Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

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Sascha
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Sascha » 28.04.2012, 18:52

Christ7777777 hat geschrieben:
Ich habe das nicht einfach so dahin gesagt, dass ich von herzen weiß, dass die Orthodoxe Kirche die WAHRE KIrche ist. Ich meine, der Heilige Geist "sagt" mir ganz klar, hier ist die wahre KIrche CHristi, hier bist du "zuhause"...ich glaube ein katholik kann das tief in seiner Seele nicht fühlen, dass er "zuhause" ist. Ist ja klar...soviel dazu, ich bin theologisch eine Niete, aber ich habe schon viel Erfahrung gemacht, obwohl ich kein Heiliger oder Priester bin....ich habe die Mysterien Gottes erlebt und erlebe sie jeden Tag aufs Neue...das entgeht dir alles, so glaube ich...nicht das ich was gegen dich habe, ich sage nur die Wahrheit, weil der Heilige Geist in mir lebt, so wie das bei jedem anderen orthodoxen Christen auch sein sollte....deswegen muss man auch ehrfürchtig sein vor jedem orthodoxen Christen, weil der Heilige Geist in ihm wohnt und er durch ihn spricht (vielleicht nicht immer). Aber ich habe auch respekt vor dir, son, weil du auch die Gebote Gottes erfüllst, denke ich...


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songul
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon songul » 29.04.2012, 06:57

Christ7777777 hat geschrieben:...
Ich habe das nicht einfach so dahin gesagt, dass ich von herzen weiß, dass die Orthodoxe Kirche die WAHRE KIrche ist. Ich meine, der Heilige Geist "sagt" mir ganz klar, hier ist die wahre KIrche CHristi, hier bist du "zuhause"...ich glaube ein katholik kann das tief in seiner Seele nicht fühlen, dass er "zuhause" ist. Ist ja klar...soviel dazu, ich bin theologisch eine Niete, aber ich habe schon viel Erfahrung gemacht, obwohl ich kein Heiliger oder Priester bin....ich habe die Mysterien Gottes erlebt und erlebe sie jeden Tag aufs Neue...das entgeht dir alles, so glaube ich...nicht das ich was gegen dich habe, ich sage nur die Wahrheit, weil der Heilige Geist in mir lebt, so wie das bei jedem anderen orthodoxen Christen auch sein sollte....deswegen muss man auch ehrfürchtig sein vor jedem orthodoxen Christen, weil der Heilige Geist in ihm wohnt und er durch ihn spricht (vielleicht nicht immer). Aber ich habe auch respekt vor dir, son, weil du auch die Gebote Gottes erfüllst, denke ich... :)...

Ich wär jetzt mal sehr vorsichtig, sich über den Glauben und das was andere im Herzen tragen mit so viel "Wissen" zu erheben.
Ein solches "Wissen" ist weder vom Heiligen Geist noch ist es gut.
Und wenn du selbst meinst, theologisch eine Niete zu sein.....dann ist es manchmal besser, nicht zu viel zu meinen.
Der Heilige Geist weht wo er will und nur Gott weiss wo, und wenn du dir gewiss bist, dass er in dir ist, dann behalte dieses Wissen in aller Demut und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
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songul
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon songul » 29.04.2012, 07:02

Florianklaus hat geschrieben:
Lazzaro hat geschrieben:[Es ging mir nicht darum mangels Argumente mich mit "Komm und sieh!" herauszureden. Es ging darum, einmal anstelle der Details die grundlegend andere Herangehensweise an den Glauben darzustellen (ich überspitze etwas): Nicht der Einzelne kommt mit Hilfe eines rationalen Bibelverständnisses und eigener Überlegungen zu einer "Wiedergeburt in Christo", die er im Vollbesitz seiner Kräfte und öffentlich durch Untertauchen in Wasser bekennt, sondern die Gemeinschaft in Gestalt der Kirche als Trägerin des von Gott bedingungslos (Säuglingstaufe und -Komunion!) geschenkten Heiles hilft dem Einzelnen seinen Glauben zu erkennen und zu leben. Anders ausgedrückt: Der Unterschied zwischen uns und den Baptisten (und auch anderen westlichen Bekenntnissen) ist der eher mystische Zugang zum Glauben, weniger der Verstandesmäßige. Lieber Florianklaus, das ist allerdings eher in der Praxis erfahrbar.


