orthodoxe Westslawen auf den Sklavenmärkten auf, bevor diese in die islamischen Länder verschifft wurden). In der Folge etablierte sich nicht nur bei den Südslawen, sondern auch bei den Westslawen kirchlich ein slawischer Ritus, der je nach politischer Befindlichkeit durch die herrschenden Fürsten, Herzöge und Könige gefördert oder bekämpft wurde (das Großmährische Reich ging bereits um 907 durch die Ungarnstürme unter). 973 erlaubte aber Papst Johannes XIII. die Gründung des Bistums Prag nur unter der ausdrücklichen Bedingung, dass es ein lateinisches sein soll. Nur durch Administration von oben wurde der lateinische Ritus in der Folge in Böhmen installiert. Noch 1080 beantragte König Vratislav II. von Böhmen in Rom die Verwendung der slawischen Liturgie, was durch Papst Gregor VII. in einem Brief verweigerte wurde. Nach dem Tod von Vratislav II. fand unter seinem Nachfolger Břetislavs II. erneut eine Vertreibung der slawischen Mönche mit orthodoxem Ritus statt:

"1096 musste die Mönchsgemeinschaft in Sázava auf Geheiß Fürst Břetislavs II. das Kloster endgültig aufgeben. Ab dem 3. Januar 1097 übernahmen lateinische Mönche aus Břevnov die Abtei. Laut dem Chronisten Cosmas von Prag fand Abt Diedhard „außer slawischen Büchern keine anderen“ vor – sie seien sämtlich vernichtet oder verstreut worden. Die Gemeinschaft der slawischen Mönche löste sich auf. Einige der Vertriebenen sollen nach langem Umherirren im Land nach Sázava zurückgekehrt sein und sich dem lateinischen Abt unterstellt haben. Da sie sich aber für das neue Kloster nicht eigneten, begingen sie schließlich Selbstmord." https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_S%C3%A1zava

Nach der orthodoxen Überlieferung wurden diese Mönche genauso getötet (sofern ihnen nicht die Flucht gelang) wie zweihundert Jahre zuvor die Orthodoxen nach dem Tod von Method. Die Selbstmordbehauptung von einer ganzen Reihe slawischer Mönche ist lediglich eine römisch-katholische Schutzbehauptung und unglaubwürdig.

An den Peripherien hielt sich die slawische Liturgie die ganze Zeit. Unter Karl IV. erfolgte um 1350 selbst in Prag eine Wiederbelebung. Der Kampf um eine slawische, volksnahe Liturgie war ein Mitauslöser für die Hussitenkriege 1419 bis 1436 sowie für den 30jährigen Krieg 1618 bis 1648, in dessen Folge die Vertreter eines slawischen Ritus von den Lateinern erneut verfolgt, getötet und vertrieben wurden.

LG Christian


Ich glaube ein gleichen Volk erkännt man nach seine Traditionen und auch nach seine Religion.

Ich sehe große Ähnlichkeit zwischen Wenden-Land heute bekannt als DDR und Böhmen heute Tschechien.

Es war nur eine kurze Zeit wo die Kommunisten einige Wahrheiten gesagt haben. Und diese beide Brüder-Völkern habe die Religion (die gezwungen wurde) verlassen und wollen nicht mehr dort zurück.

In Tschechien waren es 100% Katholiken, jetzt sind es nur noch 10% katholisch, Max 13% überhaupt religiös.

In DDR waren es 100% evangelikaler sicher wenige Katholiken, jetzt sind es nur 13% religiös.

In Polen waren es 100% katholisch sind auch heute 80% noch katholisch. Es ist ein unterschied. Vermutlich wurde katholisch nicht so erzwungen? Oder die sind von Heidentum fast direkt in die Römisch-Katholische Kirche? Oder sind es ein andere Volk (als Wenden-DDR und Böhmen)?

H. Bauer
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Walachen in DDR? Walachen in Böhmen? Walachen in Danemark?

Beitragvon H. Bauer » 10.06.2017, 12:25

Die Polen haben es festgestellt dass unsere Dakische(Walachen) Kultur auch von Siebenbürgen sich durch West-Poland, Böhmen und Wenden-Land bis in Dänemark ausbreitet.

