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Mykrokosh
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von Mykrokosh » 15.06.2011, 21:12

Es wurde verkündet, dass Der Sohn wesensgleich mit dem Vater ist. Er ist also aus derselben Hypostasis. Es handelt sich hierbei um eine Verwechslung (gewollt oder ungewollt?) der Begriffe.

Die Begriffe "ousia" und "hypostasis" wurden zu jener Zeit noch parallel verwendet. Insbesondere Markell von Ankyra bestand auf ein und derselben (also, der einen) Hypostase des Vaters und des Sohnes.
Die menschliche Erkenntnis bleibt nur so lange unvollkommen, wie man an seine Leidenschaften gebunden ist und der heilige Geist nicht wirken kann. Dann, zur richtigen zeit und wenn es notwendig ist, wird durch Eingebung das Dogma offenbart. Der hl. Athanasios zeigte durch ein Wunder die Wahrheit, nicht durch logische Argumente, die er sich selbst zusammengestellt hatte. Aber das steht nur den Heiligen zu.
Hatte der hl. Atnanasius kein Gehirn ? Die Wirkung des Hl. Geistes schließt dieses nämlich nicht aus.
als orthodoxe Christin weiß ich, dass alles außerhalb der orthodoxen Kirche Häresie ist. Das ist keine Beschuldigung, sondern Tatsache, für mich als Gläubige. Wie schon ein Freund im Forum sagte schon ein Tropfen schwarzer Farbe in weißer Farbe zerstört sie...oder so ähnlich. :roll: Mehr oder weniger Häresie geht nicht.
Vielleicht, doch nicht alles, zumal die Katholiken z. B. in vielem mit den Orthodoxen übereinstimmen ? Sehen Sie etwa keinen Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten ?
Es ist etwas anderes, wenn Nuancen des Glaubens nach und nach offenbart werden (durch den Heiligen Geist) und etwas anderes, wenn sich Menschen versammeln und an den Glaubensfragen drehen, denn diese sind unveränderlich. Neuerungen sind menschliches Werk, das dieses genau tut.
Und was ist mit den Ökumenischen Konzilien ?
Übersetzung: Also hier handelt es sich um eine menschliche Institution, die je nach Umständen Dogmen Gottes verkündet!
Leider hat man damals die Katholische Kirche ungefähr so begriffen.
Überhaupt kein Körnchen den Orthodoxen nach, wie schon erwähnt wurde in diesem Strang.
Wer sucht, der findet.
Es ist eine häretische Synode, die nicht durch den Heiligen Geist geleitet wurde, aber durch den "unfehlbaren" Papst. Deswegen sind ihre Entscheidungen auch so paradox.
Päpste (einige von ihnen sind orthodoxe Heilige) haben auch in der Zeit der ungeteilten Kirche viele Synoden geleitet, das schließt die Wirkung des Hl. Geistes nicht aus. Übrigens, der Papst ist bei der Leitung von Synoden nicht unfehlbar.

rafaella
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von rafaella » 15.06.2011, 21:47

Die Begriffe "ousia" und "hypostasis" wurden zu jener Zeit noch parallel verwendet. Insbesondere Markell von Ankyra bestand auf ein und derselben (also, der einen) Hypostase des Vaters und des Sohnes.

also sind wir uns da einig, es ist nicht gemeint, dass es sich nicht um drei Hypostasen handelt, sondern dass die Hypostase von Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist gleich ist. Für einen nicht Griechen ist das schwerer zu verstehen, es handelt sich um ein Wort mit verschiedener Bedeutung im anderen Kontext.
Hatte der hl. Atnanasius kein Gehirn ? Die Wirkung des Hl. Geistes schließt dieses nämlich nicht aus.

