Panorthodoxes Konzil

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Mary
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Erste Teilaufgabe gelöst.... das Dokument zum Fasten.

Beitragvon Mary » 11.07.2016, 21:51

Mary hat geschrieben:Mal schauen, wie meine Dokumente danach aussehen. Wenn ich nur mehr Zeit hätte... grad fehlt sie mir an allen Ecken und Enden.

Weil die Fastenzeiten für mich - und ich denke, ich bin da nicht allein - schon eine ziemliche Herausforderung bedeuten, habe ich mir das entsprechende Dokument nochmal ganz genau durchgelesen. Grün eingefärbt alle Stellen, die das verkünden, was schon immer galt. Was soll ich sagen?

Das ganze Dokument wurde grün, von oben bis unten. Es ändert sich nichts. Der Kampf ist immer noch gleich hart, die Ausnahmen immer noch pastoral gehandhabt aus den gleichen Gründen. Das Dokument ist eine schöne Katechese zum Thema, aber ändern tut sich nichts. (Ist auch gut so.. :P )
Bitte korrigiert mich, wenn ich es falsch einschätze...
lg Mary

https://www.holycouncil.org/-/fasting?i ... ct=%2Fhome
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.

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Igor
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Igor » 15.08.2016, 21:01

Hier einer der Konzilstexte in deutsch:

DIE ORTHODOXE DIASPORA

Das Heilige und Große Konzil der Orthodoxen Kirche hat sich mit dem Thema der kanonischen Organisation der orthodoxen Diaspora befasst und die von der IV. Präkonziliaren Panorthodoxen Konferenz (Chambésy, 2009) und die von Synaxis der Vorsteher der Orthodoxen Autokephalen Kirchen (21.-28. Januar 2016) vorgelegten Texte „Orthodoxe Diaspora“ und „Satzung der Bischofskonferenzen in der orthodoxen Diaspora“ besprochen und mit kleinen Veränderungen folgendermaßen genehmigt:



1. a) Es wurde festgestellt, dass es der gemeinsame Wille aller heiligen orthodoxen Ortskirchen ist, dass das Problem der orthodoxen Diaspora schnellstmöglich gelöst und eine Regelung für die Diaspora getroffen wird, die mit der orthodoxen Ekklesiologie und der kanonischen Überlieferung und Praxis der orthodoxen Kirche übereinstimmt.



b) Ebenso wurde festgestellt, dass in der gegenwärtigen Situation ein unmittelbarer Übergang zur genauen kanonischen Ordnung der Kirche, nach der es an jedem Ort nur einen einzigen Bischof geben kann, aus geschichtlichen und pastoralen Gründen nicht realisierbar ist. Deshalb wird beschlossen, die von der IV. Präkonziliaren Konferenz beschlossenen Bischofskonferenzen bis auf weiteres beizubehalten, bis die Voraussetzungen für eine strikt kanonische Lösung gereift sind.



2. a) Den Bischofskonferenzen in jeder der unten erwähnten Regionen gehören alle als kanonisch anerkannten Bischöfe der jeweiligen Region an. Gleichwohl bleiben sie weiterhin Bischöfe der kanonischen Jurisdiktion, der sie aktuell angehören.



b) Diese Bischofskonferenzen werden aus allen Bischöfen der jeweiligen Region bestehen, die sich in kanonischer Gemeinschaft mit allen heiligen orthodoxen Kirchen befinden, und werden vom jeweils Ersten der zur Kirche von Konstantinopel gehörenden Bischöfe präsidiert, und für den Fall, dass es keinen gibt, von dem dann nach der Ordnung der Diptychen vorgesehenen. Die Bischofskonferenzen haben einen Geschäftsführenden Ausschuss, der aus den ersten Bischöfen der unterschiedlichen Jurisdiktionen, die es in der jeweiligen Region gibt. besteht.



c) Aufgabe und Verantwortung dieser Bischofskonferenzen wird die Sorge um die Sichtbarmachung der Einheit der Orthodoxie und die Entfaltung gemeinsamen Handelns aller Orthodoxen in jeder Region sein, zur Erfüllung der pastoralen Bedürfnisse der dort lebenden orthodoxen Christen, zur gemeinsamen Repräsentation aller Orthodoxen gegenüber den Nicht-Orthodoxen und der ganzen Gesellschaft dieser Region, zur Förderung der theologischen Ausbildung und der kirchlichen Erziehung etc. Die diesbezüglichen Entscheidungen werden mit der Zustimmung aller in der Bischofskonferenz repräsentierten Kirchen, d. h. einstimmig, getroffen.



3.. Die Regionen. in denen in einer ersten Phase Bischofskonferenzen konstituiert werden sollen, sind die folgenden:



l. Kanada

II. Vereinigte Staaten von Amerika

III. Lateinamerika

IV. Australien, Neuseeland und Ozeanien

V. Großbritannien und Irland

VI. Frankreich

VII. Belgien, Niederlande und Luxemburg

VIII. Österreich

IX. Italien und Malta

X. Schweiz und Liechtenstein

XI. Deutschland

XII. Skandinavien (außer Finnland)

XIII. Spanien und Portugal



4.. Die Bischöfe der Diaspora, die in der Diaspora residieren und Kirchengemeinden in mehreren Regionen haben‚ sind Mitglieder der Bischofskonferenzen auch dieser Regionen.



5.. Die Bischofskonferenzen beschneiden nicht die administrative bzw. kirchenrechtliche Kompetenz ihrer bischöflichen Mitglieder, noch begrenzen sie deren Rechte in der Diaspora. Die Bischofskonferenzen zielen auf die Ausbildung einer gemeinsamen Position der orthodoxen Kirche zu unterschiedlichen Fragen, ohne dass dies eine Einschränkung der Rechte ihrer bischöflichen Mitglieder bedeutet, die Ansichten ihrer eigenen Kirchen gegenüber der Gesellschaft zu vertreten, denn sie stehen ihnen gegenüber weiter in der Verantwortung.



6.. Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen berufen alle Versammlungen (liturgische, pastorale, administrative etc.) der Bischöfe ihrer Region ein und leiten sie. In grundlegenden allgemeinen Fragen, die gemäß Beschluss der Bischofskonferenz eine panorthodoxe Stellungnahme verlangen, muss sich der Vorsitzende an den Ökumenischen Patriarchen wenden, damit das Weitere so geregelt werden kann, wie dies panorthodox üblich ist.



7.. Die orthodoxen Ortskirchen sind verpflichtet, alles zu unterlassen, was den oben beschriebenen Weg zu einer kanonischen Lösung der Diasporafrage behindern könnte, etwa die Vergabe von bereits vorhandenen Bischofstiteln, vielmehr alles zu tun, was möglich ist, um die Arbeit der Bischofskonferenzen und die Wiederherstellung der kanonischen Ordnung in der Diaspora zu erleichtern.





Satzung der Bischofskonferenzen in der orthodoxen Diaspora



Artikel 1



1. Alle orthodoxen Bischöfe in jeder der vom Heiligen und Großen Konzil genannten Regionen, die sich in kanonischer Gemeinschaft mit allen autokephalen orthodoxen Ortskirchen befinden, bilden eine eigene Bischofskonferenz.



2. Mitglieder der Bischofskonferenz sind auch die orthodoxen Bischöfe, die nicht in der betreffenden Region residieren, die aber einen pastoralen Dienst an den Gemeinden in dieser Region ausüben.



