Die wahre Kirche Christi

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Michael
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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Michael » 25.03.2010, 00:04

JUHUUU DANKE!!!!! lieber apxwn :)
Damit verabschiede ich mich von diesem Strang. :wink:
Zuletzt geändert von Michael am 12.05.2010, 20:10, insgesamt 1-mal geändert.
„Heilig, heilig, heilig, furchtbar und groß, hoch(erhaben),
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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon songul » 25.03.2010, 05:31

Michael hat geschrieben:JUHUUU DANKE!!!!! lieber apxwn :)
Damit verabschiede ich mich von diesem Strang. :wink:


Wieso?
Gibt es einen besonderen Grund?

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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Priester Alexej » 25.03.2010, 07:49

songul hat geschrieben:
Michael hat geschrieben:JUHUUU DANKE!!!!! lieber apxwn :)
Damit verabschiede ich mich von diesem Strang. :wink:


Wieso?
Gibt es einen besonderen Grund?

Es gab doch im Lateinischen einen sehr schönen juristischen Begriff, der eine Sachlage bedeutete, bei der ein Prozess vorzeitig abgebrochen wurde :) Kennt den jemand?
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Andromachi » 25.03.2010, 08:12

Vielleicht hätte ich extra betonen müssen, dass die Heilige Genevieve im Jahr 422 geboren wurde.
Meine Kenntnisse beziehe ich aus dem Büchlein: Γεώργιος Πιπεράκις: Η εν Ορθοδοξία ηνωμένη Ευρώπη. Αθήνα: Επτάλοφος 1997. (Georg Piperakis. Das in Orthodoxie vereinigte Europa. Athen: Eptalofos Verlag. 1997).
Und, Abraham, die orthodoxen Heiligen übersetzt die katholische Kirche, nicht, weil sie einen offenen Horizont hat, sondern, weil sie anerkennt, dass die Orthodoxie die Wahrheit besitzt, aber der Egoismus und der Drang nach weltlicher Macht hindert die Katholiken davor, ihren Fehler zu bekennen.
Leider muss ich auch wie Michael gestehen, dass ich diesen Strang nicht mehr mitverfolgen kann, da mir die theologischen Kenntnisse fehlen. Außerdem weiß ich, welches die wahre Kirche Christi ist.

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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon apxwn » 25.03.2010, 11:35

Na ja, ich wäre alles in allem nicht so überheblich. Da ich annehme, dass dieser Strang eher allgemeiner Natur ist (was es hier nicht alles gibt: Filioque, Päpste, Heilige...), kann man es bei Allgemeinem bewenden lassen.

Es soll aber trotzdem nicht verwundern, dass auf kategorische Behauptungen von Abraham auch mal kategorische Antworten kommen. "In Rom niemals." (Abraham über Häretiker auf dem Bischofsstuhl, die es in Konstantinopel zusammengenommen über Jahrhunderte hinweg gegeben haben soll.) - Dazu fällt mir noch die sog. "Pornokratie" in Rom ein. Das war auch noch im ersten Jahrtausend, und es war zusammengenommen auch nicht eben wenig Zeit. Dagegen war Honorius nur ein Intermezzo.
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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Michael » 25.03.2010, 12:40

[quote="songul":trgmkirv][quote="Michael":trgmkirv]JUHUUU DANKE!!!!! lieber apxwn :)
Damit verabschiede ich mich von diesem Strang. :wink:[/quote:trgmkirv]

Wieso?
Gibt es einen besonderen Grund?[/quote:trgmkirv]

Nö aber ich bin froh, dass einer mal ein paar gute Gegenargumente bringt. Da bin ich völlig am falschen Platz, weil ich nicht die erforderlichen Kenntnisse habe. :)
Es bringt mir auch nix wenn ich hier diskutiere, aber weiß und das mit einem reinem Gewissen dass die Orthodoxie die wahre Kirche Christi ist.

