Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

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PascalBlaise
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon PascalBlaise » 02.02.2016, 13:14

Lazzaro hat geschrieben:Zwei Artikel des Radio Vatican zu diesem Themenkomplex:

http://de.radiovaticana.va/news/2016/01 ... st/1203744
http://de.radiovaticana.va/news/2016/01 ... ne/1202299

Viele Grüße
Lazarus


An vielen Stellen habe ich leider Probleme mit Winklers Aussagen. Im Prinzip finde ich das meiste falsch oder substanzlos- so kann es doch m.E. nicht funktionieren.

„Ich habe die Vermutung, dass nicht viel weitergeht, weil man nicht weiß, wohin man eigentlich will“


Die habe ich auch.

"Wir reden zum Teil über theologische Marginalien wie die Frage nach dem Papstamt"


Das ist schon weit aus dem Fenster gelehnt, wenn ich als kath. Theologie das Papstamt als Marginalie bezeichne. :shock:
Denn natürlich ist das mit eine der Hauptschwierigkeiten. Das Papsttum ist nun einmal mit wesentlich
für die katholischen Kirche. Punkt.


"Ansonsten könnte ein Nachfolger-Papst auch wieder an die bisherige theologische Linie anknüpfen und so tun, als wäre Franziskus eine bloße Episode in der Kirchengeschichte.
Das meine ich durchaus nicht nur im Blick auf die Ökumene, sondern auch im Blick auf andere umstrittene theologische Fragen."


Sehr viele denken genau das: Franziskus sollte am besten nur eine "Episode" bleiben...

"Im Blick auf das 2017 anstehende Reformations-Gedenken unterstrich Winkler seine Hoffnung auf ein gemeinsames Gedenken."


Sollen wir uns jetzt auch noch über die Reformation freuen und das mit den Protestanten feiern? :x:

„Skeptisch zeigte sich Winkler schließlich im Blick auf das für Pfingsten anvisierte „Panorthodoxe Konzil“.[...]Das hört sich alles vom Ansatz her schon problematisch an. Das klingt nicht nach Aufbruch.“
Von einem Konzil dürfe man erwarten, dass man Schritte aufeinander zu geht und „Feindschaften auch innerkonfessionell überbrückt und sich theologisch zur Welt hin öffnet“


Ist das wirklich das Ziel? Dass man sich theologisch zur Welt hin öffnet? Was soll das denn konkret heißen?
Wohin soll man den "aufbrechen"?

Mir kommt das alles wie Dampfplauderei vor. Die Praxis zeigt, dass sich die Probleme im Alltag damit nicht lösen lassen.

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Mary
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Mary » 02.02.2016, 14:00

PascalBlaise hat geschrieben:
„Skeptisch zeigte sich Winkler schließlich im Blick auf das für Pfingsten anvisierte „Panorthodoxe Konzil“.[...]Das hört sich alles vom Ansatz her schon problematisch an. Das klingt nicht nach Aufbruch.“
Von einem Konzil dürfe man erwarten, dass man Schritte aufeinander zu geht und „Feindschaften auch innerkonfessionell überbrückt und sich theologisch zur Welt hin öffnet“


Ist das wirklich das Ziel? Dass man sich theologisch zur Welt hin öffnet? Was soll das denn konkret heißen?
Wohin soll man den "aufbrechen"?


Nein, das ist nicht das Ziel.
Das Panorthodoxe Konzil ist zunächst mal genau das: Panorthodox. Also eine rein orthodoxe Angelegenheit.
Ökumenische Fragen interessieren da nur dann, wenn sie die orthodoxe Praxis betreffen, also bsp. bei den Themen Mischehe... Aufnahme von Christen anderer Konfession... Reli-Unterricht an Schulen etc., etc.

