Jesushouse

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Sebastian
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Jesushouse

Beitragvon Sebastian » 06.05.2007, 18:08

Alles Klar?

So lautet der Wahlspruch einer Jugendgemeinschaft(zusammenschlusses), die sich Jesushouse nennt. In der Zeit vom 24. - 28.04.2007 fand in Hamburg eine der größten Veranstaltungen von ProChrist satt.

Fetzig, modern so stellte sich mir Jesushouse an jeder Ecke meiner Stadt vor; fast jede Bahn (Fensterplakate, Flyer etc) unzählige Plakate und sonstige Werbemedien wurden eingesetzt, um für dieses Spektakel die Menschen zu begeistern. Mit Erfolg, wie es aussieht. Doch was genau bezweckt Jesushouse, auf der Internetseite liesst man folgendes:
JesusHouse2007 - das ist ...
... eine klare, evangelistische Verkündigung mit Christina Brudereck und Torsten Hebel.
... ein jugendgemäßes Programm mit Musik, Interviews, Filmeinspielungen und der Möglichkeit, über Gott ins Gespräch zu kommen.
... eine gute Möglichkeit für die Jugendlichen der Gemeinden, nach außen Flagge zu zeigen und Zeichen zu setzen.
... die Chance für die Gemeinden, Jugendliche mit Jesus bekannt zu machen.
... eine Veranstaltung mit klarem Konzept und Format.

Bisher wurde JesusHouse 1998 aus Nürnberg, 2000 von der EXPO in Hannover und 2004 aus Berlin übertragen. Diesmal gelangt es aus der Hamburger Fischauktionshalle via Satellit an über 740 Orte in ganz Europa!

Interessante Menschen gestalten das Programm von JesusHouse2007. Christina Brudereck und Torsten Hebel setzen jeden Abend Zeichen mit einer Rede zu den Themen
Aufbruch: Gott glaubt an dich (24.04.)
Leben: Wenn dir ein Licht aufgeht (25.04.)
Liebe: Vergebung ändert die Vorzeichen (26.04.)
Einblick: Hoffnung trotz Schmerz und Leid (27.04.)
Staunen: Neue Perspektiven haben (28.04.)

Unterstützt werden sie von der JesusHouseBand u.a mit Pamela Natterer und Michael Janz. Sie setzt sich aus jungen Profimusikern zusammen, die, wie Christina und Torsten, ein geistliches Anliegen haben.

Gäste sind u.a.: Dieter Falk (Popstars), Judy Bailey, Metaphysics (Söhne Mannheims), Sarah Brendel, Zeichen der Zeit (Patrick Nuo, Danny Fresh, Allee der Kosmonauten), October Light und Living Water.
[zu den Steckbriefen der Tage]

Bei allem was passiert, geht es um die persönlichen Erfahrungen mit Jesus Christus. So reden auch die Talkgäste über ihren Glauben und was er für sie mit dem Thema des Abends zu tun hat. Fünf Abende, die es sich haben! Wir wollen für Jesus arbeiten und investieren, damit Jugendliche sein Wirken erleben und wahre Wunder passieren!

JesusHouse wird von ProChrist verantwortet und getragen.
Doch muss ich gestehen, dass mir dieses ganze Theater Bauchschmerzen bereitet.

Was sagt ihr hierzu? Eure Meinungen interessieren mich sehr, vor dem Hintergrund, dass viele hamburger Jugendliche an diesem "Event" teilnahmen. Wie gesagt stehe ich persönlich diesem Spektakel mit einigem Unbehagen gegenüber, aber möchte ich erst einmal Euch zu Wort kommen lassen.

Christus ist auferstanden!

Walter
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Re: Jesushouse

Beitragvon Walter » 06.05.2007, 19:05

Doch muss ich gestehen, dass mir dieses ganze Theater Bauchschmerzen bereitet.