3. Bischöfe. die im Ruhestand sind, und Bischöfe, die zur Visitation in der Region weilen, dürfen, sofern sie die in Abschnitt i genannten Voraussetzungen erfüllen, zur Teilnahme an den Sitzungen eingeladen werden, ohne dass ihnen Stimmrecht eingeräumt werden darf.



Artikel 2



Zweck der Bischofsversammlung ist es, die Einheit der orthodoxen Kirche sichtbar zu machen, die Zusammenarbeit der Kirchen in allen Bereichen des pastoralen Dienstes zu unterstützen, die Interessen der Gemeinden, die den orthodoxen kanonischen Bischöfen der Region unterstehen, zu wahren und zu fördern.



Artikel 3



Die Bischofskonferenz hat einen Geschäftsführenden Ausschuss, der sich aus den ersten Bischöfen jeder kanonischen Kirche der Region zusammensetzt.



Artikel 4



1.. Die Bischofskonferenz und ihr Geschäftsführender Ausschuss haben einen Vorsitzenden, einen stellvertretenden Vorsitzenden oder zwei stellvertretende Vorsitzende, einen Sekretär und einen Schatzmeister sowie weitere von der Konferenz zu bestimmende Verantwortliche.



2.. Der Vorsitzende ist ex officio der Erste unter den Bischöfen des Ökumenischen Patriarchats und für den Fall seiner Abwesenheit derjenige Bischof, der ihm in der Rangfolge der Diptychen folgt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz beruft die Sitzungen ein, leitet ihre Arbeiten und ist der Erste bei Konzelebrationen. Wenn Verhandlungen der Bischofskonferenz zu einer einstimmigen Entscheidung führen, vertritt der Vorsitzende (oder kraft Delegation ein anderes Mitglied der Bischofsversammlung) vor dem Staat, der Gesellschaft oder anderen Religionsgemeinschaften die gemeinsame Stellungnahme der orthodoxen Diözesen der Region.



Artikel 5



1.. Die Kompetenzen der Bischofskonferenz sind:

a) Die Sorge für die Bewahrung der Einheit und die Zusammenarbeit der Orthodoxen Kirche der Region in all ihren Verpflichtungen in den Bereichen der Theologie, der Ekklesiologie, des Kirchenrechts, der Spiritualität, der Philanthropie, der Erziehung und der Mission;

b) Die Koordination und die Förderung von Aktivitäten gemeinsamen Interesses in den Bereichen der Seelsorge, der Katechese, des liturgischen Lebens, der Herausgabe von religiöser Literatur, der Massenmedien, der kirchlichen Erziehung etc.;

c) Die Beziehungen zu den Nicht-Orthodoxen und den Angehörigen anderer Religionen;

d) Alles, was die Verpflichtung der Orthodoxen Kirche in ihren Beziehungen zu der Gesellschaft und den staatlichen Behörden betrifft;

e) Die Vorbereitung eines Konzepts für die Organisation der Orthodoxen in der jeweiligen Region auf kanonischer Grundlage;



2.. Die Festlegung von Kompetenzen darf auf keinen Fall in die diözesane Jurisdiktion eines Bischofs eingreifen und die Rechte seiner Kirche einschränken. Das betrifft auch deren Beziehungen zu internationalen Organisationen, zur Staatsgewalt, zur Gesellschaft, zu den Massenmedien, zu den anderen Konfessionen, zu den staatlichen und interkonfessionellen Organisationen und zu den anderen Religionen. In besonderen sprachlichen, pädagogischen oder auch pastoralen Fragen einer Kirche kann die Bischofskonferenz auch mit der Kirchenleitung der betreffenden Kirche zusammenarbeiten, so dass die Vielfalt der nationalen Traditionen die Einheit der Orthodoxie in der Gemeinschaft des Glaubens und im Bund der Liebe bestätigt.



Artikel 6



1.. Die Bischofskonferenz nimmt die Wahl der Bischöfe der Region zur Kenntnis und registriert sie sowie ihre Zugehörigkeit zu den Heiligsten Autokephalen Orthodoxen Kirchen.

2.. Sie prüft und bestimmt den kanonischen Status jener Ortsgemeinden der Region, die keine kanonische Zugehörigkeit zu einer der Heiligsten Autokephalen Orthodoxen Kirchen haben.

3.. Sie ist verpflichtet, jede juristische Entscheidung, die von dem zuständigen Bischof bezüglich eines seiner Kleriker getroffen wurde, zu registrieren, damit diese Entscheidung von den Orthodoxen Kirchen der Region umgesetzt wird.



Artikel 7



1.. Die Bischofskonferenz tritt wenigstens einmal jährlich auf Einladung des Vorsitzenden zusammen. Sie kann so oft zusammentreten, wie es dem Exekutivausschuss nötig erscheint, oder auf schriftlichen und begründeten Antrag eines Drittels ihrer Mitglieder.

2.. Der Exekutivausschuss tritt auf Einladung des Vorsitzenden einmal im Quartal oder, so oft es ihm notwendig erscheint, zusammen, bzw. auf schriftlichen und begründeten Antrag eines Drittels seiner Mitglieder.

3.. Die Einladungen zur Einberufung der Bischofskonferenz werden, es sei denn, dass außergewöhnliche Gründe anderes erfordern, zwei Monate im Voraus versandt. Für die Einberufung des Exekutivausschusses genügt es, wenn die Einladung eine Woche vorher ergeht. Der Einladung ist auch eine Tagesordnung mit den notwendigen Unterlagen beigefügt.

4.. Die Tagesordnung muss in der jeweils ersten Sitzung der Konferenz gebilligt werden und kann nicht modifiziert werden, es sei denn durch ein Votum der absoluten Mehrheit der anwesenden Mitglieder.



Artikel 8



Der Exekutivausschuss ist beschlussfähig, wenn zwei Drittel seiner Mitglieder anwesend sind. Die Bischofskonferenz ist beschlussfähig, wenn die absolute Mehrheit ihrer Mitglieder unter Einschluss ihres Vorsitzenden anwesend ist.



Artikel 9



Die Arbeit der Bischofskonferenz erfolgt in Übereinstimmung mit den Prinzipien der orthodoxen synodalen Tradition unter Leitung ihres Vorsitzenden, der auch die Verantwortung für die Ausführung ihrer Entscheidungen trägt.



Artikel 10



1.. Die Entscheidungen der Bischofskonferenz werden einstimmig gefällt.

2.. In Fragen allgemeinen Interesses, die nach dem Dafürhalten der Bischofskonferenz eine panorthodoxe Regelung verlangen, wendet sich ihr Vorsitzender an den Ökumenischen Patriarchen, damit dieser das Weitere so regeln kann, wie dies panorthodox üblich ist.



Artikel 11



1.. Auf Beschluss der Bischofskonferenz können aus ihren Mitgliedern Kommissionen gebildet werden, die sich mit Mission, mit liturgischen, pastoralen, wirtschaftlichen, pädagogischen. ökumenischen und anderen Themen befassen. Der Vorsitzende jeder dieser Kommissionen ist eines der bischöflichen Mitglieder der Konferenz.

2.. Die Mitglieder dieser Kommissionen, Kleriker oder Laien, werden vom Exekutivausschuss bestimmt. Es können auch Berater und Experten zur Teilnahme an den Sitzungen der Bischofskonferenz oder des Exekutivausschusses geladen werden. Ihre Teilnahme an einer Sitzung räumt ihnen jedoch kein Stimmrecht ein.