Die Wiedervereinigung mit Rom ist für Orthodoxe gar nicht soooo zentral wie umgekehrt.
lg Mary
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PascalBlaise
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon PascalBlaise » 02.02.2016, 14:17

Ich weiß nicht, ob eine "Wiedervereinigung" (seltsames Wort an der Stelle :? ) für Rom tatsächlich derzeit so zentral ist.
Das war schon einmal "gefühlt" viel wichtiger mit Benedikt.
Wenn man das etwas verfolgt - insbesondere womit Franziskus an die Öffentlichkeit tritt - geht es im Moment eher um viele andere Dinge.
Bzw. er tut viele Dinge, die eine solche Wiedervereinigung unwahrscheinlicher erscheinen lassen denn je.

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Thuja
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Thuja » 02.02.2016, 21:11

Zitat PascalBlaise:
Das ist schon weit aus dem Fenster gelehnt, wenn ich als kath. Theologie das Papstamt als Marginalie bezeichne. :shock:
Denn natürlich ist das mit eine der Hauptschwierigkeiten. Das Papsttum ist nun einmal mit wesentlich
für die katholischen Kirche. Punkt.


Na ja, "Wiedervereinigung" heißt für Rom ja, Unterordnung der Orthodoxie unter den römischen Papst. Deswegen steht das Papstamt ja nicht in Frage, es wird höchstens sein "Gültigkeitsbereich" ausgeweitet nach deren Meinung
Und das wird so nicht passieren, das haben sie bloß noch nicht verstanden in Rom.

Das Pan-Orthodoxe Konzil ist erstens eine innerorthodoxe Angelegenheit, die jedoch nichts mit der römisch-katholischen Kirche zu tun hat, und damit auch nicht mit der "Ost-/Westkirchen-Ökumene", insofern verbietet sich da jegliche Einmischung von westkirchlichen Seiten.
Zweitens sind die Vorbereitungen dazu schon über Jahrzehnte zugange, denn das letzte Pan-orthodoxe Konzil ist ja schon Jahrhunderte her! Aber es wurde kein großes Tam-Tam um die ganzen Besprechungen gemacht, "ungelegte Eier" sind noch nicht im "Gelege" zum Aufsammeln!
Drittens werden die Themen dort auf dem Konzil einstimmig beschlossen (die Themen, über die es in den Vorab-Verhandlungen noch zu keiner Einigkeit kam, werden in internen Konferenzen erst noch weiterbesprochen! Daher sind etliche Themen erst noch ausgeklammert, die weiterhin diskussionsbedürftig sind! Selbst wenn sie zuerst auf der Tagesordnung standen - das ist dann für die kommenden Konzile wieder dran), dann erst gehen die Beschlüsse nach dem Konzil zu den Gemeinden und Gläubigen, sozusagen zum "Ratifizieren", also zur Anerkennung oder Nicht-Anerkennung/Umsetzung. Erst wenn die Gläubigen auch damit einverstanden sind, treten diese Beschlüsse in Kraft! Das ist eine völlig andere Reihenfolge als der kath. Geistliche meint, dass im Vorfeld erst die Gläubigen "dran" wären und danach die "Oberhäupter"!! Schon daran bemerkt man, dass er von den "inneren Abläufen" in den orthodoxen Kirchen keine Ahnung hat. Ausgesprochen schade!

Liebe Grüße
Thuja
Господи помилуй мя!

Łukasz
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Łukasz » 03.02.2016, 18:14

Der erste RadioVatican-Artikel von Lazzaro berichtet nichts wirklich neues, außer das der Dialog zwischen dem Vatikan und den orthodoxen Kirchen (wie schon die Jahre davor) weitergeht. Der zweite Artikel mit dem Interview des Herrn Winkler ist hingegen regelrecht eine Beleidigung - nicht nur für orthodoxe sondern auch für römisch-katholische Christen. Hier macht sich mal wieder jemand besonders wichtig, der scheinbar weder von der einen (der römisch-katholischen Kirche) noch von der andere Sache (den orthodoxen Kirchen) wirklich eine Ahnung hat. Das Papsttum ist gewiss keine Marginalie - für gläubige Katholiken eine Notwendigkeit und für orthodoxe Christen ein Ärgernis ohnegleichen.