Im Prinzip völlig d`accord! Aber ich glaube dennoch, daß es in einer weitgehend entchristlichen Gesellschaft wichtig ist, die Glaubenslehre von ihren Prämissen her auch intellektuell nachvollziehbar darzustellen. Sonst läuft man Gefahr, nicht ernst genommen zu werden und verbaut sich möglicherweise den Zugang zu Menschen, die eigentlich religiös interessiert sind.

Lieber Florian,
noch in Kürze vor dem Kirchgang:
es gibt natürlich inzwischen für jedes Niveau Bücher und Information über die Orthodoxie und den Glauben auch in Deutsch. Da hat sich viel getan und würde die orthodoxe Kirchen (oder die hier anwesenden Landeskirchen) dann sähe die deutsch-orthodoxe Landschaft hier mittlerweile schon anders aus.
Denk ich mal.
Einen gesegneten Sonntag dir.

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Christ7777777
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Christ7777777 » 29.04.2012, 16:26

Sascha hat geschrieben:
Christ7777777 hat geschrieben:
Ich habe das nicht einfach so dahin gesagt, dass ich von herzen weiß, dass die Orthodoxe Kirche die WAHRE KIrche ist. Ich meine, der Heilige Geist "sagt" mir ganz klar, hier ist die wahre KIrche CHristi, hier bist du "zuhause"...ich glaube ein katholik kann das tief in seiner Seele nicht fühlen, dass er "zuhause" ist. Ist ja klar...soviel dazu, ich bin theologisch eine Niete, aber ich habe schon viel Erfahrung gemacht, obwohl ich kein Heiliger oder Priester bin....ich habe die Mysterien Gottes erlebt und erlebe sie jeden Tag aufs Neue...das entgeht dir alles, so glaube ich...nicht das ich was gegen dich habe, ich sage nur die Wahrheit, weil der Heilige Geist in mir lebt, so wie das bei jedem anderen orthodoxen Christen auch sein sollte....deswegen muss man auch ehrfürchtig sein vor jedem orthodoxen Christen, weil der Heilige Geist in ihm wohnt und er durch ihn spricht (vielleicht nicht immer). Aber ich habe auch respekt vor dir, son, weil du auch die Gebote Gottes erfüllst, denke ich...


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Danke, hehe.

songul hat geschrieben:
Christ7777777 hat geschrieben:...
Ich habe das nicht einfach so dahin gesagt, dass ich von herzen weiß, dass die Orthodoxe Kirche die WAHRE KIrche ist. Ich meine, der Heilige Geist "sagt" mir ganz klar, hier ist die wahre KIrche CHristi, hier bist du "zuhause"...ich glaube ein katholik kann das tief in seiner Seele nicht fühlen, dass er "zuhause" ist. Ist ja klar...soviel dazu, ich bin theologisch eine Niete, aber ich habe schon viel Erfahrung gemacht, obwohl ich kein Heiliger oder Priester bin....ich habe die Mysterien Gottes erlebt und erlebe sie jeden Tag aufs Neue...das entgeht dir alles, so glaube ich...nicht das ich was gegen dich habe, ich sage nur die Wahrheit, weil der Heilige Geist in mir lebt, so wie das bei jedem anderen orthodoxen Christen auch sein sollte....deswegen muss man auch ehrfürchtig sein vor jedem orthodoxen Christen, weil der Heilige Geist in ihm wohnt und er durch ihn spricht (vielleicht nicht immer). Aber ich habe auch respekt vor dir, son, weil du auch die Gebote Gottes erfüllst, denke ich... :)...