Es war nicht sein Gehirn, dass den Ziegel in drei Teile auflöste und somit die Symbolik wiedergab: Drei aber doch Eins. Es war der Heilige Geist. Nur der heilige Geist kann dem Menschen Einblicke in die Mysterien Gottes gewähren.
Vielleicht, doch nicht alles, zumal die Katholiken z. B. in vielem mit den Orthodoxen übereinstimmen ? Sehen Sie etwa keinen Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten ?
Ich persönlich sehe nur verschiedene Irrlehren, und kann die Protestanten oft besser verstehen.
Und was ist mit den Ökumenischen Konzilien ?
Die haben keine Dogmen erdacht, sondern nur verkündet.
Leider hat man damals die Katholische Kirche ungefähr so begriffen.
Damals nur?
Wer sucht, der findet.
Wie wahr!!
Päpste (einige von ihnen sind orthodoxe Heilige) haben auch in der Zeit der ungeteilten Kirche viele Synoden geleitet
Vor dem Schisma!
"Liebet ihr Mich, so werdet ihr Meine Gebote halten", Jo 14,15

Nassos
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von Nassos » 15.06.2011, 23:48

Das sind alles sehr interessante Beiträge, vielen Dank!

Doch zum statement "eigener Kopf vs. Heiliger Geist":

Der Mensch hat zwei kognitive Zentren, das ist einmal der nous (Verstand, Geist) und das andere ist die Logik. Der nous ist das ideale Organ für den Empfang Gottes Offenbarung(en). Die Logik ist unser weltliches kognitives Zentrum.
In der Philosophie versucht der Mensch durch die Logik Schlussfolgerungen mit Hilfe seines Hirns und seiner Phantasie zu ziehen, er versucht also Gott und die Schöpfung zu erforschen (Anakalypse, ανακάλυψη).
Im der Theologie haben wir nicht mehr die Anakalypse, sondern die Apokalypse (Offenbarung, αποκάλυψη). In der Theologie offenbart sich Gott dem von Leidenschaft befreiten Herzen des Menschen, statt der Erforschung haben wir die Gotteserfahrung.

Die Heiligen Kirchenväter, wenn auch die meisten von ihnen Kenner der Philosophie waren, stützten sich nie auf die Philosophie in ihren Lehren. Das Zentrum war nicht die Logik, durch Stochasmus und Phantasie, aber der nous. Erst reinigten sie ihr Herz von den Leidenschaften und so erstrahlte ihr nous durch die Gnade Gottes in ihrem Herzen, so dass sich Gott ihnen offenbaren konnte. Wie rafaella auch schon sagte.
Sie versuchten nicht, sich Gott durch Logik zu nähern, aber durch die Reinheit, die sie gotttragend machte, und ihnen Gotteserfahrung schenkte.

Das eine schließt also das andere nicht aus, beides wird gebraucht und ergänzt sich prima.

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Priester Alexej
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von Priester Alexej » 16.06.2011, 00:53

Mahlzeit!
rafaella hat geschrieben:Du philosphierst wieder auf eine interessante, wenn auch menschliche, Art und Weise, um Deinen Standpunkt zu beweisen.
Meine Liebe, wir haben ja ein glück, dass du uns dann alles in der göttlichen Art und Weise erklärst ;)

Lieber Mikrokosh, herzlich willkommen im Forum, und vielen Dank für die interessanten Beiträge!

Nun, auch von mir ein paar Worte, wohl angemerkt, menschliche und hoffentlich interessante:)

Ich hatte ja schonmal im monophysiten-Strang darüber gesprochen, wie schwehr wir es den Menschen immer machen, in die Orthodoxie zu kommen. Auf die Knie und tut Buße! Aber, liebe Herätiker, nicht entmutigen lassen! Wie lieben eucht trotzdem.

Übrigens gibt es in der Orthodoxie tatsächlich die Tradition, bestimmte häretische und sogar heidnische Dinge und Texte umzuinterprätieren, um sie Orthodox zu machen. Ein Beispiel aus der Dogmatik ist der Berühmte Ausdruck "die eine Natur des menschgewordenen Wortes Gottes". Dieser stamm nähmlich vom Appolinarius und ist von ihm volle Pulle häretisch gemeint. Das hinderte die Kirche aber nicht, diesen Ausdruck in die Orthodoxie zu integrieren uns Orthodox auszulegen. Ein anderes Beispiel ist das Ostern, das wir jedes Jahr hier in Deutschland auch als Orthodoxe feiern. Orthodox ist an dem Wort so ziemlich garnichts!

Es gibt außerhalb der Kirche außerdem nicht nur Häresie, auch wenn das jemandem nicht schmecken mag. Es gibt nähmlich auch unrechtmäßige Versammlungen und Schismen. Mitglieder der KK werden nach der einheitlichen orthodoxen Praxis durch die Beichte in die Orthodoxie aufgenommen, womit sie nach der Ersten Regel des Hl. Basilius des Großen als eine unrechtmäßige Versammlungen gelten würden.

