Ohne Worte !

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Leo2
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Re: Ohne Worte !

Beitrag von Leo2 » 07.03.2013, 17:21

Spiegel-TV wird handgreiflich

http://de.gloria.tv/?media=409021

es schaut mittlerweile so aus, wenn man reglmäßig die Artikel und Sendungen in den Medien liest/schaut, daß Sie die Aufagbe haben die christlichen Grundwerte zu zerstören.

:( :(

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Joseph
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Re: Ohne Worte !

Beitrag von Joseph » 27.03.2013, 05:58

Merkst Du das erst jetzt? Das Programm läuft schon seit ca 40 Jahren. Heute sind sie nun endlich vollkommen unbefangen in der Durchführung ihrer Absicht.
Sei nicht überrascht aber es wird noch viel schlimmer kommen. Christen werden schon weltweit verfolgt, Deutschland wird dem nicht nachstehen...

Gruß

Joseph
Wenn die Menschen gottlos werden, sind die Regierungen ratlos, die Lügen grenzenlos, die Schulden zahllos, die Besprechungen ergebnislos, die Aufklärung hirnlos, die Politiker charakterlos, die Christen gebetslos, die Kirche kraftlos, die Völker friedlos, die Verbrechen maßlos
(Antoine de Saint-Exupery)

bogoslov05
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Re: Ohne Worte !

Beitrag von bogoslov05 » 30.03.2013, 22:23

Auf dem orthodoxen Jugendtag 2013 in Hildesheim soll das Thema u. a. mit der Christenverfolgung zusammenhängen. Die ist in islamischen Ländern leider recht brutal und es werden täglich neue Märtyrer geboren, aber auch im "zivilisiertem" Westen wird sie verfolgt. Dies passiert nicht körperlich wie in den besagten Ländern sondern geistlich. Mithilfe der Medien versucht man alle religiöse Grundwerte in den Dreck zu ziehen und vor allem die christliche Kirche in ein schwarzes Licht zu präsentieren. Ein Gläubiger ist nach deren Propaganda ein fauler, dummer, unmoderner, radikaler, etc. Mensch. Er geht nicht mit der Zeit sondern widerspricht allem der neuen Kultur.

Diese Ebene wurde mit den Pussy Riot auf ein höheres Level gestuft. Früher versuchte man die Gläubigen nur als dumme Leute darzustellen, welche keine ausgedachten Fakten annehmen (bestes Beispiel ist die Evolution), doch jetzt werden ihre Heiligtümer beschändet. Orthodoxe Christen wissen was die Kirche für uns bedeutet und wissen auch was "ihre Bühne" für uns bedeutet. Sie beteten nicht nur und es war auch nicht eine einfache Demonstration. Es war eine wahrhaftige Provokation. Diese wurde in Europa sogar populärer als in Russland selbst. Dort war es mal in den Nachrichten und gut war es. Doch erst als der Westen Russland als Diktatorisch abstempelte wurde es weltbekannt. Dabei wurden viele Sachen im Westen entweder verschwiegen oder dazu geschrieben.

Interessant dabei, dass die eigenen Vorkommnisse nicht erwähnt wurden. Beste Beispiele sind der Kölner Dom, die Karikaturen Messe 2012 in Kassel, Femen im Pariser Notre-Dam, etc.

Die Kirche wird in den Medien fast immer ausgegrenzt. Man erwähnt sie nicht, außer es dient zu ihrem Spot. Ich erinnere mich als ich noch klein war (und das war nicht so lange her :roll: ) das es zu Weihnachten und Ostern auf allen Kanälen öfters sogar mehrmals am Tag ein Jesusfilm gezeigt wurde. Jetzt habt ihr selbst die Möglichkeit morgen mal nachzuzählen wie oft so ein Jesusfilm gezeigt wird. Stattdessen werden nur Hollywood Blockbuster gezeigt oder wenn es schon kirchlich sein muss, dann eine Kritik oder die zehn Gebote (Karfreitag Kabel1).