Artikel 12



1.. Die Bischofskonferenz erlässt bei Notwendigkeit ihre eigene interne Geschäftsordnung zum Zweck der Ergänzung und der Umsetzung der obigen Anordnungen entsprechend den Bedürfnissen ihrer Region und in Würdigung des kanonischen Rechts der Orthodoxen Kirche

2.. Alle juristischen und wirtschaftlichen Fragen, welche die Tätigkeit der Bischofskonferenz betreffen, müssen unter Berücksichtigung der Gesetze der Länder der jeweiligen Regon, in welcher die Bischöfe der Bischofskonferenz ihren Dienst ausüben, entschieden werden.



Artikel 13



Die Bildung einer neuen, die Teilung oder die Auflösung einer bestehenden Bischofskonferenz oder die Verschmelzung zweier oder mehrerer Konferenzen geschieht durch Beschluss der Zusammenkunft der Vorsteher der Orthodoxen Kirchen auf Antrag einer Kirche oder eines der Vorsitzenden einer Bischofskonferenz an den Ökumenischen Patriarchen.





+ Bartholomaios von Konstntinopel, Vorsitzender

+ Theodoros von Alexandrien

+ Theofilos von Jerusalem

+ Irinej von Serbien

+ Daniel von Rumänien

+ Chrysostomos von Neu-Justiniana und ganz Zypern

+ Hieronymos von Athen und ganz Griechenland

+ Sawa von Warschau und ganz Polen

+ Anastasios von Tirana und ganz Albanien

+ Rostislav von Presov und ganz Tschechien und der Slowakei

(Es folgen die Namen weiterer 152 Bischöfe aus den zehn Delegationen)


Quelle: http://www.orthodoxie.net/
Bild
Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Igor » 15.08.2016, 21:03

Ein weiteres aus gleicher Quelle:

Der Auftrag der Orthodoxen Kirche in der heutigen Welt



Der Beitrag der orthodoxen Kirche zum Walten der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Geschwisterlichkeit und der Liebe zwischen den Völkern und zur Überwindung der Rassendiskriminierungen und anderer Diskriminierungen



„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3,16). Die Kirche lebt „in der Welt“, aber sie „ist nicht von der Welt“ (Joh 17,11 und 14-15).Die Kirche ist als Leib des menschgewordenen Logos Gottes (Johannes Chrysostomus, Rede vor der Verbannung, 2, PG 52,429) die lebendige „Parusie“, das Zeichen und das Abbild des Reiches des dreifaltigen Gottes in der Geschichte und verkündet die „neue Schöpfung“ (2 Kor 5,17), „einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt“ (2 Pet 3,13); sie verkündet „eine Welt, in der Er alle Tränen von ihren Augen abwischen wird: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal“ (Offb 21,4-5).



Diese Erwartung lebt die Kirche bereits jetzt im Voraus insbesondere dann, wenn sie die heilige Eucharistie feiert und „an einem Ort“(1 Kor 11,20) „die versprengten Kinder Gottes wieder sammelt“ (Joh 11,52) und zu einem Leib zusammenführt – ohne Unterscheidung nach Herkunft, Geschlecht, Alter, sozialem oder anderem Status, wo „es nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau gibt“ (Gal 3,28; vgl. Kol 3,11), in einer Welt der Versöhnung, des Friedens und der Liebe.

Diesen Vorgeschmack der „neuen Schöpfung“, der gewandelten Welt, erfährt die Kirche auch in der Person ihrer Heiligen, die durch ihre Askese und ihre Tugend bereits in diesem Leben Abbilder des Reiches Gottes geworden sind; sie beweisen und bekräftigen auf diese Weise, dass die Erwartung einer Welt des Friedens, der Gerechtigkeit und der Liebe keine Utopie ist, sondern „Feststehen in dem, was man erhofft“ (Hebr 11,1), was durch die Gnade Gottes und den geistlichen Kampf des Menschen möglich wird.

Ständig getragen von dieser Erwartung und diesem Vorgeschmack des Reiches Gottes ist die Kirche nicht indifferent gegenüber den Problemen der Menschen zu jeder Zeit, sondern nimmt im Gegenteil an seinen Nöten und seinen existenziellen Problemen Anteil; sie heilt wie ihr Herr den Schmerz und die Wunden, welche das Böse in der Welt hervorruft, und gießt wie der gute Samariter Öl und Wein auf seine Wunden (Lk 10,34); sie tut dies durch das Wort der „Geduld und des Trostes“ (Röm 15,4; Hebr 13,22) und die tätige Liebe. Ihr Wort an die Welt zielt nicht primär darauf, diese zu richten oder zu verurteilen (vgl. Joh 3,17 und 12,47), sondern um ihr das Evangelium vom Reich Gottes als Leitfaden darzubieten, sowie die Hoffnung und die Zusicherung, dass das Böse in welcher Form auch immer, nicht das letzte Wort in der Geschichte hat und ihren Lauf nicht bestimmen darf.

Die Verkündigung der Botschaft des Evangeliums entspricht dem letzten Auftrag Christi „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie zu alles zu halten, was ich euch aufgetragen habe“ (Mt 28,19) und stellt eine zeitübergreifende Aufgabe der Kirche dar. Dies darf nicht agressiv oder durch verschiedene Weisen des Proselytismus geschehen, sondern in Liebe, Demut und Respekt vor der Identität eines jeden Menschen und der kulturellen Besonderheit eines jeden Volkes. Zu diesem missionarischen Auftrag müssen alle orthodoxen Kirchen beitragen.

Die Orthodoxe Kirche schöpft aus diesen Prinzipien und aus der gesamten Erfahrung und der Lehre ihrer patristischen, liturgischen und asketischen Tradition und nimmt an den Problemen und dem Leiden des heutigen Menschen teil im Hinblick auf die grundlegenden existentiellen Fragen, welche die heutige Menschheit beschäftigen, um zu ihrer Überwindung beizutragen, damit in der Welt der Friede Gottes „der höher ist als alle Vernunft“ (Phil 4,7), die Versöhnung und Liebe herrschen.



I. Der Wert der menschlichen Person



1.. Der Wert der menschlichen Person leitet sich ab von der Erschaffung des Menschen „nach dem Bild und zur Ähnlichkeit Gottes“ und von seinem Auftrag innerhalb des Heilsplans Gottes für den Menschen und die Welt war die Inspirationsquelle für all jene Kirchenväter, die sich in das Geheimnis des göttlichen Heilsplans vertieften. Der heilige Gregor der Theologe betont bezeichnenderweise in diesem Zusammenhang, dass der Schöpfer „den Menschen auf die Erde gestellt hat wie eine zweite Welt, groß in seiner Kleinheit, wie einen anderen Engel, wie einen umfassenden Anbeter, einen Wächter über die sichtbare Schöpfung, einen Eingeweihten, einen Herrscher über die Dinge auf Erden, ... wie ein Wesen, das sich hier auf Erden aufhält, jedoch in eine andere Welt hinüberwechselt und - was die Vollendung dieses Geheimnisses ist - durch seine Sehnsucht zu Gott selbst vergöttlicht wird" (Oratio 45, 7: PG 36, 632). Der Zweck der Menschwerdung des Logos Gottes ist die Vergöttlichung des Menschen. Christus hat in sich den alten Adam erneuert (vgl. Eph 2,15) „denn Er vergöttlichte den Menschen, womit er den Beginn unserer Hoffnung setzte (Eusebius von Cäsarea, Demonstratio evangelica 4, 14, PG 22, 289A). Denn wie schon im alten Adam das ganze Menschengeschlecht enthalten war, so ist es auch im neuen Adam angenommen. „Mensch wurde der Einziggeborene, ... um zusammenzuführen und wieder in den alten Zustand zurückzuführen, was gefallen war, nämlich das Menschengeschlecht“ (Kyrill von Alexandrien, Kommentar zum Johannesevangelium, 9, PG 74,273D-275A). Diese christliche Lehre über die Heiligkeit des Menschengeschlechts ist unerschöpfliche Quelle allen christlichen Bemühens zum Schutz des Wertes und der Würde der menschlichen Person.



