Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

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Joseph
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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Joseph » 17.07.2010, 17:47

holzi hat geschrieben:
ElvisVrinic hat geschrieben:Wäre schön wenn mal wieder jemand von der Römischen kirche eine Beitrag gibt.
Jetzt gabs einige Zeit nur einen oder zwei Beiträge am Tag und wenn man dann einmal einen Tag nicht reinschaut, dann geht's gleich wieder rund :x:

Grüße
Konrad
Holzi, bist selber Schuld...... ich verspreche mal wieder öfter hier zu sein und dann mein Bestes zu tun damit es "rund geht".... Jetzt kann ich sehen wie Nassos einen Herzanfall bekommt, hahahaha

Gruß
Joseph
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Priester Alexej
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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Priester Alexej » 18.07.2010, 23:03

Geschichte kann und darf man nicht vergessen. Es gab in der Kath Kirche schlimme Zeiten, Inquisition und Hexenverbrennung, Ablasshandel. Aber Menschen ändern sich, und diese Dinge gibt es nicht mehr. Von vielen Irrlehren des 15 Jahrhunderts hat sich die KK schon lange getrennt. Und das müssen wir nicht nur akzeptieren, sondern uns darüber freuen.

Geschichte darf man nicht vergessen. Aber warum? Nicht, um jemandem nach 700 Jahren diese vorzuwerfen und feindselig zu sein, sondern um diese nicht zu wiederholen. Übrigens kennt die Geschichte der Orthodoxen Kirche auch die Inquisition. Häretiker wurden verbrannt, die Kirche hat sich immer wieder an die Staatsgewalt gewendet, um Ihre Position zu stärken und Opponenten wegzuschaffen. Bischöfe wurden von Imperatoren und Zaren ausgewählt, vom Patriarchen ganz zu schweigen. Bischöfe haben untereinander Intrigen geschmiedet - darüber gibt es sogar einige Gedichte von Gregor dem Theologen. Die Liste ist ziemlich lang. Oder 150 Jahre Häresie. Der Ikonoklasmus ist nicht auf leerem Boden entstanden, Priester haben Farbe von Ikonen abgeritzt und diese vor der Kommunion in die Heiligen Gaben gemischt, um diese zu weihen; Eltern haben Ikonen zu Taufpaten ihrer Kinder gemacht.

Versteht mich nicht falsch, ich bin ein "Patriot" der Orthodoxie, aber wir müssen uns bewusst sein, dass auch wir nicht wenige schwarze Flecken in unserer Geschichte haben. Die Geschichte zu kennen bedeutet nun mal, sich auch mit den unschönen Seiten zu beschäftigen. Sie nützt uns nichts, wenn wir diese Seiten ausreisen und uns eine schöne Ikone zusammenbasteln. Und an dieser Stelle sollte sie uns helfen, nicht zu hart zu urteilen. Wer ohne Sünde war, sollte doch den Stein werfen. Die Katholische Kirche befindet sich im Moment an einem Tiefpunkt, und das ist den meisten Katholiken bewusst. Dieses Tief war nicht geplant, es hat sich aus einem Fehler entwickelt. Und grade versucht die KK aus diesem Tief wieder herauszukommen - Gott helfe ihr dabei. Das 19. Jahrhundert war für die Russische Kirche übrigens nicht viel schöner. Kommunion einmal im Jahr war damals die Norm, die kaum überschritten werden durfte. Und noch viele viele andere Dinge. Hätte die Kirche bei Ihrer Mission in Russland in diesen Jahren nicht versagt, gäbe es auch keine Kirchenverfolgung. Hätte das Byzantinische Imperium die Barbaren um sich herum missioniert, hätten diese das Imperium womöglich nicht überrannt. Obwohl die Geschichte ja keinen Konjunktiv kennt...