Ich fand es schon interessant, dass es gestern eine Dokumentation zur Christenverfolgung im 21. Jhd. gab (ARD oder ZDF, leider schon vergessen wo :cry: ). Das fand ich am Anfang natürlich sehr gut und freute mich, dass man es endlich zeigt. Doch an einer Stelle gab es eine unterschwellige Kritik an die Kirche. Einfach mal in der Mitte der Dokumentation erzählte man die Geschichte der Christenverfolgung. Wegen ihres Glaubens wurden sie verfolgt doch mit dem Mailänder Edikt kehrt Ruhe ein. Sie wird zur Staatsreligion und der Staat verfolgt Heiden um sie zu bekehren. (Schon eine interessante Ausdrucksweise) Dann auf einmal wieder im 21. Jhd. wo die Christen wieder verfolgt werden. Vielleicht kam es mir nur so vor, aber es kam mir vor, dass die Christenverfolgung im 21. Jhd. "gerecht" sei, da die Christen andere Religionen ja auch "unterdrückten" und "verfolgten".

Wie auch immer, wir sind nicht mehr gern in den Medien zu sehen, daher müssen wir selbst Werbung für uns machen. Dafür müssen wir aber nicht zur Presse oder ins Fernsehen. Wir müssen unseren Mitmenschen anhand unseres Lebens zeigen und beweisen, dass das Christentum nichts schlimmes will. Auch bei uns gibt es Doktoren, Ärzte, Wissenschaftler, Wohlhabende, etc. Menschen die wie ganz normale (moderne) Menschen leben und gleichzeitig ihr Leben das mit den christlichen Werten nicht widerspricht.

Dazu ist die jetzige Fastenzeit eine besonders gute Zeit. Daher gratuliere ich allen zur morgigen zweiten Fastenwoche und wünsche viel Erfolg in der weiteren Fastenzeit.

hansjoachim
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Re: Ohne Worte !

Beitrag von hansjoachim » 31.03.2013, 15:38

Nachdem heute das Diskussionsniveau des hiesigen Forums auf FB so gerühmt wurde :wink: wollte ich nach langer Zeit mal wieder hier reinschauen und möchte ein paar Anmerkungen zu dem obigen Beitrag über Christenverfolgungen machen.

So sehr Du in Deinen Ausführungen in der Grundproblematik Recht hast, lieber Danilo, scheint mir doch auch vieles zu kurz gegriffen zu sein. Ich denke, wenn man die aktuelle Verfolgung und die Leiden der Christen z.B. in Indonesien und den Ländern des Nahen Ostens in einem Atemzug nennt oder gar gleichsetzt mit der "geistigen" Auseinandersetzung in der wir uns hier in Westeuropa und Nordamerika befinden, unterschätzen wir ungemein, was physische Verfolgung bedeuten kann und werden den Leiden dieser Menschen kaum gerecht.

Zunächst möchte ich etwas sagen zu Christenverfolgungen im allgemeinen. Wenn von Christen hier im Westen in unseren Tagen immer wieder geklagt wird, dass man uns ungerecht, unsachlich, verleumderisch behandelt; unseren Glauben und unsere Absicht böswillig entstellt, in den Medien und anderswo, klingt mir oft so ein beleidigter, vorwurfsvoller Unterton mit, nach dem Motto: "wie kann man nur ... wir haben doch die besten Absichten und wollen nur das Gute für die Menschen - eigentlich schuldet uns die Gesellschaft Anerkennung".
Wir vergessen, so scheint mir, nur allzu leicht, dass uns nicht zugesagt ist, dass wir in dieser Welt anerkannt werden und zu Ruhm und Ehre gelangen. Wenn ich mich recht erinnere, hat Christus von Schmähung, Verleumdung, Ungerechtigkeiten und Verfolgung um seines Namens willen als Grundkonstituens christlicher Existenz gesprochen. Warum beklagen wir uns dann?
Ich erspare mir hier eine Menge passender Schriftzitate anzuführen. :)