2.. Es ist unerlässlich, dass die innerchristliche Zusammenarbeit zum Schutz der Würde der menschlichen Person auf dieser Grundlage und in alle Richtungen entwickelt wird. Dies betrifft selbstverständlich auch das Gut des Friedens, damit die Friedensbemühungen aller Christen ohne Ausnahme größeres Gewicht und größere Kraft erhalten.



3.. Ausgangspunkt einer weitergehenden Zusammenarbeit auf diesem Gebiet kann die gemeinsame Akzeptanz des höchsten Wertes der menschlichen Person sein. Die einzelnen orthodoxen Kirchen können zur interreligiösen Verständigung und Zusammenarbeit beitragen im Sinne des friedlichen Miteinanders und des gesellschaftlichen Zusammenlebens der Völker, ohne dass dies einen wie auch immer gearteten Synkretismus bedeutet.



4.. Wir sind der Überzeugung, dass wir als Mitarbeiter Gottes (1 Kor 3,9) in diesem Dienst fortschreiten können gemeinsam mit allen Menschen guten Willens, die den wahren Frieden suchen, zum Wohl der menschlichen Gemeinschaft auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Dieser Dienst ist ein Gebot Gottes (Mt 5,9).





II. Freiheit und Verantwortung



1.. Eines der größten Geschenke Gottes an den Menschen ist seine Freiheit. „Der den Menschen im Anfang erschaffen hat, hat ihn frei und selbstbestimmt erschaffen und das einzige Gesetz war Sein Auftrag an ihn“ (Gregor der Theologe, Rede 14., Über die Liebe zu den Armen 25, PG 35, 892A). Die Freiheit versetzt also den Menschen in die Lage, auf die geistliche Vollkommenheit zuzugehen, schließt aber zugleich die Gefahr des Ungehorsams, der autonomen Verselbständigung gegenüber Gott und dadurch die Gefahr des Abfalls von ihm ein; darin liegen die tragischen Folgen des Bösen in der Welt begründet.

2.. Folge dieses Bösen sind die im heutigen Leben herrschenden Unvollkommenheiten und Mängel: die Säkularisierung, die Gewalt, der Sittenverfall, die krankhaften Phänomene der Einnahme von Betäubungsmitteln und der Abhängigkeiten insbesondere bei jungen Menschen, der Rassismus, die Aufrüstung, die Kriege und die daraus folgenden sozialen Missstände, die Unterdrückung sozialer Gruppen, religiöser Minderheiten und ganzer Völker, die soziale Ungleichheit, die Einschränkung der Menschenrechte im Bereich der Gewissensfreiheit und insbesondere der Religionsfreiheit, die Desinformation und die Manipulation der öffentlichen Meinung, das wirtschaftliche Elend, die ungleiche Verteilung der lebensnotwendigen Ressourcen oder gar ihr völliges Fehlen, der Hunger von Millionen unterernährter Menschen, die Vertreibungen von Bevölkerungen und der Menschenhandel, das Flüchtlingsproblem, die Zerstörung der Umwelt, die unkontrollierte Anwendung der Biotechnologie und der Biomedizin im Hinblick auf den Beginn, die Dauer und das Ende des menschlichen Lebens. All dies schürt die unermessliche Angst in der heutigen beunruhigten Menschheit.

3.. Angesichts dieser Situation, die zu einer geschwächten Betrachtung der menschlichen Person geführt hat, ist es heute die Pflicht der Orthodoxen Kirche in ihrer Verkündigung, ihrer Theologie, ihrem Gottesdienst und ihrem pastoralen Wirken die Wahrheit der Freiheit in Christus zur Geltung zu bringen. „Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen... Warum soll meine Freiheit vom Gewissensurteil eines anderen abhängig sein?“ (1 Kor 10,23-24; 10,29). Freiheit ohne Verantwortung und Liebe führt letzendlich zum Verlust der Freiheit.









III. Friede und Gerechtigkeit



1.. Die Orthodoxe Kirche bekennt und verkündet durch alle Zeiten hindurch die zentrale Bedeutung des Friedens und der Gerechtigkeit für das Leben der Menschen. Die Offenbarung in Christus selbst wird als „Evangelium des Friedens“ (Eph 6,15), weil Christus „Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut“ (Kol 1,20), „er kam und verkündete den Frieden: den Fernen, und den Nahen“ (Eph 2,17) und wurde zu „unserem Frieden“ (Eph 2,14). Der Friede Gottes „der höher ist als alle Vernunft“ (Phil 4,7), ist, wie der Herr selbst vor seinem Leiden gesagt hat, weitgehender und tiefer als der Frieden, den die Welt verkündet: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch“ (Joh 14,27). Und dies, weil der Friede Christi die reife Frucht der Wiederherstellung aller Dinge in ihm ist, der Nachweis der Würde und der Größe der menschlichen Person als Bildes Gottes, die Proklamation der in ihm vorhandenen Einheit des Menschengeschlechtes und der Welt, sowie der Allgemeingültigkeit der Prinzipien des Friedens, der Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit und letzendlich der Ertrag der christlichen Liebe unter den Menschen und den Völkern der Welt. Der wahre Friede ist das Ergebnis des Vorherrschens aller dieser christlichen Werte auf der Erde. Es ist der Friede von oben, um den die Orthodoxe Kirche immer wieder in ihren täglichen Gebeten bittet; sie erbittet ihn von Gott, der allmächtig ist und die Gebete jener erhört, die ihn im Glauben anrufen.



2.. Aus dem bisher Gesagten wird deutlich, dass die Kirche als „Leib Christi“ (1 Kor 12,27) stets für den Frieden der ganzen Welt betet, welcher nach den Worten des Clemens von Alexandrien gleichbedeutend mit der Gerechtigkeit ist. (Stromateis 4,25; PG 8, 1369B-72A). Und Basilius der Große ergänzt: „Ich kann nicht behaupten, dass ich ohne die gegenseitige Liebe und das Friedenschaffen mit allen Menschen, soweit es mir möglich ist, würdig bin, ein Diener Jesu Christi genannt zu werden“ (Brief 203,1 PG 32,737B). Dies ist, wie der hl. Kirchenvater sagt, so selbstverständlich für den Christen dass „nichts dem Christen eigener ist als das Friedenstiften“ (Brief 114, PG 32,528B). Der Friede Christi ist die mystische Kraft, die aus der Versöhnung des Menschen mit seinem himmlischen Vater entspringt „entsprechend der Vorsehung Jesu, der alles in allem wirkt, einen unaussprechlichen und von Ewigkeit vorbestimmten Frieden schafft und uns mit sich selbst und in sich mit dem Vater versöhnt.“ (Dionysius Areopagita, Über die göttlichen Namen 11,5, PG 3,953AB).