Diese Aussage ist die persönliche Meinung dieses Bischofs, und wäre er nicht Naiv, hätte er diese nicht gemacht. Jeder, der halbwegs die Orthodoxie versteht, versteht auch, wie die meisten Orthodoxen Christen diese Aufnehmen würden - nämlich so, wie wir es gemacht haben. Obwohl ich mich da ein ein anderes kürzliches Statement eines hohen orthodoxen Würdenträgers erinnere, in dem gesagt wurde, dass die Orthodoxe Kirche den Päpstlichen Primat unter bestimmten Konditionen anerkennen könnte. Und das war nicht ein einfacher Bischof, der das sagte.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Joseph
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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Joseph » 19.07.2010, 03:15

Alexej hat geschrieben:Geschichte kann und darf man nicht vergessen. .....
Genau! Man sollte aus ihr lernen....
Übrigens kennt die Geschichte der Orthodoxen Kirche auch die Inquisition. Häretiker wurden verbrannt...
Alexej könntest Du das belegen? Mir ist das Unbekannt und ich bin geschichtlich etwas bewandert... bei den anderen Sachen stimme ich dir zu...
Obwohl ich mich da ein ein anderes kürzliches Statement eines hohen orthodoxen Würdenträgers erinnere, in dem gesagt wurde, dass die Orthodoxe Kirche den Päpstlichen Primat unter bestimmten Konditionen anerkennen könnte. Und das war nicht ein einfacher Bischof, der das sagte.
Mmmmm, daran erinnere ich mich auch SEHR gut.... und bin fast vom Stuhl gefallen als ich es hörte...

Gruß
Joseph
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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Priester Alexej » 19.07.2010, 18:44

Joseph hat geschrieben:
Alexej hat geschrieben:
Übrigens kennt die Geschichte der Orthodoxen Kirche auch die Inquisition. Häretiker wurden verbrannt...
Alexej könntest Du das belegen? Mir ist das Unbekannt und ich bin geschichtlich etwas bewandert... bei den anderen Sachen stimme ich dir zu...
Lieber Joseph,

es gab zwar keine Institution, die so hieß (der Osten war nie so gut organisiert, wie der Westen), aber hier ein paar Beispiele:

Das erste mal wurden Christen durch Christen wegen religiösen Motiven 370 hingerichtet, der arianische Imperator Valentios ließ 80 orthodoxe Geistliche auf ein Schiff bringen und befahl, dieses im Meer zu verbrennen. Die orthodoxe Antwort folgte 385, der Gnostiker Priszillianus wurde hingerichtet.

"In Kiew versteckten sich einige tausende katholische Priester. Sie wurden mit Seilen gebunden und in den Dnepr geworfen, zuvor wurden sie jedoch starken Qualen unterzogen. Letz endlich wurden ihre Körper von Hunden gefressen."
"100 000 Juden versteckten sich in der Festung Tulchin. Die Kossaken haben die Festung eingenommen und diese nicht mir Schwertern, sondern mit Stöcken und Stämmen getötet. Kinder wurden mit Speeren aus schwangeren Frauen herausgezogen..." Beides aus einem Buch des Archidiakons Pawel Aleppskij

Und in der Gesetzgebung Russlands aus der Zeit des Heiligsten Synods, als die ROK eine Staatskirche war, gibt es ein Gesetz (!) zur Verbrennung von Häretikern. Es ist schon war, dass die OK nie in einer Position stand, in der sie Häretiker organisiert verfolgen konnte, das hat für sie aber das Imperium erledigt. Wenn man die byzantinische Geschichte ließt, erscheint es paradox - immer wenn Orthodoxe verfolgt wurden, haben sie an die Glaubensfreiheit appelliert, sobald der Imperator aber orthodox war, wandten sie sich an diesen und bejahten die gewaltsame Verfolgung von Häretikern.

Selbst in den Viten gibt es andauernd Erzählungen darüber, wie Heilige heidnische Priester und Druiden töteten oder verbrannten.

Und die Orthodoxie in Russland wurde auch nicht freundlich verbreitet. Es fängt mit der Taufe Kiews an, nicht alle sind zum Dnepr gegangen, weil sie von der tiefen Weisheit der orthodoxen Theologie erleuchtet wurden. Es sollten alle hingehen, die dem Großfürsten Freund waren. Und wer es nicht war, was wurde mit ihm? Exil in den Wäldern?