Wir müssen als orthodoxe auch zeigen im alltag, dass wir die wahre Kirche Christi sind, dann sehen die Katholiken das auch.
Unser Hl. Paissios meinte da doch was:

- Lebten wir die Heiligen Väter, so wären wir alle im Besitz der geistigen Gesundheit, um die uns alle Heterodoxen beneiden würden, sodass sie ihre kranken Irrungen verlassen und gerettet würden, ohne dass man ihnen zu predigen braucht. Heute sind sie nicht ergriffen von unserer heiligen Väter-Tradition, weil sie auch unsere Väter-Nachfolge sehen möchten, unsere tatsächliche Verwandtschaft mit unseren Heiligen. Wozu jeder Orthodoxen aufgefordert ist, ist dies - dass er die heilsame Beunruhigung auch den Heterodoxen eingibt, damit sie begreifen, dass sie auf dem Irrweg sind, und nicht ihr Gewissen auf trügerische Weise beruhigen und in diesem Leben hier der reichen Segnungen der Orthodoxie entbehren und im kommenden Leben der noch reicheren und ewigen Segnungen Gottes.

Hier in die Kalyva kommen auch einige katholische Kinder mit sehr guter Neigung, bereit, die Orthodoxie kennenzulernen. " Wir wollen, dass du uns etwas sagst, um uns geistig zu helfen", sagen sie zu mir. "Seht her", antworte ich ihnen, "nehmt die Kirchengeschichte und ihr werdet sehen, dass wir früher einmal zusammen waren, und danach, wo ihr heute angelangt seid. Das wird euch sehr helfen. Tut das, und das nächste Mal werden wir über vieles reden.
Quelle: "Heilige Altväter der Gegenwart" , Seite 301.
Zuletzt geändert von Michael am 12.05.2010, 20:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Priester Alexej » 25.03.2010, 16:23

Alexej hat geschrieben:
songul hat geschrieben:
Michael hat geschrieben:JUHUUU DANKE!!!!! lieber apxwn :)
Damit verabschiede ich mich von diesem Strang. :wink:


Wieso?
Gibt es einen besonderen Grund?

Es gab doch im Lateinischen einen sehr schönen juristischen Begriff, der eine Sachlage bedeutete, bei der ein Prozess vorzeitig abgebrochen wurde :) Kennt den jemand?


Grade gelesen, die drei "praescriptiones" von Tertullian gegen Häretiker. 1) Wenn wir glauben, dass Christus der Sohn Gottes auf der Welt war, dann ist die Lehre der Kirche wahr, 2) weil die Kirche älter ist, als die Häresien, hat sie die wahre Autorität, 3) nur die Kirche darf die Schrift nutzen, weil diese sich in ihr bildete, also haben wir eine Art Copyright auf die Schrift.
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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Abraham » 25.03.2010, 21:39

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Aus einer Predigt des heiligen Papstes Leo des Großen († 461)

Aus der ganzen Welt wird der eine Petrus erwählt, um allen Völkern, die berufen werden, allen Aposteln und sämtlichen Vätern der Kirche vorzustehen. Obwohl es in der Kirche viele Priester und Hirten gibt, leitet doch Petrus sie alle, deren Haupt und König Christus ist. Meine Lieben, Gott hat diesem Mann in seiner Gnade seine große und wunderbare Teilhabe an seiner Macht verliehen. Wenn Gott den übrigen Häuptern etwas gemeinsam mit Petrus verleihen wollte, versagte er es ihnen zwar nicht, gab es ihnen aber doch durch Petrus.

Alle Apostel fragt der Herr, was die Menschen von ihm dächten, und sie geben ihre Antwort gemeinsam, solange sie sich auf die menschliche Unwissenheit mit ihrem Schwanken bezieht.

Sobald nach dem gefragt wird, was die Jünger selbst denken, legt der zuerst Zeugnis ab für den Herrn, der in der apostolischen Würde der erste ist. Er sagt: "Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes." Jesus erwidert: "Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel." Das heißt: Darum bist du selig, weil dich mein Vater gelehrt hat, weil keine menschliche Meinung dich täuschen konnte, sondern Eingebung vom Himmel dich unterrichtete. Nicht Fleisch und Blut hat mich dir geoffenbart, sondern er, dessen eingeborener Sohn ich bin.

Dann spricht er: "Ich aber sage dir!" Das heißt: Wie mein Vater dir meine Gottheit geoffenbart hat, so verkünde ich dir deine Vorzugsstellung: "Du bist Petrus!" Das heißt: Ich bin der unzerstörbare Fels, der "Schlußstein", der beide (Juden und Heiden) vereint, das Fundament, außer dem kein anderes gelegt werden kann. Dennoch bist auch du Fels, weil du durch meine Kraft gestärkt wirst und mit mir durch Teilnahme gemeinsam haben darfst, was für mich eigene Vollmacht ist.

"Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." Er will sagen: Auf diese Kraft werde ich meinen Tempel errichten, und auf der Festigkeit dieses Glaubens wird sich der erhabene Bau meiner Kirche erheben und bis in den Himmel hineinragen.

Auch an die andern Apostel ist das Recht dieser Vollmacht und an alle Häupter der Kirche ist die Verfügung dieses Gesetzes weitergegangen; aber nicht umsonst wird dem einen anvertraut, was alle erhalten. Denn dem Petrus wird es deswegen besonders verliehen, weil sein Vorbild allen Vorstehern in der Kirche vor Augen gestellt werden soll.


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Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.

Michael
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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Michael » 25.03.2010, 21:54

[quote="Alexej":3gqnz00c][quote="Alexej":3gqnz00c][quote="songul":3gqnz00c][quote="Michael":3gqnz00c]JUHUUU DANKE!!!!! lieber apxwn :)
Damit verabschiede ich mich von diesem Strang. :wink:[/quote:3gqnz00c]

Wieso?
Gibt es einen besonderen Grund?[/quote:3gqnz00c]
Es gab doch im Lateinischen einen sehr schönen juristischen Begriff, der eine Sachlage bedeutete, bei der ein Prozess vorzeitig abgebrochen wurde :) Kennt den jemand?[/quote:3gqnz00c]

Grade gelesen, die drei "praescriptiones" von Tertullian gegen Häretiker. 1) Wenn wir glauben, dass Christus der Sohn Gottes auf der Welt war, dann ist die Lehre der Kirche wahr, 2) weil die Kirche älter ist, als die Häresien, hat sie die wahre Autorität, 3) nur die Kirche darf die Schrift nutzen, weil diese sich in ihr bildete, also haben wir eine Art Copyright auf die Schrift.[/quote:3gqnz00c]

Danke für den Beitrag! :wink:
Zuletzt geändert von Michael am 12.05.2010, 20:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon apxwn » 25.03.2010, 22:04

Abraham hat geschrieben:Aus einer Predigt des heiligen Papstes Leo des Großen († 461)

"Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." Er will sagen: Auf diese Kraft werde ich meinen Tempel errichten, und auf der Festigkeit dieses Glaubens wird sich der erhabene Bau meiner Kirche erheben und bis in den Himmel hineinragen.

Vielen Dank für dieses erstklassige Zitat!
Zuletzt geändert von apxwn am 29.03.2010, 18:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Nassos
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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Nassos » 29.03.2010, 00:03

Abraham hat geschrieben:Bild

Aus einer Predigt des heiligen Papstes Leo des Großen († 461)

Aus der ganzen Welt wird der eine Petrus erwählt, um allen Völkern, die berufen werden, allen Aposteln und sämtlichen Vätern der Kirche vorzustehen. Obwohl es in der Kirche viele Priester und Hirten gibt, leitet doch Petrus sie alle, deren Haupt und König Christus ist. Meine Lieben, Gott hat diesem Mann in seiner Gnade seine große und wunderbare Teilhabe an seiner Macht verliehen. Wenn Gott den übrigen Häuptern etwas gemeinsam mit Petrus verleihen wollte, versagte er es ihnen zwar nicht, gab es ihnen aber doch durch Petrus.

Alle Apostel fragt der Herr, was die Menschen von ihm dächten, und sie geben ihre Antwort gemeinsam, solange sie sich auf die menschliche Unwissenheit mit ihrem Schwanken bezieht.

Sobald nach dem gefragt wird, was die Jünger selbst denken, legt der zuerst Zeugnis ab für den Herrn, der in der apostolischen Würde der erste ist. Er sagt: "Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes." Jesus erwidert: "Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel." Das heißt: Darum bist du selig, weil dich mein Vater gelehrt hat, weil keine menschliche Meinung dich täuschen konnte, sondern Eingebung vom Himmel dich unterrichtete. Nicht Fleisch und Blut hat mich dir geoffenbart, sondern er, dessen eingeborener Sohn ich bin.

Dann spricht er: "Ich aber sage dir!" Das heißt: Wie mein Vater dir meine Gottheit geoffenbart hat, so verkünde ich dir deine Vorzugsstellung: "Du bist Petrus!" Das heißt: Ich bin der unzerstörbare Fels, der "Schlußstein", der beide (Juden und Heiden) vereint, das Fundament, außer dem kein anderes gelegt werden kann. Dennoch bist auch du Fels, weil du durch meine Kraft gestärkt wirst und mit mir durch Teilnahme gemeinsam haben darfst, was für mich eigene Vollmacht ist.

"Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." Er will sagen: Auf diese Kraft werde ich meinen Tempel errichten, und auf der Festigkeit dieses Glaubens wird sich der erhabene Bau meiner Kirche erheben und bis in den Himmel hineinragen.

Auch an die andern Apostel ist das Recht dieser Vollmacht und an alle Häupter der Kirche ist die Verfügung dieses Gesetzes weitergegangen; aber nicht umsonst wird dem einen anvertraut, was alle erhalten. Denn dem Petrus wird es deswegen besonders verliehen, weil sein Vorbild allen Vorstehern in der Kirche vor Augen gestellt werden soll.


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Auch auf die Gefahr des Vorhalts hin, sowieso alles durch meine orthodoxen Filter zu sehen:
Das hört sich sehr nach "Primus inter Pares" an.

stefan1800
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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon stefan1800 » 30.07.2010, 02:21

Liebe Forumsteilnehmer,

nachdem Alexej den Strang "Konfessionen - Glaubenskrieg in Veneto" gesperrt hat, um dann meine Antwort ins Lächerliche zu ziehen und mich als Unwissenden darzustellen, möchte ich hier noch einmal allen kundtun, was ich ihm per pn zurückgeschrieben habe und möchte noch einige Ergänzungen vornehmen. Danach kann er von mir aus Zensur üben und auch meinen Nutzer für immer sperren, falls er das für besser hält. Außerdem möchte ich allen hier und auch denjenigen, die ich persönlich kennenlernen durfte, für die Geduld mit mir und ihre christliche Nächstenliebe danken !

En Christo
Stefan

Lieber Alexej,
es ist nicht sehr klug von Dir, andere nach einer anregenden Diskussion, nachdem Euch die historischen Argumente zu fehlen scheinen, einfach persönlich herunterzuputzen und dann das Thema zu schließen, damit derjenige sich nicht mehr wehren kann !!

Ich war anderthalb Jahre in einer Gemeinde der ROKA und habe dort die Liturgie, den Glauben und auch die russischen Menschen kennen- und schätzengelernt !
Ich habe auch etliche Bücher zum Thema Kirchenspaltung und zum Thema Orthodoxie gelesen. Ich kam zur Orthodoxie durch Nachdenken über das Filioque und durch die Probleme mit der rationalistischen Philosophie der Hochscholastik. Ich habe im Forum viele Tips bekommen und mir dann eine Gemeinde gesucht, in die ich einige Monate voll integriert war.

Nein, ich habe mein Wissen zum Thema Russland nicht aus den Systemzeitungen der Bundesrepublik, da ich mich sehr für dieses Land und seine Menschen interessiere. Ich habe stattdessen viele Bücher zu dem Tham gelesen, u.a. von Gabriele Krone-Schmalz, von Peter Scholl-Latour und von Alexander Rahr. Ich kenne das, was Putin will, sehr genau. Er will sein Volk einigen. Dafür führte er teilweise wieder sowjetische Symbole ein, wie den Stern, die Hymne oder den besonderen Wert, der wieder auf den 9. Mai gelegt wird. Aus nationaler Sicht - alles richtig ! Nur: Seit Medwedew im Mai 2009 wieder die sowjetische Geschichtsschreibung eingeführt hat und dies sogar bei Strafe tun wollte, wurde ich skeptisch. Dem Stalinismus einen derartigen Tribut zu zollen, kann nicht richtig sein ! Und ein Patriarch, der die Behauptung aufstellt, die Deutschen hätten unter dem NS in den besetzten russischen Gebieten aus rassischen Gründen 30 Millionen Menschen ermordet, sagt nicht die Wahrheit !

Ich denke, daß es einfach ist, von russischer Seite zu sagen, daß der Westen Russland nicht verstehen möchte. Und eben auch, daß der Westen immer eine Bringschuld habe und Rußland nicht. Rußland hat diese Bringschuld auch dem übrigen Europa und Nordamerika gegenüber, um zum besseren Verständnis beizutragen. Das Wesentliche ist eben, daß wir im Westen nicht verstehen, weshalb die Russen das ganzheitliche Denken derart übertreiben müssen, daß sie meinen, Dinge miteinander vereinbaren zu müssen, die nicht vereinbar sind. Wo bleibt da die Differenzierung ? Also haben die Russen auch ein philosophisches Problem und nicht nur die Völker des Westens bedingt durch die Scholastik und die Aufklärung.