3.. Gleichzeitig müssen wir hervorheben, dass die Gaben des Friedens und der Gerechtigkeit von der Mitarbeit (Synergie) des Menschen abhängen. Der Heilige Geist schenkt geistige Gaben, wenn wir in Buße den Frieden und die Gerechtigkeit Gottes erstreben. Diese Geschenke des Friedens und der Gerechtigkeit treten dort auf, wo die Christen Anstrengungen beim Werk des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung in Jesus Christus, unserem Herrn, unternehmen (1 Thess 1,3).



4.. Die Sünde ist eine geistige Krankheit, deren äußerlichen Symptome Konflikte, Streitigkeiten, Verbrechen und Kriege mit ihren tragischen Folgen sind. Die Kirche möchte nicht nur die äußerlichen Symptome dieser Krankheit heilen, sondern auch die Krankheit selbst, also die Sünde.



5.. Ebenso betrachtet es die Orthodoxe Kirche als ihre Pflicht, nach dem zu streben, was zum Frieden beiträgt. (Röm 14,19) und bereitet den Weg für Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit, die wahre Freiheit und die gegenseitige Liebe zwischen allen Kindern des einen himmlischen Vaters sowie zwischen allen Völkern, die eine einzige Menschenfamilie bilden. Sie leidet gemeinsam mit allen Menschen, die in verschiedenen Gegenden der Welt die Güter des Friedens und der Gerechtigkeit entbehren müssen.





IV. Der Friede und die Abwendung des Krieges



1.. Die Kirche Christi verurteilt generell den Krieg, den sie als Folge des Bösen und der Sünde in der Welt betrachtet. „Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern“ (Jak 4,1).



Insbesondere bei Kriegen, in denen Massenvernichtungswaffen eingesetzt werden, sind die Folgen schrecklich, nicht nur weil der Tod eine unermessliche Zahl von Menschen trifft, sondern weil auch für die Überlebenden das Leben unerträglich wird. Es treten unheilbare Krankheiten auf sowie genetische Veränderungen und andere Schrecken mit katastrophalen Folgen für die zukünftigen Generationen.



Nicht nur die atomare Bewaffnung, sondern auch chemische, biologische und andere Waffen, die zur Illusion der Übermacht und der Dominanz über die Umwelt führen, sind äußerst gefährlich. Diese Waffen schüren eine Atmosphäre der Angst und des Misstrauens und führen zu einem neuen Wettrüsten.



2.. Die Kirche Christi betrachtet prinzipiell den Krieg als Folge des Bösen und der Sünde in der Welt und unterstützt jede Initiative und Anstrengung zu seiner Verhütung und Abwendung durch Dialog und jedes andere geeignete Mittel. Im Fall, dass der Krieg unvermeidbar ist, wirkt die Kirche durch Gebet und Seelsorge für ihre Gläubigen, die in kriegerische Handlungen zur Verteidigung ihres Lebens und ihrer Freiheit verstrickt sind, und unternimmt alles zur schnellstmöglichen Wiederherstellung des Friedens und der Freiheit.



3.. Die Orthodoxe Kirche verurteilt entschieden die diversen Konflikte und die Kriege, die aus religiösem Fanatismus entfacht werden. Zutiefst beunruhigend ist das Ansteigen der Unterdrückung und Verfolgung der Christen und anderer Gemeinschaften aus Glaubensgründen im Nahen Osten und an anderen Orten sowie der Versuch der Auslöschung des Christentums an seinen Ursprungsorten. Dadurch werden die vorhandenen interreligiösen und internationalen Beziehungen bedroht und viele Chrusten sind gezwungen ihre Heimatorte zu verlassen. Die orthodoxen Christen auf der ganzen Welt leiden gemeinsam mit ihren christlichen Geschwistern und allen Verfolgten und rufen zur Findung einer gerechten und dauerhaften Lösung für die Probleme dieser Region auf. Auch werden die Kriege verurteilt, die aus Nationalismus entfacht werden und zu ethnischen Säuberungen, zu Grenzveränderungen und zu territorialen Besetzungen führen.



V. Die Orthodoxe Kirche wendet sich gegen Diskriminierungen



1.. Der Herr lehnt als König der Gerechtigkeit (Hebr 7,2-3) die Gewalt und die Ungerechtigkeit ab (Ps 10,5) und verurteilt den unmenschlichen Umgang mit dem Nächsten (Mk 25,41-46; Jak 2,15-16). In Seinem Reich, das bereits jetzt auf Erden in Seiner Kirche abgebildet wird und präsent ist, gibt es keinen Raum für Hass, Feindschaft und Intoleranz (Jes 11,6; Röm 12,10).



2.. Die Position der Orthodoxen Kirche in dieser Frage ist eindeutig. Die Kirche glaubt, dass Gott „aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen hat, damit es die ganze Erde bewohne“ (Apg 17,26) und dass es „nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau gibt; denn alle sind «eins» in Christus Jesus“ (Gal 3,28) Auf die Frage „Und wer ist mein Nächster?“ antwortet Christus mit dem Gleichnis des Guten Samariters (Lk 10,25-37) und lehrt dadurch das Niederreißen jeder Trennwand der Feindschaft und der Vorurteile. Die Orthodoxe Kirche bekennt, dass jeder Mensch unabhängig von Hautfarbe, Religion, Herkunft, Geschlecht, Nationalität oder Sprache nach dem Bild und zur Ähnlichkeit Gottes geschaffen wurde und gleiche Rechte in der Gesellschaft genießt. Ihrem Glauben getreu akzeptiert die Orthodoxe Kirche keine Diskriminierungen aus den obigen Gründen, da dies eine unterschiedliche Wertschätzung der einzelnen Menschen bedeuten würde.



3.. Die Kirche respektiert die Menschenrechte und die Gleichbehandlung aller Menschen und bewertet die Anwendung dieser Prinzipien im Licht ihrer Lehre über die Sakramente, die Familie, die Stellung der zwei Geschlechter in der Kirche und die allgemeinen Werte der kirchlichen Tradition. Die Kirche hat das Recht, das Zeugnis ihrer Lehre in der Öffentlichkeit zu verkünden.





VI. Die Aufgabe der Orthodoxen Kirche als dienendes Zeugnis der Liebe



1.. Die orthodoxe Kirche übt ihren heilsamen Dienst in der Welt aus und sorgt tätig für alle Menschen, die Hilfe benötigen, die Hungernden, die Mittellosen, die Kranken, die Behinderten, die Alten, die Verfolgten, die Verschleppten, die Gefangenen, die Obdachlosen, die Waisen, die Opfer von Katastrophen und kriegerischen Auseinandersetzungen, des Menschenhandels und der heutigen Formen der Sklaverei. Die Anstrengungen, welche die orthodoxe Kirche zur Bekämpfung der Armut und der sozialen Ungerechtigkeit unternimmt, sind ein Ausdruck ihres Glaubens und ihres Dienstes am Herrn selbst, der sich selbst mit jedem Menschen gleichgesetzt hat, besonders aber mit jenen, die in Not sind: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). In diesem vielfältigen sozialen Dienst kann die Kirche mit diversen sozialen Trägern zusammenarbeiten.