Erzdiakon Andrej Kurajew schreibt den beiden Zitaten von oben: Was Katholiken oder Juden den Orthodoxen angetan haben, bleibt aus der Perspektive des Evangeliums ohne Bedeutung, jeder wird seine eigenen Grausamkeiten zu verantworten haben...
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Joseph » 19.07.2010, 20:38

Alexej hat geschrieben:
Joseph hat geschrieben:
Alexej hat geschrieben:
Übrigens kennt die Geschichte der Orthodoxen Kirche auch die Inquisition. Häretiker wurden verbrannt...
Alexej könntest Du das belegen? Mir ist das Unbekannt und ich bin geschichtlich etwas bewandert... bei den anderen Sachen stimme ich dir zu...
Lieber Joseph,

es gab zwar keine Institution, die so hieß (der Osten war nie so gut organisiert, wie der Westen), aber hier ein paar Beispiele:
.....
Erzdiakon Andrej Kurajew schreibt den beiden Zitaten von oben: Was Katholiken oder Juden den Orthodoxen angetan haben, bleibt aus der Perspektive des Evangeliums ohne Bedeutung, jeder wird seine eigenen Grausamkeiten zu verantworten haben...
Danke Alexej,

Diese, (die meisten) Geschichten kenne ich auch..... aber sie unter ".... Orthodoxen Kirche [hatte] auch die Inquisition. Häretiker wurden verbrannt.." zu posten ist, in meinen Augen, nicht korrekt. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will nicht beschönigen was sich in unserer Geschichte so alles Schlimme abgespielt hat, aber diese Dinge waren in 99,99999% aller Fälle politisch motiviert. Sie wurden von Politikern veranlasst oder durchgeführt (evtl. mit Zustimmung einiger irregeleiteter Kleriker). Eine ofizielle Inquisition, im westlichen Sinne, hat es aber in der OK nie gegeben....

Es gibt überhaupt über die Inquisition der RK fast nur gefälschte Propaganda (welche von den englischen Protestanten aus politischen Gründen (England und Spanien kämpften um die Vormachtsposition im Westen) unter geschickter Anwendung der Druckerpresse, in den zumeist protestantischen Ländern des Westens verbreitet wurde und sich entgegen der heutigen wissenschaftlichen Forschung (Spanien hat 2006 alle Archieve der Inquisition, der kirchlichen und der staatlichen geöffnet) bis zum heutigen Tag am Leben erhält (oder durch bösartige säkulare Propaganda erhalten wird). Die kirchliche Inquisition (welche als Untersuchung der ketzerischen und mörderischen Umtriebe der Katharer in Frankreich begann) hat niemals einen Häretiker verbrannt oder getötet, sondern sie immer dem weltlichen Gericht zur Verurteilung übergeben. Bitte bedenke die damaligen Zeiten und die damaligen Gesetzte und das ein Verstoß gegen die Religion auch ein weltliches Verbrechen war.

Die staatliche Inqisition, die berüchtigte Spanische Inquisition, hat in ihrer fast 300 jährigen Geschichte ungefähr 18 000 Menschen zu Tode gebracht....also im Durchschnitt 60 Personen pro Jahr (siehe die spanischen Unterlagen). Das sind vielleicht 60 zuviel, aber es sind bei weitem nicht die Fantasiezahlen welche heute meistens verbreitet werden.

Ausserdem muss man aufpassen, das man die Hexenprozesse, welche von protestantischen und katholischen Schergen durchgeführt wurden, nichts mit der Inquisition zu tun hatten, aber immer in denselben Topf geschmissen werden (einschließlich der vollkommen aus der Luft gegriffenen Zahlen der Opfer).

Unter diesen Gesichtspunkten muß man auch das Verhalten unserer Orthodoxen Vorfahren sehen und sich hüten der Propaganda der Säkularisten oder Protestanten auf den Leim zu gehen. Ja, wie ich schon sagte, wir sollten uns schämen was dort im Namen unserer Religion geschah. Aber diejenigen welche diese Dinge verbrochen haben sind nun in der Hand Gottes und werden ihr gerechtes Urteil erhalten.... (Erzdiakon Andrej Kurajew schreibt ..... jeder wird seine eigenen Grausamkeiten zu verantworten haben...). Wir sollten versuchen diese Dinge nicht zu wiederholen, aber uns auch nicht von den Lügenmärchen welche von gewissen anti-kirchlichen Kreisen (egal gegen welche Kirche) immer wieder aufgefrischt werden verunsichern lassen.

