Neues aus dem Moskauer Patriarchat

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rafaella
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von rafaella » 01.09.2010, 15:45

Lieber Holzi,

ich hab grad nachgeschaut,
die röm Katholiken in Griechenland sind 0.5% der Bevölkerung.
"Liebet ihr Mich, so werdet ihr Meine Gebote halten", Jo 14,15

stefan1800
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von stefan1800 » 01.09.2010, 16:01

@Mops:
Danke für Deine Meinung, ist mir schon klar, wie die Orthodoxie das sieht. Liturgie, Vorleben des Glaubens. Zu erwähnen wären ebenso die Altväter und die Starzen mit ihrem Rat. Ich denke nicht, daß die römische Mission überwiegend weltlich geprägt ist, wie z.B. durch Schulen, Krankenpflege usw. Das zeigen die verschiedenen Orden, wie z.B. die Benediktiner, von denen einer hier mitdiskutiert. :D
@Songul:
Danke für die kleine Einführung in die russische Art der Mission und welche Leute die ROK missioniert. Du darfst übrigens darauf vertrauen, daß mir sehr wohl klar war, worum es ursprünglich ging, Du mußt mich deswegen nicht wieder angreifen... Die Frage nach der Mission auf "fremdem kanonischen Gebiet" wurde ja von FlorianKlaus gestellt und nicht von mir. Ich habe lediglich das Thema weiterführend aufgegriffen, aber wir können gerne zum ursprünglichen Thema zurückkehren. :)

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songul
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von songul » 01.09.2010, 16:20

Angegriffen habe ich dich eigentlich garnicht; ich war nur irritiert über den Verlauf der Diskussion.
Es ging ja ursprünglich um orth. Ethnien in Russland.
Irgendwie hatte ich den Eindruck, man verwechsle dies mit einer Annordnung wer orthodox zu sein hat.
Wäre das in Russland der Fall, wäre ich die Erste dagegen; denn wie das ist habe ich in meinem Leben erlebt.
Zugehörigkeit zu einer Religion darf kein Zwang sein!
Und auch nicht ein Privileg.

stefan1800
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von stefan1800 » 01.09.2010, 16:32

@Songul:
Dann ist es ja gut ! :wink:
Zitat:
"Zugehörigkeit zu einer Religion darf kein Zwang sein! Und auch nicht ein Privileg."
Darin pflichte ich Dir natürlich bei, obwohl dies in der Geschichte leider häufig anders war !

holzi
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von holzi » 01.09.2010, 18:34

rafaella hat geschrieben:
holzi hat geschrieben:Aber das war auch schon um 1600. Für mich sind das mehr ale 100 Jahre.
Meinst Du etwa die Kreuzritter und ihre Nachfahren?
Nein, nicht die Kreuzritter, sondern die Venetianer, die Korfu, Syros und andere Inseln in Besitz hielten.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von holzi » 01.09.2010, 18:37

rafaella hat geschrieben:Lieber Holzi,

ich hab grad nachgeschaut,
die röm Katholiken in Griechenland sind 0.5% der Bevölkerung.
Dann wundert es mich doch schon sehr, daß so viele Mönche, Priester und Bischöfe in Griechenland sich mit der Bekämpfung dieser verschwindend kleinen Minderheit aufhalten müssen. :?:
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von songul » 01.09.2010, 18:54

holzi hat geschrieben:
rafaella hat geschrieben:Lieber Holzi,

ich hab grad nachgeschaut,
die röm Katholiken in Griechenland sind 0.5% der Bevölkerung.
Dann wundert es mich doch schon sehr, daß so viele Mönche, Priester und Bischöfe in Griechenland sich mit der Bekämpfung dieser verschwindend kleinen Minderheit aufhalten müssen. :?:
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Nassos
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von Nassos » 01.09.2010, 19:05

Hallo,

ich finde nichts dabei, wenn ein Thema auch mal Seitenäste bekommt.

Die theologische Argumentation von Florianklaus erscheint mir sehr schlüssig - so würde ich als Orthodoxer im umgekehrten Fall auch argumentieren. Die Antwort von Mops ist natürlich die richtige Antwort, aber genau so würden die Katholiken auch antworten - und zwar nicht aus Bosheit. :)

Mir scheint sich hier ein Unterschied hervorzukristallisieren, der auf die Kirchenstruktur basiert: Der römische Zentralismus und die orthodoxe Konföderation (hoffe, das ist der richtige Begriff).

Aber offen gesagt, habe ich das mit den Ethnien (in der ursprünglichen Nachricht) auch nicht so recht nachvollziehen können.