2.. Die Konflikte und Feindseligkeiten in der Welt führen zu Ungerechtigkeit und Ungleichheit bei der Teilhabe der Menschen und Völker an den Gaben der Schöpfung Gottes. Sie berauben Millionen Menschen ihrer Lebensgrundlagen und führen zu einer Entwürdigung der menschlichen Existenz, sie rufen massenhafte Migrationsbewegungen hervor und führen zu nationalen, religiösen und sozialen Zusammenstößen, welche den inneren Zusammenhalt der Gesellschaft bedrohen.



3. Die Kirche kann gegenüber den ökonomischen Zuständen, welche negativ die gesamte Menschheit beeinflussen, nicht indifferent bleiben. Sie besteht auf der Notwendigkeit, das die Ökonomie nicht nur auf moralischen Werten beruhen muss, sondern auch in der Praxis dem Menschen dienen muss, gemäß der Lehre des Apostel Paulus „dass man sich abmühen und der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen“ (Apg 20, 35). Basilius der Große schreibt dass „Für einen jeden sei es nun der Zweck seines Wirkens, den Armen zu dienen, nicht aber der Eigennutz“ (Ausführliche Regeln 42, PG 31, 1025A).



4.. Die Kluft zwischen Reichen und Armen vergrößert sich dramatisch wegen der Wirtschaftskrise, die üblicherweise das Resultat eines grenzenlosen Gewinnstrebens seitens einiger ökonomischer Faktoren, der Anhäufung von Reichtum in den Händen weniger und einer einseitigen ökonomischen Aktivität ist, die, weil sie ohne Gerechtigkeit und Sensibilität für den Menschen handelt, letztendlich nicht die wahren Bedürfnisse der Menschheit befriedigt. Eine lebensfähige Wirtschaft ist jene, welche die Effektivität mit Gerechtigkeit und sozialer Solidarität verbindet.



5.. Unter diesem Gesichtspunkt müssen wir die besondere Verantwortung der Kirche im Kampf gegen den Hunger und jede Form von Armut in der Welt verstehen. Ein derartiges Phänomen unserer Zeit, in der die Länder unter dem Regime einer globalisierten Wirtschaft leben, offenbart eine tiefe Identitätskrise der heutigen Welt, denn der Hunger bedroht nicht nur die göttliche Gabe des Lebens für ganze Völker, sondern er berührt auch die Größe und Heiligkeit der menschlichen Person und gleichzeitig auch Gott selbst. Denn wenn die Sorge um unsere eigene Nahrung ein materielles Problem ist, so ist die Sorge um die Nahrung unseres Nächsten eine geistliche Angelegenheit (Jak 2, 14-18). Daher ist es für alle orthodoxen Kirchen eine äußerst wichtige Aufgabe, ihre Solidarität mit ihren armen Geschwistern zu bekunden und effektiv Hilfe für sie zu organisieren.



6.. Die heilige Kirche Christi umschließt in ihrem weltweiten Leib viele Völker der Erde; sie verkündet deshalb das Prinzip der Solidarität aller Menschen und unterstützt die engere Zusammenarbeit der Völker und Staaten zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten.



7.. Die Orthodoxe Kirche ist beunruhigt von dem zunehmenden Aufzwingen einer konsumorientierten Lebensweise, die über keine christlichen moralischen Werte verfügt. Dieser Konsumismus führt in Verbindung mit der säkularisierten Globalisierung tendenziell die Völker zum Verlust ihrer spirituellen Wurzeln, zu historischem Gedächtnisverlust und zu einem Vergessen der eigenen Tradition.



8.. Die Massenmedien stehen nicht selten unter dem Stern einer liberalen Globalisierung und machen sich so zum Sprachrohr der Verbreitung des Konsumismus und der Unmoral. Besondere Beunruhigung rufen Ereignisse hervor, deren Haltung gegenüber den religiösen Werten als respektlos, manchmal sogar als blasphemisch bezeichnet werden kann; so entstehen Spaltungen und Aufstände in der Gesellschaft. Die Kirche warnt ihre Kinder vor der Gefahr einer Beeinflussung des Gewissens durch die Massenmedien und ihre Nutzung nicht zur Annäherung der Menschen und der Völker, sondern zu ihrer Manipulation.



9.. Auf ihrem Weg, den die Kirche in Verkündigung und Ausübung ihres Heilsauftrags für die Menschheit beschreitet, begegnet sie immer häufiger dem Auswirkungen der Säkularisierung. Die Kirche Christi ist berufen, ihr prophetisches Zeugnis in der Welt neu zu formulieren und zu offenbaren; sie stützt sich dabei auf die Erfahrung des Glaubens und ruft gleichzeitig ihren eigentlichen Auftrag der Verkündigung des Reiches Gottes und der Pflege eines Bewusstseins der Einheit in ihrer Herde in Erinnerung. So eröffnet sich ein weites Feld für sie, da sie als wesentliches Element ihrer ekklesiologischen Lehre der geteilten Welt die eucharistische Gemeinschaft und Einheit verkündet.



10.. Das Streben nach ständigem Wachstum des Wohlstands und der ungezügelte Konsum führen zu einer nicht angemessenen Nutzung und zum Versiegen der natürlichen Ressourcen, Die Schöpfung Gottes, die dem Menschen anvertraut wurde, „damit er sie bebaue und hüte“ (vgl. Gen 2,15) erfährt die Folgen der menschlichen Sünde: „Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt“ (Röm 8, 20-22).



Die ökologische Krise, die mit den klimatischen Veränderungen und der Erderwärmung zusammenhängt, macht die Pflicht der Kirche, mit den ihr zur Verfügung stehenden geistlichen Mitteln zur Bewahrung der Schöpfung Gottes vor den Folgen der menschlichen Unersättlichkeit beizutragen, noch zwingender. Die Gier nach Befriedigung materieller Bedürfnisse führt zu einer geistlichen Verarmung des Menschen und zur Zerstörung der Umwelt. Es darf nicht vergessen werden, dass der natürliche Reichtum der Erde nicht dem Menschen gehört, sondern dem Schöpfer: „Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner“ (Ps 23,1). Deshalb betont die Orthodoxe Kirche den Schutz der Schöpfung Gottes, um so die Verantwortung des Menschen für die gottgegebene Schöpfung zu unterstreichen und um die Tugenden der Genügsamkeit und der Enthaltsamkeit ins Gedächtnis zu rufen. Wir müssen daran erinnern, dass nicht nur die heutigen, sondern auch die künftigen Generationen ein Anrecht auf die natürlichen Ressourcen haben, die uns der Schöpfer geschenkt hat.