Wenn eine Gemeinschaft sich von der Kirche abtrennt, selbst nur organisatorisch, beginnt ein Zerfallsprozess, der nicht nur dogmatische Schierigkeiten bringen kann. Jedoch kann sich eine Gemeinschaft wieder zur Ortodoxie wenden. Sie kann ihren Glauben neu verstehen lernen, auf die Orthodoxe Weise. Genau dazu sollte der Ökumenische Dialog dienen, um abgefallene Gemeinschaften dabei zu unterstützen. Und wenn ich mich nicht irre, hat Mikrokosh in seinen Beiträgen von der RK gesprochen, und nicht von der Orthodoxie. Hej, Leute, keine kratz an unserem Glauben, also locker bleiben!

Ich habe mal eine ganz ernste Frage an die Orthodoxen Teilnehmer, war von euch hat mal den katholischen Katechismus gelesen? Oder die Akten des I. Vatikanums? Oder eine katholische dogmatische Theologie?
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

SebastianS
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von SebastianS » 16.06.2011, 06:52

Lieber Alexej,

Vielen Dank für den interessanten Text, aber ich habe ein paar Schwierigkeiten damit, vielleicht gerade, weil ich aus der römisch-katholischen Kirche komme und dort auch etwas Einblick von Innen habe.

Ich tue mir schwer die katholische Kirche nur als schismatisch zu betrachten. Einige Unterschiede zwischen der RKK und OK kann man wohl darauf zurückführen. Aber es gibt doch auch handfeste dogmatische Unterschiede, in denen sich die römisch-katholische Kirche von der Orthodoxen Kirche abgewandt hat, z.B. das Filioque oder die Ablehnung der Ungeschaffenen Energien Gottes. Und beide Punkte haben über die Jahre zu massiven Unterschieden in der Theologie und in der ganzen Denkweise geführt. Und das sage ich bewusst, weil ich eben einige Kapitel aus dem Katechismus der Katholischen Kirche gelesen habe. Sind diese Dinge nicht häretisch?

Verzeih mir, wenn ich etwas an deinem Beitrag falsch verstanden habe. Mein Einwurf ist wenig fundiert im Bezug darauf, wie die Orthodoxe Kirche über die lange Zeit des Schismas hinweg die Katholische Kirche gesehen hat, sondern nur motiviert aus der Sicht eines von der KK zur Orthodoxen Kirche gekommenen, der zwischen der Orthodoxen Kirche und der KK sehr große Unterschiede entdeckt hat.

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Igor
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von Igor » 16.06.2011, 07:44

Alexej hat geschrieben: Es gibt außerhalb der Kirche außerdem nicht nur Häresie, auch wenn das jemandem nicht schmecken mag. Es gibt nähmlich auch unrechtmäßige Versammlungen und Schismen. Mitglieder der KK werden nach der einheitlichen orthodoxen Praxis durch die Beichte in die Orthodoxie aufgenommen, womit sie nach der Ersten Regel des Hl. Basilius des Großen als eine unrechtmäßige Versammlungen gelten würden.

Wenn eine Gemeinschaft sich von der Kirche abtrennt, selbst nur organisatorisch, beginnt ein Zerfallsprozess, der nicht nur dogmatische Schierigkeiten bringen kann. Jedoch kann sich eine Gemeinschaft wieder zur Ortodoxie wenden. Sie kann ihren Glauben neu verstehen lernen, auf die Orthodoxe Weise. Genau dazu sollte der Ökumenische Dialog dienen, um abgefallene Gemeinschaften dabei zu unterstützen.
Danke für die Erläuterungen, Alexej! Das zielt genau in die Richtung, die ich an anderer Stelle hier mit den Detailbetrachtungen meinte.
Alexej hat geschrieben: Ich habe mal eine ganz ernste Frage an die Orthodoxen Teilnehmer, war von euch hat mal den katholischen Katechismus gelesen? Oder die Akten des I. Vatikanums? Oder eine katholische dogmatische Theologie?
Ich habe neben einem originalen der RKK auch einen „Katholischen Katechismus aus der Sicht der orthodoxen Theologie“ (Autor Erzpriester Imrich Belejkanic, ISBN 966-8538-44-7, in russ.), den ich auf Grund Zeitmangels aber habe noch nicht durcharbeiten können. :book:

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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Hermann
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von Hermann » 16.06.2011, 08:16

Mykrokosh hat geschrieben: Deswegen kann man vom 1. Vatikanum auch keine tadellose Lehre über den Primat erwarten. Man tut sich zu leicht, seine Entscheidungen als "irrig" zu verurteilen. In ihnen steckt zumindest ein Körnchen Wahrheit - der Dienst des römischen Bischofs als Nachfolgers Petri an der Einheit der Kirche.
Hallo Mykrokosh,
herzlich willkommen im Forum, ich vermute mal stark, dass du der Autor der hier und im Kreuzgang schon öfter erwähnten Dissertation (PDF-File) bist. Die Arbeit hat mir in vielem die Augen geöffnet. Danke dafür.

Nun zum obigen Zitat: Ich tue mir schwer, den römischen Bischof als den Nachfolger Petri schlechthin anzusehen, historisch trifft das wohl eher auf Antiochia oder Jerusalem als auf Rom zu. Und spätestens ab dem mittelalterlich geprägtem Papsttum halte ich den Dienst an der Einheit eher für einen Bärendienst, immer öfter haben sie die gottgegebene Einheit mit einer soziologischen Einheit verwechselt. (Siehe auch deine Diss.) Der Papst hat zwar für eine soziologische Einheit innerhalb der lateinischen Kirche gesorgt, dafür aber zunehmend die Einheit mit den anderen Kirchen gekappt. Der immer stärker werdende Papstkult (Bau des Petersdoms...) war dann ja zumindest eine Ursache für die Reformation, also hat er es nicht einmal mehr geschafft, im eigenen Haus die Einheit zu erhalten. Wenn der Papst wirklich einen Dienst an der Einheit leisten will, dann sollte seine erste Aufgabe sein, den irregulären Status seiner Kirche zu beenden und alles dafür tun, wieder einen kanonisch anerkannten Status innerhalb der anderen Kirchen zu bekommen, auch wenn das wohl nicht von heute auf morgen gehen wird.

Irgendwie kann ich der Feststellung von Alexander Schmemann (in seinen Aufzeichnungen 1973-83) einiges abgewinnnen, der sagt, die katholische Kirche ist ein monolithischer Block: Ohne Papstkult zerfällt er, mit dem Papstkult ist es eine Sackgasse.

LG Hermann
Sucht zuerst das Reich Gottes, alles andere wird euch hinzugeschenkt.

danadoina
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von danadoina » 16.06.2011, 08:37

Alexej hat geschrieben:Mahlzeit!
rafaella hat geschrieben:Du philosphierst wieder auf eine interessante, wenn auch menschliche, Art und Weise, um Deinen Standpunkt zu beweisen.
Meine Liebe, wir haben ja ein glück, dass du uns dann alles in der göttlichen Art und Weise erklärst ;)
....
Lieber Alexey, du bist sehr sensibel wenn du den eindruck hast im forum werden andersgläubige auf die eine oder die andere weise angegriffen, es ist auch in ordnung und die sache eines moderators (zugegeben nicht leicht !), dann sollte aber bissiger ironie gegenüber eines orthodoxeer geschwister auch nicht gerade einen ehrenplatz hier im forum haben, oder ? :(

Ich habe rafaella's beiträge auch gelesen und fand sie sehr schön sachlich, (korrekt, meiner meinung nach !) und wertvoll, ein paar andere anscheinend auch :wink: ; wir sind doch alle froh wenn nicht orthodoxe sich hier äußern, sei aber doch erlaubt den, orthodoxe sichtweisen freundlich aber bestimmt entgegenzuhalten...sonst werden hier nur noch youtube videos und marktgeplapper gepostet, da hat dieser forum auch solche zeiten durchgemacht und es war nicht wirklich anziehend...weder für orthodoxe noch für andersgläubige... :roll:
Zuletzt geändert von danadoina am 16.06.2011, 09:00, insgesamt 1-mal geändert.

danadoina
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von danadoina » 16.06.2011, 08:46

