Panorthodoxes Konzil

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Florianklaus
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Florianklaus » 04.07.2016, 11:17

Leider gibt es in Münster keine orthodoxe Kirche und nur muttersprachliche Auslandsgemeinden. Daher ist es bislang beim ZDF-Fernsehgottesdienst geblieben........

Luka Filipp Kiriak
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Luka Filipp Kiriak » 04.07.2016, 12:07

Also, falls du so lange warten möchtest, bis es in Deutschland und in Münster eine autokephale deutsche orthodoxe Kirche geben wird, sollte dir bewusst sein (womöglich bist du dir dem bereits bewusst), dass du dies mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr in deinem hiesigen Leben erleben wirst. Unabhängig davon ist es nicht so, dass in einer möglichen autokephalen deutschen orthodoxen Kirche alles in deutscher Sprache sein müsste. Daher solltest du lieber doch einmal einen Blick in eine der "muttersprachlichen Auslandsgemeinden" werfen. Zu deinem Glück hast du da ja in Münster sogar eine reichliche Auswahl davon. Falls dort in den Gottesdiensten die deutsche Sprache zu kurz kommen sollte, gibt es die Möglichkeit, mit ein wenig deutschsprachiger Lektüre die Liturgie trotzdem mitverfolgen zu können. Aber bei deinen ersten Besuchen kannst du deine Eindrücke auch erst einmal einfach auf dich wirken lassen, auch wenn du einiges sprachlich nicht verstehen solltest.

Luka Filipp Kiriak
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Luka Filipp Kiriak » 04.07.2016, 12:18

Diesen Weg sind übrigens viele so gegangen. Auch mit Skepsis. Möge Gott geben, dass sich die Skepsis in Freude verwandelt.

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Mary
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Mary » 04.07.2016, 23:30

Florianklaus hat geschrieben: Es fällt mir überhaupt nicht ein, meine Meinung als absolut letztgültig anzusehen. Dann würde ich mir ja auch nicht die Mühe machen, sie hier zur Diskussion zu stellen.

Nun, Florianklaus....
ein "zur Diskussion stellen" konnte ich in Deinem ersten Post leider gar nicht erkennen:
Florianklaus hat geschrieben:Ich betrachte das Konzil als gescheitert. Um alle strittigen Fragen hat man einen großen Bogen gemacht und es nicht einmal geschafft, die anstehenden Jurisdiktionsfragen zu lösen. Offensichtlich ist vielen Hierarchen Macht, Einfluss und Prestige wichtiger als das gemeinsame Zeugnis. Die Orthodoxie hat sich nach außen nicht als eine Kirche, sondern als eine Ansammlung von eifersüchtig auf ihren Besitzständen beharrenden Nationalkirchen präsentiert.

Zumindest hättest Du andeuten können, dass Du diese deine Einschätzungen kritisch diskutiert haben möchtest....

War es aber wirklich so? Deine folgenden Beiträge liessen mich doch einigermassen daran zweifeln....
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Florianklaus
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Florianklaus » 05.07.2016, 13:47

Gibt dieser Artikel die Konfliktlinien zutreffend wieder? Sind tatsächlich Unterschriften gefälscht worden?

http://de.radiovaticana.va/news/2016/07 ... mi/1242110

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Igor
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Igor » 06.07.2016, 06:48

Grüß Gott!

Von einigen verbalen Überspitzungen abgesehen, durchaus nachvollziehbar:

Was den ersten Teil des Artikels zum MP betrifft, so ist das nachprüfbar korrekt. Ich denke auch, dass es logisch ist, dass nun die Dokumente von der Synode geprüft werden.

Der zweite Teil mit den Unterschriften ist schwer zu beurteilen, es ist aber durchaus nicht ausgeschlossen, dass es sich so verhält ("Kein Rauch ohne Feuer...").

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MariaM
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon MariaM » 06.07.2016, 18:32

Hallo, also was den Artikel angeht, kann ich nicht beurteilen, ob womöglich etwas Wahres daran ist - was mir aber ziemlich missfällt ist dass der Autor anscheinend nur in ideologischen und machtpolitischen Kategorien denkt und schreibt. Metropolit Athanasios von Lemessol wird darin als "U-Boot", "russlandtreu", "auf dem Athos die engstirnige Linie durchgesetzt habend" etc. dargestellt. Es mag sein, dass das in gewisser Weise sogar stimmt - aber für mich ist er durch seinen geistlichen Reichtum und die Fülle an Inspiration für uns heutige orthodoxe Christen bedeutend, die er in seinen Predigten und Vorträgen den Menschen zu geben imstande ist. Diese Gabe hat nicht jeder! Ich habe eine Menge seiner ομιλιες in meinem Handy un höre sie oft. Zu seinen Vorträgen kommen viele junge Leute, die sind immer gerappelt vooll. Er kann das, was den orthodoxen christlichen Glauben (sowohl in der Theorie als auch in der Praxis) ausmacht, wunderbar erklären, auch flexibel auf Fragen reagieren, wirkt dabei absolut nicht engstirnig, sondern hat auch einen tollen Humor und Situationskomik usw., :lol: man versteht die Dinge soooo viel besser - und ich finde, so ein Artikel wird dem in keinster Weise gerecht. Da kommt er nur als einer vor, der irgendwo die eine oder andere "politische Linie" durchgesetzt haben soll. Wie gesagt, vielleicht ist das sogar so - aber ist das wirklich das Wichtigste???? Ich glaube nicht. Aber das zu verstehen, kann man von dem Autor des Artikels womöglich nicht verlangen... trotzdem finde ich es schade.
Meine persönliche Ansicht, spontan geschrieben - ohne Anspruch auf irgendwas. Maria