11.. Für die Orthodoxe Kirche ist die Möglichkeit der wissenschaftlichen Erforschung der Welt ein gottgegebenes Geschenk an den Menschen. Gleichzeitig zeigt die Kirche jene Gefahren auf, die sich hinter der Nutzung bestimmter wissenschaftlicher Forschungsresultate verbergen. Sie ist der Auffassung, dass der Wissenschaftler zwar frei ist zu forschen, aber auch dass er seine Forschung abbrechen muss, wenn grundlegende christliche und humanitäre Prinzipien verletzt werden: „Alles ist mir erlaubt - aber nicht alles nützt mir.“ (1 Kor 6,12) und „Das Gute ist nicht gut, wenn es nicht auf gute Weise geschieht“ (Gregor der Theologe, Theologische Rede 1,4, PG 36,16 C). Diese Haltung der Kirche erweist sich häufig auch notwendig, um die Grenzen der Freiheit der Wissenschaft und der Anwendungen ihrer Ergebnisse fast in allen ihren Bereichen, insbesondere der Biologie zu ziehen, wo neue Forschungsergebnisse, aber auch Gefahren zu erwarten sind. Gleichzeitig unterstreichen wir die unumstößliche Heiligkeit des menschlichen Lebens vom Beginn seiner Empfängnis



12.. In den letzten Jahren ist eine sprunghafte Entwicklung der biologischen Wissenschaften und der damit verbundenen Biotechnologie zu verzeichnen; viele ihrer Errungenschaften werden als hilfreich für den Menschen empfunden, andere führen zu ethischen Dilemmas, andere wiederum sind abzulehnen. Die Orthodoxe Kirche glaubt, dass der Mensch nicht eine einfache Anhäufung von Zellen, Gewebe und Organen ist oder lediglich durch biologische Faktoren definiert ist. Der Mensch ist „nach dem Bild“ Gottes geschaffen, deshalb muss jede Erwähnung mit dem gehörigen Respekt geschehen. Die Erkenntnis dieses Grundprinzips führt dazu, dass sowohl bei der wissenschaftlichen Forschung als auch bei der praktischen Anwendung der neuen Entdeckungen und Erfindungen das absolute Anrecht eines jeden Menschen auf Respekt und Ehre zu jedem Zeitpunkt seines Lebens ebenso wie der Wille Gottes, der bei seiner Schöpfung offenbar wurde, gewahrt bleiben muss. Die Forschung muss ethische und spirituelle Prinzipien und die christlichen Vorschriften berücksichtigen. Der nötige Respekt muss auch der gesamten Schöpfung Gottes bezeugt werden, sowohl bei ihrer Nutzung durch den Menschen, als auch bei der Forschung, so wie dem Auftrag Gottes an ihn entspricht (Gen 2,15).



13.. In diesen Zeiten der Säkularisierung ist es besonders notwendig, im Angesicht der geistigen Krise, welche die heutige Zivilisation kennzeichnet, die Heiligkeit des Lebens hervorzuheben. Das falsche Verständnis der Freiheit als Libertinismus führt zu einem Anstieg der Kriminalität, zur Zerstörung und Schändung jener Werte, die es zu respektieren gilt, zum Mangel an Respekt vor der Freiheit des Nächsten und der Heiligkeit des Lebens. Die orthodoxe Tradition hat sich aus der tätigen Anwendung der christlichen Wahrheiten entwickelt und ist gekennzeichnet von Spiritualität und asketischem Ethos, welches es besonders in unserer Zeit hervorzuheben und zu verbreiten gilt.



14.. Die besondere pastorale Fürsorge der Kirche für die Jugend, um diese zu Christus zu führen, ist ihr ständiger und unumstößlicher Auftrag. Die Kirche erwartet die Neuschöpfung aller Dinge in dem einen Leib Christi, ruft jedem Menschen ins Gedächtnis, dass Christus wiederkommen wird, „Lebende und Tote zu richten“ (1 Petr 4,5) und dass „seines Reiches kein Ende sein wird“ (LK 1,33). Es versteht sich von selbst, dass die pastorale Verantwortung der Kirche sich auch auf die gottgegebene Institution der Familie erstreckt, die von jeher und unbedingt auf dem heiligen Sakrament der christlichen Ehe als Einheit von Mann und Frau basiert, welche die Einheit von Christus und Seiner Kirche (Eph 5,32) abbildet. Dies ist besonders aktuell, da in einigen Ländern eine rechtliche Anerkennung und in einigen christlichen Gemeinschaften eine theologische Grundlegung von Lebensgemeinschaften zu verzeichnen ist, die der christlichen Tradition und Lehre nicht entsprechen.



15.. In der heutigen Zeit und seit jeher richtet sich die prophetische und pastorale Stimme der Kirche, das erlösende Wort vom Kreuz und der Auferstehung, an das Herz des Menschen und ruft diesen gemeinsam mit dem Apostel Paulus auf, bedacht zu sein, auf das „was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist“ (Phil 4,8), Die Kirche verkündet die opfernde Liebe unseres gekreuzigten Herrn als einzigen Weg zu einer Welt des Friedens, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Liebe zwischen den Menschen und den Völkern, deren einziger Maßstab der Herr, der sich für das Leben der Welt geopfert hat (vgl. Offb 5,12); also die unendliche Liebe des Dreifaltigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Ihm sei die Ehre und die Herrschaft in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen.



+ Bartholomaios von Konstntinopel, Vorsitzender

+ Theodoros von Alexandrien

+ Theofilos von Jerusalem

+ Irinej von Serbien

+ Daniel von Rumänien

+ Chrysostomos von Neu-Justiniana und ganz Zypern

+ Hieronymos von Athen und ganz Griechenland

+ Sawa von Warschau und ganz Polen

+ Anastasios von Tirana und ganz Albanien

+ Rostislav von Presov und ganz Tschechien und der Slowakei
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Mary » 16.08.2016, 12:48

hallo Igor,

in dem ersten Dokument steht dass die Bischofskonferenzen
vom jeweils Ersten der zur Kirche von Konstantinopel gehörenden Bischöfe präsidiert
werden.

gibt es eine Begründung dazu?
Wie stellt sich die Moskauer Kirche zu diesem Satz?
Let Your mercy, O Lord, be upon us, as we hope in You.

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Igor » 16.08.2016, 20:32

Hallo Mary,

die Begründung dafür dürfte im Ehrenprimat von Konstantinopel liegen. Das war auch übrigens schon in den Arbeitstexten (z.B. in dem vom Januar 2016) so enthalten und wurde somit vom Moskauer Patriarchat mitgetragen.

De facto wird das ja auch schon so gelebt, wie die Beispiele der Orthodoxen Bischofskonferenzen in Deutschland und in Österreich zeigen.

In Christo
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon ARI » 24.08.2016, 00:21

Wir wollen nichts mit Bartholomäus und seine Schlauheiten zu tun haben.

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Maxime » 19.09.2016, 15:44

Das war kein richtiges Konzil denn es fehlte einige Kirche, das war eine einseitige Entscheidung des Patriarchen von Konstantinopel. Dieser hat fast keine Gläubige mehr in der Türkei und beansprucht die Macht über die gesamte Orthodoxie wie der Papst von Rom. Schon einige Male habe ich gehört wie man, in katholischen und protestantischen Kreise diesen Patriarch mit dem Papst von Rom verglich und als Oberhaupt der orthodoxen Kirche nannte. Der Patriarch von Konstantinopel verhält sich wie ein Diktator in der Kirche und verfolgt armselige Mönche auf dem Athos, er verfolgt sie und lässt sie verhungern und ohne medizinische Versorgung. Das muss auch einmal gesagt werden.
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Priester Alexej » 20.09.2016, 13:19

Maxime hat geschrieben:Der Patriarch von Konstantinopel ... verfolgt armselige Mönche auf dem Athos, er verfolgt sie und lässt sie verhungern und ohne medizinische Versorgung. Das muss auch einmal gesagt werden.