Könntest Du den Titel des Buches von Erzdiakon Kurajew posten? Sollte es in Deutsch oder Englisch erscheinen würde ich es gerne lesen...

Gruß
Joseph
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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von ElvisVrinic » 19.07.2010, 20:46

Alexej hat geschrieben:
Joseph hat geschrieben:
Alexej hat geschrieben:
Übrigens kennt die Geschichte der Orthodoxen Kirche auch die Inquisition. Häretiker wurden verbrannt...
Alexej könntest Du das belegen? Mir ist das Unbekannt und ich bin geschichtlich etwas bewandert... bei den anderen Sachen stimme ich dir zu...
Lieber Joseph,

es gab zwar keine Institution, die so hieß (der Osten war nie so gut organisiert, wie der Westen), aber hier ein paar Beispiele:

Das erste mal wurden Christen durch Christen wegen religiösen Motiven 370 hingerichtet, der arianische Imperator Valentios ließ 80 orthodoxe Geistliche auf ein Schiff bringen und befahl, dieses im Meer zu verbrennen. Die orthodoxe Antwort folgte 385, der Gnostiker Priszillianus wurde hingerichtet.

"In Kiew versteckten sich einige tausende katholische Priester. Sie wurden mit Seilen gebunden und in den Dnepr geworfen, zuvor wurden sie jedoch starken Qualen unterzogen. Letz endlich wurden ihre Körper von Hunden gefressen."
"100 000 Juden versteckten sich in der Festung Tulchin. Die Kossaken haben die Festung eingenommen und diese nicht mir Schwertern, sondern mit Stöcken und Stämmen getötet. Kinder wurden mit Speeren aus schwangeren Frauen herausgezogen..." Beides aus einem Buch des Archidiakons Pawel Aleppskij

Und in der Gesetzgebung Russlands aus der Zeit des Heiligsten Synods, als die ROK eine Staatskirche war, gibt es ein Gesetz (!) zur Verbrennung von Häretikern. Es ist schon war, dass die OK nie in einer Position stand, in der sie Häretiker organisiert verfolgen konnte, das hat für sie aber das Imperium erledigt. Wenn man die byzantinische Geschichte ließt, erscheint es paradox - immer wenn Orthodoxe verfolgt wurden, haben sie an die Glaubensfreiheit appelliert, sobald der Imperator aber orthodox war, wandten sie sich an diesen und bejahten die gewaltsame Verfolgung von Häretikern.



Und die Orthodoxie in Russland wurde auch nicht freundlich verbreitet. Es fängt mit der Taufe Kiews an, nicht alle sind zum Dnepr gegangen, weil sie von der tiefen Weisheit der orthodoxen Theologie erleuchtet wurden. Es sollten alle hingehen, die dem Großfürsten Freund waren. Und wer es nicht war, was wurde mit ihm? Exil in den Wäldern?

Erzdiakon Andrej Kurajew schreibt den beiden Zitaten von oben: Was Katholiken oder Juden den Orthodoxen angetan haben, bleibt aus der Perspektive des Evangeliums ohne Bedeutung, jeder wird seine eigenen Grausamkeiten zu verantworten haben...
du alexej jetzt mal ehrlich. Zwar sind diese menschen "orthodox" aber ihr handeln war definitif unorthod, verstehste. Ich kann echt nicht verstehen wie es solche leute zum klerus schaffen.

Also um ehrlich zu sein für mich sind es nicht mal christen um es genau zu nennen - seit wann soll man andere geschlechter so verurteilen. Ich habe schon mal geschrieben es sei nicht die kirche jesu christi und das was jene getan haben auch nicht. :cowboy:

Hoffe solche greul werden sich um gottes willen nicht mehr wiederholen :cry:

p.s.

Selbst in den Viten gibt es andauernd Erzählungen darüber, wie Heilige heidnische Priester und Druiden töteten oder verbrannten.

ähm du weisst schon was solche priester und druiden bewirken konnten ????

