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danadoina
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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon danadoina » 25.06.2011, 09:10

Joseph hat geschrieben:
Alexej hat geschrieben:Ich habe mal eine ganz ernste Frage an die Orthodoxen Teilnehmer, war von euch hat mal den katholischen Katechismus gelesen? Oder die Akten des I. Vatikanums? Oder eine katholische dogmatische Theologie?

Ich!
Das war ein ausgezeichnetes Mittel um in meinem Orthodoxen Glauben noch gefestigter zu werden...

Gruß
Joseph



Brother Joseph, :2thumbs:

gegenfragen an Alexey:
muß ich die ganze lehre "jehovas zeugen" um Ihnen nicht zu folgen ? reicht es nicht dass sie wesentliche teile der orhodoxen kirchenlehre falsch lehren ? soll mir als orthodoxer christ nicht reichen wenn mir die Kirche sagt, die katholische lehre lehrt falsch nr 1., nr 2.,nr 3.,.... ; soll ich selber, als laie, entscheiden ob die katholische lehre falsch lehrt oder nicht ? :? vielleicht erkenne ich als laie nicht die tiefgehende bedeutung der z.b. filioque, hieße dann dass das es annehmbar sei ?
warum warnten die kirchenväter vor dem lesen herätischer bücher, wenn die eigene meinungsbildung so wichtig sein soll ? :wink:
Zuletzt geändert von danadoina am 25.06.2011, 09:23, insgesamt 1-mal geändert.

danadoina
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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon danadoina » 25.06.2011, 09:21

Alexej hat geschrieben:Ich habe mal eine ganz ernste Frage an die Orthodoxen Teilnehmer, war von euch hat mal den katholischen Katechismus gelesen? Oder die Akten des I. Vatikanums? Oder eine katholische dogmatische Theologie?


meiner meinung nach, man kann es tun (mit segen des geistigen vaters !), man muß es aber nicht und manchmal ist gar nicht empfehlenswert !

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Mary
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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon Mary » 25.06.2011, 11:32

danadoina hat geschrieben:
Alexej hat geschrieben:Ich habe mal eine ganz ernste Frage an die Orthodoxen Teilnehmer, war von euch hat mal den katholischen Katechismus gelesen? Oder die Akten des I. Vatikanums? Oder eine katholische dogmatische Theologie?


meiner meinung nach, man kann es tun (mit segen des geistigen vaters !), man muß es aber nicht und manchmal ist gar nicht empfehlenswert !


Danadoina, ich glaube, es ging nicht darum die katholischen Schriften als geistliche Lektüre zu empfehlen, sondern darum, dass diejenigen, die über katholische Lehren schreiben auch wirklich kennen, worüber sie schreiben.
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.

danadoina
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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon danadoina » 25.06.2011, 12:58

Mary hat geschrieben:
danadoina hat geschrieben:
Alexej hat geschrieben:Ich habe mal eine ganz ernste Frage an die Orthodoxen Teilnehmer, war von euch hat mal den katholischen Katechismus gelesen? Oder die Akten des I. Vatikanums? Oder eine katholische dogmatische Theologie?


meiner meinung nach, man kann es tun (mit segen des geistigen vaters !), man muß es aber nicht und manchmal ist gar nicht empfehlenswert !


Danadoina, ich glaube, es ging nicht darum die katholischen Schriften als geistliche Lektüre zu empfehlen, sondern darum, dass diejenigen, die über katholische Lehren schreiben auch wirklich kennen, worüber sie schreiben.


Liebe Mary,

heisst das, dass sich zu diesem Thema nur Alexej als studierter Theologe, joseph und du als, ehemalige Katholikin äussern dürfen? hast Du den Koran gelesen? Oder abbonierst Du den Wachturm? Die Hl. Väter sagen, dass das z.B. Filioque eine Häresie darstellt.
das ist ja eben was ich vorhin meinte...

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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon Igor » 25.06.2011, 15:45

Liebe Danadoina,

ich denke, dass das, was Mary schreibt, durchaus richtig ist. Natürlich muss man – wie Du selbst schreibst – seinen eigenen Glauben kennen, das ist unabdingbare Voraussetzung. Und für viele reicht das auch aus, anderes würde sie nur in Verwirrung führen.

Hier geht es aber um mehr. Wenn wir uns aber mit dem Thema anderer Glaubensrichtungen hier auseinandersetzen wollen (und ich habe sehr stark den Eindruck, dass das viele hier wollen), dann kommen wir nicht umhin, uns mit deren Inhalten zu beschäftigen. Wenn ich A mit B vergleichen will, dann muss ich eben A und B kennen, um zu einem fundierten Ergebnis zu gelangen. Wir müssen also sehr gut erst einmal A als Basis kennen und dann aber auch uns mit B beschäftigen, um dann einen Vergleich vornehmen zu können.