Die politische Linie des Kreml ist meines Erachtens folgende: Man versucht, künstlich eine "Kontinuität der Geschichte" zwischen dem Zarenreich und dem Sowjetreich herzustellen. Eine Kontinuität, die es in Wahrheit natürlich so nicht gibt. Der Ansatz ist falsch. Er ist tragisch, weil auf diese Art und Weise Russland den Kommunismus nicht loswerden wird ! Tragisch deswegen, weil die Führung es eigentlich gut meint: Sie meint, auf diese Art das Volk einigen zu müssen.

Nein, die Kirche ist kein politischer Verein. Aber sie ist Teil eines ganzheitlichen, weltanschaulichen Denkens. Dieses Denken darf, wie oben bereits angeführt, nicht widersprüchlich sein ! Es manifestiert sich eben nicht nur in der göttlichen Liturgie, sondern auch in der konkreten politischen Ausgestaltung der Staats- und Gesellschaftssysteme.

Stefan

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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Anastasis+ » 30.07.2010, 05:30

Lieber Stefan,
ich kann dich beruhigen, da du deine Entscheidung nicht orthodox zu werden aufgrund deiner politischen Systemtheorie (die mir zwar nicht objektiv erscheint) gefällt hast, wärst du gar nicht in die Verlegenheit gekommen in die Orthodoxe Kirche aufgenommen zu werden. Deine politischen Kriterien sind so an der Oberfläche haftend, dass sie dir den Blick aufs Wesentliche - auf Christus verstellen.
Du ähnelst in deiner Argumentationsweise gegen die Orthodoxie deinen antikatholisch eingestellten Mitbürgern, die sich aufgrund verschiedener historischer und auch gegenwärtiger Begebenheiten in der röm. Kath. Kirche von derselbigen abwenden.
Meine Hoffnung ist der Vater,
meine Zuflucht der Sohn,
mein Schutz der Heilige Geist.
Heilige Dreiheit, Ehre sei dir.

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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon stefan1800 » 30.07.2010, 08:43

@Anastasis:
Bleibt nur noch zu ergänzen, daß ich gerne die Starzen lese und mich intensiv mit dem Filioque und dem für und Wider (ein dicker Wälzer von Oberdorfer) befaßt habe. Auch die Zweifel im Bereich der Theologie sind also bei mir immer vorhanden gewesen, es geht hierbei nicht nur um die Weltanschauung. Obwohl diese im Sinne der Ganzheit mit eine Rolle spielt. Und es ist nicht nur die Ganzheit, sondern auch die Theologie, es geht darum, wahrhaftig zu sein ! (siehe Mt 5, 37 wie erwähnt). Alles weitere wurde bereits gesagt.

Es ist übrigens nicht meine Absicht, Ärger zu verbreiten, sondern den Dingen auf den Grund zu gehen.

Euer sündiger Stefan

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Re: Die wahre Kirche Christi

Beitragvon Priester Alexej » 30.07.2010, 12:01

Nun, wenn du deine PN hier schreibst, kann ich auch hier darauf antworten.

Geschlossen habe ich den Strang nicht wegen deinen Argumenten. Das kommt oft vor, dass etwas geschrieben wird, was nicht stimmt. Aber ich bin so sauer gewesen, als ich das gelesen habe. Und nicht nur ich, auch einige andere aus dem Team. Was du gemacht hast, ob willens oder nicht, du hast unsere Gefühle verletzt, besonders die Gefühle der Menschen, die durch das Regime und seine Kirchenverfolgung zu schaden gekommen sind. Ich habe nahe Verwandte, die in dieser Zeit ihr Leben gelassen haben. Ich kenne viele Menschen, die gefoltert wurden, auf ihren Platz in der Gesellschaft verzichten mussten und auf vieles mehr. Es gibt die Russische Kirche, die wie schon gesagt, 99% ihrer Bischöfe verloren hat, Tausende und abertausende Geistliche und Gläubige. Wie passen die Neumärtyrer Russlands in dein Konzept? Und nun, du bist unter Menschen, die nicht etwas gelesen haben, sondern es gelebt haben, für die es das Heimatland ist (was das ist, versteht man als Deutscher leider nicht so, wie ein Russe), und keine Politik ist. Und diesen Menschen sagst, dass ihre Mutter, die Kirche, eine Hure ist? Es tut mir leid, dass ich nicht genug Geduld habe, um mir das anzuhören und deinen Dingen auf den Grund zu gehen.