Ich wär jetzt mal sehr vorsichtig, sich über den Glauben und das was andere im Herzen tragen mit so viel "Wissen" zu erheben.
Ein solches "Wissen" ist weder vom Heiligen Geist noch ist es gut.
Und wenn du selbst meinst, theologisch eine Niete zu sein.....dann ist es manchmal besser, nicht zu viel zu meinen.
Der Heilige Geist weht wo er will und nur Gott weiss wo, und wenn du dir gewiss bist, dass er in dir ist, dann behalte dieses Wissen in aller Demut und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.



Ich wäre an deiner Stelle auch mal sehr vorsichtig. Du sagst ganz klar, ich würde über ihn richten, dabei weiß du garnicht was für eine wundervolle seele ich haben könnte die zutiefst demütig und Gott ergeben ist. Das finde ich an deinem Text ein bisschen gewagt. Aber du hast recht, ich weiß einfach nicht ob son auch den Heiligen Geist spürt so wie wir orthodoxen Christen. Wenn ich sage ich "meine", könnte es doch auch vom Heiligen Geist kommen, was ich meine...oder? Dazu muss ich kein Priester sein um Dinge zu sagen die vom Heiligen Geist kommen. Ich habe den Text geschrieben, weil mir eben das was ich geschrieben habe, dazu eingefallen ist. Und wie du siehst habe ich Zustimmung :P...aufjedenfall, und da stimmst du mir hoffentlich zu, kann keine Seele außerhalb der orthodoxen Kirche das GEfühl des Zuhauseseins fühlen....weil eben nur die orthodoxe Kirche die wahre Kirche Christi ist. Gut, manche meinen sie wären bei ihrer Kirche zuhause,aber das sind sie halt nicht, stimmts? Mehr will ich nicht schreiben weil ich sonst wieder was an kopf geworfen bekomme... :D
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Sascha » 29.04.2012, 18:00

Christ7777777 hat geschrieben:Ich wäre an deiner Stelle auch mal sehr vorsichtig. Du sagst ganz klar, ich würde über ihn richten, dabei weiß du garnicht was für eine wundervolle seele ich haben könnte die zutiefst demütig und Gott ergeben ist. Das finde ich an deinem Text ein bisschen gewagt. Aber du hast recht, ich weiß einfach nicht ob son auch den Heiligen Geist spürt so wie wir orthodoxen Christen. Wenn ich sage ich "meine", könnte es doch auch vom Heiligen Geist kommen, was ich meine...oder? Dazu muss ich kein Priester sein um Dinge zu sagen die vom Heiligen Geist kommen. Ich habe den Text geschrieben, weil mir eben das was ich geschrieben habe, dazu eingefallen ist. Und wie du siehst habe ich Zustimmung :P...aufjedenfall, und da stimmst du mir hoffentlich zu, kann keine Seele außerhalb der orthodoxen Kirche das GEfühl des Zuhauseseins fühlen....weil eben nur die orthodoxe Kirche die wahre Kirche Christi ist. Gut, manche meinen sie wären bei ihrer Kirche zuhause,aber das sind sie halt nicht, stimmts? Mehr will ich nicht schreiben weil ich sonst wieder was an kopf geworfen bekomme... :D


Wirklich Zuhause ist die Seele natürlich nur im Leib Christi, also der orthodoxen Kirche. Aber der Satan wirkt in den anderen Religionen und täuscht die armen Irr- und Ungläubigen. So dass sich denk ich mal auch der Muslim gut fühlt wenn er betet und so auch die von der Kirche abgefallenen Christen. Ein schlimmer Trick des Satans, denn diese Leute lassen sich schwieriger bekehren als ein Heide. Sie glauben ja sie wären Glieder der Kirche und sehen daher keinen Sinn darin die wahre Kirche kennen zu lernen. Der Heide hat diesen vom Satan eingegebenen Irrglauben jedoch nicht.
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Lazzaro » 29.04.2012, 18:34

Cristo é risorto!
Pampini!
Ich dachte, wir wollten uns mit Son unterhalten und seine Fragen beantworten?
Bitte mehr Niveau!
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Christ7777777 » 29.04.2012, 20:31

Jo, son auf gehts, du musst mir nicht mehr schreiben, habe ja nur noch mal was korrigiert. Aber die anderen wollen noch was von dir hören anscheinend. :v:
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Lazzaro » 29.04.2012, 21:08

son hat geschrieben:Auf der anderen Seite glaube ich, dass eure Gläubigen, die gläubigen Katholiken, Lutheraner, Baptisten usw. zu der einen Kirche gehören.