Was sagt ihr hierzu? Eure Meinungen interessieren mich sehr, vor dem Hintergrund, dass viele hamburger Jugendliche an diesem "Event" teilnahmen. Wie gesagt stehe ich persönlich diesem Spektakel mit einigem Unbehagen gegenüber, aber möchte ich erst einmal Euch zu Wort kommen lassen.

Christus ist auferstanden!
Er ist wahrhaft auferstanden!

Hallo Sebastian,

was genau hat dir dabei Bauchschmerzen bereitet? Ist doch schön, wenn so viele Jugendliche neben Musik und Filmen auch noch die Möglichkeit bekommen, "über Gott ins Gespräch zu kommen". Ich konnte hier ehrlich gesagt erst mal nichts finden, was dort lästerlich oder empörend gewesen zu sein scheint. Ob's nun für die Anwohner zu laut war, kann ich freilich aus der Ferne nicht beurteilen.

LG
Walter
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Sebastian
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Beitragvon Sebastian » 06.05.2007, 19:39

Hallo Walter!

Genau sagen, kann ich es dir auch nicht. Irgendwie scheint mir dies alles sehr aufgesetzt und fremd:

z.B.
Der Konsum illegaler Drogen ist in Hamburg wesentlich höher als in Gesamtdeutschland. 14% der Hamburger haben in den vergangenen 12 Monaten illegale Drogen konsumiert, in Gesamtdeutschland waren es 7%. Und was sagt es über eine Stadt aus, dass der Rotlichtbezirk die zweitgrößte Touristen-Attraktion ist? Das ist ein Ort, wo viele in die Brüche gegangene Leben angespült werden, wo Junkies und Alkoholiker den Straßenrand säumen und junge Mädchen ? häufig selbst früh missbraucht ? ihren Körper verkaufen.
In der Fischauktionshalle, wenige hundert Meter vom Kiez entfernt, werden wir jetzt eine Gegenbewegung starten: JesusHouse 2007 - um der Jugend zu zeigen, wo die Quelle für das richtig "geile Leben" ist. Denn Hamburg ist eine Stadt, die es braucht!
Weiss nicht, wenn damit Christus gemeint ist, finde ich es schon merkwürdig!?

Für mich ist es halt aufgesetzt ("mit der Zeit gehen") und ob Rockmusik in einen Gottesdienst gehört? Erinnert mich irgendwie an "Hour of Power" :| ... auch die (Laien-)Predigten ... naja, vielleicht sehe ich es zu eng, aber ich denke dass die Jugend von heute viel mehr den unverfälschten Jesus bedarf, als einen aufgemotzten, jugendgerecht fetzigen Christus, dass die Hl. Väter soviel Wegweisungen und Hilfestellungen einem bieten.

Jedoch mag es sicherlich auch positive Aspekte dieser Veranstaltung geben und Dialog, so er in anständiger, gegenseitig schätzender Weise geschieht, ist sicherlich immer zu bejahen.

Weiss es halt nicht und frage euch.

Grüße!

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Beitragvon protopeter » 06.05.2007, 22:23

Lieber Sebastian !

Deine Vorbehalte zu dem genannten "Event" kann ich nur allzu gut nachvollziehen - diese Manifestation erscheint mir als zeitgeistiger Versuch, den Gottmenschen Jesus Christus, Sein Wirken und Seine Lehre auf ein problematisches "Guru-Niveau" bringen zu wollen. Das alles erinnert auch fatal an die schon gehörte Parole Jesus ja - Kirche nein und Umtriebe sogenannter "charismatischer" Bewegungen, deren Ziel die vorgebliche "Wiederentdeckung" und "Neuinterpretation" der biblischen Botschaft sein sollte. Eine solche Veranstaltung dient letztlich wohl nur dazu, marktschreierisch Aufmerksamkeit erregen zu wollen, um ein "Glaubenshappening" ohne tatsächlichen Tiefgang zu inszenieren. Vom kirchlich-orthodoxen Standpunkt kann deshalb solchem Unterfangen nur ablehnend geantwortet werden.