Der Strang ist geschlossen, weil es in diesem Forum Menschen gibt, die nicht so zurückhaltend sind, wie ich. Und ich möchte hier weder Streit noch Beleidigungen, und nach meiner Erfahrung eskalieren solche Diskussionen meistens früher oder später. Deshalb vermute ich, dass diese aufs neue angefangene Diskussion auch geschlossen wird. Dann kannst du diese Fragen per PN klären. Übrigens wärst du für diese Aktion gegen den Admin in jedem anderem Forum mit deinem Account und deinen Beiträgen schon gelöscht - da bin ich leider viel zu gutmütig. Komm also bitte nicht damit, dass ich meine Argumente mit administrativer Kraft durchsetze.

Russland ist ein Land, was sich von dem Regime und von den folgen seine Zerfalls erholt. Ich habe die letzten 4 Jahre dort gelebt und konnte es gut beobachten. Die Menschen wurden fast ein Jahrhundert lang normiert und nach sowjetischen Vorstellungen erzogen. Den Menschen wurde jeden Tag in den Kopf eingehämmert, dass Stalin sowas wie ein Heiliger war, dass er der Führer ist, dass die Pfaffen der Kirche die Menschen betrügen und belügen, dass diese ganz genau wissen, dass es weder Gott noch Himmel gibt. Guck dir die ersten paar Minuten in diesem Film an - sowjetische antikirchliche Propaganda http://vkontakte.ru/video_ext.php?oid=1 ... 0b17a8ae8c Es war den Menschen vorgeschrieben, wann sie morgens aufstehen müssen, wann essen, wie ihre Fingernägel schneiden, welche Zeitschriften lesen. Hat man die Falsche Zeitschrift aboniert, kam jemand aus dem Politbüro vorbei und erkundigte sich. Welche Bücher man lesen darf, welches Radio hören. Auf jedem Gottesdienst aus den wenigen geöffneten Kirchen war jemand aus dem Büro. Und wenn man jemanden neuen sah, kam man bei ihm Zuhause vorbei. Fand man bei diesem Menschen ein Buch mit einem kirchlichen Thema. Eine Vite oder so. Und ich unterstreiche, nur ein Buch hat genügt. Kam dieser Mensch für 7 Jahre ins Gefängnis. Den Menschen wurde vorgeschrieben, wie sie ihre Kinder zu erziehen haben. Man lebte in ständiger Angst, etwas falsches zu sagen, weil man dafür auch ins Gefängnis kam. Genügt hat z.B. in eine Zeitung, auf der Lenin abgebildet war, etwas einzuwickeln. Dein Brötchen oder so. Die Liste ist lang. Und so sind viele Generationen aufgewachsen. Dann kommt der Zerfall. Auf einmal darf man alles tun, aber es passiert noch etwas. Es gibt keine Ordnung mehr, kein Gesetz. Jeder, der kann, versucht das sinkende Schiff zu plündern. Die einfachen Menschen habe oft einfach nichts zu essen. Diese Zeit habe ich miterlebt, als unser Abendessen aus einer dünnen Suppe bestand, Wasser und ein paar Körner Getreide, und wenn es gut ging hatten wir ein kleines Brot dazu. Wobei die gesamte Familie gearbeitet hat, mein Großvater hat in dieser Zeit für immer seine Gesundheit verloren, als er versucht hat, die Familie durchzubringen. Die Menschen leben zwar nicht mehr in der Angst vor den Sowjets, sondern in der Angst um ihr Leben. Noch 97 war es so gewesen. Fliegt man heute nach Moskau, sieht die Situation etwas besser aus. Auch im Rest Russlands wird es etwas besser. Aber, ich habe Verwandte in Neftekamsk, einer Stadt ca. 1 Tagesreise von Moskau entfernt. Dort arbeiten diese 5 mal die Woche 12 Stunden lang, und bekommen ein Monatsgehalt von 100 Euro (3.600 Rubel). Die ärztliche Versorgung ist grauenhaft. Die Oma meiner Frau hätte noch viele Jahre länger gelebt, aber in dem Krankenhaus wurde keine Leute in ihrem alter angenommen.