Darüberhinaus bin ich kein Geschichtsspezialist, aber ich hatte den Eindruck, dass auf oben besagten Inseln vor allem der Adel zum römischen Katholizismus konvertierte...

Gruß,
Nassos

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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von songul » 01.09.2010, 19:14

Nassos hat geschrieben:Aber offen gesagt, habe ich das mit den Ethnien (in der ursprünglichen Nachricht) auch nicht so recht nachvollziehen können.
ES sind nicht die Ethnien gemeint, über die sich Joseph immer aufregt.
Russland ist ein Vielvölkerstaat und riesig; es herrschen einfach andere Verhältnisse als bei uns.
Der Sowjetstaat hatte immer eine ausgeprägte Nationalitätenpolitik und Reste davon setzen sich in der Terminologie von heute fort.
Ich hab eigentlich schon eine Menge erklärt und verstehe nicht was so kompliziert ist.Bild

rafaella
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von rafaella » 01.09.2010, 21:26

holzi hat geschrieben:
rafaella hat geschrieben:Lieber Holzi,

ich hab grad nachgeschaut,
die röm Katholiken in Griechenland sind 0.5% der Bevölkerung.
Dann wundert es mich doch schon sehr, daß so viele Mönche, Priester und Bischöfe in Griechenland sich mit der Bekämpfung dieser verschwindend kleinen Minderheit aufhalten müssen. :?:
Lieber Holzi,

Niemand hält sich mit diesen auf.


Mit denen ausserhalb der Mauern und den pseudo- Orthodoxen innerhalb der Mauern schon eher.
Genau, jetzt habe ich mich an die Veneten erinnert.

En Christo
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von Florianklaus » 02.09.2010, 10:26

songul hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:Ich will es mal so ausdrücken: Angenommen orthodoxe Missionare würden in das seit alters her katholische Münsterland kommen, um dort Katholiken zu missionieren. Ich würde Ihnen dann nicht entgegenhalten: Ihr habt hier nichts zu suchen, weil ein Münsterländer katholisch zu sein hat und dies zu seiner ethnischen Identität gehört. Ich würde vielmehr sagen, ihre Mission sei überflüssig, weil wir als Katholiken schon zur Kirche gehören. Ich würde also nicht mit einer ethnischen Zugehörigkeit, sondern theologisch argumentieren. Vielleicht macht das etwas deutlicher, worum es mir geht.
Und wie würdest du im Fall von Heiden vorgehen?
Ich mache keinen Hehl daraus, daß es mir lieber wäre, "unsere" Heiden würden katholisch statt orthodox. Ich würde vielleicht anmerken, daß es sinnvoller wäre, die Mission zunächst auf das eigene heidnische Umfeld zu erstrecken, bevor man sich in entferntere Länder aufmacht, in denen schon eine kirchliche Struktur vorhanden ist. Mit Sicherheit würde ich nicht sagen: Ihr dürft hier nicht missionieren weil Münsterländer "ethnische Katholiken" sind.

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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von songul » 02.09.2010, 10:59

Dein Hehl sei dir unbenommen; zumal in unseren Breiten die Leute sich frei und bewusst entscheiden, was sie sein wollen. Deine Kirche muss sich halt anstrengen die Leute wieder für sich zu gewinnen.
Mit Inkonsequenz und Trallala geht das aber nicht. Rückkehr zur Tradition und den alten Werten ist angesagt. Und das muss auch bei den Bischöfen stattfinden.
Florianklaus hat geschrieben:Ich mache keinen Hehl daraus, daß es mir lieber wäre, "unsere" Heiden würden katholisch statt orthodox.
Die wenigsten die hierzulande orthodox werden sind Heiden; meist Aktive in ihrer Konfession, entscheiden sie sich nach einer Suche für die Orthodoxie.
Und da die orth. Kirchen keine Mission hier betreiben, und auch sonst eher skeptisch Fremden gegenüber sind, ist die Anzahl verschwindend gering.

Florianklaus hat geschrieben:Ich würde vielleicht anmerken, daß es sinnvoller wäre, die Mission zunächst auf das eigene heidnische Umfeld zu erstrecken, bevor man sich in entferntere Länder aufmacht, in denen schon eine kirchliche Struktur vorhanden ist.
Macht ja z.B. die russ. Kirche: viele Russen sind immer noch Heiden und müssen getauft werden. Das man es in einem ererbten christlichen Gebietnicht gerne sieht wenn z.B. Rom da missioniert nach der ganzen Agonie des Kommunismus, sollte man nachvollziehen können. Und wie man sich dagegen schützt ist eben von Land zu Land verschieden.
Man hat sich aber mittlerweile geeinigt, meines Wissens.
Florianklaus hat geschrieben: Mit Sicherheit würde ich nicht sagen: Ihr dürft hier nicht missionieren weil Münsterländer "ethnische Katholiken" sind.
Wenn du dich mal etwas konkreter ausdrücken könntest was du damit meinst, wäre schön.