Österliche Segensgrüße aus Salzburg sendet
Erzpr. Peter

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retro24
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Beitragvon retro24 » 06.12.2007, 09:21

Ich habe das Thema heute erst gesehen und möchte es noch mal aufgreifen.

Verehrter Vater Peter, ich bin nicht ganz Ihrer Meinung. Ich halte diese Art von Veranstaltung nicht für marktschreierisch, sondern für den - zum Teil durchaus erfolgreichen - Versuch, die heutige Jugend für den christlichen Gott, für Jesus Christus zu interessieren.

Für viele Jugendliche ist der Glaube deshalb weit weg, weil sie Kirche für altmodisch und eingestaubt halten, weil die Kirche und die Bibel nicht ihre Sprache spricht, weil sie Gott für einen alten Mann halten, der nur alles verbietet, was Spaß macht, und ansonsten mit ihrem Leben nicht viel zu tun hat.

Ich sage nicht, dass man die Bibel und die Lithurgien umschreiben muss, aber Bibelübertragungen in moderner, für die heutige Jugend verständlicher Sprache sind zumindest dazu geeignet, ein erstes Interesse zu wecken und Grundlage für eine tiefere Beschäftigung mit den Originalschriften zu wecken.
Ich persönlich finde es gut, wenn vermittelt wird, dass man auch als Christ durchaus Spaß und Freude am Leben haben kann und dass man als Christ nicht mit Trauermiene herumlaufen und den ganzen Tag fromme Gebete sprechen muss. Aber auch, dass man als Christ natürlich dazu angehalten ist, sich an bestimmte - von Gott nicht aus Bosheit, sondern aus Weisheit gegebene - Regeln zu halten und Ihn im Gebet zu suchen (und zwar durchaus erst mal mit eigenen Worten).

Natürlich soll man den Glauben nicht verbiegen, so dass er jedem mundgerecht und bequem ist. Aber man kann zumindest gewisse anfängliche Berührungsängste und Barrieren versuchen abzubauen, um den jungen Menschen überhaupt einen Zugang zu ermöglichen. Erst mal kriegen sie Milch, in einer Form, die sie auch verdauen können und nicht gleich wieder ausspucken, und dann kommt nach und nach feste Speise.

Vielleicht wäre sowas auch eine Anregung für die Orthodoxen, wie man mit junge Menschen umgehen kann, für die die orthodoxe Kirche etwas fremdes ist und die die kirchlichen Ausdrücke (noch) nicht verstehen? Es gibt immerhin auch orthodoxe Priester, die sich unter Motorradfahrern betätigen und zum einen deren Interessen teilen und über deren Themen mitreden, zum anderen in der für sie verständlichen Weise geistliche Werte und Wahrheiten vermitteln und sie für Christus und den christlich-orthodoxen Glauben gewinnen. Sehr interessant dann zu sehen, wie sich äußerlich harte Typen in Lederkluft im Gottesdienst bekreuzigen und beten.

http://www.aktuell.ru/russland/reportag ... rn_21.html

http://02varvara.wordpress.com/2007/11/ ... yaroslavl/
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Sebastian
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Beitragvon Sebastian » 06.12.2007, 10:06

Liebe Manu !
Ich persönlich finde es gut, wenn vermittelt wird, dass man auch als Christ durchaus Spaß und Freude am Leben haben kann und dass man als Christ nicht mit Trauermiene herumlaufen und den ganzen Tag fromme Gebete sprechen muss.
:? :? :?:

Nur so am Rande bemerkt: Gerade die Freude erhalten wir durch Gott, wenn wir uns zu Ihm in unseren Gebeten nahen. Nicht mit dem Wort "Spaß" und schon gar nicht mit "Spaß am Leben" lässt sich der orthodoxe Lebensvollzug in Einklang bringen. Es ist, wie man so schön sagt, der enge Weg der ins wahre Leben führt und darauf sollte unser Trachten gerichtet sein. Freude wird heute oftmals mit Spaß in Verbindung gebracht, doch ist die Bedeutung eine völlig andere: "Spaß am Leben" symbolisiert das Ausleben der Leidenschaften, der Sünde. Wahre "Freude und Fröhlichkeit am Leben" herrscht, wenn Gott in Dir wohnt.
Vor kurzem las ich eine interessante Abhandlung von Vater Justin P. in der er letztendlich aufwies, dass viele protestantisch geprägte Gruppierungen heute zwar schreien: "zurück zu Jesu", diese Schreie aber in der Dunkelheit verhallen, die diese Gruppen umgibt, da sie von den überlebenswichtigen Mysterien getrennt sind und somit von Jesu Christi selbst. So verhält es sich mE auch mit diesen Events. Es mag positiv zu bewerten sein, dass versucht wird einer völlig entchristianisierten Jugend christliche Grundlagen zu vermitteln, aber bedenken wir auch in welchem Geiste dies geschieht.

MfG

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Beitragvon rafailia_3 » 06.12.2007, 11:53

Liebe Brueder und Schwestern

Erstens handelt es sich um Haeretiker, also koennen sie wohl kaum die Frohe Botschaft des Herrn den Jugendlichen nahe bringen, da sie die Wahrheit schlicht nicht kennen.
Zweitens ist die Orthodoxie ganz und gar nicht verstaubt, die Orthodoxie ist der wahre Weg ins Leben, die Wahre Freude, die Wahre Liebe und

liebe retro,

ofensichtlich hast Du sdie Orthodoxie und das Pnevmatische Leben noch nie erlebt, denn dann wuerdest Du wissen, dass es keine groessere Freude gibt, als dem Herrn zu folgen und das ganze Leben in Christus zu Leben. Denn die oberflaechlichen Freuden dieses Lebens sind nichts im Gegensatz zu der Freude, die Jesus Christus im Glauebigen wecken kann und keine irdische Liebe ist groesser.
Soviele Heilige hat die Orthodoxie hervorgebracht, viele von denen in sehr jungem Alter. Niemand von denen, die wahre Theologen waren und keine "irdischen" Theologen, die alles aus den Buechern wissen, hat von Modernisierung und Anpassung des Glaubens an das moderne Leben gesprochen! Denn die Wahrheit ist unveraenderlich. Die Orthodoxe Kirchentradition gehoert zu der Wahrheit.
Es gibt keine gluecklicheren Menschen als die Christen, die ihr Leben in Christus leben, weil sie den Frieden Gottes und Seine Liebe und Fuersorge in sich spueren und Wunder erleben. Und das hay nichts mit dem Alter zu tun.

In Demut

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Beitragvon Sebastian » 06.12.2007, 12:33

Schön, dass man auch mal gleicher Meinung ist ;-)
Es gibt keine gluecklicheren Menschen als die Christen, die ihr Leben in Christus leben, weil sie den Frieden Gottes und Seine Liebe und Fuersorge in sich spueren und Wunder erleben.
Volle Zustimmung - und - dazu braucht man dann auch keine seperate, an irgendwelchen Zeitgeist angepasste Sprache oder Verhaltensweisen. Wer dies einmal spürte, der wird die Spaßangebote (oder soll ich Leidenschaftangebote) dieser Welt nur noch mit Verachtung bespucken ! Sehr wichtig dabei finde ich ist auch, was Alexia in Bezug auf die Erscheinung der OK noch schrieb:
Zweitens ist die Orthodoxie ganz und gar nicht verstaubt, die Orthodoxie ist der wahre Weg ins Leben, die Wahre Freude, die Wahre Liebe(...)
Das spricht mir aus dem Herzen ! Der orthodoxe Glaube ist kein museales, veraltetes Gebilde, sondern das Leben im heiligen Organismus der Kirche vereint mit dem Gottmenschen Christus Jesus selbst.