Und nun, Putin und Medwedjew, stehen vor einem zerfallenem, erkranktem Land, mit all diesen Problemen. Und müssen diese Probleme von 160 Millionen Menschen lösen. Bildung, Versorgung, Arbeitsmarkt, Infrastruktur, ah, es gibt hunderte Bereiche. Das erfordert viel Mühe, Kraft, und vor allem Zeit und Geduld. Bis Russland sich von der sowjetischen Zeit erhohlt hat, vergehen noch viele Jahre und Jahrzehnte. Und ich habe grade bloß von den Materiellen Problemen gesprochen. Es gibt aber auch die Seelen der Menschen, die krank sind, psychische Probleme haben. Die sowjetische Erziehung ist immer noch in den Köpfen der Menschen, die bekommt man nicht einfach so weg. Es gibt immer noch ältere Menschen, für die Lenin ein großer Führer war. Und diese Menschen, die ihr Leben in diesem Glauben gelebt haben, die kann man nicht einfach so ändern. Man kann Ihnen ihr Herz nicht herausschneiden. Sie haben wiederum Kinder erzogen, für diese geht es nicht mehr um Lenin, aber die Erziehung des Leninismus wird man nicht einfach so los.

Nochmal, das kann man nicht von heute auf morgen lösen. Die Menschen geben ihr bestes. Aber wenn ein Mensch orthodox wird, heißt es nicht, dass er innerhalb von 3 Tagen alle Sünden und Leidenschaften ablegt und heiligt lebt. Es kämpft bis zum ende seines Lebens mit sich. Dasselbe ist auch mit einem Volk, es ist ein langer Weg. Du nimmst hier und da einzelne Fakten, interpretierst diese zu etwas, aber du siehst nicht das Gesamtbild.
http://www.bogoslov.ru/de/text/487477.html
http://www.bogoslov.ru/de/text/421216.html
http://www.bogoslov.ru/de/text/418097.html
http://www.bogoslov.ru/de/text/350943.html
Lies das, da sind auch ein paar gute Argumente. Aber Geschichte versteht man nicht, in dem man ein paar Seiten aus den Geschichtsbüchern herausreißt. Schon gar nicht die Geschichte und Mentalität eines anderen Volkes. Dass der Westen den Osten nicht verstehen will, ist keine Ausrede. Wenn ich ehrlich bin, versteht der Osten den Westen genauso wenig, die Meinung der meisten Menschen ist aus ein paar Klischees zusammengesetzt. Wenn du in einer russischen Gemeinde bist, und dich über Benehmen und Handlungsweise von Russen wunderst, kann es gut sein, dass die meisten Menschen es nicht erklären, also in Worte fassen können. Dann kommt meistens die Antwort, dass ein westlicher Mensch es nicht versteht. Es ist wirklich schwierig in Worte zu fassen, warum man so lebt, wie man lebt. Dabei macht man oft Fehler uns erklärt es falsch, Deutsche in Russland übrigens genauso. Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass man einander nicht versteht...

Und mit deinem letzten Satz hast du auch nicht recht. Orthodoxer Glauben ist keine Weltanschauung. Gut möglich, dass der Katholische es von sich behaupten würde. Aber "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" ----- "konkrete politische Ausgestaltung der Staats- und Gesellschaftssysteme" - die Orthodoxe Kirche existiert in jedem Staat und auch unter jedem staatlichen System. Ob Kommunismus oder Kapitalismus, Monarchie oder Demokratie. Ob verfolgt oder bevorzugt. Ob Russen oder Deutsche, oder Wilde aus Afrika, das alles ist für die Kirche nicht wichtig. Das wichtigste ist, die Gläubigen zu retten. Und, wenn es in einem dieser Systeme zu Kontakten mit der Regierung kommt, geschieht es nicht, weil die Kirche diese Regierung bevorzugt oder verurteilt. Nicht, weil sie sich anfreunden möchte, oder mehr macht gewinnen. Es geschieht, um so vielen Menschen, wie möglich, Kommunion, Seelsorge und den Zugang zum Himmlischen Reich zu gewähren. Und in der Sowjetischen Zeit stand genau diese Frage - soll man ganz aus Russland verschwinden, ausgelöscht werden, oder soll man den Menschen weiterhin die Möglichkeit gebe, zu Gott zu kommen? Ich versichere dir, den Hierarchen, die Entscheidungen gefällt haben, ging es nicht um sich. Wären sie gestorben, wären sie zu Märtyrern geworden, bei Gott und von uns verehrt. Aber sie entschieden sich, den Menschen zu helfen.
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