Alexej hat geschrieben:.... Mitglieder der KK werden nach der einheitlichen orthodoxen Praxis durch die Beichte in die Orthodoxie aufgenommen, womit sie nach der Ersten Regel des Hl. Basilius des Großen als eine unrechtmäßige Versammlungen gelten würden.....
Lieber Alexey, mit verlaub, das stimmt nicht, oder der Hl. Berg Athos, Griechenland, Rumänien...gehören nicht zur Orthodoxie dazu ? ; das problem ist eben, dass es keine einheitliche praxis gibt :( .
(was die bischöfe in deutschland abgemacht haben ist nicht für die ganze Orthodoxie verbindlich, daher auch die unterschiedlichen vorgehensweisen.)

stefan1800
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von stefan1800 » 16.06.2011, 10:04

@Daniela:
Genau das ist nach unserem westlichen Verständnis eines der Probleme, daß es bei Euch keine einheitliche Praxis z.B. der Aufnahme in die Orthodoxie gibt. Unser Denken kann dem nur schwer etwas abgewinnen.
Alexias Beiträge waren sachlich, bis auf den Ausrutscher, daß sie gegenüber Alexej bemerkte, er versuche uns die Dinge auf eine "menschliche Weise" zu erklären. Ja wie ? Wir sind doch alle Menschen mit unseren Fehlern. Das hört sich dann so an, als könne sie das auf eine "göttliche Weise". Daher die leicht ironische Gegenfrage Alexejs, die ich für berechtigt halte, sonst muß Alexia präzisieren, was sie meint.

@Alexia: bitte präzisieren !

@Küken:
Die Wahrheit selbst entwickelt sich nicht und bleibt immer dieselbe ! Daher haben die späteren Kirchenväter die Wahrheit natürlich nicht besser verstanden als die Apostel. Nur die Erkenntnis der Wahrheit durch jeden Einzelnen von uns ist veränderbar. Der geschichtstheologische Standpunkt versucht daher auch keine Fehlentwicklung der römischen Kirche zu erklären. Die Frage ist immer danach, was von allen zu allen Zeiten geglaubt wurde. Die Orthodoxen sagen, die römischen Neuerungen seien früher nicht geglaubt worden. Rom sagt, sie seien früher auch geglaubt wurden und dies sei vorher nur nicht in die dogmatische Lehre eingegangen. Aber Rom ist so klug, keine Veränderlichkeit der Wahrheit zu behaupten, weil es sich sonst lächerlich machen würde !

@Alexia:
Man kann trefflich über das 1. Vatikanum streiten. Allerdings verstehe ich nicht ganz, warum Du leugnest, daß ein Konzil bzw. eine Synode kirchen-rechtliche und kirchen-politische Gegebenheiten and die veränderte Zeit bzw. veränderte politische Bedingungen anzupassen. Nota bene: Das hat nichts mit einer Anpassung der Dogmem, also der Glaubenswahrheiten, zu tun. Jetzt einmal nur allgemein-theoretisch gesprochen. Mit ist schon klar, daß Ihr kein Vatikanum I akzeptieren könnt, aber ich fand Deine Formulierung mißverständlich. Generell sehe ich in der Institution des Papsttums politisch auch einige Vorteile, nämlich jene der kirchenlichen Neutralität in weltlichen Dingen. Die menschliche Erkenntnis kann zwar zunehmen, bleibt aber doch immer unvollkommen, siehe oben.

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Elias
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von Elias » 16.06.2011, 11:12