LG

Elvis
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von apxwn » 21.07.2010, 11:57

Joseph hat geschrieben:Bitte bedenke die damaligen Zeiten und die damaligen Gesetzte und das ein Verstoß gegen die Religion auch ein weltliches Verbrechen war.
Hm, ja und nein. Die Verbrennung von Ketzern wurde z.B. auf dem Moskauer Konzil von 1681 (in dem Fall: "Altritualisten") durch ein kirchliches Organ bestimmt. Es ist klar, dass die "Altritualisten" besonders auch ein Problem für den Zaren waren. Nun kann man sich tatsächlich vor Augen halten, dass Kirche und Staat "in jenen Tagen" irgendwie anders verquickt waren. Aber es gab auch neben der Sache mit den "Altritualisten" viele Hinrichtungen von Ketzern. Verbrennung war übrigens die audrückliche Hinrichtungsart für alle **religiösen** "Vergehen" im russischen Zarenreich (so in der Gesetzessammlung von Alexej Mihailowitsch von 1649), darunter fielen Gotteslästerung und Proselytismus.
Die einzige Frage ist tatsächlich die nach der "Organisation" oder auch der Perfektion eines solchen Mechanismus wie der Inquisition in der Orthodoxen Kirche. Es gab kein solches, rein kirchliches Organ. Nun kann man dagegenhalten, dass unter Bedingungen, in denen der Staat als weltlicher "Partner" der Kirche gilt (doppelköpfiger Adler, als Sinnbild der Symphonie zwischen Staat und Kirche, wie sie noch Kaiser Justinian formulierte), kein solches kirchliches Organ vonnöten ist; die röm. Kirche war dagegen ja selbst mehr Staat, spätestens seit dem Fall Roms im Jahr 476.
ἐὰν γὰρ ἀποθάνη̨ ἄνθρωπος ζήσεται;

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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Nassos » 21.07.2010, 14:27

Liebe Leute,

nur ein kleines Lebenszeichen von mir. Josephs Befürchtung hat nicht zugetroffen, noch schlägt mein Herz.
Hänge aber stark in den Seilen.

Habe die Beiträge nicht gelesen, aber ist jemandem aufgefallen, dass Florianklaus nicht mehr mitgeschrieben hat? Hoffe, ihm geht's gut.

Ich geh wieder ins Bett und überlasse Joseph das Feld.

Bis hoffentlich demnächst.
Nassos

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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von holzi » 21.07.2010, 14:57

Gute Besserung, Nassos! :nurse:
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Joseph » 21.07.2010, 21:58

Nassos hat geschrieben:Liebe Leute,
nur ein kleines Lebenszeichen von mir. Josephs Befürchtung hat nicht zugetroffen, noch schlägt mein Herz.
Hänge aber stark in den Seilen.
Gute besserung....!
Habe die Beiträge nicht gelesen, aber ist jemandem aufgefallen, dass Florianklaus nicht mehr mitgeschrieben hat?

Dafür ist Life Style Katholic unter dem nom de plume LSK aufgetaucht.....

Gruß
Joseph
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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Nassos » 22.07.2010, 02:47

Joseph hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Hallo, ist die Liturgie im Westen tatsächlich verstümmelt oder ist es halt einfach der westliche Ritus?

Ich weiß nicht mehr, wo ich demletzt das gelesen hatte, ich glaube es war der Hl. Maximowitsch: "Ihr Liturgie ist älter als ihre Häresie".
Was kann er damit wohl gemeint haben?
Liebe Grüße,
Nassos
Lieber Nassos,
Nur zwei Dinge:
1) Ritus in der RK bezeichnet die Art und Weise wie sie die Liturgie feieren. Es gibt den byzantinischen Ritus, melchitischen Ritus, den mozarabischen und den ambrosianischen (eventl. noch ein paar Andere ) und ausserdem den RÖMISCHEN Ritus. Dieser ist es worum sich die Debatte im KG dreht. Dieser Ritus wurde nämlich in den Jahren nach dem zweiten Vatikanischen Konzil so langsam in den "Karneval" umgestaltet den viele beanstanden. Der "alte" römische Ritus, die tridentinische Messe, wird nun versucht, besonders von Gruppen wie die Pius X, und die Petrus Brüderschaft, gegen den Widerstand der 68ger Bischöfe und Laien, wieder einzuführen..... Es gibt, wenn man den KG und ander RK Quellen liest einen schlimmen "Bürgerkrieg" über diese neuerungen in dieser Kirche. Wie das alles ausgehen wird weiß keiner und daher ist Matwej u.a. hier vollkommen auf dem richtigen Weg, Vorsicht anzumahnen .... ich stehe im Lager derjenigen die die "Ökumene" als DIE Häresie der Neuzeit betrachten..... aber das weißt Du ja.