Hier diese interessantes Studium:

http://www.academia.edu/1455259/New_evi ... ral_Poland

Es kann doch sein dass die Walachen aus Wenden-Land (DDR) und auch die Walachen von Oberpfahls oder die Walachen aus Böhmen und die Walachen aus West-Polland die Slawische-Sprache gelert haben, durch lesen von orthodoxen christliche Bücher?

deswegen so ein unterschied mit den Volk aus Ost-Mitte-Polens wo die Natur-sparchliche Territorium von Slawen ist?


Und noch etwas.

"Dacia ist:

der lateinische Name der römischen Provinz Dakien im heutigen Rumänien
der mittelalterlich-lateinische Name von Dänemark"

https://de.wikipedia.org/wiki/Dacia

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 10.06.2017, 20:58

H. Bauer schrieb: "Ich sehe große Ähnlichkeit zwischen Wenden-Land heute bekannt als DDR und Böhmen heute Tschechien. Es war nur eine kurze Zeit wo die Kommunisten einige Wahrheiten gesagt haben. Und diese beide Brüder-Völkern habe die Religion (die gezwungen wurde) verlassen und wollen nicht mehr dort zurück. In Tschechien waren es 100% Katholiken, jetzt sind es nur noch 10% katholisch, Max 13% überhaupt religiös. In DDR waren es 100% evangelikaler sicher wenige Katholiken, jetzt sind es nur 13% religiös."

Das, was die römisch-katholische Kirche zum Zwecke ihres Machtzuwachses und ihres Machterhaltes als Geschichte dargestellt hat und nach wie vor darstellt, ist in weiten Teilen ein Blendwerk - und wird dennoch als Herrschende Meinung von der westlichen Geschichtswissenschaft an den westlichen Universitäten aufrecht erhalten. Dies wird auch so von weiten Teilen des ostdeutschen Volkes wie auch des tschechischen Volkes empfunden, aber wer hat schon ein Interesse daran, AUF DAUER belogen und betrogen zu werden? Doch sicher doch nur eine Minderheit, wie die Statistik beweist. Selbst von römisch-katholischer Seite aus wird dieses Problem zT nun schon anerkannt und eingestanden - aber mit der Tendenz, diese gegenteiligen Meinungen einzuverleiben und damit zu neutralisieren (wie dies Taktik in der langen Missionsgeschichte der römischen Obödienz war und ist und sicher auch bleiben wird). In Deutschland hatten wir vor nicht allzu langer Zeit sogar den Versuch, die verbreitete sprachbildende Lutherbibel durch eine "ökumenische Fassung" zu verdrängen - heraus kam die sog. "Einheitsübersetzung" unter katholischer Federführung. Und man kann nur hoffen, daß auch der Versuch scheitern wird, die Kritiker der römisch-katholischen Kirchengeschichtsschreibung zu vereinnahmen.

Ich zitiere hier aus: Prälat Dieter Grande, Dresden (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Grande): ''Kirche, Staat und die katholischen Sorben in der DDR.'' In: Prof. Hans-Jürgen Karp, Prof. Joachim Köhler (Hrsg.) (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-J%C3%BCrgen_Karp und https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_K%C3%B6hler):
''Katholische Kirche unter nationalsozialistischer und kommunistischer Diktatur. Deutschland und Polen 1939-1989.'' Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 2001, ISBN 3-412-11800-1, S. 265-268:

"1. Vorbemerkung: Es gibt bisher keinen Versuch einer gemeinsamen deutsch-sorbischen Geschichtsschreibung für die Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts. Dasselbe Ereignis, dieselbe Begebenheit stellt sich fast immer anders in der sorbischen als in der deutschen Geschichtsschreibung dar... Es fehlt an einer gemeinsamen sorbisch-deutschen Geschichtsschreibung, die sich um eine möglichst objektive Darstellung der Geschehnisse bemüht." (wobei der Prälat natürlich unter "objektiv" die Dominanz der römisch-katholischen Sicht versteht)

Das, was für das 20. Jahrhundert gilt, gilt im gleichen Maße für die Jahrhunderte des dramatischen Machtkampfes um die Religion der Westslawen. Auch hier stellt sich dasselbe Ereignis in der orthodoxen Überlieferung fast immer anders dar als in der römisch-katholischen Kirchengeschichtsschreibung.