danadoina hat geschrieben:
Alexej hat geschrieben:.... Mitglieder der KK werden nach der einheitlichen orthodoxen Praxis durch die Beichte in die Orthodoxie aufgenommen, womit sie nach der Ersten Regel des Hl. Basilius des Großen als eine unrechtmäßige Versammlungen gelten würden.....
Lieber Alexey, mit verlaub, das stimmt nicht, oder der Hl. Berg Athos, Griechenland, Rumänien...gehören nicht zur Orthodoxie dazu ? ; das problem ist eben, dass es keine einheitliche praxis gibt :( .
(was die bischöfe in deutschland abgemacht haben ist nicht für die ganze Orthodoxie verbindlich, daher auch die unterschiedlichen vorgehensweisen.)
Genau, ich wollte dir da auch wiedersprechen. Wir dürfen nicht den Fehler begehen eine Praxis die in der Russischen Kirche angwendet wird als allgemein für die ganze Orthodoxie gültig zu erklären. Das ist Falsch, denn es ist nur die Praxis des Moskauer Patriarchats. In Georgien, auf Athos, Zypern, Griechenland u.s.w werden ALLE getauft!Ansonsten gibt es die Praxis das der Myronsalbung wenn die Taufe anerkannt wird. Die Myronsalbung ist die eigentliche vollwertige Aufnahme in die Kirche. Nur die Russen erkennen die Katholische Firmung an, die anderen eben nicht! Wir müssen aufpassen die Russisch Orthodoxe Kirche mit der ganzen Orthodoxen Kirche gleich zu setzen. Es gibt einige Unterschiede, z.b Beichtpraxis u.s.w, die es in den anderen Ortskirchen so nicht gibt!Ich bin aber der Meinung das wir die nichtorthodoxen Christen mit Liebe begegnen sollen denn auch wenn wir nicht in einer Kirche sind, sind es doch unsere Geschwiester und wir sollten uns auch verhalten wie geschwiester und den anderen nicht immer Beleidigen. In einigen Katholischen Foren empfand ich mich als echter Fremder weil dort (Von einigen) ein echter Hass mir (Uns) gegenüber gekommen ist das es kein Sinn hatte dort weiterzumachen. An die Liebe soll man uns erkennen und nicht abfältiger Hass oder irgendeine Missgunst.

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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von rafaella » 16.06.2011, 12:15

Soll ich jetzt bestätigen, dass ich nicht Gott bin? :lol:
Übersetzung: menschlich, aber nicht auf die patristisch orthodoxe Art und Weise.
Vielleicht missverständlich, sollte aber nicht das ausdrücken, was mir alexej unterstellt. Ich habe im ersten Satz gesagt, dass ich eine sündige Frau bin, aber wenn keiner antwortet, anworte ich und werde vor Gott zeugniss dafür ablegen müssen. So.
Tut mir Leid, wenn ich nicht genügend bin, aber ih habe es versucht und bin nunmal auch nur .. ein Mensch. Ach ja, und Gefühle habe ich auch!
Und jetzt weiter im Thema.
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von Nassos » 16.06.2011, 13:00

Also, ich finde den Dialog bisher hochinteressant, weil eben kontrovers.

Ich habe bisher noch keine Grenzüberschreitung gesehen, und bei Mißversändnissen kann man

a) versuchen, diese auszuräumen (rafaella meinte nicht, dass wir keine Menschen seien, sondern erst durch die Väter sprechen können, denen offenbart wurde. Alles darüberhinaus ist Spekulation - oder anders ausgedrückt: ruhig etwas mehr vorsichtig sein, als zu wenig)

b) die Emotionen richtig anheizen, sich hassen, das Forum verlassen, verbittert sein, etc. pe pe

Was nicht funktioniert, ist: ich sage Dir was, und weil ich weiß, es ist richtig, musst Du dem glauben. Das geht nicht. Da haben sich schon Päpste die Zähne ausgebissen und Patriarchen aus :mrgreen:
Man kann nur versuchen, Denkanstösse zu geben. Ich denke, das hat bisher sehr gut geklappt.

Weiter so!

Nassos
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von Nassos » 16.06.2011, 13:01

Igor hat geschrieben:Ich habe neben einem originalen der RKK auch einen „Katholischen Katechismus aus der Sicht der orthodoxen Theologie“ (Autor Erzpriester Imrich Belejkanic, ISBN 966-8538-44-7, in russ.), den ich auf Grund Zeitmangels aber habe noch nicht durcharbeiten können. :book:
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Vertantwortlich: Igor
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Re: Der päpstliche Primat

Beitrag von Igor » 16.06.2011, 18:20

Nassos hat geschrieben:
Igor hat geschrieben:Ich habe neben einem originalen der RKK auch einen „Katholischen Katechismus aus der Sicht der orthodoxen Theologie“ (Autor Erzpriester Imrich Belejkanic, ISBN 966-8538-44-7, in russ.), den ich auf Grund Zeitmangels aber habe noch nicht durcharbeiten können. :book:
:andiearbeit:

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