strategische Allianz?

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peter
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Beitragvon peter » 26.11.2006, 22:18

Gott zum Gruße !

Fünf Monate nach dem von Lukas gemeldeten islamistischen Anschlag
mit mörderischer Folge möchte ich mein Erschrecken darüber zum Ausdruck bringen, daß ein Gast, der sich Archimandrit Nilos nennt, die Tatsache der
dogmatischen Differenz höherwertig zum Ausdruck bringt als das Mitgefühl
mit dem Ermordeten. Gerade heute habe ich in der Liturgie der Predigt über den Nächsten zugehört. Der Priester und der Levit wenden sich in die entgegengesetzte Richtung, der barmherzige Samariter eilt hinzu und hilft.
Wie können wir angesichts des terroristischen Frontalangriffs des Islam
gegen alles, was sich "christlich" auch nur nennt, ruhig bleiben, und unserer
theologischen Meisterschaft frönen. Sollen wir den Papst als Häretiker im Stich lassen, wenn er womöglich nächste Woche in Istanbul umkommt ?
Sollen wir den Adventisten, dessen Haus angezündet wird, auf seine judaistischen Ansichten befragen ? In der Wissenschaft spricht man von
Elfenbein, hier würde ich von einem Herzen aus Stein reden.

Peter
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)

Ehre sei Dir oh Herr

Beitragvon Ehre sei Dir oh Herr » 27.11.2006, 11:36

Lieber Peter,

das sehe ich grundsätzlich genauso.
Es ist ein Unterschied, sachlich Argumente im Für und Wieder auszutauschen oder nur überzogen zu schreiben.
Wir Orthodoxe sind selbst in manchen Fragen nicht einer Meinung, siehe z.B. die Kalenderfrage. Deshalb bleibt doch auch der "Neukalendarier" mein Bruder im Herrn. Was Einzelne (wie hier angesprochen) darüber denken ist da ehr nebensächlich.

Auch in Bezug auf die RKK sollte man, wenn man an den Islam denkt, eher an die Gemeinsamkeiten denken.
In der letzten Ausgabe des Kuriers der Christlichen Mitte waren einige Zeilen zu lesen, die doch sehr erschreckend wirken, wo zum Mord gegen den Papst aufgerufen wird und einige andere sehr unerfreuliche Äußerungen. (ich gebe im Nachhinein einen Artikel wieder).
Ich denke, man kann das nicht alles als Werk einiger Weniger abtun.
Diese agressive Tendenz ist eindeutig gegeben.
In den Heiligenviten wird auch oft von den Qualen der Martyrer geschrieben, die sie zu erleiden hatten, weil sie Christus NICHT verleugneten.

Wenn der Islam alles überrannt hat (Gott behüte uns), werden wir froh sein noch eine Kirche der RKK zu sehen vor lauter Moscheen.

L.G. René

Ehre sei Dir oh Herr

Beitragvon Ehre sei Dir oh Herr » 27.11.2006, 11:38

Hier der angesprochene Artikel des Kurier des CM

http://www.christliche-mitte.de/online/nachrichten.php

>>Muslime ohne Maske

?Komm absolut nicht in die Türkei! Papst Ratzinger, Dein Leben ist jetzt gefährdet!? Diese Warnung schickte Ali Agca, der im November 1979 ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. angekündigt und am 13. Mai 1981 verübt hatte, aus dem Gefängnis in Istanbul mit Blick auf die Türkei-Reise des Papstes vom 28. November bis 1. Dezember dieses Jahres.

Am 12. September 2006 hatte Benedikt XVI. in seiner Vorlesung an der Universität Regensburg den byzantinischen Kaiser Manuel II. zitiert, der feststellt, ?daß Mohammed vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.?

?Komm nicht in die Türkei!? stand auch auf den Schildern der Demonstranten vor der Vatikan-Botschaft in Ankara. Angestellte des türkischen staatlichen Religionsamtes legten dort am 15. September 06 einen schwarzen Kranz nieder als Symbol der ?Verdammung? des Papstes.

Der Präsident des ?Türkischen Amtes für Religiöse Angelegenheiten?, das in Deutschland über 900 Moscheen besitzt (DITIB), und der türkische Ministerpräsident Erdogan forderten den Papst auf, sich zu entschuldigen. Seine Aussagen seien ?feindselig und provozierend und zeugen von Kreuzfahrer-Mentalität?. Der Vorsitzende der türkischen Religionsbehörde fragt: ?Die Christen sagen, Jesus sei der Sohn Gottes. Wie verträgt sich denn das mit der Vernunft??

