Ikonen und Evangelisch!?

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Sebastian
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Ikonen und Evangelisch!?

Beitragvon Sebastian » 04.09.2006, 18:12

Dachte mir hier mal ein paar Zeilen zu schreiben :wink:


administrator hat geschrieben:Die meisten Kirchen der Insel sind aus dem 12/13Jhd. und befinden sich heute unter der evangelichen Kirche. In einer stand vor dem Altar auf der rechten Seite eine Ikone der Mutter Gottes, offensichtlich zur Verehrung. Wie passt das zur ev. Theologie, dachte ich!? :)


Ja, du hast recht, der slawische Einfluss ist zu spüren! :) Nun und auch bei deinen Beobachtungen liegst du nicht falsch. Die ev. Kirchengemeinden des Nordens beherbergen eine große Anzahl alter Ikonen in den Gotteshäusern. Es ist zumindest ein schönes Zeichen der Evangelen hier im Norden / Nordosten, diesen Abbildern der Heiligen einen Platz im Kirchenschiff zu geben, weist es doch auf unser aller Ursprung in der einen hl. kath. und apostolischen Kirche hin. Auch ist es korrekt, dass den "ev. Ikonen" eine Verehrung zuteil wird, allerdings anders als bei den Orthodoxen. Kein Küssen und i.d.R. kein Beweihräuchern. Aber immerhin! Hier in Hamburg ist die "Nordelbische EV. Kirche" mW sogar im Besitz einer (oder sogar mehrerer ?) vorschismatischen Ikone. In der hamburger St. Petri Kirche befindet sich unter der Empore ein kleiner Nebenraum mit Ikonen. Sozusagen ein Kirchensaal im Kirchensaal. Dort war, oder ist soetwas ähnliches wie eine Ikonostase, vor der gebetet wird.

Was die Verehrung der Gottesgebärerin betrifft, ist es eher unterschiedlich. Einige scheinen dem nicht abweisend gegenüber zu stehen. :shock: Das wurde mir jedenfalls nach mehrfachen nachhacken bei einem ev. Geistlichen deutlich.

Anders ist es bei euch im Süden und vor allem in der Schweiz. Die Folgen des "Bildersturms" sind stark zu spüren. Calvins "Neuerungen" (freudlich ausgedrückt) hatte meines Erachtens kaum noch etwas mit der lutherischen Idee zu tun, nämlich zurück zum Ursprung, Buße, Umkehr von päpstlichen Irrlehren (wie dem Ablasshandel). Auch wenn Calvin ein erklärter Gegner des damaligen "Katholizismus" war, bewirkten seine Ideen genau das Gegenteil.

Dies macht mir immer deutlich, wie vielseitig, aber eben auch undurchsichtig diese Glaubensrichtung ist, wenn man sie als eine Einheitliche bezeichnen kann. Gerade auch in Praktizierung des Glaubens (siehe Ikonen). Protestantisch ist nicht immer gleich Protestantisch.
Das macht die Sache aber nicht einfacher... :roll:


administrator hat geschrieben:Also wer noch nie in den Gegenden Rostock /Rügen war, können wir wärmstens empfehlen...nicht nur wegen dem guten geräucherten Fisch :wink:


Alleine deshalb schon :wink:

LG
Sebastian

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