Christus ist auferstanen!

Das verstehe ich gar nicht.
Ihr haltet die Erwachsenentaufe für obligatorisch. OK, das kann ich nachvollziehen.
Aber dennoch hälst Du Konfessionen, die in der Regel die Kindertaufe praktizieren, der Kirche zugehörig?
Würde das bedeuten, daß man auch ohne Taufe oder nur aus dem "Suhlbad der Kindstaufe" * kommend Teil der Kirche sein kann?
Wie verträgt sich das mit eurem Verständnis als Täufer?
Welchen Wert hat die (Ewachsenen-)Taufe, wenn sie nicht die Kirchenmitgliedschaft konstituiert? :shock:

Also bei uns ist das (grob vereinfachend!) so: Ohne Taufe und Myronsalbung, die der kath. Firmung entspricht, bist du eigentlich kein richtiger Christ.

Lazarus

* Originaljargon der Wiedertäuferbewegung aus dem 16. Jahrhdt.
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Mary » 29.04.2012, 21:43

Christ7777777 hat geschrieben:
Bei der orthodoxen Kirche lieber son, gibt es keine Konfirmation o. Ä. soweit ich weiß. Ich weiß auch net was das heißt: "Konfirmation" :roll:


Lieber Christ7777777,

die Myronsalbung der orthodoxen Kirche ist das "Pendant" zur Firmung bei den römischen Katholiken. Die Konfirmation hat sich nach der Reformation aus der Firmung entwickelt...
im Unterschied zu den Orthodoxen spenden die Katholiken die Firmung zu einem späteren Zeitpunkt. Firmung und Konfirmation stehen am Eintritt ins Erwachsenenleben und werden heute auch als persönliches Ja zur Taufe als Kleinkind gesehen.

hier was zum Lesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Firmung
http://de.wikipedia.org/wiki/Konfirmation

Lg Mary
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.

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Christ7777777
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Christ7777777 » 30.04.2012, 06:08

okay, habe ich verstanden, Mary. Danke für die kleine erläuterung.
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Christ7777777 » 30.04.2012, 06:11

Lazzaro hat geschrieben:
son hat geschrieben:Auf der anderen Seite glaube ich, dass eure Gläubigen, die gläubigen Katholiken, Lutheraner, Baptisten usw. zu der einen Kirche gehören.

Christus ist auferstanen!

Das verstehe ich gar nicht.
Ihr haltet die Erwachsenentaufe für obligatorisch. OK, das kann ich nachvollziehen.
Aber dennoch hälst Du Konfessionen, die in der Regel die Kindertaufe praktizieren, der Kirche zugehörig?
Würde das bedeuten, daß man auch ohne Taufe oder nur aus dem "Suhlbad der Kindstaufe" * kommend Teil der Kirche sein kann?
Wie verträgt sich das mit eurem Verständnis als Täufer?
Welchen Wert hat die (Ewachsenen-)Taufe, wenn sie nicht die Kirchenmitgliedschaft konstituiert? :shock:

Also bei uns ist das (grob vereinfachend!) so: Ohne Taufe und Myronsalbung, die der kath. Firmung entspricht, bist du eigentlich kein richtiger Christ.

Lazarus

* Originaljargon der Wiedertäuferbewegung aus dem 16. Jahrhdt.


ja, glaube das kann man schon so sagen.
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon son » 30.04.2012, 19:26

Lazzaro hat geschrieben:Also bei uns ist das (grob vereinfachend!) so: Ohne Taufe und Myronsalbung, die der kath. Firmung entspricht, bist du eigentlich kein richtiger Christ.