Dies gilt insbesondere für die Katastrophe der Elbsorben (zB Nisaner, Daleminzer...), deren orthodoxe Kultur unterging und welche als Volk vollständig assimiliert wurden. Hier gibt es keine Nationale Stimme mehr, welche sich gegen die Behauptungen der westlichen, lateinisch geprägten Geschichtsschreibung zur Wehr zu setzen vermag. Nur zwei Beispiele hier und heute:

Erstens: Die Eroberung der Burg Gana 929 (nach anderen Darstellungen noch 928) wurde westlicherseits als ein "Feldzug gegen die Heiden" verbucht. Nach orthodoxer Tradition befand sich aber zu Zeiten Heinrich des Ersten (919-936) in Gana bereits Jahrzehnte eine orthodoxe Kirche. Widukind von Corvey schrieb: "Alle Erwachsenen wurden niedergemacht, die Knaben und Mädchen behielten ihr Leben für die Gefangenschaft." (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Gana) In der altsorbischen Hagiographie sind es rechtgläubige Märtyrer, in der lateinischen Sicht sind es Heiden, wobei selbst ein Friedrich Bernhard Störzner feststellen mußte: "Die Wenden mußten empfinden, daß ein christlicher Kaiser auch heidnische Barbarei üben könne." (vgl. https://de.wikisource.org/wiki/Der_Wale ... i_Pulsnitz ) Er drückt hier klar aus, wer mehr Barbar und mehr Heide war. Und dies waren nicht die rechtgläubigen sorbischen Daleminzier.

Zweitens: Die Zerstörung der westslawischen Akademie Nisan 1040 (diese war von den ab 968 lateinisierten Polanen [Feldbewohner] 990 von Krakau [in Wislanien, heute Kleinpolen] dorthin vertrieben worden): Nach der westlichen (lateinisch dominierten) Herrschenden Meinung war die Großmährische Akademie nach Bulgarien zu den Südslawen vertrieben worden. Nach der orthodoxen Überlieferung hingegen betraf dies nur einen kleineren Teil, das Gros blieb im westslawischen Bereich. Von der Peripherie und siedlungshistorischen Insellage Nisan aus versorgte die westslawische Akademie nicht nur Böhmen und Mähren, sondern in der Zeit der Schwäche der Polanen auch Schlesien und Kleinpolen mit slawischen Priestern (als Hauptverbindungsweg diente die Elbe). 1040 wurde die Akademie zerstört, die Lehrer und Schüler flüchteten nach Bosnien-Herzegowina. Wer aufgegriffen wurde, wurde niedergemacht, wer slawische Schriftstücke besaß, wurde niedergemacht. Rechtgläubige Kirchen wurden sonntags mit Mann und Maus vernichtet, jeder Besucher wurde niedergemacht. All dies lief nach dem 900 Jahre später bekanntgewordenen Schema ab: "Diese Bevölkerung wird als führerloses Arbeitsvolk zur Verfügung stehen". Aber rechtgläubige slawische Liturgie und Seelsorge bestanden im Untergrund weiter, solange es noch ein elbslawisches Volk gab. In der lateinisch dominierten westlichen Schriftlichkeit finden sich diese "Heldentaten" allerdings nicht.

LG Christian

Christian
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 11.06.2017, 08:25

H. Bauer schrieb: "In Polen waren es 100% katholisch sind auch heute 80% noch katholisch. Es ist ein unterschied. Vermutlich wurde katholisch nicht so erzwungen? Oder die sind von Heidentum fast direkt in die Römisch-Katholische Kirche? Oder sind es ein andere Volk (als Wenden-DDR und Böhmen)?"

Ein bis heute sehr heikles Problem. Hilfreich ist mal wieder die bereits obzitierte Karte der Westslawen im 9. und 10. Jahrhundert:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... 0th_c..png

Wie bereits geschrieben teilt die graue Linie das Westslawengebiet in zwei ähnlich große Teile (im Norden eine Entwicklung von heidnisch zu lateinisch, im Süden von heidnisch zu byzantinisch). Da die Ausbreitung des rechtgläubigen Christentums von Südosten erfolgte, breitete es sich sukzessive nach Nordwesten aus. Zunächst gab es Rechtgläubige in der Slowakei, dann in Mähren, von wo es sich im Zeitalter des Großmährischen Reiches (graue Linie!) dann zu den Wislanen (am Oberlauf der Weichsel, zeitweise weit darüber hinaus als Großwislanisches Reich), den Schlesiern, den Böhmen und den etwa 20 Stämmen der Sorben ausbreitete. Teile des späteren Großwislanischen Reiches hatten bereits vor den Slowaken und Mährern rechtgläubige Gemeinden.