Salih Kapusuz, 2. Vorsitzender der türkischen Regierungspartei AKP, prophezeit, der Papst werde als Negativ-Figur in die Geschichte eingehen: ?so, wie Hitler und Mussolini?.

Im Irak verübten Muslime Brandanschläge auf zahlreiche Kirchen, verbrannten Papstbilder und deutsche Fahnen, entführten, mißhandelten und ermordeten Christen. Die Terrororganisation ?Ansar al-Sunna? droht mit dem Angriff einer ?islamischen Armee? auf Rom: ?Die Mauern Roms werden bald von der Armee der Rechtgläubigen attackiert ... Nieder mit den Feinden der Muslime ... Terroristischer Papst sei gehängt!?, und die Anhänger der islamistischen Organisation ?Dschaitsch el Mudschahedin? drohen ?den widerlichen Kreuzrittern?: ?Wir werden nicht eher ruhen, bis eure Throne und eure Kreuze auf eurem eigenen Territorium zerstört sein werden ... Wir werden das Kreuz brechen und den Wein vergießen. Allah wird den Muslimen helfen, Rom zu erobern?. Dem Papst schwören sie, ?daß Ihr Kreuz im Herzen von Rom zerstört und Ihr Vatikan getroffen wird.?

Das pakistanische Parlament verurteilte den Papst mit einer einstimmigen Resolution, in Lahore warnten rund 1000 islamische Gelehrte in der Abschlußerklärung ihrer Versammlung: ?Wenn der Westen nicht seine Haltung gegenüber dem Islam ändert, wird er ernste Konsequenzen zu tragen haben?, und während eine Papst-Puppe verbrannt wurde, skandierte die Menge: ?Tod dem Papst!?

Bis heute fordern alle 57 islamischen Staaten, die sich in der IOC zusammengeschlossen haben, eine Entschuldigung des Papstes für sein Zitat.

Eine deutliche Absage erteilte Scheich Abu Saker, Anführer der ?Dschihadija Siafija? im Gazastreifen, dem interreligiösen Dialog:
?Der Aufruf zu einem sog. Dialog durch diesen kleinen rassistischen Papst ist ein trojanisches Pferd mit dem Hauptziel, ein neues System zu erreichen ... Dialog heißt: Alle müssen den Islam annehmen... Der einzige Dialog, den wir akzeptieren werden, ist der, daß alle anderen Religionen einwilligen, zum Islam zu konvertieren ... Es ist unsere heilige Pflicht, gegen alle zu kämpfen, die den Papst unterstützen, ihm nachfolgen und nicht das verurteilt haben, was dieser kleine Rassist zu sagen hatte ... Der Tag wird bald kommen, an dem die grüne Fahne von ?La Illah Illah Allah? (Es gibt keinen Gott außer Allah) und ?Mohammed Rasul Allah? (Mohammed ist der Prophet Allahs) im Vatikan und in der ganzen Welt gehißt wird... Begreift, daß der Islam die Zukunft ist und dieser Zwerg von Papst sich geirrt hat.?

Der älteste Sohn des libyschen Staatschefs M. Gaddafi geht noch einen Schritt weiter: ?Ich rufe den Papst auf, die Wahrheit zu erkennen und Muslim zu werden!?

In Somalia riefen Imame zur ?Jagd auf den Papst? auf. In der Hauptstadt Mogadischu erschossen Muslime die Ordensfrau Leonella heimtückisch von hinten.

In einem Video, ausgestrahlt von einem italienischen Privatsender, ruft das Terror-Netzwerk ?Al Kaida? zur Ermordung des ?Affen von Rom? auf. Illustriert ist der Aufruf mit einem islamischen Schwert, das ein Kreuz zerschlägt. In einem 2. Video des Stellvertreters Osama bin Ladens, Ajman al-Sawahiri, das vom arabischen Fernsehsender al-Dschasira ausgestrahlt wurde, werden alle Christen aufgerufen, sich dem Islam zu unterwerfen und die ganze islamische Welt zum ?Heiligen Krieg? ?gegen die Erniedrigung durch die Arroganz der Zionisten und Kreuzfahrer.? Der ?Hochstapler Benedikt XVI. hat die rote Linie überschritten, als er gesagt hat, daß sich der Islam nicht mit der Vernunft vereinbaren ließe.? Er vergesse, ?daß sein eigenes Christentum für einen vernünftigen Verstand nicht akzeptabel ist.?