Wir sehen auch die, die zwar schon gläubig, aber noch nicht getauft sind als Christen an, wobei dann die Taufe folgen sollte. In die Kirche aufgenommen wird man durch die Taufe, aber so wie ich das verstehe, ist derjenige, der zum Glauben gekommen ist, damit auch nicht mehr so richtig außerhalb. Ich weiß nicht, ob ihr versteht, was ich meine. Ich glaube, der folgende Auszug aus dem Kirchenrecht der römischen Ostkirchen bringt etwas ähnliches zum Ausdruck:
Canon 9 - §1. Since catechumens are in union with the Church in a special manner, that is, under the influence of the Holy Spirit, they ask to be incorporated into the Church by explicit choice and are therefore united with the Church by that choice just as by a life of faith, hope and charity which they lead; the Church already cherishes them as its own.

Wobei da natürlich nur von Gläubigen die Rede ist, die schon die Taufe begehren, aber vielleicht hilft es trotzdem etwas, zu verstehen, was ich mit dem nicht voll aufgenommen, aber auch nicht wirklich außerhalb sein, meine.

Ich wurde nach der Taufe nicht gesalbt, es wurden mir nur die Hände aufgelegt und gebetet, dass ich den Heiligen Geist empfange.
Heißt das, dass ich kein richtiger Christ bin? Oder bin ich das aus eurer Sicht sowieso nicht, weil das nicht bei euch passiert ist?
Noch kurz zu den Bezeichnungen: Die Baptisten gehören eigentlich nicht zu den Täufern, auch wenn wir viele Ähnlichkeiten mit den Täufern haben.
Und wir halten nicht die Erwachsenen, sondern die Glaubenstaufe für obligatorisch.

Liebe Grüße,
Son

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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Lazzaro » 30.04.2012, 23:22

Christus ist Aferstanden!
Lieber Son!
Verstehe ich das jetzt richtig:
Wir Orthodoxe hätten also nach eurer Ansicht zwar irgenwie einen Anteil an der Kirche frei nach dem Motto "keine Ahnung, wie Gott das regelt", wären aber dennoch nur so etwas Ähnliches wie eine Versamlung von Catechumenen.

Ich wurde nach der Taufe nicht gesalbt, es wurden mir nur die Hände aufgelegt und gebetet, dass ich den Heiligen Geist empfange.
Das ist so schon relativ richtig gemacht und in Deiner Situation das beste, das Dir hat passieren können. Vor allem, wenn man bedenkt, daß in in einigen Landeskirchen so etwas fehlen kann, und weder nach der Taufe, noch während der Konfirmation gemacht wird.

Heißt das, dass ich kein richtiger Christ bin? Oder bin ich das aus eurer Sicht sowieso nicht, weil das nicht bei euch passiert ist?