Meine zweite Anmerkung zielt darauf, dass wir Christen vor allem hier im Westen, aber zunehmend auch in vormals sogenannten "christlich geprägten Ländern" des Ostens und des Südens mittlerweile gerne in die selbstgestellten Fallen eigener Klischees und Idealvorstellungen tappen.
Wir sollten zur Kenntnis nehmen: eine christliche geprägte Gesellschaft, wie es sie in den nachkonstantinischen Reichen des Ostens wie des Westens bis zum Beginn der Neuzeit gegeben hat, gibt es nicht mehr, wird es nicht mehr geben und es ließe sich wohl auch trefflich darüber diskutieren, ob das überhaupt wünschenswert ist. - "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" -

Die Menschen der modernen (westlich geprägten) Gesellschaft fühlen sich von christlichen (kirchlichen) Anmutungen in ihren Kreisen, in ihrem "freien" individualistischen und hedonistischen Lebensgefühl erheblich gestört. Wer nicht das "gottgefällige Geschenk" der Homosexualität bereit ist gesellschaftlich und auch in kirchlicher Praxis zu akzeptieren, wer nicht bereit ist, jedem xbeliebigen Ruf nach "zeitgemässen Reformen" in der Kirche, die doch der sogenannte "gesunde Menschenverstand" gebiete und die doch nur helfen könnten, die Kirche "auf die Höhe der Zeit zu bringen, zu folgen, wird entschieden bekämpft. Das gilt für die deutsche Gesellschaft meines Erachtens in besonderem Maße, vor allem in den Medien, in allen gesellschaftlich relevanten Gruppen und zum Teil leider auch innerkirchlich (zumindest bei den katholischen und protestantischen Brüdern und Schwestern); in anderen Ländern des christlichen Kulturkreises mag das noch nicht so dramatisch sein.
Besonders deutlich wurden mir diese Denk- und Verhaltensmuster vor einiger Zeit in meiner Tätigkeit der religiösen Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. In Gesprächen, die ich in letzter Zeit mit zahlreichen Lehrern führen konnte, wurde klar, dass Eltern heute in zunehmendem Maße Schulveranstaltungen mit religiös-kirchlichem Charakter boykottieren, bzw. ihren Kindern dezidiert verbieten, daran teilzunehmen. Dies scheint mir für unsere (deutsche) Gesellschaft symptomatisch zu sein!

Es gibt deutliche und immer stärker werdende Bestrebungen den Einfluss der Kirchen und letztlich auch des christlichen Glaubens zu marginalisieren, wenn nicht zu neutralisieren. Religion wird zur Privatsache stilisiert, die Bedeutung der Religion für das "Wohl der staatlichen Gemeinschaft" wird negiert.
Die Kirchen stehen dem Umgang mit diesen Bestrebungen offensichtlich ziemlich hilflos gegenüber und scheinen sich mit dem Verlust an Einfluss und Bedeutung nurmehr schwer abfinden zu können. Ich hebe hier natürlich vor allem auf die katholische Kirche und die Protestanten ab, die ja immer schon überzeugt waren, in weltlich-gesellschaftlichem Bereich involviert sein zu müssen. Die Orthodoxie in Deutschland betrifft das kaum, denn leider (oder Gott sei Dank) wird hierzulande die Orthodoxe Kirche in gesellschaftlichem und medialem Kontext wenig wahrgenommen.
Was also die gesellschaftliche Relevanz von Glaube und Religion betrifft, könnte das in diesem Jahr anstehende Gedenken der sogenannten "Mailänder Toleranzvereinbarung" die öffentliche Diskussion vielleicht hilfreich befruchten. Man könnte fragen, bedarf das Zeugnis für Christus und das Reich Gottes eines kirchlichen Engagements in Staat und Gesellschaft? Was würde passieren, wenn die Kirche auf staatliche Privilegien und Unterstützung verzichtete? Was würde passieren, wenn die Kirche (und sei es nur aus finanziellen Gründen) sich aus dem staatlichen karitativen und bildungsmäßigen Bereich zurückzöge, Kindergärten und Schulen schlösse oder nur noch für praktizierende Christen öffnete; wenn Zuschüsse, die aus Mitteln der Gläubigen kämen auch nur noch für Kirchenmitglieder verwendet würden?
Schon die alten Mönchsväter sind seinerzeit in die Wüste geflohen, weil ihnen das christliche Zeugnis seit der Symbiose von Kirche und Staat nach Konstantin nicht mehr radikal genug erschien.