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retro24
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Beitragvon retro24 » 07.12.2007, 09:26

Ich stimme dem auch zu, dass die Freude am Herrn die einzig wahre ist und dass das Gebet natürlich essentiell ist, ich habe mich da vielleicht falsch ausgedrückt.

ABER: Die heutige Jugend hat nur in sehr beschränktem Maß die Möglichkeit, Beispiele für gelebten Glauben zu sehen und sich daran zu orientieren. Von außen betrachtet, ist für sie die Kirche daher oft wenig attraktiv. Ich sage auch nochmal: Ich bin kein Verfechter dessen, dass man den Glauben und die Kirche anpassen muss, um es jedem recht und billig zu machen. Ich denke nur, dass man einer von MTV, Coca Cola und Spaßkultur geprägten Jugend vielleicht ein wenig entgegenkommen muss und zuerst mal in ihrer Sprache mit ihnen sprechen muss, um ihnen einen Zugang zu einer für sie fremden und unbekannten Welt zu eröffnen.

Wenn wir Kindern etwas erklären, benutzen wir kindliche Sprache. Wenn wir Ausländern etwas erklären, versuchen wir, eine Sprache zu benutzen, die er versteht. Mit den Jugendlichen ist es auch so. Die verstehen nicht, was "pneumatisches Leben" ist. Und viele wissen auch nicht, dass Christsein eben mehr ist als das Befolgen irgendwelcher Regeln. Und das das Leben in Christus Freude bringt.

Christus hat gesagt: "Geht hin und predigt allen Völkern...", und die Apostel sprachen in den Sprachen der Völker. Jetzt sprechen wir vielleicht die gleiche (deutsche) Sprache, aber dennoch ist die Sprache der Kirche oft eine andere als die der Jugend. Warum denn nicht so zu ihnen sprechen, dass sie auch zuhören und verstehen können? Und sie dann Schritt für Schritt dahin führen, dass sie fähig werden, auch andere Sprache und die Tiefe der Wahrheit des Glaubens zu erfassen? Ich finde, da müssen wir schon ein wenig flexibler sein, ohne gleichzeitig Wahrheit zu verwässern und in Jargon zu verfallen. Und das geht sehr wohl.
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Beitragvon rafailia_3 » 07.12.2007, 10:34

Liebe retro,

leider sind wir anderer Meinung. Zum einen vergisst Du, dass es sich bei der Veranstaltund um keine Orthodoxe Initiative handelt.
Also, der Blinde kann den Blinden nicht fuehren.
Zum anderen ist es nicht richtig, dass es nicht genuegend Beispiele gelebten Glaubens gibt. Wenn jem wirklich sucht, dann findet er.
Ein beruehmter Altvater der Gegenwart, hat bis vor kurzem gelebt und war Asket! auf dem Athos, sein NAme war Pater Paisios. Er lebte in einer kleinen Huette, sehr aermlich, hatt keine Theologie studiert, sondern ist Theologe durch sein pnevmatisches und asketisches Leben geworden. Vor allem junge Menschen haben ihn besucht, viele von denen haben durch ihn zum Glauben gefunden, wiederum viele sind Moenche geworden. Er hat weder Partys geschmissen, noch den Menschen vorgejaukelt, dass ein Christ ein leichtes fuehrt und sich nicht von den Uebrigen unterscheidet!
Das Orthodoxe gelebte Beispiel und die Konsequenz eds Glaubens sind meiner Meinung nach der einzige Weg, der Jugend Jesus Christus und die Orthodoxie nahe zu bringen.
Und es gibt sehr viele Beispiele charismatischer und guter Priester und Christen auch in unseren Tagen.
Diese ganze Veranstaltund erinnert mich an die Protestantischen Versammlungen.