Und wenn wir hier unsere Diskussionen fundiert führen wollen, dann sollten wir mehr als gesundes Halbwissen über den anderen einbringen. Und, sollten wir uns mit den Zeugen Jehovas hier beschäftigen wollen (oder müssen), dann kämen wir notgedrungen nicht umhin, uns genauer deren Glaubenslehre anzuschauen, um die Abweichungen vom rechten Glauben aufzuzeigen.

Also, nicht jeder braucht das, da bin ich ganz bei Dir, aber für einige Zwecke ist es durchaus erforderlich, dieses Wissen sich anzueignen – sei es für eine hochqualitative Diskussion hier oder zum Zwecke des Studiums der Theologie oder zu welchem Zwecke auch immer…

In Christo
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon songul » 25.06.2011, 18:33

....ganz recht!
Man kann nicht einfach etwas kritisieren, was man nicht kennt.

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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon Nassos » 25.06.2011, 20:19

Meine liebe Songul,

wer kennt das Thema denn nicht? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Leute eben orthodoxe Schriften über das Thema lesen, so zum Beispiel den Hl. Nektarios. Wenn die Kirche diese Schriften akzeptiert, dann kann man das Thema sehr wohl verstehen!
Den KKK zu lesen, mag dazu beitragen, die Argumentation des Gegenüber besser zu verstehen, aber das ist nicht meine Aufgabe, sondern die meines Gegenüber.

Und umgekehrt natürlich genau so, gelle.

Natürlich: wenn es mich selber interessiert, dann kann ich mich auch mit dem KKK beschäftigen. Und ich glaube, Alexej hat ganz einfach danach gefragt, wer das mal gemacht hat. Wer also selber die römisch-katholische Sichtweise gelesen hat. Nicht mehr und nicht weniger.

Lieben Gruß,
Nassos

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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon Priester Alexej » 25.06.2011, 21:46

danadoina hat geschrieben:heisst das, dass sich zu diesem Thema nur Alexej als studierter Theologe, joseph und du als, ehemalige Katholikin äussern dürfen?


Mich kannst du aus der Namensreihe streichen: viewtopic.php?p=26113#p26113

Übrigens ging es nicht darum, jemandem die Orthodoxe Lehre beizubringen, zu missionieren. Das könnte man auch ohne Kenntnisse der anderen Religion - wenn man gut ist. (Es sei angemerkt, dass gute Missionare trotzdem die Religion der anderen studieren.)
Es ging über etwas anderes - Mykrokosh hatte angefangen, über die Katholische Lehre innerhalb der KK zu reden, und da hat man ihn verwiesen, dass er diese versteht. Also - wenn wir missionieren, ist das eine Sache. Wenn wir aber einem Katholiken sagen, er versteht die Lehre seiner Kirche falsch, dann müsste man schon den KK und ein paar andere katholische Schriften gelesen haben...

Übrigens - die Heiligen Apologeten der Kirche hatten sich sehr tief mit der Lehre der Heiden und Häretiker auseinandergesetzt, ihre Werke auswendig zitiert usw...
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon songul » 26.06.2011, 07:28

alexej hat geschrieben:...Sollen die doch das Filioque und den Primat orthodox auslegen, das ist doch toll! Wenn sie über des Filioque und den Papst orthodox denken, dann haben die sich doch von ihren Irrtümern abgewandt! Und an der Stelle habe ich auch nicht verstanden, warum es weiter oben im Strang eine solche Abneigung gegen den Versuch gab, katholische Theologie rechtgläubig zu machen. Für mich ist da die einzige Erklärung, dass es manchen Menschen eben nicht ausreicht, wenn jemand sich ändert - es muss ja noch auf Knien um Verzeihung gegetet werden...

Das ist des Wesens Kern, den diejenigen hier haben, die sich ständig über die "Papisten" (übrigens ein Ausdruck aus dem Protestantismus, den man sonst natürlich ganz häretisch findet, aber da passt's gerade mal): dass man auf Knien busseifrig heranrutscht und dann wird man wohlwollend und nachhaltig belehrend in den Mutterschoss der Kirche aufgenommen.... :?

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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon rafaella » 26.06.2011, 11:19

dass man auf Knien busseifrig heranrutscht und dann wird man wohlwollend und nachhaltig belehrend in den Mutterschoss der Kirche aufgenommen.... :?