Auf der anderen Seite muss man natürlich auch sagen, dass die Kirche an ihrem Dilemma nicht ganz unschuldig ist. Ich halte die Behauptung "die Kirche werde in den Medien immer ausgegrenzt" für nicht zutreffend. Was würden die Medien denn machen, wenn es die Kirche nicht gäbe? Worüber sollten sie denn noch berichten? Es gäbe nur so sehr wenig, worüber sich die Gemüter öffentlich vergleichsweise erhitzen könnten. Die Medien sähen ohne die Kirche doch ziemlich alt aus :)
Man darf allerdings fragen, ob die Kirchen den Medien immer solche Steilvorlagen liefern muss, wie sie es oft tut und ich spreche dabei nicht von den Missbrauchsskandalen oder ähnlichem, deren krimineller Charakter nicht in Frage steht. Auch bei geringerem Anlass bietet die Kirche oft eine breite Angriffsfläche und zeigt wenig Souveränität im Umgang mit ihren Kritikern.
Dass die Kirche sich öffentlicher und auch medialer Kritik stellen muss, solange sie gesellschaftliche Akzeptanz und staatliche Förderung erwartet und glaubt, diese in Anspruch nehmen zu müssen, darf ebenso wenig in Frage stehen. Die Frage lautet eben eher: muss sie das tun und wo sind die Grenzen, bei deren Überschreitung sie ihrem göttlichen Auftrag untreu wird?

Was bleibt also zu tun? Was ist der Auftrag der Kirche, des einzelnen Christen in dieser Zeit?
Nun, was er immer war: Das Martyrium!
Das Martyrium im umfassenden Sinn des Wortes: Zeugnis zu geben! Im Gegensatz zu allen anderen Religionen ist das Christentum eine Religion der Zeugenschaft, ein Glaube, der Zeugnis gibt von der Person des Gottmenschen Jesus Christus und seiner Botschaft der Umkehr.
Der kategorische Imperativ für den Christenmenschen lautet nicht: Jammert über die Ungerechtigkeiten dieser Welt, sondern:
Gehet hin in alle Welt und verkündet die Frohe Botschaft vom Reich Gottes, "sei es gelegen oder ungelegen".

Dass dies möglich ist, dass es Hoffnung gibt, auch im Bereich von Öffentlichkeit und Medien zeigen uns z.B. Journalisten vom Format eines Matthias Matussek, dem man nicht in allen seinen Äußerungen zustimmen muss, der aber mutig und nicht ohne Humor für seinen Glauben und die Kirche eintritt.
Oder die Geschichte eines Freundes, eines jungen Studenten, der sich seit seiner Schulzeit immer stolz als einen Agnostiker präsentierte und gerne über Gläubige jedweder Provenienz seine Witze machte: durch ein, man könnte fast sagen "Damaskuserlebnis", bei einem Besuch in Auschwitz im vergangenen Jahr fand er wieder dazu, sich mit seinen jüdischen Wurzeln auseinanderzusetzen und ist im Moment dabei, sich in "den Glauben seiner Väter" wieder einzufinden.

Also halten wir uns an den Herrn: "Geh' hin und tu' desgleichen !

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