Nördlich der grauen Linie gab es niemals eine rechtgläubige (orthodoxe) Nation, wohl aber Missionsbemühungen der orthodoxen Westslawen wie auch Toleranzakte seitens der heidnischen Westslawen gegenüber ihren verfolgten Blutsbrüdern nach dem Motto: der Feind meines Feindes (mit dem Feind waren die nach Osten expandierenden Lateiner gemeint) ist mein Freund. Neben dem bereits oberwähnten Toleranzakt gegenüber dem rechtgläubigen Priestermönch Antonios (Антоний) von Dupzk (auch von Lebus), der bereits nach zwei Jahren der Verfolgung (927 bis 929) die Krone des Martyriums erlangte, gab es auch länger bestehende Toleranzakte wie in Santok (von 927/929 bis 965), wo sich sogar eine große orthodoxe Gemeinde (von Verfolgten) entwickeln konnte. Diese Gemeinde wurde gleichsam als "Vorgeschmack" auf die großflächigen Vernichtungen der Orthodoxie in Schlesien und Wislanien (ab 990) bereits 965 von den Polanen [Feldbewohner] mit der ganzen Siedlung Santok vernichtet. Danach bauten die Polanen Santok wieder auf.

Tatsächlich sind die Polanen "fast direkt in die Römisch-Katholische Kirche" (ohne längere nationale rechtgläubige/orthodoxe Tradition) gekommen und haben danach die nationalen orthodoxen Kirchen der Wislanen und Schlesier ausgelöscht. Nur durch die Vernichtung der byzantinschen Kirche in Schlesien und Kleinpolen konnte eine römisch-katholische polnische Nation entstehen. Die totalitären Lateiner gingen dabei im 10. Jahrhundert noch gründlicher und erfolgreicher vor als die totalitären Faschisten im 20. Jahrhundert (Sonderfahndungsbuch Polen https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderfah ... buch_Polen + Unternehmen Tannenberg https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Tannenberg + Vorläufer „Intelligenzaktion“ https://de.wikipedia.org/wiki/AB-Aktion ... n.E2.80.9C + Sonderaktion Krakau https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderaktion_Krakau + Massaker von Piaśnica https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_ ... %C5%9Bnica + Ermordung der „polnischen Intelligenzschicht“ https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Kr%C3%BCger (Gestapo) + Lemburger Professorenmord https://de.wikipedia.org/wiki/Massenmor ... ssorenmord usw.). Es gehört zur Tragödie der polnischen Geschichte, daß diese in Ereignisse der Neuzeit endete (polnische Teilung durch Preußen, Österreich und Rußland, versuchte Vernichtung der polnischen Intelligenz, Militärführung und politischen Führung durch das Großdeutsche Reich und die Sowjetunion) , ähnlich denen, durch welche die römisch-katholische Nation auf Kosten der orthodoxen Nation auf polnischen Boden erwuchs (gemeint ist hier vor allem auf Kosten des Großwislanischen Reiches und dessen Nachfolger auf [zeitweise] polnischem Boden). Nachvollziehbar geriert sich der römisch-katholische polnische Nationalismus in seinem Opferverständnis und weist seine Vergangenheit weit von sich (oder verschweigt sie wo möglich). Aber damit zieht Polen lediglich mit vielen anderen bekannteren wie unbekannteren Nationen weltweit gleich. Alles in allem ein sehr diffiziles Problem. LG Christian

H. Bauer
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Theophanu, unsere orthodoxe Kaiserin

Beitragvon H. Bauer » 12.06.2017, 17:25

Martyrium von Orthodoxen Christen wurde damals nicht übersehen.

Wenn ein orthodoxen Walache die Wikipedia liest. Der kann die Geschichte auch so interpretieren. Sicher jeder sieht von einen anderen Winkeln. Aber wenn wir nicht sagen, dann schweigen wir für immer.


Und die Märchen fängt an:

In Jahr 955 war der orthodoxe christliche Anführer von Magyaren( vermutlich Oigulen) mit 20.000 elite Soldaten ( hoch warscheinlich alle orthodoxen) bei Augsburg in eine Falle geraten.