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon MariaM » 06.07.2016, 18:35

P.S. Natürlich sind NICHT die jungen Leute "gerappelt voll" :wink: , sondern die Räume, wo seine Vorträge stattfinden - sorry für die etwas zweideutige Ausdrucksweise. :) M.

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon MatthiasT » 09.07.2016, 11:52

Der oben erwähnte Artikel
http://de.radiovaticana.va/news/2016/07 ... mi/124211
enthält leider falsche Informationen.
Die hier dem Pressesprecher des Ökumenischen Patriarchats John Chryssavgis zugeschriebenen Äußerungen, sind in Wirklichkeit von Erzbischof Job von Telmessos getätigt worden. Die täglichen Pressekonferenzen des Konzils kann man auf der offiziellen Website des Konzils www.holycouncil.org anschauen.
Ich denke, was Erzbischof Job von Telmessos sagen wollte, ist folgendes: Die Beschlüsse des Konzils sind gültige Beschlüsse des Heiligen und Großen Konzils der Orthodoxen Kirche. Die autokephalen orthodoxen Kirchen, die nicht teilgenommen haben, haben auf ihre Mitsprache und ihr Stimmrecht verzichtet. So wie eine Wahl in demokratischen Ländern nicht dadurch ungültig wird, dass einige von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch machen, so werden auch die Konzilsbeschlüsse nicht dadurch ungültig, dass einige Kirchen dem Konzil ferngeblieben sind.
Natürlich muss ein Konzil anschließend von der Gesamtkirche rezipiert werden. Diesem Prozess wollte der Erzbischof sicher nicht vorgreifen, aber er wollte deutlich machen, dass die Beschlüsse von Kreta Beschlüsse des Heiligen und Großen Konzils sind, nicht die irgendeiner "Versammlung".

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon MariaM » 09.07.2016, 13:11

Matthias - ja, so ungefähr hatte ich es auch verstanden und fand es - so gesehen - auch einleuchtend... M.

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon MatthiasT » 09.07.2016, 14:12

Ich erlaube mir kein Urteil... ich wollte nur sagen, wie ich Erzbischof Job verstehe...

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Nikolaj » 11.07.2016, 08:41

MatthiasT hat geschrieben:...Ich denke, was Erzbischof Job von Telmessos sagen wollte, ist folgendes: Die Beschlüsse des Konzils sind gültige Beschlüsse des Heiligen und Großen Konzils der Orthodoxen Kirche...


Mir stellen sich die Fragen: Welche Beschlüsse? Welche Irrlehren wurden verurteilt und welche aktuellen theologischen, kirchenpolitischen, kirchensozialen Beschlüsse wurden gefasst?

Bitte versteht das nicht als Provokation, aber das "größte" an diesem Konzil war das Wort "Großes" in der Bezeichnung des Konzils. Die einzige wichtige und sinnvolle Entscheidung war, sich alle 7 - 10 Jahre zu versammeln und ich hoffe, dass dies auch so geschehen wird. Aber, wenn es 50 Jahre gedauert hat um ein Konzil zu berufen, auf dem entschieden wurde, regelmäßig ein Konzil einzuberufen, naja...

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon MatthiasT » 11.07.2016, 10:21

Welche Beschlüsse? Nun, rein technisch gesehen wurden sechs Dokumente verabschiedet über das Fasten, die Ehe, die Orthodoxie in der Diaspora, die Sendung der orthodoxen Kirche in der Welt von heute, die autonomen orthodoxen Kirchen und die Beziehungen der Orthodoxen Kirchen zum Rest der christlichen Welt. Außerdem wurden eine Enzyklika sowie eine "Botschaft" des Konzils verabschiedet. Alle diese Dokumente kann man auf der offiziellen Konzilshomepage auf griechisch, englisch, russisch und französisch nachlesen.

Wie bedeutend oder unbedeutend diese Beschlüsse sind, dazu möchte ich mich lieber nicht äußern. Wie jeder sehen kann, bin ich nicht orthodox (im Sinne einer Mitgliedschaft in einer "kanonischen" orthodoxen Kirche). Dies ist ein orthodoxes Forum und ich bin sehr dankbar, dass ich hier als Gast mitdiskutieren darf, aber ich möchte niemandem hier meine Sicht von außen aufdrängen...