2) St. John hatte Recht. Wenn man die Tridentinische Liturgie (Messe) meint (eigentlich richtiger deren Vorgänger) dann ist die Römische Liturgie sogar noch älter als die unseres Heiligen Vaters Johannes Chrysostomos...

Gruß
Joseph
Ahhhh, vielen Dank!
Also hatte ich das Wort "Ritus" falsch verwendet. Danke für die Aufklärung!

Ich weiß, wie Du zum Ökumenismus stehst. Pass auf, dass Du nicht paranoid wirst. :mrgreen:

Grüßle,
Nassos

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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Nassos » 22.07.2010, 02:53

Joseph hat geschrieben:Zum Thema RK Liturgie Mißbrauch, geht mal in's Englische Teil von OF und lest unter About Orthodoxy, den Auszug aus der "Orthodox Times" den ich dort abgelegt habt.
Gruß
Joseph
Hier ist der Link dazu. Du hast von Gott ein Gehirn und einen freien Willen bekommen, nicht um es unter den Scheffel zu stellen sondern um es zu benutzen. :mrgreen:

Nassos
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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Nassos » 22.07.2010, 03:09

holzi hat geschrieben:Gute Besserung, Nassos! :nurse:
Joseph hat geschrieben:
Nassos hat geschrieben:Liebe Leute,
nur ein kleines Lebenszeichen von mir. Josephs Befürchtung hat nicht zugetroffen, noch schlägt mein Herz.
Hänge aber stark in den Seilen.
Gute besserung....!


Danke, Leute, für Eure Wünsche! Es geht wieder etwas besser, aber es braucht noch ein bißchen. Schreibe gerade, weil ich nicht schlafen kann. Habe mir gerade auch nen Anschiss von meiner Frau eingeholt dafür, dass ich am Rechner sitze, statt im Bett zu liegen...

Joseph hat geschrieben:Dafür ist Life Style Katholic unter dem nom de plume LSK aufgetaucht.....
Worüber ich mich sehr freue! Und wie ich sehe, hast du ihm schon weitergeholfen! Brav!

Also, bis denne,
Nassos

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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Priester Alexej » 22.07.2010, 15:45

ElvisVrinic hat geschrieben:Selbst in den Viten gibt es andauernd Erzählungen darüber, wie Heilige heidnische Priester und Druiden töteten oder verbrannten.

ähm du weisst schon was solche priester und druiden bewirken konnten ????
Ja, stimmt, sie konnten schon manches bewältigen. Aber wie unterscheidet sich der Druide in dem Fall von einem Herrscher, der mit seiner Armee Christen verfolgte? Da kann man das Staatsoberhaupt ja auch nicht ins Feuer zerren. In einer Vite aus dem 2-Bändigen Synaxarion gibt es eine Erzählung (erinnere mich nicht mehr, welcher Heiliger es wer) - der Missionar hat dem heidnischen Priester vorgeschlagen, ein Feuer zu machen und sich in dieses zusammen hinzustellen. Als das Feuer brannte, bekam der Priester kalte Füße und wollte es nicht mehr, der Missionar zerrte diesen aber ins Feuer, wo er verbrannte.

Ob er Orthodox war? Ist ja ein Heiliger. Einer schwierige Frage. Allerdings waren es natürlich ganz andere Zeiten, man kann sich in die Situation nicht so leicht hineinversetzen. Aber zum Glück stehen vor uns heute ganz andere Fragen. Vor 200 Jahren war die Orthodoxie zum größten Teil eine Religion der einfachen Leute, die Theologie als Wissenschaft befand sich auf einem Tiefpunkt, die meisten Gläubigen waren Bauern. Die Intelligenz hast sich über den Glauben nur lustig gemacht. Heute hat sich das grundlegend geändert - man braucht den Glauben nicht mehr, um zu leben, es gibt genug Surrogate. Fernsehen, verschiedene Subkulturen, mit denen man sich identifizieren kann. Die Gesellschaft bietet dem Menschen eine Weltanschauung, die zwar primitiv ist, jedoch einfach anzunehmen. Wer heute nicht denkt, geht nicht zur Kirche. Es sei denn, es hat in der Gesellschaft nicht funktioniert..