Auch damals haben die Franken kein Erwachsene al leben gelassen. Deswegen wir können heute vermuten es waren die 20.000 schon alle orthodoxen Christen.

Mann kann glauben die Orthodoxen waren besiegt. Nein zum gegen teil.

Nach 12 Jahre in Jahr 967 hat Kaiser Otto I (der Größe) ein Vergleich mit Orthodoxen angestrebt. Er hat um eine orthodoxe christliche Prinzessin für sein Sohn und Nachfolger gebeten.

In Jahr 972 ist unsere orthodoxe Kaiserin angekommen, die Theophanu. Eine Mädchen nur 14 bis 18 Jahre alt.

Warum? Vermutlich es waren zu viele orthodoxen Christen in Franken-Reich.

Kaiser Otto II hat noch den Krieg gegen Sarazenen, die orthodoxen Christen aus Süd-Italien damals geschützt haben, noch weiter fortgesetzt. Aber er hat verloren und krank entkommen.

Der kleine Kaiser wurde in Italien gekrönt.

( Nord-Italien waren die walachische Raeter die auch die von Ost gekommene Ost-Goten unterstützt haben und auch die von Siebenbürgen und auch Pannonien gekommene walachische-Langobarden unterstützen. Die Ost-Goten und Langobarden waren teils orthodoxe Christen und teils Arianern, auch eine östliche Form von Christentum. Die Ariane hatten keine Inquisition, keine Kreuzzüge, keine Zwanngs-Konvertierung so wie Orthodoxen. Der unterschied war die konnten noch nicht die Dreifaltigkeit verstehen, die waren doch nur walachische Bauern).

Der Otto III wurde genommen und in Mainz gebracht um auch in Deutschland anerkannt zu werden. Hier aber wollte der fränkische Onkel die macht an sich reisen.

Gegen Ihm stand zwei wehrlose Frauen: die orthodoxe Theophanu und seine Schwiegermutter die vermutlich auch orthodoxe Christin aus Burgund war.

( Die Burgunden waren auch von Ost angekommen und unsere Leute sagen es waren ursprünglich auch Goten/Geten)

Aber in Nord war Dänemark wo die Menschen gegen Franken mehrmals rebellierten und hatte eine ziemlich ähnliche christliche Glaube wie Orthodoxen hatten.

In Osten haben die Wenden-DDR, Böhmen und Polen rebelliert. Die orthodoxen Walachen mit wenige orthodoxen Magyaren waren in Noricum, Pannonien und heutige Rumänien.

Jugoslawien waren sicher auch orthodox.

Nord-Italien war orthodox und teil Arianer, Mitte Italien waren orthodoxen mit Katholiken gemischt. Süd Italien war orthodox.

Frankreich war Mitte-Süd noch Arianer oder orthodox. England wurde von Franken (Nomaden) noch nicht erobert und war vermutlich auch orthodox. (deswegen auch in Jahr 1300 erste Erhebung der orthodoxen in England)

Die Franken waren vermutlich in Jahr 983 von orthodoxen umzingelt. Nur so kann ich mich vorstellen warum zwei Frauen ein Sieg errungen konnten.

So wurde der Kaiser Otto III von seine orthodoxe Mutter und vermutlich seine orthodoxe Großmutter erzogen.

Und er hat uns in Jahr 1000 ein Rumäne und ein orthodoxe Christ zum König gebracht: Stephan der I von Ungarn.“

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 13.06.2017, 06:24

H.Bauer schrieb: "Wenn ein orthodoxen Walache die Wikipedia liest. Der kann die Geschichte auch so interpretieren. Sicher jeder sieht von einen anderen Winkeln. Aber wenn wir nicht sagen, dann schweigen wir für immer."