Ich glaube, Herr Winkler überträgt hier seine Erfahrung aus der katholisch-evangelisch/lutheranischen Ökumene auf den Dialog mit den orthodoxen Kirchen. Seine so genannten "mutigen Entwürfe" vom Schlage solcher liberaler Theologen wie eines Karl Rahners oder eines Heinrich Fries sind dafür mitverantwortlich, dass es seit Jahrzehnten mit dem christlichen Glauben der Katholiken und Lutheraner im deutschsprachigen Raum den Bach runter geht. Aber Anhänger der liberalen Theologie wollen natürlich nicht wahrhaben, dass all ihre Arbeit in der Richtung in Wahrheit den Verfall des christlichen Glaubens im deutschsprachigen Raum nur beschleunigt hat.

Was den jetzigen Papst angeht, da bin ganz ehrlich: ich mag ihn nicht. Der alte Ratzinger/Benedikt war vielleicht auch keine gute Besetzung für das Papst-Amt, aber Joseph Ratzinger gehört definitiv zu den ganz großen Theologen innerhalb der katholischen Kirche. Papst Johannes Paul II war im Vergleich zu Benedikt und zu Franziskus ein Gigant - sowohl als Kirchenführer als auch als Theologe. An den kommt keiner von den beiden Nachfolger-Päpsten auch nur ansatzweise ran. Im Vergleich zu Papst Johannes Paul II ist Papst Franziskus nur ein müder Abklatsch - weder als Theologe noch als Kirchenführer kann er mit dem Polen geistig, spirituell oder theologisch schritthalten. Auf mich wirkt Papst Franziskus wie eine billige Dalai Lama-Kopie, die zu allem und jedem Ja und Amen sagt - Hauptsache nirgendwo negativ auffallen. Ein Kirchenführer wie der Papst sollte mehr können, als nur "Everybody's Darling" sein zu wollen. In meinen Augen sollte Franziskus auch nichts weiter als eine (unglückliche) "Episode" in der katholischen Kirchengeschichte bleiben.

Und was das Thema "theologische Linie" des Papstes angeht, ein Papst muss keine Theologie betreiben, um Papst sein zu dürfen/können. Dafür gibt es in der katholischen Kirche mehr als genug andere Experten, die sich den ganzen Tag mit nichts anderem als Theologie beschäftigen. Der Papst ist an erster Stelle Kirchenführer (der römisch-katholischen Kirche). Es ist nicht Aufgabe der Päpste sich jedesmal wieder eine neue Theologie "auszudenken" oder das komplette Kirchenrecht neu umzuschreiben, sondern sie sollen ihre Kirche leiten. Das hat Herr Winkler wohl auch nicht so recht verstanden - und das auch noch als Historiker.

Die größte Frechheit sind natürlich Herrn Winklers Aussagen zur Orthodoxie: Herr Winkler mag vom Panorthodoxen Konzil halten, was immer er möchte, aber es steht ihm nicht zu, darüber zu entscheiden, ob die orthodoxen Kirchen und ihre Patriarchen und Bischöfe ein solches Konzil eröffnen dürfen oder nicht - dies ist eine rein orthodoxe Angelegenheit. Da haben Katholiken, Anhänger anderer Religionen oder sonstige Außenstehende nichts zu melden. Zudem hat es Thuja bereits erwähnt, wie orthodoxe Konzile arbeiten: erst im Anschluss darauf, wenn alles einstimmig beschlossen wird, werden die Beschlüsse von den Gläubigen quasi "ratifiziert". Was eindeutig zeigt, dass Herr Winkler keine Ahnung hat, wovon er da überhaupt redet. Das Letzte, was die Orthodoxie braucht, ist, dass sie sich genauso "der Welt (und dem antichristlichen Zeitgeist) öffnet", wie es die evangelische oder katholische Kirche in Deutschland getan hat, da kann man auch gleich den christlichen Glauben an den Nagel hängen, alle Vorhaben aufgeben und die Koffer packen. Der christliche Glaube soll sich nicht der Welt (und allem, was in ihr falsch läuft) "öffnen", sondern die Welt muss durch den christlichen Glauben transformiert werden.