All diese Angriffe, Drohungen und Erklärungen von islamischen Regierungen und führenden Muslimen der ganzen Welt bestätigen die Richtigkeit der von Papst Benedikt XVI. in Regensburg vorgetragenen Zitate (ausführlicher s. KURIERNr. 10, 06). Die vom Koran gestützte Wahrheit, daß der Islam eine Religion der Gewalt ist, verträgt kein Zurückweichen, keine Entschuldigung oder verfälschende Erklärungen. Im Gegenteil:

Die vom Papst angestoßene Auseinandersetzung mit dem Islam sollte endlich die einschlägigen Koranzitate gegen die Christen in die Öffentlichkeit tragen, wie es die CHRISTLICHE MITTE mutig seit vielen Jahren tut:

?Kämpft mit der Waffe gegen die Nicht-Muslime... bis der Islam überall verbreitet ist!? (8,40) ?Ihr sollt die Mächtigen sein!? (47,36).

?Der Lohn der Nicht-Muslime... wird sein, daß sie getötet oder gekreuzigt oder ihnen Hände und Füße an entgegengesetzten Seiten abgehauen oder daß sie aus dem Lande verjagt werden? (5,34). ?Haut ihnen die Köpfe ab und haut ihnen alle Enden ihrer Finger ab!? (8,13).

Welchen Sinn haben interreligiöse Dialoge? Was haben sie gebracht? Verrat am Missionsauftrag JESU CHRISTI, Kollaboration und Förderung der islamischen Eroberung!"<<

René

Milo
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Beitragvon Milo » 27.11.2006, 13:28

Liebe Brüder,

nimmt es mir nicht übel, das Thema sehe ich als ein Neues.
Ich habe es so getauft um eine Diskusion anzuregen.

Der sg. archimandrit Nilos kann eh nicht mehr schreiben, da er kein Mitglied mehr ist.


Nun zum Thema,


wie stark ist den diese "strategische Allianz" von nöten, die der Bischof Hilarion vorschlägt?

Reicht es dann überhaupt noch um einen "Gegenpol" zu dem rasch ausbreitenden Islam zu bieten?

Euer

mod. milo

Ehre sei Dir oh Herr

Beitragvon Ehre sei Dir oh Herr » 27.11.2006, 16:27

Hallo milo,

nun, man kann ja z.B. damit beginnen, seinem Protest Ausdruck zu verleihen, dass der Islam hier zur Staatsreligion erklärt werden soll.
In einem anderen Bereich verwies ich ja schon darauf.

Und natürlich durch das Leben unseres Glaubens, auch als öffentliches Bekenntnis. Z.B. gibt es in dieser kleinen Zeitung (die wohl r.kath. Ursprungs ist) eine Aktion, wo sie sinngemäß aufriefen an seinem Hauseingang (so man ein Haus sein eigen nennen kann) ein Kreuz anzubringen.
Ich hatte mir da mal 3 kostenlose Probeexemplare schicken lassen, manche Infos fand ich ganz interessant, andere etwas überzogen.
Aber das ist ja Ansichtssache.
Jedenfalls bleiben uns kleinen Leuten hauptsächlich solche Schritte.

Oder noch ein Beispielchen, sich auch beim essen einer Wurst als Dank zu bekreuzigen. Man muss ja keine Gebete rezitieren, da dies einer öffentlichen Veranstaltung gleich käme, aber bekreuzigen kann man sich schon, finde ich. Ich schäme mich nicht für meinen Glauben.
...Wer mich vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater verleugnen...

Solche kleinen Bekenntnisse wäre ein erster Schritt.

L.G. René

Walter
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Beitragvon Walter » 27.11.2006, 16:59

Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:nun, man kann ja z.B. damit beginnen, seinem Protest Ausdruck zu verleihen, dass der Islam hier zur Staatsreligion erklärt werden soll.
In einem anderen Bereich verwies ich ja schon darauf.

