Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

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Nikolaj
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Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Nikolaj » 11.07.2011, 08:52

Hi,

ich habe eine ähnliche Diskussion schon in einem russische Forum gelesen. Dort ging es darum dass man auf der Straße oder sogar vor der eigenen Haustür von Zeugen u. Ä. angesprochen wird. Wie reagiert ihr darauf?

Bei uns zu Hause kommen die Zeugen - Gott sei Dank - nur sehr selten vorbei. Aber leider immer wenn ich nicht da bin. Weil es dann nämlich das letzte Mal wird, dass die sich uns nähern... :lol:

Führt ihr oft Gespräche mit solchen Leuten? Versucht ihr diese manchmal auch zu überzeugen?

-Nikolaj

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Lazzaro
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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Lazzaro » 11.07.2011, 09:10

Bei mir sind sie recht selten, aber letzten Monat klingelten sie dann doch. Zum Glück muße ich zur Arbeit fahren, denn meine Wohnung sah so fürchterlich aus, daß ich sie nicht einladen konnte.
Ich fragte dann einen Arbeitskollegen, wie man mit seinen Glaubensbrüder am besten umgehen sollte.

Er antwortet, daß die Leute immer wieder weggeschickt werden und daß das recht entmutigend sei. Für die Zeugen am besten sei es, sie zum Kafee oder Tee einzuladen und sich einfach anzuhören, was sie erzählen wollen. (Mehr nicht.)

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holzi
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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon holzi » 11.07.2011, 10:08

Gerade bei den Zeugen, aber auch anderen Protestanten ist es zunächst einmal wichtig, in seinem eigenen Glauben fest zu stehen und dessen Grundlagen (Bibel, Vätertexte, Konzilien) ausreichend gut zu kennen. Bei den Protestanten ist es wichtig, denen zu vermitteln, daß man an Jesus Christus als Erlöser glaubt. Danach wird alles weitere zweitrangig. Für Otto Normalfreikirchler (Landeskirchler sind missionarisch eigentlich fast nicht aktiv) ist es wichtig zu wissen, daß sein Gesprächspartner Jesus als persönlichen Herrn und Erlöser angenommen hat (das wird dann als "Neu- oder Wiedergeburt im Glauben" bezeichnet). Danach kann man immer noch über Ikonen, Kindertaufen, Priester und so weiter diskutieren, aber wenn die einen mal als Neugeborenen Christen akzeptiert haben, dann ist die Schärfe aus den Diskussionen genommen und man kann sogar versuchen, den Spieß umzudrehen.

Die Zeugen sind da schon schwieriger. Die haben ihre vorgefertigten Bibelstellen, die sie einem an den Kopf werfen. Die sind oft aus dem Zusammenhang gerissen, so daß es gut ist, wenn man die Bibel gut kennt. Noch besser ist es, den griechischen Urtext zu verstehen und parat zu haben, um Übersetzungsfehler der ZJ-Bibel aufzudecken. Wenn die sehen, daß der Gesprächspartner hier Ahnung hat, packen die recht schnell ein.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

SebastianS
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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon SebastianS » 11.07.2011, 10:15

Ich möchte zu diesem Thema gerne eine Geschichte erwähnen, die Vater Johannes (Nothaas) uns mal erzählte.

Er war damals in Griechenland und studierte Theologie. Eines Tages kamen Zeugen Jehovas zu seiner Tür und frugen ihn, ob sie sich mit ihm über Gott unterhalten könnten. Er bat sie freundlich ins Wohnzimmer, wo er ihnen dann mitteilte, dass er jetzt aber als Orthodoxer Christ sich dazu verpflichtet fühle, sie davon zu überzeugen, dass Jesus Christus der Sohn Gottes, Gott selbst sei, und sie somit vom Orthodoxen Christentum überzeugen wolle. Dann waren sie ganz knapp angebunden und meinten, sie hätten doch nicht so viel Zeit.

Nassos
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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Nassos » 11.07.2011, 11:31

Vor wenigen Tagen erstand ich in unserer Kirche ein Buch (welch Zufall), wie man den Zeugen Jehovas "den Stöpsel zieht".
Dort werden sie zunächst vorgestellt, was sie denken und vor allem, was sie nicht annehmen.
Dann welche Bibelstellen man heranziehen kann. Ich habe das Buch noch nicht gelesen.

Wenn Ihr wollt, kann ich ja das eine oder andere Argument bringen, wenn es denn wirklich gut erscheint.
Anyone interested?

Lieben Gruß,
Nassos

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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon SebastianS » 11.07.2011, 12:03

Ja, gerne, Nassos.

Ich hatte auch schon mal eine Begegnung. (Meine Tante ist Zeugin Jevohas. Und ihr Sohn war mal hier auf "Streife" und da hab ich ihn gesehen... hab ihn dann eingeladen. Und wir haben uns etwas unterhalten. Die waren zum Schluss auch ziemlich kleinlaut.)

Nikolaj
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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Nikolaj » 11.07.2011, 12:08

Nassos hat geschrieben:Vor wenigen Tagen erstand ich in unserer Kirche ein Buch (welch Zufall), wie man den Zeugen Jehovas "den Stöpsel zieht".
Dort werden sie zunächst vorgestellt, was sie denken und vor allem, was sie nicht annehmen.
Dann welche Bibelstellen man heranziehen kann. Ich habe das Buch noch nicht gelesen.

Wenn Ihr wollt, kann ich ja das eine oder andere Argument bringen, wenn es denn wirklich gut erscheint.
Anyone interested?