PascalBlaise
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon PascalBlaise » 04.02.2016, 08:57

Lukasz hat geschrieben:Seine so genannten "mutigen Entwürfe" vom Schlage solcher liberaler Theologen wie eines Karl Rahners oder eines Heinrich Fries sind dafür mitverantwortlich, dass es seit Jahrzehnten mit dem christlichen Glauben der Katholiken und Lutheraner im deutschsprachigen Raum den Bach runter geht.

Nana, das ist jetzt doch stark übertrieben. Erstens geht es nicht überall den Bach runter und zweitens spielt er im Prinzip keine Rolle, zumindest keine so große.
Lukasz hat geschrieben:Das Letzte, was die Orthodoxie braucht, ist, dass sie sich genauso "der Welt (und dem antichristlichen Zeitgeist) öffnet", wie es die evangelische oder katholische Kirche in Deutschland getan hat, da kann man auch gleich den christlichen Glauben an den Nagel hängen, alle Vorhaben aufgeben und die Koffer packen.

Das ist eine unzulässige Generalisierung. Wo hat sich denn die Kirche dem antichristlichen Zeitgeist geöffnet? Das ist schon eine starke Anschuldigung!
Lukasz hat geschrieben:Herr Winkler mag vom Panorthodoxen Konzil halten, was immer er möchte, aber es steht ihm nicht zu, darüber zu entscheiden, ob die orthodoxen Kirchen und ihre Patriarchen und Bischöfe ein solches Konzil eröffnen dürfen oder nicht - dies ist eine rein orthodoxe Angelegenheit. Da haben Katholiken, Anhänger anderer Religionen oder sonstige Außenstehende nichts zu melden.

Jupp, finde ich auch. Man muss erst mal vor der eigenen Tür kehren. Überhaupt ist eine freundliche (!) Distanz zwischen Katholiken und Orthodoxen bzw. Protestanten wahrscheinlich überhaupt das Gesündeste und vor allem ehrlichste. Man kann nicht einfach daherkommen, auch nicht als Theologieprofessor, und glauben, dass man jahrhundertealte Spaltungen mit ein, zwei Binsenweisheiten überwinden kann, nach dem Motto früher waren ja alle blöd. Das ist auch eine Form von Hochmut.

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Mary
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Mary » 04.02.2016, 11:20

PascalBlaise hat geschrieben:Das ist eine unzulässige Generalisierung. Wo hat sich denn die Kirche dem antichristlichen Zeitgeist geöffnet? Das ist schon eine starke Anschuldigung!

Ja, da gebe ich Dir absolut Recht.
Da liegt, denke ich, eine Sozialisierung vor, die in manchen tradi-katholischen Kreisen üblich ist. Nix für ungut, Lukasz

PascalBlaise hat geschrieben: Überhaupt ist eine freundliche (!) Distanz zwischen Katholiken und Orthodoxen bzw. Protestanten wahrscheinlich überhaupt das Gesündeste und vor allem ehrlichste.

Das würde aber bedeuten, dass man den Wunsch nach Einheit einem sehr oberflächlichen, um nicht zu sagen, faulen, Frieden opfert. Die Reibung aneinander und die Auseinandersetzung muss schon sein... jedoch bitte mit fairen Mitteln und so, dass man dem Gegenüber noch in die Augen schauen mag - und Christus in ihm begegnen kann. Online etwas schwierig, ich gebs ja zu.... :P

PascalBlaise hat geschrieben:Man kann nicht einfach daherkommen, auch nicht als Theologieprofessor, und glauben, dass man jahrhundertealte Spaltungen mit ein, zwei Binsenweisheiten überwinden kann, nach dem Motto früher waren ja alle blöd. Das ist auch eine Form von Hochmut.

