Taiz

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teodulija
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Taizé

Beitragvon teodulija » 06.11.2007, 15:41

Geehrte Väter, liebe Brüder und Schwestern,

ich bin am letzten Samstag an einer Veranstaltung in Solothurn (bei bern) gewesen, die von allen "Landeskirchen" (sprich: römisch, altkatholisch und prostestantisch) organisiert wurde, und an der auch weit über 1000 Jugendliche teilnahmen.

Ihnen sollte der Orden aus Taize (F) nähergebracht werden und ihre Gebetsweise.

Nun habe ich aber das Problem, dieses irgendwo einzuordnen, es ist weder römisch, noch protestantisch, von Orthodoxie (zum Glück...) ganz zu schweigen. Es wird den Jugendlichen erzählt, sie müssten einfach der Musik zuhören, und das nennen die Gottesdienst...

Nun kommt das komische an der ganzen Sache: Taize hat den Segen aus Rom! (und laut derer eigenen Homepage seit den Achtzigerjahren auch die des (Zit:) "Patriarchen von Rumänien und des Patriarchen von "Jugoslawien""--komisch nur, dass die Orthodoxie davon nichts weiss...)

Jedenfalls kommt mir das ganze sehr befrendend vor und in meinen Augen ist es ein "Irreleiten" der Jugendlichen.

Ich hatte auch die "Ehre" mit einem "Ordensbruder" (wobei ich als Orthodoxer etwas ganz anderes unter einem Mönchen verstehe...) zu sprechen, und wir kamen auf die Orthodoxie zu sprechen, wo er mir sagte, dass es in Taizee auch Orthodoxe Gruppen hat, ich aber bezweifle dies... (wo würden denn diese die Göttliche Lithurgie feiern???)

Ich dachte mal, ich erkundige mich nach euren Meinungen zum Ganzen, mir jedenfalls ist es sehr ungeheuer, was die da machen...

Hier noch der Link auf die Homepage: www.taize.fr

holzi
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Beitragvon holzi » 06.11.2007, 17:23

Liebe Teodulija,

zunächst einmal ist zu Taizé zu sagen, dass sich daran auch in meiner, der römischen Kirche die Geister scheiden. Den einen ist das zu wischiwaschi-ökumenisch, die anderen sehen darin die Möglichkeit, den Menschen den Kern des christlichen Glaubens näher zu bringen, ohne gleich die Konfessionskeule zu schwingen.

Zumindest stimmt es aber, dass der Gründer, Roger Schutz, ein reformierter Pastor aus der frz. Schweiz bei vielen Katholiken sehr hoch angesehen und geschätzt war. (Man munkelte auch immer wieder etwas von einer Konversion zum Katholizismus.) Zunächst war sein Ziel, mit Taizé einen Ort zu schaffen, wo Protestanten und Katholiken (Orthodoxe gab es damals in den 50ern nur wenige in Westeuropa) sich begegnen und gemeinsam Christen sein konnten.

Man muss die Taizébewegung nun nicht immer lieben, ich halte sie aber für eine legitime Sache auf dem Weg zur Einheit der Christen - wenngleich auch ich der Meinung bin, dass da vorher noch einiges aufgearbeitet werden muss.

Grüße
Konrad

P.S.: http://middcoa.blogspot.com/2006/10/tai ... after.html

Walter
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Re: Taizé

Beitragvon Walter » 06.11.2007, 17:55

teodulija hat geschrieben:Ich hatte auch die "Ehre" mit einem "Ordensbruder" (wobei ich als Orthodoxer etwas ganz anderes unter einem Mönchen verstehe...) zu sprechen, und wir kamen auf die Orthodoxie zu sprechen, wo er mir sagte, dass es in Taizee auch Orthodoxe Gruppen hat, ich aber bezweifle dies... (wo würden denn diese die Göttliche Lithurgie feiern???)

Im Eingangsbereich der Kirche in Taizé ist folgender Hinweis zur Eucharistie bzw. Abendmahl angebracht:
Die Eucharistiefeier findet sonntags um 10 Uhr und werktags in der Krypta um 7.30 Uhr statt. Am Ende des Morgengebets besteht die Möglichkeit, die in der Eucharistiefeier konsekrierten Gaben zu empfangen; sie werden von Brüdern ausgeteilt. Der Tabernakel befindet sich neben der Marienikone. Die Göttliche Liturgie für die Orthodoxen wird zu den Zeiten gefeiert, in denen ein orthodoxer Priester anwesend ist. Es finden regelmäßig evangelische Abendmahlsgottesdienste statt. Wer aus den Kirchen der Reformation kommt, hat die Gelegenheit, jeden Tag am Ende des Morgengebets das Abendmahl zu empfangen; es wird beim Kreuz rechts neben der Auferstehungsikone von Jugendlichen ausgeteilt. Andere Jugendliche teilen gesegnetes Brot aus. Jeder kann dieses gesegnete Brot zu sich nehmen:
  • wer sich nicht vorbereitet hält, die Gegenwart Christi in der Eucharistie zu empfangen
  • wer nicht getauft ist
  • die Kinder
  • alle, die aus verschiedenen Gründen nicht die Eucharistie empfangen wollen.