Das (Ver)Schweigen wäre ja als "politisch correct" gern gesehen und wäre dann auch angesehen (gesellschaftlich anerkannt). Andere Ansichten als die Herrschende Lehrmeinung werden von Wikipedia schnell ausgemerzt. Hier nur ein jüngstes Beispiel (von gestern):

Im Artikel zu Stefan Zweig findet sich: "Stefan Zweig sah in der Vereinigung Europas die einzige Möglichkeit, zukünftige Kriegsgefahr und Nationalismus abzuwenden. Sein supranationales europäisches Einigungsmodell hat dabei insbesondere eine antipolitische und antiökonomische Dimension im Sinne eines humanistischen Universalismus der übernationalen Habsburgermonarchie." https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Zw ... _des_Werks

Ein orthodoxer Walache hat sicher noch ganz andere Assoziationen zu einem "humanistischen Universalismus der übernationalen Habsburgermonarchie" als ein orthodoxer Deutscher, aber ein Kopfschütteln erzeugt diese Formulierung sicher bei beiden. Nun hat es sich eine fast 97jährige Dame erlaubt, diesen Satz auf der Diskussionsseite wenigsten mal in Frage zu stellen: "== Und geschichtsfälschende Verbrecher ... == die solche verbrecherischen und verlogenen Sätze schreiben wie: ".. im Sinne eines humanistischen Universalismus der übernationalen Habsburgermonarchie.[25] " (jeder der die Geschichte der Habsburger kennt, weiß, daß es sich beim "Hause Habsburg" um eine Sippe notorischer unverbesserlicher, völkerverachtender und antidemokratischer Erzverbrecher handelt, die sich selbst noch heute an den Verbrechen ihrer Vorfahren gesundstoßen(!)) gelten bei wikipedia allen Ernstes als "seriöse Quellen"?! Damit ist über Wikipedia ein für allemal der Stab gebrochen - sie muß weg, denn sie ist eine nicht duldbare Plattform für Kriminelle und Verbrecher gegen die Weltbevölkerung! Die Jugend der Welt sei vor diesen Gestalten wie den Habsburgern und den Wikipedianern (und deren Hintermännern!) gewarnt - auf Äonen hinaus! Hella (fast 97)" https://de.wikipedia.org/w/index.php?ti ... =155993945

Die alte Dame hat es sich noch nicht einmal erlaubt, im Artikel einzugreifen, sondern wollte nur ihre Meinung bekunden. Diese Meinung wurde aber schon nach zwei Minuten von Benutzer Werner von Basil https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Werner_von_Basil mit der Begründung gelöscht: "WP:Disk bitte beachten. Danke" https://de.wikipedia.org/w/index.php?ti ... =166329223

Ein alltäglicher Vorgang. Kritiker werden ausgemerzt, schon als Diskutanten - und erst recht in der Artikelarbeit - siehe
https://deutsch.rt.com/34437/gesellscha ... ael-speer/

Wikipedia kann nur mit allerallerhöchster Vorsicht benutzt werden, und als seriöse Quelle würde ich dieses Online-Lexikon nicht bezeichnen, im Gegenteil (womit sich die Frage ergibt: was wäre heute noch eine seriöse lexikographische Quelle, nachdem Brockhaus, Meyer & Co. verdrängt worden sind?). Um so wichtiger wäre es, Orthpedia weiter zu entwickeln. Aber die Aufgabe ist groß, und die Arbeiter dort sind viel zu wenige. "Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet den HERRN der Ernte, daß er Arbeiter aussende in seine Ernte." Lukas 10,2

Dargestellt werden müßte, wie die katholische Kirche Personen einfach vereinnahmt - beispielsweise den Kult um Jeanne d’Arc in Frankreich. Sie wurde seitens der Lateiner in einem kirchlichen Verfahren als Ketzerin auf den Scheiterhaufen gebracht - und als sie nicht auszumerzen war, als römisch-katholische Nationalheilige umfunktioniert! https://de.wikipedia.org/wiki/Jeanne_d%E2%80%99Arc Auch der von den Lateinern bis über den Tod hinaus verfolgte Methodios (seine Schüler wurden vertrieben, sein Werk in Großmähren wurde vernichtet) gilt heute als katholischer Patron Europas! https://de.wikipedia.org/wiki/Patrone_Europas Und auch die ersten noch rechtgläubigen Bischöfe von Krakau (Prohorius und Proculphus) werden als "Römisch-katholische Bischöfe des 10. Jahrhunderts" durch Wikipedia vereinnahmt: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie ... ahrhundert), obwohl Krakau zu jener Zeit noch nicht von den lateinischen Polanen erobert war. Es ließen sich beliebig viele weitere Beispiele anführen. Wie zu sehen, fungiert Wikipedia dabei eher als Beweis für die lateinische Geschichtsfälschung denn als seriöse Quelle. LG Christian


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