Ja, absolute Zustimmung. Mit Binsenweisheiten geht es nicht. Manchmal jedoch ist gerade das einfache Wort, das auf offene Herzen trifft wertvoller als viele Diskussionen und Abhandlungen....
(so geschehen bsp. bei der Herstellung der Kommunion von Moskauer Patriarchat und Auslandkirche :loveit: )
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Luka Filipp Kiriak » 04.02.2016, 21:32

Thuja hat geschrieben:[...] dann erst gehen die Beschlüsse nach dem Konzil zu den Gemeinden und Gläubigen, sozusagen zum "Ratifizieren", also zur Anerkennung oder Nicht-Anerkennung/Umsetzung. Erst wenn die Gläubigen auch damit einverstanden sind, treten diese Beschlüsse in Kraft!
Thuja

Wie genau funktioniert das? Was würde passieren, wenn die Gläubigen einzelne Beschlüsse ablehnen würden? Gelten sie dann nicht mehr? Wer kontrolliert das? Was passiert, wenn ein Teil der Gläubigen mit den Beschlüssen einverstanden ist und ein anderer Teil nicht? Könnte das nicht zu Spaltungen führen?

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Mary
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Mary » 04.02.2016, 22:29

Luka Filipp Kiriak hat geschrieben:
Thuja hat geschrieben:[...] dann erst gehen die Beschlüsse nach dem Konzil zu den Gemeinden und Gläubigen, sozusagen zum "Ratifizieren", also zur Anerkennung oder Nicht-Anerkennung/Umsetzung. Erst wenn die Gläubigen auch damit einverstanden sind, treten diese Beschlüsse in Kraft!
Thuja

Wie genau funktioniert das? Was würde passieren, wenn die Gläubigen einzelne Beschlüsse ablehnen würden? Gelten sie dann nicht mehr? Wer kontrolliert das? Was passiert, wenn ein Teil der Gläubigen mit den Beschlüssen einverstanden ist und ein anderer Teil nicht? Könnte das nicht zu Spaltungen führen?

Sowas ergibt sich über die Jahrzehnte/Jahrhunderte.... die entsprechenden Beschlüsse geraten dann einfach "in Vergessenheit"...
wir haben ja Zeit, nicht wahr.
Nach dem Konzil von Florenz/Ferrara wurden auch einige Bischofe in die Wüste, repektive nach Italien zurück, geschickt, soweit ich mich erinnere... da weiss sicher jemand mehr..
Unterschiede in Detailfragen sind ja auch nicht weiter schlimm. Das ist ja gerade das Schöne in der orthodoxen Kirche, dass jede Landeskirche weitreichende Kompetenzen hat, ihre inneren Angelegenheiten zu regeln. So wie ich das angedachte Dokument über das Fasten verstehe (siehe link von Igor) wird dort ja beispielsweise der Wert des Fastens betont... es jedoch den einzelnen Kirchen überlassen, im Sinn der Ökonomie die genauen Regeln für ihre Gläubigen zu bestimmen.
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon holzi » 08.02.2016, 09:18

Zum Treffen des Patriarchen mit Papst Franziskus bitte hier entlang: viewtopic.php?f=45&t=3445
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Martin Hern » 23.04.2016, 21:51

hallo zusammen!
als erstes möchte ich euch um die Erinnerung bitten , das wir alle durch die taufe Brüder und Schwestern im Herrn Jesus Christus sind.

wissen einige von euch eigentlich wie menschen ab würdigend ihr hier so schreiben? Ich finde es einfach nicht im sinne des Herrn das ihr hier so über den Römisch-Katholischen glauben urteilt . Ich weis ja nicht was euch dazu treibt , doch denke ich nicht das es der Heilige Geist ist , sonder ihr euch einfach zusehr auf euch selber beruft. Ich werde mich zurück halten auf irgendwelche spontanen Gemeinde treffen oder die Gebets Traditionen oder Marien Erscheinungen einzugehen, viel mehr möchte ich euch nur zwei fragen stellen und zwar : 1. wieso zweifelt ihr an den glauben der mich als Röm-Katholiken in der taufe mit euch verbindet.