Aber Orthodoxe sind auch nur Menschen, selbst Geistliche. Da gibt es in einer Stadt eine Gemeinde von 100 Menschen, der Priester ist alt und braucht einen Nachfolger. Wer wird es? Vom Himmel fallen Priester nicht. Man guckt sich die Gemeinde an und nimmt den "Besten". Aber dieser "Bester" ist kaum heilig, er ist ein Kind dieser Gemeinde und letzten Endes seiner Zeit. Er ist in der Gemeinde aufgewachsen, und so gut diese Gemeinde in erzogen hat, nur so gut wird er auch sein. Wir versuchen das beste zu machen, was wir können. Jeder von uns sündigt, jeder begeht Fehler, wird er deshalb nicht Orthodox? Zwar sind diese menschen "orthodox" aber ihr handeln war definitif unorthod, das muss jeder von sich sagen können, von jedem Tag seines Lebens, ansonsten ist er in Stolz verfallen.

Und nun stellt sich die Frage, wo die Grenze ist. Selbst für den Klerus, er ist ja auch unfehlbar. "Orthodoxen Kirche [hatte] auch die Inquisition. Häretiker wurden verbrannt" was ich damit sagen wollte, ist dass es in der Kirche immer zwei Aspekte gibt, den Göttlichen und den Menschlichen. Gott leitet die Kirche mit seinem Geist. Aber die Menschen haben immer die Wahl, ob sie sich leiten lassen. Selbst die Kirche, ob Laie oder Kleriker, behalten ihren freien Willen. Und selbst in dem Fall, dass sie sich bemühen, bleiben sie menschlich. Was ist menschlich? irren... Ich kenne z.B. keinen Priester, der noch nie bereut hat, dass er jemandem einen falschen Rat gegeben hat.

Natürlich ist das kein Grund, eine Enttäuschung zu erleben. Höchstens von sich selbst. Selbst in einer unfreundlich Gemeinde und einem Priester, der nie Zeit hat, finden wir in der Kirche das Wichtigste, Gott. Die Heilige Gaben, die Sakramente, das, was wir nirgendwo sonst bekommen können. Wir können uns auf den richtigen Weg stellen und auf diesem gehen. Aber dafür muss man mächtig was tun. Archimandrit Ambrosius Jurasow findet, dass ein Mensch im Erwachsenen Alter durchschnittlich 7 Jahre lang regelmäßig die Kirche besuchen muss, regelmäßig die Morgen- und Abendgebete lesen, bevor in ihm eine geistliche Veränderung stattfindet. 7 Jahre muss die Gnade Gottes einwirken...
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Re: Was ist unsere orthodoxe Antwort zu diesen Aussagen ?

Beitrag von Nassos » 22.07.2010, 16:19

Alexej hat geschrieben:der Missionar hat dem heidnischen Priester vorgeschlagen, ein Feuer zu machen und sich in dieses zusammen hinzustellen. Als das Feuer brannte, bekam der Priester kalte Füße und wollte es nicht mehr, der Missionar zerrte diesen aber ins Feuer, wo er verbrannte.
Also, ich vermute, das die Autoren der Vitae eventuell selber einiges dazuerdichtet haben, um die Glorie des jeweiligen Heiligen noch höher erscheinen zu lassen - mit zeitgemäßen Stilmitteln.

Man muss aufpassen, Orthodoxie - Katholizismus - Protestantismus - Unchristentum - Atheismus nicht auf dem Niveau von Fussballmannschaften zu sehen (ey, Alda, wenn Du nochmal was gegen meine Mannschaft/Kirche sagst, kriegsu auffe Fresse. Isch verbrenn Disch, Alda, isch schwör Dir).

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