Lieber René,

Du hast das schon einmal mit Herrn Schäuble in Verbindung gebracht, allerdings keine Belege finden können. Ich glaube es ging im Zusammenhang mit der Islam-Konferenz eher darum, an staatlichen Schulen auch islamischen Religionsunterricht anzubieten, streng nach staatlichen Lehrplänen, versteht sich, um die Ausbreitung von islamischen Fundamentalismus zu verhindern.

Islam als Staatsreligion (das gilt übrigens auch fürs Christentum*) ist nach unserer Verfassung unmöglich. Die "Islamisten" müssten, um das durchsetzen zu können eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag, eine Mehrheit der Stimmen im Bundesrat haben (dazu müssten sie in den meisten Bundesländern mit absoluter Mehrheit regieren) und die Mehrheit der Verfassungsrichter stellen. Das halte ich auch längerfristig gesehen für unwahrscheinlich.

* Die Sozialdoktrin der russischen Kirche (die im Prinzip auch für alle orthodoxen Kirchen gilt) spricht sich übrigens ebenso ganz klar gegen jegliche (exekutive, legislative und judikative) Verflechtung zwischen Staat und Kirche aus.

Schöne Grüße
Walter
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Ehre sei Dir oh Herr

Beitragvon Ehre sei Dir oh Herr » 28.11.2006, 10:45

Walter hat geschrieben:Lieber René,
Du hast das schon einmal mit Herrn Schäuble in Verbindung gebracht, allerdings keine Belege finden können.


Hallo, lieber Walter,

nun, willst Du mich der Lüge bezichtigen?
Ich habe ja schon einmal geschrieben, dass dieses ein Interview im Radio war und das nicht nur 1 Mal, sondern den ganzen Tag ging es um dieses Thema. Mein Kollege, der keine religiösen Interessen hat, war ebenso zugegen...
Also bitte.
Es mag ja sein, dass der Schulunterricht auch ein Thema der Konferenz war, aber was Hr. Schäuble geäußert hat, war eben sinngemäß das, was Du nicht wahrhaben möchtest.
Denkst Du denn, dass sich die dt. Politiker nach der Sozialdoktrin richten?
Das Verbot der Kreuze in öffentlichen Gebäuden und die damalige Veralberung unseres Herrn in der TAZ sind nur einige Beispiele...

Mir wäre es nur recht, wenn die Sozialdoktrin der ROK überall als Orientierungshilfe dienen würde, wenn sich Politiker der Christlichen Parteien auch an christlichen Werten orientieren...

L.G. René

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Sebastian
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Beitragvon Sebastian » 28.11.2006, 12:22

Liebe Brüder!

beschuldigen wir uns hier nicht gegenseitig, sondern versuchen wir die Diskussion sachlich weiter zu führen. Ich denke hier sollte keiner den anderen der Lüge bezichtigen, genausowenig kann man erwarten für gehörte Radiointerviews Belege zu liefern. Gehen wir auch einfach davon aus, dass es so war wie Br. René es beschrieben hat. Selbst wenn er sich verhört haben sollte ist dies doch nicht Grund dafür ihn andauernd daran festzumachen. Es gibt doch wirklich Schlimmeres. Für mich persönlich hört sich das Schäuble Zitat auch sehr ungewöhnlich an, aber ich denke wenn es Br. René so vernommen hat ist es auch sein Recht dies uns Kund zu tun. Streiten wir uns hier nicht, sondern streiten wir gemeinsam, sonst freut sich der Dritte (in dem Fall der Islam)

Walter
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Beitragvon Walter » 28.11.2006, 15:31

Lieber René,

wie Sebastian sehr nett schreibt, war es in der Tat nicht meine Absicht, Dir das Recht zu nehmen, hier irgend etwas zu schreiben, noch Dich irgendetwas zu bezichtigen:

Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Hallo, lieber Walter,

nun, willst Du mich der Lüge bezichtigen?
Ich habe ja schon einmal geschrieben, dass dieses ein Interview im Radio war und das nicht nur 1 Mal, sondern den ganzen Tag ging es um dieses Thema.