Nun das ist die Gretchenfrage.
Ich möchte vorweg sagen, daß diese Frage letztentlich nur der Priester beantworten kann, der eine hypothetische Konversion begleiten würde und zwar nur derjenige alleine, eventuell in Rücksprache mit seinem Bischof. Jeder andere kan sich einer Antwort nur annähern. Definitiv werde ich sagen können, daß die Handauflegung mit der bitte um den Heiligen Geist nicht als unserer Myronsalbung gleichwertig angesenen werden kann da für dieses Mysterium die apostolische Sukzession obligatorisch ist. Ob die Taufe anerkannt werden kann hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einige Ortskirchen taufen grundsätzlich alle Konvertiten. Das ist deren Kirchenordnung. andere Differenzieren mehr: Die russische Kirche hat verschiedene Aufnahmeordnungen für Heiden (=Vielgötterverehrer), Muslime, Reformierte, Lutheraner (getrennt!) und Katholiken.
Meine private Meinung ist: Sollte es bei euch tatsächlich so sein, daß das Bekehrungserlebnis / der Glaube als alleinige Heilsotwendigkeit angesehen wird und die Taufe nur ein begeitendes Symbol ist, neige ich dazu eine erneute Taufe nicht grunsätzlich auszuschließen. Nach unseren Verständnis ist die Taufe ein Ritus in dem der Täufling Anteil an der Gnade nimmt, die unser Herr Jesus Christus vor 2000 Jahren selber seinen Zeitgenossen selbst gegeben hat. (Ich hoffe, daß ich das so richtig erklärt habe.) Das heiß wir sind wieder an der klassischen Grenze zwischen westl. und östl. Theologie: Ist die Taufe ein sacramentum / Sakrament (übersetzt heißt das heiliger Eid) oder ein μυστήριον / Mysterion (= Geheimnis)? Das heißt auf Deine Frage bezogen: Ein "richtiger Christ" bist Du auf jeden Fall. Inwieweit Ihr Baptisten noch Anteil an der Gnade der Kirche habt, ist schwehr zu sagen. Es interessiert mich allerdings wenig, da ich diese Frage nicht zu klären habe. Ende meiner privaten Ansichten.

Letztentlich sind weder wir Orthodoxen mit unserer Syodalverfassung noch Ihr Baptisten mit eurer Gemeindeverfassung ein monolithischer Block und eine gewisse Bandbreite in dem jeweiligen Bekenntnis ist
sowohl uns als auch euch zu Eigen. Du siehst, eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Gott sei es gedankt!
Lazarus
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon Lazzaro » 30.04.2012, 23:37

XB!
Der Antwort anderer Teil.
Eine Frage zum Verhätnis zum Glauben - Taufe. Diesmal von der kirchlichen Praxis ausgehend konstruiere ich folgene Situation:
Ich bin als Gast in einem baptistischen Abendmahlgottesdienst und der Vorsteher läd alle, die getauft sind und "Jesus Christus als ihren Herrn bekennen", ein teilzunehmen.
Ich bin als Kind getauft und habe als Erwachsener meinen Glauben an Jesus öffentlich vor versammelter Gemeinde bezeugt und beeidigt.
Dürfte ich jetzt bei euch zum Abendmahl gehen?
Wie begründete sich die Antwort theologisch?
Lazarus
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Re: Unterschiede Östliche Orthodoxie - Baptismus

Beitragvon songul » 01.05.2012, 10:29

XB!
son hat geschrieben:Ich wurde nach der Taufe nicht gesalbt, es wurden mir nur die Hände aufgelegt und gebetet, dass ich den Heiligen Geist empfange.
Heißt das, dass ich kein richtiger Christ bin? Oder bin ich das aus eurer Sicht sowieso nicht, weil das nicht bei euch passiert ist?
Noch kurz zu den Bezeichnungen: Die Baptisten gehören eigentlich nicht zu den Täufern, auch wenn wir viele Ähnlichkeiten mit den Täufern haben.
Und wir halten nicht die Erwachsenen, sondern die Glaubenstaufe für obligatorisch.