Lieben Gruß,
Nassos


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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Joseph » 12.07.2011, 07:30

Nikolaj hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Vor wenigen Tagen erstand ich in unserer Kirche ein Buch (welch Zufall), wie man den Zeugen Jehovas "den Stöpsel zieht".
Dort werden sie zunächst vorgestellt, was sie denken und vor allem, was sie nicht annehmen.
Dann welche Bibelstellen man heranziehen kann. Ich habe das Buch noch nicht gelesen.
Wenn Ihr wollt, kann ich ja das eine oder andere Argument bringen, wenn es denn wirklich gut erscheint.
Anyone interested?
Lieben Gruß,
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Also ich frage mich warum Ihr Eure Zeit mit so etwas vergeuden wollt? Ihr glaubt doch wohl nicht im Ernst daran, dass ein ZJ (oder Mormone, Scientologist, etc) Euch zuhoeren wird. Er ist einzig und allein darauf dressiert seine Sprueche an den Mann zu bringen. Wenn er geschichtliche oder theologische Kenntnisse vorfindet zieht er seinen Schwanz ein und verduftet..
Etwas ganz anderes ist wenn er Zweifel an seiner Religion hat und Euch bittet ihm die OK zu erklaeren... dann lohnt es sich, denn der Mann ist nur dann bereit zuzuhoeren ...

Gruss
Joseph
Wenn die Menschen gottlos werden, sind die Regierungen ratlos, die Lügen grenzenlos, die Schulden zahllos, die Besprechungen ergebnislos, die Aufklärung hirnlos, die Politiker charakterlos, die Christen gebetslos, die Kirche kraftlos, die Völker friedlos, die Verbrechen maßlos
(Antoine de Saint-Exupery)

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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Nikolaj » 12.07.2011, 08:28

Joseph,

mir ist das auch klar, dass die so drauf dressiert sind, dass sie Augen haben aber trotzdem nicht sehen.
Nur, die sind hartnäckig und kommen immer wieder. Ich denke es ist gut zu wissen, was man antworten kann außer: "Haut ab..."

Weiter, sind diese Infos doch gut, wenn bekannte, die vielleicht nicht aktiv in der Orthodoxie stehen, zu mir/dir kommen und erzählen von Gesprächen mit solchen Propagandisten.

Gruß

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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Mirjanin » 12.07.2011, 09:49

Also mit den ZJ habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht, allerdings lasse ich mich auch nicht auf Diskussionen ein. "Danke, ich bin orthodoxer Christ" ist meine Antwort, woraufhin sie eigentlich immer einpacken und sich freundlich verabschieden. Abgesehen von ihrem Glauben sind das meist sehr freundliche und liebenswerte Menschen.

Nur bei Mormonen brennt mir die Sicherung durch. Was daran liegt, dass ich von verwandschaftlicher Seite dahingehend zu beeinflussen versucht wurde. Da reagiere ich dann schon mal etwas pampig auf Ansprache: "Na, schon 'nen eigenen Planeten ausgesucht?" o. ä. :? (ja, ich weiß, es ist falsch, aber...)
Was sie nicht verstehen können, ist das wir keine politische Partei bekämpfen, sondern die Mörder der spirituellen Kultur.

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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Nassos » 12.07.2011, 09:53

Hallo Joseph,

genau das steht auch im Buch drin. Es lohne sich eher, das in der Öffentlichkeit zu machen.

Aber abgesehen davon kann es ja nicht schaden, ein bißchen davon zu hören. Abgesehen von der Argumentation erfährt man auch total unabhängig von der Thematik was dazu.

Also, mir waren eigentlich die Zeugen Yeboahs eher sympathisch.

Gruß,
Nassos

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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Nassos » 12.07.2011, 09:56

Mirjanin hat geschrieben:Also mit den ZJ habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht, allerdings lasse ich mich auch nicht auf Diskussionen ein. "Danke, ich bin orthodoxer Christ" ist meine Antwort, woraufhin sie eigentlich immer einpacken und sich freundlich verabschieden. Abgesehen von ihrem Glauben sind das meist sehr freundliche und liebenswerte Menschen.

Nur bei Mormonen brennt mir die Sicherung durch. Was daran liegt, dass ich von verwandschaftlicher Seite dahingehend zu beeinflussen versucht wurde. Da reagiere ich dann schon mal etwas pampig auf Ansprache: "Na, schon 'nen eigenen Planeten ausgesucht?" o. ä. :? (ja, ich weiß, es ist falsch, aber...)

Ouhhh, da habe ich auch eine schöne Dissertation dazu, aber auf griechisch. Wahnsinn, wie Mythen geschaffen werden.

Und vor ein paar Monaten gabs eine Doku hierzu, die von der Wanderung der Mormonen berichtete (Mormon Trail). Eine furchtbar interessante und beeindruckende Geschichte.
Aber wofür...

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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon camy_d » 12.07.2011, 14:56

Nach meine Hause ist kein Protestante gekommen. Ich habe nur einige Blätter bekommen. :mrgreen:

Stefan
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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon Stefan » 12.07.2011, 22:15

Nassos,
da ich ZJ in der Verwandtschaft habe, wäre das Buch für mich sehr interessant. Kann man es nur bei eurer Gemeinde beziehen?

stefan1800
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Re: Gespräche mit Protestanten, Zeugen Jehovas, etc...

Beitragvon stefan1800 » 12.07.2011, 22:45

@camy_d:
Wenn nicht einer meiner besten Freunde Protestant wäre, hätte ich gesagt: Was wiederum für Dich spricht, daß noch kein Protestant bei Dir war ! :mrgreen:

Spaß beiseite: Vor Jahren während des Studiums lief mir eine ältere Dame über den Weg, die mich bezüglich der Ideologie der "Zeugen" vollquatschen wollte. Ich habe ihr dann den Unterschied zwischen dem weltlichen und dem geistlichen Paradies erklärt. Das genügte, und sie entfernte sich.

LG, Stefan


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