Nein, habe ich auch nirgends geschrieben. Mir kommt der Sachverhalt aber ehrlich gesagt absurd vor (bitte nicht auf Dich beziehen), und weil ich damals ziemlich lange rumgegoogelt habe und nichts gefunden habe, glaube ich den Sachverhalt einfach nicht. Das heißt nicht, das ich Dir etwas unterstelle. Es kann ja z.B. auch sein, dass dem Radiosender eine Ente untergeschoben wurde. Ich habe übrigens ziemlich viel von Schäuble gelesen, finde ich ihn auch ganz gut, und das passt einfach nicht! Das ist meine persönliche Meinung zu dem Thema.

Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Denkst Du denn, dass sich die dt. Politiker nach der Sozialdoktrin richten?
Das Verbot der Kreuze in öffentlichen Gebäuden und die damalige Veralberung unseres Herrn in der TAZ sind nur einige Beispiele...

Mal davon abgesehen, dass die TAZ bestimmt kein Regierungsblatt ist ... ;)

Nach unserem Recht darf es keine Bevorzugung irgendeiner Religion geben, auch nicht des Christentums. Genau das befürwortet auch die Sozialdoktrin. Die Kruzifix-Urteile sind m.E. aber dennoch falsch, weil ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass ein Kruzifix an der Wand andere Menschen in ihrer Religionsfreiheit (auch wörtlich genommen) beeinträchtigt. Man wird dadurch ja nicht gezwungen, es anzubeten.

Das Urteil bedeutet aber auch keine Bevorzugung des Islams. Wenn Du mal anschaust, wer z.B. in Hessen, Bayern und im Saarland diese Urteile vor Gericht erzwungen hat: Das waren immer Anthroposophen.

Schönen Gruß
Walter
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theofan
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Beitragvon theofan » 29.11.2006, 11:55

LBS, :roll:

"Strategische Allianz" bedingt die Frage "wogegen?".
"Strategische Allianz" klingt sehr nach Politik, Verteidigung, Krieg.

Mal schauen, wer alles mitmacht in einer solchen Allianz...

Wenn wir christliche Werte in dieser Gesellschaft erhalten wollen, dann muss es hierfür einen Konsens (mit Verfassungsmehrheit!) geben.
Solange dieser sich nicht findet, werden wir im "Wettbewerb" der Religionen koexistieren müssen. Allianzen sind, volkswirtschaftlich gesprochen, immer eine Verzerrung des Wettbewerbs und daher in der Regel mehr schlecht als gut.

Christlich ist das dagegen Streben nach Wahrheit und echter Einheit.

Zum Kreuz:
In der Schule meiner Kinder (katholisch, bischöflich) hängen sie noch. Manche ziemlich schief. Oder direkt über dem Abfalleimer. In einem Zimmer wird das Kreuz von lustig bekritzelten Papptellern gerahmt...

Mit Kopftuch lehrt da niemand - leider. (Ich habe Achtung vor islamisch geprägten Mitbürgerinnen, die ihr Recht auf Kopftuch versuchen durchzusetzen, in unserer säkularisierten Gesellschaft. Ich halte die Gründe, warum man das Tuch verbietet, für fadenscheinig und unehrlich.)
Wie sollen unsere Kinder im Glauben wachsen, wenn überall Lauwärme herrscht? Wozu denn dann eine Allianz?

Ich denke daher auch, wir sollten klein anfangen, so wie René vorschlägt.

Gottes Segen!
T-P :wink:

Milo
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Beitragvon Milo » 30.11.2006, 13:39

TheoFan hat geschrieben:LBS, :roll:

"Strategische Allianz" bedingt die Frage "wogegen?".
"Strategische Allianz" klingt sehr nach Politik, Verteidigung, Krieg.

Mal schauen, wer alles mitmacht in einer solchen Allianz...


Hallo Theophan,

ich denke das in erster Linie der Bischof meinte das wir (vorallem in Europa) strategisch gemeinsam, also einstimmig, handlungsfähig sein müssen, wenn es um die Verteidigung der christlichen Werte in der Gesellschaft (Kultur) geht. Dass das auch nach aussen hin eine politische, evtl. sogar militärische Reflexion hat, ist wohl mittler weile in Ländern aller chr. Konfessionen erwünscht.

Ich will aber betonen, das es nicht so sein dürfte, das sich der Klerus in solchem Zusammentun findet...denn das hat dann mehr zu folge als nur "startegische Allianz". Das geht richtung Ökumenismus - Uniatismus.