In Christus

danadoina_3
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Beitragvon danadoina_3 » 07.12.2007, 14:24

Er hat weder Partys geschmissen, noch den Menschen vorgejaukelt, dass ein Christ ein leichtes fuehrt und sich nicht von den Uebrigen unterscheidet!
:wink:

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retro24
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Beitragvon retro24 » 07.12.2007, 14:48

Zum einen vergisst Du, dass es sich bei der Veranstaltund um keine Orthodoxe Initiative handelt.
Was hindert aber die orthodoxe Kirche, sich davon eine Anregung zu holen? Man muss ja nicht alles gleich machen... man kann auf bestimmte Elemente wie Rockmusik oder anderes verzichten, wenn man das nicht unterstützt. Aber die IDEE dahinter, wie man junge Menschen erreichen kann, die halte ich jedenfalls mal für wert, dass man drüber nachdenkt, wie man als orthodoxe Gemeinde jungen Menschen, die fern von Gott, fern vom Glauben, fern von der Kirche sind, alles das nahe zu bringen.
Zum anderen ist es nicht richtig, dass es nicht genuegend Beispiele gelebten Glaubens gibt. Wenn jem wirklich sucht, dann findet er.
Aber viele wissen überhaupt nicht, wonach sie suchen sollen. Und ich wiederhole auch nochmals: Jesus hat nicht gesagt: Wartet, bis die Suchenden auch finden, sondern: Gehet hin und machet zu Jüngern. Wenn wir Christen nicht hingehen, tun es andere.
Ein beruehmter Altvater der Gegenwart, hat bis vor kurzem gelebt und war Asket! auf dem Athos, sein NAme war Pater Paisios.

Ich habe hohen Respekt vor solchen Menschen, aber ich finde, es liegt auch an den ganz normalen Christen, dass sie Zeugnis von Christus ablegen. Und dazu: Der normale deutsche Jugendliche fährt nicht mal eben so auf den Athos... selbst nicht jeder orthodoxe Gläubige tut bzw. kann das.
Vor allem junge Menschen haben ihn besucht, viele von denen haben durch ihn zum Glauben gefunden, wiederum viele sind Moenche geworden. Er hat weder Partys geschmissen, noch den Menschen vorgejaukelt, dass ein Christ ein leichtes fuehrt und sich nicht von den Uebrigen unterscheidet!
Ich bin auch dagegen, dass man Leuten ein leichtes Leben vorgaukelt. Aber diese Jugendlichen, die da hingefahren sind, haben sicherlich schon woanders mal was von Kirche, vom Glauben, von Christus gehört und sich dann auch auf die Suche nach mehr, nach Tiefe gemacht. Insofern hast du natürlich recht, wer sucht, der findet. Aber ich spreche vom DAVOR. Ich möchte in den Menschen das Interesse, die Sehnsucht wecken, sich überhaupt auf diese Suche zu machen. Und das schaffe ich selten, indem ich ihnen was von "pneumatischem Leben" erzähle (darf ich fragen, was du damit meinst? Gibt es ein deutsches Wort dafür?)
[Das Orthodoxe gelebte Beispiel und die Konsequenz eds Glaubens sind meiner Meinung nach der einzige Weg, der Jugend Jesus Christus und die Orthodoxie nahe zu bringen.
Ja, aber wer zeigt ihnen das im täglichen Leben? Nicht aus Büchern, sondern vor Ort? Wieviele haben denn die Möglichkeit, mal auf den Athos zu fahren?
[Und es gibt sehr viele Beispiele charismatischer und guter Priester und Christen auch in unseren Tagen.
Das stimmt. Und das sind meist solche, die zu den Menschen so sprechen, dass diese Menschen es auch verstehen und die keine Scheu haben, auch mal einen ungewöhnlichen Zugang zu suchen (siehe die Motarradpriester).