2. glaubt ihr das das was ihr hier so abwertend von euch gebt, könnte es zur Einheit bringen? wo unser Herr und Gott schon für Gebetet hat?

zum ende muss ich um eine genauere Recherche in Zukunft eurerseits bitten, denn das mache ich auch nicht anders und ich finde so große schätze in der Orthodoxie , die meinen Röm-Katholischen Glauben sehr bereichern, und das könnte euch wenn ihr die vorurteile und euren sinnlichen Bezug ablegen würdet vielleicht auch Passieren. Und Lebt als Einheit und Respekt mit der Röm-Katholischen Kirche aus der gnade der Taufe, denn wir sind und bleiben Brüder und Schwestern im Herrn.

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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Hetairos » 24.04.2016, 01:09

Lieber Martin,

Ich glaube nicht, dass irgendjemand hier an den Glauben zweifelt, der Dich als RK qua Taufe mit uns verbindet. Ich sehe auch nicht, dass irgendjemand sich abwertend gegenüber dem römisch-katholischen Glauben insgesamt äußert, schon gar nicht gegen Katholiken generell. Alles, was kritisiert wird und worüber immer wieder debattiert wird, sind einzelne theologische Auslegungen, sowie einzelne Theologen an sich. Und natürlich das Papsttum. Und gewisse Tendenzen einer "Verweltlichung", gerade im Bezug zur katholischen Kirche in Deutschland, werden auch aus katholischen Kreisen stark kritisiert - und von Ex-Katholiken :roll:
Also nichts für ungut aber Menschenherabwürdigendes kann ich hier nicht finden.

Grüße, Hetairos
Aν πεθάνεις, πριν πεθάνεις, δεν θα πεθάνεις, όταν πεθάνεις!

Martin Hern
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Martin Hern » 24.04.2016, 08:51

nun ja , man kann es so machen wie immer ! in dem man um sich selbst zu schützen die Tatsache mit Relativismus über tüncht, oder man gib einfach mal zu das es nicht in Ordnung ist , das man mal einfach so seine Sicht der dinge in den Raum geworfen hat ohne genau die Richtigkeit über die dinge geprüft zu haben.

Wenn die Absicht im Vordergrund stehen würde, das die Bemühung um die Einheit gegeben ist , dann wäre es doch sinnvoller die dinge die z.b in der Orthodoxie Blüten des Wohlgeruchs Gottes sind und die es in der RKK nicht gibt, durch Gebet zu erflehen z.b das in der Heiligen Messe dem RK Gemeinden wie in der Orthodoxie auch das Blut Christi gereicht wird.

Es ist einfach nivo sinnlos denn Splitter im Auge des anderen zu sehen , aber denn Blacken im eigenen Auge nicht wahr zunehmen. Wir sollten uns viel mehr darum Bemühen denn Willen Gottes zu erkennen und seine Gebote zu halten da haben wir glaube ich genügend zutun. Denn auch wenn man Gott erkannt hat ! ist noch lange nicht alles was man Reden, Schreiben und handeln sein Wille.

SebastianS
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon SebastianS » 24.04.2016, 15:28

Martin Hern hat geschrieben:als erstes möchte ich euch um die Erinnerung bitten , das wir alle durch die taufe Brüder und Schwestern im Herrn Jesus Christus sind.