Auf der anderen Seite ist es den Menschen erlaubt sich für eine gute Sache zusammen zu schließen, konfessionsübergreifend...weil man gemeinsame Werte hat. Eigentlich ein Konstitutionsprinzip eines Staates.


Das der Bischof auf diese Idee/Vorschlag kommt, stößt vielleicht manchen suer auf :?
:)

Gruß

milo

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theofan
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Beitragvon theofan » 30.11.2006, 21:44

Hallo, Milo,

Denken in Allianzen ist vielleicht auch manchmal nötig, gab es auch schon zu Kreuzzugszeiten und hat auch damals schon nicht funktioniert.

Wir riskieren dabei viel mehr, als wir jemals gewinnen können: Liebe und Leidenschaftslosigkeit.
Wie, bitteschön, wollen wir denn die da draußen "besiegen", wenn nicht durch Herzenswärme und Engelsgeduld, geistige Ausstrahlung und Nächstenliebe??

Wie schnell geht das alles den Bach runter, wenn man anfängt, die Welt in Freunde und Feinde zu teilen, und wo ist unser Christentum dann noch auch nur einen Deut besser als jede andere Religion? Und daran glauben wir doch, oder?!

Gottes Segen!

Milo
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Beitragvon Milo » 01.12.2006, 13:22

Theophan,

ich stimme dir zu.
Unser Glaube ist eigentlich auch keine Religion im Sinne aller Anderen....dh. Wiederausrichtung (religiare) auf Gott. Nein, in Christus ist der neue Mensch, der neue Himmel, die neue Erde...
Offb 21,5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!

Aber wie gesagt, die Allianzidee sehe ich realistisch machbar doch nur in dieser Welt, politisch...sozial...kulturel.
Hat nichts mit dem Gemeindeleben zu tun, dh. dieses zu profanisieren oder synkretisieren...
Wenn man sich sicher ist seines, dann weis man wo Grenzen liegen und wird diese nicht überschreiten.
Christen können den anderst religiösgeprägten Kulturen nur das "Bessere" (bessere Werte) vermitteln.
Oder wie siehst du die sozialen Werte in hinduistischen, islamischen, budhistischen Ländern....sind diese für uns etwa maßstäblich?

Wie gesagt, die christlichen Grundwerte, können wir gemeinsam in unserer Gesellschaft (EU?) einbetten und verteidigen...die zwei höchsten Gebote des HErrn anerkennt jede Konfession als zentral, und das reicht meine ich das wir gemeinsam handeln...nicht liturgisch, eucharistisch, aber sozial, ethisch usw.

Dein in Christus,

milo

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Lazzaro
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Re: strategische Allianz?

Beitragvon Lazzaro » 21.12.2017, 23:41

Damit ich keinen neuen Strang aufmachen muß, stelle ich es mal hier hinein:

Infoportal über Ostkirchen geht auf Deutsch online
Am 1. Januar 2018 geht ein Info-Portal über die Ostkirchen online. Das Info-Portal ostkirchen.info wurde von der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Rahmen des Projektes „Schatz des Orients“ entwickelt, wissenschaftlicher Leiter ist der orthodoxe Theologe Vladimir Latinovic.
Ziel des Projekts sei es, den Ostkirchen in der Gesellschaft eine Stimme zu geben ... Bitte dort weiterlesen:
Quelle : http://www.vaticannews.va/de/kirche/new ... nline.html


noch mal zur Wiederhohlung:
Ziel des Projekts sei es, den Ostkirchen in der Gesellschaft eine Stimme zu geben
Ich find das schon ein starkes Stück, als ob wir nicht für uns selbst sprechen könnten.

siehe z. B.: hier:
http://www.zocd.de/
oder hier:
https://orthodoxe-katechese.jimdo.com/
Oder anders gefragt, für wen spricht Vater Alexeij eigentlich die ganze Zeit im Internet?


Delirant iste romani!
Lazarus
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54

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Dschorik
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Re: strategische Allianz?

Beitragvon Dschorik » 21.12.2017, 23:55

Ach, bleib doch ruhig. Mal anders betrachtet, wen schadet das Projekt denn? "Schatz des Orients" - ist doch nun wirklich nicht schlecht benannt und ein Orthodoxer steht dem vor... Ist doch ne schöne Sache
L.G. :book:
An jedem Ort sind die Augen Jahwes, / wachend über Böse und Gute! (Spr. 15, 3)


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