PS: Selbst wenn du Prostestanten für Herätiker und Blinde hältst, gibt es doch manchmal Dinge, in denen sie den Orthodoxen als Beispiel dienen können. Aber das ist eine andere Thematik.
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Walter
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Beitragvon Walter » 07.12.2007, 14:58

Zum anderen ist es nicht richtig, dass es nicht genuegend Beispiele gelebten Glaubens gibt. Wenn jem wirklich sucht, dann findet er.
Ein beruehmter Altvater der Gegenwart, hat bis vor kurzem gelebt und war Asket! auf dem Athos, sein NAme war Pater Paisios. Er lebte in einer kleinen Huette, sehr aermlich, hatt keine Theologie studiert, sondern ist Theologe durch sein pnevmatisches und asketisches Leben geworden. Vor allem junge Menschen haben ihn besucht, viele von denen haben durch ihn zum Glauben gefunden, wiederum viele sind Moenche geworden. Er hat weder Partys geschmissen...
Jesus hingegen schon. :lol:
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Beitragvon rafailia_3 » 07.12.2007, 15:10

Lieber retro(Ich kenne leider Deinen Namen nicht),

ich bin davon ueberzeugt, dass Du gute Vorsetze hast und Dir wuenscht, dass mehr Jugendliche auch in traditionell nicht-orthodoxen Laendern, wie zB Deutschland auf die Orthodoxie aufmerksam werden.
Aber ich glaube an eine andere Vorgehensweise, die mehr mit dem wahren pnevmatischen Leben zu tun hat. Mit pnevmatischen Leben meine ich das Leben in Christus, das christliche Leben, mit der Teilnahme an den Heiligen Sakramenten, der Busse, der Beichte, dem Fasten, der Eucharistie, dem Gebet, und der Reflektion der Welt und des Lebens immer in Zusammenhang mit Gott und seinem Heiligen Willen.
Der Christ sollte auf diese Art die Orthodoxie kennenlernen, und wenn der Anfang gemacht ist, dann vervollstaendigt der Heilige Geist das Werk im Herzen eines Jeden. Das lebendige Beispiel ist das wichtigste, deswegen muessen alle Christen, vor allem der Klerus aber auch alle anderen sich dieser Verantwortung bewusst sein.
Natuerlich koennten mehr Schritte gemacht werden, natuerlich nicht auf diese Art wie "Jesushouse", mit anderen Aktivitaeten, die den Sinn und die richtige Art des Glaubens nicht deformiert darstellen.
Die Jugendlichen und nicht nur, die Pater Paisios besuchten, waren nicht alle glaeubig! Viele gingen aus Neugier, weil sie hooerten, dass er Gedanken las usw.. Aber es gibt auf der ganzen Welt charismatische Menschen.

Ausserdem wollte ich etwas sagen, das ein Heiliger sagte: Die Orthodoxie ist perfekt, wir Menschen sind oft mangelhaft.
Denn wenn ich und Du und der Andere bessere Christen waeren ,gaebe es fast niemanden, der nicht Orthodox waere.

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Nassos
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Beitragvon Nassos » 08.12.2007, 20:54

Guten Abend Ihr Lieben,

wenn jemand meiner Sprache nicht mächtig ist, und ich seiner nicht, dann kann Sprechen sogar zu fatalen Mißverständnissen führen.
Was ich jedoch machen kann - auch ohne die Sprache meines Mitmenschen zu sprechen - ist, ihr/ihm ein Vorbild zu sein.
Natürlich werde ich Unwürdiger mit meinem ärmlichen Vorbild nie das eines Paisios' erreichen.
Sein Vorbild war so groß, dass man nicht unbedingt hinmußte, um zu lernen (Frauen haben hierzu keine Möglichkeit und haben trotzdem gelernt).

Lebe ich außerdem dieses Beispiel richtig vor, dann weiß der Interessierte von Anfang an, was Sache ist.
Der Glaube jedoch könnte nach einer Party - so gut sie auch gemeint ist - später (eventuell) entstandenen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Man wäre dann in eine falsche Richtung gestartet.

Ich stimme Rafailia voll zu - auch wenn ich wollte, mit retro genauso zustimmen zu können.

Nassos


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