LG Songul

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Florianklaus
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von Florianklaus » 02.09.2010, 11:18

Ich meine, daß ethnische und religiöse Zugehörigkeit zwei Paar Schuhe sind.

Ich habe den Eindruck, daß das bei der ROK nicht immer ganz so streng unterschieden wird.

Ich bin der Ansicht, daß keine Ethnie einen Anspruch darauf hat, daß alle ihre Mitglieder zur gleichen Religionsgemeinschaft gehören, wie auch umgekehrt keine Religionsgemeinschaft alle Angehörigen einer bestimmten Ethnie für sich reklamieren kann.

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Filip
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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von Filip » 02.09.2010, 13:29

Swiss theologian became an Orthodox

Moscow, August 31, Interfax – A well-known Swiss theologian, hieromonk Gabriel (Bunge) became an Orthodox before the divine service at the church of the “Joy to All the Afflicted” Icon on Bolshaya Ordynka Street in Moscow.

Metropolitan Hilarion of Volokolamsk, chairman of the Moscow Patriarchate Department for External Church Relations cordially greeted Fr. Gabriel who has lived a solitary life in the Swiss mountains for over thirty years, the DECR website reports.

“Your have been a Catholic, but an Orthodox deep in your heart. Today, before the All-Night Vigil, you have become an Orthodox, thus naturally completing a long spiritual way,” Metropolitan Hilarion said.

While congratulating Fr. Gabriel on this move, Metropolitan Hilarion presented him with an icon of the Mother of God called “Joy of All the Afflicted” to which the church in which Fr. Gabriel joined the Orthodox Church is dedicated.


http://theorthodoxchurch.info/blog/news ... -orthodox/
Krst na vrhu Srbije

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Re: Neues aus Moskau

Beitrag von songul » 02.09.2010, 13:44

Florianklaus hat geschrieben:Ich meine, daß ethnische und religiöse Zugehörigkeit zwei Paar Schuhe sind.
Natürlich.
Es gibt wohl, ausser in vielen islamischen Staaten, nur wenige Länder in denen per Dekret verfügt wird, dass die Hauptethnie auch alle der gleichen Religion angehören müssen.
Und wo die dann diskriminiert werden, wenn sie eigene Wege gehen.
Ich bekomme regelmässig das Magazin "Open Doors" und weiss darüber recht gut Bescheid.
Florianklaus hat geschrieben:Ich habe den Eindruck, daß das bei der ROK nicht immer ganz so streng unterschieden wird.
Prinzipiell geht man in Russland davon aus, dass alle die de Facto Russen sind auch alle orthodox sind. Das aber längst nicht alle Russen getaufte orthodoxe Christen sind ist ebenso fakt.
Wie denn auch?
Viele sind immer noch Kommunisten/Atheisten; machen was sie wollen oder lassen sich taufen - und wenn auch die überwiegende Mehrheit orthodox - doch auch viele evangelical, werden Protestanten oder sogar Katholiken.
Viele schliessen sich Sekten an, die in Russland kein kleines Problem sind.
Manche werden sogar Muselmanen.
Kein Russe ist gezwungen orthodox zu sein.
Die ROK sieht es aber als ihre heilige und historische Pflicht, angesichts der Vergangenheit seit der Oktoberrevolution, das ehemals russische Reich (damals ja bekanntermassen orthodox) wieder zur orthodoxen Kirche zurück zuführen.
Dafür reklamiert sie sich erstmal prinzipiell alle die sich Russen nennen als ihre schon oder potentiellen Gläubigen.
Der orthodoxe Glaube ist einfach mehr mit dem was als Russentum empfunden wird verbunden, da hat auch der Kommunismus nicht wirklich viel ändern können. Nur mit Gewalt verhindern, was ja auch geschehen ist. Bei uns ist das einfach nicht vorhanden oder kommt jetzt vielleicht durch das islamische Anwachsen hierzulande wieder hervor.
Das wäre sicher wünschenswert.
Florianklaus hat geschrieben:Ich bin der Ansicht, daß keine Ethnie einen Anspruch darauf hat, daß alle ihre Mitglieder zur gleichen Religionsgemeinschaft gehören, wie auch umgekehrt keine Religionsgemeinschaft alle Angehörigen einer bestimmten Ethnie für sich reklamieren kann.
D'accord.
Das geschieht aber auch in Russland nicht so wie du das in diesem Satz implizierst.

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