Wieso sind die Möche auf dem Athos armselig, und woher kommt die Information, der Patriarch würde diese verfolgen und verhungern lassen?
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Nikolaj » 21.09.2016, 09:36

Es müssen nicht alle Kirchen auf einem Konzil anwesend sein, damit des anerkannt wird. Wichtiger ist, ob das Konzil von der Gesamtkirche angenommen wird.

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon holzi » 22.09.2016, 05:55

Priester Alexej hat geschrieben:
Maxime hat geschrieben:Der Patriarch von Konstantinopel ... verfolgt armselige Mönche auf dem Athos, er verfolgt sie und lässt sie verhungern und ohne medizinische Versorgung. Das muss auch einmal gesagt werden.


Wieso sind die Möche auf dem Athos armselig, und woher kommt die Information, der Patriarch würde diese verfolgen und verhungern lassen?

Ich denke, er wollte schreiben: "Arme Mönche".
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Christian » 27.01.2017, 10:40

"Das Oberhaupt der russischen Orthodoxie äußerte sich bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Feiern zu seinem 70. Geburtstag. An der „Großen und Heiligen Synode“ auf Kreta von Juni 2016 hatte die russisch-orthodoxe Kirche allerdings nicht teilgenommen, dessen gesamtkirchliche Relevanz stritt Kyrill deshalb ab. Kyrill forderte bei der Pressekonferenz, dass vorerst einmal eine neue Synaxis (Gipfeltreffen) der neun orthodoxen Patriarchen und fünf Oberhäupter von Autokephalkirchen abgehalten werden solle. Dabei solle dann „ein wahres Konzil“ vorbereitet werden. So ein Konzil müsse mit dem Kirchenrecht konform sein, wirklich gesamtorthodox unterstützte Beschlüsse verkünden und in passender Form erfolgen."

"Unterdessen zeigte sich in Athen, dass doch eine größere Zahl von Landeskirchen Probleme mit der Annahme des Konzils von Kreta haben. Eine zur Nachentscheidung über die Haltung der Kirche von Griechenland zum Konzil am 23./24. November einberufene Sonderbischofskonferenz ging nämlich ohne Entscheidung zu Ende. Der diplomatische Erzbischof Hieronymos konnte aber die drohende Spaltung des griechischen Bischofskollegiums durch Vertagung des Streites auf die lange Bank schieben. Vorerst werden sich verschiedene Fachausschüsse mit einer „Überprüfung“ des Konzils und seiner Entscheidungen befassen."

(Radio Vaticana vom 30. November 2016)

http://de.radiovaticana.va/news/2016/11 ... ch/1275787


"Bulgarisches Patriarchat. 29. November 2016. Der Heilige Synod hat während seiner Sitzung am 15. 11. 2016, bei der alle Mitglieder beteiligt waren, den im Juni d. J. durch ein Konzil auf der Insel Kreta (Griechenland) verabschiedeten Text "Die Beziehungen der Orthodoxen Kirche zur übrigen christlichen Welt" zur Kenntnis genommen und den nachfolgenden Beschluß gefaßt...

II. Schlußfolgerungen

Das auf Kreta abgehaltene Konzil ist weder groß, noch heilig, noch gesamtorthodox."

vgl. http://www.bg-patriarshia.bg/news.php?id=220554

"Св. Синод в заседанието си на 15. 11. 2016 г., прот. № 22 – пълен състав, разгледа текста „Отношенията на Православната църква с останалия християнски свят”, приет на състоялия се през м. юни т.г. събор на о. Крит, Гърция, и прие следното СТАНОВИЩЕ:

...II. Основен извод

Проведеният Събор на остров Крит не е нито Велик, нито Свят, нито е Всеправославен: ..."

"03.01.2017 Die Dokumente des Orthodoxen Konzils von 2016 hätten keine Gültigkeit: Mit dieser Ansicht schließt das orthodoxe Patriarchat von Georgien jede nachträgliche Anerkennung der Heiligen und Großen Synode“ aus. Im Juni 2016 hatte auf der Insel Kreta das langerwartete Konzil stattgefunden, aber die Kirche von Georgien hatte, wie auch die orthodoxen Kirchen von Syrien, Russland und Bulgarien, nicht an der Versammlung teilgenommen. Allerdings lässt Georgiens Heilige Synode die Möglichkeit offen, die Konzilstexte in der Zukunft zu überarbeiten und sie einer wirklich allorthodoxen Synode zur Billigung vorzulegen. Vor der Kirche Georgiens hatte bereits Bulgariens orthodoxe Kirche eine nachträgliche Anerkennung ausgeschlossen. Anders als die Bulgarische und jetzt die Georgische Orthodoxe Kirche halten sich die Konzilsgegner Antiochia und Moskau (Syrien und Russland) mit abschließenden Festlegungen noch immer bedeckt. (kna) (NL Radio Vatikan, 03.01.2017)."

vgl. http://gerdhagedorn.de/13.html

LG Christian

Frater Leo
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Frater Leo » 10.04.2017, 13:11

Eine ausführliche Kritik mit erstaunlichen Bemerkungen zur aktuellen Lage, die ich hier zitiere:

The cessation of commemoration of the Patriarch of Constantinople which began on Mt. Athos in the Fall of last year, with perhaps 100 monastics participating, has now spread to many dioceses in the Church of Greece, as also Romania, where several monasteries and clergy ceased commemorating their bishops.

One of the most significant developments occurred just two weeks ago. The eminent Professor of Patrology Protopresbyter Theodore Zisis announced on the Sunday of Orthodoxy that he was ceasing commemoration of his bishop, the Metropolitan of Thessaloniki, Anthimos, due the latter's enthusiastic reception of the Cretan "Council" and its texts. Due to his stature and high profile (he was the teacher of many of the current hierarchs in Greece), this decision has influenced others and "shaken up" the ecclesiastical status quo in Greece. This path has been followed by four clergy on the island of Crete, three monasteries in the Diocese of Florina, clergy and monastics in the Dioceses of Thessaloniki, Cephalonia, Syros and Andros, and elsewhere.

In addition to this, just a few days ago Archimandrite Chrysostom, the Abbot of the Holy Monastery of the Life-Giving Spring in Paros, Greece (where the Holy Elder Philotheos Zervakos shone in the ascetic life) submitted to the Holy Synod of the Church of Greece an historic formal accusation of heresy against Patriarch Bartholomew. Abbot Chrysostom has petitioned the Holy Synod to recognize, repudiate and condemn the Patriarch's "eterodidaskalia" (heterodox teachings) as contrary to the right teaching of the One, Holy, Catholic and Apostolic Church of Christ.

He wrote to the Holy Synod:

"In submitting this letter to you, we place before the honorable Body of the Hierarchy of the Church of Greece the scandal caused to myself, our brotherhood, clergy, monks and countless laity, by the successive waves of heterodox teachings which have been expressed at various times by His Holiness, the Ecumenical Patriarch, Bartholomew, the pinnacle of which being [expressed at] the Holy and Great Council held in Kolympari of Crete."

The formal petition provides 12 examples of heterodox teaching issued by the Patriarch over several decades, as well as 9 relevant canons of the Church, and ends with a list of 13 bishops, 14 abbots, hieromonks and clergy, and 9 theologians which the abbot is suggesting be called as supportive witnesses before the Holy Synod when he will be formally called to defend his accusation.



https://orthodoxethos.com/post/the-coun ... xamination
Qui vult venire post me, abneget semetipsum, et tollat crucem suam, et sequatur me.


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