Vielleicht eine kleine Anregung zur Auseinandersetzung mit dem Konzil: Vielleicht druckt der eine oder die andere mal eines der Dokumente aus und nimmt dann Buntstifte oder Marker und markiert mal mit verschiedenen Farben die Sätze, denen man von ganzem Herzen zustimmen kann, mit einer anderen Farbe die Sätze, denen man nicht zustimmen kann; noch eine andere Farbe kann man für Sätze benutzen, dien man gar nicht auf Anhieb versteht, und über die man jemanden fragen möchte... Das gibt dann ein buntes Bild, das einen vielleicht selbst überrascht. Und man hätte sich mal sachlich mit dem Konzil beschäftigt, nicht bloß emotional...
Vielleicht könnte auch mal jemand eine Arbeitsübersetzung der Dokumente ins Deutsche anfertigen...

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Igor
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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Igor » 11.07.2016, 18:27

Grüß Gott!

MatthiasT hat geschrieben:Dies ist ein orthodoxes Forum und ich bin sehr dankbar, dass ich hier als Gast mitdiskutieren darf, aber ich möchte niemandem hier meine Sicht von außen aufdrängen...


Herzlich willkommen im Forum, Matthias!

MatthiasT hat geschrieben:Vielleicht eine kleine Anregung zur Auseinandersetzung mit dem Konzil: Vielleicht druckt der eine oder die andere mal eines der Dokumente aus und nimmt dann Buntstifte oder Marker und markiert mal mit verschiedenen Farben die Sätze, denen man von ganzem Herzen zustimmen kann, mit einer anderen Farbe die Sätze, denen man nicht zustimmen kann; noch eine andere Farbe kann man für Sätze benutzen, dien man gar nicht auf Anhieb versteht, und über die man jemanden fragen möchte... Das gibt dann ein buntes Bild, das einen vielleicht selbst überrascht. Und man hätte sich mal sachlich mit dem Konzil beschäftigt, nicht bloß emotional...


Das ist wirklich ein interessanter Gedanke bzw. eine schöne Anregung. :idea:

MatthiasT hat geschrieben:Vielleicht könnte auch mal jemand eine Arbeitsübersetzung der Dokumente ins Deutsche anfertigen...


Es gibt solche Übersetzungen, die sind in in der Zeitschrift "Orthodoxie aktuell", Ausgabe Juli-August 2016 veröffentlicht worden (ISSN 1433-5417, Kontakt: orthodoxe-kirche@web.de bzw. Tel.: 0231 1899795, Herausgeber: Hypodiakon Nikolaj Thon).

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Re: Panorthodoxes Konzil

Beitragvon Mary » 11.07.2016, 19:24

MatthiasT hat geschrieben:Vielleicht eine kleine Anregung zur Auseinandersetzung mit dem Konzil: Vielleicht druckt der eine oder die andere mal eines der Dokumente aus und nimmt dann Buntstifte oder Marker und markiert mal mit verschiedenen Farben die Sätze, denen man von ganzem Herzen zustimmen kann, mit einer anderen Farbe die Sätze, denen man nicht zustimmen kann; noch eine andere Farbe kann man für Sätze benutzen, dien man gar nicht auf Anhieb versteht, und über die man jemanden fragen möchte... Das gibt dann ein buntes Bild, das einen vielleicht selbst überrascht. Und man hätte sich mal sachlich mit dem Konzil beschäftigt, nicht bloß emotional...
Vielleicht könnte auch mal jemand eine Arbeitsübersetzung der Dokumente ins Deutsche anfertigen...

Die Anregung ist bedenkenswert.
Ich habe mich natürlich schon mit diesen acht Dokumenten befasst und auch mit den vor der Zusammenkunft der Bischöfe bestehenden Entwürfe dazu.
Für mich wäre primär interessant, genau zu vergleichen, ob und wo Änderungen der Entwürfe vorgenommen wurden?
Die Buntstifte würde ich für mich anders einsetzen: eine Farbe für Aussagen, die schon vor dem Konzil so gegolten haben, eine andere Farbe für Änderungen der bisherigen Ansichten (der, vermute ich mal so, nicht allzu oft gebraucht würde).
Oder in einem andern Durchgang: eine Farbe für Dinge, die zentral für den Glauben sind, eine zweite für Dinge, die "nice to have" sind und die gern von verschiedenen Kirchen gehandhabt werden dürfen. Weiter vielleicht eine Farbe für Dinge, die in meinen Augen zu Uneinigkeit unter den Kirchen führen würden oder schon geführt haben.
Mal schauen, wie meine Dokumente danach aussehen. Wenn ich nur mehr Zeit hätte... grad fehlt sie mir an allen Ecken und Enden.

Die sachliche Auseinandersetzung, oder anders gesagt, mein Eindruck vom Konzil ist derzeit ja eher: Viel Gedöns um nicht wirklich viel Neues. Aber mal schauen.
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