(Quelle)
γενηθήτω το θέλημά σου·

teodulija
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Re: Taizé

Beitragvon teodulija » 07.11.2007, 16:29

Im Eingangsbereich der Kirche in Taizé ist folgender Hinweis zur Eucharistie bzw. Abendmahl angebracht:
Die Eucharistiefeier findet sonntags um 10 Uhr und werktags in der Krypta um 7.30 Uhr statt. Am Ende des Morgengebets besteht die Möglichkeit, die in der Eucharistiefeier konsekrierten Gaben zu empfangen; sie werden von Brüdern ausgeteilt. Der Tabernakel befindet sich neben der Marienikone. Die Göttliche Liturgie für die Orthodoxen wird zu den Zeiten gefeiert, in denen ein orthodoxer Priester anwesend ist. Es finden regelmäßig evangelische Abendmahlsgottesdienste statt. Wer aus den Kirchen der Reformation kommt, hat die Gelegenheit, jeden Tag am Ende des Morgengebets das Abendmahl zu empfangen; es wird beim Kreuz rechts neben der Auferstehungsikone von Jugendlichen ausgeteilt. Andere Jugendliche teilen gesegnetes Brot aus. Jeder kann dieses gesegnete Brot zu sich nehmen:
  • wer sich nicht vorbereitet hält, die Gegenwart Christi in der Eucharistie zu empfangen
  • wer nicht getauft ist
  • die Kinder
  • alle, die aus verschiedenen Gründen nicht die Eucharistie empfangen wollen.

(Quelle)[/quote]

Liebe Brüder und Schwestern,

also, ich weiss jetzt nicht, wie ich dies deuten sollte.

Irgendwie erhält es doch proselytische Züge, wenn mann bedenkt, dass für alle die selben Regeln gelten, nur für Orthodoxe nicht...

das würde vereinfacht heissen:"kommt zu uns, seid ein teil von uns, und ihr könnt eure Göttliche Lithurgie trotzdem feiern, die anderen aber nicht..."

Gottes Segen euch allen.

Walter
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Beitragvon Walter » 07.11.2007, 16:43

Ich interpretiere das eher so, dass sie noch keinen orthodoxen Priester in ihrer Gemeinschaft haben und deshalb auf Gastpriester angewiesen sind.

Gottes Segen auch dir, Teodulija!
γενηθήτω το θέλημά σου·

Nikolaj Thon
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Beitragvon Nikolaj Thon » 09.11.2007, 10:10

In der Tat ist es so, dass es in Taizé derzeit (d.h. aber schon seit längerem) keinen "festen" = dort wohnenden oerthodoxen Priester (mehr) gibt. Vor langen Jahren war eine Zeitlang dort der spätere Metropolit der Schweiz Damaskinos Papandreou dort - und m.W. gibt es immer noch eine kleine orthodoxe Kapelle (mit einer Art Ikonostase), die aber nur selten genutzt wird.
Insofern wird nur orthodoxer Gottesdienst gefeiert, wenn einmal ein orthodoxer Priester vorbeikommt.
In der Liebe Christi
Ipod. Nikolaj

Br. David
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Beitragvon Br. David » 03.12.2007, 17:42

Theodulija schreibt: "Ordensbruder" (wobei ich als Orthodoxer etwas ganz anderes unter einem Mönchen verstehe...)

Achtung: Ordensbrüder sind per Definition nicht immer Mönche! Es gibt in der katholischen und auch in einigen protestantischen Kirchen Orden und Bruderschaften, die Mönchsorden sind (Alte Regel, Klausur, Monasterien, etc) aber daneben eben auch andere Orden wie Priestergemeinschaften, Seelsorgeorden, und kleine Fraternitäten.

Die Mitgleider solcher Gemeinscahften werden oft als "schlechtere" Mönche angesehen. Aber man tut ihnen unrecht, denn sie sind überhaupt keine Mönche! Und sie geben auch nicht vor welche zu sein!! Das gilt zum Beispiel für Taize, aber auch für Minoriten, Franziskaner oder Dominikaner.


Gottes Segen

Br. David

orthohans
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Antwort für Teodulija (Taizé)

Beitragvon orthohans » 06.12.2007, 18:58

Liebe Teodulija

Liebe Schwestern und Brüder

Deine Skepsis ist mehr als berechtigt. Taizé hat eine sehr verwirrliche Theologie, die die Leute eher in die Irre treibt als das sie ihnen hilft.

Wir tun gut daran, die Kirchenväterlektüre zu betreiben, in orthodoxe Gottesdienste zu gehen und unsere Kenntnis der orthodoxen Theologie zu vertiefen.

Erst wenn wir so gestärkt sind, können wir einmal Taizé besuchen und dort mitsingen.

Wichtig ist auch, dass wir vorher fasten und uns läutern, damit wir dann an Ort und Stelle und unvoreingenommen die Unterscheidung der Geister vornehmen können.

Wie dankbar werden wir dann sein, wenn wir anschliessend wieder orthodoxe Gottesdienste besuchen können.

orthohans
Die senkrechte, himmelw?rts zielende Gottesverehrung lebe ewig.


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