Hallo! das müssen alle Orthodoxen tun! Alle! Jeden Tag! Das ja jemand seine persönlichen Machtkomplexe auslebt ist wohl eher Deine Auslegung. Man braucht nunmal Demut um zu Gott zu kommen. Ob man von Kind an orthodox getauft ist oder nicht.
"Liebet ihr Mich, so werdet ihr Meine Gebote halten", Jo 14,15

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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon danadoina » 27.06.2011, 08:55

songul hat geschrieben:....
Das ist des Wesens Kern, den diejenigen hier haben, die sich ständig über die "Papisten" (übrigens ein Ausdruck aus dem Protestantismus, den man sonst natürlich ganz häretisch findet, aber da passt's gerade mal): dass man auf Knien busseifrig heranrutscht und dann wird man wohlwollend und nachhaltig belehrend in den Mutterschoss der Kirche aufgenommen.... :?


liebe songul, vorsicht ! da bewegst du dich auf dünnem eis...Gott allein kennt welcher ist "...des Wesens Kern, den diejenigen hier haben die... " ; ich würde mich hütten, mich an Seiner stelle zu stellen... :wink:

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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon stefan1800 » 27.06.2011, 12:24

@Nassos:
Ich denke, daß Songul und Alexej recht haben. Wenn ich mich mit der RKK beschäftigen möchte, muß ich den RK-Ketechismus lesen, also eine Primärquelle, und keine Sekundarquelle aus einem anderen, in dem Fall orthodoxen, Umfeld. Nur so kann ich dann nach Igors Methode vorgehen und A und B mit einander vergleichen.

Nassos
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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon Nassos » 27.06.2011, 21:00

stefan1800 hat geschrieben:@Nassos:
Ich denke, daß Songul und Alexej recht haben. Wenn ich mich mit der RKK beschäftigen möchte, muß ich den RK-Ketechismus lesen, also eine Primärquelle, und keine Sekundarquelle aus einem anderen, in dem Fall orthodoxen, Umfeld. Nur so kann ich dann nach Igors Methode vorgehen und A und B mit einander vergleichen.

Du hast meinen Beitrag entweder nicht richtig gelesen oder mißverstanden, Stefan. Was ich sagte ist, wenn man den KKK nicht gelesen hat, dann heißt das nicht zwingenderweise, dass man keine Ahnung von der Thematik hat (<= Kernaussage!)

Es geht mir nicht darum, was richtig ist und was falsch ("recht haben"), sondern dass meiner Meinung nach das Lesen des KKK nicht die einzige Option ist, die einen berechtigt und befähigt mitzusprechen.

Lieben Gruß,
Nassos

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Elias
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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon Elias » 27.06.2011, 21:38

Nassos hat geschrieben:
stefan1800 hat geschrieben:@Nassos:
Ich denke, daß Songul und Alexej recht haben. Wenn ich mich mit der RKK beschäftigen möchte, muß ich den RK-Ketechismus lesen, also eine Primärquelle, und keine Sekundarquelle aus einem anderen, in dem Fall orthodoxen, Umfeld. Nur so kann ich dann nach Igors Methode vorgehen und A und B mit einander vergleichen.

Du hast meinen Beitrag entweder nicht richtig gelesen oder mißverstanden, Stefan. Was ich sagte ist, wenn man den KKK nicht gelesen hat, dann heißt das nicht zwingenderweise, dass man keine Ahnung von der Thematik hat (<= Kernaussage!)

Es geht mir nicht darum, was richtig ist und was falsch ("recht haben"), sondern dass meiner Meinung nach das Lesen des KKK nicht die einzige Option ist, die einen berechtigt und befähigt mitzusprechen.

Lieben Gruß,
Nassos

:applaus:

stefan1800
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Re: Der päpstliche Primat

Beitragvon stefan1800 » 27.06.2011, 22:10

@Nassos:
Ich denke nach wie vor, vielleicht durch meine Prägung als Hobbyhistoriker bedingt, daß man zwischen Primär- und Sekundärquellen unterscheiden muß. Das Problem sind Leute, die in ihrem Glauben nicht gefestigt sind, wie mir Daniela erklärt hat. In dem Fall sollte man von einem vergleichenden Lesen z.B. eines orthodoxen und eines römischen Katechismus absehen. Für gefestigte Leute gilt, daß das Lesen der Primärquelle auch zum primären Verständnis der anderen Seite entscheidend beiträgt. Das ist schlicht und einfach die wissenschaftliche Vorgehensweise. Die Voraussetzung, den eigenen Glauben zu kennen, hat Igor bereits bemerkt.


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