Ein paar Ergänzungen von mir:
Um zu verstehen wie orthodoxe und ebenso die altorientalischen Kirchen sich verstehen solltest du Geschichte der christlichen Kirche gut und gründlich kennen.
Denn dann wäre dir schnell klar dass wir eben ununterbrochen seit 2000 Jahren existieren und ohne uns weder der Kanon der biblischen Bücher noch die christliche Lehre existieren würde.
Und ohne den Heiligen Geist wären die damaligen Konzilien nicht in der Lage gewesen, dieses alles zu berwerkstelligen.
Darüber waren sich die Christen einig bis zum ersten Schisma; die röm. kath. annerkennt den Kanon auch an hat aber die Tradition in ihrer Machtgier und Egoismus immer mehr zu ihren Gunsten abgeändert. Das hat dann, wie wir alle wissen, den Protestantismus durch Luther hervorgerufen. Das war dann das zweite grosse Schisma. Ein Schisma beinhaltet immer eine Rebellion gegen etwas und öffnet dem Teufel Tor und Herzen, wenn man nur die eigenen Ziele im Auge hat und nicht sofort sich um die Lehre der Kirchenväter kümmert. Denn wir glauben, dass uns die Tradition der Apostel und der Kirchenväter davor beschütz und deshalb ist uns das so teuer. Luther hat sich in seinem Hass auf die Kirche von Rom blenden lassen und ist nur noch seine eigenen Wege gegangen.
Schon die vielen Denominationen die der Protestantismus hervorgerufen hat zeigt ja wenn man sich an die christliche Tradition nicht halten mag wohin das führt. Jeder selbsternannte "Apostel" oder Prediger meint es noch besser zu wissen (obwohl gerade diese Leute auch die frühchristlichen Schriften lesen aber eben durch ihr selbsternanntes Aposteltum verblendet sind) und dann meint seine "eigene" Kirche meint einrichten zu müssen.
Dass sie aber sich, wenn sie die trinitarische Lehre beibehalten dann gerne mal aus dem frühchristlichen Fundus bedienen (der ja von unseren Kirchenvätern stammt) wird natürlich verschwiegen oder ignoriert.
Ich weiss natürlich, dass in der christlichen Geschichte es schon ziemlich von Anfang an Streit und Hader geben hat und das sich wie ein roter Faden durch die christl. Geschichte zieht.Leider. Auch in den orthodoxen Kirchen gab es das.
Ich kann das Bestreben vieler protestantischer Denominationen durch diese Tatsache, sich davon abzuheben, durchaus verstehen. Gerade die Babtisten btrifft das wohl sehr.
Aber gerade wenn man die Taten der einzelnen oder von Gemeinschaften als Gradmesser nimmt um deren Glauben zu beurteilen geht man oft falsche Wege.
Man könnte noch viel schreiben, aber ich denke you get the point I'm trying to make out...
Im Dialog mit Orthodoxen oder der Beschäftigung mit Orthodoxie ist das Lesen der Kirchenväter wirklich wichtig; sowohl die Schriften der frühen wie auch der späteren und dann könnte man merken dass sich beide ergänzen.
Auch in der Orthodoxie gibt Entwicklungen durch die Zeiten; warum auch nicht. Schliesslich ist die Kirche nicht ein starres Gebilde sondern ein lebendiger Glaube. Nur haben sich diese Entwicklungen in der Regel nicht gegen die Überlieferung gewandt, als sie mit einbezogen.
son hat geschrieben:Canon 9 - §1. Since catechumens are in union with the Church in a special manner, that is, under the influence of the Holy Spirit, they ask to be incorporated into the Church by explicit choice and are therefore united with the Church by that choice just as by a life of faith, hope and charity which they lead; the Church already cherishes them as its own.

So hält es die orthodoxe Kirche auch mit diesen und wenn das Kathechumenat vorbei ist (meist zu Ostern) werden sie durch die Taufe (oder Chrismation) in die Kirche aufgenommen. Das kann man dann durchaus mit einer Glaubenstaufe vergleichen, denn einfach hingehen und sagen: "Ich will orthodox werden!" und dann is alles paletti geht nich.
Man soll schon Bescheid wissen.
Die Kindertaufe hat einfach gesagt zwei Gründe: einmal steht schon in der Schrift das sich zu der Apostel Zeiten ganze Hausstände taufen haben lassen - also auch Kinder und andererseits wollen wir unsere Kinder gleich von Anfang an an den Mysterien teilhaben lassen.
Die Taufe verpflichtet die Eltern ihre Kinder im Sinne der Kirche zu erziehen und damit das auch klappt werden für jeden Täufling gleich zwei Paten eingesetzt; die müssen denen dann auf die Finger schauen. Dieses haben dann in der Familie einen hohen Stand, der soweit geht, dass Taufgeschwister (d.h. die Paten untereinander) sich nicht heiraten dürfen. Ebenso nicht ihre Patenkinder.
LG Songul


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