Dieser Satz kann von Orthodoxer Seite nicht von allen unterschrieben werden. Es gibt hier eine Meinungsverschiedenheit und eine theologische Lehrmeinung ist, dass es außerhalb der Kirche (also der Orthodoxen Kirche) keine Mysterien gibt. Und somit ist es nicht einfach dasselbe, ob man bei den Katholiken getauft wurde oder in der Orthodoxen Kirche. Im Glaubensbekenntnis sprechen wir von "Einer Taufe" und ich hänge auch der Meinung an, dass diese Eine Taufe nur in der Orthodoxen Kirche gespendet wird. Die Katholiken sind also insofern Brüder und Schwestern von mir, weil sie auch wie ich von Adam abstammen, aber die geistliche Brudern- und Schwesternschaft verbindet mich nur mit meinen Orthodoxen Brüdern und Schwestern.
Es gibt hier aber auch die andere Lehrmeinung, die Sakramente/Mysterien auerhalb der Orthodoxen Kirche anerkennt. Ich spreche also hiermit nicht für andere Menschen.

Ich möchte damit aber ganz deutlich sagen, dass ich somit keinerlei Aussagen mache über den Glauben oder über den Charakter eines einzelnen katholischen Christen. Es gibt sicherlich sehr viele katholische Christen, die sehr viel besser sind als, die besser glauben, ein gottgefälligeres Leben führen. Somit ist das, was ich oben geschrieben habe keine Herabwertung von Katholiken allgemein, sondern einfach nur mein Verständnis der Orthodoxen Ekklesiologie (das sich natürlich nicht auf meine eigenen Überlegungen stützt).

Ansonsten noch ein kleiner Hinweis: Du darfst nicht einfach von dem Bild dass die Katholiken über die Orthodoxe Kirche haben darauf schließen, dass das in der Orthodoxie ähnlich gesehen wird. Im Katholizismus wird häufig sehr positiv über die Orthodoxie gedacht und es gibt gar solche Vorstellungen, dass die Weltkirche mit zwei Lungenflügeln atme, von denen der eine die Orthodoxe und der andere die Katholische Kirche sei. So rosig sieht die Orthodoxe Kirche die Situation aber im Allgemeinen nicht. Die Kirche ist nicht getrennt, sondern die Orthodoxe Kirche ist DIE Eine, Heilige, Katholische (im ursprünglichen Wortsinn: Allumfassende) und Apostolische Kirche und die Römisch-Katholische Christenheit hat sich leider von ihr getrennt. Diese Ansicht ist im Westen nicht mehr en Vogue ist aber eben deswegen nicht falsch. Und um ehrlich zu sein, das Erbe der Orthodoxen Kirche ist so reichhaltig, dass man es in einem Leben nicht ausschöpfen kann, und da muss man gar nicht, nach weiteren Schätzen im Katholizismus suchen...

Dennoch möchte ich natürlich niemanden persönlich angreifen oder gar verurteilen. Ich spreche hier lediglich über die Kirche als ungetrennter Leib Christi und nicht über einzelnen Menschen.

Martin Hern
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Re: Patriarch Kyrill I. für Zusammenarbeit mit Katholiken

Beitragvon Martin Hern » 24.04.2016, 17:02

Was soll man dazu sagen ?????
Ist das wirklich was da steht ? oder träume ich !!!
Was ist bloß mit uns Christen los ? da wo der glaube einfach von menschen so Gott fern beschrieben wird. Jesus hat doch gesagt das er und der Vater eins sind oder etwa nicht ? und das das von menschen einfach auseinander diskutiert wird stellt Jesus seine aussage als lüge dahin.wie die Wahre wahrheit ausschaut erkennen wir sowie so erst dann , wenn wir Gott erkennen wie er wirklich ist .

Ein Theologie Professor unserer zeit hat mal gesagt das die Theologie eine begleit Erscheinung der Erbsünde ist, denn es gibt nicht einen einzigen Vers in der Heiligen Schrift wo angeraten wird auf irgend einer Art und weise Gott erklären zu müssen.
Und es gibt hunderte von Menschen die durch das Studium der Theologie ernsthaft vom Glauben abgefallen sind.


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